Storfwtnö etne Ttn^etge gegen die Herren Schnell und Lenz beim Landesamt für das Dlldungswesen erftottet Auch die Gewerkschaften und die Presse Singen mit Anzeigen vor. Hier zeigt sich, wie gefährlich das Lun der „Oberhess. Dollsztg." ist und wohin es zielt. Dr. Lenz hat nicht den geringsten Anlab gegeben, das) eine Strasoev- sehung gegen ihn möglich gewesen wäre. Dah nichts Ernstliches gegen Dr. Lenz dorgebracht werden kann, sehen wir heute, und genau so ist es mit Dr. Schnell und Dr. Adolf. Lächerlich sind die Angriffe gegen Dr. Lenz, die völlig zusammengebrochen sind. Man hat Dr. Lenz vor- geworfen, er habe beim persönlichen Zusammensein im Uebrer^immer politische Reden geführt. 3n einer Zeit, wo junge Menschen von 20 Jahren daS Wahlrecht haben und politisieren, wird man es auch einem ausgewachsenen Manne nicht verbieten können, daß er über Politik spricht, wenn eS, tote hier, in angemessener Weise geschieht. Dr. Lenz wollte man das verbieten. Das ist die Freiheit, die die Herren meinen; sie haben alle Freiheiten, aber die anderen 'möchte man -oehrlos machen. Man tat sehr gut daran, gegen Dr. Lenz keine Difzipllnaruntersuchung zu führen u nb das Licht der Öffentlichkeit zu scheuen. Die Artikel der „Oberhessischen Volkszeitung" zeigen eine Unzucht der Sprache, die ihresgleichen nicht Hal. Man kann mir nicht zumuten, auf das Niveau der „Oberhessischen Volkszeitung" herabzusteigen. Die „Oberh. Vvlksztg? verfolgt Dr. Lenz fett Jahren nur deshalb, weil er eine politische Richtung hat, von der die „Oberh. Vvlksztg." sagt: „Sie paht mir nicht." Ich hätte mal die „Oberh. Vvlksztg." hören mögen, wenn einem ihrer Parteimänner das passiert wäre, toaS Dr. Lenz nun schon feit Jahren passiert, und wenn dann noch ein Schweigegebot an die (Zeugen ergangen wäre. Wenn zwri dasselbe tun, ist eö nicht dasselbe. An der Oberrealschule wurde anläßlich der Rathenaufeier nicht geflaggt, weil es technisch nicht möglich war, cföer auch an der Universitäts-Bibliothek wurde damals aus dem gleichen Grunde nicht geflaggt. Gegen Dr. Schnell tarn die Beschwerde, gegen Direktor Gbel kam nichts. Allerdings gehört Dr. Schnell der. Volkspartei an, Direktor Ebel aber ist altes Mitglied der Demokratischen Partei. Also: Wenn zwei dasselbe tun, ist es nicht dasselbe. So ist es auch etwas anderes, wenn die „Oberh. Vvlksztg." Berichte gegen Dr. Lenz wieder einmal bringt, als wenn sie von einer andern Seite kommen; bei der „Oberh. Vvlksztg." ist man sich über die Absicht von vornherein im klaren. 3n einem der vielen Artikel des Kampfes gegen Dr. Lenz hieb es, die Führer seien zu erbärmlich und zu feig, am mit ihrem Qtamen hervvrzutreten. Wenn der Verfasser, der diesen Artikel geschrieben hat, hier ist — und ich glaube, er ist hier — so bitte ich ihn, zu zeigen, daß er anders ist, und hier mal vorzutreten. Ich komme zum Schluß: Wenn gegen Vetters eine Geldstrafe erkannt wird, bezahlt er sie nicht. Die früheren Bestrafungen wirken bei ihm nicht, er wiederholt und vergröbert die Angriffe. Dr. Lenz hat sich noch nie um Detters gekümmert. Dieser unb noch mehr der Mann, der seine Angriffe aus dem Dunkel gegen Dr. Lenz richtet, greifen ihn fast täglich an. Jetzt ist m. E. mir eine Strafe am Platze, die dem Tatbestand gerecht wird, das ist eine Gefängnisstrafe. Es ist notwendig, zu zeigen, daß nicht nur die sozialdemokratische Partei tun kann, was sie will, sondern das) auch die anderen, wenn sie dem Freistaat geben, was ihm gebührt, Gesinnungsfreiheit haben. Zeigen Sie, daß es vor Gericht noch Gerechtigkeit gibt.
