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Don der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg t D. ist der Prof, der Nationalökonomie und ginon^tmrt- schaft ebenda Dr. rer. Pol. Robert Liefmann zum Ehrendoktor ernannt worden. Prof. Liefmann ist Verfasser einer Reihe von Arbeiten aus seinem Spezialgebiet: moderne wirtschaftliche Organisationsformen: Kartelle. Trusts usw., Bank- und Finanzierungswesen, ökonomische Theorie. Liefmann, ein geborener Hamburger, früher Privatdozent in Gießen wurde Ostern 1914 Extraordinarius und später ord. Honorarprofessor in Freiburg i. D.
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— Die Verfassung deS Deutschen Reiches vom 11. August 1919 hat der bekannte Heidelberger Staatsrechtslehrer, Geheimrat Gerhard Anschütz in Dtilkes Rechts- b i b l i o t hek in unveränderter Auslage erscheinen lassen. Das handliche Buch gibt neben einer ausgezeichneten Grnleitung über die Entsteh ungsgeschichte des neuen Reiches und seiner Verfassung den Wortlaut mit Kommentaren, die bet aller Kürze doch erschöpfend sind. Es wird für alle, die sich über das Grundgesetz unseres neuen Staatsrechts zu unterrichten wünschen, ein willkommener Führer sein.
— Deutsche Dichtung der Gegenwart nennt der Freiburger Literarhistoriker Phllipp Witkop eine bet H. Ha es sei in Leipzig erschienene, das Bedeutsame, Bleibende herauslösende Literaturgeschichte, di« bei Gotthelf und Keller beginnt und zu unseren lebenden Dichtern, Rilke, George. Kaiser, Gott und^lnruh flhrt Dem Roman der deutschen Schweiz ist ein eigenes und mit besonderer Hingabe geschriebenes Kapitel gewidmet. Der Darstellung der neueren Dichtung gelingt es nicht immer, die großen Linien zu wahren, doch sind die ausgewählten Persönlichkeiten und ihr Schaffen in geistvoller Weise bei aller bewußt angewandten Kürze erschöpfend und interessant geschildert
— Das große Destiariumder Literatur nennt Franz Blei eine bissige, aber schwungvoll und packend geschriebene Satire, die vor keinem unserer modernen Dichterkoryphäen Halt macht und mit der scharfen Sonde des stark satirischen Kritikers seziert Das bei Ernst Rowohlt, Berlin in ausgezeichneter Ausstattung erschienene Buch ist unterhaltsam und anregend. So oft Blei auch über das Ziel berech-
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Daß ein Pferd Kräfte von 21 P. S. entwickeln kann, ist die überraschende Tatsache, die kürzlich durch eine Reihe von Versuchen der amerikanischen Pferde-Gesellschaft erwiesen wurde. Es zeigte sich, daß ein Gespann guter Lastpferde ein Gewicht von 2000 engl. Pfund ziehen kann. Solche Leistungen sind freilich nicht auf gewöhnlichen Wegen möglich. Es müssen schon die günstigsten Bedingungen für eine derartige Leistung zu- sammenkommen. Andere Versuche zeigten, daß die gewöhnliche Ansicht, ein Pferd könne so viel ziehen, als das Dreifache seines eigenen Gewichtes beträgt, nicht zutreffe. Wan fand, daß ein Paar Pferde, von denen jedes 1600 engL Pfund wiegt, zusammen 3750 Pfund zog, also nur 550 Pfund mehr als ihr gemeinsames Gewicht Ein Elefant, der 12 000 Pfund wiegt, kann nur 8750 Pfund ziehen oder 3250 Pfund weniger als sein Gewicht Die Oberfläche, über die die Last ge
drungen konnten. Doch läßt sich heute noch kern Lleberblick gewinnen über die Größe des Schadens.
Kreis Friedberg.
