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Die drei Dawes-Gesetze.
Es mehren sich die Pressestimmen, besonders dir. fixrnzösischen, die von einer Verschiebung der Londoner Konferenz vom 16. Juli aus einen späteren Termin sprechen. Der erste Eindruck srlcher Meldungen ist der, bafy der französische Ministerpräsident Herriot bei der Durchführung seines „Programms der Verständigung" auf neue Schwierigkeiten, offenbar Poincarhscher Herkunft, gestoßen ist, und daß Deutschland mit seinem Anspruch auf endliche Klärung des Reparations- Prcblems wieder einmal möglichst lange yinge- Halten werden soll. Verdächtig sind auch die Gründ:, die für eine Vertagung der nächsten alliierten Zusammenkunft genannt wurden: Die deutschen Gesetze zur Durchführung des Dawesgutachtens seien noch nicht fertig. 'Die deutsche Regierung aber müsse die betreffenden Entwürfe erst im Reichstage zur endgültigen Annahme gebracht haben, damit der Er- füllungswille klar und unumstößlich hervortrete. Das sieht also beinahe so aus, als wolle man mit der Anberaumung der neuen Konferenz einen Druck auf die Berliner Regierung ausüben, damit sie, nachdem sie die militärische Generalinspek- tic’n so brav geschluckt hat, sich nun auch mit der Unterwerfung unter das Diktat der Sachverständigen beeilt. Aber der Schlag, wenn es ^in solcher fein sollte, fiel ins Wasser. Sn den Berliner Wilhelmstrahe fühlt man sich durch hie Androhung eines späteren Termins der Lon- fcencr Konferenz sichtbar nicht betroffen. Die fnaf-gebenben Stellen erklären, die Verschiebung der Londoner Konferenz sei ihnen nicht unangenehm, denn so sei ihnen Zeit gegeben, die verlangten Gesetze ohne ülebereilung zustande zu bringen. Dis zum 16. Juli kämen sie auf keinen Fall zur Erledigung. Der deutschen Regierung liege aber sehr viel daran, die Gesetze juristisch und politisch bis zum letzten Paragraphen ausgefochten und festgelegt zu haben.
Es sind drei Gesetzentwürfe. Sie werden im gegenwärtigen Augenblick vom Reichskabinett und vyn den sogenannten gemischten Kommissionen beraten: Erstens das Gesetz über die Goldnoten- n a n k. zweitens das über die Eisenbahnen, drittens das über die Industrieobligationen. Wie "ian weiß, woran man sich aber leider viel zu schnell gewöhnt hat, sollen die Reichsbank, die Rcntcnbank und die Schachtsche Golddiskontbank zugunsten eines neuen internationalen Aolenbankinstituts geopfert werden. Der deutsche Präsident und die deutsche Direktion der neuen Emissionsbank unterstehen der Kontrolle des aus sieben deutschen und sieben ausländischen Mitgliedern bestehenden Generalrates und eines Kommissars, der bei seiner Wahl mindestens sechs ausländische Stimmen des Gencralrates auf sich vereinigen muh. Der Kommissar hat das Recht, die Tätigkeit der Direktion in allen Einzelheiten zu verfolgen. Er wird uneingeschränkte Vollmachten haben in allen Fragen der Rotendeckung und der Rotenaus- gabe. Er bekommt nicht nur Einblick in alle Einzel- nelten des Geschäftsbetriebes der künftigen deutschen Zentralbank und damit in die Verhältnisse aller mit dieser Dank arbeitenden deutschen .Unternehmungen, sondern er ist auch der ^err über die Rotenausgabc und damit die oberste Instanz für die deutsche Geld- und Kredit- politil . . . Das alles muh jetzt von deutschen Ministerialreferenten zu Papier gebracht und im Reichstag ausgekämpft werden. Der Kampf wird heftig und bitter fein. Denn es geht um Wahrung und Kredit.
Roch heikler liegen die Dinge beim Eisenbahn g e s e tz. Das Eisenbahnwesen ist in den Artikeln 89 bis 96 der Weimarer Verfassung geregelt. Man lese diese Bestimmungen einmal aufmerksam durch und vergleiche sie mit dein Aus- beutungsplane des Dawesgutachtens. Man wird sofort die ungeheuren gesetzgeberischen Klippen entdecken, durch die das Schiff des neuen Reichsbahn-Ges ehentwurfes hindurch muh.
