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^eutf <$en In 6 ü bafrI !a ^ugmrften der Ruhcbergleute etnceltfieten öommmng sind dem Oberbürgermeister von öffen durch eine hiesige QJarrfflnna 600 Piund Sterling tdzflri» philch zur QZersüqung gestellt morden. Die Samm­lung ivird fortgesetzt.

Berlin, 26. 3<m. (WTB.) Der Ueb«- fall de« "RuhrgebiereS durch die Steyofen und Belgier hat die Deutschen in Süd­amerika zu ein« eindrucksvollen Kund­gebung veranlaßt. 3n Brasilien, Argentinien und Chile fanden große Versammlungen statt, in denen gegen den unerhörten Rechtsbruch Einspruch «hoben wurde. Auch wurden Sammlungen etngelettet, die schon jetzt bedeutende Summen «gaben. Allein die Deutschen in Argentinien stellten dem Reichs­kanzler als «fte Rate über eine Mil­li a r d e M a r k zur Verfügung.

Re u h o rk. 26. Ian. (WTB. Durch Funk­spruch.) Das Zenrralkomt.ee -ur Linderung der deutschen und österreichischen Rot hielt eine Sitzung ab, worin beschlossen wurde, eine Werbung -ur Aufbringung von fünf Millionen Dollars -u veranstalten. Sin Brief des Botschafters - oughton, der die Bewegung unterstützt, wurde verlesen.

Die neuen Besoldunqszufchläye.

Berlin, 25. Ian. (WTB) Im Haupt- ausschuh des Reichstags berichtete bet Besprechung der TeuerungSmaßnahmcn ein Vertreter üb« die gestern begonnenen Ver­handlungen mit den Spitzenorqanisationen wegen der Erhöhung der Bezüge der Arbeiter. Angestellten und Beamten des Reichs. Die Retchsreglerunq stellte sich auf den Stand- vunkt daß, wie erfreulicherweise nach dem französisch-belgischen Einbruch eine G nbeitS- front auch bezüglich d« Lohnfragen zwischen Arbctmeymcrn und Arbeilgrbern in der pri­vaten deutschen Industrie zustande gekommen sei, ebenso auch zwischen dem Reich und dem von ihm beschäftigten PersouenkrllS das Ein­vernehmen ungestört erhal en bleiben müsse. Die Spiyenorganisationen waren sich der Be­deutung der 2 u.rde bewußt und hätten durch­aus eine der Rot und dem Ernst des Augen­blicks entsprechende'stgung b.w es n. Dir Reichsregierung habe nicht gezögert, für die Arbeiter des Reichs ein« Erhöhung des Stundenlohns im ganzen Reichsgebiet u n 85 Mark zuzu st Immen, was bei den Beamten einer Erhöhung der Teue­rungszulage um 120 Prozent ent­spreche. Auch der Frauenzuschlag sei bet den Arbeitern um 34 Mark erhöht worden, was bei den Beamten ein« Erhöhung von 5000 auf 7000 Mark pro Monat entsprech«.

Lohnerhöhungen für die Buchdrucker.

Berlin, 26. Ian. (WEB )Der Deutsche Buchdruckerverein teilt mit: Die Tarifkommisston deS deutsche DuchdrvckgewerbeS Hal für die beiden Woben vom 29. Ianuar bis 11. ye- bmar eine Lohnerhöhung auf 3)000 All. für die Woche und sür die Woche vom 12. biS 18, Februar auf 35 000 Mr. In den Spitzenlöhnen beschossen. Die Lohnerhöhung in Verbindung mit der inetteren S:eigerung der Preise für alle Ma­terialien macht eine Erhöhung te gegenwärtigen Drucks reise um ?5 v. H erforderlich

(Vinr nrne dentsche Veschwerdenote.

Berlin. 26. Ian. (WTB.) Der franzö­sischen, britischen und belgischen Regierung ist wegen der Ausweisung von Beamten au8 dem b -se-ten Rh Inland d't' weif re Prv'estrwte über- sgeben wo 'en In d r 38 Tomen au ge ührt werde, i.

