Ausgabe 
1.4.1924
 
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Nr. 78 Zweiter Blatt

Gtehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Dienstag, April (924

Wirtschaft.

Die Beschränkung der Zrrcker- verardcitttug aufgehoven.

Seit dem 3nfrafttreten der Derordnung übet Aucker vom 9. Oktober ist der Bezug und dre Derwendung von Zucker zur gewerblichen Hrr- fteTIung von Marmelade, ObstLonserv-rn. Kunst­honig, Schokolade, Süßigllitcn, Branntwein, braivntiveinhallioen Getränk n. Schaumwein und schaumweinählich n Erzeugnissen von ber Erter- [ng erneu besonderen Erlaubnis abhängig. Die allgemeine Dersorgungslage bei Zucker lässt die Aufhebung dieser Beschränkungen, die von vornherein nur zur Erleichterung des Lieber gang es aus der gebundenen in die freie Wirtschaft dienen sollten, di.' in der freien Wirt­schaft nicht auf die Dauer aufrechterh- «lien werden Tornicn,nunmehr als unbedenklich c-rsch.-inen. Durch Dervrdnung werden daher die besonderen Vor­schriften über die Beschränkung der Zuckerverarbeitung aufgehoben Bva seht an unterliegt also der Bezug und die Drr- wendung des Zuckers zur gewerblichen Herftel- iuisg der obengenannten Erzeugnisse keinen Be­schränkungen mehr. Ein wesentlicher Mehrver­brauch an Zucker tritt nach den bisherigen Er- jährungen hierdurch nicht em.

Schließung der Reichsdarlehns- kassen am 3 0. April. Laut Verordnung des Deichssinanzministeriums werden die Darlehns- rassen des Reichs mit dem 30. April geschlossen. Die Auslösung und Abwicklung der Geschäfte führen die Liquidationsstellen der Darlehns- kussen.

Die Arbeitsmarktlage im be­setzten Gebiet ist nach wie vor schlecht. Allein in Essen beträgt die Zahl der Vollerwerbslosen 30 800 und die der Zuschus-empsängcr 23 c26. Auch in Bochum gibt es immer noch 12 000 Voll­erwerbslose. Arn grössten ist die Zahl der Er­werbslosen auf den Zeckten, die bisher nur 7075 Prozent der früheren Bstegschsttsstarte wieder eingestellt hrben, sowie in der Eiscnindustr.e und tm Baugewerbe. 3m besetzten Teil der Rhein­provinz kamen auf 1000 Cinwr h ier im letzten Drittel des März dreimal so viel unterstützte Arbeitslose, wie im unbese tm Den chbrno, wäh­rend in den Zähren 192022 auf 1000 Einwohner höchstens ein Drittel der Erwerbslosen ganz Deutschlands entfielen. Die in den letzten Wochen Ku beobachtende Besserung der ArbeitsMarktlage ist bereits wlel-er zum Stillstand ge o.nmen. Ins­besondere hat sich herausgestellt, da r die eigent­liche Schwerindustrie, die größte Arbeitgeberin Les besetzten Gebietes, über den seit einiger Zeit erreichten Beschäftigungsgrad nicht herauswmmen Und deshalb neue Aroeiter nicht ein stellen kann.

Die deutsch-oberschlesischeStein- Kohlenförderung in der 3. Märzwoche. Die deutsch-oberschlesische Steinkohienförierung betrug lautIndustrie-Kurier" in der Zeit vom 17. bis 23. März 1924 bei einer arbeitstägllchen Förderung von 39 452 Tonnen insgesamt 236 589 Tonnen (239 879). 3n Deutsch-Oberschlesien ver­blieben 100 645 (101 512). Rach dem übrigen Deutschen Reich gelangten 130158 (135 351), I nach Polnisch-Oberschlesien 1991 (1072). Der Kohlenbeftand betrug am Ende der Berichtswoche 120 880 (113251). der Kvksbestand 33 008 Tonnen (31 758) Die förder'äglich angeforderten 18 441 Wagen (18 894), d. h. insgesamt 3073 (3149) konn­ten gestellt werden.

