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Nr. 129 Swettes Blatt

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Sozialismus und Familie

Don Dr. Kurt Pieper- Charlottenburg.

Die unvergleichlich verhängnisvollen Erfah­rungen, die Deutschland mit dem Sozialismus und i>er ihm entsprechenden Staatssorm der Republik macht, lenken den Blick des gequälten und verarm­ten Zeitgenossen zuruck auf ein ebenso merk­würdiges als heute unbekanntes Büchlein: auf 2L SchäfflcsAussichtslosigkeit der Sozialdemo­kratie", welches in Tübingen 1835 erschien und den ganzen Jammer des gegenwärtigen Deutschtums voraussugt. Diese gedankenvolle Betrachtung ge­hört zu den äußerst seltenen politischen Phrophe- zeiungen, die fast CG}ort für Wort richtig sind. Es ist verblüffend, mit welcher bezwingenden Richtig­keit Schäffle, der einer der bedeutendsten Ra- tionalokonomen seiner Zeit war, die wirtschaftliche wie auch die innerpolitlsche Sinnlosigkeit und DiderspruchSfülle jener politischen Richtung be­weist, die sich im Rovember 1918 vermaß, Friede, Freiheit und Brot zu bringen und in Wahrheit Gärung, Sklaverei und Hunger bescherte als eine Straft, die stets das Eute will (wenigstens nach eigener Aussage) und stets das Böse schafft. Während sich die wirtschaftlichen Grundsätze des Sozialismus heute schon als unhaltbar erwiesen haben, sind sie auf einem wideren, konservativen DÄnet, nämlich im Familienleben, noch nicht in gleichem Mähe ad absurdum geführt.

Schäffle ist ebenso ein Gegner der Frauen- Äng, der freien Liebe wie auch der Staats- ng:Mag die Frau in Dereiiien jeder Art, in Arbeiterverdänden und sonst stimniberechtigt sein, soweit sie eben über die Schwelle der Fa- -milie hinaustritt oder von der Gemeinde und dem Staat belastete Geschäfte selbständig führt, mag jihr selbst bei einer etwaigen Dertrelung der Ar- Heite^chast.» in der Organisation des Arbeiter- schutzes ein Anteil Werken so wird darum die .politische Emanzipation aller erwachsenen 'Frauen, die volle Gleichstellung mit dem Manne im Staats- und Gemeindeleben noch lange nicht am Platze sein." Eine Lockerung der Familien- verhältniffe und Ehebande wird notwendig zu einem Rückfall in Zu stände führen, die der Frauen­würde höchst abträglich sind. Es erscheint ferner wahrscheinlich, dah die ganze Politik durch die Ga­lanterie und bedenklicher Fraueneinflüsse verdor­ben wird, wenn die Frau in allem übrigen Ge- sellschaftsleben immer unter den Männern lebt unb wenn sie die Familie mit entern allseitig öf­fentlichen Leben vertauscht hätte.

Die vom Sozialismus angestrebteReform" der Familie in der Richtung der freien Liebe und der gleichen öffentlichen Erziehung hat nicht bloh >eutung für die Erhaltung und Erneuerung der Bevölkerung, sondern wie kaum eine andere auch für das individuelle Glück aller einzelnen. Mit der durch den Sozialismus angestrebten Vernich­tung der Gatten-, Eltern- und Kinderliebe ginge ein ungeheurer Schah von Glück verloren, und zwar der echteste und edelste Inhalt der Familie und Gesellschaftsgemeinschaft. Auch der Einwand des Sozialismus, dah die freie Liebe praktisch nur dort in Wirksamkeit treten würde, wo sie dazu, mithelfen kann, unheilbar unglückliche Ehen auf­zulösen, ist nicht stichhaltig, denn zur Auflösung unhaltbarer Ehen genügt das bestehende bzw. ein zu modernisierendes Gesetz. Der Gewinn einzelner Individuen am Genuh durch freie Liebe würde den Verlust idealer Ehegüter niemals auch nur im ge­ringsten aufwiegen.

