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Soztawemvrrarw vprtmisnfche Sozialisten rechnen mit höchstens 100 Sitzen statt der bis­herigen 173 wird in ihrer inneren Politik aus Angst vor einer Fortsetzung der Massen- flucht sich so radikal orientieren müssen, daß eine dem gesamten Volkskörper gedeihliche Wirtschaftspolitik unter ihrem Einfluß unmög­lich erscheint. Ein nationales Kabinett hat nichts mit sozialer Reaktion zu tun. wie die um ihre Sinekuren besorgte sozialistische Parteibureaukratie in ihrer Presse der deut­schen Arbeiterschaft weismachen will. Dazu haben die für ein solches Kabinett in erster Linie in Frage kommenden Parteien: Deutsch- nattonale. Volkspartei und Zentrum selbst zu große Arbeitermassen unter ihren Anhängern. DieErrungenschaften" der Revoluttvn auf das für einen wittschaftlichen Wiederaufbau unbedingt erforderliche Maß zurückzuschrau­ben, das wird allerdings erforderlich sein, und dem verschließt sich schon heute kein vernünf­tiger Arbeiter, aus welchem Lager er komme.

Dieser Zusammenschluß der nationalen Parteien, der allein eine fruchtbare und stetige Entwicklung unseres politischen Lebens ver­bürgt, ohne die wir die Lasten der uns von den Sachverständigen zugemuteten Reparatio­nen niemals tragen können, darf nicht an Par- leidoktrinen und Meinungsverschiedenheiten scheitern, die zum guten Teil auf bloßen Miß­verständnissen beruhen. Das Ziel, D e ut s ch - lands Befreiung, ist das gleiche und auf einen gemeinsam gangbaren Weg wird die eiserne Rotwendigkeit alle die zwingen, £te zu positiver Mitarbeit bereit sind. Schon heute wurde In führenden deutschnationalen Blättern die Möglichkeit und bei der selt­samen Einstellung der Völkischen zum parla­mentarischen Regime die Notwendig­keit einer Koalition mit den Rachbarn zur Linken erörtert. Man verkannte dabei keines­

wegs, daß nur Kompromisse von beiden Seiten zusammenführen können. Der heilsame Druck der Verantwortlichkeit wird das übrige tun, eine für das Volksganze ersprießliche Zu­sammenarbeit zu gewährleisten.

Auf die deutsch-völkische Frei­heitspartei und die sich in gleicher Rich­tung bewegenden völkischen Gruppen und Grüppchen ist hierbei nicht zu rechnen. Man wird der völkischen Bewegung es hoch an* z?rchnen müssen, daß sie es verstanden hat, tau* sende von deutschen Arbeitern dem marxisti­schen Wahn entrissen zu haben. Aber sie ist in ihrem schrankenlosen Radikalismus weit über das Ziel hinausgeschossen. Daß ihre Politik keine Politik der nationalen Sammlung war,

sondern eine Politik der gefährlichsten Zer­setzung, zeigt am besten die heillose Zersplit­terung in ihren eigenen Reihen. Von der na­tionalen Aufbauarbeit, die in der augenblick­lichen weltpolitischen Lage das deutsche Volk allein wieder emporführen kann, schließt sie sich selbst aus durch ein Programm, das die nun einmal allein mögliche, legale Form polt*' tischer Arbeit innerhalb des Parlaments

schroff ablehnt, ohne die einzig richtige Kon­sequenz daraus zu ziehen, sich dann auch von den Wahlen fernzuhalten.

