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it Sie 3auftt* Stabt um Leber»! änbe im Forstvtt lausDauNler-i ls jetzt die Defchlutz-

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Der ßbbtoorfbnl die gemeindliche e für je 100 Hart ilbversicherMgSverter gesetzt: Mr bie Zeit März 1923 auf 18,75 April ab auf jährlich L ber Lorsihende mit, enze bei dieser Ab» n fei Befreiung fei Wbigten, bie Kiew- nb bie über 60 Jahre Dadurch entstehe em : ber Mhnungsbcm- lionen, bie bei bet man aber auf dem 8 fotowfo nicht dkl reffe war ber in der e Hinweis, bah bie Ibauabgabe turch eamtenappamies voll- Als Wahnahme pro« -ge hat ber Sladwov ng von Oebfanb b auf 19b Millionen Stadt!/u trägt, väh. und der St(Kit ub«- E ber^Mjab , -laste in bk Me

-laste MgevEt rdnigung entspreche»«

ringen.

Die zweite Hws« lsche Bolksvpf-r »gMirk erbracht.

»otten.

Aus Veranlassung er findet am nächsten r bei Gastwirl M Vfndvlehz"ch/ »Ä ^VirtfchLfüuh«

berettf verschickt und ftattn» to Den fDefUt Oer Adveflaten gelangt.

Hessen-Nassau.

Wd. Frankfurt a. M., 21. Mai. Dir Der- Weigerung einer 6ammlung seltener ® r ß - Drucke ton Schiller, Goethe, Tieck, Brentano loftn. bet der Buchhandlung Jos. Daer u. Lv. ^erbrachte eine ®mnafrme von naßc^u 380 Mil- Xtonen Mark. Glücklicherweise blieben viele per wertvollen Drucke in Deutschland. Die «n Rudolf BangelS Aukttonshaus oeranftaltete pJerfbeigenmg von Meisterwerken ber Malerei be# 19. und 20. ZahrhundertS er. Mette ALB Erlös annähernd eine Milliarde Mark. Die höchste Summe erbrachte Adolf Schreyer« .Pferdeeintreiben im Walde" mit 50 Millionen Mark, dann folgte Han« Thomas Beschauliches Dasein" mit 42 Mill., während Fr BoehleS »Heiliger Georg" nur 5 Mill. Mark erhielte. Die Lage deS ArbeitSmark- i < s hat sich in der letzten Woche etwas ge­bessert. Die Zahl ber Arbeitslosen ist um 480 hinter der bei Vorwoche zurückgeblieben, vxihrend die Meldungen offener Stellen um 208 .^genommen haben 3n der Hauptsache hat sich Ne Lage im Holzgewerbe. Baugewerbe und Me­tallgewerbe gebessert Auch für weibliche Personen *st eine leichte Besserung der Arbeitsmöglichkeit }u verzeichnen. Das günstige Psingstwetter brachte der Stadt einen g e wa 11 ig cn Ver­mehr von auswärts, nicht minder stark war aber auch die Reiselust der Frankfurter, die aru Tausenden die nahen Gebirge, vor allem die des unbesetzten Gebiete« auffucr-ten. Wegen der Paßschwierrgkeiten hatten bie Ausflugsorte des besetzten Teiles fast gar feinen Besuch aufzu- Wersen.

* Höchst a M., 19. Mai Durch Groß» feuer wurde in der letzten Dacht der grösste Teil der Möbelfabrik von Rötgeru Co vernichtet. Ein großes Lager fertiger Schtas- günmer ist mitverbrannt.

Hanau, 19. Mai. Als gestern morgen in Mittelgründau (KreiS Gelnhausen) der sichrer U h l während der Pause hinter seinen Schulkindern das Klassenzimmer verlassen wollte, wurde er durch einen Schuh durch den Bücken *.n den Leib lebensgefährlich ver­letzt. Den Schuh hatte der in der gleichen Schule beschäftigte Lehrer KnieS abgegeben, lvelcher mit Uhl seit Zähren im Streit lebt Knies richtete dann die Waffe gegen sich und lötete s ich durch einen Schuh in den Kopf. Der schwerverletzte 11hl wurde nach Büdingen ins Krankenhaus gebracht. Die beiden Lehrer sind schon seit 20 fahren an der Schule in Mittelgründau tätig.

