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Montag, 50. April 1923

173. Jahrgang

Erstes Blatt

die

Krieg in Lausanne?

Aus Lausanne schreibt ein Svnderberichb

die notwendig geworden seien. Don der tür­kischen Delegation wird dazu erklärt, dah von Truppenkonzentrationen an der syrischen Grenze keine Rede sei; es handle sich nur um Truppenverschiebunc.en in verschiedenen Tei­len des türkischen Gebietes.

Frankreichs Stellung in Syrien.

London, 28. April (Wolfs.) Der diplo­matisch: Berichterstatter desDaily Telegraph erfährt, General Weygand, der seine Reise nach Syrien in Lausanne unterbrach, beabsichtige, in einer vertraulichen Unterredung mit I s rn e t Pascha diesem die Tatsache vorzuhalten, daß Frankreich entschlossen sei. seine Stellung in Syrien und seine Rechte in der Türkei durch alle Mittel die notwendig sein könnten, aufrechtzuerhalten. General Weygands Warnung an_ die Türker werde auch durch Taten gestützt werden. Weitere französische militärische Einheiten feien auf dem Wege nach den Meerengen, während zw.-i weitere afrikanische Bataillone sich Syrien näherten, wenn sie nicht bereits dort gelandet seien. Diese Truppen stellten jedoch erst tue Bor­hut größerer Verstärkungen, die eine ganze Sioiiton umfaßten, arrs den französischen Kolonien dar. Tem Berichterstatter zufolge sickert jetzt durch, Latz, als der griechisch: Minister des Aeuyer-r Alcxandiis Poincare vor kurzem besuche, er dem französische Ministerpräsidenten gegenüber zum Ausdruck gebracht habe, daß Griechenland be­reit! sein würde, zur Verfügung der Alliierten ein Heer von 180 000 Mann zu stellen.

Stcinwürfe auf ein französisches Auto in Konstantinopel.

Die Maifeier.

DerNn, 28. April. Wie die Abendblät­ter melden, soll am 1. Mai nach dem Beschluß der Gewerkschaften inDerlinBerkehrs- ruhe herrschen. Das Personal der Straßen­bahner. der Hochbahn und der Omnibusse wird feiern. Der Magistrat verhandelt noch mit dec Arbeiterschaft für Elektrizität. Gas und Was­ser. welche jedoch für Hausgebrauch geliefert werden sollen. Der Eisenbahnverkehr soll nach Möglichkeit aufrecht erhalten werden.

München, 28. Mai. (Wolff.) In Ver­folg der Entschließung des Ministeriums des Innern, die das geschlossene Auftreten selb­ständiger kommunistischer Gruppen bei der Maifeier und das Mitführen von Sowjet­fahnen untersagt, wurde das Sammeln der Teilnehmer an der Feier am Friedensdenkmal und großer Massenzug durch die innere Stadt am 1. Mai verboten, zumal auch die hie­sige Bezirksleitung der kommunistischen Par­tei Deutschlands beschlossen hat, entgegen dem Verbot des Ministeriums des Innern mit Sowjetfahnen und unter Einsatz der kommu­nistischen roten Wehr an der <5eier teiläunef>- men. Die Maifeier findet nur auf der Tbere- sienwiese statt.

Nr. 100

Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit berSamstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatlichevezuosprelfe: 1400Mark und 200Mark Trägerlohn, durch biePost JtzOOMark.ouchbeiNlcht» »rscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech» Anschlüsse: für dieSchrist- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 61. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Siehe«, poftschecitonto:

Zranlsutt a. M. 11686.

Eine Sitzung der Rcparalions- kommifsion.

