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Mittwoch, 51. Januar 1923

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Der Widerstand

der deutschen Eisenbahner.

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iuttfl sind die Diege- trichtea.

dem Tage der 2er- blatt in Kraft.

Die Nationalspende.

Berlin, 33. Jan. (WTB.) Der Vertrauens« ausschuß zur Verwaltung und Der wen« düng des deutschen Doltsopfers wird sich aus Vertretern der zunächst betroffenen Ge­biete, der großen karitativer Vereinigungen, der kommunalen Verbände, der Pre'se, des Reichs und der Länderregierungen zusammensehen. Die Zusammenarbeit mit der von den großen Wirtt- schaftsverbanden zu leistenden Ruhrhilfe wird durch persönliche Vertretung d eter Verbände ge- sichert werden. Der Ausschuß wird unter Voriih des Reichskanzlers in den nächsten Tagen zu seiner ersten Sitzung zusammentreten.

r die Dienstmänner in

ist gemäß § 76 der idt Gießen Vorbehalt- ng verliehen worden, iihrenvrdnung für die

9 1920 in der Neu­nfachen Betrag zu er-

unverändert. Mit den bereits gemeldeten Ein­schränkungen wird der Verkehr wie gestern aufrechterhalten. Aus Koblenz wird gemel­det, daß der Bahnhof militärisch ab­gesperrt sei und daß die Franzosen ran­giert hätten.

von jedem Zugverkehr abgeschnitten.

Die Sperrung der Eifcnbahndircktion Essen. Essen, 30. Ian. (WB) Die heute mittags

cheinpflicht für Gießen, i des Kreisamts vom Ändigungsblattes vom ind bei den zuständigen

Die Belgier scheinen nunmehr eine andere Methode zu befolgen. 3bve Delegierten besuchen in Begleitung von Offizieren die Hauptzollämter und Grenzzollämter und versuchen, die Beamten kxthin zu bearbeiten, daß sie nicht mehr die Wei­sungen ihrer Vorgesetzten befolgen. Sie notierten die Personalien sämtlicher Beamten, mit denen sie sprechen. Sämtliche Beamten erklärten, sie würden sich den Anordnungen der Rheinlandkvmnrisfion nicht fügen. Daraufhin wurden zwei Zoll­beamte in Kaldenkirchen verhaftet und zur Bahn gebracht. Das Eisenbahnpersonal hängte den Wa­gen ab, in dem sich dieBeamten unter militä»

einer schmutzigen Decke Sie durften nicht sprechen, nicht lesen und nicht rauchen. Das Eßgeschirr war so schmutzig, daß an Essen nicht zu denken 'Äe übriaen Insassen waren belgische Verbrecher.

Denuhung ter Ge­lt Hausen.

retung der Gemeinde lermeisters dortselbst n mit Genehmigung t, wie folgt:

r Gemeindeviehwage jung zu Ar. M. b. I.

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f Grund des Artikels entarif festgesetzt.

männ. meid, l'che siche

fetzt. Präsident Liebrich ist abgesetzt und v e r h a f t e t worden. Die Beamten, die nicht binnen einer Stunde erklären, daß sie Dienst tun wollen, sollen vor ein Kriegsgericht stellt werden.

Ein scharfer französisch-englischer Gegensatz in Lausanne.

Lausanne, 31. Jan. (WTB ) Die hier heute nacht ringetroffene Havas-Depesche, wonach die französische Regierung der Regierung von Angora offiziell Mitteilen ließ, daß der der türkischen Abordnung in Lausanne überreichte Friedensvertragsentwurf kein end­gültiges Programm bedeute und daß, falls die türkische Abordnung hier bleiben sollte, auch die französische Abordnung hier bleiben würde, rief in den Ärei'ei der Konferenz großes Aufsehen hervor. Kurz nachdem das Parier Te­legramm 'hier bekannt gegeben war, gab die englische Delegation folgende offiziöse Mitteilung an die Presse: Die soeben erschienene Meldung über die Mitteilung der französischen Regierung an die Regierung von Angora, wo­nach der Vertrag, der morgen der türkischen Ab­ordnung überreicht werden soll, nur eine Reihe von Besprechungen darstelle und zu neuen Ver­handlungen führen könne, wonach die französische Abordnung bereit ist, zu diesem Zweck in Lau­sanne zu bleiben, findet bei der englischen Ab­ordnung Feinen Glauben, da die Mitteilung eine flagrante Verletzung des vor einigen Ta­gen zwischen den Alliierten getroffenen Ein­vernehmens bedeutet und weil eine Veröf­fentlichung stattfrndet, ohne daß sie vorher der englischen Regierung oder der englischen Abord­nung mitgeteilt wurde. Die englische Regierung beabsichtigt nicht, irgendetwas an dem festgesetzten Plan zu ändern. Dieser Gegensatz, der sich zwischen der französischen und der englischen Kundgebung in der Dacht vor der Vollversammlung äußert, worin der Friedensvertrag den Türken überreicht werden soll, übt hier tiefste Wirkung aus.