Der d)nbencrinti für pflichttreue TtaatSdiener.

Berlin, 26 Ian. (WB) Bon zuständiger Stelle ivird mttgetciU: Da- Reich und bl? Län­der werten allen Reich»., Staat-- und Kommunalbeamten iow e al ei Geist­lichen und Lehrpersonen in den alt- und ncubefetMen Gebie.en (e&en Schaden er­setzen, den sie in Erfüllung ihrer öffentlichen Pflicht?n durch die rechtswidrigen Maßnahmen der Besatzungsmächte erleiden.

Die Vertretung Danzlqs auf der Völkerbundstagung.

PariS. 26 3<itl (WTB.) Sin« Dele­gation der Freien Stadt Danzig ist unter Führung des Präsidenten des Senats, Sahm, zur Teilnahme an den Beratungen

deS Völkerbundes angekommen. Die Danzig« Angelegenheiten steh n jekenfalls am QÄntag nachmittag ob« am Dienstag auf d« Tagesordnung des Völkerbundes.

Aus dem Reiche.

Urteile M Staat»?-richtShofs.

Leipzig, 26 I«^ WTB.) Der Staats- gerichl shof zum Schatze der Republik hat die von verschiedenen e izenrralbeyörden erlas­senen Verbote unb Auflösungsverfü- g u n g e n gegen die Organisation .Stahl­helm", gegen den .Bund tet Frontsoldaten" und den.Alldeut'chen Verband" aufgehoben, ferner da» Verbot .Reich »iunrturms" durch

die Hamburger PoltzeibehSrt e sowie da- Ver­bot .Knappschaft Gotha" durch den thüringischen Minister de» Innern

2lus Hessen.

rm. Darmstadt. 26 Ian. Der Gesetz- gebungSausschuh deS Landtag» beriet heute zunächst die Regierungsvorlage betr die Aende- rung de» Gesetze- über die Ausführung der deut­schen Strafprozeßordnung. Die B^^er- meister werden im Einverständnis mit dem Mi­nisterium der Iustiz ermächtigt, tn allen Fällen, in denen sie als Vergleich-bedörden in Wirksam­keit zu treten haben, einen Stellvertreter xu be­stellen, im Falle sie selbst verhindert sein sollten. Die Vorlage findet Annahme.

Aus Stadt und Land.

Dießen, den 27. Januar 1923.

Die Ruhrhilsc-Lammlunq.

In der Geschäftsstelle de» .Dieße*ner Anzeiger»" gingen für unsere bedrängten Volksgenossen im Ruhrgebiet weiter ein:

L. K 2000, Familll-nspielhölle Marburger Straße 2500, Salon im chemischen UniversitätS- laboratorium 18)0 Ä. Wendel, Zoll-B.-Assistent 1003, RechnunSgrat K. Reinig 2000 Tuchhandlg. Dauer 10000, Schunk u. Ebe, Windhof 2500, (Nachzahlung zu 60250 QM). Ft. Karl Herrn. Walthe? 15 000 Angestellte und Arbeiter der Fa. Karl Herrn. Walther 10030, Thristian Manger 3003, P. M. 1000, Ma liechen Reiber 200, Emmy Oielcke 200. F au Geh Rat Riegel 1000, H ®. 500. Schlossermeister Rau 530. Fa. Franz Heu- mcler 10030 alS 1. Rate, R. und H 2303. Ferd. Kettenhofen. Tast hau» Zentral, gesammelt von den Gästen 10 360, Ernst Seibt gesammelt 700, Karl Denner 1003, M. Verker 203. 01 Ql. 200, W Schmehl. Eisenbahnoberschaffner 200. Ql QL 103**, Kan ei- und Qlcgl rcaturbeamte de» Land­gericht» Gießm 12 300, Debr. Hanstein 20 000. F Qttchnelt weitere 300. Minni Rehnelt 500, Karl Roth 500, Oberselunda de» Landgras-Ludwig- Dhmnasiums und Ordinarius 6000, QL QL 100, Emilie AlthauS 100. Arbeiter der Fa. Karl Hahn 6000, Wöb-lfabrik Karl Hahn 10 000, Adam Wehrheim 5 000, Wilhelm Moefer, Tabok- wa ren großhandlung ©. m. b H. 50 000, VcigwerkS- und Baubedarf D m. 6. H., Frank­furter Str. 13 50 000. Männer-Gesangverein Lie­dertafel 3000, Fa. Schunk 10 003, Frau Frosch D oßhand g 2000 Drod.QZcrwaltungSobecinspektor 1200, G. Ebert 1003. Gasthof Voller, von den Gästen gesammelt 33 500. Vom Bund der Hotel-, Restaurant- und Eafö-Angestelfter, gesammelt bei Bahnhofswirtschaft 20 500, Hotel Schitz 5000,Hotel Hopseld 4000. Hotel Len, 2403. ihuD-SaH 1030. Easö Ernst Ludwig 250. Spielvereinizung 1934 10000, Heilkundiger Iochem, Wolkengasse 2000, Dr Koch. QDefian:agc 20 0.0 Lehrerkollegium der Höh un5 Erweit. Midchenschckr 2303Restzahlung, zusammen 59 500, Hess. Lehlinitdelanstalt Dr.Wyn- nefen u. Do. 5030, Frau Kommerzienrat Therese Heyligenstaedt 5030, Beamte und Angestellte deS Fiian-amtS Gi ßen al» 1. Rate 56 200 Za. Wilh. QvallenfclS Sohn, Gießm 30 000, Fa. Ioseph Lhambrö 15 020 Hotel Kobel, gesammelt von den Gästen 15 000. Frau Luise Phchlau geb Seel 1000. Äiau Dr. Klein 1030, Fa. Paul Richter 2500, Lehrer G 3ung, K?etmannshoop. durch Lehrer DöngeS, Merlau 1500, Landgerichts rat Hirsch 3000, Qkrcln Dissen ia 10 003, Debr. Stamm Posten auf dec Quittung) 10 030. Debr Stamm 50 000, Der WeißzeugmrhkursuS der Aliceschule 1030. H S 1000 Qt M 1000 Mark.

Das biS heute vormittag vorliegende Ergeb­nis unserer Sammlung belfert sich auf rund

/< M.ll on Mark

Den Gebern herzlichsten Dank! "Weitere Spenden werden in der Geschäftsstelle deS .Gie­ßener Anzeigers" angenommen.

e

Ferner haben für diesen nationalen Zweck zur Verfügung gestellt.

Di.- An gestellten dec Firma Georg Appel 2 Prozent ihres DehaltS.

Die Qbeairden und Beomtrn«, der Berg­werks- undBaubedarf D m b. H in Die- Herr 3 Prozent ihre- Ianuargehalts

DaS gcfarruc Personal btt^bicurg ischcn und Dhren-Universitätsklinticn, Qlerzte. DeMnten, Schwestern und alle sonst.gen Olngestellten, cinschl.etzlich deS l^ßniichen. Haas- und Küchenp«sonalS beschlossen ali Svende für die Ruhr.- llie einen fortlaufenden 2prvzeatigen Ge­halts- und Lohnabzug.

Die Industrie deS Lahn- und Dillgebiets und Oder Hessen» beabsichtigt, eine umfang reiche Aktion zugunsten der Ruhr Hilfe in dre Wege zu leiten. Beratungen hierüb« schwelen zur 5ctL

AlS erste Rate ihrer Stiftung für die Qtubr- hisse hab die Schwelte Firmen S Bock u ^o. unb st a b cku o . ig ' ren übiifen 1 Mi lio Mark zur Vcr.ügung ge lelli. Die Xige lellren h.ider Firmen haben sich verpflich'et, 1 Prozent ihres Gehalts für den gleichen Zweck berettzu- stellea.

