175. Jahrgang
Dienstag, 50. Januar 1925
SietzenerAiizeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Vrvck und Verlag: vrühl'fche UniversttStr Buch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7.
Zuspitzung der Lage im Ruhrgebiet
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Januar 1923
liegelpsad 18a«
Frie-
heute
Verschied^
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worden. Forstmeister Haeffke, der worden war, ist zu vier Wochen Gebet sofortigem Strafantritt verurteilt
verbracht verhaftet fängnis worden.
iot)taollen und Deckm ibringen.
Der Eingriff in den Postbelrieb
6 an9ehoimnen
Frankfurt a. M., 29. Ian. (Wolff.) IimAi e S b a d e n und M a inz - Kastel ist foMmder Befehl der Franzosen angeschlagen wvjhen:
in Stellen erteilt werden. — Gemäß der arrbnung 1 Art. 6 der K. C. 3. T. R. wer- i Vergehen aller Art gegen den Befehl Ikxsgerichtllch verfolgt.
Der Oberkommandierende General der
auszuführen, die ihm in seinem Auftrag der E. 3. C. F. C. und ihren untergevrd-
I^M^rerieMe'
Essen, 30. Ian. (WTB.) Zum Auf- sichitvbeamten für den gesamten P o ft b e - tr itfr des Ruhrgebietes wurde der franzö- sisvHr Beamte Brally ernannt. Als Sank- tiiDi für die deutsche Ablehnung, den Fran-
alle aus dem Weltkrieg hervorgegangenen densverträge an.
Lausanne, 29. Ian. (WTB.) Der
Berlin, 30. Juni. Wie die Blätter aus 18 Ien melden, spitzt sich die Lage im Ruhr- iteiif immer weiter zu. Die französische Be- I^uagSbehörde hat bekanntgegeben, daß alle *11 ichen Beamten, die ihrem Befehl nicht vHchilommen, sondern sich widersetzen, sofort v*h-rftet, jedoch nicht bestraft, sondern ohne ausgewiesen werden sollen. 3n- WhS der zahlreichen Ausweisungen, die be- ontij erfolgt sind, und des rücksichtslosen Ein- M> fenS der Besatzung in den Eisenbahn- tlliö« P o st b e t r i e b, herrscht unter der Be- BNiferung eine erbitterte Stimmung. KSi't«rn wurde das Telegraphenamt von ftan- jmischen Soldaten mit aufgepflanztem Seiten- a«dehr besetzt. Das weibliche Beamtenperso- ntML Lvurde von den Offizieren mit d e r R e i t-
Esche aus dem Saal getrieben-
Der Düsseldorfer Generalkvmmissar der flMHösisch-belgischen Besatzung hat nach einer ÄtLung des ^Dorwätts" dem Regiecungs- Mi öenten auf die Frage, ob an eine Hun - ^(iHodatie ernstlich gedacht sei, eine s.'chf iliche Mitteilung zugehen lassen, in der eafcdit wird, es sei nicht daran gedacht, die fÄi die. deutsche Bevölkerung reservierten Le-
Hnnaqme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit Dreis für 1 mm höhe für Anzeigenv 27 mm Breite örtlich 30 Mk, auswärts 40 Mk.; für Reklame- Anzeigen von 70 mn Breite 150 MK.Bei Platz. Vorschrift 20 Aufschlag, ^auptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil Ernst Blumichein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gietzen.
ar unler Strafhammer P> o>iz auf meine Persil rifft. Alle Bekannten ui!
Völkerbund und Reparationsproblem.
Paris, 30. Ian. (WTB) Havas berichtet, man versichert m Kreisen des Völkerbundes, im Verlaufe der heutigen Eröffnung der Session des Döllerbundsrates werde das Reparationsproblem außerhalb der offiziellen Sitzungen zum Gegenstand eines Meinungsaustausches zwischen den teilnehmenden Staaten gemacht. Es sei möglich, daß infolge dieser offiziösen Verhandlungen dem Völkerbund eine Resolution unterbreitet werde des Inhalts, der Völkerbund wäre gegebenenfalls geneigt, sich auf Verlangen der interessierten Mächte mit dem Reparationsproblem zu befassen, wie er dies bereits zum Ausdruck gebracht habe.