Kunst und Wissenschaft»

rm. Darmstadt, 20. Mai. Unter dem SamenDeutsche Kunst 1 923" hat die Ar­beitsgemeinschaft für bildende Kunst am Freitag die Ausstellung in der Kunsthalle am Rheintor und am Samstag die umfangreiche Ausstellung tn Räumen der Olbrichhallen auf der Mathilden- böhe eröffnet Die RheintovauSstellimg bringt nur hessische Künstler, während aus ber Mathilden- vöhe weitere deutsche Kunstjünger uns ihr Schaffen näbeibrtngen. Bei beiden Eröffnungen waren Vertreter des Staates, der Stadt und zahlreiche Kunstfreunde anwesend, bei ber am Samstag er­folgten Eröffnung hatten sich auch Reichsminister a. D Dr. David, Staatspräsident Ulrich u. a. eingefunden.

Kirche und Schule.

* Kirchliche Dienstnachrichten. Dem Marrassistenten Paul Becker zu (Sieben wurde die evangelische Pfarrstelle zu Schwanheim über­tragen.

zt. Schotten, 18. Mai. Am 24., 25. und 26. I. M. findet dahier eine pädagogische Tagung im Sinne der Arbeitsmethode nach vberschulrat Gandig unter Leitung des Schul­rats Kinkel statt. Die Hauptthemen, die der Tagung zu Grunde liegen, find: (8f gen tätigfeit der Schüler als Erziehungsziel, der Lehrer als Erzieher zur freien geistigen Arbeit und die Bibel im Religionsunterricht. Umrahmt wird die Veranstaltung von einem Kirchenkon­zert am Freitag morgen und gesanglichen Darbietungen der Darmstädter Madrigalver- tlnigung.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

DaS AmtSverkündigungsblatt Ar. 38 vom 22. Mai enthält: Polizeiverordnung über die Einrichtung und den Brlri^ von Bäcke­reien und Konditoreien. Jagdschutz. Wald­streupreise. Feldbereinigung Hausen. Ver­meidung von Staubentwicklung bei Bauten. Schuh ber Vögel.

Die Vorgänge an der Giestener Oberrealschule vor Gericht.

(Schluh.)

3euge Dir. Schnei l ergänzt seine Aussagen dahin, dah in ber Konferenz vom 28. 3ull St.-R. Weiß^erber erklärt hat. .Die Tlnzeige geht vom Republikanischen Lehrerbund aus unb bas Ma­terial hat St.»R. Michel, der Vertrau«tsmann des Bundes für bie Oberrealschule, geliefert "

