Einzelbild herunterladen

tfotfcn, baß btefe ®0rtft etfdbetncn unb $u 6 int» #tm Preis verkauft werden konnte , tl Rreder-Deffingen, 22. QHai. Sin ^llter Brauch, der ursprünglich wahrtchernlich Mrs einem Vermächtnis beruht, über dessen Herkunft jObet Genaueres nicht mehr bekannt ift, wurde hier «am Pfingstmontag wieder ausgeübt, indem die Ge­meinde mittags 12 11 br jedem Kind einen Schoppen .Dier gab und den Veukonfirmierten zwei Schop. Hen. Auf dieses »Pingstbier" hat hier jedes |Äinb Arrspruch, auch trenn es erst an demselben Sag geboren ist. 3n früherer Zeit bekamen die Minder zu Pfingsten von lhien Paten eine große, «runde Brezel, Las »Plugrad'. Dieses Rad an den Arm hängend liehen die Kinder vor dem WirtS- baud, welches das Bier zu liefern hatte, fröhlich Den Ruf erschallen:Plugrad rin, Pingstbier raus I"

* Münster bei Sich, 21. Mai. Der heutige Zweite Pfingstfeiertag brachte unserer Gemeinde oie Einweihung des Denkmal« für unsere im Weltkriege Gefallenen. Es war eine ernste Stunde, die die Gemeinde auf ben am Waldesrand so feierlich gelegenen Fried­hof rief, an den sich durch Ausbuchtung der Einfassungsmauer der Ehrenfriedh of für die Gefallenen anschlieht. 21 Kriegsgefallene hat unsere kleine, etwa 300 Seelen große Gemeinde Hu beklagen, und der Ehrenfriedhof enthält soviel einzelne Gedenksteine, die sich im Halbkreis um einen Obelisken gruppieren, der von einem in Dtein ausgehouenen Eisernen Kreuz gekrönt ist. Sn der Mitte finden wir daS Motiv des Eisernen Kreuzes noch einmal als gärtnerische Anlage. Die Eigenart des Platzes am stillen Waldrand und die durch Architekt Jäger in Queckborn unter Beratung des Denkmalspfleger» geschaffene Ausführung haben ein Werk entstehen lassen, des einzigartig schön in seiner ganzen Stimmung und Wirkung genannt werden kann. Münster hat gezeigt, dah es versteht, feine Gefallenen zu ehren. Die Feier verlief durchaus würdig und erhebend. Gedichtvorträge und Lieder deS Gesangvereins leiteten die Feier ein, nachdem der von einem Posaunenchor geleitete lange Zug. dem zahlreiche Döste auS der Umgegend folgten, den FinedHof erreicht hatte Das Mitglied te« DenkmalSaus» schusses Müller nahm die Denkmalsenthüllang vor. An Stelle deS OrtSpfarrers Ahlheim, der selber im Kriege den einzigen hoffnungsvollen Sohn verloren hatte, hielt dessen Schwager. Uni­versitäts-Bibliothekar Dr. Koch au« Gießen, früher Pfarrer in Langd, die Gedächtnisrede. 3m Anschluß an das Wort Psalm 18, Vers 36 gab er einen Rückblick auf da- große Kriegs­erleben, auf das der furchtbare Zusammenbruch folgte, der den Tod der vielen Kriegsopfer äußer­lich zu einem vergeblichen machte. Der Redner suchte den Sinn dieses Schicksals darin, daß ®ott vielleicht durch unsere Demütigung nnS groß, innerlich groß machen wollte, und daß wir unsere Dankbarkeit gegen die Kriegsopfer, die der Vortrupp gewesen seien auf diesem Vormarsch zur wahren Gröhe, da­durch zeigen sollte- dost wir in Treue und Ein­tracht unsere Schuldigkeit tun sollten an unserem Volk und Daterlande Unter Glockengeläute wur­den die Rainen der Gefallenen verlesen, an deren Stein jedesmal beim Namensaufruf ein Kran; nieder gelegt wurde. Ls sprachen dann noch die Vertreter der einzelnen Vereine und der Hersteller des Denkmals, Architekt Häger, der es der Ge­meinde übergab, in deren Pflege und Schuh eS Bürgermeister ©ontrummit dankenden Worten nahm. Ganz besonders beherzigenswert waren aber und deshalb seien sie auS dem reichen Kranz der Reden ausdrücklich hervorgeh oben die Wlrte. die Lehrer Ott sprach, der selbst als Kompagnieführer vor dem Feinde gestanden hat. Angesichts der Ruhrereignisse zeigte er. wie unser Herr und in ihm besonders die Gefalle­nen einen lebendigen Wall gebildet hatten, so daß die Feinde ihren vernichtende Haß nicht schon im Kriege in unsere Heimat tragen konnten. Er warf mit Recht die Frage auf, wie sie wo bl bann gehaust hätten. Dankbar hörte man auch, daß der Redner feine heilige Erziehungsaufgabe darin se­hen wolle, bie Jugend im Geiste solchen Heldentums zu erziehen. Solche Töne gehören zu einer rechten Gedächtnisfeier. und sie trogen dazu bei. daß unser Volk sich wieder em- porrafft aus der Schmach seiner Wehrlosigkeit, die es nicht zur Größe, sondern zu immer tieferer Schande führt. Möchten die erhebenden Worte dieses Redner- in den Herzen aller Hörer zünden und wirken. Pfarrer Weber auS Groß-Felda, ein geborener Münsterer, rief den Gefallenen Grüße der Erdenheimat in die ewige Heimat nach.