Protest

gegen den Belagerungszustand.

Berlin, 31. Ian. Die Stadtverwaltung von Bochum hat unter Zustimmung sämtlicher Ar­beitgeber- und Arbeitnehmerve.bände an die De­satzungsbehörde einen Protest wegen Le - Verhän­gung des verschärften Belagerungszusta.rdes ge­richtet, in dem da auf aufmerifam gemacht wird, daß derartige Maßnahmen im Ruhrgch.et voll­kommen undurchführbar sind, wenn nicht entgegen den bisherigen Erklärungen beabsichtigt ist, das ganze Wirtschaftsleben zum Erliegen zu bringen. Die Verhaftungen und Ausweisungen.

Paris, 30. Ian. (Wolff.) Havas meldet aus Düsseldorf, die gestern angekündig­ten Verhaftungen und Ausweisungen von Oberbeamten seien im Gange. Die für Düssel­dorf vorgesehene Zahl belaufe sich auf 13. Unter ihnen befindet sich der Nachfolger des Finanzrats Schlutius. Am Mittag seien neun Fälle erledigt gewesen.

D ü s s e l d o r f, 29. Ian. (Wolff.) Forst­meister H a e f f k e, der verhaftet worden war, ist zu vier Wochen Gefängnis bei so­fortigem Strafanttitt verurtellt worden.

Rach einer Meldung desVorwärts" wollen die Dcsahungsbehörden, sobald alle führenden Amtspersonen über die G-enze des besetzten Ge­biets gebracht worden sind, das g l e i cheS h st e m auf die Gewerkschaftler anwenden, wenn die Arbeiterschaft weiter auf ihrem passiven Wi­derstand verharrt Der Anfang mit der Auswei­sung von Gewerkschaftlern ist bereits gemacht. In Esten wurde der Vertrauensmann des Verkehrsbundes ausgewiesen. Auch an an­derer Stelle sind Vertrauenspersonen der Ge­werkschaften, bi: an der Organisation ie5 passiven Widerstandes beteiligt toarm, aus ihrem Heimat­lande gewaltsam entfernt worden.

Die Ausweisung

des Oberbürgermeisters Kulb aus Mainz hat den Reichskanzler Cuno ;u folgendem T legvarnrn an den Staatspräsiden­ten Ulrich veranlaßt: Die Ausweisung des Ober­bürgermeisters Külo aus Mainz zur Strafe für die aus tiefster Seele kommenden unhemmbaren Arußecungen des Dolkswillers ist ein beson­ders hervorstechendes Beispiel der allem Recht ins Gesicht schlagenden französischen Gewaltpolitik. Ich bitte Sie, dem Herr.: Oberbürgermeister wie allen vom gleichen Schick,al betroffenen hessischen Staatsbe­amten herzlichen Gruß und Dank der Reichsregie- rung auszusprechen.

tcre Druppenv rslärkungen.

DasB. T." meldet aus Duisburg, daß dort bedeutende Truppenverstäkungen angekom­men sind. Alle Kasernen sind mit neuen Truppen belegt. Cs sind auch zahl eiche französische Tele­graphenbeamte angelomn.er.

Der Kohlentransport ins unbesetzte Gebiet.