Bon der hiesigen OrtSgruvpe deS D H B wird unS mttg»tellt. daß der Deutschnativ» nale HandlungSgehilfen-Verband 10 Millionen Mark für dir Ruhrhilfe zur Qkr- fügimg gestellt hat. QLifterbem gibt er für die Dauer der Besetzung deS RuhrgebreteS noch zehn P o^nt seiner gesamten Mitgliedsbeiträge zum Besten dec bedrängten Volksgenossen Im Ruhr- gehlet

In der gestrigen Quittung ist em Druckfehler unterlaufen. SS muß Herden statt Fa Qlgita u. Erhard. Marburger St. ade 5020 Mk. Fa Apty u. Erhard, Backerei, QZlarburger Stratze.

^inschräi'knnqen im Pcrsonenzu ivrrkrhr.

WTB. meldet: Der Personenverkehr der Reichsbahn soll in nächster Zeit um insgesamt rund IC biS 20 Prozent eingeschränkt werden. Die Einschränkungen erfolgen telU sofort, teils von Mitte nächster Woche ab. Wenn auch die Dienstlohlenlage der Reichsbahn zur Zeit noch günstig ist (Vorrat für etwa 40 Zage), so müssen doch b i der Ungewllrheit dec W iterlieserung dec Kohlen In das nichtb.-srhte Gebiet dir Ersparnis- maß nahmen sofort einsetzen. Die Einschränkungen erfolgen auf Grund von Plänen, die die OicicW- bahnoirLkllonen nach den örtlichen QkrbdltnUfen aufstellen Dabei ist au) die Te ileming des Vc- rufs- und Arbeiter Verkehrs und te3 den übrigen LebenSnotwendigkei en dienenden Verkehrs, be­sonders auch auf die Post, sowie auf die Milch- brfö derung In Pers nenzügen Rücksicht genommen werden. ^Inb.guemlichkeiten die au8 den Ein­schränkungen bei dem zur Zeit sehr starken Per­sonenverkehr entstehen sollten, müssen in Kauf genommen werden.

Rudrhilfcspenden können bei der Ltenrr nbnrzonen werden.

WTB. meldet: Auf Grund des § 108 Ab­satz 1 der Reichsabgabenordnung ermächtigte d« RetchSflnanzminlst« die Finanzämter:

1. Zuwendungen unter Leben­den an die Hilfsorganisation aus Anlaß der Besetzung des Ruhrgebiets von der G r b- schaftssteuer zu befreien;

2. bei der Gi n kommensteuer und d« Körperschafts st euer den Abzug von Beiträgen an Hilfsorganisationen der in Nummer 1 bezeichneten Art vom Einkom­men In voller Höhe zuzulassen;

3. den Arbeitslohn, der HilfSor- ganls ationen der unter 1 bezeichneten Art zur Derfü-ung gestellt wird, vom Steuer­abzug und von d« Einkommensteuer zube freien;

4. die Hilfsorganisationen der in Ziff. 1 bezeichneten Art von allcnötcuern zu be fre len, die auf dem Einkommen oder dem Vermögen ruh^n.

- Polizeistunde und L u stbarkeiten. DaS Polizeiamt Gießen veröffentlicht im gestrigen AmtSverkündigungSblatt eineVekannttnachung. nzch der die Polizeistunde allgemein und ausnahm ck^s auf 11 Uhr abends festgesetzt wirb, alle Lustbarkeiten der gleichen Beschränkung unterworfen unö karne­valistische Veranstaltungen und Maskierungen strikte verboten werden. An Jugendlich« unter ISZahren darf kein Alkohol und auch fein Tabak verabreicht werden, das Rauchen ist den Jugend ichen unter 'S Jahren auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten verboten Die Anordnung des Polizeiamts ist identisch mit den Richtlinie- deS heft Ministeriums deS Innern, die wir am Mittwoch veröffentlicht haben.

rm. DaS Schulgeld an den höheren Schulen in Hessen ist durch Verfüg n; de« Ministeriums vom 20. d MtS. einhei lich für alle

Klotten auf 6000 Mark für das Schulfabr MU geletzt worden. Sollte eine weitere Gewenttoer» jng eintreten, fo ist eine Erhöhung vorbehalten.

