Mittwoch, 28. zebruar 1925
Erster vlatt
175. Jahrgang
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Ein Einreiseverbot der Rheinland» kommission für russische Kommunisten.
Koblenz. 28. gebt. (CE<B.) Die Rheinland- kvmmiNion verbot dem Führer der russischen Kommunisten Radek und seinen Begleitern die Einreise in das besetzte ©ebtet
leifung des ge= ?.Därz 1923 olzheim
*m 13. Februar, 'ruar 1923
^Ausschlusses Jrunden ver- a.
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Essen, 27. Febr. (WTB) Gestern ist der Bah"hör Bodelschwingh bei Dortmund von den Franzosen besetzt worden. Der Eisenbahnverkehr ist stillgelegt. Der Hauptbahiihof Bochum ist heute morgen für eine halbe Stande beseht, mehrere Eisenbahnbeamte festgenommen und fortgeschlcppt worden. — Die Verhandlungen über die Freigabe des Rathauses in Herne sind gestern gescheitert. Ser Bürgermeister von Wetter cvurdr zu einem Hahr Gefängnis und 10 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt.
In Hiddinghausen und StilschÄ)e haben die Franzosen Autokontrvllstellen eingerichtet, bi Oberhausen und Frintrop beschlagnahmten sie heute früh zahlreiche Autos.
Das in Essen erscheinende „Ruhr-Echo" ist durch eine Verordnung des Generals Simon für acht Tage verboten worden
Z Limburg, 28. Febr. (WTD.) Der Eisenbahnverkehr zwischen Höch st a. M. und Limburg ist seit gestern unterbrochen.
Gießw ff* ,/S
Amerikanische Intervention?
Man schreibt uns aus Berlin:
Spät kommt Ohr, doch Ohr kommt! Sv möchte man dem amerikanischen Präsidenten Harding zurufen, der mit einer Intervention der Bereinigten Staaten in Europa endlich ernst machen zu wollen scheint. Der spiritus rector, der eigentliche Urheber des Planes, ist aber merkwürdigerweise nicht der Auhen- Staatssekretär Hughes, auch nicht Harding selbst, sondern Harvey, der amerikanische Botschafter in London. Harvey, den man den guten Engel Europas nennen könnte, weilt seit Neujahr in Washington, um mit Harding die europäische Lage xu beraten. Harvey war es auch, der während 5er Londoner Dezemberkonferenz zwischen Bonar Law und Poincarö eine Zusammenkunft der in Europa amtierenden amerikanischen Hauptbotschaster nach London berief, um die diplomatische Lage zu retten. Sein Plan war schon damals eine gemeinsame Bermittlungsaktivn der englischen und amerikanischen Regierung. Er reiste dann nach Washington, um Harding für eine amerikanische Wiederanteilnahme an der europäischen Politik zu gewinnen. Auffallend lange, nämlich zwei Monate, dauerte diese »Bearbei- tung". Die Geschichte der heimlich mit einander ringenden Einflüsse und Widerstände wird noch geschrieben werden müssen. Vielleicht hat Harvey gesiegt. Sonst hätte er nicht Ende voriger Woche im Neuyorker Klub der englischen Zeitungskorrespondenten verkünden können, daß sein Herr und Meister im Weihen Hause sich zu dem entscheidenden Schritt entschlossen habe.