KrciS Kriedberq.

* Bad-Rauheim, 22. Mai. Dem hiesigen Glisabethhaus wurde von den in Dad- Dauheim anwesenden Finnländern die statt­liche Summe von 2 100 000 Mark als Pfingstgabe zur Unterstützung überreicht.

sf. Friedberg, 22. Mai. Gestern wurde in dem v. Helmvltschen Gutshof imStadt-

tetle Fauerbach etn Einbruchsdieb stahl versucht. Die Einbrecher waren bereits tx die Fleischkammer eingedrungen, wo ihnen ohne Zweifel eine reiche Beule zugefallen wäre, wenn nicht ein nach Hause gehender Rachbar durch eine am Hause stehende Leit« aufmerksam ge- worden wäre Zwei zufällig anwesende Dchuvo- beamto nahmen die beiden Einbrecher, die schwer bewaffnet waren, in Haft; der eine war früher auf dem GukShvfe als Knecht bedienstet und des- halb ortskundig.

Starkcnbure und Rhtinhcffcrr.

rm. Darre ft ab t. 22. Mat. Der Mörder des Darmstädter Polizeiwachlmeistcrs Günth«, der 31 Jahre alte Karl Dilh. Kinkel aus Frank­furt. wird voraussichtlich von Stuttgart, wo er ter Polizei ins Garn lief, in daS hiesige ilnt<r- suchungsgesangnis elngeli.'feit werten. Rach tem eignen Gestärchnis Les gefährlichen Einbrechers hat er unzählige, mindestens 60 bis 70 (mei­stens mehrere in einer Rach!) Einbrüche in mitteldeutschen Orten, meist in öffentlichen Gebäu­den, ausgeführt. Wiederholt hat er schwere Stra­fen erlitten, meist ist er aber infolge angeblichen religiösen Wahnsinnes" zur Beobach­tung seines GeifteSzusta.nteS in Irrenanstalten untergebracht worden und von dort entwichen. Zu­letzt wurde er nach Verurteilung zu schwerer mehr­jähriger Kerkerstrafe in das 3rie.nhauS zu Her­born gebracht und ist dort nach kurzer Zeit, trotz aller Vorsichtsmaßregeln, ausgcbrvchen. Kinkel hat in Frankfurt gute Schulbildung genossen, schon frühzeitig aber sich mit Politik beschäftigt und ist in die Hände der Kommunisten geraten. Diesen ist auch ein großer Teil des Erlöses aus feinen) Einbrüchen zugeflossen. Mit großer Veichrecher- schlauheit Hal er zum Deckmantel seiner dunklen Tätigkeit den Beruf als Misftonsarbeiter gewählt und auch häufig fromme Schriften verteilt.

Heffcn-Nasjan.

