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Dr. E. D

(<mi*2lek^8<nT3eiget für Gesellschaften, Deren rsc- schäftsjcchr mit dem Kalenderjahr zusammensällt, bis 30. Rvvernber 1924 verlängert.

' Gebühren für Dauschäher. Das Hessische Ministerium des Innern hat die Ge­bühren der Dauschätzer in Brand verstche- rungsangelegen heiten mit Wirckung vorn 1. September ab auf den Betrag von 8 Gold­mart festgesetzt, wenn das Dienstgcschäft einen Hettaufwand bon mindestens 8 Sttmdrn erfordert, andernfalls sich der Betrag auf 4 Goldmark für den Lag vermindert.

" DieHessis che Dilderbü hne hat ge­stern in den seil Herren Palast-Lichtspielen am Lindenplah ein neueS^ Filmunternehmen eröffnet, das man um seiner auszeichneten oolksbilneri- schen Einstellung willen mit den besten Wünschen begleiten Bann WaS diese Dild^rbühne will, sagt die Leitung in einem Geleitwort zur gestrigen Er­öffnung wie folgt: -Die Hessische Bilder­bühne dient der Pflege und Würdigung des hochwertigen Spiel- und Kultur­films. Sie will Filmen von wirtlichem und dauerndem Wert innerhalb ihres Wirkungskreises diejenige Verbreitung, Geltung und Anerkennung schaffen, auf die der Film wie jede- gute Buch und jedes Theaterstück Anspruch machen kann. Das ist freilich kein leichteS Beginnen und keine Arbeit von heute auf morgen. Wir kennen die Schwie­rigkeiten, die einer solchen Aufgabe entgegenstehen. Die mannigfaltigen Hindernisse können uns aber nicht abhalten, dieser Aufgabe mit allen Kräften ftu dienen. Ein Erfolg kann jedoch nur erzielt wer­den, wenn unsere Ideen als eine Kulturbewe­gung aufgesastt werden, die von allen Volts-- f reifen und Dildungsschichten der Stadt Giehen getragen wird." Auf die hohe Bedeutung, die ein nach solchen Grundsätzen geleitetes Filmtheater für unser Volk hat, wies Generalintendant Legal vom Hessischen Landest Heater in Darmstadt in treflichen Worten über5Hc Kunst im Film" hin. Es war von besonderem Reiz, hier einen an her­vorragender Stelle stehenden praktischen Theater­sachmann als berebten Anwalt für den Film, ins­besondere für den guten Spiel- und Kulturfilm sprechen zu hören. Als erste Probe ihrer Volks­bildungsarbeit zeigte die Bilderbühne nun den gewaltigen BergsportfilmDer Berg des Schick­sals", der ein Denkmal den deutschen Bergen und seinen Bezwingern sein soll. Dieser Film wird auch Menschen mit kühlstem Empfinden bis ins Innerste packen, denn was er an toll kühnen Kletter- -leistungen, stahlhartem menschlichen Willen und Einsehen des ganzen Kerls und an berauschenden Schönheiten der herrlich-wilden Alpenwelt zeigt, ist so überwältigend, daß es auch die höchsten Film­sensationen, die man bisher gesehen hat, noch weit übertrifft. Es ist stark zu beachten, da ßes sich hierbei nicht etwa um Theater vor dem Aufnahme­apparat, sondern um ein Ringen mit der Ratur und ihren Gewalten, auch den entfesselten, han­delt, bei dem es für die Sportler um Tod und Leben geht. Der Eindruck, den der Film gestern bei dem vollbesetzten Hause machte, war denn auch von besonderer Stärke. Unter einem guten Stern hat die Bilderbühne hier ihre Tätigkeit aufgenvm- men, möge ihr dieses fvSt.ndli.che Geschick, nämlich die lebhafteste Anteilnahme in allen Schichten der Bürgerschaft, zum Segen der Volksbildungsarbeit in unserer Stadt immer beschieden fein.