Innerhalb der nächsten 14 Tage erwartet man in London die amerikanischen Vorschläge. Der Kern dieser Vorschläge: Bildung einer internationalen Finanzkontroll - Kommission, deren Kontrolle Deutschland — vorbehaltlos armehmen mühte. Schon aus diesem beabsichtigten Diktat ist zu ersehen, dah d-e englisch- amerikanische Intervention nicht darauf hin- ausläufi, Frankreich und Deutschland zu einer politischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzung zu bringen. Der gordische Knoten wird nicht entwirrt, sondern durch eine aufgezwungene Losung ä la Versailles durchhauen. Die Leiden einzigen, für deutsche Ohren annehmbar klingenden Einzelheiten, soweit näheres bis jetzt bekannt wurde, sind erstens: Frankreich muh das Ruhrgebiet unverzüglich räumen, sobald es die internationale Garantie annimmt und zweitens: Amerika und England werden niemals zugeben, daß Frankreich aus dem Rheinland einen unabhängigen Staat mache. Mer Frankreich wird auf die Intervention in der Form, wie sie Harvey ankündigte, zunächst gar nicht eingehen. Die amerikanischeRegierung ist, wie Harvey äußerte, gewillt, einen Dmck auf die beiden Länder auszuüben. Das wehrlose und vergewaltigte Deutschland muß sich auch diesen Druck gefallen lassen. Aber srank- reich? Druck ist kein Zwang. Frankreich kann nicht zur Annahme dieses Interventionsplanes gezwungen werden. Die französische Diplomatie wehrt sich schon jetzt mit fanden und Füßen gegen die Hardingschen Absichten. Als kürzlich Gerüchte über Vermittlungsabsichten des holländischen Außenministers Karnebeck umgingen, wurde Marcel Hutin im de Paris" vorgeschickt, um zu erklären, alle Nachrichten über eine englische, amerikanische oder holländische Vermittlung feien erfunden; Frankreich werde warten, bis der Eigensinn Deutschlands gebrochen sei. Es werte-die Pfänder behalten, bis es eme Sache gewonnen habe. Diese aufgeblasene Haltung hatte lediglich den Zweck, eine amtliche Übermittlung der Interventionsvorschlage an Frankreich zu verhüten. Denn Pvmeare weih ganz genau, dah er die französisch Pollttk durch eine offizielle Ablehnung noch Wetter im die wachsende Isolierung htnemmanoverieren wird. Er täuscht sich aber sicher, wenn er glaubt, daß sich Amerikaner, wenn sie einmal den Rubikon überschritten und mit der Intervention in Europa begonnen haben, vor weiteren Taten abschrecken lassen. D^.ß P.usi Swg me6r au e i n- Mn- sprmg-n lassen wird, geht aus seiner Botschaft an ben Senat hervor, in der er vorschlagt, daß die Vereiniaten Staaten in das dauernde In- eintreten sollen. Das Schiedsgericht ist mcht der Völkerbund selbst. Aber Harding hat ja auch, offenbar unter Harvey Emfluh dem Kongreß nahegelegt, eine Entschlteßur^zu treffen durch die Amerika wieder m die Repa Lskommission einttitt. Alles dies sind mnehte man sagen, konzentrische ^H^bte ^ur Einleitung eines amerikanischen Einschreitens w Eu^pL. Der amerikanische Senathusschuß für auswärtige ^ngcIegei^itCT trat am Dienstag zusammen, um die Harvey-Har- dingschen Pläne zu prüfen.
Es fen, 28. Febr. (WTD.) Heute wurden 60 Schupobeamte von den Franzosen verhaftet und nach Dredcnü) abtranipovtiert. Man nimmt an, daß sie ausgewiesen werden. In Essen wurden mehrere Autofallen von den Franzosen errichtet, ft an der Steeler Straße und an der Weißenburgstrahe. Die Franzosen haben Personen- uird Lastautos, in Stelle sogar ein Last- mit Lebensmitteln beschlagnahmt.
steigenden Strafen der Kommandierende General der Desahungsarmec die Entscheidung treffen können. dah die Strafe anstatt in den deutschen Ge- fängnissen der besetzten Gebiete in französischen, englischen oder belgischen Gefängnissen abzubüßen finS.
Flucht der Rcichsbankbeamten aus Trier.
T r i e r, 28. Febr. (WTB.) Die Franzosen haben gestern vormittag versucht, die hiesige Reichsbank stelle auszuheben. Da die Beamten rechtzeittg von dem Vorhaben erfuhren, hatten sie sich m i t s ä m t l i ch e n A k - te n und Büchern in Sicherheit gebracht, so daß die Franzosen nur leere Räume vorfanden.
Festsetzung von Obdachlosen.
Essen, 28. Febr. (WTB.) Wie kürzllch gemeldet wurde, haben die Franzosen etwa 170 Obdachlose aus dem hiesigen Asyl für Obdachlose festgesetzt. Nunmehr wurden die Leute in Lastautos von den Franzosen in Olpe ausgeseht, well sie sich weigerten, für die Franzosen zu arbeiten. Die OrtSpolizei in Olpe ttug für den WeiterttanSport der Leute nach Münster Sorge.
Verhaftung von Schnpoleuten.
