Einzelbild herunterladen

Jröulein Hedwig erstorbenen rheini- mn Alfred Gold, ahlin geb. Lecker, zuzeigen.

n Bouteiller erieutnant a. D.

mheim (Medi) !3.

NrMrta, »Ifarben, Pin*el, Par* itt-Wacheio beaterQua- lität empfiehlt tniD

,er hallten?

MattaUSenbä

&&&$ scheuten di» - toten. A toi« «4

$ rühy^ beim äfit: der uge ü» r Ä in Slm,me\ bar

:ato' im

Das, 'Sitfcfeto

Central-Drogerie nil Karn, Schulstraße,

«so

.U?

KS

M1'

W-

§> K l'ud),1; 020t» M )r$2, Mr jFr^

mi"LMbers verl^d^b. Geoc«Keben

Für die

Wage Feines

Hl..BH.- rite» weiter emit.mf0.a- em.....MA-

einfie täfel- i pw.-iBflrfei 2800.-

..W.M- .......TO. MH- tlgener Seilerei: nnö Weißweine n stets titelswert n iddeS (grabe

»rs* [leinhen"

£'«* 08JÄ

s^Hold^ B ramen'K

>S°-' in ledernes - ch,

*.n .k (^nnrtinfl' c,-rt

Ur. 75

Erscheint täglich, trotz« Sonn* und Feiertag«, mit derSamstaysbeilage: GietzenerFamilienb lätter Monatliche vezuaapreife: 2850 Mark und IbOMark 2rogerlohn,durch diePost' SOOOMark.auch beiNicht* erscheinen einzelner Num* mern infolge höher« Gewalt - Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Siehe«.

poftfcheälonlo: graitflurt a. M. 11688.

175. Jahrgang

Dienstag, 27. März 1925

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oherhesfen

Druck und Verlag: Srschl'sche Univerfitäls-Vuch- uni> Zteindruckere« R. Lauge in Gießen. Zchriftleirung un6 Geschäftsstelle: Schnlstratze 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 27 mm Breite örtlich 80 Mk., auswärts 100 Mb.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 400 MK.Bei Platz' Vorschrift 20u/o Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst BlumscheiN; für der Anzeigenteil: Hans Beck sämtlich in Bietzen

Die englisch-französischen Beziehungen.

London, 26. Marz. (Wolfs.) Gin Teil der englischen Presse schenkt dem am Samstag im PariserFigaro" veröffentlichten Artikel große Beachtung. 3n dem Artikel wurde die Unzu­friedenheit Frankreichs mit der Ent» wicklnng seit dem Waffenstillstand, namentlich auch mit der Haltung Bvnar Laws, aaägebrücEt und am Schluß betont. Frankreich müsse seine Zukunft durch neue Bündnisse sicherstellen und zwar mit Mächten, die durch die Gegenseitigkeit ihrer Interessen mit Frankreich verbunden wären. Zum Teil wird in der Londoner Presse der Ar­tikel als ein Angriff auf die Entente betrachtet. Daily Aews" wirft die Frage auf. ob P o i n -- täte der Verfasser sei. Der Pariser Bericht­erstatter derTimes" schreibt, es sei bemerkens­wert. daß nach der Entmutigung, die in der letzten Zeit das gange Gerede über neue euro­päische Gruppierungen erfahren habe, und nach den Versicherungen, daß die Entente die Grund­lage jeder europäischen Politik bleiben müsse, einem unbekannten Publizisten in einem der­artigen Blatte eine so hervorragende Stelle ein­geräumt werde, um die alnmöglichkeit eines fran­zösisch-britischen Einvernehmens darzulegen und offen die Aotwendigkeit neuer Völkerverbindungen zu prüfen.

DieW e st m i n st e r Gazette" schreibt in einem Leitartikel, es sei unmöglich, zuzugrben, daß die Interessen England und Frankreichs mit­einander unvereinbar und einander entgegenge­setzt seien. England sei ebenso wie Frankreich vital an der Sicherheit Frankreichs und an dec Be­zahlung der Reparationen bis zur vollen Lei­st ungsfähigkeit Deutschlands interessiert. Aoch weniger als ein bankerottes Deutschland wolle England ein bankerottes Frankreich sehen. Die Interessen Englands und Frankreichs seien die­selben, es sei denn, daß Frankreich andere Interessen habe, die gegenwärtig zu erklären ihm seine Politik verbiete. Schließlich legt das liberale Blatt den Franzosen nahe, ihre Interessen unter einem größeren Gesichtspunkt zu betrachten, denn wenn sie endlich die Entente preisgäben, wären sie es und nicht die Engländer, die den Preis bezahlen müßten.