* Holland auf der Frankfurter Frühjahrsmesse. Die wach en e Bedeutung, die die Frankfurter Internationalen Meßen ge­winnen, briun: d sich gelegentlich der kommenden Frühjahrsmesse darin, daß diesmal außer ben Einzelausstellern aus Holland sich die Stadt 's Heriogenbosch entschlos ei hrt, im Rahmen der vrm 612. April stattfindenden Frank ürler Frühjahrsmesse eine Ausstellung zu veranstalten, die die Besucher durch Zeichnungen uni) Bilder auf die Ansiedlungsmöglichkeiten h'nw.isen so l, die sich der 3nbu|trte in dort erschlossenen Ge­wänden bieten.

Berliner Börse.

Berlin, 31. März. (Wolff.) An der Börje ist zu Beginn der neuen Bör, en Woche keine Ver­änderung in der nun schon eine geraume Zeit bestehenden hochgradigen Zurückhaltung der Ge- schästsstil e eingctre en. Die Hoffnungen. daß die Herabsetzung der Dorsenumsahstea r. die in der allernächsten Zeit amtlich begannt gegeben werden soll und eine Verminderung der Provisionssätze das Pub list m zu einer regeren Geschäftsstitle der- ansasien toürben, haben sich noch nicht erfüllt. Zu Beginn des Verkehrs rief die in Westdeutsch­land, besonders in Köln eingetretene St .ige.ung der Devisenpreise eine vermehrte Kau stuft für einige Valuiapapiere hervor, die aber sehr bald wieder nachließ, als bst der Fristsetzung der De­visenpreise die Roste.ungen und Zuteilungen so aut wie keine Verän e ungen er uhr n. Dio Kurse für fast alle Deviseirpapie e stelUe.r sich bei belang­losen Umsätzen überwiegend nied.iger: doch er­reichten die Kurseinbußen nur bei einigen weni­

gen Papieren zwei Billionen Prozent und etwas darüber. Am Geldmartt war die stiach, rage ohne besonders erkennbare Ursache etwas größer.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 31. März. Tendenz: Befestigt Die Effektenmärkte hatten vorbörs­lich ein festeres Aus ehen. Die ersten amtlichen Rrtierungen lagen vorwiegend befer. Am Marit der amtlich nicht notierten Werte war zwar die Stimmung ebenfalls freundlicher, doch b ieren die Umsätze bescheiden. Api wiesen mit 7,25 eine Be­festigung auf Deutsche Petroleum 17,5, Decker Stahl 9 75, Becker Kohle 9 8 bis 10. etwas leb­hafter Brown Boweri 3,2 bis 3 4. Gro'vag 0 310, Holsatia 1,8, Ehern. Andrae 0.925, Ehern. Remy 0<J50, Hansa Lloyd 2, Krüge.shall 9 25, Mez Söhne 4,75. Benz 5.1, Ludwigsburger Porzstlan 3, Ufa 8. Elektro stlnterfrankei 0,750. Der Mon- tünaktienmarkt zeigte bei Beginn des Verkehrs ein ruhiges Aussehen. Deutsch-Luxemburger, Phönix Rheinstahl zeigten sich anfangs fest. Ober- schlefiche Werte unverändert. A. E. G hatten ruhigeres Geschäft, der Kauf unterlag Schwankun­gen. Licht und Kraft, auch Lahmeyer setz en etwas höher ein Unter den Anilinwerten stellten sich Badische Anilin hoher, fester lagen Elberfelder F irben Scheioeanstalt büßten dagegen 1 Billion ein 3n geteilter Haltung verkehrten Maschinen­aktien Daimler blieben weiter gefragt, Adlrr- werke Metallgesellschast Frankfurt und Maschinen Karlsruhe fanden ebenfalls zu höheren Preisen Ausnahme. Zul. Sichel verzeichneten größere Um­sätze, der Kurs gut behauptet. Phil. Holzmann, sowie. Dyckerhoff lagen ruhiger. Zellstoff Wald- Hos eher etwas erholter. Fester Mamkraft, plus 1 Billion. Etwas begehrter waven vereinzelte Dankenwerte. Metallbank ve.machlä sigt. Dres­dener Dank Darmstädter lebhaster. Rorddrutscher Lloyd im Vergleich zur Freitag-Schlutzaotiz gut gehalten. Hapag etwas anz ehend. 5 pv z Rrichs- anl.ihe wurde mit 103 Milliarden lebhafter um­gesetzt Interefse bestehst für Pfanvbriese, die mit 2 75 bis 3 Billionen gefragt waren. Dec Ausla'ndsrentenmarit zeigte eine festere Haltung. Zollturken, Bagdad II anziehend.

