Streit Artedderg.
• Rauh« tm, ZV. TRat ctrezr om OHontag abgefraltenen Grundstück» »erst« t g e r u n g trmrben bter noch nte bagerocfenc Phantas iepreise geboten, so z. D für 267 Quadratmeter hinter der Mühle 1 760 000 Mk.. 381 Quadratmeter in Sichler 4 850 000 IRL, 655 Quadratmeter hx Sichler 6400 000 ML Da» gibt teures Obst und Gemüse.
Kreis Büdingen.
* Nidda, 30. Mai. Der „Niddaer Anzeiger" berichtet: Aufsehen erre-gende Verhaftungen wurden am Samstag in einer Cocain - Schieber-Angelegenheit vorgenommen, die in Nidda ihren Mittelpunkt hat. GS wurden von hier verhaftet ein Agent und sein Sohn, sowie ein junger Mann, in dessen Wohnung eine Kiste mit Cocain, Morphium und Salvarsan im Wert von mehreren Millionen gefunden wurde. Weiter wurden ein Händler von Effolderbach und zwei Personen aus Büdingen verhaftet, darunter ein höherer Beamter, der die Medikamente um einen geringen Preis abnahm. Teilweise wurden die Verhafteten wieder auf freien Futz gesetzt. Ein Niddaer Zahnarzt, dem die Schieber Cocain anboien, und der zum Schein auf den Handel einging, lieferte die Hauptmftspieler der Polizei in die Hände. Die Kiste mit den Medikamenten, worunter sich solche befinden, die noch die Originalpackung der Höchster Farbwerke tragen, will der Inhaber s. Z. von einem Feldwebel zur Aufbewahrung erhalten haben. Nach diesem Feldwebel, der sich jetzt in Mainz befinden soll, wird gesucht.
Hessen-Nassau.
][ Marburg, 30. Mai. Die Stadtverordnetenversammlung erlebigtc gestern in einerDaurr- sihung den Haushaltsvoranschlag, der mit 1 679 255 600 Mark obschlietzt. Die Gewerbesteuer beträgt 750 unb die Grundsteuer 125 Prozent. Das Stadtfürsorgeamt sieht 74 510 000 Mark Einnahme und 118 760 000 Mk. Ausgaben vor und erfordert einen Zuschutz von 44 250 000 Mark, die Armenlasten erfordern 30 565 000 Mk. und machen einen Zuschuh von 24 935 OOO Mk.nötig. Auf den Titel Dildungsanstatten entfallen 313 071 000 Mk. Einnahmen und 589 204 350 Mk. Ausgaben.
fpd. Frankfurt a. M, 30 Mai. Am Qpernplah steht seit Monaten ein Bettler, item jeder gern ein Scherflein gab. Dieser Tage interessierte sich nun die Polizei für den Mann unb nahm ihn mit auf die Mache. Hier mutzte er sich einer Leibesuntersuchung unter» ziehen lasten. And da erlebte man sein blaues Wunder. Denn der Bettler schwamm buchstäblich in Papiexscheinen. 3n zwölf Streichholzschachteln bewahrte er seine Tausendmarkscheine auf, aus dem Klotzen Leibe, unter den Strümpfen ungezählte Hundertmarkscheine bis herab zum lumpigen Einmarkschein. 3m Rock- und Hosenfutter führten weitere Geldscheine ein beschauliches Dasein. 3n zwei Brotbeuteln, die schwer am Leibe herunterhxngen, hatte der Mann etwa drei Pfund Münzen: 50-Pfennia-Alu- minrumftüde und ein ganzes Heer von eisernen Zehnpfennkgstücken. 3m Revier zählte man stundenlang, ehe der Schatz gesichtet war. Gr. ergab ins gesamt- rund 100 000 Mark.
ZNrche und Schule.
