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Zweiter Blatt

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Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Donnerstag, 22. §edruar (925

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an za gehen Der Wirt

auseinander, als ji Weib rief. Es war

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Sie vergaben ganz, wo sie tixrren, unb daß der Mond letzt anfing xu scheinen. Die Treiber Straße schimmerte wie em Weihes Band durch die Däume. Sie waren von dort her deutlich zu sehen. Gin Wann trieb eine Sau die Strohe entlang.

Hüt knapper Pfau noch fuhren dir Verliebten IftiS-Iakob nach seinem

über : In Irene

7. bar liett. 11165 An», ne

INN, fori l ob. iför it.

Landkreis Gicsterr.

, 21. Sehr. Hm die Arbeit deS inter- en Vereins der Freundin»

legen brüderliche Grüße. Sie erblicken in dem Ginbruch in das Ruhrgebiet eine Verletzung des FriedenSvertragcs. geeignet, die Wirts chasUiche Rot der arMtenbcn Devöllerung ins Hncrträa- lichr zu steigern und alle für die Wieder aufrich- tung der' deutschen Wirtschaft und damit des europäischen Wirtschastsgleichgewichtes geleistete 2irb.il zu zerstören Bei der drohenden Gefahr, dah unter dem Dittate deS französischen Imperia­lismus und Kapitalismus die Errungenschaften der Gewerkschaften verloren gehen, erklären sie sich bereit, ihren im gerechten Abwehriampse stehenden Kollegen jede moralisch? und materielle Unterstützung zuteil werden zu lassen, die sie befähigt, diesen Kamps mit Erfolg zu fuhren." Di? Tagung erledigte auherdem noch eure Reihe gewerkschaftlicher Fragen, sowie die Reuwahl deS Vorstandes.

&od) tolgenbe

Ho 7000.- m 2500. it 1500. II 1000.- ii 800. mtbringen.

l9,23. Februar 7 (Lokal). } Kerber.

II Eilt ! Horilogi

20231,65 RU. (Voranschlag: Einnahmen 357,50 Mark, Qlu^aben 10 720 Mk.).

Sand-, Kiesgruben, Steinbruch. Steinfabrik, K raf t wa gen be t r ieb: Gi-nahmen 603 766,33 Mk.. Ausgaben 614 079,49 Mark, mithin Zu schuh 13 313,11 Mt. (Voran - fd.il -fl: Einnahmen 480 000 Mk. Aurgaben 451 700 Mart).

013)1 aoooajift. . A»» Utz «orftr. 32

Der Rechnungsabschlutz der Stadt Btehen für das Jahr 1920.

II. (Teil 1 in Rr. 39.)

Strahenunterhaltung: Einnahmen 80 79584 Mk.. Ausgabe i 90 397 03 Mk., mithin Sufcbub £09(0 ,22 Ml. (D^ra schlag: Einnah­men 162 510 Mk., AuZgaben 1,243 868.23 Mk.).

1 Strahenreinigung: Einnahmen £1.4,41 Mark. Ausgaben 518197.65 Mk., mithin Zu- schuh 539 033.21 Mk. (Voranschlag: Einnahmen 7950 Mk., Ausgaben 634 800 Mk.).____________

iSroßrr Trm-vort

Ferkel

'm Tagespreis bei

Heochchetm

>pbon 827. 1870P

Aus Stabt unb Land.

Drehen, den 22. Februar 1923.

Anzeigen-Annahmr.

Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis zum Abend vor dem Ansnahmetag statt; An­zeigen für die SamStagsnnmmer müssen spä­testens bis Freitag mittag aufgegeben fein.

Geschäftszeit

von 8I2V2 Ahr unb von 25'/s Uhr.

* * *

Die Kohlenproduktiou in Hesse».

Die monoMche Statistik bei Kohlenproduktion des Dvlkssttxus Hef l^n weist für den Monat Ja­nuar 1 9 2 3 folgende Zahlen nach: An Roh- braunkohlm wurden g fördert 63 175 Tonnen, ver­kauft wurden davon 20 878 Tonnen; der größte Teil Leu Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den Deracbclteten Rohkohlen wurden neben Schwelerei- produUen erzeugt: 3630 Tonnen V aunrohlenbri- ketts, 50 Tonnen Rahpreh steine. Auherdem wur­den in Hessen erzeugt 1033 Tonnen Steinpreh- kvhlen.

