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[(t. 2 Zweites Blatt

um Hitlerprozetz.

-n unserem Münchener Vertreter..

- Hitler-Prozeh hat begonnen, mit weni- mnung und Temperament von der Oeffent- ^ausgenommen als viele erwartet hatten:

\ ^s Rücktritt hat die Besänftigung mit ^cht: es war vorauszusehen, das). Kahr in 1 ^Prozeß mit hinein verwickelt würde, und

' ^t sich in seiner ersten großen R<Se gleich ' \ berufen, daß er nichts anderes getan hätte, ozu Kahr, Lossow und Seiher lange vor dem -vember schon fest entschlossen waren, näm- ; leichs- und Landesverf^sung mehr oder we- r gewaltsam zu ändern. Wenn von Seiten des .atsanwalts keine Anklage gegen Kahr erhoben k r. cd, so hat sich dieser wenigstens in der Deleidi- gungskkrge, die Professor Rothenbücher gegen ihn angestrebt hat, rein zu waschen, und zwar liegt ihm hier die Deweispflicht ob.

Doch im Vordergrund des Prozesses steht bis- [ang mxh durchaus Adolf Hitler, entschieden auch die interessanteste Persönlichkeit des Prozes­ses: in einigen Punkten am wenigsten umstritten oon allen: Man weih von ihm, was er wollte. Ec spielte immer mit offenen Karten, Er hat feine ^sichten niemanden verborgen, Er kämpfte für eine Sache, von deren Gerechtigkeit er überzeugt ist, Sein Fanatismus war auf seine Ideale ab- ge stellt. Ihm vielleicht von allen Beteiligten war es am wenigsten um Ehrgeiz und persönliche Ziele zu tun. Ein freies Vaterland, zweifellos ein hohes Ideal, das war es, was ihn begeisterte. Man wird nicht leugnen können, daß er gewisse Fähigkeiten in hervorragendem Mähe besitzt, die zur Erfüllung solcher Aufgaben unerläßlich sind: Er ist Organisator ganz großen Stiles, einer der gewandtesten Redner der Gegenwart, von cru herordentlicher Energie, vom Glaube an sich selbst durchdrungen. Aber es fehlt ihm die Klar­heit des Blickes, der nüchtern-sachlich abgemessene Verstand, er lieh sich schließlich vom Lleberschwang seiner Gefühle bestimmen. Das bedingt zugleich die großen Schwächen seiner Idee: nirgends am Maß der Realität gemessen, undurchdacht, ist sie vielfach in den leeren Raum hineinprojiziert: sie knüpft nicht an gegebene Voraussetzungen an, sie ist unhistorisch, denn sie glaubt mit allem, was besteht, brechen zu können. Aber höchst geschickt verstand Hitler sie zu motivieren, indem er sie auf sozial-wirtschaftliche Ressentiments aufbaute und . ihr dadurch eine ungeheure Werbekvaft verlieh. Gegen Kapitalismus und Judentum (beide sind für ihn identisch) wird der Sozialismus, gegen den Marxismus, will heißen: Die Herr­schaft der Masse, die zur internationalen Verbrü­derung führen soll, wird der Rationalismus gesetzt, der über die bürgerliche Unentschiedenheit hinwegflutet und der aktiven Persönlichkeit wie­der ein Feld der Betätigung eröffnen wird. Dieser Rationalismus ist völkisch, er läßt nur Deutsch­tum gelten.

Betrachtet man diese Ideen im größeren Rahmen der historischen Entwicklung, so wird man sich über ihre älnzeitgemäßheit wundern. Der Ra­tionalismus ist aufgekommen im Spanien des 15. , Jahrhunderts, groß geworden im England des 16. und 17. Jahrhunderts, erlebte seinen Höhe­punkt im Frankreich des 18., im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Dann war seine Entwicklung abgeschlossen, zugleich auch seine Existenz aufge­hoben. Jetzt soll auf einmal in Deutschland, das an sich schon weit hinter der innerstaatlichen Ent­wicklung der westlichen Großmächte zurückgeblieben ist, wieder auf ben Rationalismus zurückgegrifsen werden. Die Verfechter solcher Ideen üdersehen das Derpflochtensein des Deutschen Staates mit den Gesetzen der Welt, sie leugnen alle Weiter­bildung in den letzten 100 Jahren. Die Zeiten für Fichtes isolierten Staat sind vorüber. Dazu hat x die Wirtschaft allein schon viel zu komplizierte Formen angenommen.