Der nunmehr vernommene 3aiqc St.-R. 3 i l d> ist als Angehöriger des Zentrums and Re­publikaner kein politischer Gegner Michels, noch chm persönlich verfeindet Er schildert den Fall Haug. Er ist mit dem Aufsatz zu Michel gegangen, um seine Ansicht za hören Michel sei sehr erregt geneotben, habe ihm gesagt, er solle sich die Sache vom Direktor ja .nicht aus ber Hand nehmen" tollen, feen Rotizbuch her au-gezogen unb sich eine Abschrift gemacht.Sie werden fe.;en, d-rr Direktor ist schlau, ber wirb den Haug exemplarisch be­strafen. aber sagen Sie ihm nur, baß Sie sich wei­tere Schritte Vorbehalten" sagte Mich:l. Dors.: Das ist doch sehr sonderbar. Zeuge: Ich dachte mir zunächst nichts dabei, ging aber nach einer Stunde hin, unb bat Michel, er möchte mir bie Abschrift wieder geben, da ich fürchtete, er werde sie politisch verwerten. Michel verweigerte mir die Abschrift, sagte mir aber auf meine Bitten Zu, er wolle mir Bescheid jagen, ehe er sie weiter verwende '3cTige schildert die bekannte Abstim­mung über Haug in der Konserenz am 28. Öuli. - Bors. Erkannte man dabei bie politischen Parteien? - Zeuge: Rein, aber eine anbere Parteigruppierung! Dors.: Es war dort als) eine Gruppier« rg für Michel und gegen Michel? Zeuge: Jawohl. Dors.: Sprach Herr Michel denn sehr mild als Theologe? Zeuge: 3m Gegenteil. 3ch hatte das Gefühl alS mache er feinem Beruf recht wenig Ehre. Er sagte z. B auch: .Es wirb Ihnen nicht gelingen, den Mantel der christlichen Liebe über den Fall Haug zu decken!" Besonders empört war ich. als dir Aus­satzstelle barm im Landtag zur Verlesung kam. wie Michel mir ahnmt-gSlosen Menschen bie Sache, bie ihn doch gar nichts anging, aus den Händen gerissen und mir die Abschrift abgelurt hat. Dors.. Sie hatten den Eindruck, ate sei der Fall Herrn Michel nur eine justa causa gewesen, nicht nur ehrliche politische Entrüstung? Zeuge: Ja Ich erinnere mich auch, datz St.-R. Michel mir kurz danach sagte: .Wenn es sich um meine Person handelt, dann ist mir alles einerlei, sind Kollegen mir einerlei, sind sie mir einerlei.

Zeuge Michel erklärt, es sei richtig, dah er bie Herausgabe der Abschrift verweigert habe. Wer .ich wollte bie Sachr in der Hand behalten". Bors.: Was soll das heißen. Ihr K fliege Zilch hatte doch die Sache in der Hand. - Zeuge Michel: Ja, aber ich hielt es für meine Pflicht als republikanischer Beamter.

Im weiteren Verlaus fragt der Zeuge Michel den Zeugen Zilch, ob er sich nicht über bie Aa- t Henau-Rede des Direktors entrüstet habe. Zeuge Zilch Sie ttnffen sehr gut, datz ich nur die Er­wähnung Erzberger« vermißte

Zeuge Michel: Ich habe Ihnen gegenüber doch gesagt: .Wenn es sich um bie Republik han­delt, bann ich mir alles einerlei usw." Zeuge Zilch: Michel hätte bas gesagt haben können, aber er hat es nicht gefügt. Demi mir fiel damals un­willkürlich ein, baß eine Tochter von Michel auf bie Ober-Realschule ging unb das ist mir eine Ge­dächtnisstütze Vorsitzender (zum Zeugen Michel): Warum haben Sie eigentlich die Aufsatz- Abschrift dem St.-R. Weißgerber gegeben. Zeuge M ichel: Als einem zuverlässigen Repu­blikaner. Dors.: Was haben Sie denn für einen Zweck habet gehabt. Zeuge M i che l: Ich dachte, er interessiert sich dafür.

Zeuge Zilch. Weißgerber hat dann bie Ab­schrift auch gleich an Krob weitergezeigt. Unb St.-R. Krob hat mir gegenüber geäußert: Michel hofft diesmal den Direktor wegzudrücken. Ich weiß, daß die Herren das jetzt bestreiten, aber es stimmt doch. Dors.. Das führt uns nicht viel weiter. Hatten Sie den konkreten Eindruck, baß Wichel der spirituS rector ber ganzen Angriffe Segen Direktor Schnell war. Zeuge Zilch: fewiß, felsenfest. Dors.: Hat sich Ihnen dieser Eindruck bestätigt? Zeuge: Jawohl. Rach einer Zwischen frage des St.-R. Dr Sinzhrimer erklärt ber Zeuge bezüglich ber Debatten in ber Konserenz vom 28. 3u(i: Ich habe den felsenfesten Eindruck, baß diese Debatten nicht von Direktor Schnell her­beigeführt, sondern einfach aus dem Kollegium her­aus entstanden sind.