Mit mxf) gröherer Entschiedenheit und mit noch gröherem Recht wendet sich Schäffle gegen die Entziehung der Kinder, die die öde Gletch- macherei des Sozialismus plant:Diese Gestal­tung der Erziehung, diese Abreihung des zweiten Hauptstückes von der unteilbaren Lebensgemein­schaft der engeren und engsten Famalie raubt der weit überwiegenden Masse des zu beglückenden Volkes das vielleicht höchste und reinste Glück, das­jenige Glück, worin der Unterschied des Wohlstan­des fast bis in die untersten Lebenslagen hinab nicht den geringsten Gradunterschied aufkommen läßt; dieses Glück fiele dem Reide zum Opfer. Dieselbe Gestaltung toürbe die Lust der Eltern, tnel zu arbeiten und der Zukunft viel an öffent­lichen und privaten Gütern zu überlassen, ganz un» ' gemein schwächen, also auch einer Ansammlung der Produktionsmittel ganz gewaltigen Abbruch tun." Tatsächlich würde die freie Liebe gar nichts anderes als einen ungeheuren Aristokatismus bar» stellen, d. h. das Gegenteil dessen, was die So­zialdemokratie als Ziel erstrebt. Denn die freie Siebe sichert keineswegs jedem die gleiche Befrie­digung, sondern den üppigsten, schönsten, gesün­desten, kokettesten Individuen das viel höhereMah, ohne dah die sinnliche oder sittliche Sette der Ge­sellschaft ebenso gemildert unb veredelt würde, wie bei der festen Ehe. Die geplante Abschaffung der Familie bedeutet nichts anderes als den Rückfall in Barbarei und Hordenwesen.

Auch in allen Fragen des Familienlebens er» weist sich der Sozialismus als Rückschritt und Aussichtslosigkeit. Denn der tiefste Sinn des So­zialismus, die aus fremdrassiger Llnzufriedenheit heraus geforderte Gleichmachung, ist ein Irrtum. Die älngleichheit der äußeren Güter läht sich zwar aufheben, die Llngleichheit der persönlichen Güter, Anlagen, ^Begabungen jedoch niemals! Daher wird auch der Kampf der bedeutenden gegen die unbe­deutenden Persönlichkeiten niemals weichen. Ze ge­walttätiger die Gesetze gegen die menschliche Un­gleichheit Vorgehen werden, um so wütender wird der geheime Kampf werden. Mit der Abschaffung des Privateigentums läht sich das wirtschaftliche Ziel des Sozialismus nicht erreichen. Der Versuch aber, persönliche Gleichheit durch Volkserziehung herbeizuführen, ist noch viel lächerlicher: denn die ewige Ratur wird die erbärmlichen Fesseln mensch­licher Gleichmacherei ewig siegreich sprengen, unb eine Partei, wie die sozialistische, die sich solcher Gewalt widersetzt, ist wie jedes Kind, das am Strande steht und glaubt, das Meer ausschöpfen zu können.

HochschrUnachmchlen.

Don der Landesunidersität.

Man teilt uns mit: Herr Hames A. Roh, M. A, Professor der englischen Literatur an der Que^i's älniversity in Kingston (Canada), hält alS Gastdozent der Uniberfität während des Mo- nats Juni Vorlesungen in englischer Sprache. Er spricht überStrömungen in der englischen und amerikanischen Literatur der Gegenwart" Mittwochs von 56 Ahr (Beginn am 4. Juni, Hörsaal 45) und überDie Entwicklung unb

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Dienstag, 3. Juni (924

gegenwärtige Lage Canadas" Freitag, ben 20. und 27. Juni um 8 Ahr abends im Hörsaal 45. Tie Vorlesungen sind für Hörer aller Fakultäten bestimmt.

Kunst und Wissenschaft.

Eine Frankfurter Kunstsammlung in Paris unter dem Hammer.