Börsenkurse, (Ohne Gewähr.)

9n Billionen Prozent

Frankfurt a M

Berlin

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Datum:

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54

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Höchster Farbwerke......

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Metallgescllschaft Frankfurt.

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Znckcr'abrik Frankenthal . .

Zuckerfabrik Waghäusel . . .

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5

) Vom RückzahlungSwcrt.

Devisrnmartt BerlinFrankfurt a. M.

(In Billionen Mart auSaedriickt. BuenoS'AtreS, London, Reu- Hark. van. Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien and Budapest für 100000 Einheiten, alle- übrige für 100 Einheiten.)

Telegraphtl che Auszahlung.

»Ohne 15. oähr.)

20. Mar,

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-lunliche Notier»!«

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1

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Vinatien

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Banknoten.

(Ohne Gewähr.)

fTrrnn, 31. Mär,

Roten. . che Rote« Roten . .

. eftfrrcicb. i 100 fronen merikanilche 'Jloten......

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Norwegisch' Noten Runiäntsch« Notes........

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Geld

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2 ,44 67,33 111,22 155,36

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Briet

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15,-6 67,67 111,78 15 ,14

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3

1

2

15

5 voll

2

5 voll

5

Märkte.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 31. März. Arn Produktenmarkt war die GeschästZstille unverändert. Das Angebot vorn Inlcinde histt sich in sehr engea Grenzen. An Rachfrage für verschiedene Artikel fehlte es nickst. Etwas fester lag Wiede mm Ha^er, welcher besonders knapp bei unverändert hohen Forde­rungen war. Zn Weizen war das Geschäft recht still. Die übrigen Ariikel tendierten in der Preis­bildung zumeist weiter nach oben. Es notierten für je 1COO Kilo: Weizen, märt 173 bis 178 (fest), Roggen, märt 139 bis 143 (behauptet), pomm. 132 bis 136 (behauptet), Braugerste 170 bis 190 (fest), Hafer, märt. 125 bis 133 (behauptet), Raps 310 (fest), Leinsaat 410 bis 415 (still): für je 100 Kilo: Weizenmehl 25,25 bis 27,25 (fest), Roggenmehl 21,50 bis 23,50 (behauptet), Weizen- fleie 11 bis 11,20 (fest), Roggenkleie 8,80 brs 9 (fest), Bittvriaerbsen 27 bis 28, kleine Erbsen 16 bis 17, Futtererbsen 13,50 bis 14, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 16 bis 17, Wicken 14 bis 14,50, Lupinen, blau 12,50 bis 13, Seradella, alt 15,50 bis 16,50, neu 13,50 bis 15, Rapskuchen 11,50 bis 11,80, Leinkuchen 22,50 bis 23,50, Trocken­schnitzel 9,50 Mari.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M. 31. März. Zn geschäft­licher Beziehung hat sich nur wenig verändert. Die Einsätze sind in allen Artikeln Nein. Trotz der teilweise gut behaupteten Preise für Weizen und Roggen waren die cklmsäye wieder bescheiden. Für Gerste finden sich Abnehmer, besonders ist Drau- und Futtergerste begehrt. Laser liegt zur Zeit etwas ruhiger. Mehl beWuptell Bei deinem Markt sind Hülsenfrüchte in schönen Qualitäten zu haben. Gesucht bleiben nach wie vor Futter- mittell Es notierten für je 100 Kg.: Weizen Wetterau 17,75 bis 18,25, Roggen 15 bis 16,25, Sommergerste für Drauzwecke 19,25 bis 20,25, Hafer, inländisch 15,25 bis 15,75, Weizenmehl, sudd. Spezial 0 27 bis 27,75, Roggenmehl 23 bis 23,75, Weizen- und Roggenkleie 9 75 bis 10,50, Mais, gelb 19,25 bis 20, Speiseerbsen 24 bis 35, Heu, sudd., gut 9 bis 9,50, Weizen- und Roggen­stroh 6 bis 6,50, Treber, getrocknet 15,25 bis 15,75 Mk. Tendenz ruhig, nur Futtermittel gesucht.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