' Erledigte Schul st eilen. Erledigt sind: je eine Lehrerstelle für einen evangelische Lehrer an der Dl^ksschule zu Pfungstadt, KreiS Darmstadt, Mietwohnung zur Zeit schwer zu beschaffen: an der Volksschule in Matchen, Kreis Darmstadt, Dienstwohnung ist vorhanden^ an der Volksschule zu Bullau, Kvris Erbach, (mit der Stelle war früher OrganiffeniStenft ver­bunden, Dienstwohnung ist vorhanden): an der Volksschule zu Beerfelden, Kreis Erbach, Dienstwohnung ist nicht vorhanden, Mietwohnung Saum zu beschaffen. Die Stelle kann auch mit einer evangelischen Lehrerin be'etzt werden.

'WasdieKriegsrentn er heute be­kam men. Die letzten Reichstagsbeschlüsse haben die Rentenversorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen um einiges verbessert. Die Rentenversorgung stellt sich nunmehr wie folgt dar: Die Kriegsverlehten mit weniger als 30 Prozent Erwerbsunfähigkeit erhalten keine Rente mehr, da sie abgesunden sind. Die Monats­beträge für den 30prozenti gen verhei­rateten Deschädigten belaufen sich je nach Ortsklasse auf 4.95 bis 5.63 M. Bei halber Erwerbsunfähigkeit werden 10.89 bis 12,93 Mk. gezahlt: bei 70 Prozent monatlich 17.24 bis 19.59 Ml., bei Erwerbsunfähig­keit 56.30 bis 41.25 Mark. Zu diesen Beträgen kommen Kinder zulagen von 20 Prozent des Satzes und von 50 Prozent an aufwärts eine 10- prozentige Frauenzulage. Für gelernte Be­rufe wird eine Ausgleichszulage von 25 vder 50 Prozent je nach dem Grade der Vorberei­tung gewährt Die Witwenrente beträgt mo­natlich 9.90 bis 25.31 Mk.: die Waisenrente 8.25 bis 12.66 Mk.. die Vollwaise bekommt 13.20 bis 20.25 Mk. Aus technischen Gründen konnten die erhöhten Renten noch nicht zum 1. August zur Auszahlung gelangen. Die Erhö­hungen werden darum bei der Rentenzahlung am 1. September zugeschlagen.

Vornotizcn.

TageSkalender für Montag. Schuhmacher-ZwangSinnung, nachm. 3 Uhr im HotelHllsenkeller": Versammlung der Inter­essengemeinschaft. -- Rundfunfhaus, Löberstrahe, 8Vr ^U>r: Musikabend. Lichtspielhaus, Bahn- Hofstraße:Jackie, der kleine tapfere Held". Astona-Lichtspiele:Frauen auf schiefer Bahn".

Landkreis Gicften.

£ Wieseck, 1. Sept. Mit dem heutigen Tage werden unsere zwei neuen Schulsä l e in Benutzung genommen, die durch Umbau des Dachgeschosses der Schule im Lichtenauer Weg gewonnen wurden. Das architektonische Bild der Schule hat durch diesen Umbau in seiner Ge° famttoirfung gewonnen, der Schulbetrieb, der seit­her in drei Schulgebäuden verteilt war, konnte in zwei Gebäuden, derweihen" und derroten Schule, zusammengefaht werden, während die zwei Säle der früheren Klingfporschen Fabrik für den FortbildungSschulunt erri cht zur Verfügung stehen. Beide Schularten sind nunmehr völlig getrennt, und die früheren unvermeidlichen, unliebsamen Stö­rungen usw. in Fortfall gekommen. Für die Fort­bildungsschule besteht in ihrem neuen Heim die Möglichkeit der Errichtung einer Schulküche. Wieseck ist in der glücklichen Lage, auf lange Sicht genügend Schulräume zu besitzen, und zwar, im Gegensatz zu mancher anderen Gemeinde, ohne Aufwendung großer Geldmittel.