Marburg. 22. Mai. 2dis Anlaß deS 80. Geburtstages von Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Zincke haben Freunde und Schüler, sowie in­dustrielle Kreise eine Gammln '.g eingeleitet, dir als n3inde-6tiftung tem Zubilar zur Verfügung gestellt werten soll, um damit würdi­gen und Leniger bemittelten Ehemiestudie- renben unserer Universität eine ilnter- stützung zu gewähren. Wie Dr. Men g el aai Höchst a. M. an dem Festtage mitteilte, -xtt die Spende bis jetzt nahezu 8 Millionen Mark «geben. Als eine hocherfreuliche Psingftgabc wurde tem Vorstand des Studentenheims von einer schwedischen Studentin die Summe von 812 Kronen in deutschem Gelte mehr als 10 Millionen Mark überreicht, die den Ertrag einer hauptsächlich in Upsala veranstalteten Sammlung darstellt. D« Stiftung soll in erst« Linie der Unter ft ü^ung bedürftiger Studenten bienen.

Kirche unb Schule.

i. Silina Shans en-Hattenrvd. 2?. Mai. Am ersten Feiertag wurde in unserem Kirch­spiel nach den zahlreich besuchten Gottesdienste» eine Kollekte «hoben, die 147650 Mk. ein- brachte. Dies« Betrag zeigt, daß man sich auch beim Kvllektengeten an die großen Zahlen ge­wöhnt. Unb das ist auch daS Richtige, daß man nicht nur im Rehmen, sondern auch im Geben mit ihnen rechnet.

Büchertisch.

3 TO Dienst des Herrn. Acht Lebens- bilder. Bearbeitet von W. Römheld, Pfar­rer i.R. (Ehr. Bels« A.°G., Verlagsbuchhand­lung, Stuttgart.) 3n tem Buche werten recht zeitgemäße Lebensbilder gcbo'en. Karoline Per­thes' Leben versetzt uns in die schwere Kriegszeit vor 100 Jahren unb schildert das damalige Flücht­lingselend. Amalie Sieveking war die Babnbreche- rin ter Frauenbewegung. 3Hre erzietenschen Grundsätze haben bleibende Drd. utung. ilater das heidnische Wesen berichten uns die köstlichen Briefe ter Missionarsgattin 2Earga.ette Paton die aus ter Einsamkeit einer Südseeinsel in anschaulichster Weis« geschrieben wurden. Aus ter Zett furcht­barster Teuerung und Rot zeigt uns das Lebens­bild der Beate Paulus geb. Hahn ergreifende Bil­der. Als Gattin unb Mutter hat sie voll lebendi­gen Glaubens Erstaunlicher geleistet. Zinzendorfs Reisen zu den Indianern Amerikas, GützlaffS Wirken unt« den Ehinesen tes russischen Grafen Zoremba merkwürdiges Leben im Dienst des Rei­ches Gottes, wie teS Bonner Professors Ernst Moritz Arndt flammende Vaterlandsliebe, das wird uns in der? letzten vier Lebensbildern ge­schildert. Ein treffliches Buch für jung und alt, Konfirmarchen und Bibliotheken.

Lebensb ilder aus der innere« unb äußeren Mission. Bearbeitet von W. 2 ömheld, Pfarrer L R (Ehr. Belfer A.-G.. Berla^buchhandlung, Stuttgart) Zu den Ls- tenSbiltern ter ersten Auflage: Obcrlfat, Dolke-

ntng, Harms, Wichern, Schrenk. Botelschwingb kamen bei ter vorliegenden zweiten Auflage noch biejentgen von Dr. Hugo Hahn und Emil Frvm- meL Dadurch erhielt das mit großer Liebe ge­schriebene Buch eine wrrwolle Bereicherung. GS ist eine wertvolle Gabe für jung unb alt

Dom Hohenzoklern zum Hohen­staufen. Von Dr. Bogdan-Krieger. Reiseeindrüche aus ter Schwäbischen Alb. (Kon­kordia-Verlag. Leipzig.) DaS Buch weckt ge­schichtliche Erinnerungen an einstige Größe tes deutschen Vaterlandes unb führt mitten hinein tu daS geschichtlich wie landschaftlich gleich reizvolle Schwobenland. Das ganze Buch ist ein hohes Lied auf dieses gesegnete Stück deutscher Erde von eigenartiger Schönheit. Die beigegebenen Abbil­dungen auf Kunstdruckpapier zeigen besonders reizvolle Motive. Das Büchlein ist überaus frisch unb lebendig geschrieben.