Paris, 28. April. (WLD.) Die Repa­rativ n s k v m m i s s i o n hat gestern üormtt'aa in einer Sitzung über den gegenwärtigen wtand der beutfcben Gesetzgebung und über di' Bestim­mungen zLi chni ben deut chen Au-'gleichsämtern und den Leutchen Staat Za gehö.iien ter arbeit. Unter Bestätigung ihrer am 1. November der deutschen Regierung gegenüber erhobenen Ein­wendungen hat die Reparationskomnv.saon diele aufflcfcrbert, die Reglementierung dahin abzu- ändern dah der deutsche Staatsschatz von den ihm aüfei'legten Verpflichtungen entlastet werde. Sch i'hlich p ü;te die KoirMission rerschie ent *8xv gen finanzieller Art in bezug auf Deutsch-Oester­reich.

Zwei französische Abgeordnete ans Spanien ansgewiesen.

Paris, 29. April. (WTB) Der französisch: Abg B r o u s s e, ehemaliger Uaterftaatdfefretar im Finanzministerium, hatte sich gestern in De- qMtung des Abg M a n a u t nach Ba r c e l o n a Ergeben Sofort nach ihrer Ankunft in der Stadt wurden' die beiden französischen Abgeordneten von der spanischen Regierung aus- gewiesen Sie muhten unter Polizeibewachung nach Frankreich zurückkehren. Abg. Drvusse hat telegraphisch dem französischen Ministerpräsiden­ten einen Protest übergeben. Bereits im Jahre 1917 ist Drvusse au» Spanien ausgewiesen wor­den, aber der Ausweisungsbefehl ist, wie die Havasagentur berichtet, im Vorjahre vonder spanischen Regierung zurückgenommen worden.

Paris 29 April. (WTB.) In St. Etienne haben die Metallarbeiter des Bezirks heute einen Kongreß abgehalten. 80 Fabriken, die 18 000 Arbeiter befestigen, hatten Delegierte entsandt. Die Met a starb? i! er verlangten die Auf­hebung der ©infommenfteuer sowie eine Lohn­erhöhung um 20 Prozent im Hinblick auf das fortgesetzte Steigen der Lebensmittel­preise Ein Ausschutz hat den Auftrag erhalten, erforderlichen Verhandlungen einzuleiten.

ebenem Mut sofort den Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte m Angriff genommen 0ie erfann- ten mit klarem Blick, dah uns, dem Industriestaat, der an zwei Meeren liegt, die Schiffahrt nottut, und dah es eine Lebensfrage für uns ist, uns in- fere wel wirtschaftlichen Verkehre be ie unaen wi­der zu schaffen und sie uns äi erhallen So wag­ten diese Männer, vom Reiche unterstützt und ge­fördert, in der schwersten und gröhten Rot unseres Volkes den Wiederaufbau der deutschen Schiff­fahrt. Ihnen und all ihren seemännisch, technisch uick> kaufmännisch erfahrenen Mitarbeitern im <5e j- Menft und auf den Werften ist es zu danken, dah trotz der Schwierigkeiten in den wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnissen bei uns und trotz der gestörten und zerrütteten Wirtschaftslage in der Welt jetzt wenigstens wieder ein bescheidener Bruchteil der vormaligen deutschen Handelsflotte in Sofort ist. In diesem Wiederaufbau der deut­schen Schiffahrt ist der stattliche Dampfer, der heute seinem Clement übergeben wird, ein wich­tiges Glied Der größten deutschen Schiffe eines, mit allen Erfahrungen und Reuerungen unserer fortgeschrittenen Schiffsbautechnik erbaut, wird es allmählich wieder den gesteigerten Anforderungen im Passagier- und Frachtoerkehr der Hamburg Amerika-Linie mit Rordamerika dienen. Dieses neue Schiff soll den Ramen führen, der uns allen am höchsten steht: es sollD eu t s chl a n d heißen, und an seinem Bug das Wort über die Weltmeere tragen, das all unsere Liebe, unsere Sorge und unsere Hoffnung in sich schliefst. Möge ihm stets glückliche und gute Fahrt beschieden sein! Lins allen aber, unserem in aller Rot und Be­drückung doppelt teuren Vaterland und unserem in opferfreudiger Entsagung und heldenmütiger Geduld leidenden Volke gelte der gleiche Wunsch unserer Herzen in dieser Stunde. Möge auch ihm bald wieder die Jveie Entfaltung seiner Kräfte in Arbeit und Frieden beschieden sein. Mit diesem heißen Wunsche gebe ich dir, du jüngstes Kind der deutschen Handelsflotte, deinen Namen und geleite dich mit dem Rufe: .Glückliche Fahrt. Deutschlandl"

