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(Rachdruck verboten.)
75. Fortsetzung.
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2. Feler'ag: FrüKjchovvcn Altoria.
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Karfreitag:
Aamilieo-Äusüllg nach dem Schissen- berq.8tbmntid)3Ut)t UubiDlirfulnt). Ker» einöabzeichen M a'-Mdtflen.
1. Feiertag: . Arüdikdovveo
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achen aller Art wünschten Ausstittung stilrein tmd hl’tche UnU.-Druckertl, R. Lange.
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1 Feiertag vor«» L. Feiertag,
Unter dem KreiheitZbaum
Roman von Clara Biebi
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Hemden Mk. 6900.— Hosen Mk. 5900.-
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»ot Mk. 290.— px* lange Vorrat reicht! - wigFeige Sonnenstraße20
Ob sie die Julie auch gelangen nahmen? ilnt> wer blieb dann bei dem Hänneschen? Dieser Gedanke folterte ihn. Er rührte Hans Bast mit dem Ellbogen an, soviel konnte er sich nur noch regen. „Wenn ich nur teufet, ob ich bei 't deutsche Erricht komm oder bei die Franzosen? Bei die Deutschen Han ich noch lang kein Angst" — er Vars die Lippen auf — „aber bei die Franzosen. Wat geschieht da mit uns?"
Hans Basis Gesicht veränderte sich um keinen Zug, es war ruhig wie immer, nur etwas finsterer vielleicht. 2hm war das Aussehen, das sie erregten, die größte Pein. Er wies mit den Augen nach deut Ast eines kahlen Apfelbaumes hin, aus dem ein Rabe sah und in Pa äsen krächzte: .Kräh, trat)."
»Kops ab," sagte der Krinkhaser und versank wieder in Schweigen.
20.
Zum älmsrnken müde war der Friedensrichter nach Lutzerath zurückgekommen. Aach der Hand Var langsam geschlichen, und das Pferd hatte den Kops hängen lassen. Adami hatte das Gefühl, als habe er einen gewaltigen Berg erklommen, den Gipfel erreicht und dürfe nun ruhen; Sich nicht allzulange. Roch war da der Ab-
. Lind der bot noch Mähen genug. Roch
»en Glieder der Bande zurück, wenn deren Häupter auch gefangen waren. Aber ohne den Krrnkhofer. der die Pläne ausheckte, und ohne den Dückler. der sie spielet ausführte, waren sie Licht zu fürchten mehr: bald würden sie auch im
Aus Siebt und Land.
Giefeen, den 28. März 1923.
Die Mehl- und Brolpreise im Landkreis Gießen.
Das Kreisamt gibt im neuesten AmtSver- kündigungsblatt bekannt:
Die Reichsaetreidestelle setzte mit verbindlicher Kraft für den Kommunalverband die Mabl- ldhne fest. Bei der letzten Festsetzung der Mehl- preise war der Mahllohn noch nicht bekannt. Die nachträgliche Bekanntgabe des Mahllohnes ergab, dafe der in der Kalkulation diesmal schätzungsweise eingestellte Betrag bedeutend überschritten war. Diese Differenz muh zur Bermeidung eines gröberen Derlustes im Mehl- und Drotpreis zum Ausdruck kommen.
Mit Wirkung vom 1. April d. I. werden daher die Preise für die Landgemeinden des Kreises wie folgt festgesetzt.