Das Der li ner Schloß in den Qle- volutiönstagen 1918. Von Dr. Bogdan Krieger. (Konkordic>Derlag, Leipzig.) Der Derjasser war Leiter ter in tem Berliner Schloß unter geb rächten Königlichen Hausbibliothek und hat das, was er in feinem Büchlein für die Mit- und Rach weit zur Mahnung und Warnung fest- gehalten hat, selbst erlebt unb selbst geschaut oder durch glaubwürdige Augenzeugen mit geteilt erhal­ten. Die Vorgänge im Berliner Schloß während seiner Besetzung durch disziplinlos gewordene Truppen und in ter Zeit der Matrosen Herrschaft erfahren h er zum ersten Male eine einwandfreie, sachliche Darstellung Gewisse Zeftu ngS.rach richten über die im Schloß aitfgefunteren Vorräte werden richtiggestellt. Es ist ein tapferes Büchlein und es testtzt geschichtlichrn Wert. Kein Daterlanbsfreund sollte es ungelesen lassen.

Handel.

Frankfurt a. M.. 22. Mai. Börsen- stimmungSbild. Am heutigen Dorfenruhetag, ter nur für den amtlichen Devisen- und Roten­markt geöffnet war, war die Tendenz sehr fest. Auszahlung London und Reuyork war im Vvr- mittagsverkehr stark t-egestrt. Der Dollar zeigte in den ersten Morgenstunden einen Stand von 52p00 btt 53 500, später etwa 54 000. Dollarschrhaur ri° fuugen bewegten sich zwischen 53 000 bis 55 000. 3m Effektenverkehr von Bureau zu Bureau mabte sich eine feste Stimmung auf den meisten Märkten geltend. Dri anhaltender Rachfrage waren Zoll- türken mit 130 000, Bagdad II mit 250 000 genannt. Sehr fest waren Budapester und Anatolier l und II. Zur Montanpapiere wurden höhere Kurse genannt. Größere Beachtung fanden Rordteutscher Lloyd 53 000 bis 55 000, Hapag 125 ODO. Begehrt waren AektrizitütLwerte. A E G. unb Felten und Guilleaume wurden In den Vordergrund gerückt. Reben Maschinenfabriken Karlsruhe waren auch Datenia, Daimler. Kleyer und Bahn Bedarf Darm­stadt begehrter. Von unnotierten Werten nannte man folgende Kurse: Benz Motoren 54 503, Decker Stahl 41 000, Hansa Lloyd 16 500. Sehr gesucht waren Schwäbische Möbel &00, Dvoway 1950. Man hörte ferner noch A. G. G. bei großen 11m- sähen 74 000, Licht unb Kraft 51 030. Heilbronner Zuckerwerte lebhaft begehrt.

Berlin, 22. Mcki. Börsenstim­mung Sb ild. Unter tem Einfluß der ungün­stigen Beurteilung der politischen S?ige machte die Entwertung oer Mark heute sehr erheb­liche Fortschritte. Don allen Seiten wurden ausländische Zahlungsmittel begehrt, während ziemlich allein die Reichsbank Abgaben machte. Nachdem schon am Vormittag der Dollar von 51 000 auf 54 000 gestiegen war, zog er wäh­rend deS amtlichen Verkehrs weiter bis auf 57 000 an. Unter den Effektenhändlern herrschte ziemliche Aufregung. Allgemein sieht man für die morgige Börse bedeutende Stei­gerungen voraus. Hauptsächlich zeigte man Interesse für Bankaktien. Schiffahrtsaktien, 2l. E. E>. und auch Rombacher wurden viel ge­nannt.

Berlin, 22. Mai. (WTB) 3n ter nächsten Woche finden Dollbörsen am Montag, Mitt­woch unb Freitag statt.

Frankfurter Devisenmarkt.

Banknoten.

P.TaerfOTt a-M. 23. Mai. Rrie» ®e(b

Erb weiter Noten . 10250,- 10150-

strnn'ätzsftie Noten...... 3770 8730.

Dänil-Ite Noten....... l'ffiu- 10150

Stbmebische Noten 14875. 14725

^oünnbifcbe Noten 22300 28100.

Deiiisw-^ekterretch d.100 Krone« 78 40 77 60

Slmeritaniftte Noten. 57100 566 »0

Englische Noten 262201- 259809.-

Zmlienische Noten 2735 2705

Wtflflifrbe Note« 3215. 3185 -

Unnnriidjc No len 8.75. 8.25,

Tüte wo slowakische Note« . 1703- 1675,-

Norivealsche Noten 0050 8800.

