Einzelbild herunterladen

m. 250

er*»«,*' «*t

San* enb gtlrrtf, M«b<rS4»ihMWl«tc (Bit6twtr3<iiRUIfiibl6ttn

560 iPIIÜincR u. 90 Mill Dlorll Irlqtrlobn, auch b «injtin.

Jlumutm iafolgrt)6trrrr V»walt-- J»rn|pt»A. »pschllifs« fOtbuS4riN. leiting 112, für TI er log unb <M<w»n<e« 61. '.Knld^tl fta vrahtntrch.

srtwRxrl «.- H»

U3. Zaycgailg

Mttstsoch, 24. Mob« 1923

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

brai* Derlei; Vrdhffche Ilwtoerftto-Bidh Stttiönderri R. £<n»je in Gietze». Lchrffffett»- isö SrschöstrUele: 5ch-iffretze 7-

Ht XRjtlete fitbi« lagt« mm mobtt jtm Hadjmtttaa oort)< > obntjibeBtrbtNkldjheÜ Drell fit l mm höbt ftii anjtigino 27 mm '8rtit< brlL Trunbzahl 65 Mk. oue®.70Dl, f Hiklamt- Hnjeigen o 70mm Beeilt 22SM.x2Mlll Schllllfil olatzosrlchrist 20' .Huf- schlag. - 'ütrairtmortUd) für VoOtUi u. ^tuiOttoR Dr. Jnibr Wüh Lange für btn übngin I«il rrnstBlumichein.fürSe'- Lazeigenleil Harn Stdi ch 'n ®- «ä«n

Die Brotversorgung.

AreMte bes 5teid>s für Mühlen und VScker. Warnung vor Angstkäufen. Neue wertbeständige Zahlungsmittel. Ein Aufruf an die Landwirtschaft.

Tertie. 23 Ott iTBSTB) 3u bet MH- trtümgm iber 64fe*Tigtrtten bei der Tret Per- 'orgung. b* au# vertchtedeaen Teilen des Rebfirt unb tnCbefonbere dem grbteren ©tdb#ei ebngeben. rrlabten mtr totgmbe» Ditz Der Uebergang , u r freien TB 11tfefce f t, der am 15 Oftobcr b<. 3# txtflgegei jxrrbe, getotfit 'Reibungen mit H4> otiuge" werde, tft garp» natürtkfc nachdem beinahe stetem Zatzre chckidi^ch eine bettirbUir Iferfocgöeg brr TVnACrranQ mit Brot statt gefun­den hat ®te^48n*rt(#etNe stnd dadurch wesent­lich verhchirft tDorbtn. ba6 uagltellichsr werfe Mitte Dttober die ungeheuere Onttoertung de r TKa r f emchttzle. t*e f*r t*e Mühten, den Handel und bfe 'Bäder foc* für die Verbraucher Me Refbringnna her erforderlichen Owmnc *um »wrknrf des Getreides Mehle# und Brotes er­schwert und gn saft tägüdxn Tfcnberumgtn der Preise nötfeM

Die MefehO«^»r«»g Hal, trat diese Sch wie» dflSritm pi Äbertstnben, den MSHlen, brm Hendel end den Bäckern Jtrebite pn Tk-rfn- gxnfl grftrflt enb den bebfaftiflfien Teile« der Befallernoq «ach Mögtfehkert durch eine ent­sprechende IxftorrtHng derRenten zu helfe«

9d*d>L

Hon beferaderer Bedeutung Itnb aber die Be- mubuDgen um Sdifübnmg eine# iDertbcftänbige., «-iabiungAmtttelÄ. Rachdem bi? Tterorbminq über hw Renienbanf ergangen tft, tarnt in gant nab?r 3ett trat wertbeständigem C-elb gercch-tel treiben These Zett gilt e# zu überbrüden Dazu ist aber auch erforderlich, bah da# Publikum selbst die Ruhe behält und nicht durch 3 n g ft fäufe oder gar durch Plünderu n - geu künstlich eine Knappheit herbrifährt ihn den Bedarf der nächsten Monate zu decken. Ist genug Vetueide vorhanden Die Reichsgetreide- Iteue verfügt über genügende Bestände, um bei einer etwaig«! Knappheit austznhellen Ru# ihrer Reserve Runen dlk Bedarssboanunnalverbände Setretde gern Tagespreis zur Lieferung an Mii> len. dte sie selbst beflrrranen. anforbern und zwar in Höhe non »/< der bisherigen Marklenbrotrati.rn Die 'ReichSgetretdesteü« hat auf dteseen TBegr be­reit# zahlreichen Kvtranunalverbänden ®äroibe geliefert, so bafi grobe Sorge, bab e# an Cfetrrtbe fehlen Gwinc, nicht zu bestehen braucht

