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560 iPIIÜincR u. 90 Mill Dlorll Irlqtrlobn, auch b «injtin.
Jlumutm iafolgrt)6trrrr V»walt-- J»rn|pt»A. »pschllifs« fOtbuS4riN. leiting 112, für TI er log unb <M<w»n<e« 61. '.Knld^tl fta vrahtntrch.
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U3. Zaycgailg
Mttstsoch, 24. Mob« 1923
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
brai ■* Derlei; Vrdhffche Ilwtoerftto-Bidh nö Stttiönderri R. £<n»je in Gietze». Lchrffffett»- isö SrschöstrUele: 5ch-iffretze 7-
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Die Brotversorgung.
AreMte bes 5teid>s für Mühlen und VScker. — Warnung vor Angstkäufen. — Neue wertbeständige Zahlungsmittel. — Ein Aufruf an die Landwirtschaft.
Tertie. 23 Ott iTBSTB) 3u bet MH- trtümgm iber 64fe*Tigtrtten bei der Tret Per- 'orgung. b* au# vertchtedeaen Teilen des Rebfirt unb tnCbefonbere dem grbteren ©tdb#ei ebngeben. rrlabten mtr totgmbe» Ditz Der Uebergang , u r freien TB 11tfefce f t, der am 15 Oftobcr b<. 3# txtflgegei jxrrbe, getotfit 'Reibungen mit H4> otiuge" werde, tft garp» natürtkfc nachdem beinahe stetem Zatzre chckidi^ch eine bettirbUir Iferfocgöeg brr TVnACrranQ mit Brot statt gefunden hat ®te^48n*rt(#etNe stnd dadurch wesentlich verhchirft tDorbtn. ba6 uagltellichsr werfe Mitte Dttober die ungeheuere Onttoertung de r TKa r f emchttzle. t*e f*r t*e Mühten, den Handel und bfe 'Bäder foc* für die Verbraucher Me Refbringnna her erforderlichen Owmnc *um »wrknrf des Getreides Mehle# und Brotes erschwert und gn saft tägüdxn Tfcnberumgtn der Preise nötfeM
Die MefehO«^»r«»g Hal, trat diese Sch wie» dflSritm pi Äbertstnben, den MSHlen, brm Hendel end den Bäckern Jtrebite pn Tk-rfn- gxnfl grftrflt enb den bebfaftiflfien Teile« der Befallernoq «ach Mögtfehkert durch eine entsprechende IxftorrtHng der ‘Renten zu helfe«
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Hon beferaderer Bedeutung Itnb aber die Be- mubuDgen um Sdifübnmg eine# iDertbcftänbige., «-iabiungAmtttelÄ. Rachdem bi? Tterorbminq über hw Renienbanf ergangen tft, tarnt in gant nab?r 3ett trat wertbeständigem C-elb gercch-tel treiben These Zett gilt e# zu überbrüden Dazu ist aber auch erforderlich, bah da# Publikum selbst die Ruhe behält und nicht durch 3 n g ft • fäufe oder gar durch Plünderu n - geu künstlich eine Knappheit herbrifährt ihn den Bedarf der nächsten Monate zu decken. Ist genug Vetueide vorhanden Die Reichsgetreide- Iteue verfügt über genügende Bestände, um bei einer etwaig«! Knappheit austznhellen Ru# ihrer Reserve Runen dlk Bedarssboanunnalverbände Setretde gern Tagespreis zur Lieferung an Mii> len. dte sie selbst beflrrranen. anforbern und zwar in Höhe non »/< der bisherigen Marklenbrotrati.rn Die 'ReichSgetretdesteü« hat auf dteseen TBegr bereit# zahlreichen Kvtranunalverbänden ®äroibe geliefert, so bafi grobe Sorge, bab e# an Cfetrrtbe fehlen Gwinc, nicht zu bestehen braucht
Die zweite grobe Schwierigkeit, bic e# zu überwinden gilt, ist
die Beschaffung des Geldes, das gern Bo laus und jnr Derarbeiteng des De Neides erforbtr»
Rch tft
3n dieser Richtung sind schon seit Monaten t»>n den beteiligten Steilen die erforderlichen Vvrkeh- rungen getroffen worden Um die Mühlen. Händler und Bäckevcien in den Stand zu Der,eben, die ihnen zu fallende Aufgabe bei der Bewegung des Getreides durchzusühren, sind ihnen bet rachi- llche Kredite durch 'Bernittt!img der Reichsregierung gewährt worden Rus den Kreisen der Bäcker sind in den letzten Tagen vielfach Klagen laut geworden, bab die ihren Organisationen gewährten Kredite nicht ausreichen. Durch BerHandlungen ist es gelungen, für diese Kredite wesentliche Erleichterungen zu schaffen Ruch darüber hinaus wird helfend eingegriffen, so bab damit gerechnet werden kann, bab das erforderliche Brot zum Verbrauch zur Verfüging steht ©in dringender Rppell mub aber an alle gerichtet axtuäi. »ichI durch uDetmabtgc Bin- deckung und Rngftfäufe die Lage zi cr- schtveren Rur wenn alle das beherzigen, wird auch das Rn flehen an den Bäckerläden, das neuerdings wieder platzgvelft. und Unruhe und Zeit kostet, ein Ende finden können
Der neue Ernährungsminister an die Landwirte.