Was das Gesetz über die Industrie- Obligationen anbetrifft, fo ist hier zum Unterschied gegen die beiden anderen Kommissionen ein Neutraler, der schwedische Bankier Wallenberg als Schiedsmann über aufgetretene Kreditstreitigkeiten zugezogen Worden Dabei handelt es sich aber nicht etwa um Bedenken die von deutscher Seite geltend gemacht werden, sondern um Einstimmigkeiten, die »wischen den Vertretern der hohen alliierten Re- gicrungeii entstanden find! Hnö das ist ein fast wm'ltucnder Witz in diesem Trauerspiel des beut- chon Ausverkaufs zum Zwecke der Repara- ionsbesriedigung.
Vorbereitungen ans London.
Paris, 2. Juli. (WTB) Gestern nachmittag hat im Quai d'Orsai unter dem Vorsitz des Mini st e r p r ä s i den t en Herr io t eine -Sera»» tung Cer maßgebenden Sachverständigen in bei Riparationsfrage stattgefunden. um die Londoner Konferenz vom 16. Juli voizubererten
Der Matin" glaubt mitteilen zu können, daß <c englische, französische und belgische Regierung sich über ihre Vorbereitungen in bezug aus die Londoner Konferenz vollständig auf dem Laufenden halten, um die Diskussion auf der Konferenz ob'u-ürzen. Im Quai d'Orsay und in derRepara- tionskümmissi.n erklärt man, daß selten eine Kon- fr.r,iz mit soviel Sorgfalt vordere'- t e t worben wäre.
Der Nachfolger Nollcts.
P a r i s . 2. Juli. (WTB.) Der Ministerrat fwit den General Walch öum Rau.)folger des Generals Rollet in der Interalliierten Mili- törkontrollkoißmission in Derlin ernannt.
Die Erneuerung der Micum-Werträge.
Des Reich übernimmt die Hülste der Iulikosten.
Der untenstehende Bericht über die Verhandlungen mit der Micum geigt ebenso wie die Meldungen über die Sabotage der Herriotschen Politik in der Ausgewiesenenfrage durch die französische Besatzung, wie weit entfernt wir noch von einer auf selbstverständlichem Entgegenkommen beruhenden Verständigung mit Frankreich sind. Wir haben des öfteren ausgesührt, dah der gaiq Wille und die mit' schönen Redensarten der Welt verkündete Bereitschaft zur Besserung der Lage uns dem Frieden keinen Sch-itt nähen bringen. Das deutsche Volk will Taten sehen, aber was es als solche beobachten muh, ist nur neues Unrecht, Hartnäck.g.eit und Hinterhältigkeit. Sc lange in lebenswichtigsten Angelegen heiten wie der Frage der Ermöglichung der Rückkehr der Ausgewiesenen und der Verlängerung der Mi- cumüeittäge die Organe der franzöfisch-be gischen Besatzung im Rhein- und Ruhrgebiet offensichtlich die An- und Absichten ihrer Regierungen durchkreuzen können, solange erscheinen die von Deutschland gebrachten Opfer als vergebliches Mühen. Lind welches Opfer auch die Llebernahrne der halben Julitosten der Mieumleistungen d irch das Reich darstellt, hat der Reichssinanz - Minister in äiner Unterredung mit dem Vertreter des Reuterbureaus bewiesen. Dr. Luther gab dem Vertreter des britischen Rach- richtcnbureaus eine ausführliche Darstelling der latastrophalen Lage der deutschen Reichsfinanzen und beantwortete die Frage, ob der errech-, nete und nicht zu deckende Fehlbetrag von 140 Millionen in der Kasse des Reiches diq Julileistungen an die Micum schon enthalte, folgende Antwort:
„Dieser Betrag ist in die Summe selbstverständlich nicht eingerechnet, da nach allen Rachrichten, die bis dahin aus dem Auslande Vorlagen, die Reichsregierung vor einigen Tagen nicht damit gerechnet hat, das) Frankreich und Belgien trotz der bevorstehenden Reu re gelang der Reparationslage während des Monats Juli die unverkürzte Weiterlieferung der bisherigen Kohlen - und Kd! smen gen, unv zwar ohne französische und belgische finanzielle Mithilfe verlangen würden. Rur um vor aller Welt zu zeigen, daß Deutschland aufs äußerste Anstrengungen zu machen bereit ist, um die Ziele des Sachverständigengutachtens nicht gefährden zu lassen, hat die Reichsregierung fid) zu einer Deihilfezahlung int Juli an die Industrie entschlossen, für die eine finanzielle Berechtigung in keiner Weise besteht. Die Frage der Deckung wird nicht geringe Schwierigkeiten bereiten.“
Ein offiziöser Vsrhandlungs- bericht.