Die zweite grobe Schwierigkeit, bic e# zu überwinden gilt, ist

die Beschaffung des Geldes, das gern Bo laus und jnr Derarbeiteng des De Neides erforbtr»

Rch tft

3n dieser Richtung sind schon seit Monaten t»>n den beteiligten Steilen die erforderlichen Vvrkeh- rungen getroffen worden Um die Mühlen. Händ­ler und Bäckevcien in den Stand zu Der,eben, die ihnen zu fallende Aufgabe bei der Bewegung des Getreides durchzusühren, sind ihnen bet rachi- llche Kredite durch 'Bernittt!img der Reichs­regierung gewährt worden Rus den Kreisen der Bäcker sind in den letzten Tagen vielfach Klagen laut geworden, bab die ihren Organisationen ge­währten Kredite nicht ausreichen. Durch BerHandlungen ist es gelungen, für diese Kredite wesentliche Erleichterungen zu schaffen Ruch dar­über hinaus wird helfend eingegriffen, so bab da­mit gerechnet werden kann, bab das erforderliche Brot zum Verbrauch zur Verfüging steht ©in dringender Rppell mub aber an alle gerichtet axtuäi. »ichI durch uDetmabtgc Bin- deckung und Rngftfäufe die Lage zi cr- schtveren Rur wenn alle das beherzigen, wird auch das Rn flehen an den Bäckerläden, das neuer­dings wieder platzgvelft. und Unruhe und Zeit kostet, ein Ende finden können

Der neue Ernährungsminister an die Landwirte.

Berlin. 23 Oft. IWTV ) Reichstagsabge­ordneter Gras Ka n i tz ist zum Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ernannt wor­den Er veröffentlicht folgenden Rufruf

Rn meine Berufsgenossen'

3n schwerster Rot des Vaterlandes habe ich das Reichsmmisterium für Ernährung und Land­wirtschaft übernommen Zum ersten Male ist ein prakt ische r Landwirt für dieses Rmt aus- ersehen 3d) bin aus me-ner Partei gefchteden. weil ste im Kampfe gegen die heutige Regierung«- foalitron steht Dieser Entfchlub ist mir schwer ge­worden. er muhte aber gebracht werden. Ich habe ieber Parteipolitik vorläufig entsagt, weil ich der Rnsicht bin. bab

auf dem TBege der reinen parteipolitrstchen Auseinandersetztrug Bent fehl and nicht gereitet werden kern.

unb weil ich Der allem glaube, bah auherorbent- liche Zeiten auch au Herordenti iche Entschlüsse und Opfer der einzelnen erfordern Dab politischer Ehrgeiz nie unb nimmer die Triebfeder zu meinem EM schlich gewesen ist, weih jeder, der mich kennt Deutschlands Rot ist nicht zum wenigsten durch den bittersten Partei kampf. den politifäMi Kamps aller gegen alle und das allseitige Mih- verftehen hervorgerufen Rur wenn das Tren­nende zu rückgr stellt wird, wenn alle Hände AU greifen und wenn keiner ,r*

Rettung möglich 3m derzeitigen Reichs kabmett Tarm und werde ich lediglich für mern Raterlanb arbeiten und mein Rnfgabc hauptsächlich darin

sehen, hn Rahmen des heute überhaupt Mög- chen R a h r u n g s m 111 e s für das hun- gern de Volk zu schaffen, damit es dir kom» inenden schweren Krisen noch lebend übersteht Millionen treuer Deutscher stehen heute In einem verzweifelten Kampf um ihre Ssiftenz