• Dad-Aa uheim, 29. Febr. Gestern verschied. hrvausgerissen aus bester Schaffenskraft in Dad-Äauheim Dr. iur. Heinz Krantz, der Hauptgeschäftsleiter des „Refvrmbundes der Gutshöfe" und dessen Schwesterorgnnisatron, der „Gutsreform e. G. m. b. H", der HÄmgang dieses erfahrenen und tatfrohen Mannes bedeutet einen schweren Verlust nicht nur für den Reformbund und die Gutsreform, sondern für die deutsche Landwirtschaft überhaupt.
Hessen-Nassau.
fpd. Frankfurt a. M., 29. Febr. 3n den letzten Tagen sind hier und in den Nachbarorten bedeutende Mengen gefälsch -- ter Zwischenscheine der Schatzanweisung des Deutschen Reiches, Buchstabe X. I., im Verkehr festgestellt worden. Diesmal handelt es sich um Stücke, die auf 84 Goldmark = 20 Dollar lauten, sowie um Stücke, mit den Buchstaben R Über 42 Goldmark = 10 Dollar. Die Falschscheine sind auf gewöhnlichem Papier gedruckt. Die Fa- sörstreifen sind durch rotbraune Striche nachgemacht worden. — Der 19jährige Elektrotechniker Wilhelm Weber verschaffte sich bei einer allein in der Wohnung anwesenden Frau unter dem Dvrgeben Eintritt er sei Kriminalkommissar Hader und müsse eine Durchsuchung vornehmen. Dabei bedrohte er die Frau mit dem Revolver. Durch einen hinzukommenden Bekannten der Frau wurde der Bursche Überführt und der Polizei übergeben. Anterwegs steckte er den Revolver dem 16jährigen Lehrling Kaspar R e i n h a r d t zu, der ebenfalls bei der „Amtshandlung" des „Kommissars" mitgeholfen hatte, aber auf dem Wege nach dem Revier entkommen konnte. Reinhardt wurde heute früh verhaftet. — Ein älterer Polizeibeamter, der zu Ende Februar wegen des Abbaus den Dienst quittieren muhte, e r s ch o h s i ch heute früh aus Sorge um seine fernere Zukunft. — Der Vorstand der Ortskrankenkasse hat auf Ansuchen des Konsumvereins diesem ein gröheresDarleheninGoldmark gewährt und fand dazu die Billigung des Verwaltungsrates, allerdings gegen die Stimmen der Arbeitgeber. Als darauf zwei der Arbeitgebervertreter, die Inhaber großer bekannter Lebensmittelgeschäfte sind, nun gleichfalls um ein D a r l e h e n nachsuchten mit der Begründung, daß sie dasselbe Recht wie der Konsumverein dazu hätten, lehnte dies die Ortskrankenkasse ab.
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Aogen wird, ist natürlich von größter Wichtig- eit. Ein Pferd kann auf Metallschienen 12/3mal oviel vorwärts bringen als auf einem guten Asphaltpflastec, fünfmal soviel als auf einem gewöhnlichen Steinpflaster und zwanzigmal soviel als auf einem schlechten Landwege. Für ein gewöhnliches Ackerpferi) gelten 15 Zentner als eine Last, die eS gut foribringen kann, zusammen mit dem Gewicht des Wagens, auf dem sich die Last befindet. Unter dem Sattel des Reiters und beim Ziehen leichter Gefährte entwickeln Pferde, die eine gute Zucht und ein gutes Training haben, erstaunliche Qelftungen an Stärke und Ausdauer. So zog z. B. im Jahre 1912 ein 12 Jahre alte» Pferd, baä einem Gutsbesitzer in Staffordshire gehörte, eine Equipage in 13 Stunden und 27 Minuten 160 Kilometer weit. Der Kutscher benutzte keine .Peitsche und lieh das Pferd den ganzen Tag mit schlaffem Zügel laufen. Das Pferd vollbrachte dieses stattliche Tagewerk in vorzüglicher Verfassung unt> zeigte nachher keine Spuren von Ermüdung. Amerikanische Pferde haben die englische Weile im Trab in 4 Sekunden weniger als 2 Minuten zu rückgelegt. 3 m Galopp hält wahrscheinlich den Rekord das englische Vollblut Mumtaz Mahal, das im vergangenen Jahre bei einem Rennen zu Rew Market in der Stunde 39 engl. Meilen, d. h. 621/« Kilometer zurücklegte.