Es wird weiter vernommen Zeuge St.-R. Weißgerber. Was Mich?! im Einklang mit ihm und Nach Besprechungen mit ihm getan habe, verdiene den AusdruckDenunziation" nicht. Der Vorwurf, daß Michel Material gesammelt habe, fei ihm erst nach der Untersuchung -u Ohren gekommen. Michel habe nur aus lachlichen Mo­tiven gehandelt. Ueber bie Tätigkeit Michals im Republikanischen Lehrerbunb wisse er nichts. Mit seiner Wuherumg,bte Anzeige gehe vom Repu-

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Das MoseLhaus.

Roman von Luise Schulze-Brück.

33. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Rein," sagte Arnolds kurz und sehr bestimmt, wtorr haben keine Zeit dazu, und außerbem wurdest du natürlich an den ilnftim glauben.

Man kann doch nie wissen," dsharrle sie. .Eine meiner Freundinnen hat sich vor vierzehn Tagen wahrsagen lassen, unb alles ist eingetrofßm."

Unb nun würdest du natürlich doppelt daran glauben, wenn eine ber Hexen dir Unpcil prophe­zeite, dich davor fürchten, und wenn sie dir einen Prinzen verspräche, vielleicht auf ihn warten." Uschis gute Laune war plötzlich wieder ver- , legen. ^Wem Prinz kommt nicht," sagte sie mit uidenben Lippen, während wieder rasche Tränen in ihren Augen aufftiegen. Was nur die kleine Frau hatte?

Hans Dietrich und Elisabeth plauderten leise zusammen. Arnolds war schweigsam.

Plötzlich ließ er den Wagen halten. Jetzt kommt die steile Stelle," sagte er,bie Pferde haben ein Paar Tage geftanben. ich möchte doch lieber selbst fahren." Er stieg auf den Dock unb ergriff die Zügel. Der Weg, der steil aufwärts gegangen war so baß er jetzt ziemlich hoch an ber Berglehne dahmfuhrte, senkte sich plötzlich jäh ab­wärts. Der Kutscher zog die Bremse stark an, die Pferde schnaubten. Langsam ging eS den Berg hrnnb. Hier weitete sich das Moseltal, ber Blick ging frei über das arüne Vorland, das mit Obft- bäumen ganz bedeck war. Am jenseitigen Hf er hvben sich bie Ruinen einer Kirche auf der Berges-

höhe, vor ihnen tag ein behäbiges große« Dorf, alles im flimmernden Schein ber Juli sonne

Frau Eva sah Uschi an. Sie faß wieder zusammenge'auert. ein Häuschen S end. Run beigtc sie sich zu ihr hin und ergriff ihre Hand. »Ich möchte Ihnen etwas sagen," flüsterte sie erregt, verlegen.

.Mir?" sagte Frau Eva.

3a. Ihnen, Sie um etwas bitten, aber ich weiß nicht, ob ich es soll."

Frau Eva war befremdet.Mich?" wieder- holle sie.

,3a. Sie . . ., aber nein, es geht doch nicht. Und doch . . .

In diesem Augenblicke dielt ber Wogen. Ar­nolds stieg wieder ein. Uschi verstummte.

Eine unangenchme Stelle." sagte er.Wenn ich mit Damen fahre, ist's mir am liebsten, bann selbst die Zügel in der Hand zu haben. Gehen die Pferde ein wenig schneller oder werden un­ruhig, so gibt's gar zu leicht einen Schreckens­schrei, unb bann weiß man nie, was geschehen kann."

Er beutete auf die Klosterruine gegenüber. Das ist Kloster Wolf Weirn die Trümmer reden könnten, sie hätten diel zu erzählen. Hier oben lag Monrohal, bie Franzosenfeste, von der auS bie Franzmänner dis ganze Gegend im Schach hielten. Jetzt ist kaum ein Stein mehr davon übrig.'1

Frau Eva sah interessiert auf. Sie las eben mit lebhaftem Eifer eine Geschichte der Mosel, und die Vergangenheit stieg lebendig vor ihr auf.

