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Welches ist der Mahstab für Deutschlands Zahlungen?
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bcr6ffentlt4>t folgen ben offenen Vrtef eine« Amerikaner«
.De» richtend faai bei Anken le 7 500 000 000 Dollar angtbolen England schulder den Vercinig- ten 6 tonten 4 300 000 000 Dollar und doch verlang« e« 62 öabrc, um diese Schuld mit niedrigeren Zinsen abjujaWen. Frankreich schuldei den Bereinigten Staaten ungefähr 3 100 000 000 Dollar und erfind offen, das) e< nicht einmal die Zrnsen dieser Schuld bezahlen kann, geschweige |e 0a8 Äabltal Jtalten schuldet den Vereinigten Staaten 1 700 000 000 Dollar und erklärt sich für unfähig. Ratüial oder Zinsen dreier Schuld zu vT bien Belgien schuldet den Bereinigten Slaa- ien 400 000 000 Dollar und kündigt in Heberet n- ttmmung mti den grässeren faulen Schuldnern an. 'n!) c* nicht« zahlen kann. Diese 6 lau len hatten ''tc Tlubunfl bleie# Veldes sechs ober acht Jahre, ohne einen Pfennig Zinsen bafür zu zahlen.
Da« also ist bcr Mahstab, der da« deutsche Angebot für Frankreich undtekutierbar macht? London Ift da« Veldzentrum der Welt. undGrost- briknmien ist der reichste aller Staaten, uao doch erflärte Bonar Law. bah bie Zahlung ble’er schuld an Amerika die Lebenshaltung de« englischen Bolles für eine ganze Generation herav» brüden würde Das würde danach die Folge für die Lebenshaltung des deutschen Bolkes fein in Anbetracht bellen, was es schon bezahlt hat und noch bezahlen soll? Da« es schon bezahlt hat. überfleigt die TUefenfummen der vereinigten Schulden aller Siegerstaaten, die nicht einmal imstande fein wollen, auch nur einen niedrigeren Ztnsfah aus der Schuld zu zahlen! Die Zurückweisung des deutschen Angebots bedeutet, bah kein Angebot überhaupt bie jetzigen Gewalthaber in Fcanireich üeirlebigcn mürbe “
Der Brref fchlleht .Alle, die den Frieden heben, fordere ich in diesen furchtbar ernsten Stunden der Weltgeschichte auf. alle« zu tun, was zur Stärkung despassiven Wider- sl a n b e A be« deutschen Bolles gegen den bewaffneten Einfall der Franzosen getan werden kann Alle Ausländer, die bie Vastfreundschaft Deutschland« genieben, sind verpflichtet, das deutfiye Doll in feiner gerechten Sache zu unterstützen.“
(Ein lag bei dem Kommissar für Rhein und Ruhr.
Aus dem besetzten Gebiet wird uns geschitoben
JJBenn Herrn Smorts ein Hvsenfnvps abge- 'prungen ober Herrn Dorten sein r bei nauf und beinah belachtes Monokel abhanden gekommen ift so machen sie für den Schaden vor sämtlichen llrrheinländrm und vor der gan ei nicht preutzisch- deutschen Welt die Preuhische Staats- und die ^rutsche Reichsregierung veranNoorUich. Alles Schlechte kommt von oben, von Berlin. Dieser Schrei wider Berlin könnte allmählich lächerllch aen?ort>en sein, wenn nicht zuviele über die Tätigkeit der Regie" ig gar nicht oder nur unzulänglich unterrichtet waren und deshalb jedem törichten Gerede ein williges Ohr liehen Wo irgendeinem Be- r ebner der besetzten Gebiete nicht jede mögliche ?)‘dk bei 5eie4i.igien Ansprüchen zuteil geworden ift. da liegt die Schuld wohl kaum bei der Bern erung, sondern fast immer an dem Stläger. der ■dbft nicht tätig genug gewesen ist, der si<y mehr als Objeft der 'Regierung denn als öubjeft im Staate gefühlt Hal
Hm an zentraler Stelle die gröhtTnöglichste Fürsorge für die besetzten Gebiete leisten zu kön- -en, Hal der "Reichskanzler den Äommirfar für Rhein und Ruhr eingesetzt und zum Kommissar den ausgewiefenen Bü; gcrmeifler der Stadt Düsseldorf. Schmid, bestellt. Zu den Obliegenheiten de« Kommiffar« gehört Im einzelnen folgende«
Information des Äatrl.*r« über die jeweilige Lage im alt- und neubeseylen Gebiet über wichtige neue Greignisse. über Wünsche und Bc- schtve^en der Al geordneten aus den besetzten Gebieten. Borschlägo über den Gmpsang von Persönlichkeiten au« d.i, besetzten Gebieten durch den RrichSkanzl°r Deranstaltung von Besprechungen mit Vertretern dieser Gebiete Vorbereitung und
Sie WMM von WM.