Essen, 30. Jam (WTB.) Der Koh­lentransport nach Osten vollzicht sich nach wie vor ungehindert. Allerdings ha­ben die Kohlenzüge zur Zeit zur Kontrolle 15 Minuten anzuhalten. Eine Erhebung von Zöllen hat noch nicht stattgefunden. Rach zuverlässigen Rachrichten werden von den B-> setzungsttuppen in Duisburg und Düsseldorf seit heute Personenautos beschlagnahmt.

Nr. 26

Erschein! lüglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienbtätter Monatliche vezuarpreife: 760 Mark und 40 Mark Trügerlohn,durch diePost 800Mark,auch bei Nicht- erscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: für die Schrift- leilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen.

Poftschecltonto:

Kranksurt a. HL 11686.

i ÄöIn, 30. Ian. (WTB.) Die Eisen- jHpp "Betriebs läge ist im allgemeinen

DiewahrenAbstchtenPoincares.

Aus Daris [legen zwei Meldungen vor, die übet die Absichten und Ziele der franzö­sischen Politik Eeinen Zweifel mehr lassen. Die eine Meldung findet sich imDaily Chro- n ic le, die von der Feststellung ausgeht, daß man in Paris das Fehlerhafte der Ruhr- besehung einzusehen beginne und daran die Annahme knüpft, daß Frankreich zu Verhandlungen bereit sei, wenn Deutsch­land den ersten Schritt hierzu tue. Diese Fest­stellung entspricht leider nicht der Tatsache, im ©egenteil, die Stimmen häufen sich, die die fran­zösische Regierung auffordern, auf dem betretenen Wege toeitel-zuschveiten. Ganz im Einklang mit der französischen Presse hat nun Poincare selbst wir haben die Meldung in einem Teil unsrer gefl eigen Auflage bereits gebracht in seiner Erklärung amerikanischen Ptessevertre- tern gegenüber jeden Gedanken an Verhandlungen äu Boden geschlagen. Unter völliger Preisgabe seiner Rote über die Ingenieurkommi sion läßt er jetzt wissen, daß diefranzösischenTrup- Pen im Ruhrgebiet bleiben werden, nicht um die Fehlmengen an Holz und Kohlen einzu­bringen, sondern um die Durchsetzung des ganzen sranzösi chen Reparationsplanes sicher;ustellen. Er will mit der Räumung des Ruhrgebtetes erst be­ginnen, wenn Deutschland durch die Regelung seines Finanzsystems eine Basis für die Er­füllung der Reparationsschuld geschiften, wenn es mit den Zahlungen begonnen und die ver­einbarten Lieferungen betoirtt hat. Diese Voraussetzungen sind so zweideutig formuliert, daß Poincare ste interpretieren tonnte, wie es ihm beliebt. Er nimmt schon heute für Jnpfandnahme eine Dauer von fünf Jah­ren in Aussicht. Zugleich betont er, daß die 15- jährige Desehungsperiode für das Rheinland noch gar nicht begonnen habe. Dies ist der Kem der Poincaräschen Erllärungen. Sie zeigen deutlich, wie es gemeint ist, wenn man in Frankreich die Berrits<chift versichert, Deutschland anzuhören. Ausgabe des deutschen Volkes wird es fein, die Rechnung Poincaites fest und besonnen ad absur­dum zu führen.

Der verschärfte Belagerungs­zustand im Ruhrgebiet.

Gelsenkirchen, 30. Ian. (WB.) Die von General Degoutte unterzeichnete Verordnung, durch die über das ganze widerrechtlich besetzte Ruhr-

Das unverschämte Verfahren der Belgier.

Berlin, 3). Ian. (Wolfi ) In welcher Wri e in dem widerrechtlich be e,ten Ruhrgebiet gegen wehrlose deu tsche Beamte verfuhren wird, zeigt folgendes Borgte i bei der Verhaf­tung von zwei Beamten durch die Belgier. 3u-' nächst wurde eine KassenreMon vorgenommen, dann mußten sich die Verhafteter auf dem Flur ausziehen, wo die Kleider auf einen Stuhl gelegt trarben. Die Herren tourt ei dann ohne irgend­welche Abendkost in eine Zelle eingesperrt, die übel verschmutzt und verlaust tour, weder Tages­licht noch künstliches Licht bekam, kein Wa^chge- schirr, keinen Krug und keine Betten enthielt, son­dern nur rin zusammenklappbares Ge'tell mit

