|d)ule zu Schlitz mit Wirkung vom 16. 3uni 1924 ab.
< DieGültigkeitsdauer derSonn- tcigsfahrkartenzuPsingsten ist auf die Zeit von Freitag 6. Juni, 12 Ähr mittags, bis
Montag, 9. Juni, ausgedehnt, und außerdem ist?ugelassen worden, das) die Sonntagskarten in» neihalb dieser Gültigkeitsdauer unbeschränkt sowohl zur Hin- als auch zur Rückfahrt gelten, sie also auch zur Rückfahrt bereits am Freitag oder Samstag benützt werden dürfen.
** Die Kantfeier der Landesuniversität hatte am Sonntag vormittag eine zahlreiche Gemeinde in der festlich geschmückten Aula versammelt. Aach kurzen De- grüßungsworten Seiner Magnifizenz des Rektors Professor Dr. Laqueur sprach Professor Dr. v o n A st e r als erster Festredner in tiefschürfender Weise über die Philosophie als Selbsterkenntnis im Sinne Kants. Professor Dr. Messer suchte die Bedeutung von Kants Ethik für unsere Gegenwart dadurch anschaulich zu machen, daß er die Frage beantwortete: was heißt es im Geiste Kants der Idee deutschen Wesens zu dienen. Professor Dr. E. W. M a y e r von der theologischen Fakultät sprach schließlich über Kants Bedeutung für die Religion und die Religionswissenschaft. Der Vorsitzende des Asta richtete zum Schluß ernste Mahnworte an die akademische Jugend, im Geiste des kategorischen Imperativs des großen Königsbergers an ihre Arbeit zu gehen. Weihevolle Klänge eines von Herrn Karl Roller geleiteten Chors des Akademischen Gesangvereins und ein Diolinsolo von Frau Dr. Spohr umrahmten die feierliche Gedächtnisstunde.
** Deutsche christliche St udenten- vereinr gung. Der im Iohannessaale veranstaltete Vortrag hatte einen guten Besuch. Dr. Schnorr aus Frankfurt sprach über: Christentum und Wirtschaftsaufbau. Er verglich die wirtschaftliche Lage unseres Volkes mit der eines Rentiers, der noch rn seiner alten, vornehmen Wohnung wohnt wahrend sie seinen wirtschaftlichen Verhältnissen längst nicht mehr entspricht. Der Geist, der neben den direkten Kriegsfolgen uns in die Tiefe, geführt hat, ist der Geist der Selbstsucht und des Mammons. Die unter seinem Zeichen gewonnenen Kulturfortschritte sind Oberflächenkultur geblieben. Wir bauten Drücken über Flußbreiten und Abgründe aber wir selbst trennten uns durch den grundlosen Abgrund der Klassengegensätze. Der Druder versteht den Bruder nicht. Richt Fleiß wollen wir verurteilen, den brauchen wir mehr denn je, sondern das Arbeiten nach dem einen und keinem anderen Ziele als Geld, das geißeln wir. Wie wollen wir wieder aufsteigen? Dr. Schnorr hält die Lösung des Agrarstaates mit verbilligter Lebensmittelproduktion für unmöglich wegen der Äebervölkerung und sieht den einzigen Weg in der Hebung der Kaufkraft durch Arbeit und Sparsamkeit. Es gilt Abschied nehmen von mancher lieben Gewohnheit in allen Kreisen. Man darf nicht hier Wasser predigen und auf der anderen Seite Wein trinken.
Wir dürfen nicht mehr wie geschlossene Phalanzen widereinander stehen. Der Redner wies dann auf die Arbeitsgemeinschaften hin und verlangte deren tatEräfugc abnersvützung. Der Aufbau imift von eine', christlich-sittlichen Erhebung begleiict sein. Kraft gibt allein der Geilt, der die Arbeit mit heiligem Inhalt erfüllt, der ihr eine Bedeutung über die Zeit hinaus gibt, der Geist Christi, der im Anschluß an ihn gewonnen wird. Hier liegen alle ausbauenden Kräfte des persönlicheii und völkischen Lebens verborgen. Das Wort von Liszt, dem größten ^lationnlökonomen, erweist sich immer wieder als richtig: „Das Christentum ist eine produktive Kraft", denn es hat die Arbeit geadelt.
** Festgeno mmen wurden hier ein junger Mann von auswärts, der im Begriff war, ein in Weidenau gestohlenes Fahrrad abzusetzen, und ein älterer Mann aus Köln, der in unserer Stadt mehrere Cinbruchsdieb- stähle ausgef.ührt bzw. versucht hat. Beide wurden in Untersuchungshaft genommen.
Bornotizcn.
— Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7 Ähr „Iunggesellendärnmerung". — Rundfunkhaus Löberstrabe. Änterhaltungsm r- sik und Vokatquartett. — Lichtspielhaus. 'Bahn- hofstratze. „Adam und Eva". — Astoria-Licht- spiele: „Das Mädel von Kentucky". — Palast- Lichtspiele: „Der Gefangene von Zenda".