I. Für Mehl: a) Wetzenbrotmehl 205 Ml. für das Pfund, b) Roggenmehl 195 Mk.. c)Gerstenmehl 200 Mk.
2. Für Brot: a) für den 4-Pfund-Latb 780 Mk.. b) für den 2-Pfund-Laib 390 Mk.
Wer soll Techniker werden k
Der Bund der technischen Angestellten und Beamten schreibt uns: „Die deutsche Rot hat uns gelchrt. der Berufsberatung gröbere Aufmerksamkeit zu schenken als vor dem Kriege. Einen Berus ergreifen heifet, dazu „berufen“ fein, helfet, Erkenntnis seiner Fähigkeiten, gepaart mit dem unwiderstehlichen Drange, in ihm zu wirken. Einen Beruf ergreifen verlangt aber auch Erkenntnis seines Inhalts, seines Werdeganges, seiner Anforderungen körperlicher und geistiger Art, nicht mruber seiner Aussichten und nicht zuletzt des Derhältnisses zwischen Aufwand und Ergebnis. Wenn wir von den schwankenden Gestalten ab- sehen, die jeden Beruf nur als melkende Kuh. nicht aber als Lebensinhalt betrachten, so werden wir nach Prof. Dr.-Jng. Weyrauch von einem zukünftigen Techniker ver'angen müs en: gu e Gesundheit, starke Widerstandskraft Nervensystems, gutes Auge und Ohr, Geschicklichkeit der Bewegungen, konstruktive und begriffliche Phan- dasie. leichte Anpassungsfähigkeit. rasche Einstellung auf neue Anforderungen, kritisches Vermögen, Mut zur Derantworckichkeit. Zu erläfiig- tett. Pünktlichkeit, Ordnungsliebe, llmsicht, rasche Entschließung. älnerwünschte Eigenschaften sind: mangelnde Geistsgegenwart, Han; zur Befangenheit. leichte Beeinflussbarkeit, mangelnd: Dewei- lkchkeit, leichte Erregbarknt. Wer die deutlich erkannte Reigung zum technischen Beruf besitzt, wird sich aber auch um die be te Au; Bildungsmöglichkeit zu kümmern haben. V>vau;sehu g für jedes technische Fach ist eine ausrrichmd: mehrjährige praktische Lehrzeit womöglich in einer Lehrwerkstätte, wo der Lehrling Gelegenheit hat, nacheinander alle einschlägigen Arbeiten kennen- zulernen. Dann ist die Wahl der Schule dot nicht minder grober Wichtigkeit. Leider gibt es noch nicht genug staatliche Schulen. Das privale technische Schulwesen steht augenblicklich noch in voller Blüte, und wenn es auch unter ihnen einige gute Anstalten gibt, mit erfahrenen tüchtigen Lehrkräften und entsprechenden Einrichtungen, finden sich doch noch einige, denen die Techniker- f a b r i k a t i o n über die Techniker erziehung gebt Man meide alle Anstalten mit hochtrabenden, die Oeffentlichkeit irreführenden Ramm, mit akademischer Lehrweise und äufeerem Schein.
isieren AbendS: Hladeo- ' borg.
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)
Mittwoch, 28. März I92ö
die
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aus der Leiden,
e gelesen wurden. Der
sich an den
müder, e In
fo still, als
Baller nit viel im Sinn.'
(Forts, folgt)
Mark gespendet. Der Betrag wurde an Sammelstelle des „Giess. Anz." geleitet.
Garn fern, armselige Drosseln, die Deinen aufhängten.
Langsam war er geritten, ein famer Sieger. —
11 nb einsam lag die Uehmühle,
Dirigent des Kirchmchors, Leh e Stein, zeigte außerdem seine Kunst auf ter Orgel und trug zusammen mit Lehrer Fries zaei Stücke für Orgel und Violine vor. Vie zahlreich e.schienenen Zuhörer brachlen ihren Dank in ei. e. reichen Sammlung für den Kirchengesangverein dar.
Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhesscn.
Sitzung vom 2 6. März.
Sn der Streitigkeit des Deutschen Metallarbeiterverbandes und des Arbeitgeberverba ides für Lahngau und Oberhessen über die Aufstellung gemeinsamer Destimmunge i über die Ak or'a beu in den Giefeener Betrieben S ch a f f st a e d t. H e y- ligenstaedt, Bänninger und S ch u n k L E b e regelte der Schlichtungsausschuh die Streitpunkte durch einen Schiedsspruch. Die Streillelle erhielten Crkllärungsfrist.
Sitzung vom 2 7. März.
17 Da ugeschäften in den Kreisen A l s- feld, Lauterbach und Schotten gab der Schlichtungsausschuh die Zahlung der Löhne des 7. Rachtrags (vom 21. März 1923) zum Lohn- und Arbeitstarif für das Baugewerbe in der Provinz Hessen-Rassau, den Freistaat Hessen ulw. vom 22. September 1922 auf, jedoch ohne die Aus-
Kirchliche Nachrichten.