"Boman von ArturBrausewetker.
13. Fortsetzun- (Rachbruck Oerboten.)
Mit einem Male stand Inge vor seiner Seele. "Run pckckte ihn ?im grobe ilnrafr B>ie »urot >ie sich damit abjintem? Sie. di? ihren Baker so nbröii-tch goli bl. b.c a:ch dem ki.-.er. -A“1 er irgend etvas Derartiges gesagt? War die innere Erregung seiner Seal.' übar seine Lippen getreten? Hat-.e c gar ihren Damen «tnan" ' S, horte mil einem Male des Baiers ruh g-kuhle Stimme wi.-te, Se wird sich damit abfinden müllen, wi. wir es alle müssen, w.e da« ganze Leben im lotz'-.m V'cunb? nicht« ist als ein taa- lche«, stündliche« S.chibfinden mil dem Hnab- änderlichen "
Dunthei reichte ihm die Hand, langsam und ich: ohne Z.-.udern .3d) hab- nur ben einen Löunfch da st du dein Glück in dieser Verbindung inben inöchlel! "
Ein teile« Zucken sp.elte um dm Mund des V ater .M in Sluck - sagte er langsam •mb (innen.) .Das Glück, mein
'ai loi: jn n.rem anderen find: t. b.tibl wohl -'-r.*- -’n -■ Sohn Licht Der U", >v> v
>in« geben könnt:. (coi nur in unser e r Träumen, i Wut! d .u enttäiifcht. um so härter ,e mehr r>tr UNS «iv nöh:m De Bähe entfernt. . Ferne bringt nahe Da« ist ein unverbrüchliches Dcletz. und nie iewahi Heitel es sich so wie in der Ehe "
.Du warst mit der verstorbenen Mutter (ehr glücklich"
.Ich hatte früh geheiratet Ich war damals eben ranzig 3a£re alt Man
>oU enüDcbei ganz früh betraten oder gar nicht. Wir lebten wie zwei Kinder zusammen
.Du hast es oft getagt.“
.Darum wurde lie mir auch so früh genommen' Da« ist Wiede, e n« jener unverbruchlich-n Gesetze Haben fich Die Menschen einmal gefunden, die für einander ge'chaffen sind, dann kommen sie entweder nicht zueinander - ober^ D=n" » ihnen gelungen ist. dann reifbt He der täppische
Siebener Anzeiger sSeneral-Anzeiger für Gderhefsen)
Mittwoch, 25. Juli 192»
Durchführung der Reisen des Reichstanzlrr« an die Grenze Des besetzten Gebiete«. ®ilebigung aller Aufgaben, bi» sich aus^den persönlichen Beziehungen zu den L/xfay Lo > Geb« er en er jenen oder die unmittelbar Im Zusammenhang mil dem Abweh r» kampsstehen. Anregung diplomatischer Schritte bei dem Auswärtigen Ami oder von Mahiegeln des Roten Kreuze« zum Besten der Opscr des 2b- wehrkatnpfes. Gewährung von UnierfrüOungen oder Spenden de« Äcnulcr« für da« ult- u-.d neu- besetzte Gebiet Der Äommlffar ist unmittelbar dem Kanzler unterstellt bie Zentrale für Rhein-Ruhr ist eine Abteilung der Re,cy«kanzle«.