Die bebeutenbe Frankfurter Sammlung Aug. be Ridder kommt demnächst in Paris zur Zwo ngsversteigerung. Schon mehrere b.b.uicn. e deutsche Kunstsammlungen, die bei Ausbimch des Krieges von den Franzosen beschlagnahmt tour» den, sind in Paris vom Sequester verkauft und in alle Winde verstreut worden. Diese Samm­lung aber, die kurz vor dem Kriege nach Paris kam, ist von besonderer Bedeutung, beim sie ent­hält großartige Schätze. Der Katalog, der von Wilhelm von Bode versaht wurde, zählt drei be­deutende Rembrandts aus, ein Porträt von zwei Frauen von Franz Hals, fünf Werke von Hobbema, darunter das Gegenstück zur Mühle" des Louvre, von Rubens das Por­trät des Malers Franz Franken, 5 Bilder von Han Steen, 5 von Terborg, 3 v)n Pieter d e H o ch und 2 von v a n D h ck. GZ ist aller­dings nicht bekannt, ob sich alle diese Meister­werke noch jetzt in der Sammlung befinden.

Wirtschaft.

* Von der Frankfurter Börse. Der Börsenvorstand teilt mit: Am Samstag, 7. Juni, bleiben die Räume der Börse für jeden Verkehr geschlossen.

* Commerz- und Privatbank. In der Aufsichtsratssitzung der Commerz- und Pri­vatbank, A.-G. vom 2. Juni legte die Direktion die Abrechnung für das Geschäftsjahr 1923 vor. Das Gewinn- und Verlust-Konto weist folgende Ziffern auf: Einnahmen: Gewinn an Zinsen, De­visen und Sorten 9 064 158,21, Provision 7 695 476,07, zusammen 16 759 634,28 Bill.-M. Ausgaben: Ankosten 9 353 150,87, Steuern 1 154 483,41, Rechnerischer Aeberschuh 6 252 000.

* Die Getreidefirma Erwin Kop­pel, Frankfurt a. M. -Reustadt a. H. hat sich gezwungen gesehen, sich beim Amts­gericht Reustadt a. H. unter Geschäftsaufsicht zu stellen. Da die Gefchäftsaufsicht sich auf das gesamte Vermögen des Inhabers der Firma Erwin Koppel erstreckt, befindet sich auch das Bankgeschäft A. und H. Meyer-Frankfurt a. M., dessen Inhaber Herr Erwin Koppel seit An­fang 1923 ist, unter Geschäftsaufsicht. Letztere Firma ist mit gröberen Geschäften an der Börse nicht hervorgetreten und besaht sich in der neueren Zeit fast ausschließlich mit der bankmähigen Ab­wicklung der Transaktionen der Getreideimport­firma. Der Status letzterer Firma soll einen beträchtlichen Aktivsaldo zeigen. Der Grund für den Antrag der Gesellschaft liegt darin, dah infolge des Richteingangs von Auhenständen mangelnde Liquidität eingetreten ist. Wie die Firma mttteilt, hofft sie in Kürze die Ange­legenheit regeln zu können.

* Da rmer Dankve rein Hugo Stin- n e s. Die Firma Hugo Stinnes, die bekanntlich vor Jahresfrist durch Aebernahme eines größeren Aktienpaketes Interesse am Barmer Brnkverein genommen hat, erweitert ihre Beziehungen zu diesem Bankunternehmen dadurch, dah sie ihn« Finanzgeschäfte dem Barmer Bankverein zu führt und dah der Leiter ihrer Fmanzabteilung,Barrl» bnettoT Rogalski^ in die Verwaltung des Bankvereins als persönlich hastenber Gesellschaf­ter emtritt gleichzeitig soll durch Beschluß der Generalversammlung des Bankvereins der Firma Strnnes Anspruch auf einen Teil der zur Ver­fügung der Dank stehenden Aktien eingeräumt werden.

Asbest- und Gummiwerke Alfred Calmon A-G., Hamburg. Die G.-V. be­schloß, ben Reingewinn von 52 057,48 Billionen auf neue Rechnung vorzutragen.