Auf Befragen des Vorsitzenden gab der Angeklagte Detters an, daß er wegen Majestäts- beleidigung durch die Presse mit Gefängnis vorbestraft fei.
Rechtsanwalt Aarvn als Vertreter des Beklagten führte u. a. aus: Dr. Lenz hat feinen An last, sich zu beklagen gegen die „Obephessische Vvlksztg.". Wer in Der Politik hervortritt, must eS sich gefallen lassen, dast er von seinen Gegnern angegriffen wird. Rach weiteren allgemein- politisch gehaltenen Betrachtungen fuhr der Redner u. a. wie folgt fort: Die „Oberhess. Vztg." steht nicht auf dem Standpunkt, dast man seine Meinung nicht frei äußern kann. Die Regierung brauchte' sich, glaube ich, nicht zu scheuen, zu sagen. waS an der Oberrealschale corgegangen ist. Das Bild „Ebert in der Badehose" hat dort lange in einer Klasse gehängt. In einem Aufsatz hat ein Schüler der Oberiealschule die Republik beschimpft. Verbindungen sind an der OBerreal- schule geduldet und in ein schwebendes»Disziplinar- verfahren ist eingegriffen worden. Die Vorgänge bildeten den Gegenstand einer Disziplinarunter- suchung, und um Ruhe in der Anstalt zu bekommen wurden Dr. Schnell und Dr. Henz verseht. Ich kam. in den Artikeln keine Beleidigungen finden. Die Artikel sind scharf in den Ausdrücken, aber nicht beleidigend, weder in der Form, noch im Inhalt. Das Wort „diszipliniert" ist der Auffassung entsprungen, di» meyt darüber in Laienkreisen vielfach hat: Der Jurist und der Beamte verstehen darunter was anderes. Ich bin der Auffassung, dast meine Partei freizusprechen ist, von einer Gefängnisstrafe kann keine Rede fein.
In seiner Replik erklärte Rechtsanwalt Fischer u. a.: Es ist eine älnwaHrheit, dast Dr. Venz irgendwie einen Juden persönlich se angegriffen oder beleidigt hat. Gs ist eine Dreistigkeit, Dr. Lenz mit irgendwelchen Mordplänen in Verbindung zu bringen. Das Bild „Eberl in der Dadckhose" hat nur Prof. Michel gesehen, sonst keiner, und dieser hat fein Wissen zwei Jahre lang für fich behalten, ohne irgend jemand etwas zu berichten. Wenn man Dr. Schnell für den Geist in der Oberrealschule verantwortlich machte, fo must Ministerialdirektor älrstadt für den Geist in der hessischen Lehrerschaft verantwortlich fein. Kein Disziplinarverfahren hat stattgejunden. Dr. Lenz und andere haben nach einer Disziplinar- untersuchung förmlich geschrien, aber die Herren an der Spitze des Landesamts für das Bildungswesen 'haben sich gehütet, diese Disziplinurunter- suchung einzuleiten. Es hat keine Strafversetzung stattgefunden, sondern eine Versetzung im Interesse des Dienstes, mitgeteilt in einer Verfügung mit dem Vermerk: „Maßnahmen zum Schuhe der Republik; Hier: Die Oberrealschule in Gießen." Dieses Historische Dokument habe ich vorhin zu den Qlften gegeben. Detters Hatte also fein Recht, Dr. Lenz in der Oeffentlichkeit dadurch herabzu- setzen, dast et ich der Zeitung sagte, Dr. Qrnz sei diszipliniert worden. Eie haben die beiden unter Anklage stehenden Artikel gehört; die häst- lichsten Schimpfwort sind darin gebraucht. Da soll man noch von der Wcchruna berechtigter Interessen sprechen? Detters weiß genau, dah Dr. Lenz nicht diszipliniert wurde. Wann hat er diese Behauptung zurückgenommen? Man nennt in den Artikeln Dr. Lenz, häuft eine Fülle
von Schkmpfworten auf die Dsutschnationalen und weist, daß der Leserkreis der „OberHess. Vztg." das auf Dr. Lenz bezieht. Ich Halle daher meinen Antrag auf Gefängnisstrafe aufrecht. Wer in dieser Weise mit der Ehre eines Mitmenschen sein Spiel treibt, obanfyL er schon wiederholt wegen Preßbeleidigungen bestraft ist, dem gebührt eine Strafe, die zeigt, daß wenigstens hier noch Recht und Gerechtigkeit herrscht.