Unter Berücksichtigung der aus dem Vor­monat übernommenen Bestände, sowie des Ab­satzes und Selbstverbrauchs verblieben am Mo­natsende absatzfähig: 13 333 Tonnen Rohkohlen, 895 Tonnen Rahprehsteine, zusammen 14123 Ton­nen Braunkohlen und Brauntohlenprodukte im Gesamtwerte von 340 133 193 Mark.

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bett 25. Februar 19« BbölioL Institut Send« ir,D Bros.vr. öfltfn

Unter dem zreiheitrbcrum.

Roman von Clara Diebi^.

(fl. Fortsetzung. (Rachdruck v^boten.)

Backenbart-Toni schlug vor. man solle in Kirchen einbrechen, und nannte gleich ein paar, in denen sicb's wohl noch verlohnen wurde. Zu Sprinaiersbach hatten bie Klost^ürüd« wenn auch die Franzosen in der Abte k.rche vieles demo­liert und den Heiligen die Aasen abgeschlagen hätten, noch mancherlei beiseite geschafft und im tzemölbe unter der Krypta verborgen. Die Amte

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ohne noch auf jemand zu Horen und ohne einen anderen zu Wort kommen zu lassen, legte er klar, daß man am besten arbeiten würde in geschlossener Kolonne. Zusammenhalten war das beste Mittel, dem Auseinandergesprengtwerden zu entgehen und dadurch auch der unausbleiblichen Gefangennahme einzelner Mitglieder. Unb warum dachten sie denn immer nur an Mosel und Huns­rück? Die waren ja schon so abgegrast; auf der Eifel droben war noch etwas zu holen.

Pah, die arme Eifell Wölfe und Schnee und armselige Dauern!

Unb reiche Müller," sagte Hans Bast. Er strich sich den Bart. _

Die schöne Anne stahl sich zur Hütte hinaus; sie hatte dem Schwarzen Peter tief in die Augen gesehen, und wenn es niemand wahrnahm, hatte ihr Fuß den seinen gesucht. Immer wieder hatte die Flasche gekreist; war es der Schnaps nun, den sie getrunken hatten in langen. Zügen, oder was machte ihnen so heiß? Die schöne Anne stand draußen und fühlte die Winterkälte nicht. Würde der Peter herauskommen, würde es ihm gelingen, sich unbemerkt zu ihr zu schleichen ?

Da war er! Schwarz wie der Teufel, Höllen­feuer sprühte ihm aus den Augen. Sie lief ihm entgegen und schlang die Arme um ihn, fühlte wie berauscht seine heiße Glut.

Die Entwicklung deutscher Stäbte im Hinblick auf ihre geographische Lage.

Städte sind, wie älniv.-Professor Dr. K l u t in seinem vom Ober hessischen Geschichts­verein veranstalteten Dortrag über das vor­stehende Thema ausführte, ein Zeichen höherer Kultur und differenzierter Wirtschaft. Sie finden sich nicht bei primitiven Völkern. Auch die Ger­manen hatten keine Slädle mit städtischer Kultur, tDi-nn auch bei ihnen wie den östlich benachbarten Slawen, ja schon in viel früheren Vorgeschichte lichen Zeiten, einzelne Punkte für den Handel, für Versomrnlungszwecke und als Rückzugspunkte im Kriegsfall ausgezeichnet waren.

Die ersten Stadtanlagen im modernen Sinn begründeten die Römer im Südwesten Deutsch­lands. Sie waren an den frühesten Grenzlinien ihres Vordringens gelegen, an der linken Rhein­seite und im Süden der Donau. Als militärische Schutzlage kamen Hochwassersreie Flußufer in Be­tracht. an denen gleichzeitig ein Uebergang über den Fluß oder die Ein Mündungsstellen von Re- benflüssin leicht möglich war. Köln, Dann Ko­blenz, Dingen Mainz, Worms, Sochrr u. Straß­burg waren die Hauptorte am Rhein, Augsburg. Regensburg, Posiau und Linz an der D a i.

Rach der Völkerwanderung ist ein Teil Meter RömcrstäMe, wie auch Trier, weam der günstigen Lage fnieber aufaeblüht; sie bilden die ersten mittelalterlichen Städte Deutschlands, in deren StaMplan das römische Laaer n ch du ch'chimmert.