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Behörden. Jede Straßenkundgebung oder Zu- fimmenrctturrg ist verboten, nötigenfalls werden die Semonflra ten mit Waffengewalt auseinander­gesprengt wer.en. 3. Versammlungen. Ohne vorherige E laJibniS des Ortif .mmanbauten bars keine Versammlung abgehalten werden. 1. P r e s! e. 'Verboten smd a le Zeitungen, Fug- blätter oder Broschüren, die Artikel oder Biller enthalten, welche geeignet sind, d.e Würde der Be- sahungstr uppen zu verletzen, ilnrute stif en or er­bte Sicherheit der Truppen gefährden. Die Orts­kommandanten sind befugt, alle E.emplare, die obiger Vvrsch ist tolde.sp.echen, zu bcf Hlagna^men sowie den Verleger und die Verkäufe: beriel yen ju verhaften . D e Kommand ereude i Ge e a e kön­nen in den ihnen unterstehenden Adlch'illtel die betreffenden Veröffentlichungen zeitwris.- ve bieten dieselben Bestimmungen gelten für T.,ea er und Kinovorstellungen. 5. Waffen und Muni­tion. Waffen oder Munition jeder Art, die sich noch im Besitze der Bevölkerung befinden sollten, sind innerhalb von 2 Tagen den örtlichen deutschen Behörden abzuliefern und durch diese den mili- larischen Behörden zu übergeben. Die örtlichen Militärbehörden sind befugt, jede Unterfudjung unb Haussuchung vornehmen zu la7m, die sie für nötig erach en. 6 Strafmahnahmen. Zu- diderhandelnde werden von den Militärgerichten pir Verantwortung gezogen und formen zu Ge- lärignisstrasen bis zu 5 Jahren zuzüglich Geld­strafen bis zu 10 Millionen Mari oder zu einer tiefer Strafen verurteilt werden. D e Bestimmun- zen der französischen Strafgesetze können bei schwe­llen Vergehen an gewendet werden, falls die dort vorgesehenen Strafen höher sind als die in der Erliegenden Verordnung angeführten. 7. Die Dest immungen der Verordnung des Komm vi­sierenden Generals vom 11. Januar bleiben bis au| weiteres in Kraft, insofern sie nicht durch die gegenwärtige. Verordnung geändert werden. K Vorliegende Verordnung tritt mit ihrer Der»

21niiat}me von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mmBeeilt örtlich 30 Mk, auswärts 40 Mk.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 MK.Bei Platz» Vorschrift 20 "/o Anschlag Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumchein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Biegen.

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rischer Bewachung befanden, so daß der Wagen zurückblieb. Die auf den Bahnhof ftrömenbe Volksmenge verlangte die Frellassung der beiden Beamten. Die Belgier setzten die beiden Beamten in Freiheit, um sie am nächsten Tag um 7 Uhr morgens wieder zu verhafte i und in einem Kraft­wagen nach Krefeld zu bringen.

Keine Anwerbungen für die Reichswehr.

Berlin, 30. Ian. (WTB.) Der »Vor­wärts" meldet in seiner heutigen Morgenaus­gabe angeblicheReichswehranwer- bangen unter den Arbeitern im Ruhrgebiet, worüber der Abg. Müller- Franken im Haushaltsausschuß gesprochen und daß dter Reichsminister Oeser diese Angaben bestätigt habe. Die Angeworbenen sollten sich in B e r- l i n mit der Hitlergarde zusammenge­schlossen haben und dann nach München ge­fahren sein. Um Mißdeutungen vorzubeugen, ist hier festzastellen, daß es sich bei den von Oeser bestätigten Anwerbungen um ein w i l - des Werben gehandelt habe, gegen das nötigenfalls mit Ausnahmemaßncchmen vor­gegangen werden soll, nicht aber um Anwer­bungen für die Reichswehr.

Die gefährdeten Nahrungsmittel.