Ein Zuschlag von 25 Prozent tmri> t-r Ne Schüler erhoben, deren Eltern oder «haltungSpftich- tige nicht in He"en wohnen. Qlutlänb« taten einen Zuschlaa von 103 Pro«« zu zahlen. Die Üt4ichm Ecmäß.g ;ng<n für Ge<chw<sler, sowie Frei­stellen sind wt« lertoer vorgesehen.

** Die Fahrpreise der Straße«, bahn werden in einer Bekanntmachung der heu­tigen Ausgabe mit Wirkung vom 28. Januar ab neu festgelegt.

D i e Strompreise find nach einer Bekanntmachung de« heutigen Anzeiger.lellS für Beleuchtung auf 285 ML und für Kraft auf 220 ML für die Kwstb erhöht worden.

- Eine Störung in der EiekirizitätS- Versorgung de« Gießener Ueberlanbge- btetS trat heute vormittag ein. Wie uns hierzu von dem Gießener Kraftwerk mitgeteilt wird, ist die Strvmunterbcechuna auf das Ausbleiben deS Stromes von Wölfersheim und Wetzlar zurückiu- führen. Rach Inbetriebsetzung der Keilelanlag« des Gießener Werkes, die immerbtn einige Zeit bean­sprucht. konnte dem Uetx.hanb von Gießen aui abgeholfen werden.

~ Ein verfrühter Sommergast, ein Schmetterling, wurde unS gestern mittag uderreichL Der Voreilige hatte seine Zuflucht im Gasthof .Zum Schipkapah' gesucht, wo eS ihm jetzt offenbar noch bcdagliLer war. ali draußen in bei Herrgotts großen Danen.

** DiebstahL In der Rächt zum 26. Januar wurde aui einem Fabrikdetriebe ein Ballen weißer Baumwollstoff, ähnlich Grvbleinen. von etwa 40 m Länge und 1,40 m Breite entwendet. Für die Herdeischaffung bei Stoffei ist eine hohe Belohnung auSgeietzL Sachdienlich«, venraullch« QUiuctlung nimmt ole Änminalabkilung entgegen.

- Oberdeutscher Kunstverein. Die am Sonntag eröffnete Ausstellung bei Süddeutschen Illustratoren-BundeS Münchener Künstler fand bei den Besuchern eine gute Aufnahme. Da ein Lei! der ausgestellten Wirke verkauft ist, wird die Aus­stellung kommende Woche wird« eine teilweise Erneuerung erfahren.

Silberne Hochzeit beruhen am QUcntag. 29. Oanuar, der Schneidermeist« I^ßl Mand und Gh.'f rau QInna geb. Dörstewitz, Gie­ßen, QDetbengafk 1 wohnhafL

Bornottzen.

TageSkalender für Samstag. Stadttheater. 4 Uhr: »Wilhelm Tett". Aftoria-Lichtspiele, heute und morqen: ^Knickerbockers 3rrfa6rtene unb .S«. Ex­zellenz, der Revisor-. Lichtspielhaus. Qöahn- hofstrah^, heute und morgen Konflikt' und Sai Kind muh doch nen QZater haben". Palast-Lichtspiele, heute und morgen: .Zum Paradies der Damen".

Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 31/, Uhr: .Die Hamburg« M- llale", 7 Uhr: .Schwärzwaidmädel". Reue Aula, 8 Uhr: Vaterländischer Abend hei Deutschen Iugendbundes Bismarck.

Der Deutsche Iustendbunb Bis­mark veranstaltet am morgigen Scmntaa eine. Vaterländischen Abend, dec ein geleitet wird durch cm Klavierkonzert, auigefübrt von Frau Dr Fischer und den Herren Wendel und RNller- mater. Ferner haben ihre Mlkwirkung zugesagt ^rau Dr QKank unb Frau Mendesisvbn-Bav- choldtz Der Marburg« Dicht« BogiSlav Selchow to.rb über daS Thema ,0km Xeutoburg bii Ska­gerrak" sprechen.

Wettervoraussage

für 6o n n t a g:

TrübeS, mildes, trockenes Qvekter mit westlichen Winden.

Eine Aenderung des WitterungScharak» terS ist noch nicht wachrscheinllch.