e

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 2. Juni. Tendenz: Schwach. In sehr stiller Haltung eröffnete heute die Börse. Die immer noch vollkommen ungeklärte wirtschaftliche Lage unb die immer noch andauernde Regierungskrise unterbinden vorläufig jede regere Anternehmungslust. Dazu kommt noch die RMe des Pfingstfestes. Zwar waren die Kurse zu Beginn alle noch etwas über der freitägigen Rotiz liegend, aber nach und nach setzte ein Abbröckelungsprozeh ein auf neue, angebliche finanzielle Schwierigkeiten,am hiesigen Platze, in Verbindung mit gröberen finan­ziellen Schwierigkeiten einer Hamburger Firma, von der noch nicht feststeht, ob sie gehalten werden kann ober nicht. Als Folge davon war auch hier, daß der Geldmarkt wieder etwas mehr versteifte. Aeberhaupt spielt der Geldmarkt jetzt eine ziemlich merkwürdige Rolle. Wenn auch der Zinsfuh in der letzten Zeit wieder eine Kleinigkeit höher hinaufgesetzt worden ist, so ist deryt) an sich noch niedriger, doch ist dies nur mehr eine Formsache. Denn die Auswahl unter den Geldsuchern wird heute so sorgfältig voigenommen, dah man fast sagen kann, es wird Piatt isch kein Geld ausgeliehen, denn der Pro­zentsatz der Geldsucher, der berücksichtigt wird, ist ganz minimal. So kam es denn, daß man schließlich auf den meisten Gebieten des Marktes nicht einmal mehr die Kurse vom Freitag be- 'baübten konnte, besonders nicht auf dem Montan­markte. Doch sind die Spannungen nicht sehr groß. Der freie Verkehr war zuweilen fast voll­kommen aufgelöst. Die Kurie sind dort die ewig gleichen. Api 3V2, Becker^Stahl 3, Becker-Kollle 5Vs. Krügershall 31/?* Growag 0,170, Kunstseide 45, Mainzer Gas 10, Ufa 4x/2. Aus dem Devisen­märkte hat heute zum ersten Male das Angebot die Rachfrage überstiegen. Damit ist die Reichs- bank wieder vollkommen Herrin der Lage gewor­den. Die Mark ist weiter fest, während der fran­zösische Franken über Sonntag wieder einen Sturz erleben muhte. Er notierte gegen London 88x/8.

Berliner Börse.

Berlin 2. Juni. Die günstige Gestaltung der Verhältnisse am Devisenmarkt und die Bei­legung des Ruhrarbeiterstreikes hatten freund­lichere Ausblicke für die Wirtschaftslage eröffnet, und man glaubte daher einer werteren Befesti­gung Im Börsenverkehr entgegensehen zu können. Diese Hoffnung würbe arg getäuscht, da die Zu­sammenlegung der Anglo-Continentalen Guano

Gesellschaft bei der Ausstellung der Goldbilanz im Verhältnis von 10 zu 1 und die Exekutionen für die Hamburger Handelsbank eine starke Ver­stimmung zur Folge hatten. Die Kurse stellten sich gleiche bei Beginn ziemlich ausnahmslos nie» biiger; empfindlichere Einbußen erfuhren am Montanmarkte insbesondere Bochumer Gußstahl, Essener Steinkohle, Gelsenkirchen unb Harpener' die 2 bis 3 Prozent verloren. Im übrigen be­schränkten sich bie Rückgänge meist auf Bruchteile von einer Billion Prozent. Bankaktien erwiesen sich vorwiegend wiberstandsfähiger, nur Bank elektrischer Werte, Darmstädter und Rationalbank und Deutsche Bank gaben empfindlicher nach. Eine Besserung erfuhren Essener Kreditanstaltaklieu. Don Schiffahrtaktien büßten Hamburg-Amerikani­sche Dampfschisfahrt 2i Bill. Prozent ein. Im späteren Verlaufe erfuhr die Haltung leine Besse­rung, im (3 tg enteil bröckelten die Kurse bei allent­halben herrschender Lustlosigkeit weiter etwas ab. Am Tevisenmarkt waren bie Anforderungen wei­ter verringert und bie Dotierungen im Zusam­menhang mit ber Markbesserung im Auslände niedriger. Die Zuteilung konnte fast ausnahms­los voll erfolgen. Für Reuyork wurden 50 gegen 10 Prozent am Samstag zugereist.

Börsenkurse.

(Ohne Getoäbr.)

In Billionen Prozent

Datum:

5% Deutsche Retchsnulcihe . 4% Deutsche Steidi-janlcibe . 3Vv0/n Deutsche Reich-uuleihe 3% Deutsche Reichsaulcihe . Deutsche Soarprämtenanlcihc 4% Prcutztsche Konsols . . . 4° o Hessen...........