Bel dem Äoimnlffai gehen von den ehi,elircn Dtenststellen des Reich« und der Länder sämtliche "Mitteilungen ein, btv sich auf die besetzte । Gebiet» beziehen. Besonder« grob ist die Zahl der Betichle über Mihoandlungen.Beraubungen. Vergewaltigungen. Tötungen und all der anderer, zahlreichen "Verbrechen und Uebcrgrlffe. br.ni sich die Besatzung fortgesetzt schuldig macht Bet dem weiten und unübersichtlichen Raume der beletz'en Gebiete ir.tb der Unmenge der täglichen Drangsalierungen kastn niemand ein umsafie -de« Bild vo.t den ungeheuren Leiden Rheinlands und Westfalens gewinnen. Sollten bann Alten die'e« Bild vermitteln können? Wir hatten kein grobe« Zutrauen zu all dem Papur. das vor dem d ek An- gclegenh.iten b.aibellenden Rrserenlen tc» Kom- mlssars aufgetüimt wurde Und doch weiden die Leiben, die Belgien und Frankreich über das besetzte Gebiet gebracht haben gciabc in dieser trockenen Auszählung bet Akten erst in ihrem ganzen Umfang sichtbar Der Referent de» Kommissar» gab un« Einblick In bie Eingänge eines Tages Wir wallen hier kurz den Inhalt dieser Alten- stücke angeben
Bericht eine« Arbeiter-Sekretär« über die Gesundhetlsverhältniffe im In» dustrie-Vebiel Der Bcrichterfta t> r. ter auf tem linken Flügel der 6o .lalbemotratie stehl, stellt feit, dab der Ruhreinmarsch die schlimmsten gelandheit- lidxn Folgen, namentlich für di: SVinb.T. g zeitigt hat In Bochum z. B betrug die Sterblichlctt der fleinen Kinder von 2—6 Zähren im Januar bl« März 1922 47, Im leiben Zeitraum de« Z.ihi ea 1923 aber 78 Die Sterblichkeit der Schulkinder b* llch in der gleichen Zeit um 43 47 Prozent vermehrt Die Statistik der Stadt Dortmund stellt fest, bah 51 Prozent aller Schulkinder sehr stark unterernähr! find 3n Dortmund haben die Franzosen e« tectlg gebracht zwei Tlütterberatuna«ftcllen mil Trippen zu belegen Durch die Verkehr«sperre verhindern sie die Entsendung der Kinder in Ferien-Kolonien Haupl- ursache der ständigen "Derfchiech crung Der Vefund- heitsverhäftnille ist die schlechte Versorgung mit Milch und Lebensrnitteln. die durch di Zwings- mahixgel.t der Franzosen und Belgier herbeige» führ! worden ist
Ein Bericht au« Dv r Imunb von Anfang 3ul( (tttr nahmen die Akten wie sie auseinanderlagen) macht Angaben über die nallauifchc Landes Partei, die in engem Einvernehmen mit den Franzosen und den rheinischen Separatisten arbeitet.
Gin Bericht au« Koblenz nerbreilcl sich über die Umtriebe von französischen Mitgliedern der Rhrinlandkommission. di- mit den Leuten um Smeets zusammenarbeiten, um eine Ständevertretung der Rhetnprovinz zusammenzu- br tagen.
Etn Brief aus Buer schildert den unglaublichen Sadismus be« belgischen Obersten Moulin und bie furchtbaren Mibhandlungen, denen die Bevölkerung in Gladbeck und Buer ausgesetzt ist.
EinBerichtausDuisburgbes igi. wie am 5 7 die Tresor-Bestände der Reicl-sbankanstal- ten in Duisburg. Duisburg-Meiderich und DniS- burg-Ruhrvrt geplündert wurden Es heihi darin, bte Belgier (leben ein franzö fische« Grenz- ko mmando in bie Dank bringen, um mit 50 Klo Sprengstoff die Treformauer zu sprengen, was nach Ansicht be« Ingenieur-OsfizierS die Weg- rasierung der unteren Stützmauern de« Gebäude zur Folge gehabt hätte Die Franzosen drohten, sie würden in Gegenwart der Beamten und ohne Rücksicht aus die Umgebung die Sprengung vornehmen.
»in Bericht au« Dortmund schildert die zunehmende 9ebm«initlelnol, mut aber auch leider über bcr. Wucher der deutschen Händler klagen Der Bericht macht daraus aus merksam, dah die Fiu.rzofen altes tun, um die Lebensmittel» Verfolgung des besetzten Gebiete« zu erschweren
Eine Mitteilung aus Düsseldors behandelt bte Erschtebung deS Dachdecker« Stiegen aus ftzvifchciibovich Der Mann ist nachts, als er in sein am Bahndamm l.cacnbe« Hau« zu- rückkehre» wollte, von der belgischen Bahnwache ohne weitere« erschollen worden.