△ Die Kreislehrerversammlung des KreiseS Gietzen fand gestern unter dem Vorsitze deS Stadtschulrats Prof. Dr. Alles im .Phi los ophenwald" statt. Der Vorsitzende widmete den beiden im Laufe deS letzten Schuljahres verstorbenen Lehrern, Reumann - Gr.» Duseck und K n ö p pe r - Queckb^re, c nen warmen Rach ruf. Schularzt Dr. Schuppers - Gietzen hielt einen Vortrag über „Das Züchtigungs- red)t in der Schule". Schulrat Fischer erstattete oen Jahresbericht über das abge aufene Schuljahr 1922 23. Aus der Statistik ergibt sich, datz die Schülerzahl um mehrere Hunde t ;uvüdgegangcn ist Die Zahl der Schulkinder beläuft sich auf 8887, davon sind 4839 Knaben und 3998 Mädchen. Reu etngetreten sind an Öftere 339 Knaben und 275 Mädchen. Es bestehen 216 Lehrerstcllen gegen 214 tm Vorjahr, der Druck der Rot dec Zeit gestattete feine nxitete Stellenvermehrung. Die Zahl der Lehrkräfte betrug 218, davon sind 224 mäanlich, 14 weiblich: 2 sind Fortbildu.rgsschullehrer im Hauptamt. 3m Sommer finde: eine erdku:xdliche Studienreise durch den Vogelsberg und die Wet- terau statt, an der die Lehrer teilnehmen können. — 3n der anschlietzredre nichtamtlichen Öebrer- versammlung wurde zum Obmann der Kreis» Lehrerschaft Lehrer Michel aus Ettingshausen aewählt Dem ausscheidend«n bisherigen Obmann Weftfal, der nach Gietzen versetzt ist, wurde von mehreren Red::ere unter dem Beifall der Versammlung für feine rege Tätigkeit der Dank der Lehrerschaft des Kreises ausgesprochm.
Das Moselhaus.
Roman von Luise Schulze-Brück.
41. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Aber die Konturen der Wolke glänzten tote ton c -.em gleitzrnden Sllb-xbaixd umwogen. Frau Era sprach unwillkürlich laut vor sich hin, was ihr einmnl in einer grauen Stunde zum starken Tröste cz: ordcn war, als sie's zufällig aus ihrem Ab» i - -.fenber gesunden hatte: ..(äede Wolke hat ei«n sibrnre Rand" älnd „Hi iter jeder Wolle i i- ch cäc Son-re", ging s ihr durch den Sinn. S-e ;;asm cS als ein Vorzeichen, datz just in diesem A-.aenblicke di.' Woltenbank zerrist und durch den Rist ein Sonnenpfeil hindurchsch '.ellte. auf der ■‘i-äeL golden aufprallte und einen lichten Schein über den Eichenwald am Dergesufer drüben warf, ehe er wieder verschwand. Adar das. das wohl Hans Dietrich aus Zwang und nur notgedrungen tun würde nicht zugleich tx>8 beste, das einzige für ihn? Wie batte doch Mutter HauSmann gefaxt: Hään is en acmz annerer Mensch geetoe-x, hään mötzt eso bleitoen fein Lewen lang, nit miren en paar Wochen."
Die Alte satz auf der Dank vor der Tur und schalte Kartoffeln. Sie totntte Eva schon von Weilern zu. „6(0 seid 3hr jo! Daat is schien. Eich Han bcxrl gedenkt, 3hr kärn't heut irrt. 3hr habt eso te» drövt ausgesiehn, etoen im QtebftocEgaarten. 3hr hot sicher met unfern Büraermeschter eppes gebot 3©, die Mannsleut, die Mannsleut! Allezeit w)l» len' fe mit dem Kopp durch die Wand rennen, all» foü alles gähn, tote fei boot aus spekuliert hamr.
Zürnen, Sport und Spiel.