B» «n< Landwirten ist es, die grinste Roi linder» gn helfe».«

Rn der Ueberbrüdung der sich täM^ch erweitern­den Älu!t zwischen Verbrauchern und Erzeugern zu arbeiten, das in feinen folgen furchtbare Mihverstehen zwischen diesen beiden Druppen zu mildern und da« Verständnis für die beider­seitigen Lebensnotwendigkeiten zu erweitern, wird mir erste patriotische Pflicht lern Dab ich als prasttscher Landwirt mich zu keinerlei Mahnadmen verstehen werde welche die Produktion lähmen und die zur Linderung der furchtbaren Rot er­forderliche inlenfivsie Schäftung von Rahrungs- mdtein lindern könnten, ist felbstoerständlich Diele meiner bisherigen Parteifreunde werden meinen Lchrät verurteilen, weil sie es für unverantwort­lich ballen, in eine Regierung einzutietm. die ihrer Rnfichl nach falfch: 35ege gebt Ich weist aber auch, bah die überwiegende Mehrdnt meiner Berufsgenessen aus allen Parteien n*incn Ent- schlust grundsätzlich billigen wird als Rusdruck der täglich in allen Volksfchichten wachsenden Er­kenntnis. dast cs nicht angebt, dab

ht höchster Rot des Vaterlandes wichtig? Br» rnssstmid« infolge parteipolitifcher Bindung oder anderer S>emmungen abfeit« stehen! E« geht nicht an, den Untergang des Vaterlan­des lediglich $ prophezeien, ohne helfend bet.

Mfhtklge».

Da« MÖretcmge Verharren wertvoller Teile des Volkes in mehr oder weniger negativer Opposition mag vielleicht in normalen fried­lichen Zeiten seine Berechtigung haben, heute ist es aber sehr bedenklich Denn aus dem infolge eines solchen Beiseiteftehens heute mit Sicherheit zu erwartenden wirtschaftlichen und politischen Ehaos kann nur der Zerfall des Reiches und der Untergang Deutschlands, nicht aber die wrotfchastlich unb nationale Erstarkung er­stehen Diese. die ich dringend erhoffe, wird mir kommen, wenn die Reichseinbeit erhallen ble.bl unb kein Hungerchaos entsteht Die beiden hauptsächlichsten Ziele im Rüge hal­tend. werde ich an meine schwere und vorläufig fid>cr sehr im dankbare Rjfgabc gehen Mein Da: er­fand ist mir aber auch heute noch und gerade heule jedes Opfer wert Schiff in Rot! Rlle Mann an Deck' Rur aus dieser Einstellung heraus habe ich mich zur Uebernabmc des heute unpopulärsten Rltnisteiiums entschloffen.

Man m«g über den zu erwartenden Erfolg geteilter Meinung fein; er wird jedenfalls um fo greifbarer fein, wenn er unterstüht wird durch die tätige Mitarbeit aller meiner De» ruf «genossen,

denen, wie ich weist, das Vaterland über alles geht BerutSgenosten. denkt an die furcht­bare Rot in den Städten denkt daran, dast täglich weNvclle deutsche Menschenleben b u ch st ä b 11 ch verhungern Denkt daran, dast ein neues glückliches Deutschland niemals aulgcbaut werden kann, wenn die Städte sterben. Helft mir bei mei­ner unsagbar schtveren Rufgabe schnellstens Le­bensmittel zu schaffen, einer Rufgabe, die. wenn überhaupt etnigermahen, dann nurmit Eurer freiwilligen und verständnisvollen M i t a r b e i t au löfen ist Ich hoffe der Unter- stützung aller Patrioten unb somit der Unter­stützung meiner Berufsgenossen sicher zu fein

Die Kartoffelernte.

Berli n. 23. Oft (IBolff ) Rmtlich Rach den bisherigen Schätzungen kann im allgemeinen nur mit einer Rlittelernte in Kartoffeln gerech­net werden Demzufolge bat derRc-ichscrnährungS- m trift er verordnet, dast in diesem Zähre die Unter­nehmer landwirtschaftlicher Betriebe in der eigenen Brennerei soweit fclbftgebau te Kartof­feln verarbeiten burfen, als der Hälfte ihre# Breimrechts entspricht Die Verarbeitung anderer al» felbftgebautvT JLirtofleln in den Trocknereira und Stärkefabriken ist bis Ende Oktober gänzlich verboten Eine Verwendung des au» dmi Kar­toffeln hergestellten Spiritus für Tritt kzwecke findet, was besonders betont wird, nicht statt Rusnahmen können für solche Kartoffeln zugelaf- fen werden, die durch Frost oder andere Ursachen zur menschlichen Rahrung unbrauchbar wur­den.

IBertbeftänbiges Geld.