Diese parlamentarische Situation und die sich daraus ergebenden politischen Dotwenbig- keiten wird sich jeder Wähler klar machen! müssen, bevor er morgen zur Wahl schreitet. On ß e ine r Hand liegt eS, ob aus der Wahl­urne ein Reichstag hervorgeht, der die oben gekennzeichnete Entwicklung möglich macht. Willst du, daß ein ex kremer Radikalis­mus den inneren Frieden aufs neue bedroht und nach außen an die Stelle einer Politik des Möglichen eine verderbliche OllusionSpolitik setzt? Willst du. daß ein Kabinett der Sinken unter kommunistischem Einfluß und dem Terror der Straße durch sozialistische Ex* derimente den Wirtschaftsfrieden gefährdet, durch ideologischen Pazifismus und würdelose Anbiederungsversuche die nationale Erstar­kung des deutschen Volkes hindert und durch eine hemmungslose ErsüllungSpvlitik dich zum Fronarbeiter der ganzen Welt, die deutsche Westmark zu einer Sattapie des französischen Imperialismus macht? Oder willst du, daß eine starke, regierungs­fähige Mitte durch ein Kabinett der nationalen Koalition die feste Mark erhält, stetige Wirtschaftsverhältnisse verbürgt, durch eine aufrechte, die nationalen Belange wahrende Außenpolitik die Reparationsfrage einer erträglichen Lösung entgegenführt und alle Kräfte unseres Volkes zusammenfaßt zu gemeinsamer Arbeit am Wiederaufbau unseres Reiches? 3n deiner Hand liegt dein Schick­sal, mit deinem Stimmzettel entscheidest du das Geschick deines Volles! Drum wäge und wähle!

Die polnische Hetze in Oberschlefien.

Berlin. 2. Mai. (Wolff.) Die polnische Regierung hat in der polnischen Presse Mitteilun­gen über eine Rote verbreitet, die sie anläßlich der Verhaftungen ehemaliger Auf­ständischer in Deutsch-Oberschlesien dem Auswärtigen Amt hat überreichen lassen. In dieser Rote war ii. a. gesagt, daß die Ver­haftungen eine begreifliche Erregung der De- völleruna in Oberschlefien hervorgerufen hätten und daß sie nicht zu friedlichen Beziehungen zwischen der polnischen und der deutschen De- völkerung beitragen könnten. Auf diese Aeuße- rungen, die offensichtlich lediglich den Zweck ver­folgten. die Aufmerksamkeit der deutschen Regie­rung von den mzwischrn in Polnisch-Oberschlesien vvrgenommenrn VechaftungenDeutscher abguLrrßen, hat das Auswärtige Amt dec polni-- fchen Regierung in eurer Antwortnote sofort ent= gegengehalten, daß es sich bei den Verhafteten! in Deuts ch-Oberschlesien

um ReichSangehörige handelt, die einer aus» Ländischen, nachgrwiefenermaßen auf eine jLoSreißung deutscher Gebietsteile hinarbeiten»

.Geheimorganisation als Mitglieder an»

gehören, daß eS im übrigen ausschließlich dem terroristischen Treiben der polnischen Insur- genteuvel bände zu verdanken ist, wenn sich die bringend erwünschte Beruhigung in beiden Teilen des ehemaligen Abstimmungsgebiets immer noch nicht einstellen will.

Inzwischen haben die Bedrohungen der deutschen Bevölkerung in Polnifch-Oberschlesien Formen an­genommen. die das Schlimmste befurchten lassen, zumal dec polnische Sejm die Regierung auffor- oert, als Vergeltung für die in Deutsch-Oberschle­sien vvrgcnommenen Verhaftungen die 'm der Wo­jewodschaft Schlesien ansässigen Reichsdeutschen auszuweisen. Die Reichsregierung hat in­folgedessen mit Rachdruck auf die außerordentlich ernsten Folgen hingewiesen, die ein Andauern der bedrohlichen Lage, wie sie sich für die Deutschen in Polnisch-Oberschlesien herausgebildet hat, not­wendigerweise für die Beziehungen beider Länder mit sich bringen muß, und im übrigen der Erwar­tung Ausdruck verliehen, daß sich die polnische Re­gierung auch ihrerseits zu der Auffassung bekennen wird, daß für sie kein Anlaß zu Vergel­tungsmaßnahmen vorhanden ist, wenn Deutschland gegenüber fernen eigenen Staats­angehörigen von den Machtmitteln des Staates Gebrauch macht.