Berlin. 23 Oft. IWTV ) Reichstagsabgeordneter Gras Ka n i tz ist zum Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ernannt worden Er veröffentlicht folgenden Rufruf
Rn meine Berufsgenossen'
3n schwerster Rot des Vaterlandes habe ich das Reichsmmisterium für Ernährung und Landwirtschaft übernommen Zum ersten Male ist ein prakt ische r Landwirt für dieses Rmt aus- ersehen 3d) bin aus me-ner Partei gefchteden. weil ste im Kampfe gegen die heutige Regierung«- foalitron steht Dieser Entfchlub ist mir schwer geworden. er muhte aber gebracht werden. Ich habe ieber Parteipolitik vorläufig entsagt, weil ich der Rnsicht bin. bab
auf dem TBege der reinen parteipolitrstchen Auseinandersetztrug Bent fehl and nicht gereitet werden kern.
unb weil ich Der allem glaube, bah auherorbent- liche Zeiten auch au Herordenti iche Entschlüsse und Opfer der einzelnen erfordern Dab politischer Ehrgeiz nie unb nimmer die Triebfeder zu meinem EM schlich gewesen ist, weih jeder, der mich kennt Deutschlands Rot ist nicht zum wenigsten durch den bittersten Partei kampf. den politifäMi Kamps aller gegen alle und das allseitige Mih- verftehen hervorgerufen Rur wenn das Trennende zu rückgr stellt wird, wenn alle Hände AU greifen und wenn keiner ,r*
Rettung möglich 3m derzeitigen Reichs kabmett Tarm und werde ich lediglich für mern Raterlanb arbeiten und mein Rnfgabc hauptsächlich darin
sehen, hn Rahmen des heute überhaupt Mög- chen R a h r u n g s m 111 e s für das hun- gern de Volk zu schaffen, damit es dir kom» inenden schweren Krisen noch lebend übersteht Millionen treuer Deutscher stehen heute In einem verzweifelten Kampf um ihre Ssiftenz
B» «n< Landwirten ist es, die grinste Roi linder» gn helfe».«
Rn der Ueberbrüdung der sich täM^ch erweiternden Älu!t zwischen Verbrauchern und Erzeugern zu arbeiten, das in feinen folgen furchtbare Mihverstehen zwischen diesen beiden Druppen zu mildern und da« Verständnis für die beiderseitigen Lebensnotwendigkeiten zu erweitern, wird mir erste patriotische Pflicht lern Dab ich als prasttscher Landwirt mich zu keinerlei Mahnadmen verstehen werde welche die Produktion lähmen und die zur Linderung der furchtbaren Rot erforderliche inlenfivsie Schäftung von Rahrungs- mdtein lindern könnten, ist felbstoerständlich Diele meiner bisherigen Parteifreunde werden meinen Lchrät verurteilen, weil sie es für unverantwortlich ballen, in eine Regierung einzutietm. die ihrer Rnfichl nach falfch: 35ege gebt Ich weist aber auch, bah die überwiegende Mehrdnt meiner Berufsgenessen aus allen Parteien n*incn Ent- schlust grundsätzlich billigen wird als Rusdruck der täglich in allen Volksfchichten wachsenden Erkenntnis. dast cs nicht angebt, dab
ht höchster Rot des Vaterlandes wichtig? Br» rnssstmid« infolge parteipolitifcher Bindung oder anderer S>emmungen abfeit« stehen! E« geht nicht an, den Untergang des Vaterlandes lediglich $■ prophezeien, ohne helfend bet.