Berlin. 23 Oft <MTB, Rmtlich. Die Ru«gabe gröberer Mengen wertbeständiger 3ablung«mittcl beginnt bi den nächsten Tagen. Folgende Maßnahmen sind ergriffen

1. Stücke der DvldanleIhe sind uramter- brochen gedruckt worden bi# vor einiger Zeit aber hauptsädxich gröbere Stücke zar Befriedi­gung der Zeichnungen Stucke über I. 2 und 5 Dollar werden noch in dieser Mache In gröberer RnAahi zur Verfügung stehen In der anderen Mache werden täglich etwa für 8 MU io- r. u~.i wotoameioeiui<Te herausgegeben werden

2 Um schon in wenigen Tagen Zahlungs­mittel auch über kleinere Beträge rn den Tkitiyr

zu bringen ist sofortige Herstellung von Zwl- lchenscheinen der Doldanleihe beschlossen worden, die über 1 in. > , und > ; Dollar lauten werden Der Druck hat bereits begonnen

3 Industrielle Merke die eine für wertbeständiges Geld geeignete Sicherheit bieten können, wird auf Rn trag die Genehmigung zur Herausgabe wertbeständiger Rotgclb- scheine erteilt, damit recht bald ein Teil der Lohne n-ertbeftänbig bezahlt werden känn

4 Dic Rrbcitcn für den Druck der Renten- mark scheine erleiden buidi die geschilderten Mahnahmen keine Unterbrechung, sondern werden mit der gleichen äussersten Beschleunigung wie bisher fort geführt

(Ein Ultimatum der Gewerk­schaften.

Beilin, 24. Oft. (Prlv.-Tel > Der Tor- stand deS Allgemeinen Deutschen Delorrk- fchaftSbundeS trat nach demBor- wärt«" gestern zu einer außerordentlichen Torstandsltyung zusammen, um zu der über­aus bedrohlichen Lage der Bevölkerung Stel­lung zu nehmen. ES herrschte eine Meinung darüber, dah unverzüglich durchgreifende Mahnahmen ergriffen werden mühten, um öle Rot der breiten Massen zu lindern Eine Abordnung deS Bundesvorstandes wurde zum Reichskanzler entsandt, dem folgende Forderungen in ultimativer Form unterbrei­tet wurden:

1. Sofortige Schaffung eine« roertbe» ständigen Zahlungsmittel« für Lohn- und Geha ltSemp - fänger;

2. Heranschaffung und Bereitstellung der notwendigen Lebensmittel:

3. Anpassung der Löhne an die e-elbenttoertung ohne Rücksicht auf bestehende Taristoerträge.

Sollre die Reichsregierung diese Sortie­rungen nicht umgehend verwirrlichen, so wür­den die Gewerklchasten-Spltzenorganisationen zu weiteren Mahnahmen greifen Der Reichs­kanzler hat, wie derTorwarts" meldet, in Gemeinschaft mit den zuständigen Ressort­ministern sofortige Hilfe zugesagt.

Die (^rwerbsloscuzahlungen.

Be r ! i n. 23. Oft iMolff ) Rach den gelten­den Bestimmungen find die Gemeinden er­mächtigt. Lt bei Mitte jeder Woche V o r f ch ü f f e auf bie Erwerbslvlenunleistützung in bet Höhe der Sätze auszu-.thlen. die die vorher­gehende Woche festgefetzl find. Mit Rücksicht auf die katastrophale Geldentwertung hat -der Reichsaibeitsmlnister nunmehr die Gemeinden er­mächtigt i:, biefcv Woche die Vorschüsse zu ver­doppel n, also insgesamt Vorschüsse in der dop­pelten Höb? der Unterst Übungen, die für die vor­hergehende Woche sestgesTtzt sind auszuzahlen Diese Ermächtigung gilt sowohl für das beichte w.e für das unbesetzte Gebiet Die auf Grund b efer Anordnung getroffenen Vorbereitungen der Auszahlung erfordern naturgemäß bei den ein- £cl7.cr» OfCuttcVii ycü>lnc o^<i.

f'ebensmittelunruhcn.