Nnmüntsche stören 303 297,

Spanische Noten 8300 8200

Das Moselhaus.

Roman von Luise Schulze-Brück.

34. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Arnolds sah sich um und machte ein er­stauntes Gesicht. .Uschi," riet er, _eS ist bie höchste Zeit!"

Sie drückte noch einmal Evas Hand so fest, baß es schmerzte, sagte ater nichts mehr. Hastig verabschiedete sie sich von Hans Dietrich, umarmte Elisabeth. Bürgermeister Armolds beugte sich zu ter kleinen Frau herab. Sie schlang die Arme um fernen Hals und küßte ihn zwei-, dreimal heftig leidenschaftlich Dann sprang sie auf die Plattform des durchgehenden Wagens, stürzte an tem erstaunten Kosten holz vorder in das andere Abteil, und schlug schmetternd dir Tür hinter sich zu. Die Draußenstehenden sahen, wie sie sich in bie Polster warf und ten Kopf hivrindrückte.

Langsam fuhr ter kleine Zug zum Bahnhof hinaus, enter wichtigem Pfeifen ter Lokomotive, bie gewaltige schwarz Dampfwolken auspustete. Gr kroch wie eine schwarze Schlange auf tem Geleise irnb warte kleiner. Uschi ThvuveninS Kspf erschien nicht mehr am Fenster.

Arnolds Stirn hatte sich gerötet. Er sah einen Augenblick starr tem Zuge nach unb bann auf Gva Sie war ganz blaß geworden, so heftig war sie betroffen. .Mein Gott," sagte Arnolltt. was ist 3hncn denn?" 6k waren allein auf tem Dcchnsleig. Elisabeth Arnolds unb HanS Dietrich schlenderten schon die Straße hinunter. Die beite* waren so mit sich beschäftigt, daß sie von ter Behren Szene kaum etwas gzmerft hatten.

stch besorgt in ihr b&ffe» Gesicht ,WaS

ist 3hnen terat nur, hat Uschi Dieter irgend- I welches Unheil angerichtet? Sie hatte 3hnen ja noch Wichtiges zuzu tuscheln. We-nn fk in solcher Saunt ist, kann man ihr alles zutrauen."

Eva fühlte, wie ihr das Blut ins Gesicht schoß, sie war in einer settsarnen Drrwirrunz. Wie kam die Frau daxi, ihr das zu sagen unb was wollte sie damit? 3n ihrem Kopfe brauste eS, sie konnte sich kaum fassen. Sie schüttelte mir hastig ten Kopf.

Sie hatte in.biefem Augenblick feinen anderen Wunsch, ali allein zu sein. Sie war so verstört, so überrascht, wie ein Blinder, der sehend ge­worden ist und dein man zum erstenmal die Binde vrn den Augen nimmt Hastig ging sie tem AuSgangt des Bahnhofs zu, langsamer kam Ar­nolds hinterdrein. ®r sah, daß sie allein sein wollte.

Der Zufall kam Frau Eva zu Hilfe. Dor dem Bahnhöfe traf Arnolde Bekannte, Trarbacher, bk auch Eva oberflächlich kannte, unb was ihr fonft eine Störung gewesen wäre, wurde ihr zur Erlösung. Die beiten Herren schlossen sich ihnen an. Während Arnolds sich, eifriger als es sonst feine Art war. mit ihnen unterhielt konnte Eva ihr Gleichgewicht wieterfrnten. Als sie nachher im Garten ter Drückenschenke sah, wo sich die kleine Gesellschaft rasch vermehrte, weil dis beiten Trarbacher auch noch ihre Frauen holen ließen, konnte sie sich soweit beherrschen, um an ter heiteren Unterhaltung teilzunehmen

