fcffascrn vernehmen und über Hm<»el und Wandel an den Mittelpunkten des Verkehrs unmittelbar sich unterrichten. Es wäre ein herber Verlust, wenn die Lesehalle aus dem Bilde u ifcrer Stadt verschwände. Der Verein besteht seit 1896. Im Laufe deS Gommers soll — in A ischuß an eine Mitgliedervcr ammlung — der Eintritt in das -wette Vierteljahrhundert durch e'me schlichte F ier begangen werden. Den Vorsitz hat Prose sor Gger übernommen. Geheimrat König bleibt Mitglied des Vorstandes. Sein menschenfreundlicher Eifer und seine geschäftliche Umsicht werden uns auch fürderhin zu zu le kommen.
** D i e Demokratische Partei hielt am Sonntag abend im Po'tke ler eine öffentliche Dei-sammlunq ab. die der Würdigung des 75jäg- rigcn Gedenktages der Revolution von 1813 galt. Schulrat Fischer wies in kurzen Begrüßungs- worten auf die Bedeutung des 18. Mär; 1843 für die deutsche Demokratie hin Ministeriald rektor Prof. Dr. Urstadt hielt alsdnnn einen Vortrag über das Thema- .Das Jahr 1818 und der demo- k atischr Gedanke". AnS seinem g schichtlichmRück- blkf zur Gegenwart übergehend, erklärte der Redner u. a : Die Weimarer Verfassung wu dr im Geist von 1818 geschrfien Unser Aufstieg ist aber gehemmt durch die wirtschaftliche Vot, durch den Di-ucl des Versailler Vertrags und durch den Binich dieses Vertrags, durch die Ruhraktion drr Franzosen. Da heißt e8: aushalten und durch halten, sonst erreichen die Feanzosen ihr Ziel, Deutschland zu zerstückeln und zu zerstören. Wenn die Hindernisse einst vorbei sein werden, dann wird un'.-r Volksstaat wieder aaf- blühen und alle deutschen Dolksgeno'sen u nfassen. Als zweiter Redner sprach Schulrat Fischer über die Fragen: »Was hat uns die Zeit von 1848 zu Tagen?" und .Welche Pflichten haben wir für die Zukunst?" Heue drohe den Ideen von 1848 große Gesahr von aufjen am Rhein und an der Ruhr. Wir müssen diese fürchterliche De- lastungsprvbe bestehen Mögen uns Ein eit und Freiheit bestehen bleiben, trotz eines rachsüchtigen Feindes, und mögen.einst wieder alle Deutschen sich vereint sehen in einem Reich Rektor Loos dankte beiden Rednern und schloß die Versammlung mit einem Hoch auf das deutsche Volk, die Republik und die Demokratie
** Der Wartburg-Verein veranstaltete am Sonntag im Gemeindehause einen stark besuchten, im Programm ernst gehaltenen Familienabend. Der Ertrag der De anstaltung war für die Wol'lsahrtleinrichtungen des Vereins bestimmt. Es war daher begreiflich, dah sich, wie schon so oft, Freunde und Mitglieder in den Dienst der Sache stellten. Besonders verdient erwähnt zu werden die Mitwirkung von Heim und Frl. Dauer aus Wetzlar, die weder.Mühe noch Ausgaben scheuten, um dem Abend ein außerordentlich schönes Gepräge zu geben 3m Mittelpunkt des Abends standen die Rezitationen von <5 au Mendelssohn-Bartholdy, de es verstand, die Zuhörer das mit erleben zu lassen, was sie vortrug. Ihr zur Seite stellte sich das Vorspiel ebner Sonate von Beethoven, geboten von Frl. Gertrud Bauer aus Wetzlar. Diese Darbietung verdient ganz besonders hervor» gehoben zu werden, da sie eine ausgezeichnete Schulung, gutes Verständnis der Vortragenden verriet. Herr Dauer erfreute die Zuhörer durch recht gut vorgetragene Diolin-Solis, und zwar hauptsächlich kleine Werke von Reger. Frl. Maria Heimes fang einige ernste Lieder und bot dabei ihr Bestes. Die schönen musikalischen Dar- bietungen der Geschwister Steuernagel gaben dem Abend schiedlich noch eine weitere wertvolle Bereicherung.
** Der Arti ller ie-Derein hielt am Sonntag abend in den Räumen des Ho'el Köhler eine Versammlung ab, die sehr gut besucht war. Kamerad List hielt einen Vortrag über das Thema: .Wie lornten wir unser zerschlagenes Vaterland wieder aufbauen?" Der Vortrag, der u. a. besonders die schwere Rot unserer Volksgenossen am Rhein und an der Ruhr in eindringlicher Weise schilderte, wurde sehr beifällig au genommen. Der Rest des anregend verlaufen m Abends wurde durch Gesangsoorträge, unter denen ganz besonders die der Herren Luft und K. Richter zu erwähnen sind, verschönt. Eine Sammlu ig für Die Rlrcin» und Ruhrspende ergab einen Betrag von 20 000 Mk.