Gleichwohl konnten Gedankengänge, die in­nerhalb der heutigen sozialen Struktur der Völ- I ker- und Staatenwelt gar feine Aussicht auf Ver- \ wirklichung mehr haben, so breiten Anllang fin­den: Der großen Menge ihrer Anhänger kam es i, weniger auf die Brauchbarkeit der Idee an, als , auf die Möglichkeit, einmal einen gewissen Akti- vismus zu betätigen und zum andern dadurch ge­wisse Ziele in Reichweite verseht zu sehen, um die es ihnen speziell zu tun war: Die einen sehen die Möglichkeit einer Volkserhebung gegen den immer wütiger werdenden Feind, den Franzosen, die an» ! dern die Möglichkeit, dem Industrie-Kapital die jl Vorherrschaft über das Finanzkapital zu erkämp­fen, indem sie den Zins besiegten: wieder andere sahen in der Bekämpfung beä Judentums die Möglichkeit, die drückende wirtschaftliche Lage zu bessern, andere aber die Aussicht auf Beseitigung dec verhaßten parlamentarischen Regierung.

Wenn auch bei allen materiellen Zeiten doch so viel Idealismus in die nationalsozialistische I Bewegung hineingetragen wurde, so lag das zum großen Teil an Hitler selbst, der ohne Streber­tum, ohne Sehnsucht nach Karriere für feine Idee 1 kämpfte und sich auch während der Stunden seiner Diktatur hoch anständig verhalten hat.

Daß die Hitler-Bewegung eine dauernde Ge- ! I fahr für den bayerischen Staat wurde, das hat : / allein Herr v. Kahr zu verantworten, der Hitler |[ groß werden lieh, ja ihn grohzvg, gewiß immer J in der Meinung, das Brauchbare daran für sich nützen zu können, das andere vielleicht noch abzu­schleifen. Aber in der Politik entscheidet der Er­folg, und der bekundet hier, daß Kahr leinen i staatsmännischen Blick gehabt hat. Erst dadurch, daß er Hitler ungestraft das Recht verletzen lieh, erst dadurch begründete er die letzte Autorität feines Mitspielers.

Man behauptet, daß Kahr durch sein Ver­halten am 9. Rvvember die völkische Bewegung nieder geknüppelt habe. Davon ist soviel richtig,

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Samstag, 1. März 1924

daß in manchem wenigstens die Rational­sozialisten heute nicht mehr wie ehedem die (Strafte beherrschen. Die Auslösung der Partei am 9. No­vember blieb auf dem Papier stehen. Kenner un­serer politischen Verhältnisse rechnen damit, daß die deutsch-völkische Partei mit etwa 60 Sitzen in den neuen Reichstag einziehen wird. Von einem Riedertnüppeln kann da nicht eigentlich die Rede fein. Auch wird man nicht darauf bauen dürfen, haft, der Ausgang des Prozesses dec Par­tei einen argen Stoß versetzen wird. Vielmehr ist die allgemeine Stimmung recht zuversichtlich. Man fühlt: Es kann eigentlich nichts Schlimmes passie­ren: jetzt eben hört man, daß die bayerische Volks­partei im Landtag demnächst Antrag stellen werde auf Freilassung des Grafen Arco, des Mörders von Kurt Eisner. Begründet soll er werden mit der nationalen Tat des Grafen. Die Parallele zum Hillerprozeß liegt nahe.

Rußland.

Von Otto Weber.