Aber jedesmal, wenn ein besorgter Blick Ar­nolds sie traf, fühlte sie, wir ihr das Blut in die Schlöte stieg. Sie riß fich zuletzt getix-Iilam auS ihren Grübeleien, aus tem unrubtröi Rachsirrnen über Uschis flehen tllchr Bitten auf. Rur an die Heimfahrt dachte sie noch mit Zagen. Arnolds

jetzt allein gegenütersitze» bann Elisabeth und Hans Dietrich zählten kaum mit so versunken wie sie in sich selber waren das würde eine Qual für sie werten. Sie atmete batet erleichtert auf. als sich auch noch Gesellschaft für die Heimfahrt fand: Ern Ehepaar aus ebnem mofeüutfwärtS gelegenen Dorfe, heitere Menschen, ein behaglicher Weinguts besitzet mit seinem rundlichen kleinen Frauchen, die mit Frcuten das Anerbieten Ar­nolds' an nahmen, ten rumpelnden Postomnibus gegen das bequeme Break za vertauschen. Frau Eva wußte Arnolds Dank für diese Einladung. Sie dachte nicht weiter darüber nach, ob er viel­leicht ahnte, was vor gefallen war.

Allmählich beruhigte sie sich unb wurde hei­terer. Der grüngoldene Moselwein, ter in den Gläsern perlte, trug das feine dazu tet Unter ten Rußbäumen des GärtchenS war es kühl und be­haglich. Während um sie die Unterhaltung schwirrte, sah Frau Goa ruhiger auf ten fließen­den Sirom. Uschi Thouvenins eifersüchtige Seele hatte ihr Dinge vorgegaukelt, die feine Wirklich­keit waren. Die Erregung ter letzten Stunden hatten wohl mrtgewirkt. Wie hätte sie sonst dazu kommen können, zu fürchte«, daß Eva ein, Eva wollte den Gedanken nicht auSbrücken. Schau glitt ihr Blick zu Arnolds hinüber, and als sie feine Augen mit unruhiger Besorgnis auf sich geheftet sah, erschrak sie wieder. Wenn sie nur erst za Hause träte, allein, im Frieden mtt ihrer stillen Stube. Sie wußte kaum, wie lange sie so saß.

Es wurde dämmerig. DaS Grün ter Mosel wandelte sich in ein zartes Rosa, die Fenster tes Städtchens am anderen User begannen zu glühen und die schloßähnliche Villa, die stolz aut einem Dergvorsvrung über Trarbach thront, war ix Abendfvunensicht getaucht. Ein tesonteveS Gefübl

(relegeaphische Auszahlung.)

Datum

Märkte

SS 1H888.15 21945/

827928.75 22*171,25 259350,

32^6.75 886.530 743650 2383,-

-HO,20 1Lto 1702,25

Geld 319-2,-

22. Mai Amtl. Notier»

330:1,25

8909,70

7493.70 240L-

8u7st2

13012,50

1:103.40

49523,50

703)

9.5S.5/1

1468,65

BrieE

3203,- 220K1 260650,-

3759,40 1022X50

X1N3.90 2726ä

79^0 10,95 1700,75

3740 60 10174,50 S54L10 2713,20

9177| 922%-

149112,50 15037L0

56109'35 56890.65

9052.30 KCIH5

12967.50

135hX50

49276 G0

69.M

9.47,50

1461,35

18. «Ni SrntL Notierg. Geld Nriei 2768.05 2781,95

Antw.»Drüfse1 HoNnnd....

Ponbon.....

PnrtS......

Schwei». ....

Spanien....

Italien .... ri'iabon-Ovorw Dänemark. .

Norm en en . .

Schweden . .

L elsinaiorS. .

-iennork

Deutsch'Oestero.

Bndnveit. . . .

Prag

Agram

9097,70 10374,- 10426

Berliner Produktenmarkt.

Berlin. 22. Mai. Produkten- markt. Der Produktenmarkt stand vollstän­dig unter dem Einfluß der Devisensteigerung. Die Preise betveaten sich in raschen Sprüngen nach oben. Aus der Provinz und aus zweiter Hand war wenig Material zu kaufen. Infolge­dessen hielten sich die Umsätze in engen ®r?n- -en. Für Futterstoffe zeigte fich mehr Bcaehr. Oelkuchen wurden besonders für spätere Liefe­rung verlangt.

(3n einem Teil ter Auflage wiederholt.)

Die RheinbrSckensperre bei Mannheim.

Mannheim, 22. Mai. (WTB.) Die Tte» vrdnung tetr, die Rhein b rückensperre wird vorerst, bis bie Pässe ausgestellt sind, n>ch nicht gehand abt Währe id ter Feiertag? wurde auf ter Rheinbrücke zwischen Ma moeim und Lud­wigs basen keine Kontrolle ausgeübt.