T Grünberg, 29. Aug. In diesen Tagen sucht eine Kommission unter der Leitung von Oefonomierat Wagner und Professor Dr. K n e l l -Giehen in den Kreisen Gießen und Schotten für eine Stuttgarter Ausstellung Vo­gelsberger Vieh reinster Rasse aus. Ge­rade in unserer Gegend hat die Kommission er- frulicherweise viele für ihre Zwecke brauchbare Prachttiere ausgewählt. Die Zucht des Vogels­berger Rindes wird von landwirtschaftlichen Krei­sen stark gefördert. Ein Gang über die Weiden deS Selchenhofs bei Ulrichstein, der Zuchtstation der Landwirtschaftskammer Giehen, läßt erkennen, wie gerade diese Rasse sich dem Charakter der Landschaft und dem Klima anpaht. Das Vogels­berger Rind ist eine ausgezeichnete Fleisch- und Milchkuh, die auch als Fahrkuh wegen ihrer gro­ßen Zähigkeit für unsere rauhe, gebirgige Ge­gend besonders geeignet ist: vor allem- auch, da es in viel geringerem Maße an Tuberkulose lei­det, wie die Kreuzung mit Simmentaler Vieh. Der Grünberger Hausbesiherverein hat beschlossen, an einer demnächst hier stattfindenden großen Versammlung des Bauernbundes teilzu­nehmen. Der bisherige Vorsitzende Rechtsanwalt CB e i l ft e in legte sein Amt nieder, an seine Stelle tritt Herr Karl Iöckel VI.

Kreis Schotten.

Fl Laubach, 30. Aug. Sn den gräflichen Waldungen unweit des Forsthauses R u t - Harbshausen (zwischen La> ibach und Schot­ten) hat man in letzter Zeit wieder Schwarz­wild gespürt. Man sand die deutlichen Spu­ren (Fährten, Losung) der Schwarzkittel: auch sind sie einzelnen zu Gesicht gekommen. Wir haben es hier indessen nicht mitStandwild" zu tun, wie die Hirsche hier noch auftreten, jedoch seit zwei Jahrzehnten sehr- vermindert, sondern mit WechselwiD", das Wohl aus Rhön urtb Knüll herüberkonnnt. Die ehrenden Worte, die der Gießener Anzeiger" unlängst zum 70. Geburts­tag des Herrn Geh. Schulrats Professor Dr. Hensell, des früheren Direktors des Gym­nasiums und pädagogischen Seminars zu Gießen diesem verdienten Gelehrten ünb Schulmann wid­mete, habe c auch in unserer Stadt einen leb­haften und freudigen Widerhall geweckt. Me höchste Blüte unseres Gymnasiums ist mit dem RainenHensell" verknüpft: unter feiner ziel- bewußten, tatkräftigen und doch wohlwollenden Leitung hob sich die Anstalt in jeder Hinsicht: sie zählte im Schuljahr 1898 99 insgesamt 191 Schüler. Unter seinem Rach folger Balser saik die Schülerzahl: im Schuljahr 1899 1903 belief sich die Gesamtzahl auf 169 und im Schuljahr 1903 04 auf nur noch 111 Schüler. Die Aussichten der Getreideernte werden in­folge der nassen Witterung hier immer schlechter: die gemähte Frucht wächst auf dem Felde. Auch die Kartoffelernte ist bedroht: die Knollen beginnen zu faulen. Ebenso schlecht sind die Aussichten der Obsternte, mit Ausnahme der Dirnen.

Krcis Friedberg.

' Butzbach, 31. Aug. Rachdem unserer Stadt die Städteordnung verliehen ist. hat Reuwahl der verschiedenen Stadtverwaltungs- organe stattzufinden. Der Wahltag für die Ren­ton h l der Stadtverordneten ist auf den 26. Oktober festgesetzt worden. Es sind 21 Stadt­verordnete auf die Dauer von drei Jahren zu wählen. Am 2. September begehen die Ehe­leute C. A. ßattreutcr aus Rierstein, zur Zeit hier wohnhaft, das silberne, die Eltern des Mannes das goldene Ehejubiläum. Am gleichen Tage werden es 25 Jahre, daß Herr Cattreutet Bürger der Gemeinde Rierstein wurde, feine Duchdruckerei daselbst eröffnete und die

mittags 3 Uhr, statt.