20. Gießener Regatta. — 13. Regatta des LahA»Negaua-L«rha»des.
Zu der am 16. und 17. 3uni stattsindenden Regatta haben folgende 24 Vereine 611 Ruderer und 124 Boote zu den 15 Rennen gemeldet: Mannheimer Ruderklub, Frankfurter Äuixroerexn 1865, Frankfurter Rud.rgesellfchasi Sachie>chaulen, Frankfurter Ruderllub, Frankfurter Rudergefell- schast Oberrad, Ruderoerein Fechenheim, Offen- bacher Ruderverein 1874, Offenbacher Rudergesellschaft -Andine", Ostenbacher Ruderveretn .Hellas", Ruderveretn Kassel, Ruderklub Kur Hessen Kassel, Limburger Ruderverem 1895, Limburger Rudergesellschaft 1920, Limburger Ruderilud 1907, Weilburger Ruderverem, Wetzlarer Ruderklub 1880, Marburger Ruderverein 1911, Atad Ruder- klub R he.ru s Bonn, Kasteler Rudrrgeselstchaft 1880, Wassersporlverein Bonn, Hanauer Ruder- acsellschaft 1879, Hanauer Ruderklub Hassia, Rudersport Dietzen, Gxetzener Ruder-Gesellschaft 1877.
Vermischtes.
Dom deutschen Segelslug.
Königsberg, 30. Mai. (Wolff.) Bei der Verteilung der Preise für die Teilnehmer des er st en deutschen Küstensegelfluges wurde dem Ostpreutzen Schulz die Prämie von 500 000 Mark für den Streckenflug von Predien- berg bi» Pillkoppen zuerkannt. Don der tm 2üx- schlutz an die Preisverteilung gemachten Stiftung in Höhe von einer Million Mark wurde die eine Hälfte für die Rhönsegelflüge, die andere Halste den Deranstaltungen auf der Nehrung zu gesprochen.
Eingesandt.
(Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Die diesjährige Ferienordnung.
Da» Landesamt für das DildungSwefen hatte auf Antrag der Stadtverwaltung die vergangenen Osterferien um 8 Tage verlängert, angeblich am Kohlen zu sparen. Ob dazu wirklich die De.- hältnisse zwangen — die Schulen hatten noch genug Kohlen — oder ob es der Stadfoertoal- hing nicht um die Ersparnis von Geld zu tun war, soll hier nicht untersucht werden. Die Der» längeiung der Osterferien ist erfolgt gegen den Dillen der Schulleitungen. Hm nun zu verhüten, datz die Ettern mit einer Verkürzung der Sommerferien ebenso überrascht werden, wie die Schulen mit der Verlängerung der Öfter- ferien, möchte ich auf einen Befchlutz des öan- vesamteS Hinweisen, wonach die diesjährigen Sommerferien um eine Woche ja verkürzen sind. 3ch enthalte mich jeder noch so nabellegcnbcn kritischen Bemerkung über diese Matznahme, möchte aber doch wünschen, datz man sich aus Elterekreisen mal zu dieser Sache äatzert.
Gin Schüler Vater.
Sandel.
Berlin, 30. Mai. Börsen st im- mungSbilb. 3n Rückwirkung der unsicheren politischen Lage ist in der AuswärtSbewegung der Devisenpreise zur Zeit eine Swckunq bzw. ein leichter Rückschlag eingetreten. DteS förderte auch am Effektenmärkte das Aufkommen einer RealisattonSneigung, von der die namentlich in letzter Zeit so außerordentlich gestiegenen Montanwerte betroffen wurden, so datz für diese Rückgänge von 10 000 bis 30000 und für Bochumer von 60 000 Prozent eintraten. Für die anderen Ondustriepapiere einschließlich der Bankaktien waren die Kurseinbußen erheblich geringer, durchschnittlich 3000 bis 10 000 Prozent, nur vereinzelt 15 000 bis 20 000 Prozent. Auch Baluiapapiere. namentlich Türkenwerte. mit Aufnahme von Lückenlosen, erfuhren überwiegend mäßige Rückgänge. Feste Haltung zeigten durchweg alle Schiffahrtsaktien bei Steigerungen von 8000 bis 25 000 Prozent. Als die Devisenpreise später wieder Neigung zur Befestigung verrieten, befestigte sich im Verlaufe die Stimmung am Effektenmarkt, so daß ein Teil der Anfangs- einbutzen, namentlich bei den Montanwerten, wieder hereingebracht werden tonnte und einige Papiere, wie LH. Goldschmidt, Ludwig Löwe, Hugo Schneider, Schuckert, Siemens u. Halske zum Teil erhebliche Kursaufbesserungen erfuhren. Das Geschäft ist im allgemeinen etwas ruhiger geworden. Für Einheits- kurS-3ndustriewerte ' bestand gleichfalls einiges Angebot, so daß die Kursbildung hierfür uneinheitlich ist.