SäSSSäm den Verbündeten nicht, wenigsten den 8

rungm Much«, auf. bk an ben

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® Man äußert deshalb lebhafte Besorg- E- In den der französischen Delegation Minden 5-reisen wird von franz ost- sch en ez - nmaBnabmen ge!prod)en,

Bedeutsame Beratungen in Berlin.

Berlin, 28. April. (WTB.) Wie verlautet, lud der Reichskanzler die Minister­präsidenten und Staatspräsidenten der Länder für Montag nachmittag 3 llfor zu einer Besprechung über die politische Lage nach Berlin ein.

B e r I i n, 29. April. Blätter Meldungen zufolge sind dieDesprechungendesReichskanz- lers mit den Staats- und Ministerpräsidenten der Länder auf Dienstag verschoben worden. Dementsprechend empfängt ter Kan-ler voraus­sichtlich auch Ne P a r t e i s ü h r e r erst Dienstags. Die g e p l a n t e R o t e soll gleichzeitig m London. Paris. Rom, und D.üsfel übergeben, sowie auch in Washington zur Kenntnis gebracht werden. Die Deutsche Allgemeine Heilung" wandte sich ange- ichts der Angriffe gegen ötinneä an den Reichsbankpräsidenten Havenstein, der dem Blatte mitteilte, er habe mit feiner Aeuherung über den Marlsturz nicht bestimmte Einzelfälle im Auge gehabt und keinesfalls gegen Slinnes den Vorwurf ungerechtfertigter Devisenkäufe erheben wollen.

Wie Frankreich die deutsche Ver­handlungsbereitschaft behandelt

Paris, 30 Avril. (WB.) Einem Redakteur desDaily Mail" (Pariser Ausgabe) soll d.e höchste Autorität in bezug auf die französische Ruhrpolitik erklärt haben: Wir wissen, datzDeutsch- land zum Nachgeben gezwungen sein wird. Ob­schon ich glaube, daß es schon die letzte Grenze seines Widerstaniides vollkommen erreicht hat, wünsche ich doch nicht, daß es zu rasch kapituliere^ Warum? Weil es wichtig und notwendig ist, daß unser Feind diesmal weiß, dah er ver­nichtet und gezwungen ist, es einzu- g e ft c foen. Cs kann keine halben Maßnahmen und Kompromisse geben.

Paris, 29. Avril. (WTB.) DieLi- ber ts" schreibt: Wenn es wahr ist, daß Reichs­kanzler Cuno Verhandlungen einleiten will, ohne daß vorher der Widerstand im Ruhrgebiet beendet wird, muß man ihm sofort sagen: daß et sich täuscht. kann tatsächlich eintreten, daß man im Verlaute eines Konflikts Verhandlungen beginnt, ohne daß die Waffen niedergelegt werden. Aber dünn sind die beiden Gegner in gleicher Weise müde: sie suchen also einen Kompromißfrieden. Der Kanzler beweist, daß es nach seiner Ansicht nn Ruhrkcmflikt weder Sieger noch Be­siegte gibt. Das ist ein Gedanke, den wir nicht teilen können und den Frankreich und Belgien nicht annefomen werden.

Der3ntranfigeant schreibt: Niemals sind wir weiter davon entfernt gewesen, uns zu verständigen als jetzt. Die Ankün­digungen von Verhandlungen sind nicht ernst zu nehmen, beim sie kommen zu früh. Deutschland fühlt sich noch nicht besiegt genug, um die Knie zu beugen. Wenn am Mittwoch Vorschläge an­kommen, werden die französische und die bel­gische Regierung gut beraten fein, wenn fte Deutschland antworten: Beweise erst keinen Frie­denswillen: Ordne das Ende der Widerstands- Politik im Ruhrgebiet anl Solange das noch nicht geschehen ist. weigern wir uns, auch nur eine Zeile seiner Mitteilung zu lesen.