Paris, 29. Ian. (WB.) Heute vormittag, zu Beginn der ersten Sitzung des Volker- bundsrates, begrüßte der Vorsitzende Dt- Viani den neuen italienischen Vertreter, Sala n d r a, und die Vertreter der neu in den Völker- bundsrat gewählten Stacuen, Uruguay und Schweden, Balenco und Dranting. 3m Anschlüsse daran wurde über finanzielle Angelegenheiten des Völkerbundes verhandelt.
Ein Erlebnis
des englischen Königspaares.
_ London, 29. Ian. Als das englische Königspaar heute nachmittag nach London zurückkehrte, stellte sich ihm ein früherer Soldat in den Weg und schwang den Krückstock. Bei feiner Verhaftung erklärte er, ec habe den König wegen der Arbeitslosenfcage sprechen wollen.
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werden. Die Aerzte haben darauf erllärt, daß infolge dieses Vorgehe is schwere Epidemien auf» treten können, und daß sie die Verantwortung für alle Folgen den Franzosen überlassen müßten.
Die Verwendung der Tpahis in Trier.
London, 29. Ian. (Wolff.) „Daily Chro- nicle" nennt im Leitartllel den Dajonettan» grifffarbigerfranzösischerTruppen in Trier, einer der historischsten Städte im zi- vllisierten Herzen Westeuropas, gegen die dortigen Einwohner eine Infamie. Schuld daran säen diejenigen, die die Spahrs dorthin brachten. Das „Daily Chronicle" fragt, ob England der Gedanke ongwrcHm sei, mit eire. Macht zusammenzuhalten, die Afrikaner verwende, um Weiße zu bajonettieren.
Ein holländischer Flugdienst nach Köln.
Amsterdam, 29. Ian. (WB.) Das „Atge- meen Handelsblad" meldet: Da der Eisenbahnverkehr von Holland nach dem Rheinland völlig in Unordnung geraten ist, hat die Königliche Luftfahrtgesellschaft einen Flugdienst nach Köln organisiert, der ausgenommen werden sott, sobald die Besahungs- behörden ihre Zustimmung erteilt haben. Es sollen Passagiere, Post und Güter befördert werden.
M seit einigen Tagen das Eisenbahnnetz Unfynlegten. Dieser Versuch, die Eisenbahner ie Bevölkerung des Ruhrgebiets aus-
den an der Konferenz beteiligten Abordnungen überreichte aber noch nicht veröffentlichte Fr jeden svertrag sen twurf der Alliierten enthüll eine Anzahl von Klauseln, die sich zum Teil in Uebereinftimmung mit demDe rtragvonSevresaufDeutsch- land beziehen. Der Vertreter desWolfffchen Telegraphenbureaus ist in der Sage, daraus folgende Angaben zu machen:
In Artikel 23 Tett II verpflichtet sich die Türkei, die von den Alliierten mit den ehemaligen Zentralmächten abgeschlossenen Verträge und Zusatzabkommen anzuerkennen und allen Bestimmungen, die über das ehemalige Deutsche Reich, Oesterreich-Ungarn und Bulgarien getroffen wurden und noch getroffen werden, ihre Zustimmung äj erteilen sowie die neugeschasfenen Staaten in ihren Grenzen anzuerkennen. Im Artikel 24 muß die Türkei nochmals ausdrücklich die Grenzen Deutschlands. Oeste.r ichs, Bulgariens, Ungarns, Griechenlands, Polens, Rumäniens, Iugvstawers und der Tschechoslowakei anerkennen. In Ariikel 56 desselben Teils II verpflichtet sich die Türkei zur Anerkennung der Bestimmungen des Artikels 258 des Versailler Vertrags und dec entsprechenden Verträge mit Oesterreich und Ungarn, wonach diese Staaten auf jede Vertretung und Beteiligung an Organisationen und Konzessionen in der Türkei und jeder finanziellen Verwaltung und Kontrolle in der Türkei verzichtet hatten. In Art. 67 Tett II (Abschnitt über die Reparationen) erkennt die Türkei den Übergang aller deutschen, österreichischen, bulgarischen und ungarischen Schulden-Forderungen an die alliierten Mächte laut Art. 266 des Versailler Vertrags und der betr. Artikel der anderen Verträge an.