Seit längerer Zeit ist das russische Reich trotz der Unklarheiten, die, bedingt durch weite Enb- fernung und oft absichtlich geschehene Wider­sprüche, über das Dasein dieses Riefenreiches bestanden, in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dieses russische Reich beansprucht gleicher- maften die Anteilnahme Europas sowohl wie Asiens, und auch dec Orient schaut auf es hin. In den Rocdstaaten ist Rußland, erkenntlich durch die Auswirkungen, die über Petersburg nach Westen wirken, so sehr Gegenstand allgemeiner Teilnahme geworden, daß es schlechterdings nicht möglich ist, einen umfassenden Bericht über nord­politische Verhältnisse zu geben, ohne dabei auf Rußland zu sprechen zu kommen, ja, in den letzten Tagen ist dieses russische Interesse in dec nordi­schen Presse deutlicher hörbar gewesen, als selbst das eigene.

Diese außergewöhnliche Teilnahme erwachte zuerst, als die Kunde über den Streitfall Si- nowjew-Trotzkh nach Westen doang. So war es also das militärische Element, das den Keim zu jener großen Krise in sich trug, unter deren Wirkung wir noch heute stehen. Ruftland hat 800 000 Mann unter Waffen stehen. Es beabsich­tigte, diese Truppe auf 200 000 zu ermäßigen, als die Opposition ausbrach, welche sich gegen die Kerntruppen richtete. Diese Kerntruppen, 40 000 Wann stark, waren bisher das einzige, das in dem großen Ganzen dieser Armee als zuverlässig galt. Im übrigen war es längst kein Geheimnis mehr, daß die restlichen Truppen nur 10 bis 20, selten 30 brs 40 Proz., Kommu­nisten .enthielten. Man mu'ß Mgeben, daß die Opposition, die der rein radikale Sinowjew gegen Trohky, den Oberbefehlshaber dec Kerntruppen, richtete, int höchsten Maße gefährlich war. Sinowjew sah m der Entwicklung der Dinge eine schwere Gefahr für den Reinkommunismus, fein Gegner wußte, daß es um Sein oder Richtfein ging. Riemand wird leugnen können, daß die russische Regierung diese Krise durch ein meister­haftes Lavieren im großen ganzen beigelegt hat. Sie ernannte den General Budjennij zum Oberbefehlshaber und Trohky ging, angeblich krank, in den Kaukasus. In den dann kommenden Wochen zeigte sich in Rußland ein seltsamer Gegensatz zwischen dem äußeren und innenpoliti­schen Leben.

Die auswärtige Politik hatte die Erfolge zu verzeichnen, daß Rußland, nachdem es von Deutschland anerkannt wurde, schließlich auch von Oesterreich, Rorwegen, England (Mac Donald), Italien (Mussolini) und Polen (Dortony) das de jure erhielt. Es ist ein seltsames Bild den Geschichte, daß in demselben Augenblick, in dem Lenin, der Zeit seines Wirkens auf diese An­erkennungen strebte, verschied, drei große Machte nacheinander, jedes einzelne auf Betreibung einer leitenden Einzelinitiative, diese Bestätigung gaben. Rußland steht heute außenpolitisch verhältnis­mäßig günstig da. Man wird nicht daran glau­ben können, daß die von der Entente abhängigen Richtungen:Kyrill undKrasnow-Rikolaje- witsch Kerensky irgend etwas ausrichten möch­ten. Es ist überhaupt die Frage, ob Rußland, wenn seine Staatsform sich ändern sollte, hon irgendeiner auswärtigen Macht eine wesentliche, also finanzielle llnterftüftunq erführe. Vor kurzer Zeit hat Kerensky, Wünsche zu Tatsachen verändernd, erflärt, der Zerfall des Sowjetreiches stehe von innen bevor. Es soll nicht untersucht werden, ob eine derartige Aendecung für Deutsch­land wünschenswert wäre, nur die bis heute ge» fchehenen Tatsachen sollen reden. Es wird ge­meldet: Die russischen Zentralgarnisonen Briansk, Örel, Tcvnbow, Woronesch und andere meuterten. Diese Gefahr, die Moskau jetzt mit Tartaren be­kämpft, mag im Augenblick größer erscheinen, als es berechtigt sein darf. Man darf nicht ver­gessen, daß der Leninismus sich in der Tat auch einige Verdienste erwarb, Verdienste, durch die gerade die große Masse dieser Bevölkerung von 130 Millionen auf seine Seite getrieben wurde. Es ist oft herüber gelacht worden, daß der Sowjet sich als Baurnregierung ausgab. Aber dann wurde doch meistens vergessen, daß ein außer­ordentlicher Unterschied zwischen dem Naturell des weh europäischen und demjenigen des asiati­schen Bauern besteht. Dec asiatische Dauer lebte bisher in dumpfer Resignation dahin. Erst die Dauernregiecunq Härte ihn auf. Diese Regierung gab ihm Land, dessen Pachtfrist bis zu 50 Jahren hinaufgesetzt wurde, und sie wußte sehr wohl, weshalb sie das tat. Es ist überhaupt zu fugen, daft die Wirtschafts- und Agrarfragen das A und O d:r russischen Politik darstellen. ,