Der Privatkläger Dr. Lenz erklärte, er werde von der „Oberchess. Dztg." nur wegen seines Kampfes gegen das Judentum ständig angegriffen. Gr stelle fest, dah er mit dem erwähnten Bilde Eberts nichts au tun habe, denn er habe In der fraglichen Klasse nicht unterrichtet. Gr stelle weiter fest, daß der Schüler, der den ebenfalls Hier erwähnten Aufsatz gefd)vie5en habe, nicht von ihm und nicht von Dr. Schnell unterrichtet wurde, sondern von einem Lehrer, der Mitglied des Zentrums sei. In den Landtagsverhandlungen sei fein Rame gar nicht genannt worden. Gr fühle sich nur feiner deutschvölkischen Anschauung wegen von der Oberrealschule verseht. Gr habe (Redner beantwortete hiermit eine Zwi- schenfrage des Vorsitzenden) nicht auf Schüler oder Lehrer eingewirkt, dast sie sich für sein Verbleiben an der Oberrealschule verwenden sollten. Seine Anfrage an das Landesamt für das Dil- dungswesen, inwiefern feine Versetzung eine Maßnahme zum Schuhe der Republik sein solle, sei nicht schriftlich beantwortet worden; man habe es vorgezogen, ihn wissen zu lassen, er könne die Antwort mündlich Haben. Da sei ihm dann gesagt worden, er Hätte politische Gespräche geführt. Er habe am 6. Januar in einem eingeschnebenen Briefe um die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gebeten, dieses wurde aber am 10. Februar abgelehnt. Gr habe zur einwandfreien Klarstellung alles getan, was er tun konnte, aber ihm sei alles abgelehnt worden.
Rach kurzen Bemerkungen des Rechtsanwalts Aaron und des Angeklagten Detters, rvelch letzterer sich nochmals zur vollen älebernahme der Derantwortlichkeit bereit erklärte und in bezug auf das Wort „diszipliniert" betonte, darüber habe fein Anwalt sich schon geäußert, wurde die Der Handlung geschlossen.
Das Gericht zog sich zur Beratung zurück, liest aber schon nach wenigen Minuten verkünden, daß die Urteilsverkündung erst am Mittwoch erfolge.
Vermischtes.
Sarah Bernhard f.
Paris, 26. März. (WTD.) Sarah Bern ha rd ist heute abend 8 Ahr gestorben.
Mord in der Gastwirtschaft.
Mannheim, 26. März. (WTD.) In der Wirtschaft „Zum Müllerstübl" bedrohte gestern der Gast Roos mehrere Anwesende. Als der gänzlich unbeteiligte Wirt Peter Edling aus der Küche ans Büfett trat, versetzte ihm Roos mit einem Dolch einen Stich in die Brust, wodurch der Wirt getötet wurde. Der Täler ist festgenvmmen worden, und die Polizei hatte alle Mühe, zu verhindern, daß er vom Publikum gelyncht wurde.
Drei Dampfer tu der Eldmündtmg zusammen- gestoßen.
Hamburg, 26. März. (WTD.) In der Elbmündung stieß im Rebel der von ‘Bremen kommende Bremer Dampfer „Da er en- sels" mit dem von England auftommenben englischen Dampfer „Helder" zusammen. Der Dampfer „Helder" wurde schwer beschädigt und rannte dann auf den nach Hamburg be= stimmten Dampfer „Johanna Lehmann" auf. Dieser erlitt gleichfalls starke Beschädigungen.
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Handel.
Börsenkurse.