Nr. 50
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pflegunoszug aufgefahren. Die Lokomotive wurde stark beschädigt; der Packwagen und zwei untere Wagen des Zuges entgleiten. — Das Zollamt Strahlen wurde durch belgische Zollbeamte besetzt; die deutschen Zollbeamten wurden ihres Dienstes enthoben. Der Güterverkehr nach Venlo ist eingestellt. Der E senbahnassistent Heinrichs in Rheydt und ter Elle-,bahnrnspek- tor Degisch von der Stationskasse in Rheydt sind gestern verhaftet und vermutlich nach Krefeld gebracht worden. Der Bahnmeister B a h- n e r 8 etenfalls in Rheydt,, wurde von zwei französischen Zivilisten aus seiner Wohnung geholt mrd nach dem Bahnhof gebracht. In B i t b u r g wurden Eisenbahningenieur Groen und zwei Lokomotivführer bi ihrer Eigenschaft als Gewerkschaftler verhaftet. In Karthaus bet Trier wurden ter Eisenbahnamtmann Didier, fcte Bah ho'svorsteher von Moselkern und Sal° mohr verhaftet. Die Besatzung versuchte, die noch in Trier befindliche Geschäftsstelle ter Reichsbahndirektion Trier aufzulösen. Es gelang den Beamten, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen und die Geschäftsstelle anderswohin zu verlegen.
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Frage und Antwort im englischen Unterhaus.
London, 27. Febr. (WTD.) (Unter* Haus.) Auf die Anfrage, ob Erörterungen statt- aefunten hätten mit irgendwelchen ter Alliierten bezüglich eines Ergänzungsvertrages zu dem Versailler Vertrag zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien, ter die Kontrolle der Eisenbahn im Rheinland und Ruhrgebiet berührte, erwiderte Donar Law verneinend.
Auf verschiedene Anfragen erwiderte der Premierminister, dah die Kosten der Besät- zungsheere die Priorität vor den Reparationen hätten. Durch das interalliierte Uetercin* kommen vom 11. März seien diese jedoch auf gewisse festgesetzte Summen beschränkt worden, die nur vermehrt werden könnten, um die Ausgaben für irgendwelche von den alliierten Mächten beschlossene Maßnahmen zu bestreiten. Für Maßnahmen, die von ter belgischen und französischen Regierung ohne vorherige Zustimmung ter anderen alliierten Mächte getroffen wurden, könnte daher keine Erhöhung der Ausgaben eintreten. Ein Vorschlag in diesem Sinne müsse sorgfällig geprüft werden.
Denn fragte, wer die Kosten ter französischen Besetzung des Ruhrgebiets tragen werte, das Reparationskonto oder der französische Steuerzahler. Donar Law erwiderte, er könne seiner Antworrt nichts hinzufügen.
Wedgewood fragte, ob bereits die französische Regierung wittr, daß England diese Haltung einnehme.
Donar Law antwortete: Nein, sie ist nicht mitgeteilt worden.
Denn fragte: Haben wir irgendwelche Garantien, dah sie unsere Reparationsansprüche nicht vermindern wird? Donar Law antwortete: Nein, keinerlei.
Im älnterhause teilten Macdvnald, Henderson und E lynes namens ter Arbeiterpartei eine Resolution mit, in ter die französische un£> belgische Kammer aufgefortert werten, Kommissionen aus allen Parteien zu ernennen, um Mitteilungen und Gedanken mit einer entsprechenden Kommission des Hinterhauses in ter Angelegenheit der Ruhrbesetzung und des Re para tivns Problems auszutauschen. Es wird erklärt, dah die Arbeiterpartei in Verbindung mit den sozialistischen Parteien Frankreichs und Delgiens steht im Hinblick auf Die Einbringung einer gleichlautenden Resolution in den Kammern der beiten Länder. Cs verlautet, dah die Regierung ersucht worden ist. Gelegenhell zur Erörterung ter Resolution zu geben.
London, 27. Febr. (WTD.) MacNeil! teilte auf eine Anfrage im Linier hause mit. die Autorität der Rheinlandoberkommission sei gültig in dem unter den Rheinlandabkommen und Artikel 428 des Versailler Vertrages steheiten Gebiet. Sir dehne sich nicht auf das Ruhrgebiet aus und wrrte von ter De-- setzung des Ruhrgebiets nicht berührt.
Die neuen französischen Forderungen an England.
Paris, 27. Febr. (WTD.) Havas berichtet aus London, die englische Regierung habe gestern in ter Frage des Transitverkehrs über Köln nicht geantwortet. Es habe den Ansch'in, als werde sich diese Antwort durch weitere Nachprüfungen noch verzögern. In unterrichteten englischen Kreisen werte versichert, dah die Regierung die zusätzliche Forderung ter französischen Sachverständigen nicht billigen werde; übrigens habe auch General G o d l e y U>r_ nicht zugestimmt. Cs hantele sich um das Anhängen von Militärwagen an die gewöhnlichen Züge. Man versuche, sich über den Gesamtumfang ter französischen Transporte in ter englischen Zone klar zu werden, bevor man die endgültige Entscheidung hinsichtlich ter zu bewilligenden Zahl von Zügen treffe. Die durch die französische Zollorganisation in Köln erstandenen kommerziellen Fragen verur achten in den offiziellen englischen Kreisen Besorgnisse wegen des von den Franzosen eingcführten Tarifs.