Mfhtklge».
Da« MÖretcmge Verharren wertvoller Teile des Volkes in mehr oder weniger negativer Opposition mag vielleicht in normalen friedlichen Zeiten seine Berechtigung haben, heute ist es aber sehr bedenklich Denn aus dem infolge eines solchen Beiseiteftehens heute mit Sicherheit zu erwartenden wirtschaftlichen und politischen Ehaos kann nur der Zerfall des Reiches und der Untergang Deutschlands, nicht aber die wrotfchastlich unb nationale Erstarkung erstehen Diese. die ich dringend erhoffe, wird mir kommen, wenn die Reichseinbeit erhallen ble.bl unb kein Hungerchaos entsteht Die beiden hauptsächlichsten Ziele im Rüge haltend. werde ich an meine schwere und vorläufig fid>cr sehr im dankbare Rjfgabc gehen Mein Da: erfand ist mir aber auch heute noch und gerade heule jedes Opfer wert Schiff in Rot! Rlle Mann an Deck' Rur aus dieser Einstellung heraus habe ich mich zur Uebernabmc des heute unpopulärsten Rltnisteiiums entschloffen.
Man m«g über den zu erwartenden Erfolg geteilter Meinung fein; er wird jedenfalls um fo greifbarer fein, wenn er unterstüht wird durch die tätige Mitarbeit aller meiner De» ruf «genossen,
denen, wie ich weist, das Vaterland über alles geht BerutSgenosten. denkt an die furchtbare Rot in den Städten denkt daran, dast täglich weNvclle deutsche Menschenleben b u ch st ä b 11 ch verhungern Denkt daran, dast ein neues glückliches Deutschland niemals aulgcbaut werden kann, wenn die Städte sterben. Helft mir bei meiner unsagbar schtveren Rufgabe schnellstens Lebensmittel zu schaffen, einer Rufgabe, die. wenn überhaupt etnigermahen, dann nurmit Eurer freiwilligen und verständnisvollen M i t a r b e i t au löfen ist Ich hoffe der Unter- stützung aller Patrioten unb somit der Unterstützung meiner Berufsgenossen sicher zu fein
Die Kartoffelernte.
Berli n. 23. Oft (IBolff ) Rmtlich Rach den bisherigen Schätzungen kann im allgemeinen nur mit einer Rlittelernte in Kartoffeln gerechnet werden Demzufolge bat derRc-ichscrnährungS- m trift er verordnet, dast in diesem Zähre die Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe in der eigenen Brennerei soweit fclbftgebau te Kartoffeln verarbeiten burfen, als der Hälfte ihre# Breimrechts entspricht Die Verarbeitung anderer al» felbftgebautvT JLirtofleln in den Trocknereira und Stärkefabriken ist bis Ende Oktober gänzlich verboten Eine Verwendung des au» dmi Kartoffeln hergestellten Spiritus für Tritt kzwecke findet, was besonders betont wird, nicht statt Rusnahmen können für solche Kartoffeln zugelaf- fen werden, die durch Frost oder andere Ursachen zur menschlichen Rahrung unbrauchbar wurden.
IBertbeftänbiges Geld.