Wenn die Gefahr eines russischen Zerfalls tatsächlich drohen sollte, so wird sie auch durch wirtschaftliche Schwierigkeiten ausgelöst

werden. Die Transportkatastrophe, die Material» schwierigkeiten und letzten Endes die Rachwirkung der geschehenen Greuel hemmen die russische Wirt­schaft in ihrem Fortkommen. Korn ist das wich­tigste von allem, was der Russe ausführen kann. Dec Ausfuhr dieses vor allem auch Häute, Felle und Agrar» sowie Forstprodukte jeglicher Arr liefernden Landes stehen allerdings die Trcms- poctschwierigkeiten in erheblichem Maße entgegen. Dasselbe gilt für die Einfuhr, unter der sich neben den ständig gekauften Fertigwaren aller Art auch viel Papier befand.

Es ist bekannt, daß die Sowjetregierung bis zum Einsetzen der Krisen begonnen hatte, kapita­listisch zu wirtschaften. Augenblicklich steht das russische Reich gerade in dieser Hinsicht am Scheidewege. R h k o w, dec Vollblutrusse, gilt nicht für den Mann, der Lenins Erbe werden tonnte. Kamenew, Sinowjew und der schauerlich berüch­tigte Tscheka-Ehef, Tertschinskh, drängen gewalt­sam auf Wiedereinführung der Zustände, die in den Jahren 1918 und 1919 die Welt mit Entsetzen erfüllten. Krassin, der weit größere Fähigkeiten als Rykow besitzen dürfte, der auch als Volks- Wirtschaftler seinesgleichen suchen mag, steht ihnen gegenüber. Vielleicht ist er der kommende Mann, auf den Rußland trotz Rylows Ernennung heute

noch harrt. Hm seinen Ausgaben einigermaßen genügest zu tonnen, wird er sowohl militärisch wie wirtschaftlich hervorcagen müssen. Wie Musso­lini wird er mit Leidenschaften völkischen Emp­findens umgehen müssen.

Gerade in Rußland ist das nationale Empfinden zur Zeit aufterottxmtttch stark. Richt zum letzten deswegen, weil es den Moskowitern gelang, einen guten Teil dieser Leidenschaft, von deren asiatischer Zügellosigkeit man sich kaum eine richtige Vorstellung geben möchte, in ihre Interessengebiete zu lenken, sind Denikin und Wrangel gescheitert. Und in dec Tat erscheint es doch gewagt, die Wirkungskraft des asiati­schen Elementes in der rotrussischen Politik zu überschätzen. Lins Deutschen mag es an sich einerlei erscheinen, w e r in Rußland herrscht, toenn unser Volk dadurch einen wirtschaftlichen Vorteil er­fährt. Aber eben deshalb muh man sich daran gewöhnen, trotz jener ungeheuerlichen Anti­pathie, die das kommunistische Greuelsystem der Tscheka-Leute uns eingeflöht hat, Ruftland rein wirtschaftlich zu betrachten. Die Zetten haben sich geändert, aber all ihr Trubel und Wirr- | warr vermochten nicht die Lehre Dismarcks zu verwischen, der von einer natürlichen rusfisch- I deutschen Zugehörigkeit gesprochen hat.