»in Bericht aus Essen schildert, wie foan.zölische Zivilisten unter Führung eines km- zöfilck-en Korporals am Bahnhof Steele-West Deut Ich« auf das Schwerste mibbanbelt haben Diesem Beucht hegen aubtbem bie Zeugenvernehmungen über die besttalifche Mch landiung und Srickibchung d«S Prltzcibeanrten Zvhann Prot>- l-illa aus oo"rop bei.
E i n au« Bottrop kommende« A'k t e n st ü ck behandelt den Uebersall auf den Bergmann Valentin Diczvreck bcr von be t Belgiern durch cin.n Bauchl-Huh schwer verletzt wirke
Da« an R l e de r t r ä ch i l g ke l i nicht mehr zu überbietende "Vorgehen ter Franzosen in Recklinghausen wird in einem dicken Aktenstück gefault», rt. in tem eine ganze Reihe von furchtbiren Mibhandlungen aufgrzähll wird
Gin Aktenstück au« Bottrop enthält die Zeugenvernehmungen über den Fall de« Bergmanns Bvleslaus Riemcfew«ki. der bin zwei belgischen Soldaten mibhandeli. gefesselt und au«gct>lunberl wurde.
»in Bericht au« Marl schildert bie scheustliche Vergewaltigung der In Lippe bei Marl wohnenl-en 19 Zähre alten Dienstmagd Martha Maaben durch eilten Vklgier.
Eine Meldung au« Sterkrade be- handelt den ILb.-rfall auf den Schreiner Heinrich 6t£lr au« Osterfeld, der bm einer belgischen Patrouille >bae Grund so mibbanb:Il wurde, dost er arbeit«- und erwerbsunfähig geworden IfL
Uin Bericht au« Duisburg schildert die Erlebmlk des Wickler« Ewald Krvcza. der bei einer Pabreviswn von Belgiern imbbanbdt und beraubt wurde
I n einem Be richt über bl» Propaganda der Besatzung h?ibi e«. in Lünen stecken bie Franzoten den Leuten, bie Ihre Flugblätter nicht arnnctmten wollen, bte Flug- Mätter mil Gewalt in üe Tasche An der Auto- R: nimllftclle an b.-r Lippe-Brücke bei Dorsten müllen Kraftwaaenfuhver und Insassen der Ta- g n auf Befehl Der belgischen Posten Flugblätter nehmen.
Der dicke Aktenband eine« Ministt- lium« (-.l'intcli die D.walttätigkeiten und Rechtebruche der Besatzungsmächte sowie AuS- wrisungen und "Verhaftungen während eine« Mo» r-at« Es tourbi zu weil sühvrn. hier auch nur die cirKlncn Titel ary.ugcbcn Es handelt fich um hundrrtc von Zälb.m brr Beraubung, der Mib- hanMung und bcr Tötung
Eine Mitteilung au« Düsseldorf sch Idert eindrucksvoll bie Bespitzelung der beut- Id-c.i B.vvlk lung. die durch Hunderte von fran- Atfil'cn D.m!-nwen, Kriminalbeamten und Agenten ausgesuhrt wird
In einem anderen Stück beklagt sich icr Leiter eine« groben 5boankenhauses über die Dvanglaherungen. denen bie Leitung eine« arofen unb für die "Bwölkerung unentbehrllchen Krankenhauses ausgesetzt ist.
In einem Brief au« Essen heisst cs. man würde der Zukunft viel rubigir entgegen» kl-.n, wenn Berlin die Ruhrbroölleriing moia- lisch und materiell stärker unterstützen würde. .Richt« fürchtet mm so sehr, wie eine Vcrflä.i» l iflui g mit den Franzosen gleichviel auf welcher 7 ui-S. weil die Ruhibwölkerung dann aus alle Fälle der kibfragenbe Teil sein würde.""
Sin Bericht au« Hattingen macht Mitte lung über di: Sanktionen und Strafen, die len Dem.ind n Blankenstein unb Ost-Herbedc wegen angeblichrr Sabotageakte auserlegt worden sind.