«rei» Ariedberg.

i Bu tzbach. 26 3an. Heute fand V« bte Generalversammlung t« Butzda ch- Llcher Sise nbahngesellschaf t statt. D« reS- und RechmschastSbericht Ü'e das Gefch3fti- latrr 1921/22 wurde entfltgcn|ue lommen und gab keinen Anlaß zu Erörterungen Die auigeichte denen Mitglieder teS QlufsichtSrateS wurden toie» de-gewählt. Qlcu In den AufsichtSrat tourten ge­wählt: Direktor Melchior. Obernrj-'.e.-ungirnt Rau, beide von Berlin und "Verve er der Firma Lenz & Komp., Bürgermeister Völker- Lich für den verstorbenen Qlltbün ermrister Qteuhl in Gam» bach und Pfarrer RieS - Etrtr^g-Haufen für bei nerftpebenen Qvtbütyerme:st^Eck-

Heutiger Stand des Dollars

10 Ubr vormittags:

Berlin 25 400. Frankfurt a.RL 27 500.

Unter dem $retf)cit$baum.

Roman von Glara Viebig.

25. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

DaS war la gerade kein vielversprechender Empfang Qlbami suhlte eine seltsame Bellommen- bdt Er hatte geglaubt, das Ohe der Liebe Würde sofort seine Stimme erkennen. SaSchen würde die Tr-ppe h:runtereilen, unb. wenn auch noch hn Rrgligö, in holder Verschämtheit In feine Arme fliegen Ein paar Minuten verstrichen sie wurden ihm lang. Endlich oben Türknarren

Der Maire stand an der Treppe und streckte ihm die Hände entgegen: .Adami we'che Sur- SLlfel Seien Sie willkommenI W e geht es hnen? Meine Frau wird sich auch sehr freuen.

War das wirk',ich der Ton aufrichtiger, freu­diger Ucbcrraschung? QldamiS Ohr fing einen Unterwn auf. Enttäuscht folgte er dem Maire In sein Studierzimmer unb ließ sich willenlos in bk Ecke des KanapeeS drücken Ein Schwall von Worten stoß über ihn her: wie er gereist kt ob er auch keine Unannehmlichkeiten atfxxbt habe unterwegs, wie das werte Be inden sei immer noch fo munter und frisch ein Iünallng mit dreißig ob es wahr sei. was man gehör», daß 2dam» sich ganz besonders auszeichne in dem rühmlichen Eifer, bet Unsicherh.il in bte'en Hande. brlbmöglichst dn Ende <u befetten Unb so weiter.

Früh« war der Maire nie fo schwatzhaft getrjen Da hat re er lana'am gesprochen unb >:bächtig, letzt flogen bic Worte Säbln, wie von

ein« Inneren Unruhe herausgestöberL Unb von Loschen kein Wort.

98 legte stch auf den Freier wie ein Bann. -Wie gebt es der werten Frau Gemahlin?" ES war chm ja so gleichgültig. a>ic es dec Bürger- mdflertn plna. Suschen, was ist mit Suschen? schrie es m ihm.

-Danke der gütigen Rachfrage, es geht meiner Frau den Umständen nach Sorgen toer hätte die nicht zu jetziger Zett?" Das war der erste echte Ton.

öebt fiel auch die Frage: .Und Suschen? WaS macht meine Braut?"

8in eisigez Stillschweigen Der Maire faßte llch an bk Stirn, sein frifchrvtes Gesucht, ein venia L<-b.nnannsge'ichL mürbe blaß, er zog wie im Schmerz die Brauen zusammen, und bann streckte er Vie Hand nach Adami aus Mein freund - Herr Friedensrichter - mein "lieber junger Freund, machen Sie sich (eine Hoffnungen mehr." er stockte unb stotterte es wird mir unendlich schwer, es Ihnen zu sagen: Sie müssen meint Tochter aufgeben.*

.Warum?" Der andere sagte es ganz leise.