Der Londoner Korrespondent des New Bork Herald bestätigt, dah die letzten französischen Forderungen in ter Frage des Transitverkehrs durch
Köln, 27. Febr. (WTD.) Zur Eisen» bahnbetriebslage wird gemeldet: Auf dem Dahnhof StoLerg wurden etwa 26 mit Holz telatene Wagen von den Delgiem abgefahren. In Königswinter sind Cingrifse in den Eisenbahnbetrieb noch nicht erfolgt. Der Dahnhos ist wieder frei von Desayung. Es verlautet, dah die Orte zwischen Oberkassel und Linz einschliehlich des letzteren, beseht werden sollen. Die Post- krittrolle in Oberkassel bei Donn soll nach Mitteilung des Leiters ter Kontrollstelle am 27. Februar wieder aufgehoben werden. Die Rheinbrücke zwischen Erpel und Remagen ist seit dem 17. Februar für den Fußgängerrerkehr durch die Fran» zosen gesperrt. Der Fährbetrieb zwischen Godesberg und Nieterdolle idorf ist eingestellt; es verkehren nur noch Motorboote. — Gestern vormittag zwischsTn 11 und 12 Uhr ist zwischen Kohle H-Hauptbahnhof und ter Blockstelle Königsbach eine Lokomotive auf einen Her - g aufgefahren. Die Loko- rl beschädigt; ter Packwagen und
Archive zu wüsten Haufen aufgetürmt. Raubüberfälle.
Essen, 28. Febr. (WTB) Folgende wettere äleberfälle, die in ter Nacht zum Sonntag von den französischen Soldaten verübt wurden, werden erst heute bekannt: Kaufmaim W. wurde von ftanzösischen Soldaten in ter Hornstrahe angehalten. Cs wurden ihm 600000 Mark und säm tliche Wertsachen abgenommen. In den Anlagen am H.rumannplatz wurden einem Kaufmann, einem Arch.tek.en und einem Schüler die Übren abgenommen. Das gleiche Schicksal haben drei Bergleute in ter Nähe ter Zech? Herkules" erlitten, als sie von der Arbeit nach Hause gingen In ter Giltehvfstrahe wurden vier Personen angehalten und ihnen die älhren, Wertsachen und das Bargeld abgenommen. Der Bergmann Johann M. wurde in der Hornstrahe ungehalten und ihm die älhr nebst Kette abgenommen, und ter (Bergmann G. wurde in ter gleichen Nacht in der "Steeler ©träte von sechs Franzosen angehalten. Sie nahmen ihm die äl h r n e b st Kette und 3000 Mark in bar ab. Weller wurde ter Bergmann Joseph St. in ter Sonntagnacht von fünf französischen Soldaten angehal'en. ihm wurde die Tlyr mit goldener Kette ab- geiicmmcTt Don gestern liegen neue Meldungen über Raubüberfälle durch die Desahungs- truppen vor. Gestern wurde ein 63jäh«-fter Dreher von vi-r französischen Soldaten angehalten und ter Ute beraubt. Auf seine Hilferufe flüchteten die (Räuber, und als ter Ueberfallene ihnen nachlief. schossen die (Räuber auf ihn. In ter Dornst raße wurde ter Schneider August M. von zwei französischen Soldaten mit üorgehaltenem Revolver angehalten. Die Franzosen nahmen ihm darauf die Drieftasche mit 100 000 Mark ab. Der Maschinist Peter- S. wurde abends in ter Herkules s! raße. und ein Fritz Sch. abends in ter Beuchst rahe überfallen und beraubt In ter Ka- steistrate wurden einem Arbeiter die Ute nt i t Kette angenommen, lieber alle bisher gemeldeten Ucberfälle sind von ter Polizeibehörde Protokolle ausgenommen worden, wovon eine Abschrift an General Degoutte gesandt worden ist.
Gerolstein, 28 Febr (WTD.) Hier haben die Franzosen 6 Cisenbahnerfamilien unter den Vorwand von Vergeltungsmaß"ahmen für angeblich verübt; öatetageafie gezwungen, innerhalb 3 Stunden ihre Wohnungen zu räumen.
Behandlung der Bürgermeister als Sträflinge.