Die Trauerfeier für den als Opfer feiner Pflicht gefallenen Poii-,eiwachtmeister Traub findet beute nachtniltag im Schloßdof statt unter Tellnabme der B i ötben und der Einwohnerschaft.

Continental»Regenmän­tel für Damen, Herren. Kinder. In einschlägigen

TaS Riub iu deu <> utwicklungsjcibreu mutz besondere Bflene haben, u.ib nur feine Ernährung ist große Sorgfalt zu verwenden DaS Wachstum erfordert Sriiste. Wenn diese nicht immer wieder rechtzeitig und in oenünenbem Maße erneuert wer» ben, wirb basKinb matt,schwächlich,iinluhiq, verliert fein frisches Aussehen unb sein heiteres Wesen, der Avoerit nimmt ab unb allerlei Ltörimgen fieüen sich ein. Beugen Sie solchen übten Erscheinungen bei ihrem Linde vor intb kräftigen Sie eS durch ein so bewährte» StärkunnSiuittel wie.Qiifefe"! Geben Sie ihm morgen» »um <fcrü6ftüct ehe e» zur Schule geht, eine bi» zwei DassenKnicke" mit Mitch ober Kakao, das ist bie beste Grunblnge unb viel vorteilhafter als Kaffee und Tee. Mi tags unb abends rei.1 en Sie bem SHnbe als Dorsve.se noch je einen TellerKu se ke "-Tuvve, die wegen ihre» einen Geschmacks riet» mit Vorliebe genommen wirb, auf diese Weise erhallen Sie Kind gesund, frisch unb widerstandsfähig. Die Billigkeit und Ergiebigkeit des Br/lvarat» erleichtern jeder Mutter die Anwendung.

Ser Kohlenstaub in ier bitt

| Ist 4er ärgste Äflh,

retati ecr eaut

M Er macht die Haut grau und unscheln- gf *

bar, n* SUteeeer. Pickel, Put ein her- W«V-t- A vor. Aok-S-uCtand-Mandeiutew belreii

3 d ie Haut von allen Unreinheiten, macht

eie blumenzart und Mtmmetweich. 1r. gKHF

einschlägigen Geschulten zu heben. " ffs

kam über Gva. Inmitten ter fühlte sie wieter mehr als je bi; Sinsamkiit ihrr- Her zenS, die Einstau kett ihres L rb;-ns, und ine große Sehnsucht, daß eS anders fein mög.. Urld ganz leife, kaum ihr selber bca. int, ragte sich in ihr ter Gedanke, wk gut es srin möge, all biefe Unruhe, ihr ganzes Schicksal in b*2 starken Hände eines Mannet zu legen, eines kraftvollen Mannes tem sie ganz vertrauen konnte.

Eine feuerfarter.e Wolke stand am Ab and- Himmel Sie zog langsam herauf gegen dir Conne, und rm 1 War >as ganze Tal in ein flammende; gelte5 Schl -»W ucht. Die schroffsn Barge, die hier < techt Msw- nenstoßea. stachen st't schwarz ab gegen Am, *»dben Himmel. Ein tüMcrer Hauch brachte Waltesluft h-äüter. Ein großer Lastkahn trieb langsam mtt aufgespanntem Segel mvstlab- wärtS.

Der Garten ter Brückenschenke füllte sich mtl Gästen, eS wurde laut ringsum an ten Tischen. Mit geschärften Sinnen merkte Gva auf das Leben um sich. Immer wieder mußte sie sich wundem, wie heiter diese Menschen waren, wie sie unbe­rührt schienen von ter Leben-Hetz^ gesund, kräftig, bodenständig, fest im ererbten Besitz wurzelnd, ster sich kraftvoll regend im erfolgreichen Erwerb. Ein solider Wohlstand sprach aus ter ganzen Physiog- nomie ter kleinen State, schaute aus ten blinken­den Fenstern ter gut gebauten Häuser, die sich in ten engen ßtraten zufammenbränaten, wie aus ten geräumigen stattlichen Bauten, die ten großen Weinftrmen gehörten. Rege Tätigkeit schien allem- halten zu herrschen, aber nicht die fieberhafte, zehrende Sile ter Großstadt. Und tote diese Men­schen lachen formten, so laut, so aus ganzem Herze»!

(Fortsetzung folgt)