Im Gebiet zwischen Rhein und Elbe entwickel­ten sich mit dem Ausbau der Landwirtschist Städte, die jetzt als Handelsplätze besondere Rechte fr'fanv'n, als kaiserlich: Pfalzen und als Bi­schofssitze Bedeutung errangen. Die Lage an Flüssen wird bevorzugt, ebenso hochgelegene Punkte, dic *ur Gründung einer Burg euttadcn. Erfurt, Magdeburg, an der Küste Bremen, Ham­burg an Flußübergängen.

Mit Mm Einsetzen der deutschen ÄolDnifotiw im Osten vom 10. bis zum 13. Jahrhundert hebt eine 'ßt'riübc starker S'ädtegründung an: längs der Küste entstehen schon früh Lübeck, Rostock.

** Richt nach Holland! Das Rach­richtenblatt des Reichswanderungsaintes teilt eine in derDeutschen Wochenzeitung für die Rieder­laiche" kürzlich veröffentlichte dringende Warnung voe der Etnwanderung nach Holland mit Danach führt infolge der in Holland um sich greifende!!' Arueitslosigceit der Weg der deutschen Einwan- ix-rvMe nicht eine völlig gesicherte Stellung in Aussicht haben, unbedingtins Glend, zur Schande". 'Das gilt von deutschen Erzicharimien ebenfü wie von früheren Offizieren und stellen­losen Kaufleuten, namentlich aber auch von i?en Dienstmädchen. Die holländischen Dienstmädchen, die in die Kontore und Fabriken abgetoaixbcrt waren, kehren jetzt infolge der allgemeinen Ge­schäftskrise scharenweise in ihre früh:re Arbeit zu­rück und werden vor den deutschen Dienstmädchen bevorzugt. Reisen dies« dann nicht sofort heim, so gehen sie entweder zugrunde oder fallen den deutschen Hilssvereinen, die sie mit schweren Op­fern heimbefördern müssen, zur Last.

* Unfall, Unfallverhütung und Llnfallentschädigung. Der 12. Vortrag handelte von den Schutzvorrichtungen gegen Un­fälle an Dampf tesieln, Dampfleitungen, Damps- mäschinen und Gasmotoren. Ferner tarnen die bei den Methoden der Metallverarbeitung, insbeson­dere beim Gießen, Schweißen, Schlossern. Schmie­den, Drehen und Walzen erforderlichen Schutz­vorrichtungen zur Besprechung. Bei Hochspann- teitungen wurde das gefahrlose Aufsuchen be­schädigter Isolatorenköpfe unter Benutzung von brennbaren Kappen für letztere sowie die Spiegel- metf-nte besonders hervorgehoben. Den Schluß bildete eine Uebersicht über Unfallschutz in der Tertilindustrie und in chemifchen Fabriken. Die auf Veranlaf'ung von Gewerkschaften h"' gestellten photographischen Aufnahmen und Merkblätter tru­gen daru bei, das Verständnis für die in der Un­fallverhütung zur Anwendung kommenden Vor­kehrungen zu fördern.

** Der Dund der technischen An­gestellten und Beamten, Gau Hessen, hielt am Sonntag, den 11. ds. Mts. in Frankfurt a. M. seinen vierten ordentlichen Gau­tag ab. Die Tagesordnung behandelte u. a. das Thema-Gewerkschaft und Politik', über das Ingenieur Hofmann- Berlin referierte und wobei auch die Besetzung der Ruhr durch die Franzosen eingehend behandell wurde. Die leb­hafte Dislussion endete mit der einstimmigen An­nahme folgender Entschließung:Dir am 11. Fe­bruar 1923 zum 4. Gautage des Bundes der technischen Angestellten und Beamten versammel­ten Abgeordneten entbieten ihren im Ruhrgebiet unter der französischen Besetzung leidenden Kol-

Deutscher Reichstag.

304. Sitzung, 2 Uhr nachmittags.

Berlin, 21. Febr. 1923.

Die 'Beratung des Haushalts des 3n » »ern wird beim Titel Gesundheitswesen fortgesetzt.

Abg. Freiherr v. S t r e i t h (D. Dpt) fordert das Reichsgc.su ndheitsamt auf, angesichts der ent- setzlichen Rachrichten über den Gesundheitszustand Su retten, was zu retten ist. Wenn vielfach die lnmöglichkeii bestehe, dieBetriebe von gemein­nützigen Anstalten auftechizuerhallLN, müsie für eine an gerne!sine Entlohnung der Aerzte gesorgt t»erben, damit Kranke in leichteren Fällen in Prsivalhäusern unterg^b rächt werden können.