Dem Parlamentchberichterstck^ter desDaily Telegraph" zufolge werden in der Unter» haus - Debatte gm Mittwoch auswärtige Ange­legenheiten erörtert unter besonderer Bezugnahme auf die Lage im Ruhrgebiet und die eng­lisch-französischen Beziehungen. Es werde erwartet, daß Lloyd George an der Aussprache teil nehmen werde. Da die Erörterun­gen wahrscheinlich einen besonderen Umfang an- nehmen würden, werde Sonar Cato für die Regierung antworten. Dem Berichterstatter zu­folge würde dec Bericht der ins Ruhrgebiet ent­sandten Abordnung der englischen Arbeiterpartei nicht rechtzeitig genau vorliegen, um vyn dem Wortführer der Partei in der Debatte verwendet werden zu können.

Die sozialistischen Konferenzen.

Berlin, 26. März. (WTB.) Die Ver­handlungen zwischen den Vertretern der so­zialistischen Parlamentsfraktio­nen Englctnds, Frankreichs, Bel­giens und Italiens und dem deutschen sozialdemokratischen Parteivor­stand sind am Montag abend abgeschlossen worden. Mit dem Ergebnis wird sich am 29. März die erneut in Paris zusammentre­tende Konferenz der sozialistischen Parlamen­tarier befassen, zu deren Auffassung dann der deutsche Parteivorstand wiederum Stellung nehmen wird. Die Aussprache in Berlin er­gab vollkommene Aebereinstimmung der so­zialistischen Parteien in dem Entschluß, ihre Kräfte darauf zu konzentrieren, dem Ruhr- abenteuer ein möglichst schnelles Ende zu bereiten und die endgültige Lösung der Reparativnsfrage herbeizuführen, die zur Wiedergutmachung der Kriegszerstö­rungen führen, der Wahrung des europäischen Friedens dienen und der deutschen Leistungs­fähigkeit Rechnung tragen soll.

Maffenausweisungeo.

= Mainz, 26. März. In Auswirkung des Befehls, nur der französischen Eifenbahnregie zu gehorchen, wurde heute im Bezirk Mainz mit Mafsenausweisungen von Eisen­bahnbeamten begonnen. In den Stationen Wiesbaden, Mainz, Dingen, Bingerbrück, Gau­algesheim und Kreuznach mußten bisher mehr als 50 Eisenbahner die Dienstwohnungen sofort räumen und wurden erbarmungslos auf die Straße gesetzt.

Mainz, 26. März. (Wolfs.) Die Fran­zosen haben heute früh weitere sieben Zoll­beamte sowie den Privatmann Thiele in Mainz-Cas.'el verhaftet und ausgewiesen. Der 'kürzlich verhaftete Direktor desMainzer An­zeigers". Will, ist gestern mit Familie ausge­wiesen toorten.

fpd. Wiesbaden, 26. März. Heute vor­mittag zwischen 5 und 8 Uhr wurden unter einem großen Aufgebot von der französischen Desahungs- behörde nicht weniger als 2 0 Ai11g lieber der hiesigen Regierung aus ihren Wohnun­gen geholt und zwangsweise bis an die Grenze des besetzten^Jebiets vor Frankfurt geschafft und hier ausgewiesen. In einigen Fällen gingen die Franzosen mit besonderer Härte vor. Es han-

dell sich prn folgende Herren: Regierungsrat Dr. I Zaun. Regierungs- und Gewerberat Dr. Hesse. Oberbaurat Stiehl, Daurat Dr. Reumann, Re- | gierungsrat Trapp, Gewerbemedizinalrat Dr. Bethke, die Regierungs-Obevsekretäre Leber, Flick. Lange, Geibel, Ries, Sander, Dehre, Kusche, Cron- Hardt, Müller. Kanzlei-Inspektor Uhlsmann, Kanzleisekretär de Marne, Hauptkassenkassierer Dattenfeld, Bureaudiätar Opfermann. Ferner wurde der 18jährige Oberprimaner Weyrauch, der einen Protest wegen der Aus­weisung seines Schuldirektors mitunterschnsben hatte und deshalb seit drei Wochen in Unter» suchungshaft sah, ausgewiesen.