Landwirtschaft und Gartenbau.

Grundzüge der künstlichen Düngung.

Don Landwirtschaftsrat Dr. Schad, Qanbaxrt- schriftliche Schule, Butzbach.

(Schluß*.)

Düngemittel mit mehreren Rühr­st v f f e n.

Siehe Kaliammonsalpeter, Rhenaniaphosphat, Germaniaphosphat (in Rr. 47 desGießener An­zeigers. D. R^>.) 1

Ammoniaksuperphosphat ist ein Mischdünger von schwefelsaurem Ammoniak und Superphos­phat, entweder mit 5prvz. Stickstoff und OOproz. wasserlöslicher Phosphorsäure oder mit 9X9 Proz. Man taffe sich stets den Prozentgehalt garantie­ren. Heber Verwendung, Mischung usw. siehe Ammoniak imd Superphosphat (in Rr. 47 des Gießener Anzeigers. D. Red.).

Knochenmehle enthalten Stickstoff und Phvs- vhcrsäure. Im aufgeschlossenen Knochenmehl wirkt Die Phosphorsäure wie im Superphvsphat wasier- löslich. In den anderen Knochenmehlen ist sie in schwerlöslicher Form enthalten. Man darf Kno­chenmehle wegen ihres Kalkgehaltes nicht mit Am­moniak und ammoniakhaltigen Düngern und nicht mit Superphosphat mischen.

Man laste sich auch bei den Knochenmehlen stets den Prozent gehalt an aufnehmbaren Pflcm- zennähcstoffen garantieren.

Die Düngung der einzelnen Kultur­pflanzen.

Düngerrezepte föirnen, wie eingangs schon er­wähnt, nidjt gegeben werden.

Halmfrüchte sind Sttckstvsszehver und sehr dankbar für Stickstoffgaben, jedoch ist Vorsicht wegen Lagergefahr geboten. Im Durchschnitt kann bei genügendem Phrosphovsäure- und Kaligehalt des Bodens bis zu V/2 Zentner Ammoniak oder anderer Stickstoffdünger, entspvecherü» dessen Pro- zentgehalt, gegeben werden, ca. 1IVs Zentner Superphosphat oder 12 Zentner Thomasmehl und 1 Zentner 40prvz. Kalisalz per Morgen.

Hackfrüchte stehen meift in Stalldang. Sie haben starkes Bedürfnis nach Sttckstoff und Kali, Rüben auch nach leichtlöslicher Phosphor­säure. Rüben sind dankbar für bis zu 3 Zentner Salpeter, 34 Zentner Kainit oder 1l1/- Zent­ner 40proz. Kalisalz und 12 Zentner Superphos­phat Per Morgen.

Kartoffeln verwerten bis 2 Zentner Ammoniak per Morgen sehr gut, an Kali 1P/2 Zentner 40prvz. Kalisalz. Man gebe kein salzsaures Am­moniak und kein Karnit zu Kartoffeln. Kartoffeln verwerten Ammoniak bester als Salpeter, Rüben umgekehrt.

Hülsens rüchte und Futterpflanzen (Schmetterlingsblütler) können mit Hilfe ihrer Wurzelknöllchen (Bakterien) den freien Sttckstoff der Lust binden und verwerten. Sie sind in ihrer Jugend für eine geringe Sttckstoffdüngung (bis i/o Zentner Ammoniak per Morgen) dankbar. Weitere Stickstoffdüngung erübrigt sich da sie den Luftsttckstoff sich nutzbar machen. Ihr Phosphor- säuce-, Kali- und KalkbÄmrfnis ist dagegen sehr groß. Man gebe 24 Zentner Thomasmehl ober Rhenaniaphosphat oder 46 Zentner Kainit oder 1IVo Zentner 40proz. Kalisalz.