Ein Eegenprojekt der Türken.
Lausanne, 29. Ian. (WD.)Die türkrsche Abordnung wird am Mittwoch ein Gegen- Projekt überreichen, das sich vor allem gegen die Artikel des alliierten Vertragsentwurfs wendet. die ohne vorherige Beratung in den Ausschüssen und Unterausschütten abgefaßt wurden.
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'Sn neuer Befehl Degouttes
Eine neue deutsche Protestnote an Frankreich.
Berlin, 29. Jan. (WTB.) Der deutsche Geschäftsträger in Paris wurde beauftragt, der französischen Regierung folgende Rote zu überreichen:
Polizeiwachtmeister Symalla in Altenessen wurde am 28. Januar, als er auf seinem Posten stand, von einem französischen Offizier verhaftet. Rach einer mündlichen Auskunft des französischen Befehlshabers wurde der Beamte zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er sich weigerte, einen französischen Offizier zu grüßen. Jede weitere Auskunft wurde dem Dvll- zeipcäsidenten in Essen verweigert. Auch wurde es ihm trotz seiner Vorstellungen nicht gestattet, einen Vertreter zu Symalla zu schicken, um sich nach seinem Ergehen zu erkundigen. Das Vorgehen der französischen Militärbehörde gegen den deutschen Beamten, dem sie keine Weisung zu ertetten befugt war, ist ein Akt der Willkür. Die deutsche Regierung erhebt dagegen Protest. Sie wiederholt das schon von dem Polizeipräsidenten in Essen gestellte Verlangen, daß Symalla unverzüglich freigelassen wird und behält sich vor, volle Genugtuung zu fordern.
Der Erzbischof von Köln für „stellen, starben, stolzen Widerstand".
Köln, 29. Ian. (Wolff.) Der Erzbischof von Köln veröffentlicht anläßlich des widerrechtlichen Angrhfs unversöhnlicher Feinde auf die rheinisch-westfälische Industrie und die friedliche Bevölkerung eine Kundgebung, worin es heißt: Opferfroh und opfermutig steht nun in gemeinsamer Rot und Gefahr das deutsche Volk wieder einmütig zusammen. Ja, unser ganzes Volk, in allen seinen Stämmen und Ständen, alle für einen, einer für alle! Diese herrliche Gesinnung ist zurückgekehrt und fängt an, unserem Volke bei Glauben an s i ch selber wiederzubringen. Wir wollen st i 11 e n, starken, stolzen Widerstand leisten gegen die Ungerechtigkeit unserer Bedrücker. Haß und Rache sollen uns nicht beseelen und uns nicht den Weg zum Glück des ersehnten endlichen Friedens abschneiden.
Deutsch -amerikanische Liebesgaben.
Hamburg, 29. Ian. (WB.) Von dem Central Relief Comittee in Reuhork ist heute wiederum ein Auftrag an das deutsche Rote Kreuz ergangen, 500 Kolli Mehl, Zucker, Reis, Schmalz und Milch an die Notleidenden im Ruhrgebiet zu versenden. Durch das genannte Komitee wurden bis jetzt von unseren amerikanttchen Stammesbrüdern Liebesgaben im Gescun wert von 11 500 Dollar ober etwa 380 Millionen Mark überwiesen.
Mlj| MftOlO z-Melen, wird mißlingen, da die Bewohner llrlllf we Nuhrbezirks sehr wohl wissen, aus welchem A'WJhww» ESmde die Eisenbahnerschaft passive Resistenz
üfB. 3m Gegensatz zu der schriftlichen Zusiche- mnrg, daß die Lebensmittelzufuhren nicht ab- gg<|tnitten werden sollen, steht die Tatsache, öcifi die Franzosen die Ruhrtalbahn und die Süic<ke Duisburg — Oberhausen — Lünen für iM Transporte beschlagnahmt und jede Bench, ug für deutsche Transporte ausgeschaltet HM?,,.