34% Hessen..........

3% Helsen...........

Deutsche Wert». Tollar-Anl. dto.Toll.-Schatz-AnweilnngV)

4% Zolltürlcn.........

5% Goldmcxikaner......

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bank. Darnist, und Naltonalbank . Deutsche Bank.........

Deutsche Bcrcinsbank .... DiSconto Commandit .... Metallbau!...........

Mitteldeutsche Creditbank . Lesterreichische Creditanstall. Weltbank............

Bochumer Guß........

BuderuS............

Caro .............

Dentsch-Luremburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaluverte Aschci-slcbeu.... Kaliwerk Westeregeln.....

Lautahütte ...........

Obcrbedarf.......

Phönix Bergbau ...... Rycinttahl......... .

Riebe«? Montan........ TelluS Bergbau...... .

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher LloNd .... Cheramische Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Anglo-Cont.-Guano Badische Anilin

Chemische Mayer Alaptu- . . Goldschmidt..........

Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke......

Holzverkohlung........

RütgcrSwerke ......

Schetdeanstall ........

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann......... .

Mamkraftwerke........

Schuckert............

Siemens & Halske .

Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Hchllgenstaedt......

Mcguin frankfurter Armaturen ... Konservenfabrik Braun . . . Mctallgesellschaft Frankfurt.

Pkt. Union $1^(3 Schuhfabrik Herz Sichel..............

Zellstoff Maldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel -. .

Frankfurt a M.

Brrlin

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Schlich.

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30. 5.

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10. 5.

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0,780

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-

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4,2

4,2

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76

71,70

75

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0,4125

0,430

0,425

9,400

0,350

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48

52,5

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11

10,1

10,9

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13

49

46,75

47,2

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50,25

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69,5

57

58,75

57

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8

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14

13,5

12.6

6,13

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5,2

6,13

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12,25

14,65

12,75

27

26,4

27,75

26

26,5

24,25

26,25

22,25

37,5

35,5

38

-6.5

M

1,3

23,26

22,75

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22,60

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20,5

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14,13

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9,75

9,8

10,1

9,76

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10,5

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13,1

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11,5

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11,2

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4,2

34

34,5

33,75

82,5

44,75

42

48,13

43

1,6

1,45

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2.7

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2,5

2,2

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14

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14,5

(1,6

W»

14,2

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2

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5,1

7

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3,1

3,9

4,75

3

2,65

2,5

*) Vom 21 u ckzahlu ng Swekk.

iRcpart.

Berlin. 2. Juni

Ge-

voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll do» voll voll voll voll

Banknoten.

(Ohne Gewähr.)

Märkte.

Berliner Produktenbörse.

Berlin. 2. Juni. Die Haltung des

treibemarfted war lustlos und schwach: die Geld­knappheit lähmte das Geschäft. Mehl war wenig begehrt unb deshalb tauften auch die Mühlen Brotgetreide nur sehr vorsichtig: in Sachsen brückt

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(In Billionen Mark au-gedrückt. DuenoS-SIreS, London, Neu« York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewähr.)

Schweizer Noten.....

Französische Note» Dänische Noten .....

Schwedische Noten........

Holländische Noten........

Dcutsch-Oestcrreich, i 100 Kronen Amerikanische Noten.......

Englische Noten..........

Italienische Noten.........

Belgische Noten..........

Ungarische Noten.........

Tschechoslowakische Noten Norwegische Noten........

Rumänische Noten.........

Spanische Noten

Brick

73,69 20.55 70,! 8

111,33

157,49 5,76

4,ei 18,-2 1,9 17,64

4,21 12,18 67,14

1,76 66.94

| Geld

7', 2 20,45 70,12 110,77 156,71

5,74 4,19

18,0' 17,88 17,>6

4,19 12,12 56,36

1,74 66.63

30. Mat

2. Juni

Rcpart.

Amtliche Notierung

Amtliche Nattern ui

31.

Geld

Brief

Geld

Briet

Amll-.Nvtt.

167,60

158,40

157,11

157,89

voll

voll

Brll-Antw.

18,60

16,70

17,90

18,00

voll

voll

Chrtstianta.