Evangel sche Gemeinden.
Gründon lerstag. 29. März. Glessen. Stadt» kirche. 97,: Vorstellung u Prüfung d.Konstrmanden a. d. Matthäusgem , Psr. Mahr, 6: Beichte u. Feier des hell. Abendmahls f. Matthäus- u. Markusgenu, Pfr. Mahr FohanneSkirche. Abends V ,: Beichte u. Feier d. heil. Abendmahls f. Lukas- u. Ivhannes- gem., Pfr. Bechtolsheimer. Kirchberg. 10: Passiv ns- lindergottesdienst Wieseck. 9: Beichte.
Karfreitag. 30. März. Giehen. Stadtkirche. 9 ?: Pfr. Becker, Beichte u. Feier des heil. Abendmahls f. Matthäus-u. Markusgem., 11V,: Äinbert f. Matthäus- und Markusgem. gc meinsam, Pfarrass. Becke--, 6: Pfarrass. Becker. FohanneSkirche. 97,: Psr.Ausfeld. Beichte u.Feier des heil.Abendmahls s Lukas-u. Iohannesgem., II1 Kinderkirche f. die Sohannesgem., Pfr. Ausfeld, 6: Liturgischer Gottesdienst, Pfr. Bechtolsheimer. Kirchberg. 10 Ubr. Lollar. 10 «heil. Abendmahl). Wieseck. 97,, im An- fchluh Feier deS helligen Abendmahls.
Katholische Gemeinden.
Giehen. Mittwoch, 28. März: 5 und 8 Beicht. Gründonnerstag: 6'/, Beicht, 67,, 7, 7'/„ 8 Korn., 9 Hochamt, 10 bis 6 Anbetungsstunden, 6 Andacht. Karfreitag: 77? Betstund., 9 Verstörte Messe. Predigt, 10 bis 6 Betstunden, 6 And. Karsamstag: 7 Weihen, 87, Hochamt. Lich. 29. März 8 Uhr. 30. März 10 und 7,3 Uhr. 31. März 7 Ufer.
gleichszulagen Er überliefe es aber den Parteien über eine Ausnahmeregelung für Schlitz zu verhandeln, da- der 'Bezirkslarrs in eine höhere Ortsklasse als die Rachbarorle gesetzt hat.
Die Frerherrlich Riedese Ische Ziegelei in AngerSbach soll ihren Betriebsarbet* tem über 21 (Zähren vom 1. März an 1200 Mk., und vom 15. März an 1320 Mk. Stundenlohn zahlen und die übrigen Löhne wie bei den Gtcsse- ner Ziegeleien staffeln.
Die Werkzeug- und Maschinenfabrik Heh - ligenstaedt & C i e. in Giefeen soll ihren Bureauputzfrauen vom 26 März 1923 an 450 Mk, Stunden lohn zahlen.
Die Kolonialwarengrofehandlung Benner. Krumm & Sauer in Giefeen hat wegen Arbeltsmangels 3 Lagerarbeitern darunter den Delriebsobmann, ohne vorherige Ärbeilsstreckung gekündigt. Der Schtichtungsausschufe verwies sie bezüglich des Betriebsobmanns auf die §§ 97 und A3 pes Betriebsrätegefetzes und erflärte im übrigen die Kündigungen für ungerechtfertigt.
Auch der Qrarzitbruch Unternehmer K i m m in Rainrod, Kreis Alsfeld, hat wegen Arbeitsmangels 4 Arbeiter ohne vorherige Arbeits- ftredung entlassen. Der Schlichtungsausschufe gab auch ihm die Wiedereinstellung auf.
Zu allen Schiedssprüchen erhielten die Streitteile Erllärungsfrist bis zum 31. März 1923, övr- mittagd 11 älfer. •
Ans dem -lmtsvcrkündignnqsblatt.