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tigter Kritik hinwegschießt, so manchesmal lernt- Glossen abstohen, wie Rörgeleien wirken, so oft auch wieder trifft er ben Raget auf den Kops und läßt darüber manches Peinliche vergessen.
— Die „Schöne Literatu r", die von Will Vesper herausgegebene kritische Monatsschrift für zeitgenössisch« deutsche Dichtung (Cd Avenarius, Leipzig) hat es unternommen, all bai-, was in Zeitschriften an Aufsätzen über die Dichtung unserer Tage erscheint, in einer monatliche- Bibliographie genau nachzuweisen auf Grund der Reueingänge der Deutschen Bücherei zu Leipzig, der alle Reuerscheinungen in deutscher Sprach- lückenlos zugehen. Für den Literarhistoriker ist hiermit ein wissenschaftliches Hilfsmittel aller ersten Ranges geschaffen worden.
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M.«a Watzenborn-Steinberg. 29. Febr. Am Mittwoch fand im Saale »Zur Krone" ein Vertrag von der Liga zum Schmutze der deutschen Kultur statt. Der Redner sprach über das Thema: „Warum arbeitslos?" 3n seinen Ausführungen streifte er säst alle Gebiete deS wirtschaftlichen Lebens. Fast alles fei gestört durch die gräßlichen Wirkungen des D e r- faUlet Diktats. 3n Beantwortung der Frage: .Beseitigung der Arbeitslosigkeit" streifte der Redner das ArbeitSzeitgeseh und das Ar- beitsjafr Bei den beiden letzten Themen fand er teils DeifalL teil« Ablehnung, je nach der politischen Richtung der Zuhörer,
t Ettingshausen, 1. März. Sbadtmis- fümar R e b eling aus Frankfurt, der Bruder eines uirsereS Mitbürgers, freit in dieser Woche .Heber die letzten Dinge" biblische Vorträge, die sich eines guten Besuches, besonders auch aus der Umgebung, erfreuten.
D Sich, 29. gebt. 3n der gestrigen Sitzung des GemeinderateS wurde der jetzige Zeitpunkt sirr die Bekämpfung der Sperlinge für geeignet gehalten und beschlossen, für jeden auf der Bürgermeisterei zur Ablieferung ge- langcnden Sperling eine Vergütung von 2 G)ld- vfenniger. auS städtischen Mitteln zu bezahlen. Gleichzeitig wurde eine weitere Vergiftung s- aktion für die zahlreich auftretenden Feldmäuse beschlossen unb die hierzu erforderlichen Mittel bewilligt. Auf Antrag wurde beschlossen, den Erwerb des Dorgartengeländes in der Bahnhofstraße in die Wege zu leiten und zu einer etwaigen Verbreiterung der Fahrbahn später Stellung zu nehmen. Mehrere Einwohner suchten in einer gemeinsamen Eingabe darum nach, die Wetterbrücke zwischen Schloßgarten und Eisenbahn zur Beseitigung der Hochwassergefahr füt Lich hoher zu legen. Diesem Ansinnen wurde nicht stattgegeben, vielmehr beschlossen, die bereits vor mehr als Jahresfrist geplante HerstellungeinerFlutfchleuse im Weht der Kolnhäusermühle, sofern genügend Mittel zur Verfügung stehen, voyunehmen. Man erwartet, daß durch diese Maßnahme der Wasserspiegel der Wetter unterhalb Lich ganz bedeutend gesenkt werden kamt. Don dem beabsichtigten Ankauf eines Turmes des Karl Ludwig Heller dahier wurde Abstand genommen. — Die Wohl- tättgkeitsveranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr am 17. d. Mts. erbrachte einen Reinertrag von 250 Mk. Dieser Betrag wurde der freiw. Sanitätskolonne zur Verfügung gestellt.