Ein Bries eine« nach Verhütung einerDefängniSstrafe ausg.Wielenen Be
amten schildert die furchtbaren Leldemdk bMd Opfer bcr Franzosen im Defängni« Zweibeü«» iPfalzf ouszustehen halte
Ein langer Bericht verbreitet sich über bie Wirkungen der Berke hrs- sperr«, die zunächst die Vcbcn««nttidDer1oeg*mfl auf das Sch Werlte gefährde, bann aber tausende von E,ist«nzen vernichte
Der Brief eine« Schweizer« an ben Reichskanzler entrüstet sich über die Scheinheiligkeit, mit der die morbenben und aui- b.ndcn Franzosen die ttinftellung be« palltven Widerstande« vor Etnlettung von 7krHandlunam fordern Er crinnrrt an dis Wort, das aller Freunden der Ab düaffung der To<de«srvafe ent- a geng,halten wer.cn kann .Mögen die Herren Morler damit zuerst anfangen"" In dem Brief heistt cs .Man kann mir die grösste Hochachtung vor bcr Disziplin haben mit der an Rhein uns Ruhr der schwer. Kampf gegen bie Dewalllätig- teiten und die Hcrausfordeiung der Franzose geführt wird"
Können die Leiden der deietzten Gebiete er- schüttemder g.fchildcrl tnerben al« durch diese trockene Auszahlung von Aki<-neingängcn? Do« sind bte Berichte von Recht«l»ruchen die an einem einzigen I/ay bei dem Kommissar be« Reichsten 7 i« für Rhein unb Ruhr eingelaufen sind Dre Rubrbes.tzung diiieri nun aber schon sechs Monate und darüber an Wenn man bi» Akte:' diesen hr(b:n Jahre« zusammenfallen wollt«, |r würde daraus ein furchtbares Buch der Aaksagn «gen bk B:siie tm Menschen und gegen «c Männer werden, die noch immer nicht Äicot» ben txih ersehnten Frieden geben wollen.
^hrbnrbt onb die Näkerepadlik.
Wir erhalten folgende Zuschrift
Al» Müiiu«mr iann ich die Au «führ argen von Herrn Prof oller v Aster über Ehrharbt (mit icm ich übrig-ns nicht verwandt bin) unb k-r. Mün7.m r Rät r. publik nicht unwidersvrochen lallen Wenn Herr Prosef'ir v Aster sagt, da« einzige Hut. da« von Seiten der Räterrpubttk tergnllcn wurde, fei ixr« der G-nselli gewesen, f) Ri daran ernrn-rrt. da st u a b?r Führer der biherifchen ©c ij( rmofratic, Minister Auer, t- llen Ccb.-n Irfcn einmal von einigen Ofslzteren unter höchster Lcb.nrgcfahr gerettet worben war von einem Spartakisten so schwer verletzt wurde, hast er über ein Ithr in der chirurgischen Klinik lögen muhte. Mehrmals drangen dort Horben ein. die ihn ermorden wollten Mit feinem «tarnen Leib schützte Profeflor Sa uerbruch fc« Le'»en seine» politischen Regner«, des allseits ge- söätzten Sozialdemokraten. Rach den amtlichen "Ziachrichten wurden von den Rätetruppen «Noa 150 Personen getötle Den» Herr Prosellor tx. Aster la« Ganze lediglich al« eine Groteskfe b zcichrtet, so sei t-aran erinnert, bah nach bet Er. b. rung München« eine weitere Deiselllste von 1200 Perlenen » funben wurde, aus der aach Sv- zialtemvkraten standen. Meine Anverwandten, bei denen g-plunb-ri wurde (u. a ein« arme Ärie» rvrwitwe- find bl« heute noch nicht entschädigt. Von ben 20- 30 000 bctt>affixten Spartakisten ae- langte kaum em Dutend zur Ab irtcthmg, TvdtSur'e'l wurde nur über L e r> i n ö» Aif se» p fprvchen Der Direktor der Münchener Fraue»- Flinif hatte die Räteregierung telephonisch davon verständigt, hast durch die .Requirierunaen" non Milch durch bte Rätetruppen bie Säuglinge i hauptsächlich Arbeiterkink»»r» «ugrimbe geh« muhten, woraus Levins erwiderte .Für bte rote