Der Bürgermeister von Kettwig zu <» Monaten Gcfängnkü und

5 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt.

Doch um. 27. März. (WTD.) Bon dem Militärpolizeigericht in Werden ist Bürger­meister H o p m a n n aus Kettwig zu 6 Mo­naten Gefängitis und 5 .Millionen Mark Geldstrafe verurteilt worden, weil er dafür verantwortlich gemacht wurde, daß die Eisenbahnarbeiter, die aus ihren Wohnungen fortgezvgen waren, das Eisenbahnmaterial mit­genommen hätten und er dem Requisitionsbefehl, 55 Decken zu stellen, nur zögernd Folge geleistet habe unD daß er bei dem Besuche der Be- sahungsbehörden auf dem Bürgermeisteramt nicht anwesend gewesen fei.

Unerhörte Behandlung der gefangen gehaltenen Beamten.

Berlin, 26. März. Die Behandlung der in den französ iUen Unters uchungs- gefängnissen befindlichen deutschen Beam­ten ist nach den hier eingegangenen Aieldungsi eine geradezu schmachvolle und skandalöse und schändet den Ramen Frankreichs als den einer Kulturnation auf ewig. Richt nur, daß die Be­handlung eine unerhört strenge und oft grausame und schimpfliche ist. sondern auch die Verpflegung ist die denkbar schlechteste- Geradezu unerhört ist es aber, daß Gefangene für die Verrichtung ihrer Notdurft und das Essen ein and dasselbe Gefäß benutzen müssen!! Die Zellen sind oft derart Nein, daß man sich kaum darin bewegen kann. In solchen Räumen müssen alte, in Ehren grau gewordene hochverdiente Beamte, d'.e «udem noch krank sind, ihre Untersuchungshaft zabringen.

Was sagt das neutrale Ausland zr diesem schmachvollen Verhalts Frankreichs? Wo sind jetzt die Kommissionen der Reutralen, die während des Weltkrieges durch die deutschen La­zarette und Gefangenenlager reiften and ängstlich darauf bedacht waren, daß jedem gefangenen Turko und Spahi sein Menschenrecht ward?

Ein Anschlag auf einen französischen Offizier im Saargebiet.

Saarbrücken, 26. März. (Wvlff.)Der Reue Saarkurier" meldet, daß am letzten Samstag, abends 1 Ahr, der Platzkvm- mandant von Neunkirchen, Kapitän Deschamp, von Personen angegriffen worden sei, die chn au Boden warfen und auf ihn losschlugen. Es ist dies das erstemal, daß Im Saargebiet ein Anschlag auf einen ft an» zösischen Offizier ausgeführt wurde. Der Prä­sident der Regierungskommission hat über die Gemeinden des Kreises Ottweiler, dem Neunkirchen angehört, folgende Polizei- maßnahmen angeordnet: Schließung der Wirtschaften und aller öffentlichen Etablisse­ments abends Vl'9 Ahr, Verbot aller Versamm­lungen und Verbot von Ansammlungen von mehr als zwei Personen in den Straßen.

Cmtc neue Zugentgleisung.

Oberhausen, 26. März. (WTD.) Ein von französischem Personal geleiteter Personen­zug ist am 24. März auf der Strecke Ober- Hausen-WestDuisburg kurz vor der Einfahrt mit sämtlichen Achsen entgleist. Zwei Wagen fuhren ineinander, während die Maschine um» stürzte. Wer bei diesem Eisenbahnunglück zu- schaten gekommen ist, konnte nicht ftstgestellt werden, weil die Anfallstelle von der Desatzungs­behörde abgesperrt worden war. Es konnte jedoch beobachtet werden, daß verschiedene Personen, die den Zug benutzt haben, davongetragen wurden.

Die Zeugetr von Buer.