Berlin, 1. Juli, (Wolfs.) Die Verhand- lungen zwischen der Sechser ko m Mission und der Micum in Düsseldorf über die Verlängerung der am 30. Juni ablaufenten Micum^er rüge gestalteten sich außerordentlich schwierig und drohten bis zum letzten Augenback, mit einem ergebnislosen Abbruch z u endigen. Die Reichsregierung hatte bekanntlich schon vor dem 15. Juni bei der französischen und belgischen Regierung beantrag’, an die Stelle der Abmachungen zwischen b?r Micum und den privaten Kohlenzechen
Vereinbarungen zwischen den beteiligten Re
gis ch e n Regierung vom 26. Juni abgelehnt mit dem Hinweis, dah es sich nur um tech ni s che Vereinbarungen handle, die auch mit der Micum getroffen werden könnten, uno daß die Micum Instruktionen erhalten habe, alle begrün» bet erscheinenden Anträge der deutschen Industriellen zu berücksichtigen.
Bei den Verhandlungen hat es sich von Anfang an gezeigt, daß die Micum im wesentlichen auf einer unveränderten Verlängerung der Micumverträge bestehen will, und zwar auf eine kalendermäß ig unbegrenzte Zeit.
Die Von der Micum angebotenen Erleichterungen waren so geringfügig, daß sie nur etwa ein Zehntel der gesamten Micumlasten aus- machten.
Diese Erleichterungen waren überdies an die Bedingung geknüpft, daß die Micumverträge bis zum Inkrafttreten des Sachverständigengutachtens oder bis zum 1. Oktober verlängert werden. Die Kohlenzechen haben dieses Verlangen nicht an nehmen können, da sie eine weitere Belastung von 50 bis 60 /Millionen Mark nicht tragen können. Die Reichsregierung glaubte den Kohlenzechen daher eine Verlängerung der Micumverträge auf deren eigene Kosten allein nicht weiter zumut en zu können. Andererseits konnte die Reichsregierung es nicht zulassen, daß im Falle des M>- bruchs der Verhandlungen das besetzte Gebiet neuen Sanktionen, Willkürakten und Betriebsstillegungen ausgesetzt werde. Die Reichsregierung erklärte sich daher dem Kohlenbergbau gegenüber bereit,
für Juli die Halste der Micumlasten zu übernehmen
unter der Voraussetzung, daß die von der Micum in Aussicht gestellten unzureichenden Erleichterungen noch erweitert werden und daß die Verlängerung der Micumverträge auf Juli beschränkt wird. Die Reichs'.egicriiug hat sich c,us den oben bargelegten Gründen zu einer finanziellen Beihilfe für einen Monat entschlossen, obwohl die Finanzlage des Reichs eine solche Beihilfe auch nur für einen Monat an sich nicht zu- läht. Sie hat nicht unterlassen, von der Tatsache dieser finanziellen Beihilfe die französische und belgische Regierung noch während dec Verhandlungen mit der Micum zu unterrichten unb sie um eine entsprechende entgegenkommende Weisung an die Micum zu bitten.
Gleichwohl ist die Micum von ihrem Standpunkt der Verlängerung auf unbegrenzte Zeit nicht abgegangen.
Das einzige, was sie zugestanden hat, ist, daß die Verträge jeweils zum Monatsschluß gekündigt werden können.
Es ist nicht richtig, daß es sich in Düsseldorf nur um technische Fragen, wie es in der französisch-belgischen Antwortnote heißt, handelt. Der Konflikt in der Micumfrage im gegenwärtigen Augenblick wäre nicht auf die technische Srrage der Kohlenlieferungen beschränkt geblieben, sondern hätte
zi$ie weitesten Ans Wirkungen auf Lee allgemeine Politik
gehabt. Da obendrein angesichts der bevorstehenden Londoner Konferenz und im Hinblick auf die allseitigen Bemühungen^ für eine möglichst rasche Wirtsammachung des Sachverständigengutachtens die Reichsregierung damit rechnen muß, daß der ä.lebergangszustand mit Ablauf Juli ein Ende findet, hat sie der Sechserkommissivn beute anheimgegeben, das Abkommen schon jetzt zu kündigen.
gierungen
treten zu lassen. Die Reichsregierung hatte für diesen Fall in Aussicht gestellt, daß sie selbst die Kohlenlieferungen wieder über1 nehmen undan der Finanzierung mi/h« wirken mürbe. Dieser Antrag wu de jedoch durch die Rote ter französischen und bel-
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DieNotderheimkehrendenAusgermefinen
Höchstens 10 v. H. finden Wohnungen.