Frankfurt <x. M., 30. Mai. Börsen» stimmunaSblld. Das Geschäft war heute bei Beginn nicht so lebhaft, wie an den torber»
gegangenen Tforfenbegen. Man tarn allerdings w-hl nicht sagen, datz es in das Gegenteil u.n- geschlagen wäre, aber es war doch zstenbar eine gewisse Zurückhalrung zu beobachten. Ruch auf dem Devisenmartt trat diese Erich inung zutage. Dollareotcn wurden vormittags mit 59 500 bl» 59775 gcfmbclt, später etwa 59 500. Dollorfchay- ar.toctfungen bei erster Notiz 59 000. Daluta-Pa- piere vernachlasiigt, eher abgeschwächt. 3m Frei- vcrkehr wurden Api lebhafter umgeseht, 70000 bis 74 000. Man nannte Benz ettoa 90 000. Metz Söhne 30 000, Becker Kohle, schwächer, 45 000, Docker Stahl 55 000, Tiaa 13 000, Ufa 38 000, Germania Linoleum, fest, 57 000. M ontanpapiere zeigten eine uneinheilliche Tendenz. Beachtet waren anfänglich Deutfch-Lurernburg. niedriger Phönir, Laurahütte und Aschersleben. Fest lagen Norddeutscher Lloyd und Hspag Die Werte des Anilinkvnzern» logen schwächer Badische Anilin bützten 10 000 Prozent ein. Ekektropapiere unterlagen ebenfalls Schtocmkungen. Bei großer Rach- ftv»go waren Wcstbrnk, Barmer Bankverein höher. Mitteln Kreditbank auf den Dividendenvorfchiag und Kopitalerhöhung höher. Sonst war Rach» frage nach Olea werke, Dadenia, Karlsruher Maschinenfabrik. Chemische Werke Albert und Main» fvafttoctfe bemerkbar. Höher begehrt Frankenthaler Zuckerfabrik, niedriger Waggon Fuchs, minus 8000 Prozent. Ding-Werke, Rheinische Braunkohlen schwächer. Die Stimmung ist auf Realisierungen gedruckt.
Börsenkurse.
Nu- 90.-
flurs Rurs
28 5. 30. 5.
90.50 90 50
strixnksurt a. M. Berlin Schtuh. S«Hu6- SfNufc. Sckiluh.
Äurt fiurs
Datum: 28 5. 30.5.
1225.-1275.- 470,- 525.- h^K).-800u,-
1270,-1275 -
MO,— 525,- 7500,-70.10,-
Dtfch. MrtchSanteihe
4'/. Tetflleicben 3‘/te/e Dergleichen 3°/0 Dergleichen
Dtsch.Vvixr-Prrim.-rlnb 4°/, Preuizlsche Äonlol» 4e/„ Hessen.........
8‘V/o vess-n........