Berlin, 27. März. Einer Meldung des Lokal-Anzeigers" aus D u e r zufolge wurde gestern enoltch der deutsche Hauptzeuge in der Angelegenheit der Ermordung der beiden französischen Offiziere, der Dergmann W t n - fing, freigeiaffen, nachdem elf Tage lang von französischer Seite ein Druck auf ihn aus- geübt worden ist, eine Erklärung zu unter­schreiben, in der er seine Aussagen widerrufen sollte.

D u e r, 26. März. (WTD.) Das französische Kommando hat der Stadtverwaltung mitaeteilt, daß die geplante Kirchenfeier für Die in Ducr am 11. März getöteten Deutschen angesichts der gegenwärtigen Verhältnisse nicht gestattet wer­den könne.

Am Samstag mittag ist ein franzö­sisches Tankgeschwader, das über acht Tage in den gärtnerischen Anlagen vor dem Rat­hause gestanden hatte, in der Richtung auf Reck­linghausen abgerückt. Die Anlagen haben erheb­lich gelitten.

Entgegen anderslautenden Meldungen wird der Dergmann Winking von den Franzosen noch

immer in Haft gehalten. Sie unterwerfen ihn täglich einem scharfen Verhör über die näheren Umstände der Mordtat, für die Winking einer der Hauptzeugen ist.

Beschlagnahme der AZeiuban-Domänen.

Wiesbaden, 26. März. (Wolff.)Nach­dem die Weinbaudvmänen an der Mo­sel bereits von 10 Tagen beschlagnahmt wor­den sind, wird jetzt lautRheinischer Volks­zeitung" in einem Erlaß der Rheinlandkom­mission auch die Beschlagnahme der Wein- bcuidomänen im R h e i u g a u angeordnet. Die Beschlagnahme bezieht sich auf die Weinberge, die Gebäude und die in den Kellern lagernden Weine.

Die Stimmung der Arbeiter.

Amsterdam, 27. März. (WTD) Der Son­derberichterstatter des sozialistischenH e t Volk" chatte in bei Zentrale des ^Bergarbeiter» v-eibandes Xn Dochum eine Un'erreoung mit mehreren bedeutenden Persönlichkeiten. Hierbei wurde u. a. gesagt: Der französische Optimismus ist unbegründet für Diejenigen, Die Die Tatsachen kennen. Wir begreifen, daß die Regierung Pom- care nach zwei Monaten fruchtloser Besetzung das Bedürfnis 'hat, dem französischen Volke nut opti­mistischen Mitteilungen neuen Mut zu machen. Aber wer wie wir täglich mit diesen Tatsachen zu tun hat, 'weiß Den Wert dieser Mitteilungen einzuschätzen. Wir können uns nicht oorstrllen, daß französische Sachoer ständige den Optimis­mus ihrer Regierung teilen. Es ist keine Rede davon, daß Die deu tschen Arbeiter in einigermaßen nennenswerter Zähl auch nur einenAugenblick dieReigung hätten, für Die Desetzen den Handlanger'- Dienste zu leisten. Wenn bei Den Arbeitern eine Veränderung bemerkbar ist. Dann ist sie in entgegengesetzter Richtung erfolgt. Die französisch-belgischen Maßnahmen Der letzten Zeit, die Roheit des Auftretens, das Riederschießen von Kameraden und Die Quälereien gegen die Be­völkerung haben Den Geist des Widerstandes eher gestärkt als geschwächt. Vor einer imperialistischen Macht Die uns mit Dem Bajonett zur Arbeit zwingen will, werden wir uns nicht beugen.

Aus dem Offenburger Bezirk.

K a r l s r u h e, 26. März. (Wolff.) Eisenbahn­oberinspektor H e r 11 e i n in Offenburg wurde von dem französischen Militärgericht in Kehl zu 15 Tag en Gefängnis und 50 000 Mk. Geldstrafe verurteilt, weil man bei einer Haussuchung, Die bei ihm nach Dienstakten, Plänen und Lohnlisten vorgenvmmen wurde, einen alten Revolver, von dessen Existenz ihm nichts 6damit war, gefun­den hatte. Der Eifenbahnoberinspektor Meier würbe zu 30 000 Mk. Geldstrafe verurteilt, well man bei einer Haussuchung einige Patronen, je­doch ohne Schußwaffen vorgefunden hatte.