An der Feier nahmen teil: ReichsverkehrS- minifter Gröner, Ministerialdirektor Mei Hiner, Bürgermeister Dr. Diestel und Dürgermelster Stollen, die Vertreter des Senats und der Bür­gerschaft der Freien Stadt Hamburg, der Vor­stand und der Aufsichtsrat der Hapag, der Kom­mandant und die Offiziere des zur Zeit im Ham­burger Hafen liegenden Streu serdHamburg , ferner die Vertreter des Handels und der In­dustrie sowie eine Reihe geladener Gäste.

Die heute vom Stapel gelasseneDeutsch­land" wird zusammen mit dem im nächsten Monat fahrbereiten DampferAlbert Ballin" und den beiden bereits in Fahrt befindlichen Dampfern Resolute" undReliance" der United American Lines den Wochendienst zwischen Hamburg und Neuhork versehen.

Deutscher Luftverkehr.

Berlin, 28. April. (WTB.) Zwischen den ßuf toerf e for ? un temefo mu nge n und den Mi-stuft- amt sind in der letzten Zeit Verhandlungen über die Aufnahme eines d e u ts ch e n L u f t v e r - k e h r s geführt worden und haben zu einer völli­gen Einigung geführt. In der ersten Hälfte des Mai wird der regelmäßige Luftverkehrsbetrieb wi der ausg nommen Wie uns die Iu kerswerke mitterlen, werden vom Junkers Luftverkehr und den mit ihm in einer Detriebsgemeinschaft arbei­tenden in- und ausländischen Gesellschaften fol­gende Linien beflogen, und zwar mit 'beginn ab 7. Mai: 1. BerlinDanzig Königs­berg, dreimal wöchentlich: 2. Königsberg- MemelRiga-Reval, werktäglich- Dre e Strecke wird noch im Mai bis Petersburg verlängert werden. Mit Beginn ab 14. Mai. 3. Verlm- LcipzigFürthNürnbergMünchen, werktäg­lich Die Einschaltung einer weiteren Zwischen­landung in Dessau hängt von der Einvichtui^ eines geeigneten Flugplatzes dortselbst ab. 4 München- Züi ichGenf, werktäglich ö. Mun- chenWi n, werktäglich. Die Verlange ring dieser Strecke bis Budapest ist ebenfalls nur noch eine gvage weniger Wochen. Der Verkehr fmbet je­weils in beiden Richtungen statt.

DerVorwärts" zu der französische» I Diktatur.

Berlin, 28 April. (Privattel.) Zu dem Leitartikel desTemps", in dem er die gestrige Erklärung desMatin" bestätigt, daß die fran­zösische Regierung entschlossen sei, die Z u ruck - ziechung der im Sinne des passiven Wi­derstandes ergangenen de u t sch en Maßnahmen zu verlangen, bevor sie sich in Verhandlungen einlassen will, bemerkt der D o r w ä r t s": Selbst wenn die Reichsregierung die Ruhrbevölkerung auf den Knien bitten würde^ ihren Widerstand einzustellen, so würde das doch kein anderes Ergebnis haben, als den Entschluß der Bevölkerung, ihren Widerstand gegen die deutsche und die französische Regierung fortzu- setzen. DerVorwärts" erklärt: Handelt Poincare wirklich. so. wie es derTemps" ankündigt, bann ist der Beweis dafür geliefert, daß die gegen­wärtige französische Politik ehrliche Lösungen des Konflikts geradezu verabscheut und mit zäher Kcns.auenz auf Katastrvp^n hinarbeitet. Deutsch­land bleibt bann gar nichts anberes übrig, als diese Absichten der Pariser Regierung vor aller Welt klarzusbellen und sich seelisch und materiell, so gut sie es irgendwie vermag, auf längere Dauer des gegenwärtigen ungeklärten und gefahrvollen Zustandes vorzubereiten und den französischen Imperialismus, der auf den jähen inneren Zu­sammenbruch Deutschlands rechnet, zu enttäuschen.