57,61

67,89

57,11

57,39

voll

voll

Kopenhagen

70,57

70,93

70,57

70,93

voll

voll

Stockholm.

111,22

111,78

111,22

111,78

voll

voll

HelsingfocS.

10,47

10,53

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10,53

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voll

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18,30

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voll

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18,153

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Neuvorl . .

4,11

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Part« ....

21,50

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voll voll

Schlvel, .

33,91

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Spanten . .

b7,06

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£?eH. aboeit.

5,89

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12,295

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Budapest. -

4,59

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Buen^AireS

1,355

1,365

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Bulgarien.

2,99

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Japan .. .

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UitolxImt.

6,415

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Belgrad .

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Ltsjadon. .

12,37

12,43

11,97

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voll

bie Konkurrenz von Roggenabgaben der Reichs« getieibcftelle. Im Weste,i ist bie Geschäftslage für Getreide ganz allgemein schwach, besonders auch an den Rvrdseehäsen. Auch Weizen war überall matt. Angekvmmener Mais ist schwer verkäuflich: Gerste, Hafer und Hülsenfrüchte so­wie Futterstoffe waren sehr still. Es wurden notiert für je 1000 Stile: Weiten märt. 153 bis 155 (matter), mitteldeutsch 152 bis 155 (matter), Roggen mark. 131 bis 135 (schwach), pvmm. 128 bis 132 (schwach), Braugerste 155 bis 163 (matt), Futtergerste 142 bis 151 (matt), Hafer märk. 127 bis 135 (still), schief. 126 bis 130 (still), Raps 260 bis 270 (still): für je 100 Kilo: Weizen­mehl 22 bis 24,50 (schwächer), Roggenmehl 19,50 bis 21,50 (ruhig), Weizenkl.ie 9,10 bis 9,20 (matt) Roggenkleie 8,60 (matt), Viktoriaerbsen 18 bis 19, Kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererb'en 12 bis 13, Peluschken 10,50 bis 11, Wicken 13 bis 14, Lu­pinen blau 10,50 bis 12, gelb 9,50 bis 10, Sera- bella alt 13 bis 13,50, neu 11 bis 13, Raps­kuchen 9,40 bis 9,80, Leinkuchen 19,20, Trocken, schnitzel 7,40 bis 7,50.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 2. Juni. Das Geschäft setzte heute ziemlich lebhaft ein, und es wurden viele und umfangreiche Geschäfte abgeschlossen. Die Stimmung ist, kurz gesagt, bedeutend fwand- licher. Besonders groß i|t das Geschäft in Mehl bei steigender Rachfrage und Preisen. Auch Weizen, Roggen und Gerste sind höher und be­gehrt. In Hülsenfrüchten ist das Geschäft zwar weniger lebhaft, aber die Preise sind trotzdem etwas höher. Rur in Futterartikeln ist der Ver­kehr ruhiger. Es notierten je 100 Kg. Weizen, Wetterau 16,25 bis 16,50, Roggen 14,75 bis 15,25, Sommergerste für Brauzwecke 16,75 bis 17,25, Hafer, inlänb. 14,75 bis 15,25, Weizenmehl, sübd. Spezial 0 26,25 bis 28, Roggenmehl 22,25 bis 23,25, Weizen- und Roggenkleie 8,80 bis 9,50. Tendenz ruhig.

Frankfurter Schlachtdiehmarkt.

fpd. Sranlf urta. M., 2. Huni. Auftrieb. 234 Ochsen, 67 Dullen, 1079 Färsen und Kühe, 602 Kälber, 216 Schafe and 3246 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen: vostfl. 5058, junge fleisch ge 4450, mäßig genährte 33 43; Bullen: vollst, ausge­wachsene 4045, vollst, jüngere 3439; Färsen und Kühe: vollst,. Färsen 5056. vollst. Kühe 4452, wenig gut entwickelte Färsen 4048, ältere aasgemästete Kühe 3643, mäßig genährt« Kühe und Färsen 28 -35, gering genährte Kühe und Färsen 1020; Kälber: feinster Qualität 5560, mittlerer Qual. 4854, geringerer Qual. 4045; Schweine: unter 80 Kilo 5055, ron 80100 Kilo 5658, über 100 Kilo 5557. Der Markt wurde bei lebhaftem Handel geräumt Des Pfingstfestes uxgen ist der Markt vom 9. Juni auf Dienstag den 10. Juni verlegt worden.