«29®

Sonntag nachmittag s/<5 Uhr entschlief sanft nach kurzem Kranksein mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Rentner Jakob Ihring im Alter von 73 Jahren.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Marie Ihring geb. Rehe

Paula Luft geb. Ihring Ludwig Ihring

Dr. med. Luft Meta Ihring geb. Fritzel

und 7 Enkelkinder.

Lieh, Homberg, New York.

Die Beerdigung findet in Lieh Mittwoch, den 3. September, nach-

Rierstciitzer Warte" herausgrdt, iXe auervrngs wegen erfolgter Ausweisung des Verlegers tor­läufig ihr Erscheinen einstellen mußte.

sf. Friedberg. 31. Aug. 3n dem Fest- faalc des Hotels Trapp fand gestern eine von An­hängern der Mädchrnfortbitdungsschule einbe­rufene Tagung statt, die eine über alle Erwar­tungen hinausgehende Beteiligung fand: aus allen Teilen des Landes waren Lebi-er und Leh­rerinnen erschienen, sowie auch Vertreter der Schulbehörden und des Landesamtes für das Bil­dungswesen, so daß der Saal bis zum letzten Platz gefüllt war. Die Versammlung wurde von dem Einberufer, Rektor Koch-Friedberg, geleitet, der nach einer Begrüßungsansprache Fräulein Else Sander von Leipzig, der Vorstccherin des dortigen Mädchenbildungswefens und bekannten pädagogischen Schriftstellerin, das Wort zu ihrem Vorträge über die genannte Schulart gab. 3n nahezu zweistündigen Ausführungen verbreitete sich die Rednerin über die Organisation, über die sittliche und soziale Bedeutung und die Erfolge der Schule. An den mit lebhaftem Beifall auf ge­nommenen Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Dis­kussion, an welcher sich u. a. die Oberschulräte Dach und Diehl beteiligten. Besonders wurden von einigen Seiten auch die ländlichen Verhält­nisse hervor gehe den, da die Ausführungen der Referentin sich mehr auf großstädtische Verhält­nisse bezogen. In der Rachmittagssihung sprach dieselbe Rednerin über LÄxmskunbe und den lebenSkundlichen Unterridjt, dessen Bedeutung in erster Linie in der Einstellung für den Lebensweg beruht. Selbsterziehung zur Körperpflege als Mittel zur Erhaltung der Gesundheit, hauswirt- schastlicher Unterricht, Energie und Tapferkeit in der Lebensführung. Einstellung der Frau zur Staatsbürgerkunde, Wahl der richtigen Lektüre wurden in großen Zügen als Ziel dieses Unter- richtes dargestellt. Rektor Koch dankte unter leb­haftem Beifall der Rednerin für ihre große Opfer­willigkeit: eine vvrgeschlagene Resolution zu Gun­sten der Mädchenfortbildungsschule fand einstim­mige Annahme. Am Abend versammelten sich viele Teilnehmer und Bewohner Friedbergs in demselben Raum zu einer geselligen Vereinigung, deren Programm hauptsächlich von Schülerinnen der Mädchenfortbildungsschule heft ritten wurde. Fräulein Else Sander hielt noch eine Ansprache über das ThemaDu und dein Volk", ebenso hielt noch Oberschulrat Bach eine beifällig aufgerrom- mene Ansprache. Chorgesänge, Deklamationen, eine dramatische LllifführungDer arme Heinrich" bil­deten ein abwechslungsreiches Programm und hielten die Anwesenden lange in angeregter Stim­mung zusammen.