Hamm, 27. Febr. (WD.) Bürgermeister Schäfer, Oberbürgermeister Haven stein und Dr. G u y e n z befinden sich in tem Männer- gefängnis in Düsseldorf. Sie sind in Einzelhaft und sollen nach Mitteilung ter ftanzösischen unteren Organe wie politische Gefangene behandelt werten. Dis jetzt haben sie Gefängniskost erhalten. Die Versuche, ihnen Erleichterungen zu verschaffen, sind bisher daran gescheitert daß die Franzosen die hierfür notwendigen schriftlichen Descheinrgungen nicht ausgestellt haben. Es wird weiter versucht, das Los dieser Deutschen zu erleichtern. Wie sie behandelt werten, geht daraus hervor, dah ihnen Fein Licht keine Kerze und keine Lampe zur Verfügung gestellt wird.
P a r i s, 27. Febr. (WD.) Nach einer Havas- meldung aus Koblenz hat die interalliierte Rbein- landkommission unter dem Vorsitz des französischen Oberkommissars Tirard heute eine Ordonnanz über die von den Milltärgerichten ter Desatzungs- behörte verhängten Gefängnisstrafen angenommen. Künftig toirb für die ö Jahre über-
kicher Form abgelehnt werden und fügt hinzu, dah die englische Regierung die gleiche Haltung hinsichtlich der von Frankreich verlangten Abtretung eines neuen Gebietsstrei- fens im Nordwesten ter englischen Zone ein»
Paris, 27..Febr. (WTB.) Der Londoner I die Kölner Desahungszone wahrscheinlich in Höst
Korrespondent des „Neuyork Herald^ glaubt -1 "
Mitteilen zu können, dah die englische Regie- I rung immer noch die Hoffnung hege,
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Die französischen Untaten.
Die Orgie der Zerstörung in Bochum.
London, 26. Febr. (WTD.) Die ^Pall Matt and Globe" veröffrnitlicht eine Meldung des Berichterstatters von Havas Li Düsseldorf, irrorin die Nachrichten über die von den Franzosen in ter Handelskammer von Bochum veranlaßten Zerstörungen als Erfindungen bezeichnet werden.
Das Blatt stellt jedoch Havas die Meldung des Kölner Berichterstatters ter „Times" entgegen, worin es heißt, dah d'.e nach Bochum entsandte französische Crpedition eine Orgie der Zerstörung veranstaltet, alle Einrichtungs- gegenstände von Wert weggenommen und sie im Lastkraftwagen fortgebracht habe. Die Telephoneinrichtungen seien zerstört, die Schränke gewaltsam erbrochen, die Papiere und Bllder zerrissen und auf die Straße geworfen, die Bilder Bismarcks und anderer hervorragender Männer mit tem (Bajonett zerstochen, der Weinkeller aufgebrochen und eine Anzahl von Flaschen zertrümmert, andere bi Lastkraftwagen weggeführt worden. Das Telegramm berichte auch über eine französische Stra'ekpedition nach Herne.
Außerdem meldet Reuters Sonterdienst aus Essen über die Vorgänge in Bochum: Nach ter Weigerung ter Bochumer Handelskammer, mit jemand anderem als mit den führenden französischen Behörden zu verhandeln, haben ftanzösische Truppen das Gebäude der Handelskammer vollkommen geplündert (sacked), die Gemälde an den Wänden weggenommen oder aufgeschlitzt- die Möbel weggeschaftt, die Telephone. Teppiche usw. zerstört und die
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General-Anzeiger für Oberhefsen
Vrvck und Verlag: vrühl'sche Universi1ä1§-Vuch- und Stcinöruderet H. Lange in Gießen. Zchristleitnng und Geschästrftelle: Zchnlstraße 7.
Amerika werde sich zu einer Intervention in Europa entschließen, wenn ihm die Gelegenheit günstig erscheine.
Der Vorschlag Hardings vom Senat verschoben.
London, 27. Febr. (Wolff.) Reuter mel- i)et aus Washington: Die vom Senawr King (Demokrat) im Senat eingebrachte Entschlie- ;ung zur Durchführung des Vorschlages Hardings, daß die Vereinigten Staaten Mitglied des vom Völkerbund organisierten internationalen Gerichtshofs werden sollen, wurde ohne Erörterung auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Anzeichen mehren sich, daß der Vorschlag wenig Aussicht auf Ratifizierung während der Woche hat, die noch zur Verfügung des augenblicklichen Kongresses übrig bleibt, trotz der Unterstützung zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und führender Blätter des Landes.
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