Büchertisch.

X Fritz Vigener: Ketteier. Gin deut» sches BÄch-ossleben des 19. Jahrhunderts. Verlag von R. Oldenbourg, München und Berlin, 1924. Preis 20 G.-M.Man wird nicht müde, Bio-' grab bien zu lesen, denn man lebt mit Cebenbigzn dieses Wort Goethes gilt nicht unbedingt. Es kommt darauf an, ob der, dem die Beschreibung gilt, in ihr auch wirklich lebt. Trotz aller Sorg* falt und Genauigkeit wirkt so manche Biographie peinlich wre die tote Pflanze hn Herbarium. Man hat bie Teile in der Hand fehlt leider nur das geistige Band". Der Mensch, zumal der bedeutende, ist mehr als die Summe ferner Eigen­schaften und Schicksale; in ihm lebt, unsichtbar wirkend und doch alles buvchdringenb und be­stimmend jenes geheimnisvolle Etwas, das sich der Wiedergabe durch bloße Worte entzieht, der Kem seiner Persönlichkeit, seine Seele. Sie kann nur durch kongeniale Einfühlung zu neuem Le­ben erweckt werden. Wilhelm Emmanuel Freiherr von Kelteler, der große Mainzer Bischof aus westfälischem Geschlecht, dessen Leben und Wirken schon heute von der Legendenbildung umrankt ist, hat an Fritz Vigener, dem bekannten Geschichts­lehrer der hessischen Landesunidersität, einen eben­bürtigen Schilderer gefunden. Vertieft man sich in das Werk, so ist es, als würde das Titelbilb lebendig: der Kirchenfürst mit den hoheitsvoll-i markigen Gesichtszügen dem Leidenszug um den 'herbgeschlossenen Mund und dem verhaltenen Feuer in den dunklen Augen erhebt sich unb schreitet dahin; man begleitet ihn auf seinem Weg von der Welt zur Kirche, durchs die Dorfpfarrer, dir Revolutionszeit, auf den Bischofsstahl in das hessische Landesbistum, man erlebt die Kämpfe diefes von gebändigter Leidenschaft durchglühten Mannes mit sich selbst, mit den seinen religiösen Idealen feindlichen Mächten außerhalb und in­nerhalb der Kirche, und steht zuletzt am Sterbe­bette im Kloster, in das er sich, totlrank und doch ungebrochen, zurückgezogen hatte. Dieses gewal- tieg Ringen spielt sich nicht ab im luftleeren Raum: der Hintergrund der Szene, die ilnunett sind nicht weniger beseelt und des Lebens voll. Es ist bewunderungswürdig, wie der in jahrelan­ger Arbeit von überall her zusammengetragenq Stoff das Quellenverzeichnis umfaßt allein fünf Serken mit künstlerischer Gestaltungskraft zu einer bruchlosen Einheit.gefügt, mit Blut und Leben durchtränkt ist. Kaurn der Erwähnung be­darf, daß ein Mann wie Vigener sich von dem Mißgriff dilettantischer Lebensbeschreiber, den Helden panegyrisch als fehlerlosen Halbgott zu schildern, freigehalten hat. Mit unbeirrbarer Wahrheitsliebe werden auch die Wesenssch-ranken des Mannes gezeigt, dessen Größe nichts dadurch verliert, daß eidie Fehler seiner Tug mden hat". Ein von ungemeiner psychologischer Vertiefung zeugender Rückblick und Ausblick auf die Persön­lichkeit und geschichtliche Stellung Kettelers krönt und beschließt das Weck, das, in einer kraftvollen und zugleich schmiegsamen Sprache geschrieben und dank der Sorgfalt des Verlegers vorzüglich ausgestattet ein Denkmal ist deutscher Forscher* freude, deutscher Hingebung, deutscher Ehrfurcht.

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Weil diese Zahnpasta die Zähne nicht nur reinigt, sondern sie auch vor Schaden bewahrt und bis ins Alter gesund und widerstandsfähig erhält