Abg. Dr. Moses (Soz.) dankt dem Reichs- gesundheilsamt für die offene Darlegung der gesundheitlichen Verhältnisse, fordert aber von dem Amt eine mehr praktische Tätigkeit. Bei« spielsweise müßte für die Presse ein laufender Rachrichtendienst über die GesundhettSverhäftnisse und vermehrte hygienische Aufklärung eingerichtet v-erden. Den mittelalterlichen Zuständen im 2si)v- thekerwesen könne nur durch die Sozialisierung ab- geholfen werden. Der Redner fordert schließlich die Schaffung eines besonderen Reichsgesundheits- mrnisteriumS.

Abg. Thomas (K.) betont, Krieg und Im­perialismus seien gleichbedeutend mit dem Rück­gang des Gesundheitswesens. Der Gesundhetts- tiidpang sei nicht erst auf den Ruhreinbrach gutüd^ufuhren, die Haapturschache sei die schlechte Ernährung.

Prä.ident Dr. Dumm vom Reich ge'und- heitsamt bemerkt, die Deröilliyung des Salvarfans |et erstreben^wrrl, aber angesichts der ungeheuren Herstellungskoilen uninog.ich. Allerdings sei d e Belehrung des Volles über die Verhütung von Krankheiten ein gUes Mittel zur Hebung der Dollsgesundheit, und auch die zahlreichen Merk­blätter deS Reichsgefundheitsamtz hätten gewirkt. Eine einheitliche Einrichtung sanitärer Maßnah­men durch das Reich bilde ein -n Uebelstand, da bei der einheitlichen Regelung dem Reiche alle Kosten zugeschoben würden. Der Vorschlag des Abg. Moses, infolge des Aerztemangels das ärztliche Stadium zu verkürzen, finde bei der Reichsrcgie- rung offene Ohren.

Rach kurzer weiterer Debatte wird der Titel Reichsgesundheitswesen bewilligt.

Zum Titel Polizei vertritt Abg. Drü- n in g Haus (D. Vp.) die Ausschaßenischließung, wo rach untersucht werden soll, ob dic sächsische Landespollzei den Vereinbarungen zwischen Reich imb den Ländern entspreche.

Abg. Eichhorn (K.) sagt, die Entrüstung des Vorredners richte sich gegen die sächsische Po­lizei, weil diese nicht so mllitärisch-schneidig gegen die Arbeiter vorgehe.

Abg. Mayer- Zwickau iS ) weist gleichfalls die Angriffe des Abg. Drüninghaus auf die sächsische Polizei als unbegrunbet zurück.

Der Reichskommissar für die öffentliche Ordnung erllärt, bah er die Verwendung von Re­gierungskommissaren in der Schutzpolizei für zuläs­sig !>etrachte; auch die Lcmdesregierungen hätten dieser Meinung zugestimmt. Wenn der Reichs­tag eine älntersuchung der Organisation der ver­schiedenen Landespolizeiorgane verlange, werde dem entsprochen werden. Der vom Abg. Eichhorn verlangte Abbau der Schutzpolizei lasse sich der­zeitig nicht durchführen. Der Redner schließt mit einem Dank an die Schutzpolizei im Ruhrgebiet und ihren Heldenmut.

STba. Darth-Ehemnih (Dtschntl.) schließt schllestt sich diesem Dank an und wendet sich gegen Oie Ausführungen des sozialistischen Abgeordneten Woher-Zwickau.

Rach fernerer Debatte über die Zwickauer Vorgänge fordert Abg. H o l l e i n (Komm ) Ver­tagung und bezweifelt die Beschlußfähigkeit des HauseS.

Dor der Abstimmung wird die Deschlußfährg- feit des Hauses fest gestellt. Sodann vertagt slch das Haus.

Morgen nachmittag 2 Ahr: Haushalt des 3n- rtem unb des Reichswehrnnnisterrums.

Schluß nach 6 Ahr.

gab den Gästen ein Stück Wegs das Geleit. Er wußte es bald so euizurich'^n, daß er als letzter ging. Immer mehr olieb er zurück, und immer mehr auch verlangsamte die schöne Anne ihren Schritt. Run hatten sie sich Die anderen waren vorauf; sie sanken sick in die Arme und ließen sich dann hinter einem hohen Schneehaufen nieder.