Die Besprechung von Checguers.

London, 2. Mai. (Deuter.) Dir Be­sprechungen in Chequers zwischen den belgi­schen Ministern und dem Premierminister Macdonald werden amtlichrrseitS als ge» heim behandelt. ES wird erwartet, daß sie sich lediglich auf dir Ausführung des DaweS- berichts beziehen werden. Der allgemeine Em» druck in den verantwortlichen Kreism geht da­hin, daß es nicht schwierig sein wird» eine Uebereinstimmung unter den Alli­ierten über die franzvsischr Besetzung deS Ruhrgebiets zu erzielen. Es scheint, daß die französische Regierung vor allem über die Frage der Rheinlandbahnen besorgt ist, da nach ihrer Auffassung die französischLN Truppen im Ruhrgebiet nicht ausschließlich von einem durch Deutsche ausgeführten Eisen­bahndienst abhängig werden dürfen.

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Unter der äleberschrift:Bessere Aussichten auf eine Rührregelung, Ergebnis der Besprechun­gen des Premierministers mit den Belgiern. Wahrscheinliche Aenderung der Politik Pain- cares" schreibt die ..Daily RewS" an vorderster Stelle, es bestehe Grund zu der Annahme, daß eine für eine Aenderung der französi­schen Politik günstige Atmosphäre kwschaf en worden ist und daß der Weg endlich für einenj endgültigen Fortschritt in der Richtung auf die europärs.che Stabilität offen sei. 3n ministericllen Kreisen habe gestern abend em be­zeichnender Optimismus geherrscht über das Er­gebnis der Unterredungen im EhequerS. Die Methode, durch die der DawkSbericht zur Durch­führung gebracht werden könne, habe das Haupt- erörterungskhema gebildet.Daily Rews" sieht das Problem i>irin, die französischen Pfänden in dem Ruhrgebiet durch Bürgschaften zu ersehen, die für Poincare a n nehmbar seien und die französischen Befürchtungen beschwichtigten.

Rach dem ..Daily Telegraph" herrschte gestern in belgischen Kreisen vor der Abreise der belgi­schen Minister nach Chrguers ein maßvoller Op­timismus. Es sei zugegeben worden, daß die Cchwerigkriten. die einer vollkommenen in­teralliierten Vereinbarung im Wege stehen, e r n st sind. Die Lleberzeugung sei jedoch, daß diese Schwierigketten sich nicht als un­überwindlich erweisen wurden, vorausgesetzt, daß diL schwierigen Sjagen: Gesamtensichädt- gungsbetvag, Kriegsschulden, Priorität. Prozent- fähe verschoben werden bis der Dawesplan während eines gewisien Zettraumes «rsolgreich zur Anwendung gebracht worden ist. Die balgi- schen Minister hätten ein System von wirtschaft­lichen Bürgschaften enttootfcn, von denen einige als Erörterung der Daweskontrolle beschrieben werden könne, während andere außerhalb des Bereiches des Dawesplanes ständen. Die Hauptschwierigkeiten lägen tit dem Verharren Poincarss auf seinem Versuch, die französisch- belgische Sisenbahnregie in abgeändetter Gestalt aufrechtzuechalten unter ter Begründung daß ihre Aufrechterhaltung bis zu diesem Maße für die Sicherheit der Desatzungstrup- Pen unumgänglich notwendig fei. Rach der fran­zösischen Ansicht müsse der Betrieb gewisser Hauptlinien gesichert teerten, von denen die De» satzungstruppen auf beiden Setten des Rheins für ihre Verbttidung und Versorgung im Falle eines deutschen Sisenbahnerstreits oder einer Volkserhebung abhänge. Es könne sein, daß die belgischen Minister eine Kompromrß'sormel fänden.

Japans Beteiligung au der deutschen Währungsbank.