Berlin 24 Oft IPriv -Tel. i Auch gestern sanden wiede.' in Berlin an verschiedenen Stellen der Stabt Lcbenem.ti.'lunruhen statt Die Demon- ftiantcn hatten es besonders auf Bäckereien und Schlächtereien abgesehen. Teilweise wurden bie Wircn auf dir öriahc geworfen, wo sich die Meng um Wurst, Zle sch und Backwaren raufte. Di.' Polizei, die überall eingri'f. nahm mehrere Verhaftungen vor Auch au» dem Reiche werden LebrnsmrNrlkrawalle gemeldet Am Berliner Lebensm>ttelmarkt setzte heute erneut eine stür­mische Aul wo rtsbewegung der Preise ein. Ver- drppelungeii der gestrigen Milliartenpreise waren die Regel. Die Schwierigkeit der Versorgung der Berliner Bevölkerung mit Brot wird immer schwerer. Dor den Bäckereien, die zum groben Teil wegen Warenmangels geschloffen Haven, stehen Hunderte von Menschen

Tiefe flcmere und mittlere Bäckereibe trieb« können wegen der rapide gestiegenen Mehl- preise die Mittel zum Mehle in kauf nicht mehr an (bringen.

Der Zweckverband her Bäckermeister von Droh- Deriin wird den Magistrat darauf aufmerksam machen, bah er unter den obwaltenden Verhält­nissen nicht mehr in der Lage fei. den Bedarf Berlins zu decken. unb bie entstehenden Folgen ablehnen muffe. In Ko11 bus suchten Erwerbslose in da« Wohl­fahrtsamt etnzubringen, wurden aber von der Po­lizei zerstreut. Auch in M ü n che n ist es zu An­sammlungen der erregten Wenge gekommen Dfe Menge versuchte zahlreiche Bäckerläden zu Hür­nen. in denen seit enrioen Tage.' kaum noch Brot >11 hntw-r> w -TU- gancvu«

bie Menge. In Erfurt fanden auf dem Anger und m den angrenzenden Straben starke Zu­sammenrottungen statt, bte offenbar vtan- mäfrtg vorbereitet waren.

Aachen.

Der Rachetvr Sepcrratlstenputsch Ist von einem Manne etngefädelt worden, beiden Rome In der deutschen pfeifentllchkelt wenig bekannt war ein gewrfxr Deckers Er Ist Industriester und ver­fugt über verhältnismähig grobe s'nanzlelle Mit­tel. Im Garten fernes Besitztums lind di« Ban­den ein geübt worden, dic In den letzten Wochen mit Revolvern unb Karabinern bewassnet. nach Aachen gekommen waren Deckers Hai besonders gute Beziehungen zu den militärischen jnb zivilen Vertretern der Besatzungsmächte unb es verrät pof^tisches Raffinement, txib er. ofs.nbar auf einen sianzösischen Wink bin. den Putsch unter belgi­schem Schutz cingclcitil Hal Sv kann Frankreich zunächst den unbeteiligten Zuscha ter spielen unb feine Hände In Unschuld waschen Sind in der bcl- gifden und englischen 3onc vollendete Tatsachen geschaffen, so wird sich Frankreich mit seinen Rn- fpnufen schon melden. Wenn ma;: ,n Pari« jetzt den Argwöhnischen und Ecserfüchtigen spielt, so ist dc»s mii Mache. Deckers Ziel ist jedenfalls dort genau bekannt Er erstrebt ein .freies und neu­trales Rheinland etwa in der Form Belgiens vor dem Krieg oder Lutembtrgs von heute Als Hauptstadt der Rheinischen Reptblik ist Koblenz vorgesehen Und der Hauptköder für die Welt­mächte Der neue Staat erkennt den Verfaill.-i Vertrag an unb zahlt den rheinländischen Rnte1 an den Reparationen