sf. Friedberg 30. Aug. Bekanntlich be­stand die Absicht, in diesem Herbst hier eine Kreis- Acker- und Obstbau-Ausstellung zu veranstalten, und wurde zu diesem Zwecke und zur Ausführung der näheren Desttmmungen der Ausstellungs- Ausschuß zu einer Sitzung einberufen. In dieser Sitzung machte der Vorsitzende der Landwirt­schafts kämm er für Oberhessen, Oekonomieoat Brei­denbach von Dorheim, schwere Bedenken gegen die geplante Ausstellung geltend, da die anhaltende schlechte Witteruttg die Landwirtschaft geradezu einer Katastrophe entgegenfübre und auch abge­sehen davon in ländlichen Kreisen eine tiefe Miß­stimmung herrsche. Die vorgebrachten Gründe wur­den allseitta als sttchhalttg angesehen und die Verlegung der Ausstellung auf nächsten Herbst einstimmig beschlossen. Unb in der Tat werden die Derhciltnisse mit jedem Tage trostloser, rncht nur ist die Getreideernte jetzt schon zum größten Teile als verloren zu betrachten, auch die Kar­toffelernte wird, wenn nicht der ersehnte Wetter­umschlag bald erfolgt, im höchsten Grade durch die eintretenbe Fäulnis gefährdet.

Stttrkcttdurg und Nticinlfcsscn.

* Darmstadt 31. Aug Der 22jährige Stu­dent Christian Kahl aus Aschaffenburg er­hielt hier vor einiger Zeit auf bis jetzt noch in- aufgeftärte W:ise einen Schaß in die Brust, als er eines Abends mit noch anderen Studenten nach Hause ging. Man nimmt an, daß sich der Schuß insolge unglücklichen Hantterens aus dem Revolver eines seiner Begleiter gelöst hat. Die Kugel wurde jedoch bald entfernt und der Zustand des CZkrtDunbeten besserte sich so, daß er bereits im Krankenhaule Friedberg Ausgang erhielt und sich mit der Absicht tragen konnte, in diesen Tagen nach Hause zu seinen Eltern zu fahren. Jetzt ist Kahl plötzlich gestorben. Er hatte einen Spaziergang gemacht, beim Umkleiden in seinem Wohnzimmer fiel er plötzlich auf das Bett und verschied. Die Todesursache war Lungen­lähmung.

Darmstadt, 29. Aug Im bernahe voll­endeten 92. Lebensjahre ist hier Geheimrat Dr. Gustav Siebert gestorben. Er hat dem Staat als Salinenmeister in Bad Rau heim, als Rentamtmann in Homberg a. d O. und in Lampertheim, sowie zuletzt als Vortragender Rat bei der Oberpechnungsstimmer gedient. Im Jahre 1913 war er in den Ruhestand getreten, nachdem eF ihm noch vergönnt war, fein 60jäh- riges Dienstjubiläum zu feiern. Hier ist gestern nach einem Dortrage des Architekten L. Heilmann eine Bau- und Siedelungsgemein-

icyasr gegrunöet rouwen. -sei mengen ja- milien hatte sich auf Grund von Zeitungsanzeigen eine Frau für Hausdienste einfi ollen lassen. Rach kurzer Zeit verlieh sie ihre Stelle unter Mitnahme verschiedener Gegenstände. Der Polizei gelang es. die Diebin in der vielfach vorbestraften 36jährigen Clise Wenz auS Worms v>n Darmstadt aus telephonisch zu er* demnächst, wie in einigen anderen Städten, der sog. Telephon-Schnellverkehr eingerich­tet. Es können bann, ohne daß das Fernamt in Anspruch genommen wird, Orte in einem gc« wissen Lim kreis unmittelbar, wie im Ortsverkehr, angerufen werden. Ohne weiteres ist bann z. B. Worms von Darmstadt aaus telephonisch zu er­reichen. Eine Reihe vberhessischer Orte, wie Fried­berg und Bad°Rauheim können in derselben Weise dann von Frankfurt aus angerufen werden.

Dom Fliegerlager auf der Wasserkuppe.

Don dem Sonderberichterstatter desGieß. Anz.' Wasserkuppe, 28. 2Iug.

Je näher dem 31. August, dem Ende des Rhon-Segelslug-Wettbewerb^. desto schlechter die allgemeine Wetterlage. Während man noch am Dienstag glaubte, in der Rachwoche sei Besseruns des Wetters zu envarten, scheint diese Hoffnung heute völlig illusorisch Immerhin war Dienstag und Mittwoch nachmittag reger Flugbetrieb, der durch Ausschreiben von Tagespreisen erhöht toirroc. Dec bedauerliche Unfall des Berliners Hohmuth. der, wie ich bereits berichtete, mit seinem Motorflugzeug aus etwa 25 Meter Höhe abstürzte, ist glücklicherweise nicht so schwer, wie man allgemein zuerst annahm. Die kompliäerteir Beinbrüche, die er dcwontrug, dürften wohl darauf zurückzuführen fein, daß der Motor auf ihn fiel Das Auto der Sanitätskolonne Fulda brachte ihn in das dortige Landkrankenhaus.