Tokio, 2. Matt (Wolff.) Die japanische Re­gierung hat beschlossen, an der Errichtung der ge­planten deutschen Währungsbank teilzunehmen und durch Verkauf von Bargeld im Auslande der Einladung der- Bank von England sich mit 500 000 Pfund zu beteiligen, stattzugeben.

Die britischen Konservativen.

London, 2. Matt (WTD.) Bei der heuti­gen Kundgebung der konservattten Primrose Ligue in der Albert Hall erüär.e Lord C u r z o n die Konservativen bereiteten sich auf ecnen neuen Kampf vor. der jetzt nicht mshr lange hinaus- gefchoben werden (.önne. Die sozialistische Re­gierung habe die Arbeitslosigkeit durch dir Abschaffung der Mac Kenna-Abgaben ter» grodert. Weder Baldwin noch er selbst würden sich einer nationalen Außenpolitik irgend einer britischen Regierung widersesen. Zur englisch- russischen Konferenz sagte Eurzon, die britische Regierung halte im Foveign Office eine Kon­ferenz mit Dertreiern der grausamsten und blutig­sten Regierung ab, die Europa je gekannt Habs. Dir russische Regierung wol.e Geld haben und des englischen Geldes wegen seien die Aussen nach England gekommen. Die gesamte Politik und alle Reden, Schriften und grund­legenden Ansichten ter Sowjetregierung frier u n* vereinbar mit dem fortschrittlichen Leben eines zivili,retten Dol.es. Dir Konservativen feien dir stärkste Partei im Unterhause uno einsichtiger Teil der Liberalen Partei im älntetthause und im Landr scheine den Wunsche nach einem An schluß an dir Konservativen zu hegen.

iStet ehemalige Premier Stanley Dolvwtn erklärte, er sei besorgt wegen des Mißerfolges, den der Plan einer Vorzugsbehandluna derDvminivns erlitten habe. Wenn England nicht geneigt sei, das geringste Opfer zu bringen, so müsse es die unvermeidliche Folge sein, daß die Dominions in andere wirtschaftliche Kreise als diejenigen Englands gezogen werden. Die Kon­servativen nähmen den Llrteilsfpruch des Landes an und beabsichtigten nicht einen allgemeinen Tarif einzusühren. Sie hätten jedoch die Absicht, wenn sie wieder zur Macht gelangten, diejenigen Industrien, die unter dem ausländischen Wett­bewerb litten, durch Maßnahmen eines Indu - strieschutzgesehes zu schützen. Die konser­vative Partei sei bereit zur Teilnahme an einer Konferenz über die Einschränkung der Rüstungen, könnte aber nicht eine Schwächung der Verteidigungsstreitkräfte zulassen. Die Kon­servativen seien sür strikte Ausführung der Frie- densvetträge und wurden den Völkerbund zum Angelpunkt der Außenpolitik machen.

Ausstand auf Kuba,

Havanna, 2. Matt (Priv.-Tel.) Auf der Insel Kuba ist der feit langem erwartete Auf st and ausgebrochen. Zwischen den Regierun^struppen und den Aufständischen hoben zahlreiche Ge­fechte ffattgefunten; in Gienfuegos ist es zu einer neuen Erhebung gekommen, aber die Re­gierung lehnt Auskünfte darüber ab. Die kubani­sche Gesandtschaft in Washington bemüht sich, den Umfang der Revolte an Bedeutung zu verkleinern. In einer älnterredung mit Staatssekretär Hughes hat der kubanische Botschafter Mittei­lungen über die Lage gemacht. Die Regierung in Kuba hat auch formen die Aufmerksamkeit der Vereinigten Staaten auf die Lage in Kuba gelenkt. Präsident Eoolidge hat deshalb ein Ver­bot für alle W a f f e n f e n du n gen nach Kuba erlassen.

Kleine politische Nachrichten.

Wie uns das Messeamt in Köln mitt eilt, wird außer dem Reichskanzler auch Reichspräsident Ebert an der Eröffnung der ersten Kölner Messe teilnehmen.