** Das AmtSverkündigungsblatt Rr. 25 vom 27. März enthält: Dienststunden der Provinzialdirektion Oberhessen, des Kreisamts Giefeen und des Polizeiamts Giefeen. — Einsendung von Todeszrugnifsen und Zählkarten. — Ir.landslegitimierung ausländischer Arbeiter. — Durchführutg der Kleinrentnerfürforge — Statistik der Streiks und Aussperrungen. — Hundesteuer. — Jagdschutz. — Wehl- u cd Brvtpreise. — Erwerbslo^enfür orge. — Feldbereinigung Allen-
** Kleinrentnerfürsorge. DaZKceis- amt teilt in einer Bekanntmachung über die Durchführung der Kleinrenmersürsorge mit, dafe bei Besprechungen, die vor einiger Zeit im Rcichs- ministerium für Ernähr-ung und Landwirtsch-aft und im Reichswirtschaftsminister um stattgesu den haben, vielfach besonderer Wert darauf gelegt worden ist, dafe für die minderbemittelte Bevölkerung, zu der aufeer den Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, den So-,ialrentn-nn und anderen, vor allem auch die Kleinrentner gehören, Mafenahmen zur Deschassuig von Lebensmilleln, Kleidung und Brenn stossen attrofsen w-rden Auch können die überwiesenen Mlltel zur Unterstützung solch r K e.nrenlner verwandt werden, die durch eine erhebliche Mietsteigerung besonders hart betroffei sind. Das Kc-eisamt empfiehll den Bürgermeistereien, hie.- nach geeignete Schritte zu unternehmen. D.mi Ärei&amt sind neuerdings wieder Mck.el für die Durchführung der Kleinrentnerfür orge zu Verfügung gestellt worden, die im Rahmei der früheren Richtlinien für die Verwendung des Reichszuschusses zu verwerten sind.
** lieber die Jnlandslegitimie- rungausländischer Arbeiter für das Hahr 192 3 hat das hessische M.nisterium des Innern neue Bestimmungen erlassen, deren wichtigster Inhalt im neuesten Amtsoerkündigungs- blatt veröffentlicht ist.
•• Deutscher Arbeiter-Bund. Man berichtet uns: In der am Sonntag in Wetzlar stattgehabten Dertreiee-Dersammlung des Deut- schm Arbeiterbundes courie berichtet, daß die Mitgliederzahl sich günstig weite e itwickelte, so dafe in der Berichtszeit auch einige neue Ortsgruppen gegründet toer'ei konnten. Schärfsten Protest erhvb die Versam.nlung feien den Ausschluss der nationalen Arbeiter aus , er Ruhrhilfe- Ausschüssen. Weiter wurde le ichlet, dafe die Organisation bei den bisher hn Ds>irk ce'.ätigten Detriebsratswahie.i rn Aumenau und B e -er gute Erfolge erzielt hat. Um den hier und da aus- gcftieuten Gerüchen über Wesen und Ziele des Deutschen QIi b.i.er junie? entge enzut eten. stellte die Deilammlung fest, dafe der Ee-llsche Arbeiterbund eine Organisation ist, die sich in den Richtlinien des § 152 der Gewerbeordnung bewegt und die Wahrnehmung der Inle e fen ihrer Mitglieder hn Rahmen der Verfassung ausübt. Der Bund ist parteipolitisch und konfessionell neutral. Mit irgendwelchen „Putschisten" hat ter Bund
Kirche und Schule.