Arm« reicht die Milch die Kinder her Boa» geoi« können verrecken " Al« bie beabsichtigte .Bollsozialifierung" der Prelle unter völltaer Unterdrückung auch der foztaldetnokraiischen Pie se von inem meiner Verwandten verhindert truruc, hat ihm ein sozialdemokratischer Redakteur dafür die Hand geschüttelt Damals hat auch ci aufgeatmet, al« Kapitän Ehrhardt etnzva, ten schon früher Ro - ke gerufen hatte. THan lese Rvske« Rede in der RaI, ovalversammlut^ nach und man wird zu her Uederzeugang tommen. kah vielleicht heute kein Sozialdemokrat tn der Regierung sähe, wenn nicht Männer wie Ehrhardt gewesen waren Al« Hochschullehrer, betn die Freih.il der Lehre über alle« geht, glaube ich mich mit Herrn Professor v Aster barte
Tob auseinander Die anderen ab-r leben fort ewig fort. Ha. Wine deine Mutter heute nach es wäre alles anher« gekommen - und vieles trdve nie geschehen I"
Da war es wieder da« U-ibeireifliche in diesem Manne, über ba« er nicht hinw-gkonnir Kein Wort kam mehr von seinen L ppen. auch Gunther fühlte sich nicht »um Sprechen au zel.'qt schritten h.id. buiJ? den ya rt Dl Sonne griff mil leuchtenden Fmgeru durch di Fichtenstämme, umgost fle mit rosigem Dunst ein würziger Geruch, aus Kiefernholz unb MecreS- otem gemifch!. war in der Luft träge feiernde Miliaasftille bie teie di? müden Schon ig-n über hie fchlummemde Erde, langsam und schier brandeten bie Wogen an den Stra.td. all.'S war gr- mächllch?« Ausruhen. schläfrige Stille.
Gunther spürte ihren Widerhall am eigenen Körper Auch tn ihm war alle« dampf unb fchwe elne blekrne Matt takelt senkt? fich auf fein. Glieder, er mochte n.chi mehr nachdeirteii. ei hast <o gar keinen Zweck, es war alles so unentwirrbar, so sinnlos und töricht 1
Sein Blick fiel auf ben Baler Langsam ausfchreitend ging er ihm zur Seite, bi: hott' gewachfene Erich.inung. die n ch! im leifesten gr- heun# de« sschore Aage, brr ftx^fch.u-»
fene"Mund, da« starke eckig? Kinn alles das Halle etwas Beherrschende«. B^wingende« Unb dennoch war etwa« Unreifes in ihm, bei aller Frei- heil etwa« Gebundenes, bei aller äuheren Ruhe eine Innere Unruhe, bie er wohl br Fernstchen- ben, aber nicht dem Sohne verbergen konnte.
.Ja. wäre deine Mutter heute noch c« wäre' alle« ander« gekommen — — unb viele« wäre nie geschehen'""
Immer wieder finnge". ihm dies: Worte uurch Hirn unb Herz.
Wo« war das Viele, da« nie geschehen wäre?'
Da er früh feine Mutter verloren hatte und ganz auf den Vater angewiesen war. fo hatte er sich in feinem Innern mehr mH ihm beschäftigt, al« es sonst der aufwachsende Sohn wohl mit dem Vater tut. Die wunderbaren Gegensätze die ihm falt fernen ersten Iugendjahren habet aufgehoben, traten gerade In diesem längeren und ungestörten Zusammensein tn Zoppot merklich gewachsen. Oft
war ihm umute. al« schritte mit dem Vater. Botin .i bei Fuh letzt:, ein groste«, ungelöstes Gehcimni« kah n. dem er nicht nachlpürie. ja. dem er gcililfenfl ch auswich, well eine unbestimmte Furcht i ihm war. cs einmal enträtselt zu sehen
Ab r über all die'e» Unbegreifliche und Un- verstänk llche hinweg ward er nur um fo mehr inne, tr.c auch er fe nc-wea« nnn N»m Zauber frei war. ken bitter seltsame Mann auf alle Menschen übte, die mit thm in Verbindung traten, wie er ihn m.t der ganzen kindlichen Inbrunst feine« Herzens liebte!