Berlin. 23 Oft <MTB, Rmtlich. Die Ru«gabe gröberer Mengen wertbeständiger 3ablung«mittcl beginnt bi den nächsten Tagen. Folgende Maßnahmen sind ergriffen
1. Stücke der DvldanleIhe sind uramter- brochen gedruckt worden bi# vor einiger Zeit aber hauptsädxich gröbere Stücke zar Befriedigung der Zeichnungen Stucke über I. 2 und 5 Dollar werden noch in dieser Mache In gröberer RnAahi zur Verfügung stehen In der anderen Mache werden täglich etwa für 8 MU io- r.” u~.i wotoameioeiui<Te herausgegeben werden
2 Um schon in wenigen Tagen Zahlungsmittel auch über kleinere Beträge rn den Tkitiyr
zu bringen ist sofortige Herstellung von Zwl- lchenscheinen der Doldanleihe beschlossen worden, die über 1 in. > , und > ; Dollar lauten werden Der Druck hat bereits begonnen
3 Industrielle Merke die eine für wertbeständiges Geld geeignete Sicherheit bieten können, wird auf Rn trag die Genehmigung zur Herausgabe wertbeständiger Rotgclb- scheine erteilt, damit recht bald ein Teil der Lohne n-ertbeftänbig bezahlt werden känn
4 Dic Rrbcitcn für den Druck der Renten- mark scheine erleiden buidi die geschilderten Mahnahmen keine Unterbrechung, sondern werden mit der gleichen äussersten Beschleunigung wie bisher fort geführt
(Ein Ultimatum der Gewerkschaften.
Beilin, 24. Oft. (Prlv.-Tel > Der Tor- stand deS Allgemeinen Deutschen Delorrk- fchaftSbundeS trat nach dem „Bor- wärt«" gestern zu einer außerordentlichen Torstandsltyung zusammen, um zu der überaus bedrohlichen Lage der Bevölkerung Stellung zu nehmen. ES herrschte eine Meinung darüber, dah unverzüglich durchgreifende Mahnahmen ergriffen werden mühten, um öle Rot der breiten Massen zu lindern Eine Abordnung deS Bundesvorstandes wurde zum Reichskanzler entsandt, dem folgende Forderungen in ultimativer Form unterbreitet wurden:
1. Sofortige Schaffung eine« roertbe» ständigen Zahlungsmittel« für Lohn- und Geha ltSemp - fänger;
2. Heranschaffung und Bereitstellung der notwendigen Lebensmittel:
3. Anpassung der Löhne an die e-elbenttoertung ohne Rücksicht auf bestehende Taristoerträge.
Sollre die Reichsregierung diese Sortierungen nicht umgehend verwirrlichen, so würden die Gewerklchasten-Spltzenorganisationen zu weiteren Mahnahmen greifen Der Reichskanzler hat, wie der „Torwarts" meldet, in Gemeinschaft mit den zuständigen Ressortministern sofortige Hilfe zugesagt.
Die (^rwerbsloscuzahlungen.
Be r ! i n. 23. Oft iMolff ) Rach den geltenden Bestimmungen find die Gemeinden ermächtigt. Lt bei Mitte jeder Woche V o r f ch ü f f e auf bie Erwerbslvlenunleistützung in bet Höhe der Sätze auszu-.thlen. die die vorhergehende Woche festgefetzl find. Mit Rücksicht auf die katastrophale Geldentwertung hat -der Reichsaibeitsmlnister nunmehr die Gemeinden ermächtigt i:, biefcv Woche die Vorschüsse zu verdoppel n, also insgesamt Vorschüsse in der doppelten Höb? der Unterst Übungen, die für die vorhergehende Woche sestgesTtzt sind auszuzahlen Diese Ermächtigung gilt sowohl für das beichte w.e für das unbesetzte Gebiet Die auf Grund b efer Anordnung getroffenen Vorbereitungen der Auszahlung erfordern naturgemäß bei den ein- £cl7.cr» OfCuttcVii ycü>lnc o^<i.
f'ebensmittelunruhcn.
Berlin 24 Oft IPriv -Tel. i Auch gestern sanden wiede.' in Berlin an verschiedenen Stellen der Stabt Lcbenem.ti.'lunruhen statt Die Demon- ftiantcn hatten es besonders auf Bäckereien und Schlächtereien abgesehen. Teilweise wurden bie Wircn auf dir öriahc geworfen, wo sich die Meng um Wurst, Zle sch und Backwaren raufte. Di.' Polizei, die überall eingri'f. nahm mehrere Verhaftungen vor Auch au» dem Reiche werden LebrnsmrNrlkrawalle gemeldet Am Berliner Lebensm>ttelmarkt setzte heute erneut eine stürmische Aul wo rtsbewegung der Preise ein. Ver- drppelungeii der gestrigen Milliartenpreise waren die Regel. Die Schwierigkeit der Versorgung der Berliner Bevölkerung mit Brot wird immer schwerer. Dor den Bäckereien, die zum groben Teil wegen Warenmangels geschloffen Haven, stehen Hunderte von Menschen
Tiefe flcmere und mittlere Bäckereibe trieb« können wegen der rapide gestiegenen Mehl- preise die Mittel zum Mehle in kauf nicht mehr an (bringen.