Dis französische Besatzung sabotiert die Maßnahmen Herriots.
Im Reichstagsausschuß für die besetzten Gebiete wurde gestern die Ausgewiesenenfrage behandelt.
Bon feiten der Reichs regierung wurde betont, daß von den Ausgewiesenen h ö ch st e n s 10 Prozent in ihre Wohnungen zurückkehren könnten, da der größte Teil der Wohnungen von der französischen Militärbehördebeschlagnahmt fei und zur Hinterbringung von Soldaten und Offizieren verwendet werde. .
In der Diskussion kam zum Ausdruck, daß die vom Kabinett Herri o t erfolgte Zurücknahme der Ausweisungen systematisch durch entgegenwirkende Maßnahmen der f r a n z ö s i s ch e n M i l i t ä r b e h ö r d e n, i n s° besondere durch neuerliche Beschlagnahme der letzten nochzur Verfügung stehenden Wohnungen im besetzten Gebiet, praktisch völlig sabotiert wird so daß auch nicht einmal darauf gerechnet werden könne, daß 10 Prozent der Ausgew'wsenen ihre Wohnungen wieder zur Verfügung erhalten.
A n g e n o m m e n wu de ein Antrag re3 Abgeordneten Esser- Köln (Z.), worin der Ausschuß das Auswärtige Amt ersucht unter Hinweis aut die soeben g e m e l de t e D e sch l a g* nähme non 400 Wohnungen m Wies- daden Lei der französischen Regierung unverzüglich dahin zu toirlcn, daß weitere Wohnungs'.
Anforderungen im besetzten Gebiet unterbleiben, weil andernfalls die Rück'h' der Au> getoiefenen durch n ue unüberwindliche Schw erig- feiten gefährdet wird. Ferner wu b. ein Antrag des Abg. Dr. Mumm (Dntl.) ang.nrmm n, der verlangt, bl? Reichsreaiwung möge alsbald aufs nachdrücklichste Vorstellu gei dahii erh ben. 'aß durch die MinderungderDefatzungr- truppen und Beamten die Möglich :it zur Rücklehr der bisher Ausgewiesenen gegeben tocixe.
Beschlüsse
zugunsten der Ausgcwiesencn.
Berlin, 1. Juli. Der Reichstagsausschuß für die besetzten Gebiete hat u. a. folgende Beschlüsse gefaßt:
Mit ihren Familien ausgewiesene Beamte, Angestellte und Arbeiter des Reiches, der Länder und Gemeinden, die im unbesetzten Gebiet entsprechende Wohnung und Beschäftigung haben, sind, soweit nicht ein dringendes Dienst Interesse dem entgegensteht, erst zur Rückkehr ver- p sl i ch t e t, wenn ihnen ausreichende Wohnung und entsprechende Be- s chä s t i g u n g z u g e w i e s e n werden kann. Die Reichsregierung hat nach Möglichkeit dafür 0u sorgen, daß den Ausgewiesenen, Verdrängten und cntlajJenen Gefangenen Wohnungen zur Verfügung gestellt werden. Die im besetzten Gebiet begonnenen 1500—2000 reichseigenen Woh
nungsbau ten sind beschleunigt zu vollenden. Die Mittel sind bereitzustellen und ebenso erforderlichenfalls den Gemeinden zur Förderung des Wohnungsbaues Kredite zur Verfügung zu stellen. Der Wohnungsaustausch zwischen dem besetzten unb unbesetzten Gebiet ist tunlichst zu fördern.
Zum Schluß nahm der Ausschuß eine Entschließung an, nach dem die Reichsvegie» rung in geeigneter Weise darauf hrnwirken soll, daß die Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden sich für jeden Ausgewiesenen ohnr Rücksicht auf seine politische Stellung für die Erteilung d»r Rücklehrerlaubnis mit allen Mitteln einsehen und den zur RücKehr zugelassenm AaS- gewiesenen jede amtliche und außeramtliche Unter ft Übung und Er leichte» rung zur Rückkehr gewähren.