Be/o Hessen
501.- 4'i0,- 600 -
170.- 200.- 200,- 215 -
HO,- 14L- 170.- 110.- 125,- --
110,- 120.- 110- 110,-
4e/0 ZoNiürken 107500,-92500,-110000,- 90000,-
De/0 @olt>mci-irnner87rOOOO.-84-JOOO. -890000.-895000.-
Perltncr HandelStzei- . !7.Vj(X).-18*009.-1 ÜOOOO.-100030.- (<ommcv4- u. Privatbk.2"000 ::12OO -32<» 1.-32.W,- 5^1 < v •.r. i i. ii.s>? <x11on n 1 b anf 9,rxJ< i() -:34<X19 - 36100,-3. ^>0 — Deutsche X'iant 5K»00.- 55000,- 53000,- 50000.- Deutstz-r Dcrein»bank. M»00,- 8500— —.— —
Disconio «eornnmixbit 31 KM))-40000.- 39/uO.-
Metallban? 103000,- 95G00 - - Mikteldeiir. 0'.rrbitbnnl23000 - 23009,-220.39- Ceitcrt. Credlmmmll . 52000,- 49000-4<0i)0,- 55000.-
Bochnmer Guh.... —5;2fj00,—n00m-W>000,-
BnderuS......... 1650fi0, -140:m -16S0:)o, -142750, -
Onro 19W.90,-l 70000,-17 lOOO,-2HKMO,- Denisch.Liirembura. . 4IO:X)0-400-X)\-10000o,-10 00a- iHelsenkirchenerBergw 160090,-470090,-500 kjo.-TjOWix- Harpener Jkrabixtt. ffV»00,-675000,-7200>)a-6700öa- Slnliiöext 2lfct)crr.lebenlBOOOO.-135000,-1t:O09G -131000,- R altmerk Aefteregeln 175f)00.-170000,-1750)0.-165003.-
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Ltemenv & Halske. . 26000'"!,-320300,-82501)»-3®000,-
Mainkraftwerke . . . .18005,-22000,— —
Udlermerke SFlcner. . 29500,-2'000,-28500.-2M0st-
D.ximler Wolcren. . . . 34009,-3100a-33000 279.a- ^'-fuliflcnitocbt...... 6500'J,—66'i00,— —
yiennht GSOOO, -750.)),—68000. -77000,—
S?tetnnflcf. '.frnnffurT. .119500,-11500(1- — 2chil0mbrik Her» . . .24033.- 200Du-19750.- -,- C-.irtJcl 5300),— 45001-
. Il'-off '©albbof . 62)00— 53050.-62300.-62800^—
Zucker üii.ftraukenibal32000 — 35001- —
ZuckerfabrrrWaa'auiel 34500 — 3<:500,- ——,—
Frankfurter Devisenmarkt.
Banknoten.
ßTtmffurt «x. 3ü Mai. Aerek ltzetd
Schwerer Roten . 10’401— 10S00. — stranxöüsche ‘^oten 4315 - 3’>65 —
Dänische ?koten 111*J — 11070 —
schwedische Otoien ...... 15X75 — 15725 —
.swltändische 2(v)en 235(/) - 2344-1- Deiuscl>Oesterreich 1100 Streiten 84 75 84 25
2lwerikonische Noten 606« ) — 60975 —
^tmlische .'boten 28-)P').- 277r>09.-
Zmlienische Noten 2884 — 2856 —
Belchsche Noten 3376 - 3344 -
ttimarische No^en 9.13- 9.87 -
T schechosloivakische Noten . . 1805.— 1785 —
Norwegische Noten 9950 — 9850 —
Nllinnnische Noten 365 — 360.—
Svanlsche Noten
6t is nuten gut. daat armer Leut auch net so of den Kopp gefoalcix sin."
Sie kicherte tn sich hinein. Immer. Mit Frau Gva bteS heimliche, vergnügte Kich2re hörte, wutzie sie. datz Mutier Hausmann nun mit dem Ergab» nis irgendeiner langen und scharfen Brodachtu-lg herauskam. Aber sie fiel niemals mit der Tür ins Haxrs, auch bie»ma( nicht, obsch)n sie vor Eifer ganz rote Bäckchen bekommen hatte. Rein, Mutter Hausmann war eine grotze Diplomatin. Unb so begann sie auch diesmal ganz vorsichtig:
.Wenn nvu die jung' HLären <ra» drr Stadt elo anfänfea, sich ihr Leven zu verdienen, a>aat schassen fe bann elo?“ Sie sah, datz Frau Eva sie nicht gart» verstand, und erklärte: »Tich meinen, ttxxrrn se für sich selwer so rare müssen, wann fe ihrem Daader net mich auf der Tasch liegen oder ihrer Mudder net miet) am Schürzenbändel häxxken T
Run verstand Frau Eva unb lachte. »Nun. dasselbe, was sie hier auch tun.“
Aber Frau HauZmann schüttelte den Kopf.
nä! Glv in dem Berlin, da gilt et doch fein Wingerten, da wächst keinen Lrauwenstvck. On baat däht avch goar net zu dem Häär Ohler passen. nee, nee.“
Run hatte sie den llebergang gefaiibcn und sah Frau Eva mit gespannter Erwartung an.