Maßgebende Washingtoner Kreise beabsich­tigen die Herausgabe deutschen Eigen­tums über 10 000 Dollars durchzusetzen.

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Das bayerische Ministerium Knil- ling wird unmittelbar nach den Landtags- Wahlen in der Pfalz, also nach Vorliegen des Gesamtwahlergcbnisses zum bayerischen Landtag, zurücktrcten, aber bis zur Reubildung der Regierung die Geschäfte weiterführen.

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Die Verhandlungen über den Abschluß eines Tarifvertrages für die Angestellten bei der Reichs­verwaltung wurde im Reichüfinanzmimsterium zu Ende geführt. Derneue Reichsangestellten­tarifvertrag tritt mit dem 1. April 1924 in, Kraft. '

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Das britische Unterhaus hat mit 238 gegen 144 Stimmen einen liberalen Geseyesantrag a b - gelehnt, in dem die Einführung des Verhältniswahlsystems bei den 'Parla- mentswahlen vorgesehen wird-. Die ^ttihereu Par­lamente haben wiederholt ähnliche Gesetzesvor­lagen abgelehnt.

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Der Chef deS Generalstabes, General Haller, hat sich nach Frankreich begeben, um mit dem neu ernannten französischen Gene­ralstabschef Debeneh Fühlung zu nehmen und die neuesten Mechooen der französischen Armee aus dem Gebiete der militärischen Ausbttdung kennen zu lernen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 3. Mai 1924.

Die Reichs-Teuerrrngsziffer.

Die Rei chsindexztffer für Lebens­haltungskosten (Ernährung Heizung, Be­leuchtung und Bekleidung) belauft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den 30. April auf das l,14billivnenfache der Vorkttegszeit. gegenüber dem l,13biltionenfachen der Vorwoche ist demnach eine Steigerung von 0,9 Prozent zu verzeichnen, l

Die Landeskirchenfteuer für 1924.

3n dem nächsten Tagen werden von den Fi­nanzämtern die Kirchensteuerzettel für das Rechnungsjahr 1924 zugesteltt werden. Grund­lage für die Kirchensteuer ist die Reichseinkom­mensteuer. Hede andere der vielen Steuerquellen ist als Grundlage für Kirchensteuer ungeeignet Bei normalen Steuerverhältni sen würde fich die Kirchensteuer für 1924 auf das Einkommen in 1923 gründen. 3n 1923 ist aber das Einkommen vom Staat wegen der Inflation nicht veranlagt worden. Es muhte daher die jetzt für 1924 zu erhebende Kirchensteuer noch einmal als Zu­schlag zu der zuletzt erhobenen Einkommensteuer, d. h. derjenigen für 1922 erhoben werden. Hier­aus werden sich bei den einzelnen Steuerzahlern mancherlei Unrichtigkeiten ergeben. Diele Steuer­zahler. die jetzt ein höheres Einkommen als in 1922 haben, werden zu wenig Kirchensteuer zah­len, andere, deren Einkommen zurückgegangen ist, werden zu hoch herLigesogen werden. In diesen letzteren Fallen ist dura) entsprechenden Antrag bei dem Kirchenvorstand ein Ausgleich möglich Die Steuerzettel gLben darüber 'Auskunft Es darf von der Einsicht der Steuerzahler das nötige Verständnis für die geschilderte Zwangslage bei Eich Dung der dies,äHelgen Kirchensteuer erwartet werden. In 1925 dürften wieder normale Ver­hältnisse eintreten. An allgemeiner Kirchensteuer wird von der evangelischen wie katholischen Kirche gleichmäßig ein Zuschlag von 30 Goldpsennig auf 1000 Mark Einkommensteuer des Jahves 1922 erhoben. Die örtliche KivLensteuer ist verschieden, je nach den örtlichen Bedürfnissen der Kirche.