Iltis-Jakob war mit Hans Bast im Gespräch Sie waren sich beide klar, daß ihr H^indax rk schwieriger wurde mit jedem Tag. Den Genosi-m in FraÄrcich, die vordem goldene Tage gehabt hatten, ging es jetzt noch schlimmer. Da a>ir einer aufgetaucht, ein General, der in Aegypten Krieg geführt hatte. And der hatte unter dcm Vorwand, er wolle Ruhe und Sicherheit Im Land wiederherstellen, alle ins KrschoU geworfen, Räuber und Richträuber, alle die ihm nicht paß­ten. Er selber hatte sich genommen, was ihm beliebte.

Ro jo," sagte Iltis-Jakob,bet im großem, wir im feinen!

Die beiden waren so vertieft, daß sie ben Mann, der vor ihnen dicht auf der Straße ging, nicht beachteten; erst als ihnen eine Sau grunzend zwischen die Deine lief, erkannte Iftis-Iakob. Der beinahe zu Fall gekommen war, den Moys«^ MohnsamCub verfluchter, pass' besser auf1* Jähzornig wollte er ben Händler verprügeln.

Aber Mrhnsam flüfterte-. .Paßt Ihr besser auf, inb zupfte ihn, dah er ein wenig mit auf die Seite trete. Den Iltis-Jakob am Aermel haltend, tuschelte er ihm ins Ohr:®ure Fra i, Eure Frau und der Schwarze Peter! And zeigte nach rückwärts.

(Fortsetzung folgt)

WWW MuW int Schipkap^ wXs John KlemP»o: SibtezMtt SS-5

nen junger M ä d che n bekanirtzumachen und neue Sreunbinnen zu werben, sprach gestern hier im Gemeinde!aal vor einer zahl eichen Versamm­lung von Frauen unb Mädchen F rl. Drein auS Darmstadt, die neue Schriftführern des hesiischen Zwcigvereiius dieser Arbeit und Leiterin berDahn- hofsmission am Hauptbahnhof Darmstadt Sir zeigte, welchen Gefahren alleinreisende, stellung­suchende Mädchen sich aussehen, wie überall Ver­führung und Mädchenhandel unter heuchlerischer Maske der Freundlichkeit ihre Hände nach den Mädchen ausstreckt und wre die Organisationen der Freundinnenvereine durch Rat, Auskutzflerlrr- lang, Anter st ühung gerne jedem in die Fremde reisenden Mädchen &Jft Durch den Vortrag ge­wann die hieslge Ortsgruppe eine Reihe neuer Mitglieder. Erne Sammlung für die Arbeit der Freundinnen ergab 1623 Mk. Die hresige De­zi r k s k a s s e ist jetzt nach Hungen, dem Sch des Finanzamtes, verlegt worden. Lich hat jetzt nur eine AntererHebstelle. Die dadurch frei wer­denden Räume sollen, wie man hört, vorläufig nötigenfalls Ausgewicsenen auS dem besetzten Ge­biet zur Verfügung gestellt werden.

Kreis Schotten.

* A l r i ch st e i n, 19. Febr einer Samm­lung durch den Dauernbunö für die R u h r h I l s e wurden gestiftet von 45 Mitgliedern 10 ^fb Speck, 12 Pfd. Wurst 435 Psd. Mehl, 2 >str. Kartoffeln und 23 500 Mk Von 113 anderen Ciinvohnern wurden gestiftet: 1 Pfd. Wurst 84 Pfd. Meht 1 Pfd. Kaffee. 1 Pfd. Reit 1 Pid Zucker, 4 Ztr. Kartoffeln, 10 (Sier, 2V3 Psd. Datier und 57 875 Wk.

Am besten war es, den Juden allerorten den Zehnten abzuverlangen And so die binnen drei Tagen nicht zahlten, ihnen ein Strafgeld aufzu­erlegen, das sie zu bringen hatten an einen be­stimmten Ort Es gab so viele Juden rundum, an der Mosel und auf dem Hunsrück, and alle hatten sie was: Stoffe, Dänder. Hüte und Klei^r, allerlei Tand im Laden, weiß Gott was noch! Die mußte man toieber einmal ordentlich schröpfen.