fpd. Frankfurta. M, 31. März. Aus dem heutigen Hauptmarkt trat eine leichte Senkung der Preise ein, vor allem für Schweinefleisch. Es waren aufgetrieben: 356 Ochsen. 73 Bullen, 857 Färsen und Kühe, 381 Kälber, 38 Schafe und 1985 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen, vollsl., 48 bis 54. junge fleischige und ältere ausgemästete 40 bis 47. Bullen vollsl., 37 bis 42. vollst, jüngere 30 bis 36, Färsen und Kühe, vollsl. ausgemästete Färse.l. 45 bis 50, vollst, ausge­mästete Kühe 40 bis 45, wenig gut entwickelte Färsen 35 bis 40, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jünger? Kühe 32 bis 38, mäßig genährte Kühe und 5 i *fen 24 bis 30, ge­ring genährte Kühe und Färsen 10 bis 20,

Kälber, feinster Qualität, 56 bis 64, mitt­lerer Qualität, 48 bis 55, geringerer Qualität 34 bis 43, Schafe, Weidemastschwe, 25 bis 50, mäßig genährte Hammel und Schafe 25 bis 27. Schweine, unter 80 Kilo 50 bis 60, von 80 bis 100 Kilo 63 bis 66. über 100 Kilo 63 bis 66. Der Marit verlies ruhig, bei Schweinen verblieb etwas ileberftanb.

Frankfurter Pferdemarkt.

fpd. Frankfurt a. M., 31. März Der heute auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Vereins abgehaltene Pserdemarkt war mit etwa 600 Tieren beschickt. Der Besuch von Interessen­ten und Käufern, namentlich aus Bayern, Rord- deuischland und Württemberg war recht gut. Die meisten Pferde fanden bei flottem Geschäft Ab­satz. sie gingen in der Hauptsache nach Rord deutschland, Württemberg und Bayern. Es koste­ten z. B. Belgier schwersten Schlages 2000 bis 3000 Mark, mittlere junge 1000 bis 2000 Mart.

Büchertisch.

Das hölzerne Schifflein. Roman. Don Auguste Supper. In Halbleinen geb. Gz. 5.5 (S.uttgart, Deutsche Verlags-Anstalt). Aus dem festgegründeten Boden einer tiefreli­giösen Wllmnlchauung. wie Auguste Suppers gan­zes Schaffen, ist auch dies, ihr neues Buch erwach­sen. in mancher Beziehung ein Gegenstück zu dem früheren Roman »Der Arrensohn". Die Arupv figur der Erzählung, der Findling Eva, die wir vom scheuen, leidenschaftlich Phantasie- und liebe­vollen Kind in Jahren schweren körperlichen Lei­dens zum innerlich gefestigten, stolz-demütigen Frauenwescn heranwachsen sehen, ist eine Gestatt von eigenartig herbem Reiz. Lebendig und glaub­haft sind die Menschm mit und an denen sich des Kindes Schicksal en wickelt, ist auch die mit sicheren Strichen g schilder e älmw. lt geschildert. Al es aber umwittert ein Hauch ech.er deuticher Mystll Das Dach berei et auch dem anspruchsvollen Leser sel­ten gmuß eiche Feierstunden.

Die erste Zugendbildung. Mit der wichtigen Frage der Einrichtung der ersten Zugendbildung beschäftigt sich Dr. Walsemann in dem neunten Heft der ..Deutschen Erziehung" mtt methrd scher Fer che.utung, das dm T.tll trägt: Das ABE und das LMÄ der Bildung. Zugleich die Lösung der Grundschulfrage. Erziehungsverlag, Plön. Grundzahl 0,30 Mk. Unter dem ABC der Bildung versteht der Verfasser bie Reihe der bildeirden Einwirkungen, welche im ersten Btt- dunasalter bis zum sechsten Lebensjahre hin not­wendig sind. LMR der Bildung bedeutet eine zweite, wesentlich andere Reihe, die der alte Lateiner Elemente genannt hat, und die nun im zweiten Bildungsalter getrieben werden müssen. Die geschichtliche Entwicklung der vorangehenden Totalitätsbildung einerseits und der nachsv^en- den Elementarbildung andererseits wird eingehend dargestellt und schließlich verlanat, daß die Bll- dungscinrichtungen dem verschiedenen Charakter dieser Dild-ungssachen angepaht werden.

(3n einem Lett der Auflage wiederholte

Frankreichs Rach«.