De r Iin, 30. Jan.. (WB ) Infolge der Be» tr i e b s e i n st e 1 l u n g e n ter Reichsbahnen im Ruhrgebiet besteht die Gefahr, daß leicht ver­derblich: Güter, narnenIlichRahrungsrnittel verderben. Der Reichsvertehrsrninister hat des­halb die beteiligten Reichsbahndirektionen ange­wiesen, sich sofort zu bemühen, im Einvernehmen mit den Kvmmunalverbänden und Jnteressenlen- vereinigungen die Abfuhr derartiger Güter durch Landfuhrwcrke und ha Ptsächlich durch Kraf wagen zu organisieren. Auf keinen Fall dürften Lebens­rnittel unnötigerweise zugrunde gehen. Auch für strenge Diebstahlsverhinderung sei zu sorgen.

Verbot an die Polizei, Offiziere und Fahnen der Feinde zu grüßen.

Berlin, 30. Jam (Wolff.) Die prew» ßische Regierung teilt mit: Der Minister des Innern ließ an den Oberpräsidenten von Münster folgenden Erlaß ergehen: In Anbettacht des völkerrechtswidrigen Vor­gehens der Franzosen und Belgier gegen die Bevölkerung und die Beamten des neubesetz­ten rheinisch-westfälischen Industtiegebietes wird sämtlichen Beamten der Polizei, mit Ein­schluß der Landjägerei, verboten, Offiziere und Fahnen der Franzosen und Belgier zu grüßem

Koblenz, 30. Ian. (Wolff.) Als heute nachmittag die Franzosen den Bahnhof Ehren- b r e i t ft e t n besetzten, legten die Eisenbahner svsort die QI rb eit nieder. Der letzte Zug fuhr in Richtung Köln gegen 4 Hbr. Seitdem ruht jeder Verkehr. Das Rheintal bei Koblenz ist -----

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in der Reichsbahndirektion Verhafteten, der Reichs­bahndirektionspräsident Jahn und der Ober­baurat Pusch, sind mittels Auto weggebracht und vor Lüdinghausen wieder abgeseht worden. Alm 3 lUjr nachmittags ist seitens der Besatzung die Reichsbahndirektion gesperrt worden; es durften wohl Beamte in das Gebäude hinein, jedoch wurden sie nicht mehr herausgelassen. In­nerhalb des Gebäudes sucht man mit mehreren Patrouillen zu je sechs Mann mit aufgepflanztem Bajonett die übrigen Ober beamten. Verhaftet wurde bis jetzt noch der Oberregierungsrat Richt- steig, der die Vertretung des Präsidenten über­nommen hatte.

Stnrmischc Vorfälle in Duren.

Düren, 30. Inn. (WTBri Ue'e: die Vor­fälle in Düren erfahren wir noch folgendes: Als am 27. Januar bekannt wurde, dny Regierungs­präsident Dr. R v m b a ch, früher Oandrat in Düren, aus Aachen ausgewiesen sei und den Bahnhof Düren passieren würde, sammelte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge auf dem Bahnhof in Düren. Die französische De­satzungsbehörde bot Kolonialtruppen auf, die mit aufgepflanztem Seitengewehr die Menge zerstteuen svlltem Als die drei Personen verhaf­tet tourben, bemächtigte sich der Volksmenge eine große Erregung. Die drei Verhafteten wurden schließlich wieder freigelassen. Dertteter der Eisen­bahner hatten unterdessen den französischen Dahn- hofskommandanten daraus aufmerksam gemacht, daß sie unter französischen Bajonetten ihren Dienst nicht ausführen könnten und deshalb die Zurück­ziehung des auf dem Bahnhof aufgestellten Mi­litärs verlangten. Die Wache wurde auch zum Teil zurückgezogen, nach kurzer Zeit aber wieder aufge­stellt und verstärkt. Die Eisenbahnergetoerkschasten stellten nunmehr folgende Forderungen: 1. Die sofortige Zurückziehung sänttlicher Wachen aus den Bahnhöfen, 2. die sofortige Räumung des Wartesaales 3. und 4. Klasse von kriegsmäßig audgerüfteten Kolonialtruppen, 3. Genugtuung den im Diennst mis,!handelten nicht uniso mievten Eisenbahnbeamten, der von einem französischen Gendarmen einen Schlag ins Gesicht erhalten ha!. Außerdem wurde die Erklärung abgegeben, daß die zum Abmarsch bereit gehaltenen Truppen durch die französischen Eisenbahn-er unter keinen Umständen nach de.n Ruyrgebiet toeiteruesörder we.den. Der Dahnhofskvmmnndant hat nach wie­derholten Verhandlungen die gestellten Forde­rungen abgel.chit, worauf sämtliche Eierbahner beschlossen haben, den Dienst niederzuleg.n. Da­rauf haben die Franzosen den Bahnhof und die Stellwerke besetzt und die Eisenbahner aus d n Diensträumen vertrieben. Die Franzosen haben alsbald versucht, mit eigenem Personal den Dienst einzurichten, wobei sie die Weichen, mit deren Handhabung sie nicht vertraut sind, abbanden und verkeilten. Der in Richtung Köln verkehrende Personenzug 1523, der bei Aus­bruch des Streiks auf övim Bahnhof Düren vom deutschen Personal verlassen worden war, ist nach d-'eistündigen Bemühungen von den Franzosen weitergeführt worden. Er endete jedoch auf einem Ullbenglris im Rordbahnhvf Düren, wo er liegen blieb.