L Göbelnrod, 28. Feör. Am Sonntag feierte der Gesangverein Eintracht m würdiger Weise das Fest der Fahnenweihe. Der Rot der Zeit entsprechend, hatte der Verein von einer größeren Veranstaltung abgesehen. Der Verein besteht feit über 20 Jahren. Besondere Begrüßung erfuhr der Gründer, Lehrer Kost- Rödgen, der in heiterer und doch ernster Form dem Verein als Vater Ratschläge und Wünsche für die Zukunft gab. Auch der zeitige Dtrigent, Herr Meder- Reiskirchen wurde besonders geehrt.
(.) BerSrod, 28. Febr. Am Sonntag feierte der hiesige Kriegerverein fein 30jähriges Stiftungsfest. Die Feier verlief in allen Dellen sehr zufriedenstellend. — Da sich nicht alle sangesfreudigen jungen Männer in unserem Orte unter einen Hut bringen lassen, traten einige derselben zu- ammen und gründeten einen neuen Ge- angverein, der den Aamen „Frisch auf“ ührt.
* AuS dem oberen Dettertal, 29. Febr. Die strenge Kälte hat der Wintersaat, besonders den K)rn- und Samea- fetbern, er heb lich en Schaden zugefügt. Der erste harte Frost fiel auf die Aecker, ehe sie nrit bet jetzt fast fußhohen Schneedecke bedeckt waren. Die wärmere Mittagstemperatur hat dann die oberste Ackerschicht auf getaut und losgelöst, so daß die Rachtfroste bis an die zarten Pflcmzenwurzeln
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* Das Arntsverkündigungsblatr Dr. 16 vom 29. Februar enthält: Reich-rtagswah 1924 — Gebührenordnung der Hebammen. — Enteignung von Gelände in Dillingen .— Viehseuchen. — Tierschutzkalender. — Hessische Feuerwehrzeitung. — Reichsmietengeseh; Märzmiete. — Dienstnachrichten.
Kirchliche Nachrichten.
Gvangel'.sche Gemeinden.
Gießen. Sonntag, d. 2. März. Estornihi. Stadt kirche. OrbentL Kirchenvisitation durch Herrn Geh Oberkonsiswrialrat Superintendent . Petersen. 9' ,: Pfr Mahr. 11: Kinderk. f. d. Matthäus- u Markus- gern. Pfr. Mahr. 3: Ehristenlehre f. Matthaus- u. Markusgem. 6: Pft. Becker. 8: Dibelbesprechung, Pft Adolph. Mittwoch, d. 5. März 6: 1. Passions- andachi, Psr. Becker. Johanneskiche. Kein Gottes- bienft — Im Lukassaal, (Liedigstr. 56). 91,: 9-fr. Bechtolsheimer. 11: KiNberk. für bie Lukasgem., Pfr. Bechtolsheimer. - Alte Friedhofskapelle. 9 / • Psarrass. Schmidt. — Kirchberg. 10. - Lollar. 1 /,. Staufenberg. 1'/,- — D3iefeck. 9 ’/t: 11 • Kinderk.
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Gießen. Samstag, den 1. März. 57, u. 7 Deichte Sonntag, 2. März. 67, Beichte, 7 Messe, 8 Komm 9 Hochamt m.Pred., 11 Messe m.Pred., 51/, Christen!, u And.-Mittwoch, 5. März. 77, wird b. geweihte Asche ausgeteilt. — Freitag, 6'/, ist Fastenanbacht. Sind Sie erkältet?
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