KaiferSlautern, 31. März. (WTB) Das französische Militärpolizeigericht hat außer den Schriftleitern derPfä^ischen Presse" und desPfälzischen Dollsboten" auch den Schriftleiter derZweibrücker Zeitung". Do der e. verur­teilt. weil er durch einen Artikel über die Pir­masenser Vorgänge die össentttche Ord­nung und Sicherheit gefährdet haben sollte. Das Urteil lautete auf 100 Goldmari, ober 40 Tage Gefängnis. Ferner standen eine Anzahl Bürger von Rockenhausen unter Anklage, weil sie an einer Kundgebung gegen die Separa- tiften teilg-'nommen hatten. Die Strafe lautete gegen einen Angeklagten auf 8 Tage, gegen einen weiteren der die Glocken geläutet hatte, auf 3 Monate Gefängnis, während die übrigen An­geklagten zu Geldstrafen von 20 bis 50 Gold- mark verurteilt wurden.

Die Sachverstandigengutachteu und England.

London, 31. März. (WTB.)Daily Ex- preß" zufolge soll die Veröffentlichung des Be­richts des Sachverständigenausf chus.es anmittel­bar bevorstehen. Das Blatt schreibt, man stehe vor einer großen diplomatischen Schlacht und dec Drrhung einer riesigen Ungerechtigkeit gegenüber dembritischenSteuerzahler. Es sei flat, daß Frankreich von neuem versuchen werde eine Dorzugsbehandlung auf Kosten Groß^ britannienS zu erhalten. Als Preis seiner An­nahme des Sachverständigenberichts werde Fimnk- reich sordern, daß seine Schulden an England unter Bedingungen, die auf eine Streichung hin- auslausen, auf Deutschland übertragen werden WeiBeZähne M der herrlich erfrischend schmeckenden Zahnpaste C h l o ro don t. Gegen üblen Mundgeruch wird auch mit Ettolg C'liIorodon<-<Diunbroaffcr verwendet. Überall zu haben.

miihhi iiiirn rrrnTi'*"rnrm~nmmmiwminriTiiMiBrriniin

Der Radiotransporter.

Don Professor Dr. Great m o u t h von der Radio- Universität zu Rew-Kolln.

Wir freuen uns, unseren Lesern als erste deutsche Zeitung über nachstehende epochemachende Erfindung berichten za tonnen.

Gern folge ich der Aufforderung der Schrift­leitung desGießener Anzeigers", über meine neueste Grfmdang zu berichten, da nun doch schon einiges davon in die Oeffentlichkeit gedrungen ist.

Die Geschichte von dem Handwerksburschen ist wohl allgemein bekannt, der feine Stiefel an eine Telegraphenleitung hing, um sie wegtclegrophieren zu lassen, und der glaubte, dies sei geschehen, als sie am nächsten Tage nicht mehr daran hingen. Run wird wohl kein Leser einer geistig so hoch­stehenden Zeitung, wie der Ihrigen, so naiv sein, daß er das auch glaubte. Und doch soll man in technischen Dingen, namentlich in einer Zeit un­geahnter Entwicklung der Uebermittlung draht­loser Wellen, mit seinem Urteil recht vorsichtig fein. Hätte es doch noch vor zwei, drei Zähren allgemeines Kopfschütteln erregt, wenn jemand behauptet hätte, man könne eines Menschen Stimme tm gleichen Augenblick auf dem ganzen Erdball hören, in dem er sie ertönen ließe: ja es hätte sogar sicher ungläubige Thomasse gegeben, bie bei äeser Behauptung die bekannte Bewegung

mit dem ausgestreckten rechten Zeigefinger nach ihrer Stirn gemacht hätten, was bekanntlich leise Zweifel ausdrückt.

Doch nun zu meiner Erfindung, die berufen ist, das ganze Verkehrswesen von Grund aus umzu- gestaltenl Es ist mir mach jahrelangen Be­mühungen gelungen, den Stoff, die Materie, aif drahtlosem Wege zu transportieren, und zwar mit Hilfe der von meinem Assistenten Mr. Alpha P r i l entdeckten und nach ihm benannten Prü­ft r a h l e n.