Die Franzosen haben noch Arbeitslose aus Straßburg nach Offenburg gebrckcbt zur Verladung Der Dort noch lagern Den Reichsoienst» kohle. Die Kohlenzüge werden dann durch Elsaß nach Der Pfalz geführt und Dann erst nach Frank­reich gebracht. Damit wollen Die Franzosen Dem Anschein nach einen regen Kohlentransport aus Deutschland nach Frankreich vor täuschen. Fer­ner haben Die Franzosen aus der Offenburger Re­paraturwerkstatt mehrere Werkmaschinen, Dreh­bänke unD verschiedene Kräne Wetzgeführt, außerdem eine Anzahl in Reparatur befindliche Lokomotiven, Darunter eine Schnellzugslokomotive.

Frankreich und die Schweiz.

Genf, 25. März. (WTD.) Die Rote der französischen Regierung, die vom schweizerischen Dundesvat Die Durchführung des vor einem Monat in Der schweizerischen Volks­abstimmung mit ungeheurer Mehrheit verwor­fenen Zonen-Abkommens fordert und diese Vollsabstimmung für ungültig erklärt, hat, wie Die führenden west schweizerischen (Blätter heute feststellen, große Erregung hervor- gerufen. DasJournal de Gensve" wie Die Gazette de Lausanne" betonen, daß die fran­zösische Forderung ungerechtfertigt und unan­nehmbar fei und daß Die Bevölkerung sich ent­schlossen hinter die ablehnende Antwort stellen werde, Die Der DunDesrat nach Paris gesanDt hat. Die Blätter weisen überein ftimmenD Darauf hin, Daß die französische Rote von Poincarä selbst unterzeichnet worden sei. Deutsch-schweizerische Kommentare liegen noch nicht vor.

Stinnes in Rom.

,R o m, 26. März. (WTD.) Hugo Stinnes ist zu eintägigem Aufenthalt in privaten ge­schäftlichen Angelegenheiten hier eingetroffen.

Moskauer Todesurteile.

Warschau, 26. März. (WTD.) Rach einer Meldung der Poln. Telegr.-Agentur aus Mos­kau wurde heute früh das Urteil im Prozeß gegen die katholischen Geistlichen ver­kündet. Der Erzbischof Zepliak und der Prälat D u t k o w i h wurden zum Tode ver­urteilt, Die anderen Geistlichen müssen Ge­fängnisstrafen von drei bis zehn Jahren verbüßen. Die Vollstreckung beider Todesurtelle erfolgt am Donnerstag. Wie die Warschauer Blätter melden, machte der polnische Ministerpräsident Sikonski gegenüber dem Sowjetvertreter in

Warschau, Obolonski, kein Hehl aus Der Er regung, Die dieses drakonische Urteil in Der pol­nischen Oefsentlichkeit Hervorrufen wird

Aus dem iReiche.

Leichte Erkrankung des Reichskanzlers.

Berlin, 26. März. (WTD.) Bei dem Reichskanzler hat sich aus Der verschlepp­ten Erkältung eine leichte Rippens elsi entzündung entwickelt. Der Reichskanzler wird genötigt fein, mehrere Tage Das Bett zu 'hüten, führt aber Die Geschäfte fort.

Der Zusammentritt

des Auswärtigen Ausschusses.

Berlin, 27. März. Trotz der Erkran­kung des Reichskanzlers ist die für heute anberaumte Sitzung des Auswärti­gen Ausschusses nicht abgesagt worden. Laut demVorwärts" wird an Stelle des Reichskanzlers der Reichsminister des Aeußern eine Erklärung über die Politik Der Reichs­regierung abgeben.

Die Hochverratssache Roßbach.

Berlin, 26. März. (WTD.) In der Hoch- Verratssache Roßbach und Genossen sind in "Berlin am Montag Dreiweitere Per­sonen polizeilich fest genommen wor­den: Major a. D. v. Stephani. Oberleutnant a. D. t. Buelow und der früher: Privatsekrc- tär Roßbachs namens Pelz. Alle Drei werden am Dienstag dem Richter zugeführt. Die in Der Provinz von Der Berliner Polizei Fe tgenvm- menen wurden inzwischen sämtlich den zustänDizc"? Gerichten porgcfüört. Gegen zehn Der Borgs- führten wurden richterlich ^Haftbefehle erlassen, nämlich gegen den Major a. D. von Der Oelsnih, Hauptmann a. D. Brinkmann, Schrift leiter Quindel in Hannover, Schriftleiter v. Salo­mon in Stolp, Architekt Spindler, Landwirt Hern- leben, Maschinenmeister Zimmaas, Kaufmann Eichmann in Naumburg, Kaufmann Eckardt m Kassel und Landwirt Härtel in Bad Kösen.