Aber jetzt empfand er doch etwas <r* ■ Mitleid mit ihm. Sei atme, stolze Vater! Run hatte ihm k-i: S unde gt'chlagen. nun war es au» mit feiner Frrihe 1. de ihm Lebenselement gewesen! Run batte ihm das Schicksal, da« nur fchrrndar und mr cui eine k : ne We l' mit fich fpieltn 13h’. einen starken Sch.ag in b e Scho ngen verfehl, und bte in die 1£e .- stiebenden Flügel gestutzt. Io bah ci cii Ende haste m t den wilden Flügen m da« Rrich ke» We.ten, Unbegrenzten!
Weshalb?
C, nahte ei wohl Die brutale Macht der Verhältniffe. d e hartgeö elende Roi halten ihn beza-ungen Aber al« vornehmer Mann trug er feine Kelle m l Arstonb und Würbe. 8r würbe, de» war er gearih immer ben Freren. Stolzen. Ungebrochenen Ipielen. mochte kommen, wa« ba wollte! Ob andere darunter litten, daran Augrinbc gingen, danach fragte er nicht. Sie mutzten sich ablinden, w e auch er fich abiinden muhte Geben war eben nichts andere» al« S chabfinden, do« war seiner Weisheit letzter Schlustl
Tair wenige Tage hatte Ing: auf dem D ite ihrer Freundin geweilt. Aber al« ffe jetzt nach Zvppvl >urückkehrte, war eine merkbare Veränderung mit ihr vorgegangen. Als schämte sie sich der teidenschastlnkan Erregung, die fte anlästllch bcr Verlobung be- Mutter gezeigt hatte, so r ifrig unb In fich geschloffen trat sie b-efer jetzt gegenüber Als läge ba« alle» längst hinter ihr. als wäre sie mit ihm innerlich vollständig fertig.
Frau von Rochow jedoch lieh sich nutzt täuschen Sie kannte ihr Äinb. kannte seinen Trotz
unb seine Knast, aber auch seine Leidenschaft je genau al« da st lie im Ernste an eine so schnelle Veränderung hätte glauben ßnnen.
Mochte Inge auch dem Grasen, für jede» fühlbar. au» dem Wege n?!>cn - wem fr, al« merkt» er nicht da« gering1 i»von. tn (einer bannende», au« frischem Hum r und blnreihenbrr W-?.'e_1
grmllch'xn Art etwa» er- ibite unb die Rede »ach aller Vcwohnheil an f:c chtrie. dann kehrte 1» Me tyifien. jetzl oft fo m ide-t Augen, jene« fllQ» Leuchten wieder, mit dem fit früher seinen Eortei gelauscht Ader fte zeigte auch jetzt ihre Stärke und kämpfte ba« Vergangene nieder und zog sich um h gefliffentl cher zurück, mochte sie auch mehr darunter leiden, al« die anderen ahnten
So war flc in früher Jugend einsam geworden. gerade Io einsam w.e Gunther, der bm aller Liebe für ben Vater diesen immer weniger verstand Aber wenn IL- b: de tuch Da« gleiche ßefb in den jungen Herzen trugc.t, ke tc Brückt führte von der Einsamkeit bei e nen zu der de« anbe-tn hinüber, sie zu erhellen oder wenigsten« zu mildern.
Auch Inge pflegte täglich zu haben, and aU die August tage immer Rhöner and wärmer wurden. entschlotz sich auch Frau von Rochow, die fett längerer Zeit unterbrach--»-' Gewohnheit der tauen Bäder aufzunehmen
Man ging zur leiben Stunde mit den Herren unb traf fich mil ihnen ,n dem gemein tarnen Famil enbalv. bai zwischen Damen» und Herren- bad lag.
Inge halte von dem -Sage an. da fte das Rorbdad besuchte, dasfe.'be DaDcmädchen, ein junges Ding von sünizehn Jahren, bai au« einer Familie flammte, bie einmal belfere Tage gefehen unb dann durch den leichlfmnrgen Lebenswandel des Vaters verarmt war Käthe hteh fit unb war ein hü dich gewachsene» Kind mit noch wenig entwickeltem Körper unb c.neri l eben Gesicht, übet dem ein Kranz voller, gclbblonber Zöpfe lag Die Härte ihrer Jugend und der ttc motn Ver» bältntlfe, bie fte im Eltern Haufe buntaauAt, fpiegelte sich rn einer grwtften Frühvrrft, bto richt nur auf ihrem Antlitz, sondern über iheW» ganzen Wefen lag
(Fortsetzung foigtI