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Die vorläufige Gewerbesteuer für 1924

Dom Finanzamt wird uns mitgetrUt daß, einem Antrag d^r GeweibcttLiben^ea entsprechend das Finanzministerium die am 10. Mai fälligen Zahlungen auf dir vorläufige Gewerbesteuer für 1924 auf 80 anstatt 160 Prozent derBor- arszahlungen auf die Reichs-Einrommen- bezw. 2leichslörpeischaftssteuer s«itgesctzl hat.

ferner hat Paragraph 4 der DurchsührungS* bestimmungen folgenden Zusatz eihallenjÄe- jenigcn gewerblichen -Unternehmungen, die ihren Sih außer halb Hessens haben und hier nur Bc- triebsstätten unterhalten, werden, sofern sie ihre Korperichaftssteuer nach. Maßgabe des Vermögens leisten (Aktiengesellschaften usw) im Drrhättnis ihrer Rohrinnahmen zur vorläufigen Geiverbe- ficuer herangezogen.

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Gießener Wochenmarktpreise

am 3. Mai 1924 (Händlerpreise).

Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt Butter 1.80 bis 2 Ml., Matte 35 Pf., Käse 65 bis 70 Pf. das Psd., Eier 10 bis 11 Pf. das Stück, Wirsing 60 Ps.. Weißkraut 40 Ps.. gelbe Rüben 25 Pf., rote Rüben 30 Pf., Spinat 60 bis 80 Pf., Spargel 1.60 Mk. das Pfund, Blumen­kohl 2 bis 2,50 Mk., Salat 40. bis 60 Pf. das Stück, Grünkohl 40 Pf., Feldsalat 2,50 Mk.. Zwiebeln 30 Pf., Meerrettich 70 Pf. bis 1,50 Mk^ Schwarzwurzeln 80 Pf. das Pfund, Lauch 10 bis 20 Pf.. Sellerie 1 Mk. das Stück, Radieschen Dd. 30 Pf., Rhabarber 40 Pf., Aepfel 25 bis 35 Pf.. Dörrobst 30 Pf. das Pfund, Kartoffeln 6 Mk. der Zentner.

Die Bekanntgabe der Wahl­resultate, soweit sie morgen abend noch in un­seren Besitz kommen, wird durch Aushang an un­serer Geschäftsstelle erfolgen. Im Interesse der reibungslosen Abwickelung und Bearbeitung un­seres umfangreichen Rachrichtendienstes müssen wir telephonische und mündliche Auskünfte unbedingt ablehnen.

** Der Oberhefsische Kunstverein eröffnet morgen. Sonntag. 4. Mai, in seinem Ausstellungsräume am Drandplatz eine Aus­stellung graphischer Werke der Karlsruher Künstlerschaftt Die Ausstellung ist wieder Sonn­tags. Montags, Freitags von 11 bis 1, Mitt­wochs von 11 bis 1 und 3 bis 5 Llhr geöffnet Die Äbbelohdeschen Radierungen: Gießen vor der Hardt au8, sind eingetroffen und an der Ausstellungskasse erhältlich. Die Zeichner werden gebeten, sie dort zum Vorzugspreis von 1 Mk. in Empfang zu nehmerp Für die übrigen Mitglieder 'beträgt der Preis 1,50 Mk., für Aichtmitglieder 3 Mk. Es ist vorgesehen, diejenigen Mitglieder, welche 1921 und 1922 Anrechtscheine erlöst und nicht verwendet haben, durch ein Gratisexemplar zu entschädigen. (S. Anzeige im gestr. Blatt.)

Auszeichnung. Dem Leutnant d. Res. -a.D. Hans Roth von hier, früher Führer der Minenwerfer-AötLilung 111/223, wurde auf Grund ter Verfügung des ReichLwehrministers v. 21. 2. 1924 vom Chef ter Heeresleitung das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen.