Frankfurt a. M. Berlin
Schluß- Schlich- Schluß. Schlich-
Äurs Kurs Kur» Kur»
Datum: 23.3. 26.3. 23.3. 26.3.
v"/o Dtsch. RelchSanlelhe 4% Deraleichen 3'/»% Dergleichen 3°/0 Dergleichen
Dtsch.St>ar»'Lräui.-Anl. 4°/) Preußische KonsolS 4°/0 Hessen 3*V/o Hessen B'/o Hessen
89,75 89.75 89,50 89.5« 1170.- 1170. - 1175,-1175.- 070.— 670.— 675.— 675,— 4400,- 4400.- 4400,-4400,- 348,- 320.- 288.- 300— 180,- 20 L- 200,- 205 — 121,- 12&- 140,- 130,- 121.*- 110,- -,- 103- 126,- 125.- 123,-
4./, Zolltürken 80200,-32500,-30000,-32500,- 5»?Goldmerikaner 287000.- -.-292500. —29250).—
Berliner HandelSges. . 43000.- 50000,- 45000,- 550^- Conimerz- u. Privalbk. 6000 — 0900,— 6">00,— 7300.— Damm.n-Nationalbank 7200,— 820D— 7100.— 8200,— Deutsche Bank 20500.- 22500,- 200u0,- 22203;- Deutsche BereinSbank. 8200.— 3210 — —— .— DiSconio Eommandit . 9400.-9900,-9500,-11600- MetaUbank 37250,- 89000,-
Mitteldeut. Treditbank 4700,- 5100.- 4800,- 5250,— Oeiterr. Tredl:anstalt. 8100,— 8700,— 8075.— 8700— Bochumer Guß .... 55850,— -,—50000,-61000,— Buderus......... 27000,—31200,—25”00, —325 K),—
Caro........... —,-40000,- 36000,-40000,—
Demsch'Lurembnrn. . 59750,—86.500,—60000.-68500,— GelsenkirchenerBergw580)0,—64000,-57000.—62M),— Harvener Bergbau. 137000,-143000,-13 (000,-138000,- Kaliwerk SlscherSleben32000,—35700,-32000.-38000. - Kaliwerk Westeregeln 34750,-3-000,— —,— —
Vourabütle...... -, -3 4000. -30900,-34000.—
Oberbednrs 38000,-45250,-377.00,-45000,— Pbönix Bergbau. . .. 48500,-55005,—49(MX),-53500.- Nhcinstabl. ...... 4500'),—0077)0 - 46000,-52100.- Sheberf Wontatt . . . 120000,-1350)0,-115 00,-1290)0^ LelluS Bergbau . . . 106u0,—12000,— -,—
Hamburg-Anier. Pake 4200»— 44000,-. 40030.- 434u0,- Norddeuischer Llood. 22.100,—26100,- 22400,- 25400,- ZementwerkHeidelbert 14700,-15000.- —
Philivv Holzmann . . 8 00 — 850),— —
Nnglo-Tont.-Guano. . 7000a—8900u,-7800a-8950a—
Badische Anilin .... £1300—27500—2325a-278<v\— Goldschmidt 225üQ,—26900z—21(101/,—2770 Grie^deimer Electron.20000,—23060,-20000—240^0— Höchster Farbwerke . 195^-2350^—19400,-23000,- Hulzverkoblung 21-.0'),—22100^— —,— — NütgerSwerke 27000,—3400a—27500^33000,-
rcbeiteanitalt......2800«),—3300Q,— —
Allg. ElekirizitätS-Ses 14000,—1-.TSV-1400>-16*200,—
Bergmann....... 3825a—3)750/—37C<oa—10060—
Schuckert......... 34400,—38000/—34t 00—3 ■ 000—
Siemens & Halske. ..54000-57500^-50000—56000-^ Mainkraftwerke. . . 5400,— —
Adlerwerke SHever. . 7700— —,—8000,— 9100— Daimler Motoren. . .. 7800— 9500-7850- 9510,- Heyligenstaedt..... 23000,-240)0,— —,— ——
Meguin......... 2100a—13900,—20000,-22500,—
Metallges. Frankfurt. . 44500 -4200a- —.— —,— Schuhfabrik Her» .... 7000 —7900,— —,— —,— Tichel 11000,-12200,- -.- -,- Beaitoff WalShos .... 16900,-24000,-20.700,-259ü0,- Zuckcrfabr.ttraiikentbal 11900,-1210a- —>— —
ÜnckerfabrtrWagväuse! 11800.—IBOOa- —,— ——
Frankfurter Devisenmarkt
(Telegraphische AuSzahsnug.)
Dalum 24. März 26. März Lmtl. Noiierg. 9!mtL Stottern. Geld Brie? Geld Brie'
Antw.-Brüssel . 1177,55 1182,45 1157,10 1162.9)
Holland 8229 35 8270,65 8227,40 8268,60
Vonbon 97755,- 98245,— 97755,- 98245,-
BariS 134b,60 135:1,40 13211,15 1335,85
Schweiz. . . 38.5285 3872.15 3845,35 3854.65
Svanien ... 32ltt.no 8233.05 3211,95 322S05'.