We valtmahnahmen in Bochum.
Bochum, 29. Ian. (WTB ) Heute morgen isH in seiner Wohnung der Kommandeur dec ÄchuhPolizei Oberst Dethge, aus dem A««! heraus verhaftet worden. Zu gleicher ifl ein großes militärisches Aufgebot er- idfjinwi, besetzte das Finanzamt Bochum und beegcl' sich dann in die nahe gelegene Wohnung festn-j Leiters, des Oberfinanzrats Schmidt, .'Lenfalls aus dem Bett heraus verhaftet Mwi>:n ist. Schmidt hatte erst vor kurzem zwei Operationen überstanden, unter deren Maocrehen er noch leidet. Sein Stellvertreter, MexisLungsrat G r u e n w a l d, hat sich zum Di- vMnSlommandeur in Weitmar begeben, um selbst gegta Die Verhaftung zu protestieren. Die De- amriti aborbnung ist nicht vorgelassen, dagegen iflfi kiuenwald gleichfalls verhaftet worden. Ferner iftfi trute die Filiale der Reichsbank beseht und dsnXLichsbankdicektor D l u m h o f verhaftet wor- be® Die Reichsbankbeamden haben daraufhin blte 2tibctt niedergelegt: die Privatbanken in Do- chtuc haben zum Protest ebenfalls geschlossen, ist der Leiter des Hauptzollamts Bochum, Sfiojfl, verhaftet worden. Die Gefangenen sind amn Weitmarer Pastorat unlergebcacht wor- be®. — Der Fernfprechbetrieb, der seit Mittwoch vrmht-r Woche geruht hatte, ist heute mittag tohticc aufgenommen worden. Die französischen TiÄrstm, Die das Telegraphen-Postamt beseht bwdkn, sind abgerückt und haben deir Telegraphen» nist'ptttr Dirke mit sich fortgeführt.
31.1.23. Von dem oberkommandierenden G»Mnal der alliierten BesatzungSttuppen wird —- - , j befohlen: Sämtliches Personal der
am Sa"?',I» !- ErlseEahn hat an Ort und Stelle seinen wird ea st aufrecht zu erhalten und alle Be-
ffibn °b,llfliii fWl ^uSzuführen^ die ihm in seinem Aufttag
Der Frirdensvertragsentwur^ der Alliierten in Lausanne.
Lausanne, 29. Jan. (WTD.) Die Führer der alliierten Abordnungen ülerreichten heute den anderen Abordnungen bei Friedensvertragsentwurf. Gleichzeitig tourte er bereits offiziös der türkische Abordnung zugestellt. Die offizielle Tleke.reichung soll, toie bereits gemeldet, in einer seierlich-.m iSchlußsihung am Mittwoch stattfinden. Der russischen Abordnung wurde nur der Abkommensentwurf für die Meerengen- fragen zugestellt. Ein Auszug aus dem Friedens- Vertrag soll infolge eines UebeveinfommenS zwischen Den drei alliierten Delegationen erst nach der offiziellen Sitzung am Mittwoch der Presse mitgeteilt werden.