Der Zweckverband her Bäckermeister von Droh- Deriin wird den Magistrat darauf aufmerksam machen, bah er unter den obwaltenden Verhältnissen nicht mehr in der Lage fei. den Bedarf Berlins zu decken. unb bie entstehenden Folgen ablehnen muffe. — In Ko11 bus suchten Erwerbslose in da« Wohlfahrtsamt etnzubringen, wurden aber von der Polizei zerstreut. Auch in M ü n che n ist es zu Ansammlungen der erregten Wenge gekommen Dfe Menge versuchte zahlreiche Bäckerläden zu Hürnen. in denen seit enrioen Tage.' kaum noch Brot >11 hntw-r> w -TU- gancvu«
bie Menge. In Erfurt fanden auf dem Anger und m den angrenzenden Straben starke Zusammenrottungen statt, bte offenbar vtan- mäfrtg vorbereitet waren.
Aachen.
Der Rachetvr Sepcrratlstenputsch Ist von einem Manne etngefädelt worden, beiden Rome In der deutschen pfeifentllchkelt wenig bekannt war ein gewrfxr Deckers Er Ist Industriester und verfugt über verhältnismähig grobe s'nanzlelle Mittel. Im Garten fernes Besitztums lind di« Banden ein geübt worden, dic In den letzten Wochen mit Revolvern unb Karabinern bewassnet. nach Aachen gekommen waren Deckers Hai besonders gute Beziehungen zu den militärischen jnb zivilen Vertretern der Besatzungsmächte unb es verrät pof^tisches Raffinement, txib er. ofs.nbar auf einen sianzösischen Wink bin. den Putsch unter belgischem Schutz cingclcitil Hal Sv kann Frankreich zunächst den unbeteiligten Zuscha ter spielen unb feine Hände In Unschuld waschen Sind in der bcl- gifden und englischen 3onc vollendete Tatsachen geschaffen, so wird sich Frankreich mit seinen Rn- fpnufen schon melden. Wenn ma;: ,n Pari« jetzt den Argwöhnischen und Ecserfüchtigen spielt, so ist dc»s mii Mache. Deckers Ziel ist jedenfalls dort genau bekannt Er erstrebt ein .freies und neutrales Rheinland etwa in der Form Belgiens vor dem Krieg oder Lutembtrgs von heute Als Hauptstadt der Rheinischen Reptblik ist Koblenz vorgesehen Und der Hauptköder für die Weltmächte Der neue Staat erkennt den Verfaill.-i Vertrag an unb zahlt den rheinländischen Rnte1 an den Reparationen
Wer Rädere# über bie hvchtx-rräteritchon Ab sichten des Tfeckers wissen will, den, seien bv 7‘'d;thnicn für die Gründung der Rheinischen R.-- pullik empfohlen, die kürzlich aus dem Dinkel ihres geheimen Umlauf# gezogen wurden In diesem vom .lEfe ne toi bi roter mm der Rheinischen republikanischen Vvlkspariei" in Bonn an die Vertrauensleute der emzelnen Sekretariate a i«,;o- gebenen Viarschbefehl btifjt e# Der am Rhein neu zu schassende mabhing,ge Staat bedarf des Vertrauen« der Westmachie .Dies Ist eine ethische Grundlage ES gilt, einen Mechanismus zu schaffen, der bewirkt, dab ausfchiiehlich geprüfte Leute von tInnxntKreier Gesinnung die verantwortungsvollen Funktionen innerhalb des neuen Staates versehen RI« ein solcher Mechanismus empsiehit sich die Einrichtung des rheinifehen Bürgerrechts Einer der ersten Akte des neuen Staates muh sein, bah allen, btt IN« au einen bestimmten Tage, der tn der Vergangenheit anzusetzen ist sich für das Zu stunde koarätei, des neuen Staates bemüht haben, da# rheinische Bürgerrecht durch ein Patent verliehen wird In Dte Prnris umgesetzt Die