Iiatten 1017,45 1022,56 1017,45 102L55
Lissabon'Oporb» —.— —,— —,— —,—
Dänemark. . . 4017.95 406*105 4009,95 40',0,05
Slorweaen. . 3770,55 3789,45 8753,10 3791,90
Schweden . . . 5536JO 5563,90 5.HG.10 5568,90
Helsinaior». . . —.— —,— 563 60 566.40
Neuuork 20835,30 20937,70 20847,75 20102,25
Denisch-Oesterr. 29,30 29,17 28,-3 29,07
Budapest. . . . 424,- 426»- 478,80 481,20
Prag...... 619,60 62L50 619,15 620L5
elgram .... —,— —»— - ,— -,—
Banknoten.
strankfurl a.M.. 26. Mär». Schweizer Noten.......
i>ranzöüsche Noten .
Dänische Noten Schwedische Noten Holländische Noten Demsch'Oesterreich H 100 Kronen Amerikanische Noten Englische Noten Italienische Noten Belgische Noten Ungarische No'en Tschechoslowakische Noten . . . Norwegische Noten Nnmnnische Noten Spanische Noten
Aries
3890,-
1826-
4010 —
552.5 -
82!«-
29- 21075.- 98400 —
1013—
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3735,-
95,—
Geld 3820— 1314— 3940- 5425— 8175.-
28.59 20825.- 97100— 1006— 1134.-
415,- 60S.— 3665.- 92-
De rlt n 26. März. Dör.ensttmmungs-- bild. Die festere Tetden,z der vergangenen Wochr übertrug sich in verstärktem Maße auf den 'balligen Verkehr. Dei dem flüssigen Gcldstande ^igte sich regere Kauflust, zumal der jehlge Kursstand verhältnismäßig niedrig erachtet wuröe. Ein besonders lebhaftes Geschäft entwickelte sich am Montanmarkte, wo Gewinne Vis zu 8000 $ro« jent erzielt wurden. Auch chemische und Elskirr- zilätsaktien waren bogckhrt bet einer Höchstbewer- tung um 1000 bis 5000 Prozent. Von Maschinen» fabriksattten sind Augsburg-Rürnberger Maschinen und R. Wolf, mit einer Steigerung von an- na'hrmd 5000 Prozent hervo-rzuheken. Ferner fliegen Stettiner Vulkan und Tettilwerte ansehnlich Rordd. Wolle um 10 000 Proz. Schiffährts- und Dankaktien schlossen sich der Aufwärtsbe'we- gung an. Berliner HarrdelsgefellschLft, in der Annahme eines besonders guten Abschlusses, erreichten 51 000, Hansa-Aktien gewänne t 5000 Prozent. Dalutapapiere setzten höher ein, ohne aber durchweg die Besserungen behaupten zu können. Sväterhtn wurde das Geschäft ruhiger, wobei teilweise leich'e Abbröckelungen erfolgten, wenn auch die Grundstimmung durchaus fest blieb.
Franks urt a. M., 26. Marz. Dörsen- st i m m u n g S b t l d. Während schon in der vergangenen Woche die Tendenz der Effektenmärkte eine mäßige Befestigung erfahren hatte, kam auch heute bei Beginn des Verkehrs eine stärkere Aufwärtsbewegnng zum Durchbrnch. Das lebhaftere Geschäft wurde infolge stärkerer Rächfrage fron der Börsenspekulation bestritten, da sich aus Kreisen des Privatpublikums noch keine größere Gefolgschaft eingefunden hat. Der Grund für die freundlichere Stimmung scheint darin zu liegen, daß am Geldmarkt die Erleichterung anhält. Festere Tendenz hatten Industriepapiere zu verzeichnen. Am Markt der zu Einheitskursen notierten Papiere konnte man größere Kurserhöhungen fest stellen. Ebenso hatten Maschinen- und Metall- werte eine festere Tendenz. Die feste Stimmung hielt während des Verlaufes an. Dollar um 1 Ähr 20 950.
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Märkte.
Berliner Produktenmarkt.