* Kirchliche Di en st nachrichten. Die evangelischen Pfarrer Korell und Berck, die von den Franzosen auS ihren Pfarrstellen 'Rieder-Ingelheim und Mainz-Mombach Misgewiesen worden sind, wurden unter Wahrung ihrer Rechte als definitive Pfarrer zu Pfarrverwaltern in Rendel und Rofedorf ernannt
ri. Lich 26. März. Die Frier des Palmsonntags wurde in würdiger Weise a^ e- schlossen durch eine« liturgisch-musikalische Pass ionsf eier in der MaiieNikistskirche. Sie war veranstaltet von dem Kirchen e angverein und brachte durchweg Stücke alter Meister, zwischen denen aufeer eit ern Psalmgebet zum Anfang u id den Schlufegebelen pasfeide Stücke foitlaufend
bis zur letzten Minute geschafft; der ganze Hof stand voll Wagen, Anverwandte wäre t gekommen, und die Bräute von Hubert und Rcklas. Wie betäubt war sie; sie tat alles ganz recht, aber es war eine andere Maria, die den Kuchen backte und für die Gäste einen Tisch deckte. Es war auch noch immer die andere Maria, die dann im Grabgeleit ging, die Augen niedergeschlagen, das Bet- buch um das der Rosenkranz geschlungen war, in den unmerklich zitternLen Fingern. Mit blaffen Lippen murmelte sie: „Herr, gib ihnen die ewige Ruh' und das ewige Licht leuchte ihnen." Sie kniete, sie sah in die Gruft — „Amen, Amen" sangen die Schulkinder — sie streute Erde hinab mit kalter Hand, sie wischte dann die Erde vom Kleid ab, kehrte sich den Leidtragenden zu und reichte ihnen die Hand. All dies tat die andere Maria.
Aber nun, als die Gäste fort waren, auch die Bräute, denen Hubert und Rivas das Geleit gaben, nun durste sie wieder die alte Maria fein. Und sie weinte aus Herzensgrund.
Martin kam zu ihr in die Küche, wo sie die Tassen und Teller abtousch Ihre Tränen rannen ins Spülfafe. Es war ja das letztemal, dafe sie hier schaffte, morgen ging sie nach Lutzerath. Vergebens hatte sie sich heute nach ihrem Vater umgeschaut, sie glaubte, er würde beim Begräbnis sich zeigen, schon damit ihn die Leute sahen; aber er war nicht da. Gott sei Dank, Goll sei Dank nicht! Sie hätte sein Antlitz nicht sehen mögen. Ilm Jesu Barmherzigkeit willen, vielleicht tat sie ihm unrecht, bann mochte es ihr angerechnet werden herein ft Jetzt konnte sie nicht anders.
„Maria, meine liebe Maria," sagte der Martin, als er in der Tür stand. Er toar noch traurig und doch froh, endlich mit ihr allein zu fein.
Auf seinem Gesicht lag ein Schimmer von Glück Er breitete nach ihr die Arme.
S:e blickte auf ihre Hände nieder, unter denen das Geschirr zu klappern anfing. Sie konnte ihn ja nicht ansehen.
„Du hast für unsere Mutter alles sehr schön gemacht Akkurat so, als hätte sie bat alles selber gemacht Ich dank dir auch, Maria. Ich werd et dir -roch besser danken, wenn wir erst verheirat sind."
Sie zuckte zusammen: O weh, er fing davon an! ..Hör', Martin." sprach sie benommen, „wunder dich nit, aber ich bleib ete:il nit hier — ich tarr nit hier bleiben. Et schickt sich etoeil nit.“ Das fiel ihr ein wie ein rettender ©ebanfe. Heute, heute konnte sie es ihm noch nicht sagen. Rur noch ein paar Tage Aufschub! Heute fiel es ihr gar zu schwer. Wenn sie oben zu Lutzerath war, dann, ja dann gleich! „Der Hubert is mit seiner Braut an die Mosel, der Riva is auch weg — trat sollten die Leut wohl sagen, wenn wir zwei in der Mühl so ganz allein blieben!" Scheu wagte sie einen Blick.