Zunehmende Teucrunq in Paris.

Paris, 28 April. (WTB) Nach den An­gaben der Statistik derOournee de la Seance hat sich der für 13 Lebensrnittel auf der Grundlage 100 für 1914 ausgerechnete Klein­handelsindex für Paris von 316 tm F:bruar auf 321 im März erhöht. Der für die gleiche Anzahl von Lebensrnitteln beregnete Index der lokalen Pariser statistischen Kommission weist für das erste Vierteljahr 1923 eine Erhöhung um 33 Punkte gegenüber dem Index 299 für das letzte Viertel­jahr 1922 auf Für die Gesamthaushaltsausgaben errechnet die Kommission für das erste Vierteljahr 1923 einen Index von 324 gegenüber 300 für das das letzte Vierteljahr 1922.

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Was hat die neue Orientkonferenz mit dem Ruhrkonflikt zu tun? Scheinbar nichts, in Wahr­heit sehr viel. Seitdem die Frage über ben Besitz von Moss ul aus dem Friedensvertrag aus- geschaltet und einer späteren unmittelbaren Aleber- einkunft zwischen England und der Türkei Vor­behalten ist, treten die englischen Interessen stark hinter die franzöftschen zurück, denn Frankreich ist von jeher weit mehr als andere Staaten finan­ziell in der Türkei engagiert. Aber diedicke Freundchast" Franksreichs mit den Türken besteht nicht mehr. Sie ist fchvn am Ende der ersten Lausanner Tagung In die Brüche gegangen. Kemal Pascha brüskiert heute in Konstan­tinopel ganz ungeniert den französischen Konsul, und hier 'm Lausanne sprechen englische und amerikanische Beobachter offen aus, sie hätten das Gefühl, als wolle es der französische Vertreter auf einen neuen Krach ankommen lassen, um plötzlich mit ben Griechen, also benBesiegten" zusammen gegen die Türkei Front zu machen. Durch eure solche antikürkische Schwenkung sucht sich Poin- care einen Ausweg offen zu halten, falls der Ruhrkonslikt einen ungünstigen Abschuß für Frankreich findet. Diese unterirdischen Plane werden natürlich von französischer Seite lebhaft bestritten, aber schon durch seinen Widerstand und seine Quertreibereien gegen die vielgenannte e n g- lische Chesterkonzeffivn verrat <zrank- reich -dah es der englischen Diplomatie in Lau­sanne noch recht viel Schwierigkeiten zu machen und die Verbi idungsknoten zwischen Onentsrage und Ruhrproblem noch fester zu flechten wünscht.

Einigkeit besteht zwischen ben Verbündeten England, Frankreich und Italien sind bereit, ben Forderungen der Türkei zuzustimmen, daß die bis jetzt nur noch in der Frage der Kapitulationen. Kapitulationen endgültig und durch den jetzigen Vertrag abgeschafft werden und baß dabei nichts mehr auf bie lange Dank geschoben wird. Es ist das eben eine politische Frage, über die man leichter einig wird, weil sie den Gldbeutel nicht berührt. Mr die wirtschaftlichen DestirnrnungenI Vor allem die Konzessionen! Die Verhandlungen darüber werden nur scheinbar erleichtert dadurch, daß die Verbündeten ihre StaatSangehorigigen aufgefordert haben, wegen der Konzessionen un­mittelbar mit der türkischen Regierung zu ver­handeln. Die Sache hat aber einen Haken, deut­licher: Den Türken ist wiedermal eine Fall- gestellt Führen nämlich die .Verhandlungen der türkischen Regierung mit den Kon- zessionsinHaberninnerhalb nützlicher . Frist

foll heißen noch vor Ende der letzigen zweiten Konferenz zu einem befriedigenden Er­gebnis, so ist die Sache gut, d. b es erübrigt sich die Aufnahme der näheren Bestimmungen, wie sie im bisherigen Entwurf vorhanden, sind, ?n den Vertrag undder Abschluß des Friedens erscheint dünn sehr erleichtert^Wird man priva­timnicht fertig und einig, so