Bon den verschiedenen Typen der hier bc^ f in blichen Segelflugzeuge ist bejonders zu erwäh nen dieKönigin Luise" des Ostpreußen Schulz, der auf das übliche Seitensteuer verzichtet. Er bewirkt die Seiten st euerung durch Drehung der Enden der Tragflügel. Die Ucbcrlegung, von. der er bei dieser Konstruktion wohl ausging, ist, daß die Vögel auch nicht über ein ©eitenfteuet verfügen, und ihre Kurven in der Hauptsache durch Kürzen des einep Flügels, der bei der Kurve nach außen kommt, beschreiben. Dieser: kürzere Flügel findet bann weniger Widerstand in der Luft als der andere, und dadurch wird die entsprechende Kurve hervorgerufen. Die Königin Luise" ist wieder vollkommen hergestellt, was nur durch die eifrige unermüdliche Hilfe von Fliegerkameraden ermöglicht wurde. Unter den Flügen vom 27. sind u. a. zu erwähnen, Margarete" mit Fuchs. Sie errang den für diesen Tag ausgeschriebenen Zielflugpreis. Die Landung erfolgte in nur 7 Meter Entfernung vom Ziel.

Außerdem flog Martens aufMoritz" 17 Minuten lang und landete dann ganz in der Rähe seiner Flugzeughalle. Er erhielt den Tages­preis von 100 Mark, dazu eine Photokamera

Weiterhin wurde ein Geschwrndigkeitspreis ausgeschrieben für Flugzeuge 'mit Hilfsmotor Es ist dabei ein Dreiecksflug vorgesehen, von der Wasser kuppe aus muh die Milse­burg unb die Ebersburg umflogen toer.Kn. Die Landung muh an der Startstelle erfolfenj Hoffentlich laßt die Witterung die Austragrng dieses interessanten Wettlluges zu.

Zur Zeit sind etwa 450 Personen im Fliege-- lager mehr oder weniger eifrig tätig. Straßen­bau, Dau einer Flugzeughalle unb sonstige Ar­beiten nehmen eine große Zahl von Arbeits­kräften in Anspruch. Für die letzten Tage, be= sonbers aber zum 31. August, rechnet man hier oben mit auhererbentlich regem 'Betriebe. Aus­wärtige Besucher seien aber darauf aufmerksam gemacht, dah das Rhönktima stets um einigt Grab kälter ist als z. B. das Giehener, und dah es nicht geraten ist, in dünnen Sommerkleidern, Lackschuhs und Seibenstrümpfen den Aufstieg oder auch die Auffahrt hierher zu wagen. Denn selbst an regen- und nebelfreien Tagen sorgt der hier ständig wehende Wind dafür, daß man sich nur in richtiger Wintergarberobe wohlfühlt.

Heute, am 28., ist das Wetter derart, daß man sich nur mit Lebensgefahr aus seiner Baracke hervorwagen fcrrai. An Fliegen ist daher heut« nicht zu denken. Dr. H. M.

*

(Die hessische Regierung sowie bet Landtagspräsident Adelung und eine Abord­nung der Technischen Hochschule Darmstadt, ferner als Vertreter der hessische Industrie der be> kannte Grohindustriäle Dr. Merck besuchten ge­stern oftizrell die Rhönsegelflüge. Bei dieses Gelegenheit wurde mitgeteüt, daß das hessische Ministerium erneut einen Preis gestiftet habe, um den in den nächsten Tagen geflogen werden soll. Die Technische Hochschule Darmstadt gat dem Förderer des Segelflugs, Konsul Dr. Kvhen- berg (Frankfurt a.M.) die Würde eines Dok­tor h. c. verliehen.

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