— Aus dem S t a d 11 h ea t e r bu rea u wird uns geschrieben: Wir machen nochmals auf die heutige Aufführung des überaus lustigen Schwankes „Iunggesellendämmerung" von Impekoven und Mathern aufmerksam. Es ist dringend zu wünschen, daß die sommerlichen Vorstellungen des Stadttheaters besser unterstützt werden. Die Einnahmen dieser Aufführungen sind für die Erhaltung der Theatergemeinschaft Giehen-Dad-Rauheim von der größten Wichtigkeit: es wäre sehr zu bedauern, wenn durch eine anhaltend schlechte Frequenz der Sommergastspiele aus Dad-Rauheim das neue Abkommen mit dem Hess. Staat über die Giehen-Rauheimer Theaterverbindung für die Zukunft in Frage gestellt würden.
— i'ec Wartburg-Verein Bittet uns, mitzuteilen, daß das morgen abend stattfindende Konzert mit Rücksicht auf die auswärtigen Gäste pünktlich um 8 Ä h r beginnt. Die Begleitung der Solis und Duette von Frau ©evtruB Wehl und Frl. Trudel T e tz l a f f hat Frl. Hella Maternus übernommen. Man beachte das Inserat.
Landkreis Gießen.
*Klein°Linden, 2. Juni. Heute fand hier in feinem Klassensaal die Verabschiedung unseres Rektors Boßler statt. In der schlichtesten Weise, so recht nach dem Sinn des Scheidenden. ging diese Feier vor sich. Schulrat Or. Alles dankte dem verdienten Schulmann im Auftrage der Behörde für die 47jährige treue Tätigkeit im Dienste der Schule. Bürgermeister I u n g verlas eine Dank-Adresse der Gemeinde und des Schulvorstandes und überreichte Rektor Boßler einen Ruhesessel. Im Auftrage des Lehrerkollegiums sprach Lehrer M o nn i g, als Geschenk übergab er einen Barometer. Als Vertreter der Kirchengemeinde dankte Pfarrer Ackermann für die lange segensreiche Arbeit des Rektors und gab gleichzeitig der Freude Ausdruck, daß Rektor Boß
ler der Kirche noch weiter als Organist und Lektor verbleibe. Rektor Boßler dankte ergriffen ollen Sprechern und wünschte, daß Liebe und Treiie fernerhin die treibenden Kräfte der Gemeinde- schule blieben. — Am Donnerstag fand die Schlvß- feier der Fraue nabende statt. Geleitet wurde die Feier durch Pfarrer Ackermann. „Das weihe Kleid", von Käthe Dorn, wurde von den Vlädchen aufgeführt. '
df. Langsdorf, 2. Iuni. Bei dem D e - zirksturnsest zu Wallernhausen b. Ridda errang der hiesige Turnverein schöne Erfolge. Er nahm mit 24 Turnern teil, geführt von unserem rührigen Oberturnwart Reitz, der sich keine Mühe verdrießen läßt, die Iugend zu körperlich tüchtigen Menschen heranzubilden. Die Gemeinde ist ihm für dies Stück Erziehungsarbeit allen Dank schuldig. Der Erfolg zu Wallerühausen krönte feine rührige Tätigkeit. Folgende Siege wurden nach Hause gebracht: In der Zöglings- Oberstufe Hans Heil 1. Sieg, Willi Bender 6. Sieg. Bei den aktiven Turnern Walter Fay den 5. Sieg. In der Zöglings-Änterftufe Paul Lehrmund den 14. Sieg, Theodor Fritz den 15. Sieg, Wilhelm Reif den 21. Sieg. Von den Schülern errang Karl Köhler den lü. Sieg, Gustav Bausch den 13. Sieg, Wilhelm Walther den 16. Sieg, Karl Fay den 19. Sieg. Durch besondere Leistung zeichnete sich die Schülermuster- riege am Reck aus, die die Rote „Sehr gut" erhielt. — Bei dem Waldlauf zu Ridda errang der hiesige aktive Turner Otto Schäfer im 5000= Meter-Lauf in 16 Min. 24 Sek. den ersten Sieg.
Kreis Schotten.
§ Vom hohen Vogelsberg. 2. 3unL Gestern wurde im Zeilwald, zwischen Änter-Sei- bertenrod und Zeilbach, das diesjährige Zeil- waldfest gefeiert; die Evangelischen aus den umliegenden Orten, Alt und Iung, waren in Scharen herbeigeeilt. Das Fest, im hohen Buchenwald gefeiert und von schönem Wetter begünstigt, stand im Zeichen der 400jähcigen Jubelfeier des deutsch-evangelischen Gesangbuches. Verschieden: Ansprachen hoben das hervor; so sprach Pfarrer Kornmann-Älrichstein über die Entstehungszeit des Gesangbuchs, Pfarrer B r i e g l e b -Bo- benhausen über das Gesangbuch im 30jährigen Krieg and Pfarrer S t e i n e r - EhrtngsHausen über unser Gesangbuch in neuerer Zeit. Pfarrer Georgi- Ermenrod begrüßte und schloß, als Leiter. Gesangliche Darbietungen der Chöre Groh- Eichen, Ermenrod, Kestrich, ferner der Schüler- Chöre Groß-Felda und Kestrich, und das „Schönster Herr Iesu" eines Schülermassenchores verschönten die Feier. Der Posaunenchor Änter- Seibertenrod leitete und begleitete den Gesang gemeinsamer Lieder und bot außerdem noch Besonderes dar. Waren schon die Anwege durch die in vollster Pracht stehenden Wiesen und Wälder schön, so mußte das Fest im frischgrünen, hochragenden Buchenwald trotz völligen Meidens von Alkohol einen erhebenden Eindruck schaffen und hinterlassen.