.Waat schafft bann dLLn HLär Ohler? Elo in dem Berlin?"
Frau Eva erklärte.
Befriedigt nickte Mutter Hausmann. „Aha! Glv kavn häan doch ütoetxtd Friedensrlchaer ge» wen, vdder Affekaat otoer NotSr. Och hei? Odder zu Trarbach, vdder zu Barkesseln (Dernkastel).
Wo häan will, üwerall, net nuten bei bennen Preutzen."
„Aber Mutter HomSmann, Ihr selb doch auch eixxe Preutziix."
Die alte Frau schüttelte abfefynenb den Kopf: „Ree, nee. Mir sein kein Preutzen, mir sein Muf- felaner.“
„Aber Mutter Hausmann! Hnb alle eure Enkel bienten doch bei der Garde, bienten dem Könige von Preutzen. Hetzt gerade noch der letzte."
Mutter Hausmänn nickte Überiegen. „Ho, jo! Hään is beim Preuh On unfen König, dän Halden mir hoch! Au wer Preutzrn sein mir net. Daat e» eppes ganz anneres. Bei uns wachsen die Staute en, un in dem Pteutzre. do wachsen die ®ram» bieten (Kartcfseln). Mir fein en anner S)tt Landskinner." Hnb dabei blieb sie. Aber nicht lange. Lean wieder kam sie auf Hans Dietrich zurück. „Hään könnt' on der Müsset wohnen?" De» sp.'-.r.7t beugte sie sich vorwärts, mit offenem Munde wartete sie auf Evas Antwort. „Könnt hään? Oach, bat wär schien." Sie atmete tief auf und sah sehr befriedigt aus. „Daat wär et Rich» tigt. Do könnt mer sich die Sach zusammen kla» toieren."
„Welche Sache, Mutter Hausmann?"
„Och. eich hcxan nuten eso gemeint. Ess, weil bään Häär Ohler doch hei ess gesund is geetoen. Do wär boat ihm v.leicht noch gesunder, wann bään immer do gebliew wär." Sie machte eine Pause Dann sagte sie mit ihrem spitzbübischsten Altweiberblick: .Hään könnt sich jv hei beftoaben“ (verheiraten). Unb als Frau Eva sie lächelnd an» sah, fügte sie eifrig hinzu: ,Ho, jo, brstaaden mutz hään süh jv doch uff die Letzt. Qlirtoer met mit einer
trelegraphtfche 3«4«ab<»vg.) Dumm 29. Wat 80. llTnt
Märkte.
8mtL Xoifeta.
HmtL Nolierg.
Geld Brie»
V'eld
Brief
Untw-'Drilftet
33si^0
3398,50
8381.50
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JC'oHfinb. . .
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London ... .
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15800.25
15939,75
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16040,-
C'elnnixforS. .
1650.8.5
1659.15
1665.80
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Stennork......
60224.05
60525.95
60348-75
60651,2".
Deulfch'Oefterr.
S44S0
85,20
85162
86,588
Budapest. . .
11,47
11,53
10,225
1Ü275
Vrag.......
1803.-
1812,-
1803,-
1812,-
Agram.....
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Schweinemarkt m Gietzen.
* Gietzen, 30. Mai. Ser h«ttgr Schweinemarkt, der sehr unter dem schlechten Weper zu leiden hatte, war mit nur 40 Ferkeln und Läufern beschickt, unb zwar nur von Selbstzüchtere. Händler fehlten gany Befahlt wüt' den für schwere Läufer 850 000 Mk., Ferkel, 6—8 Wochen, 225 000 Ml., ältere 240 000 bi« 270 000 Mk. Der Handel ging flott, so datz bl« Marktschlutz bet ganze Auftrieb verkauft war.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 30. Mai. Es notierten je 100 Klg.: Weizen, Wetterauer. 205 000 bl# 210000 Mk., Roggen 190 000 bis 195 000 Ml. Gerste für Brau^veck? 160 000 bis 170 000 Mk.. Hafer-, intänb., 140 000 518 160 000 Mk., Weizenmehl, südd. Spezial 0 360 000 bis 400 000 Mk. bei Waggonbezug ab Müfftenstation, Roggenmehl 225 000 bis 240 000 Mk.. Weizen- uab Roggen- fiele 85 000 bis 90 000 Mk. Tendenz: stetig.