3cna, 26. März. (WTD.) Wie dasVolk" meldet, 'bat die Polizei hier den Geschäftsführer Der Deutsc^ölkischen Freiheitspar-tei, Wünsche, und Den Vorsitzenden der Ortsgruppe, Korvetten­kapitän a.D. t tung, f estgen ommen. Pfarrer Traub wetzen Beleidigung des Reichs­

präsidenten angeklagl.

L e i p z i g, 26. März. (WTB.) Der süd- deutsche Senat des Staatsgerichtshofes wird am 11. April gegen den Pfarrer Traub wegen Beleidigung des Reichspräsiden­ten verhandeln.

Ein rechtsradikaler Aufmarsch in München

Berlin, 26. März. DerVorwärts" meldet aus München, daß dort am Sonntag früh aus Berlin, Nürnberg, Augsburg, Re­gensburg usw. Trupps von Haken- kreuzlern eintrafen. An mindestens vier Stellen seien Felddienstübungen ab­gehalten worden. Ein Parademarsch vor Hit­ler und v. Kahr schloß Die ilebungen. Wie der Vorwärts" schreibt, war zweifellos am Sonn­tag mehr geplant als ein Generalappell. Der Putsch sei im letzten Augenblick durch das Zu­packen in Norddeutschland verhindert worden. Nach einer Meldung derVossischen Ztg." ha­ben sich an dem Llufmarsch der Hitlerleute auch die Vereinigten vaterländischen Verbände be­teiligt. Erst als gegen Llbend die Nationalso­zialisten demonstrativ durch den Bannkreis des Landtages ziehen wollten, trennten sich die Angehörigen der Vaterländischen Verbände von ihnen.

Aus Heffen.

Landtagsvorlage».

rm. Darmstadt, 26. März. Dem Landtag ist eine Regierungsvorlage zugegangen, durch welche das Gebührenwesen derVer- waltungsrechtspflege durch eine beson­dere Verordnung festgelegt werden soll. Durch eine weitere Vorlage werden für die innere Einrichtung des neuen Kreisarntsgebäudes in Offenbach 51000000 Mark ungefüttert, da­von etwa 31 Millionen für die Möbel, 15 Mil­lionen für Haustelephon, 5 Millionen für In­standsetzung des alten Mobiliars, 4V1 Millionen für Scheibenvorhänge usw.

In einer Regierungsvorlage wird ferner ein Entwurf tetr, die Aushebung der Standes- rechte (nach dem Antrag des Abg. Schreiber und Gen.), wie er schon dem vorigen Landtag Vorgelegen hat, veröffentlicht. Rach Artikel 1 wer­den die Vorrechte des bisherigen Adelsstandes, einschließlich des ritterschaftlichen, gerichtsherr- lichen und sonstigen Adels, soweit sie das ö ff ent- siche Recht betreffen' aufgehoben und diese Fa­milien unterstehen dem allgemeinen öffentlichen und bürgerlichen Recht. Rach Artikel 2 werten weiter auf gelten: das Recht einer eignen Gesetz­gebung. das Recht, durch besondere Behörden oder Beamte öffentlich'rechtliche D fugniffe auszuuben oder Staatsbeamte mit der Wahrnehmung haus- iechtsicher Aufgaben zu betrauen, das Recht auf Beilegung ter Prädikate: Königliche Hoheit, Grotzherzogliche Hoheit, Durchlaucht, Erlaucht und DeigL, sowie das Recht auf besondere Trauer (Landestrauer, Kirchengebet, Trauergeläute, Ehrenwachen usw), das Recht auf schuldige Ehr­erbietung Innerhalb Der Standesherrschrst, das Recht, ihre Besitzungen mit herrschaftlichem Titel zu bezeichnen, das Recht, Titel und Auszeich»