Diplomatie die Paragraphen in ben Vertrag, -man nimmt hier mit der einen Zand, was man ber anderen gegeben. Die türkische Regierung besitzt nun mal nicht den Beamtenapparat, um

Kürze bie vielen Konzessionen zu prüfen, die von allen Seiten in allen möglichen und unmög­lichen Gegenden angemeldet find und für die rE die Bitten, ja die einfachsten Anhaltspunkte

ist bekanntlich fast ganz mit deutschem Gelbe gebaut wordm. Frankreich verlangt, w deiner un° erfättlichen AusroUnngssucht gezen legfichen beit schen Einfluß in der Welt, daß die TürkeiHerr -Ahnen sei", d h. derjenigen, bei der nicht

Jttea Alliiertes Kapital überwiegt. ^Erhalb

-wahres soll jede Spur deutscher Kulturarbeit, sowe^i?^ieftch finanziell ausspricht, .gE sein Wie soll aber die Türkei binnen eines wahres bie Millionen zum Rückkauf aufbringen? Die Ver­ödeten wollen ihr das Geld vorstrecken. vertan- ___ ipboch daß die von ben Deutschen jururf- aekauften Dahnen solange, bis das Geld A^uck- aeAablt ist einer Verwaltung unterstehen, i/i? stch aÄe&en Teilen aus Engländer. Franzosen ui!d Italienern zusammenseht. Die Türker. standen nrrD i« ber Verwaltung ihrerStaatsbahnen den Verbündeten im Verhältnis von einem gegen drei

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 80 Mk., auswärts 100Mk..-für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 400 MK.Dei Platz- Vorschrift 20°/, Aufjchlag. Haupifchriftleiter: Aug. boetz. Verantwortlich ür Politik: Aug. Goetz, ür den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giehen

Paris, 28 April. (WTB.) Nach einer Dlättc-rrncldung aus Konstantinopel ist das Auto des Marine-Attaches beirnfran- zöstschen Oberkommissariat, des Ober­sten Dooquet, auf der Fahrt durch Konstanti­nopel mit Steinwürfen angegriffen worden. Tie Leiterin einer französischen Wohltätigkeits­einrichtung, die mit im Wagen faß, wurde durch einen Stein in das Gesicht getroffen und verlor ein Auge DasJournal des Debats" teilt mit, daß an amtlicher Stelle eine Bestätigung der Nachricht noch nicht eingegangen sei.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Vrvck und Verlag: vrvhl'fche Unlverfitü1§-Vuch- und 51eindruckerei B. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulfttahe 7.

Eine Lchifftaussrede des Reichsprästdenlen.

Jamburg. 28. April (WB.) Auf drr OBerft von Blohm & Voß hat heute nachmittag 4 W bie Taufe und der S t a p e l l a u f des 22 000 Tonnen grohrn Dampfers ber S) am b u r g- Amerika-LinieDeutschland . ftatt- gefunben. Der Taufakt voll og der Reich s- Präsident, der hierzu folgende Ansprache hielt.

Der Aufforderung der Hamburg-Amercka- Linie. diesem ihrem neuen Schift heute das Ge­leitwort auf feine erste Fahrt zu geben, bin ich gerne nachgek^mmen. Dies gibt mir bie ®elegenB foeit, der deutschen Schiffahrt und dem deutschen Schiffbau im allgemeinen, wie der Hamburg-Ame­rika-Linie im besonderen die Anerkennung und die Dankbarkeit des Reiches für alles das zu bekun­den was sie unter den schwierigsten Verhältnis­sen und unter den ungünstigsten Bedingungen für Wiederaufbau unserer Handelsflotte geleistet ha­ben Als der Machtspiuch von Versailles unsere große und blühende Schiffahrt vernichtet, uns vom Weltverkehr abgeschnitten oder doch von fremder Flagge abhängig gemacht hat, haben tatkräftige und verantwortungsbewußte Manner mit imgebco-