.Heber den Inhalt des Vertrages kann jedoch bereits folgendes mitgetelü werben: Es handelt sich um 10 ver sch iedene Dokumente und zwar 1. eine Schlußakte, 2. den eigentlichen Frie- denso ertrag und außerdem eine Anzahl besonderer Abkommen, nämlich 3. Abkommen übe? die Meerengenfrage, 4. Abkommen über das Fremdenregime in Der Türkei, 5. Abkommen über die ührazifche Grenze, 6. Abkommen über die Beteiligung Albaniens an der Abtragung der ottoma- nischen öffentlichen Schuld, 1. Abkommen über das Handelsregime in der Türkei, 8. Abkommen über die Amnestie, 9. Abkommen über den Devölke- rungsaustausch zwischen Griechen und der Türken, 10. ein griechisch-türkisches Abkommen über den Austausch der Kriegs- und Zivttgefangenen und 11. ein Abkommen über die Rationalitäten. ®er^ eigentliche Friedensvertrag enthält 100 Ar-
lieber die territorialen Fragen deS Friedens- Vertrages erfährt man, daß die Grenze zwischen der Türkei und Bulgarien die im Vertrag von Seubllh festgesetzte Grenze bleibt mit einer entmilitarisierten Zone zu beiden Seiten, die Grenze zwischen Griechenland und der Türkei die Im Waffenstillstand von Mudania festgesetzte Linie längs der Maritza mit einer entmilitarisierten Zone zu beiden Seiten. Die Grenze zwischen Syrien und der Türkei bleibt unverändert, lieber die Grenze zwischen Irak und der Türkei soll der Völkerbund entscheiden. Die Inseln Lemnos, Samotrage, Mythilene, Chios, Samos, Rikaria kommen auf Grund des Londoner Vertrags vom 13. Februar an Griechenland. Der Dodokanes wird unter italienische Souveränität gestellt. Die griechischen Insecn an der kleinafiatischen Küste werden entmilitarisiert. Imbrvs und Tenodos werden den Türken zuerkannt, jedoch mit Verwaltungsautonomie. Die Türkei verzichtet auf ihre Rechte in Aegypten und im Sudan und erkennt die ägyptische Unabhängigkeit sowie
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ainiL’r ten BesatzungSttuppen: Degoutte.
äIsen, 29. Ian. (Wolff.) Wie wir aus zultoclcssiger' Quelle erfahren, sind die Strecken Kioil enz —D onn, Dü ren — Aachen und G»«ld ern—Fürdingen infolge des Eingrei- femtfber französischen Behörden vondendeut- schi.cn Beamten stillgelegt worden.
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Die französische Regierung richtet gegenwär- tig eine Eisenbachnlinie von Duisburg über Oberhau sen—Reck lin^hausen nach Düren und eine zweite von Essen nach Hattingen über Dortmund ein.
Dortmund, 29. Ian. (WTD.) Der heute morgen verhaftete Präsident der Oberpostdirektion, Oberposttat Ernst, unb der Pvstrat Hif- fel sind aus dem besetz'en Gebiet ausgewie- s e n und von den Franzosen in Olfen (Münster- land) abgesetzt worden. — Die Verhaftung des Oberpostdirektors Kieselbach bestätigt sich nicht.
Dortmund, 29. Ian. (WTD.) Gegenüber den sich mehrenden Verhaftungen < leitender Reichs» und Staatsbeamten 'bat heule eine Konferenz von Vertretern der Arbeiter» und Angestelltengewerkschaften aller Richtungen folgende Entschließung gefaßt:
Die von den Desahungstruppen vorgenommenen Verhaftungen leitender Reichs- und (Staatsbeamten können die Gewerkschaften in ihrem bisherigen Verhalten nicht irre machen. Diese Maßnahmen sind vielmehr geeignet, den Widerstand bis zum äußersten z u steigern. Die Gewerkschaften werden jeden allS wie bil'her ihr Möglich'tes tun, daß die Franzosen an der Ruhr ihr Ziel nicht erreichen.
Knebelung der Presse.