Stillegung des Betriebes in Mainz.

Mainz 30. Ian. (Wolff.) Bereits gestern nachmittag 4ülhr hatten die F'anzoser versachl, den Betrieb im Mainzer'Hauptbahnhof zu übernehmen, indem der Hnuptbahnhof, die Stellwerke usw. um 4 Tlhr militärisch be­seht wurden. Auf den Protest der Eisenbahner- organifarionen hin, die mit dem sofortigen Streik aller Eisenbahner drohten, wurden um 7 Tlhr abends nach dreistündiger Besetzung die Maß­nahmen rückgängig gemacht. Heute mittag kurz nach 1 rilhr wurden der Hauptbahnbof und die Bet i bsstellen erneut militärisch be­setzt. Als Antwort daraus erfolgte un> esäamt die Einstellung jeglichen Detri.-bes. Der Eisen­bahnverkehr ruht seit etwa 2 Tkhi7 nach­mittags vollständig. Vor dem Bahnhof hat sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge angesammelt. Es scheint sich ein Autoverkehr in die llmgogenb zu entwickeln. Inzwischen mühen sich auf dem Hauptbahn Hof französische Militär- eiscnbahner ab, um wenigstens einigen Betrieb in Gang zu bringen. Bisher sind diese Versuche aber vergeblich gewesen. In der Stadt sind die tollsten und wide.sprechendsten Gerüchte verbreitet, ein ilmflanb, der durch das Verbot der meisten Zeitungen verschärft wird.

Die Eiseubnhnen tu der Pfalz unter militärischer Gewalt

D e r l i n, 30. Ian. (WTB.) Die E i s e n° bahnen in der Pfalz stehen unter mili­tärischer Gewalt. Die Reichsbahndirek­tion Ludwigshafen ist von Franzosen be*

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gebiet der verschärfte Delagerungs- L zustand verhängt wird, hat folgenden Wort- 1 laut:

In Anbetracht der systematischen Hindernisse, die von gewissen Reichsbeamten der ig eit der alliierten Ingenteuriommission in den Weg gelegt r wurden, werden zur Dei'schäi-fung des Dllage- rungszustandes im ganzen Gebiet, in welchem fran» M zösisch-belgische Truppen sich befinden, folgende M Maßnahmen getroffen: 1. Aufrech erhaltung der öffentlichen Ordnung. Jeder Sabotageakt wird ß fi rengftend bestraft werden. Die Truppen ha" en te Befehl erhalten, mit Waffengewalt gegen je'en ' vvrzugehen, der Eisenbahn-, Telephon- oder Te'.e- graphenlinien sowie jede Einrichtung zur Ver- f. provimrtierung oder Versorgung der Truppen zu sabotieren versucht. 2. V e r k e h r. a) Arn Tage vollständige Delreanngsfreiheit; b) von 10 älhr abends an bis 6 ilhr morgens ist der Straßen- verttehr untersagt. Befreiungen hiervon erte il der Ortskommandeur durch Ve mittelung der Leutsckten

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X15- Jahrgang ;

GletzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Orna »n!» Verlag: vrühl'sche llnIverfi<S<sGuch- und Sleindruckerei N. Lange in Lietzen. Sdirtftleitung und Seschästrftelle: Schulftratze 7.