Wer Rädere# über bie hvchtx-rräteritchon Ab sichten des Tfeckers wissen will, den, seien bv 7'd;thnicn für die Gründung der Rheinischen R.-- pullik empfohlen, die kürzlich aus dem Dinkel ihres geheimen Umlauf# gezogen wurden In die­sem vom .lEfe ne toi bi roter mm der Rheinischen re­publikanischen Vvlkspariei" in Bonn an die Ver­trauensleute der emzelnen Sekretariate a i«,;o- gebenen Viarschbefehl btifjt e# Der am Rhein neu zu schassende mabhing,ge Staat bedarf des Vertrauen« der Westmachie .Dies Ist eine ethi­sche Grundlage ES gilt, einen Mechanismus zu schaffen, der bewirkt, dab ausfchiiehlich geprüfte Leute von tInnxntKreier Gesinnung die verant­wortungsvollen Funktionen innerhalb des neuen Staates versehen RI« ein solcher Mechanismus empsiehit sich die Einrichtung des rheinifehen Bür­gerrechts Einer der ersten Akte des neuen Staa­tes muh sein, bah allen, btt IN« au einen bestimm­ten Tage, der tn der Vergangenheit anzusetzen ist sich für das Zu stunde koarätei, des neuen Staates bemüht haben, da# rheinische Bürgerrecht durch ein Patent verliehen wird In Dte Prnris umgesetzt Die Aachener Plakate der Svoder- bündker fordern jetzt alle Beamlm aus. sich un­verzüglich auf den Birreaos der Rhefnischei> un­abhängigen Partei zu melden, widrigenfalls sie als .Proufi-m" vorgemerkt werden 20,o der Be­ginn von Proskriptionalllsten ganz nach tKni Muster der französischen Revolution vor 150 Hahren Echt französisch und Im Revolutions- stil sind auch die ersten Rlahnabmcn .nach dem Eck öpsungsakt der Republik' gedacht, sobald erst der .kritische Augenblick" überwunden ist. Sofort sollen nämlich die vier bereits designierten Kon­suln die Stelle und die Ge>chäste des Reichs- krmmissars übernehmen. Die vier Konsuln wäh­len eine btn Alliierten genehme Persönlichkeit zum Präsidenten Der Präsident proklamiert die Republik durch 2staueranschlag Ferner ver­öffentlicht er ein Dekret über da« rheinische Bür­gerrecht unbein paar .ganz wenige' Verfassungs­statuten .Durch diese Puolikat'vn wird bie Ve- nölfeiung verwirrt und gespalten, es wirb ein Anreiz auf die Schwankenden besonder« auf die Beamten ausgrübt, sich ht Listen eintragen zu lasten Die dritte Regierungshandlung de« Prä- fiiknten soll die Einsetzung von Zeh.rmännerau#- I(hülfen in allen Städten unb Ortschaften fein Dtese Gewaltmäniiei sollen bann da« übrige be­sorgen Polizei Miliz .die Unibrrn mutz den westlichen Völkern angepaht fein" I. Auöweisun- gen sowie die Einsetzung der Söhne des Rhein­landes rn bie Positionen, für welche sie designiert sind" Wer ist wohl für die Positionen der vier rheinischen Konsuln designiert? Dr AH Sor­ten. ber Phantast, der ehrgeizige Schwächling? .öbefretafteur" 3. F. Ma 11hes au« Düssel- dvis. 6er vollendet-r Typus des Parvenü«. Schläch- tergeselle mit zuviel Can de Cologne? 6 m e c f «. der keine Zeile fehlerlos deustch schreibeii k,nn und nebenbei ein Erzfeind von MaNh-s ift9 Dazu käme Deckers, der Held von Aach,-n Ein nettes Direktorium fürwahr Unb wer toll Präsident fein, wo alle vier sich auf diesen hoch > ften Posten Ipiten? Wenn Lächerlichkeit toten würde, wäre die .Rheinische Republik' vermut­lich eine Totgeburt

Bei dem Rachenei Putsch Ist der Umstand besonders auffallend, bah an der separatistischen Aktion anscheinend nur em Teil ber separatisti­schen V..oande teilgenommcn hat. unb bah vor allem bie übrigen wesentlich bekannteren Häup­ter" des rheinischen Hochverrat« bie Herren Sor­ten. Smeels unb Mattbes sich bisher mehr im Hintergrund geholten haben Man könnte an« ber Untätigkeit biefer .Koryphäen" aut tin fiel- gehenbe Uneinigkeit Im Separatisten lager Ich!.. Yen unb ilch gerade au« diesem Schluh heraus optimistilchen Erwartungen hrngeben bie aber grunbfallch wären Rllerbing«. bah bie Heroen Sonderbündler zueinander selbst in einem unge­fähren Verhältnis stehen wie Hund und Katze, ist offenes Seheimnis Rber genau so offensichtlich ist es. bah alle diese Eifersüchteleien. RZihbelUq- feiten unb Unstrnnnlgseiten innerhalb bes soge­nannten Separatismus an sich völlig bebe» - iungvivs Itnd Es kommt gar nxh< daraus an. ob Herr Sorten ober Herr Deckers Präsident der .Rheinischen TUmibOT werden will, ober ob Herr Matthes unb Herr vuxels sich nicht gribi sind »-4 fnormt auch aar nicht daraus an. we»