Essen, 29. Ian. (Wolff) Für den 29. Januar vormittags hatte der Chef des Stabes der 128. Division die Vertreter Der Essener Zeitungen zu einer Besprechung eingel tben. Den Erschienenen ist eröffnet worden, daß bisher volle Pressefreiheit bestanden habe, die jedoch zur Verbreitung falscher Meldungen und zu Angriffen auf Frankreich und die französische Armee mißbraucht wurde. Dies müsse von nun an anders werden. Der Stabschef hat im Auftrage des Generals den Erschienenen einen entsprechenden Befehl übermittelt und auf die Tatsache aufmerksam gemacht, daß der Belagerungszustand bestehe. Die Pressevertreter haben mit folgender Erklärung erwidert: Wir verwahren uns gegen jede Einschränkung der Pressefreiheit, soweit sie nicht durch die deutschen Gesetze begründet ist. Als berufene Vertreter der deutschen öffentlichen Meinung behalten wir uns diejenige Stellungnahme vor, die im Interesse des deutschen Volkes liegt — Der Stabschef hat die Erklärung zur Kenntnis genommen und erwidert, daß ein neuer Zustand geschaffen sei, demzufolge der französische Belagerungszustand allein und nicht mehr die deutschen Gesetze Geltung hätten. Er hat Maßnahmen gegen die Presse Durchblicken lasten. Der Vertreter des kommunistischen „Ruhr-Echo" hat eine gesonderte Erklärung abgegeben, daß für die Kommunisten weder die französischen noch die deutschen Gesetze Geltung hätten, sondern allein die Befehle der 3.Intemationale und daß die'e dementsprechend sowohl gegen das französische Kapital als auch gegen das deutsche ankämpfen würden.
Krankenhäuser beschlagnahmt.
Berlin, 29. Jan. Der „Lokalanzeiger" meldet auS Essen, daß die Franzosen den dritten Tett der dortigen Krankenhäuser beschlagnahmt haben. Allein von 1000 Betten der städtischen Krankenhäuser haken die Franzosen 270 Betten beansprucht. Auch Der Dhphte- riepavitton, die Hauptklinik der Pavillons für Scharlach, Masern und ThphuS mußten von Den Kranken auf Verlangen der Franzosen geräumt
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ü Mark und 40 Mark ii^erlohn.durchdiePost >3 Mark,auch bei Nicht- |::einen einzelner Num- ri infolge höherer uealt- FernIprech.
14,lüfte: fürdieSchrift- nung 112; für Der lag i S (öelchäftsstelle 51.
I>l>chrift für Drahtnach- tiiiin:21meiaer6te6en.
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_Oeb, Zigarrenhaus Bahnhofstr. 52a.
zosen Fernsprechverbindungen her- zustellen, lieh er den gesamten Dettieb eine Stunde unterbrechen mit der Besttmmung, daß bei jeder nachfolgenden Dienstverweigerung die Sttafe erhöht würde.
Essen, 29. Ian. Für heute mittag 2111)1 hatte der französische Kommandeur für TLele-- graphenwesen die Gewerkschaftsvertteter der Beamtenschaft des Post- und 'Tele- graphenamts zu sich geladen, um sie zur Unterzeichnung einer Erklärung zu bewegen, daß sie sich deit französischen Anordnungen fügen würden. Dieses Ansinnen ist von den Be- amtenverttetern ab g e le hn t worden. Direktor Jünger, der dagegen Einspruch erhob, h-at die Erklärung erhalten, daß er sich zur Verfügung der französischen Behörde zu halten h-abe. Sechs Vertreter der Beamtenschaft sind sofortverhaftet und in einem bereitstehenden Auto mit unbekanntem Ziele fortgebracht worden. Die Vertreterin der Beamtinnen ist von den Franzosen sofort freigelassen worden. Infolge des Vorgehens der Franzosen hat das Personal des Post- und Telegraphenamts beschlossen, die Arbeit um 3 Uhr niederzulegen.
Die Beamtenausweisungen.
Essen, 30.3an. (WTB.) Die fcairzösischen Militärbehörden haben bestimmt, daß auch im Ruhrgebiet alle Beamten auszuweisen sind, die es ablshnen, den ausgesprlxchenen De- Mrlen zu gehorchen.
Düsseldorf, 29. Ian. (WTD.) Der Oberbürgermeister IarreS aus Duisburg ist ausgewiesen worden und ohne Angabe von Gründen sofort im Auto ins unbesetzte Gebiet
fctermittel zu beschlagnahmen oder die Le- e id), tyerw bckx-,-,üttelzufuhr abzuschneiden. Wenn in der ms nehmen p wollen uni L e? nsmittelversorgung Schwierigkeiten ein» fernerhin bas bisher bt htetxTi würden, so sei das, wie in dem Schreiben bdchruptet wird, die Schuld der Eisenbahner,