Unb hier sind wir im berühmten Eröver Reich, darüber müssen Sie lesen. Es ist boch- mtcreffant, wie lange sich die Eigenart des Uetnen

bllcauftchen Lehrerbunb auS, unb Michel habe alS Vertrauensmann das Material gesammelt" habe er sich geirrt. Die eigentliche Anzeige sei gar nicht vom Lehrerbunb ausgegangen, wie er sich später überzeugt habe. Aus eine Zwisch-nfrage des Angeklagten erklärt der Zeuge, auch ber Rachjah sei nur so zu verstehen, baß Michel alS Mitglied deS erweiterten Vorstandes ausgefordert worden sei, über die Zustände an der Oberreal- schulc zu berichten. Er habe das auch erfläven tccUent aber, um die ganze Dache nicht wieder aufzurußten, habe er eS nach den Ferien unter­lassen unb er am 10. Rovern bet eine entsprechende Erllärung abgegeben.

Der bann vernommene Zeuge St.-R. Hüter am Gymnasium in Gießen ist Mitglied des Dor- standes deS republikanischen Lehrerbundes. Er er­klärt. die Mitgliederversammlung am 27. 3-ini sei ohne ausdrücklichen Beschluß beendet worden. Da die Klagen sich häuften, habe der Vorstand Herrn Michel zu einem Bericht über die Vorgänge an ber Oberrealschule aufgeforbert, in dem Michel dann zunächst die Rathenaarede. das Richtbeflaggen und bann eine Reihe zurückliegender Fälle, das Bild von Sbert in ber Badehose, die Schmäh­schrift gegen Strecker usw., erwähnte. Vors.: Sie bestreiten also, daß Michel denunziatorisch tätig war? Zeuge. 3^- Dors.: Hatten Sie den Eindruck, daß Michel Material sammelte? Zeuge: Rein, tm Gegenteil. Dors.: Trauen Sie ihm za, baß er manches Ungeschick anfaßt? Zeuge: 3a Dors.: Haben Sie sein Derhallen im Fall Haug gebilligt? Zeuge: Za Ich kann es nicht ganz beurteilen, aber ich wäre auch für här'.ere Bestrafung gewesen.

Rach langen Derhanblungen wurde dann der von uns schon gemeldete Vergleich abgeschlossen.

Büchcrtisch.

Das Herz ber 2atur. Von Sir FranciS Dounghusband. (Leipzig,Brock- Haus). Dieses Buch ist das Werk eines Man­nes. der als Forschungsreisender, als gelehrter Geograph wie als Offizier einen wohlbegrün­deten Ramen hat, und der seit Zähren Präsident der englischen Geographischen Gesellschaft ist. DaS Werk gehört zu den merkwürdigsten, aber auch beachtenswertesten Büchern unserer Zeit. Einen Mann ber Tat, der bie Welt ber Weite urtb Breite tn Land und Völkern kennengelernt hat. der als Forscher und als Krieger in das ver­schlossene Tibet und bis Lhasa gedrungen ist. drängt es, die Summe zu ziehen, die Gemüt und Seele, nicht allein ber kühl wägende Verstand auf seinen vielen Forscherfahrten gewonnen haben. Ihm ist bie Erkenntnis gekommen, baß die heutige Geographie ein wichtiges Ziel außer acht läßt, gerade jenes Ziel, das allen Alenschen verständlich ist und daS. gelehrt und nicht gelehrt, als das Höchste anziehen muß: die Schönheit tn ber Ratur Der Verfasser unterzieht sich ber dankenswerten Aufgabe, den auf seinen Reisen im Himalaja gewonnenen großen geistigen Schah der Ratur allen zugänglich zu machen. Wer das Werk gelesen und sich an den geistvollen klaren Ausführungen begeistert hat, wird sich als Mensch auf eine höhere beseeligende Stufe der Erkenntnrs gehoben fühlen. Gerade die Liebe zur Heimat, diese echte, tiefe Liebe, deren wir Deutsche so sehr bedürfen, wirb durch dieses Buch zur höchsten, reinsten Flamme entfacht.