Berlin, 26. März. Am Pr^dukten- markt zeigte sich eine ziemlich feste Stimmung. Getreide war d)m Inland wenig angeboten im Zusammenhang mit den Feldarbeiten. * Die vermehrte Geldflüssigkeit belebte etwas die Kauflust. Die Händler betätigten sich lebhafter infolge der vermehrten Rach, rage der Bäcker nach Mehl. Auch die Mühlen bekundeten lebhafteres Interesse. Roggen wurde teilweise etwas höher bezahlt. Gerste hatte ruhiges Geschäft. Für Hafer zeigte sich seitens des Konsums und des Handels mehr Begehr. Mais stellte sich bei mäßigen Umsätzen etwas teurer. Futterstoffe waren sehr still. Weizen, märkischen 41000 Mk. (fester), Roggen. 39 000 Mk. (fester), Sommergerste 31 000 bis 32 000 Mk. (fester), Hafer, märllschen 30 000 bis 31 000 Ml. (fester). Mais, La Plata, loco Berlin 40 000 bis 41 000 Mk. (fester), toaggonfrei Hamburg 37 000 bis 38 000 Mk., Weizenmehl (100 Kilo) 110 000 bis 120 000 Mk, (fester), Roggen- mehl (100 Kilo) 98 000 bis 110 000 Mk. (fester), Weizenkleie 18 500 bis 19 000 Ms. (fester),Roggen- kleie 20 000 bis 21 000 Mk. (fester), Raps 80 000 Mark (fester), Leinsaat 80 000 Mk. (fester), Viktoriaerbsen 60000 bis 65 000 Mk., kleine Erbsen 40 000 bis 45 000 Mk., Peluschken 56 000 bis 65 000 Mk., Ackerbphnen 30 000 bis 35-000 Mk., Wicken 55 000 bis 65 000 Mk., Lupinen, blau 45 000 bis 50 000 Mk., gelb 60 000 bis 80 000 Mk.. Seradella, alt 70 000 bis 90 000 Mk., Rapskuchen 25 000 Ml., Trockenschnihel 11 500 bis 12 500 Mk. Rauhfutter: Weizen- and Roggenstrvh, drahtgeb. 13 000 chis 15 000 Mk., Haferstroh, drahtgepreßt 10 000 bis 12 000 Mk., Stroh, strohseilgebündelt 13 500 bis 14 500 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Vormahd 15 000 bis 17 000 Mk., Rachmahd 13 000 bis 15 000 Mk.
Frankfurter Getreidebörse.
“ Frankfurt a. 1, 26. März. Das Getreidegeschaft bewegt sich in engen Grenzen. Die in vergangener Woche vorgenommenen Abgaben scheinen beendet zu sein. Man bemerkte eine Befestigung in verschiedenen Artikeln. Zu großen Umsätzen kam es jedoch nicht, da die Derkäufer vorsichtig mit neuen Abschlüssen sind. Für Weizen war etwas Kauflust seitens der Mühlen zu beobachten, auch Roggen schien gefragter. Hafer, Gerste und MaiS still. Futtermittel wurden zu behaupteten Preisen gehandelt. Hülsenfrüchte geschäftslos. Die günstige Witterung gab Anlaß zu^ regeren Nachfrage nach verschiedenen Sämereiartikeln. SS notierten je 100 Kilogramm: Weizen Mk. 85 000—88 000, Roggen Mk. 83 000—86 000, Sommergerste für Drauzwecke Mk. 71 000 bis 75 000. Hafer, inländischer, Mk. 42 000—60 000.
Hafer, ausländischer, Marr —, MaiS La Plata Mk. 93 000—98 000, Mais Mixed Mk. 93 000—98 000, Weizenmehl südd. Sez.0 Mk. 145 000—170000, bei Waggonbezug ab Mühlenstation, Roggenmehl Mk. 10 500 bis 11 000, Weizen- und Roggenkleie Mk. 40 000 bis 43 000. Erbsen, je nach Qualität, für Speisezwecke Mk. 120 000—150 000.