(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)
Die Kommimistenbewegung im Ruhrgebiet.
Buer, 30. Mai. (MTB.) Die k o m m u » nlstische Bewegung hat feit Sonntag auch in Buer eingesetzt. Bis jetzt Ist es zu gröberen Unruhen nicht gekommen.
DaS neue polnische Kabinett.
Warschau, 28. Mal. (Wolff.) DaS neue polnische Kabinett setzt sich folgenber- matzen jufammen: Präsident Witos, Anneres Klereik, Aeutzeres Seyda, Finanzen Grabsii, Justiz Rowodworski, Llnterrichi Glabinski, Landwirtschaft Eosclcki, Handel Wucharski, Eisenbahnwesen Karlinskl, Post Roszczenski und öffentlich: Arbeiten Lopuszauskl. Die Geschäfte be8 Kriegs- Ministeriums werden von General Osinsll, von Tatvwski unb von Dujalski geführt werden.
Türkisch-griechische Greuzfestsetzuvg.
Lausanne, 29. Mai. (Dolft.) Der Hach» verständlgenau-schutz für die G r e n z f e st s e t » z u n g einigte sich heute vormittag über die neue türkisch-griechische Grenze westlich von Karagatfch. Sie bildet eine 11 Kilometer lange Linie zwischen dem Ardaslusse unb der Mariha von dem Dorfe Dohixakeu bis zu dem Dorfe Denir-Desch, die beide türkisch werden. DaS neue Gebiet umfatzr 25 Quadratkilometer. Die Türken unb die Griechen nehmen diese neue Grenzlinie on.
Schweres Erdbeben in Persien. Tausende von Menschen getötet.
London, 30. Mal. (WTD.) Reuter meldet auS Allahabad: Rach Rachrichten alte Teheran sind bei einem Erdbeben In der Rähe von Meschhed viele Dörfer zerstört worden. Tausende von Menschen sind umgekommen.
Continen kür Dirnen,
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elo her, von denen Grumbieren her." Sie deutete nach einer Richtung, nach der sie wohl das Land der Grumbieren hinversehte.
Frau Eva tat beleidigt: „Aber, Mutter Haus- marnx, ich bin ja selber eine von da oben.“
„Ree, nee,“ sagte Mutter Hausmann eigensinnig. „Äch kennen die von elv owen. Die mit bään Ringen in den Ohren, die Zigeunern, die elo exumgeschwänzelt is, tote en Dachstriz, daat woar en EchteI Un zu Trarbach elo sein bet auch alle Summer. Ihr selb kein G^e.“ .
Frau Eva mutzte lachen. „Die Zigeunenx mit den Ringen in den Ohren", das war Mercedes Wellsheirn.
„Ree, nee, fein von beiten. Ein von der Musse! mutz daat sein. Mn dann mutz hään elo Herkommen! Hään leid net, boat bat Könd elo in bat Grumbierenland gieht." Eie beutete nach dem Moselhaus. Aber bann lieft sie schnell bie Hand sinken unb sah verstohlen unter blinzelnden Lidern nach Frau Eva hin.
Die tat aber ganz harmlos: „Meinen Sie beim, datz eine Moselanerin meinen Bruder wellte?“
Mutter Hausmann zog den Kops tief in die Schultere unb spitzte den Mund. Das sah so drollig aus, datz Frau Eva wieder lachte. Mnb frc sagte bedeutsam: „Wään weist daat! Awwer hään is alleweil en schienen Dorsch! On wann hään elo bleitet on net miehr en daat Berlin gieht, toenix hään sich hei mäntenören kann, daat hään hei däht wchnen, elo kam daat schonst in be Richt."
(Fortsetzung folgt.)