Er nickte: das sah er wohl ein, aber er hätte gedacht, sie hielte so ängstlich nicht auf die Sitte ,.O Maria," (liefe er heraus, „bei uns zwei is bat doch ebbes ganz anderes. Wat brauchen mir zwei viel zu fragen nach dem, wat die Leut sagen. Wir zwei kennen uns doch Ich weife, trat ich von dir zu halten k)ab'. Die Mutter selig hat mir alles erzählt -- sie hat dich lieb gehabt, ihr Segen liegt auf dir — ich hall dich ebenso hoch und heilig, als wenn du eine wärst, zu der man nur beten mrfe. Ich rühr dich nii an, kannst dich drauf verlassen. Bleib, Maria, wat willste nach Krinkhof? Ich hab' mit deinem
sei niemand in ihr. Die Alten waren begraben. Zu Bertrich auf „Blasias Päsch", wie der windumwehte Friedhof im Volksmand helfet, halle man Mann und Frau in ein Grab gelegt, die schmalen Särge dicht nebeneinander. Es toar ein stattliches Trauergeleit, ganz Bertrich ging hinter den Särgen her. Es toäre keiner zu Haus geblieben. selbst der rote Bruttig, der Metzger, war früher von seinem Schweinehandel zurück- gekehrt, ging nun als letzter im Zug, hielt sich Die Mütze vors Sommersprossengesicht und betete andächtig laut Die Rede des Geistlichen war ergreifend; er hatte dem Paar nur Lob zu zollen. Friedlich hatte das gelebt trotz Krieg, Hunger unb der Pestilenz der Räuber im Lande; es toar allen ein Beispiel gewesen. Und friedlich toar es denn auch gestorben; trotzdem eine Qltörber* Hand sich gegen den Müller erhoben, hatte er die Schrecken des Todes nicht zu verspüren gebraucht Am Bett seines Weib^ toard er plötzlich abgerufen; Hand in Hand, wie sie auf der Reife des Lebens gegangen, traten sie nun die Reise ins Himmelreich an.
Die Schulkinder fangen lateinische Worte, die 'sie nicht verstanden, aber sie sangen sie hell, selig in den Tag hinein, der auf den Zehen stand und über die Berghohen, die in der Runde das Tal umschlossen, helläugig and freundlich fein- unterguckte.
Diele schluchzten, auch die Söhne meinten. Rur die Pflegerin der alten Uefemüllerin, die Tochter von Hans Dast, weinte nicht. Sie hatte
Technische Fachschulen müllen in heutiger Zell mehr als je ernste Arbeitsstätten fein. Wan meide auch den Fernunterricht, weil die techriiche Wissenschaft einen lebendigen und nicht einen papiernen Unterricht fordert Schliesslich überlege jeder, namentlich derjenige, der bereits in einem praktischen Derufe steht, ob die heutigen Verhält- nisie ein technisches Studium lohnen. D.e Dc- Mifelung der Techniker ist durchaus unzureichrnd; der Unterschied zwischen seinem Gehalt und d:m Lohne emes Arbeiters ist so unbedeutend, dafe die geldliche Desserstellung kein Grund für die Ergreifung des Technikerberu es sein tun i. Aufsichten auf Desseiung der 'Verhältnisse sind kaum vorhanden. Roch sind die Schulen überfüllt, noch ist der Dedarf an Technikern selbst in der heutigen günstigen Scheinkonjunktur reichlich gedeckt. Deshalb geht an alle Ellern und Erzieher, an alle Derufsämter die ernste Mahnung, die Verhältnisse sorgsam zu prüfen, ehe sie einem jungen Menschen den Rat erteilen, den technischen (Beruf zu ergreifen."
keine Gemeinschaft. Dre Versammlung beschoss ferner: .Die Ortsgruppen Haben sich mehr axe bischer um die Jugendpflege -u bemühen unb m den Iugendgruppen vor allem staatsbürgerliche Grzichung zu pflegen."
** Das Fest der goldenen Hochzeit begehen am 30. März (Karfreitag) in körperlicher und geistiger Frische der ehemalige langjährige DahnfeofspförMer M. W a 11 b d 11 unb seine Ehefrau Marie geb. Häuser, wohnhaft Frankfurter Stvafee 83.
Landkreis Gietzen.
* Staufenberg, 27. März. Zugunsten unserer kämpfenden Brüder im Ruhrgebiet wurden in hiesiger Gemeinde 9,35 Zentner Roggen, 33,5 Zentner Kartoffeln und 59 200 Mark bar gesammelt. Das Bargeld wurde an die Geschäftsstelle des „Gietz. Anz." abgeführt.
Hcsfcn-Nassau.
* Bieber, 27. März. Die Beamten der Grube Eleonore haben für das Deutsche B v l k S o p f e r als zweite Rate 110 000