Notmaßnahmen in Koblenz.
fpd. Koblenz, 2. Juli. Die plötzliche Rückkehr vieler ausgewiesener Koblenzer' Familien — am Sonntag allein 160 hat die Stadtverwaltung wegen der Beschaffung der erforderlrchen Wohnungen in die größte Bedrängnis gebracht Den Familien wurden für einige Znt als Rotguartier die von der Stadt errichteten Bloch' Häuser zur Verfügung gestellt. Da diese ab»r bei weitem nicht zur Llufnahme der vielen Heimkehrer ausreichen, mußte man Schulräame und Hotelzimmer freimachen. Dabei vergrößert sich die Rot fortgesetzt, weil stündlich weitere Familien 'heimkehren.
Die deutsche Kontrollnote
Die Aufnahme in England.
London, 2. Juli. (WB.) Wie das Reu terbureau erfährt, hat das F or e i g n Office die deutsche Antwortnote noch nicht erhalten. Schon aus diesem Grunde sei es schwierig, eine bestimmte Ansicht darüber zu äußern. In gut unterrichteten Kreisen werde jedoch der T o n der deutschen Antwortnote, wie sie in der Presse veröffentlicht werde, für befriedigend angesehen Indessen erscheine es nicht möglich, dem deutschen Vorschläge, die Kontrollarbeiten endgültig bis zum 30. Septembeo zu beenden, zu zu st im men. Möglicherweise werde ein Einwand gegen die Bindung an einen bestimmten Zeitpunkt erhoben werden. Im allgemeinen werd? die Rote aber alsfairundallgemein befriedigend angesehen und ferner als ein Zeichen, daß Deutschland mit den Alliierten zusammenzuwirken wünsche.
Gegen die französischen Machenschaften.
Berlin, 1. Juli. (WB.) Die von Pertinar im „Echo de Paris" ausgestellte Behauptung, daß die deutsche Rote über die Frage der Militär- kontrolle zunächst Bedingungen enthalten habe, die auf Grund der Intervention des französischen Geschäftsträgers unb des englischen Botschafters später fallengelassen worden seien, wird als plumpe Fälschung bezeichnet. Eine Abänderung der Rote habe nicht ftattgefunben und nach Lage der Dinge auch gar nicht stattfinden können.
Das französische Dementi.
Paris, 2. Juli. (WTB) Ein offizielles Dementi räumt die Verdächtigungen auf, mit denen eine gewisse Presse, um die Absichten de, deutschen Regierung zu verfälschen, gearbeitet hat.
Havas veröffentlicht folgende Erklärung: Entgegen gewissen Behauptungen wird festgestellt, daß der Minister'ialrat für auswärtige »Angelegenheiten nur eine einzige den tscho Rote hinsichtlich der Militärkontrolle erhalten hat Er hat nur den Inhalt der Rote kennengelernt, wie sie ihm am 30. Juni von dem deutschen Botschafter zugestellt worden ist.
Forderungen des Veamten- bundes.
Berlin, 2. Juli. Der Allgemeine deutsche Deamtenbund veröffentlicht eine große Kundgebung gegen die geringe Ausbesserung der Beamtengehälter in den unteren Besoldungsgruppen, in der die Aushebung des Ermächtig ungsgesetzes, ein neues Besoldungsgesetz und die Reuorganisation der Beamtenschaft auf gewerkschaftlicher Grundlage gefordert wird. •
Japan gegen Amerika.
Tokio, 1. Juli. (WTB.) Am heutigen Sage, an dem das neue amerikanische Einwanderungs- geseh in Kraft tritt, fanden in ganz Japan zahlreiche P r o t e ft D c r f am ml ung en und Kundgebungen statt.
KnappschastsWahlen im Ruhr^ gebiet.
Bei den Knapp sch a ftSwählen int Ruhrgebiet sind für den Alten Bergarbeiter verband 56 008, für den Christlichen Gewerk verein 34 650, für die ilnion der Hand- und L^opfarbeiter 29 241, für die Hirsch-Dunckc. schen Gewerkschaften 1883, und für die Polen I 2575 Stimmen abgegeben worden.
Das oben mitgeteilte Ergebnis bedeutet I eine starke Mehrheit zugunsten der n' ch t auf