* Die Wählerversammlung des Völkisch-sozialen Blocks, die gestern abend auf ter Liebigs höhe stattfand, hatte einen 2Nassenbesuch aufzuweisen, wie man ihn bti tiefem Wahlkampf noch in keiner Ver-sammlung in unserer Stadt beobachten konnte,' nicht nur im Saale sahen und standen die Zuhörer in gedrängtester Enge, auch auf den Querbalken, ja selbst an den Fensterrahmen hängend hatten sich zahlciche Leute postiert: verschiedene Fensterscheiben mußten dabei daran glauben, auch der Ofen wurde umgeworfen. Der Redner Dr. D i n t e r trat in seinen Aus­führungen ebenso wie vor einigen Tagen fein Freund Langula für energischen Kampf gegen das Grohkapital (Beschlagnahme der Danken. Schließung der Dörsen). für die Beibehaltung des Achtstundentages und eine opferbereite Sozial­politik ein. Er krttisierte an der Tätigkeit und an der Einstellung der übrigen Parteien, insbe­sondere aber sehr lebhaft an der Sozialdemokratie und am Zentrum. Die bisherige Außenpolitik gab ihm Anlaß zu mancherlei Beanstandungen: es dürfe nicht zu allem Za gesagt werden; immer­hin gab der Redner hierbei zu erkennen, daß er auch nicht abgeneigt ist. tm Rahmen des Mög­lichen und Etträglichen den Gegnern ein gewisses Maß von Leistungen zu bieten. Zum Schluß trat er für die Einigung unseres Volkes auf völkischer Grundlage ein. Die Rede wurde von den Anhängern Dinters mit lebhaftem Beifall, von den sehr stark vertretenen Gegnern aber mit kräftigem Widerspruch begleitet und auf genommen. Die Versammlung war schon am Anfang recht lebhaft und sie zeitigte tm Verlaufe der Aus- . führungen Dinters Sturmszenen, dir alles nach die'er Richtung hin hier bisher Gebotene in den Schatten stellen. Ein Zwischrnrufer, der sich durch seine Zurufe gegen Diu ter stark aufgeregt hatte, mußte ohnmächtig aus dem Saale getragen wer­den. Der Tumult wurde mehrfach so groß, daß die Polizei, die in erheblicher Stärke zur Stelle war. einige Male eingreifen und dir Rabiatesten aus dem Saale entfernen mußte, um wenigstens einigermaßen die Ordnung wiederhrrzustellen. In der Aussprache traten etn sozialistischer, ein de­mokratischer und ein kommunistischer Redner dem Referenten entgegen, der erst nach Mitternacht zu seinem Schlußwort kam. Gegen i/22 ttlhr hatte die in ihrer turbulenten Att einzig dastehende Versammlung, die nur Dank der 2lnwesenhett eines starken Polizeiaufgebotes nicht zu einem physischen Kampfplatz wurde, ihr Ende erreicht

Vornotizen.

Tageska lender für Samstag-. Turnveretn von 1846: 8 älhr tn ter Turnhalle, Steinstr., Bühnenschauturnen. Deutsche Demo­kratische Pattei: fti/i Hbr im Felsenkeller Mit­gliederversammlung. Rundfunkhaus, Löberstr.: 81/3 Uhr Sonderveranstaltung, Prof. Schreker. Lichtspielhaus, Bahnhofstr.:Ihn Mitternacht tm Pavillon". Palast-Lichtspiele:LUli".

Landkreis Gietzen.

eu. Beuern 1. Matt Am verganenen Sonntag fand die Konfirmation von neun Knaben und acht Mädchen statt. Die Schülerzaht unserer Schule hat bedeutend abgenommen; es machen sich jetzt die Kriegs- jckhre bemerkbar. Während in bet 70er Zähren 35 und mrhc Kinder in die Schule tarnen, waren es diese Ostern vier Kinder ein Bub und drei Mädchen.

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die ein» «irtdlcb gutes Kaflee« GenrKnk ÄSiax>en, nehmen aeu PfelCer <S Oillers Kaüce'Eaenz zu Bohnen oder Malz. Sie gibt dem Kaflee den feinen reinen Ge> fichmack.

Sllberpaacr 30 PL, Dole 40 Pf. In allen OeschLttea.

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