Jubelnd llatschten die Weiber dem Haupt­mann Beifall. Die schöne Frau des Iftis-Iakob zeigte ihre Füße, die steckten ohne Strümpfe in den Schuhen, sie hatte sie mir mit alten Campen umwickelt. Alle Weiber schrien auf einmal:Ich krieg Strümps ich en Anterrock ich brauch Zwllch ich en Kleid ich en seiden Schürz ich Windeln!" Es war ein Geschnatter, daß die rußige Köhlerhütte zu eng dafür war, es dröhnten einem die Obren. ,

.Halt euer Maut" gebot Hans Bast. And dann wendete er sich gegen den Bückler. Ww zwei Feldherren saßen die zwei obenan, sich gegenüber. Rein, dafür war er nun ganz unb gar nicht, sich so zu verzetteln. Der eine bier. der andere dorthin rennen, um das Judengew einzutreiben?! Das war dumm und gefährlich, einer allein wurde viel zu leicht abgefangen. And wer stand dafür, daß er beim verhör vor dem Richter bann die anderen nicht angab?

Unter uns gibt et fernen Verräter," sagte der Bückler. t .

Hans Bast lachte grimmig. .Dctt sagst du so. Menschen find schwach."

Der Bückler warf sich in die DrustrIch Ader der große Mann legte ihm die Hand auf ben Mund: .Verschwör dich nit And bann.

%imie die bis dahin geschmollt batte, weil der Bückler nicht viel nach chr fragte wurde auf einmal lebhaft unb berichtete; ^hatte gut spio­niert während ihres Dienstes beim Pfarrherrn.

Aber Johannes Bückler war gegen Sprin­giersbach; nicht wett von bori barie er Julie Dläsius untergebracht, er wurde sich hüten die Blicke der Polizei auf jene Gegend zu tenten

Backenbart-Toni schlug toeUer vor bk Marienburg. Das wäre einmal ein Spaß, dte adligen Damen des Stifts ba oben im $5* herumrennen zu sehen!

der großen Abtei Maria-Laach? Ern fetter Dissen.

Doch auch hierfür zeigte der Hoaptmcmn leine Lust; er gtna nicht weiter auf dtesi Bor schlüge ein. In seinem Innern war etwas, bas Bräubte sich gegen das Krrchenausrauben. Früher war ihm bas gleich gewesen, ob es eine Kirche war oder ein Kuhstall, aber nun. ba er Daran dachte, sich trauen und seinen .laben taufen zu taffen, kam es ihn wieder wH^J.espekt an vor geheiligter Stätte,

Straßenbeleuchtung: Keine Einnah­men, Ausgaben 67 952,66 Mk. (Voranschlag 80 000 Mk.).

Oesfentliche Anlagen. Einnahmen 3814,80 Mk., Ausgaben 150 929,99 Mk., mithin Zuschuß 147115,19 Mk (Voranschlag: Ein- nahmen 1630 Mk., Auegabei 120 200 Mk ).

Bäche und Dadean st alten: Ein­nahmen 2 352,67 Mk., Ausg-uben 27 634,85 Wk.. mtthin Zuschuß 25 252,18 Mk. (Voranschlag. Ei.nrahmm 1653 Mk.. Au gaben 46 203 Mk.).

Kanäle: Einnahmen 294 343,65 Mk., Aus­gaben 456 069,77 Mk., mtthin Zuschuß IjI725,12 Mark (Voranschlag: Einnahmen 277 807,25 Wk.. Ausgaben 653 414-0 Mk.). Während hx s Ü e en Jahren bei diesem Titel ein Aeoerschuß zu ver­zeichnen war, der zur Schuldentckgung verwandt wurde, erfordert der Abschluß des 3abre3 1920 infolge der gesteigerten Betriebskosten einen Zuschuß

Elektrische Straßenbahn: Der Be­trieb der Straßenbahn erforderte einen Zu­schuß von 237 225,54 Mk. (Voranschlag 156471,92 Mark). Der Betrag wurde zur Ausg'eichung ber besonderen Rechnung der Straßenbahn hier in Ausgabe gestellt.

Feuerlöschanstalten: Einnahmen

12140 Mk., Ausgaben 114 526,60 Mk., mtthin Zuschuß 102 386,60 Mk. ,Dma schlag: Ei'uxah- men 483 Mk., Ausgaben 95 725 Mk.).