.Susette will ins Kloster geben.*

VuSchon ins Kloster, diese Zunge. Lebens- hiRige ins Kloster? Das war nicht möglich Eine 2hi#rebe. eine öüae! Heiß toallie es in dem Slntetgangenen auf .DaS glaube ich nicht. Das merts- ich nie alauben. Rvdm Sie daS einem anderen vor, aber nicht mirT Er forang auf -Lic bat einen anderen m c vvrgezogen bo.-um schied sie <o fettem zuletzt ga: : t" Äcrnten Sie mir daS mch 13 i mtttrilrn? L - i

mir das mitteilen, eS toar Ihre Pflicht^ Erregt fchci er den QZater an.

Der sah tieftpau;ig auS. Es ist nicht fo. wie Sie denken. Adami: Mrine Toch er meine kTochter" es zuckte plötzlich in feinem Gesicht, mit einem Stöhnen ließ ec sich auf den nächsten Stuhl fallen und birg das Belicht in der Hand ES ist furchtbar schwer für einen QZater. wenn er sagen muß: feine Tochter feine Tochter ist der Ehre nicht mehr wert, von einem ehr­samen Freier geheiratet zu werden." Es war heraus. Gott Tel Dank. Gott fei Dank! Dem Büraermctster liefen hinter der vor gehaltenen Hand die Tränen aus den Augen, unb der Schweiß rann ihm über die Stirn. Vor dieser Stunde, die doch einmal kommen würde, kom­men mußte, hatte er fldbgegraufl wie vor nichts anderem Was würde Qlbami jetzt fragen, waS jetzt tun? Der blieb ganz still. Da tagte der Vater kläglich: .Verzeihen Sie uns. wir sind nicht D, wir batten ketne Ahnung. Ver­zeihen SU auch dem unglücklichen Kind, es ist auch nicht fo schuld die Zett, die Zeit ist am meisten schuld."

.Und der Verführer, wer ist es? Wo ist er?"

Ad. der hatte allo alles sofort begriffen. Zorn blitzte aus Adamis Augen, feine Stimme klang taub. Oh, wie gern hätte dec Maire dies«, QHann zum Schwiegersohn gehabt! Der ganw Verlust wurde ihr- erst so recht klar. Rach der Hand des QSannel haschech, stammelte der unglückllck^ Bat«: .Aber lei ,en Ella«, ich

l!!c . der «k-a:tz-fiiche Ka 'ikän

i - T«car>jig Su e.tr blt nur*» ein- g. rtin ich bin drab^nig in sie gedrungen.

Ec denkt gar nicht daran, sie zu ehelichen, st« will das auch gar nicht, sie verachtet ihn jetzt. Sie will ins Kloster Sincta virgo immaculita eintreten. So ober so wir haben unter Kintz verloren unser einziges Kindl" Er txxUUe laut

Wie Adami auS dem Haus« gekommen. wustA f er nicht. Er batte nach nichts Räherem gefragt: er wustie genug was sollte er noch weiter trage* j Ec hatte auch die Bürgerm'-isterin nich gtlebM ängstlich hatte die hinter der Tür gelauert er hatte nur stumm dem Vater die Hand gereicht 1 unb war dann die breite Treppe brmnterge» schritten und durch den hallenden .Flur, tote ein«. der es eilig hat.

Die alte Magd, die frühere Amme Suschens. ß bk et In glücklicheren Tagen oftmals gentdl hatte, versuchte kine Hand zu küssen Das arw 5ttnb Herr Friedensrichters

Er hörte ihre stammelnde Bitte gar nicht, überfah ihre Bewegung er hatte nur das einxlge Verlangen, den allenuaen Trieb nach: den Ha­lunken fordern, tr-tr tu. 5c-. Er war sich selE sicheren Hand bewußt.

Als Kapitän bAubrch b4e Hc-xrusforberTnG des Juge de p«ix F-iedrich Qlbami im Kanwa Luneoakh erhielL batte er infam gelächett. Z-oei angegebene Bürger Triers hatten fit ihm über­bracht Die Herren bekamen rote Köpfe: bitte unverschämte Kerll So benahm stch ei rentllch. fein feinet Franzose, der hat mehr »voir drr* L

(Zvnsrtzung folgt.)