DieGeheimnisseberDlattkunst. Don Georg Graf zu Münster. Erfahrungen unb Erlebnisse auf ber Rehjagd Verlagsbuch­handlung von 3. 3. Weber, Leipzig. Graf zu Münster, dessen hervorragendes Buch über den Hirschruf in kurzer Zeit weiteste Verbreitung in 3ägerfreifen gesunden hat, hat in diesem neuen Buche seine Erfahrungen und Erlebnisse nieder­gelegt. die er mit dem Rehwild tn dieser Beziehung gemacht hat. Dor allem gibt er denjenigen, die mit dem Blatten auf Rehwild noch nicht vertraut sind, auch Anleitung zur prattischen Ausführung.

(3n einem Teil ber Auflage wiederholt.) Verbrecherisches Schießen der Fra^ofen an der Mannheimer Brücke.

Mannheim, 19. Mai. (WTD.) In der Rächt zum 19. Mai, kurz vor 12 Uhr, eröffnete die französische Wache an ber FriedrichSbrücke ein regelrechtes Schühenfeuer auf vor- übergehendePassanten. Gs wurde blind­lings nach allen Richtungen hin geschossen. Wie verlautet, wurde bas Feuer gegen einen voll­besetzten Straßenbahnwagen gerichtet. Mehrere Geschosse schlugen gegen die Häuser der Mar-3oses-Straße und der Schimperstraße unb gegen den Weinheimer Bahnhof. Beim Schießen ließen die Franzosen Leuchtkugeln hochgehwr. Soweit Augenzeugen berichten, fielen etwa 120 bis 150 Schüsse. Dis jetzt wurden zwei Schwerverletzte in6 Kran kenhaus eingeliefert; sie befinden sich in Lebens­gefahr. Der eine hat einen Bauchschuß, der andere einen Lun ge n schu ß mit Zertrümme­rung des rechten Vorderarmes. Der Grund der verbrecherischen Schießerei ist unbefannt. Wie

tmr noch erfaßtet, haben vier Schüsse bei elek­trischen Straßenbahnwagen getroffen. Sin Schuß schlug in den Motor, so daß her Wagen un­brauchbar geworden ist.

Die Haltung Belgiens.

Paris, 19. Mai. lWLB.) Der Brüsieler Berichterstatter beSPetit Parisien" berichtet über die Haltung, die die belgische Regie­rung den Alliierten gegenüber der z u erwar­tenden deu Ischen Rote anzunehmen emp- ftehlt. In Brüssel wünsche man, daß interalliierte Verhandlungen und em Meinungsaus­tausch zwischen den verschiedenen Kabinetten nach dem'Eintreffen ber deutschen Rote ftattfinbe. Die Antwort an Deutschland soll bann nicht mehr ausschließlich eine französisch-belgische, sondern soweit alS möglich eine gemeinsame Ant­wort ber Alliierten sein. Aus alle Fälle soll sie aber von Frankreich, Belgien und Italien gemeinsam erwogen werden.

Der von der Reparationskvmmisfion an geforderte Stickstoff.

Paris. 19. Mai. (DTD.) Die Repara- tivnSkommission hat in ihrer Sitzung vom 11. Mai mit Mehrheit beschlossen, die Lieferungs- menge von Stickstoff auf 60 000 Tonnen für daS am 1. Mai beginnende 3ahr sestzusetzen.

DviesKasten ber Redaktion.

W. R.V. G. O. Ihre Gedichte sind nicht zu verwenden Da Sie Ihre Adresse nicht angegeben haben, bitten wir, bie Manuskripte bet uns ab» holen zu lassen.