Wohlsahltspfleae: Einnahmen

117 061,83 Wk.. Ausgabe i 859 728,4^ Wk. mithin Zuschuß 782 666,52 Mk. (Voranschlag: Ein- nahmcn 103250 Ml.. Aufgaben 571 66\91 Mk.). Hierunter ist ein Zuschuß von 654 183,97 Mk. zur Ausgleichung der besonders geführten Rechnung des Wohlfahrtsamtes enthalten. Auch die auf die Stadt entfallenden Anteile an den Kosten der Fürsvrgestelle für Kriegsbeschädiite u b K irgshi terjf.e ene, ber Flü ht.ing? ür vrg?, dn- Fürsorge für Lungenkranke lind hrer verrechnet.

Zwecke be 8 Kreises und ber Pro­vinz: Ausgaben 1720 511,61 Mk (Voranschlag 1 053060 Mk.). Der Betrag strlft bei auf die Stadt entfallenden Anteil an ben Kreisumlagen dar. Die Stadt hat ungefähr die Hälfte ber Kreisumlagen aufzubringen.

Polizei und öffentliche Sicher­heit: Einnahmen 1 119 724.51 Mk., Ausgaben 1 385 039,03 Mk.. mit in Zuschuß 265 78',52 Mk. (Voranschlag: Einnahmen 1 331 123 33 Ml., Aus­gaben 1 442 575 Mk.). Auf Grund des Landes- steuergesehes wurden bis zu der mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 erfolgten Verstaatlichung . der Polizei die persönlichen Kosten der Polizei aus der Staatskasse erseht. Die sachllchen Kosten hatte die Stadt ganz zu tragen.

Arbeitsamt: Ei nahmen 14 909,19 Mk., Ausgaben 72 073,34 Mk., mithin Zuschuß 57 164,15 ML. (Voranschlag: Einnahmen 12 500 Mark, Ausgaben 46 120 Mb).

Wohnungs- und Mieteinigungs- a m t: Einnahmen 10 215,15 Mk., Ausgaben 154 159,72 Mk, mithin Zuschuß 143 914,5<Mc. Voranschlag: Einnahmen 1550 Mk., Ausgaben 128 900 OHL). Die zur Durchführung ber gesetz­lichen Regelung des Wohnungswesens erforder­lichen Personal- und sachlichen Kosten gehen zu Lasten der Stadtkasie.

Brenn st offamtund Lebensmittel­amt: Einnahmen 1 504 593,40 Mk.. Ausgaben 1 832'0 .26 RL mit ir Zuschuß l23210,86ML (Voranschlag: Einnahmen 1 155003 ML Aus­gaben 1539 503 Mk.).

Allgemeine Verwaltung: Einnah­men 68 019.45 Mk., Ausgaben 1 472 751,53 ML, nit in Zuschuß 1 404 732 0 , Mk. (Bo a sch ag: Einnahmen 43425 Wk., Au gaben 13o8941.67 M .).

Duhcgehalte. Witwen und Wai­sengelber: Einnahmen 15) ML Ausca en 225 335,01 ML, mit ti Zuschuß z.523 ,01 Mk. (Voranschlag: Ausgaben 261143,13 ML).

Schulben t ilaung: Einnahmen 151344,56 Mark, Ausgaben 469 700 Mark, mithin Zu­schuß 318 355,44 ML (Dorcmschlag: Einnahmen 201 344,56 ML, Elusgaben 491500 ML). Unter diesem Titel wird die Gesamttilgung auf die An­leiheschuld der S'adt in Ausgabe verrechnet. Die Anteile der städtischen D.-triebe an der Schulden­tilgung bezüglich der ihnen überwiesenen Kapi­talien erscheinen unter diesem Titel in Einnahme.

Kapitalzinsen: E'nnabmen 797 143,23 Mark, Ausgaben 1 383675,75 Mk.. mtthin Zu­schuß 592 532,53 ML (Voranschlag: Einnahmen 732 011,81 ML. Ausgaben 1 545 262.16 ML). Auch hier erscheinen dir Z'msen von der Gesa-ntkapital­schuld der Stadt in Ausgabe. Die Anteile der städtischen Betriebe bezüglich der ihnen über­wiesenen Kapitalmtttel werden wieder in Ein­nahme verrechnet.

Oberhessisches Museum und Gail- sche Sammlungen: Einnahmen 453,10 ML, Ausgaben 20 714,75 Mk., mtthin Zuschuß