Wie bei allen großen Erfindungen ist die Sache hdchst einfach: Auf der Sendestation tastet ein Prilstrahl die in die Sendekiste gestellten Gegenstände mit einer Geschwindigkeit von 299000 Kilometern in der Sekunde, also nahezu mit Lichtgeschwindigkeit, ab, löst sie dabei in die Elektronen auf, aus denen sie bestehen, und trägt diese Elektronen in die Antenne, von wo sie auf den Flügeln der elektrischen Wellen ausgestrahtt werden. Aus der Emp angsst.i t on gegangen sie aus der Antenne in die Empfangskiste, wo sie ein mit genau gleicher Geschwindigkeit bewegter PrU- strahl an der entsprechenden Stelle ab- und zum gleichen Gegenstand zusammensetzt, den der Sende- prilstrahl abgebaut hat.

Der Handwerisbursche könnte nun also seine Stiefel wirklich telegraphieren! Freilich nur draht­los. Denn ich muß gestehen, daß meine Versuche, meine Erfindung auf den Draht zu übertragen.

bisher an einem wesentlichen Mangel leiden: Durch die Reibung b-r Elc-k tonen in bec L itung fomnjen die Gegenstände alle stark verkleinert an; besagter Handwerisbursche würde also zwar seine Stiefel auf dem Droht senden können, es kämen aber Kinderstiefel an! älnd doch wird man das Ver­fahren finden müssen, damit der gewünschte Gegen­stand auf telephonische Bestellung sofort über die Teilnehmerleitung geliefert werden kann; dies schon deshalb, weil der drahtlose Transport noch unter dem älebelstand leibet, daß die Funkräuber, die nicht konzessionierten Rundfunkgäste, fortgesetzt die drahtlos gesendeten Waren abfangen. Einst­wetten muh man sich so helfen, daß man eine entsprechend größere Rümmer bestellt. Ich habe mir z. B. gestern Handschuhe Ur. 233/< durch den Fernsprecher schicken lassen, die dann richtig in meiner Größe 10*/4 ankamen. Den höheren Preis habe ich gern erlegt, daß ich sie gleich hatte.

Die Eisenbahnen werden in kurzer Zeit über­flüssig werden und ihren Betrieb einstellen, zumal es nur noch eine Frage kurzer Zeit sein wird, daß es mir gelingt, auch Menschen drahtlos und viclleicht sväter auch auf dem Drahtwege zu b.fördern. Vielleicht wird es sich bei der Be­förderung auch ermöglichen lassen, durch geschickte Ausnutzung der erwähnten Derlleinerung eine Verjüngung zu bewirken doch das ist Zu- kunftsmusik! Einstweilen müssen wir uns mit den bis jetzt erzielten Erfolgen begnügen!

Zwei deutsche L'chtgeftalten.

(Bismarck ein Nachkomme der heiligen Elisabrth.)

Mehr denn je zuvor ist Bismarck der Alt­reichskanzler. der Eiserne, dem deutschen Volk zur Lichtg.stalt geworden, g'eich Fri.'eri Rex und Kaiser Rotbart, dem Schläfer im Kyll Häuser. Wenig bekannt ist aber, was der Kasseler Ge­schichtskenner K n e t s ch einmal feststellte, daß diese Lichtgestalt der Rachkornme der zartesten ßi^tgeftalt des deutschen Dolles war. der Heldstr des Sängerkrieges auf der Wartburg, der Mär von dem Rosenwunder zu Eisenach, der hettigen Elisabeth! Die der unbarmfe.zigen Zucht Konrads von Marburg erlegene Fürstin war die Stammutter des hessischen Für^enhauses von Brabant, das sechs Jahrhunderte lang tn Hessen regierte, bis es der Polillc Otto v. Bismarcks tm Jahre '1866 welchen mußte. Der berühmteste Fürst aus dem Hause Brabant war Phtttpp der Großmüttge. der für einen natürlichen Sohn das Haus von Cronberg schuf, cui dem die Ah neu Bismarcks herporglngcn. Ist aut) ein Trvpslein des Blutes, das in den Adern beS g. oßen Kanz­lers rollte' von der heiligen Elisabeth über­kommen, die Tatsache besteht und erhebt zwei Lichtg.stalten des deutschen Volkes nebeneinander: den Kanzler, dessen Genius wir zurück! ehnen, und die heilige Elisabeth, den Inbegriff der Rächstenliebe, deren wir heute so sehr beöürfenl