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LändchenS, das seine besondere Gesetzgebung hatte, erhalten hat. ES sind sogar jetzt noch Spuren davon zu finden, unb die Eröver sind stolz darauf."

Der Wagen fuhr langsam durch die holperige Tvrfstraße. Das Dorf war wohlgebaut, die alten Giebelhäuser gut erhallen, die Kirche leuchtete weiß^ Vom letzten Hause tat sich wieder ein freier Blick auf. Die Mosel floß beeil zwischen lang­gestreckten Höhenzügen. In schlankem Trabe ging es vorwärts. Eva wunderte sich, was Hfcßi Thouvenin ihr Wohl zu sagen hatte. Gigentllch war sie ihr doch nicht so nahe getreten, um ihr etwas Besonderes, Wichtiges mitteilen zu können. Es gelüstete Eva auch nicht, etwaige Grhcinrnisse der kleinen Frau zu teilen. Der flössen jetzt schon wieder die Tränen. Arnolds wurde unwillig.

Aber älschi, du tust wirllich, alS ob eS ein Abschied auf Leben und Tod wäre. Im Herbste kommst du wieder und bringst deine Mutter mit, bann kann sie wenigstens nicht telegraphieren."

Lkschi Thouveniü schüttelte den Kopf.Mir ist so schwer," scf^uchztr sie. Sie legte den Kopf auf Arnolds Schulter und weinte herzbrechend.

Er sah halb lachend, halb unbehaglich auf sie nieder. Eoa bewunderte seine Geduld. Aber er hatte ja eine gute Schule hinter sich.

Run höre auf zu weinen, Uschi," sagte er beruhigend.Wir sind gleich in Traben, und wenn dich jemand so sieht, so denkt man wunder, welch ein Unglüd geschehen sei."

Zwischen breitastigen Rußbäunien erschtenen die ersten Häuser Trabens. Große Kellereien, statllichc Dillen 'm gepflegten Gärten. Am an­deren ^lfer drücke sich Trarbach eng an den Berg,

auS dem die Trümmer der Starkenburg trotzig hervcrragten.

Arnolds zog die Uhr.Eben noch Zeit, Uschi." Aus dem kleinen B.rhnhof, der die Enb» stativn derBimmelbahn" bildete, stand schon der Zug bereit. Aus den Fenstern der wenigen Wagen schauten di« neugierigen Köpfe der bäue­rischen Bevölkerung. Der einzige Wagen zweiter Klasse hatte nur einen Passagier, der aber mit Beflissenheit grüßte Kastenholz. ES gab eine lebhafte Begrüßung.

Sine Fügung deS Schickals," neckte Eva. aber LIschi Thouvenin schien sehr wenig erbaut

Der Schaffner rief zum Sinsteigen, und wäh­rend Arnolds ihre Siebensachen tn den Wagen verstaute, faßte sie plötzlich mit festem Griff Svas Hand und zog sie einige Schritte seitwärts. Mit einem Schluchzen, daS ihre Stimme fast erstickte, raunte sie ihr inS Ohr:Ich flehe Sie an . . . nehmen Sie ihn mir nicht weg . . . lassen Sie ihn mir."

Eva nmchte sich mit einem Ruck loS und sah fassungslos auf die aufgeregte Frau. Aber die ergriff ihre Hand wieder: .Lassen Sie ihn mir... Sie haben ja andere. Ich kann ohne ihn nicht sein und tflelleicht erringe ich ihn hoch, wenn Sie ihn mir nicht tDegnebmen . . . Sie dürfen ihn mir nicht wegnehmen 1"

Eva fühlte, wie ihr daS Blut zum Herzen strömte:Wer Frau Thouveninl"

Die verweinten Augen faßen sie jetzt zornig an.Wenn Sie nicht gekommen wären, wäre viel­leicht alles gut geworden, aber jetzt. .

Die Lowmotwe pftff schrill. .Einstetgenf rief der Schaffner zum zweitenmal.

(Fortsetzung felgt)