Wiesen benötigen in erster Linie Phos­phorsäure und Kali. Wan gebe 24 Zentner Kainit und 13 Zentner Thomasmehl oder Rhe- naniaphosphat per Morgen. Auch bis 1 Zentner Kalkstickstoff oder schweselsaures Ammoniak per Morgen sind lohnend.

Die hier angegebenen Düngermengen sind nur Durchschnittszahlen, um Anhaltspunkte zu geben. Jeder Landwirt prüfe seinen Acker selbst durch Heine Düngungsversuche, die ihm am besten Auf­schluß über bas Rährbedürfnis feiner Böden geben.

Bessere Verwertung des Strohes.

Bei der Fütterung muß des Landwirts Richt­schnur fein, alle Futtermittel möglichst hoch zu verwerten. And es läßt sich tatsächlich setost aus solchen Futtermttteln wie dem Stroh mehr heraus- hvlen, als mancher denken mag. Stroh ist be­kanntlich reich cm Holzfaser, hat aber einen wenn auch geringen, so doch keineswegs zu unterschätzen-

*) Devgl. Rr. 31, 41, 47.

den Gehalt an Rährstosfen, besonders an Der* baulichem Eiweiß. Wenn nun in einer Wirtschaft wenig Heu vorhanden ist, dafür aber anderseits wasserreiche Futtermittel, wie Rüben, Blätter, ©rünfutter, reichlich zur Verfügung stehen, dann tritt Stroh so recht eigentlich zur trollen Geltung. Es bient in erster Änie als Füllmaterial bed werten Derdauungsapparates und sichert dis bessere Ausrmtzung des Grünfuttecs, das des­halb auch niemals allein, sondern stets unter Zu­satz von einem Fünftel Stroh gegeben werben soll. Zugochsen unb Schafe kann man zur Rot im Winter allein mit Stroh, Rüben und Spreu durch den Winter bringen. Ramentlich wirb man das für die Pferde- und Rindviehstallung be­stimmte Streustroh, besonders wenn es mit Un­kräutern und Futterkräutern gut durchsetzt ist, erst von den Schafen durchfcefsen lassen und dann erst einstreuen. Bekannt ist auch das Uebergiefjen einer Melasselösung (ein Teil Melasse auf vier bis fünf Teile Wasser) auf Stroh, um dadurch größere Strohmengen, selbst wenn sie nicht mehr ganz einwandfrei find, den Tieren beiz bringen. Da Melasselösungen rasch vergären, muffen sie immer erst unmittelbar vor der Fütterung hec- gestellt und verwendet werben. Tie verschiedenen Stcofrnrten haben bekanntlich unterschiedlichen Futterwert: am höchsten steht Hülsenfruchtstroh, bannt folgt (besonders für Milchvieh) Gerstenstroh, bann Haferstroh unb zuletzt bas Stroh von un­serem Wintergetreide. Alles selbstverständlich un­ter der Voraussetzung einer gleich guten Ernte. Auch beim Strohhalm bestehen Rährstoffunter- schiede, die Aehrenhälfte ist nährstoffreicher als die Stoppelhälfte. Man wird deshalb das Winter­halmstroh, das ja vorwiegend ein gestreut wirb, mit dem Strohschneider halbieren, die Aehren­hälfte verfüttern, die Stoppelhälfte einstreuen. Mit dem Schneiden des Streuftrohs sind auch noch wettere Vorteile verbunden, indem es sich nach jeder Richtung hm leichter hantieren und unterpflügen läßt. Ob man bas Futterstrich Häck­seln soll oder ittcht, ist eine viel umstrittene Fva«. Häcksel verursacht mehr Arbeit, wirb aber nicht immer besser als Langstroh ausgenutzt. Schneidet

Sie dürfen es nicht

als Ihr Geheimnis betrachten, baß Sie Ihre Kleider, Blusen, Gardinen usw. nur mit den weltberühmten echten Hettmann's Farben, Marke Fuchskopf im Stern, selbst färben, sondern Sie müssen es auch Ihren Freundinnen und Bekannten erzählen.

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