Aachener Plakate der Svoder- bündker fordern jetzt alle Beamlm aus. sich unverzüglich auf den Birreaos der Rhefnischei> unabhängigen Partei zu melden, widrigenfalls sie als .Proufi-m" vorgemerkt werden 20,o der Beginn von Proskriptionalllsten ganz nach tKni Muster der französischen Revolution vor 150 Hahren Echt französisch und Im Revolutions- stil sind auch die ersten Rlahnabmcn .nach dem Eck öpsungsakt der Republik' gedacht, sobald erst der .kritische Augenblick" überwunden ist. Sofort sollen nämlich die vier bereits designierten Konsuln die Stelle und die Ge>chäste des Reichs- krmmissars übernehmen. Die vier Konsuln wählen eine btn Alliierten genehme Persönlichkeit zum Präsidenten Der Präsident proklamiert die Republik durch 2staueranschlag Ferner veröffentlicht er ein Dekret über da« rheinische Bürgerrecht unbein paar .ganz wenige' Verfassungsstatuten .Durch diese Puolikat'vn wird bie Ve- nölfeiung verwirrt und gespalten, es wirb ein Anreiz auf die Schwankenden besonder« auf die Beamten ausgrübt, sich ht Listen eintragen zu lasten Die dritte Regierungshandlung de« Prä- fiiknten soll die Einsetzung von Zeh.rmännerau#- I(hülfen in allen Städten unb Ortschaften fein Dtese Gewaltmäniiei sollen bann da« übrige besorgen Polizei Miliz .die Unibrrn mutz den westlichen Völkern angepaht fein" I. Auöweisun- gen sowie die Einsetzung der Söhne des Rheinlandes rn bie Positionen, für welche sie designiert sind" Wer ist wohl für die Positionen der vier rheinischen Konsuln designiert? Dr AH Sorten. ber Phantast, der ehrgeizige Schwächling? .öbefretafteur" 3. F. Ma 11hes au« Düssel- dvis. 6er vollendet-r Typus des Parvenü«. Schläch- tergeselle mit zuviel Can de Cologne? 6 m e c f «. der keine Zeile fehlerlos deustch schreibeii k,nn und nebenbei ein Erzfeind von MaNh-s ift9 Dazu käme Deckers, der Held von Aach,-n Ein nettes Direktorium fürwahr Unb wer toll Präsident fein, wo alle vier sich auf diesen hoch > ften Posten Ipiten? Wenn Lächerlichkeit toten würde, wäre die .Rheinische Republik' vermutlich eine Totgeburt
Bei dem Rachenei Putsch Ist der Umstand besonders auffallend, bah an der separatistischen Aktion anscheinend nur em Teil ber separatistischen V..oande teilgenommcn hat. unb bah vor allem bie übrigen wesentlich bekannteren Häupter" des rheinischen Hochverrat« bie Herren Sorten. Smeels unb Mattbes sich bisher mehr im Hintergrund geholten haben Man könnte an« ber Untätigkeit biefer .Koryphäen" aut tin fiel- gehenbe Uneinigkeit Im Separatisten lager Ich!.. Yen unb ilch gerade au« diesem Schluh heraus optimistilchen Erwartungen hrngeben bie aber grunbfallch wären Rllerbing«. bah bie Heroen Sonderbündler zueinander selbst in einem ungefähren Verhältnis stehen wie Hund und Katze, ist offenes Seheimnis Rber genau so offensichtlich ist es. bah alle diese Eifersüchteleien. RZihbelUq- feiten unb Unstrnnnlgseiten innerhalb bes sogenannten Separatismus an sich völlig bebe» - iungvivs Itnd Es kommt gar nxh< daraus an. ob Herr Sorten ober Herr Deckers Präsident der .Rheinischen TUmibOT werden will, ober ob Herr Matthes unb Herr vuxels sich nicht gribi sind »-4 fnormt auch aar nicht daraus an. we»