Frankfurter Diehmartt.
fpd. Frankfurt a. M., 26. März. Auftrieb: 126 Ochsen, 60 Bullen, 946 Färsen unb Kühe. .387 Kälber, 117 Schafe, 1878 Schwein* Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht : Ochsen, vvllfleischsge, 240 000—270 000. mäßig und gering genährte Tiere 150 000—230 000 Mark; Bullen 150 000-210000 Mk.; Färsen unb Küche, vollfleischige 230 000-270 000, mäßig genährte 200 000—240 000, geringere Tiere 80 000 bis 230 000 Mk.; Kälber, feinster Qualität, 250 000 280 000, mittlerer 200 000—240 000, geringerer 150 000—190 000 Ml.; Schafe 80 000—200 000Mk.; Schweine unter 80 Kilo 220 000—260 000, von 60 bis 100 Kilo 250 000—280 000, über 100 Kilo 270 000—290 000 Mk. Groß- und Kleinviehmarkt wurden bei ruhigem Handel geräumt, am Schweine» markt verblieb bei lebhaftem Handel geringer? ikberftanb.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Die französischen Annexwnstoünsche.
Paris, 26. März. (WTD.) Zur Fruge bet Entmilitarisierung des linken Rhein» uferS schreibt das „Echo de Puris", es sei wohl möglich, daß wenn eine rheinische Autonomie gewährt werde, mit der Zeit ein Partikularis- mus entstehe. Wäre dem so, dann würden sich Köln und Koblenz viel eher von Berlin lossagen, als München ober Stuttgart. Aber eine derartige Lösung bleibe zweifelhaft, und sie sei den zentratt- fievenben Kräften, die Deutschland seit Hunderten von Zähren regeln, entgegen und mache hinsichtlich der Sicherheit FrankreichZ die alten Unterschiede zwischen dem preußischen unb dem nicht- preußischen Deutschland ziemlich bige 2fbcr nicht auf Grund dessen, daß sich vielleicht die günstigst^ Hypothese vollziehen könnte, müsse Frankreich Schuh finden. Das Blatt spricht dünn von der gradweisen Internationalisierung der rheinischen Eisenbahnen, die zuerst unter einem französisch- belgischen Regime Nehm müßten, um später einem Internationalen Komitee übertrugen zu werden, in dem aber der französisch? Einfluß vorheirschend sein müßte. Aber auch das sei nicht genügend, nm den nationalen Block zu befriedigen, und zwur aus strategischen Gründen. Fürdeii Fall, daß Deutschland angreife, müsse man Frankreich und Belgien In die Lage versehen, den Rhein zu halten. Es sei also nötig, daß in rascher Mobilisierung die französische Front durch ftra- tegisehe Linienauf dem li^nken Rhein- u f c r sichergestellt a«rde. und zwar in der gegenteiligen Richtung wie in der Vergangenheit, also durch strategische Linien gegen Osten, mit eucheren Worten, das linke Rheinufer müsse nicht nur entmilitarisiert werden, e8 müsse auch für die militärische Ausnützung durch Frankreich unb Belgien nutzbar gemacht werden, sobald Truppen in die rechtsrheinische 50-Kilometer-Zone ehtge» rückt seien. Ein solcher Plan werbe Cinwendunaen hervorrusew aber dieser Plan ergebe sich aus Der Logil der Klauseln, deren Anwendung Frankreich unbedingt zu fordern habe.
Weitere Derhaftungen durch die Franzosen.
Groß-Gerau, 26. März. Oberfusttzinspek« tor Lang hier wurde am Donnerstag durch die Franzosen verhaftet und nach Mainz über- geführt. Vorher hatten bei ihm sowohl, wie bei dem Amtsgerichts!) irettor (Jon ar und dem AmtsgerichtSrat Gläser eingehende Haussuchungen stattgefunden.
Em amtlicher Bericht Über den Brandschaden im Wiesbadener Staatstheater.
Wiesbaden, 26. März. (WTD.) DaS Staatstheater teilt mit: Die Meldungen über die Drandkatastrophe im Staatstheater sind stark übertrieben worden. Das Feuer bat lediglich das Bühnenhaus, ein angrenzendes Dekorativns- und Möbelmagazin und einen Teil der Rüstkammer zerstört. Der Zuschuuerra im, das Foyer, die ©aroeroben unb die Kassenräume sowie fast sämtliche Magazine sind unversehrt geblieben. Da also nahezu der gesamte Dekorations- unb Kostümfundus, die Bibliothek unb die Musikinstrumente erhalten geblieben sind, farcn der künstlerische Betrieb nach Wiederaufbuu der Bühne sofort wieder ausgenommen werden. Man rechnet damit, daß dies in sechs bi- acht Monaten geschehen wird.
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