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Preußitck-Snddeuticke «laneitiotterie. L)le Ztebunn 4. Klaffe findet nm 7. Juni statt. In dieser Klasse kommen 9000 Gewinne im Gesamtbeträge von fast r/< Millionen Rentenmark zur AuSsvie« (ung. Häckstgeminne 100 000 Rentenmark. Lose ui haben bei den Starrtl Lotterie-Einnahmen ,lnid
Msdruck. Rachstehende Entschließung wurde angenommen uni) soll unverzüglich an die in Frage Lonnnenden Reichsstellen weitergeleitet werden:
„Die deutsche Beamtenschaft, in stetem Kampf um eine gerechte Besoldung ringend, hat am 24. Mai von dem Reichssinanzministerium eine 'Besoldung zudiktiert erhalten, deren 6in= zelheiten geradezu fürchterlich sind. Kein Ausdruck der Enrpörung ist scharf genug, um Öre eingetretene Benachteiligung der unteren Besol- dungsgruppen zu kennzeichnen. Während man gleichzeitig in den oberen Gruppen, den wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung tragend, Aufbesserungen vornimmt, glaubt man, hinter dem Deckmantel der Friedensangleichung sich verschanzend, den unteren Beamten ihrer Rot hohn- sprechende Zulagen zuteilen zu können. Änter Hintansetzung jeder Rücksicht auf die seelische und wirtschaftliche Rot dieser Deamtenschrchten und unter bewußter Irreführung der Oeffent- lichkeit wagt man diese unsoziale und unmoralische Regelung als eine gerechte zu bezeichnen. In der Zeit wirtschaftlicher Änsicherheit muß die Beamtenschaft es ablehnen, Friedensangleichungen gutzuheißen, ohne überhaupt erst die Änge- rechtigkeiten einer Friedensbesoldung und Friedensspannung zwischen den einzelnen Gruppen beseitigt zu sehen. Doch wo das soziale Verständnis der Reichsstellen versagt, muh das öffentliche Gewissen und die Verantwortung der Parteien ernsetzen. Der Vertretertag der hessischen Gemeindebeamten wendet sich daher an die Oeffent® lichkeit und die politsichen Parteien um unterstützende Hilfe. Er erwartet, daß die kärgliche Besoldung der unteren Beamten grupp en auf eine Höhe gebracht wird, die diesen Beamten ein menschenwürdiges, not- und verzweiflungsfreies Leben ermöglicht."
Gießener Wochenmarktstreise
am 3. Iuni 1924 (Händlerpreise).
Es kosteten: ‘Kitter Psd. 200 Pf., Matte 40, Käse 65, Eier Stück 13, Wirsing Psd. 80, Gelbe Rüben 40, Spinat 50, Römischkohl 50, Spargel 90 bis 120, Blumenkohl Stück 150, Salat 30, Salatgurken 150, Ober«Kohlrabi 60. Tomaten Psd. 220, Zwiebeln 25, Lauch Stück 10—20, Radieschen Bund 20, Rhabarber Pfd. 25, Kartoffeln, neue, Pfund 30—35, alte, Zentner 500—600, Kirschen Pfd. 100, Honig 35.
** Eine öffentliche Stadtver- Vrdneten-Sitzung findet morgen,Mittwoch, nachmittag 5 Ahr, im Stadtverordneten-- Sitzungssaale statt. Auf der Tagesordnung steht die Generaldebatte über den Voranschlag für 1924.
** Ernannt wurden am 3. Mai der hauptamtliche Fortbildungsschullehrer Hermann Schmidt zu Gießen zum Rektor cm der Fortbildungsschule daselbst; die hauptamtliche Fort- öildunasschullehrerin Emma Weitzel zu Gießen zur Rektorin an der Mädchenfortbildungsschule daselbst; am 27. Mai der Studienrat am Wolf- gang-Ernst-Gymnasium zu Büdingen Anton Franz Maria Lucas zum Oberstudiendirektor an dem Gymnasium und der Realschule zu Bingen mit Wirkung vom 27. Mai 1924 ab; die Lehrerin an der Höheren Mädchenschule zu Gießen Lina G ö r l a ch zur Lehrerin an der Höheren Bürger-
XXX
4569V
i. A. Schön
Gießen, den 31. Mai 1924.
Unterfertigter C. C. betrauert tief das am 30. Mai zu Offenbach am Main erfolgte Ableben seines lieben Alten Herrn
Dr. phil. Reinhard Koch
rez. 1894 (X, X, X)
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