Landkreis Giessen.
i. Hattenrod. 20. März. Aus unserer Gemeinde wurden bisher für die R u h r h i l f e folgende Gaben gespendet: 22Vd Zentner Frucht und 20 000 Mk. von dem Bauernbund, 12 000 Mk. von der Gemeinde, 15 000 Mk. von dem Durschenklub. Dazu kommt die kirchliche Sammlung von 71 650 Mk. llnfer Dorf zählt 430 Einwohner und brachte daher außer den Naturalien 118000 Mk. auf.
i. Ettingshausen, 20. März. Aus unserer zirka 600 Einwohner zählenden Gemeinde gingen für die N u h r h i l f e ein: Dom Bauernbund 13V2 Zentner Frucht, 40 Zentner Kartoffeln und rund 15 000 Mk. Die Gemeinde spendete 100 000 Mk. Bei der Jagd- Verpachtung wurden 20 000 Mk. gesammelt. Die Arbeiter auf dem „Speckgrübchen" sammelten 40 000 Mk. Die Summe der kirchlichen Gaben war 97 000 Mk. 3m ganzen gingen daher — außer den Naturalien —273000 Mark ein.
Kreis Friedberg.
• Butzbach, 20. März. Der Gemeinderat nahm in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag an, der auf die Kommunalisierung des Hebammenwesens abzielt. Die beiden Hebammen sollen von der Stadt angestcllt und nach Gruppe 3 Stufe 9 der Deamtenbesoldung bezahlt werden. Der Wohlfahrtsausschuß und der Finanzausschuß sollen die Angelegenheit beraten und dafür sorgen, daß dem Gemeinderat alsbald eine Dorlage zur Genehmigung vorgelegt wird.
* Butzbach, 20. März. Bei der letzten Hvlzversteigerung im hiesigen Etadtwold wurden wesentlich niedrigere Preise erziell als bei den beiden voraufgegangenen Versteigerungen.
* Münzenberg, 20. Mär;. Wie man hört, sollen aus den an der Strecke der L i ch - Butzbacher Bahn liegenden Gemeinden jetzt cncrgisße Sch itte unternommen we dm, um bet an b r Da'n be e enban Mißstand - n ent- gegenzutteten Während der Dabnverwattung das Zeugnis ausgestellt werden muh. dah sie hinsichtlich des Personenverkehrs auf der Strecke bereitwillig den berechtigten Forderungen der 2ln-
fieget entgegen tarn, ist sie jetzt durch das Ver- hatten der leitenden Eigentümerin der Dahn anscheinend machtlos. Die Firma Lenz, die für ihre Industriewerke an der St.ecke sehr wohl die Adressen kennt, wo man Kohlen herbezieh.n kann, läht die Dahn noch immer unter x o ft- len mangel leiden, un) führt Haupt ächlich nur Züge für den Güterverkehr. Man plant jetzt gröbere Prote st Versammlungen, in denen alle Instanzen auf die Beschwerden der be achteiligten Gemeinden aufmerfiam gemacht we.den sollen. So hofft man auch die UnterftüOung der Regierung zu gewinnen.
(»tnrfcnbure und Rheinhessen.
* Darmstadt, 20. März. Aus der Erkenntnis heraus, dah das Rauchen dem jugendlichen Körper, erheb.ichen Schade t zufügl, to.e auch aus Gründen . der schweren wirtschaftlichen Rot der gegenwärtigen Zeiten, fable der Haupt- Vorstand der Turngemeinde Darmstadt 1 8 4 6 (Woogsplatz) in se net letzten Sitzung den nachfolgenden, sehr anerkennenswert n Beschluß : „De i Jugendlichen unter 1 8 Q a b- r e n aller Abdeckungen der T. G. D. 1816 wird das Rauchen im Deveinshaus verboten, und zwar bei Versammlungen, Zusammen.ünsten u id Festlichkeiten, westerhin auf dem Marsche oder der Fahrt von und zu Wettspielen, Wettkämpfen und Wanderungen. Alle Abteilungsleiter und Vorstandsmitglieder sind angewie,en. darauf zu achten, daß dieser Beschluß streng durchgeführt wird. Zuwiderhandlungen ziehen den A u s s ch l u b aus der T. G. D. 1846 nach sich."
Ans dem Amtsvcrknndjgnngsblatt.
** Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 23 vom 20. März enthält: Abänderung der Verordnung über Erwerbslosensüriorge. — Unter- stützung notleidender Kleinrentner. — Lagerung und Aufbewahrung von Mineralölen. — XOie Abhaltung der Meisterprüfungen 1923. — D eh- marft in Langsdorf. — Maul-, und Klauenseuche. — Straßensperrung.
Zürnen, 5port und Spiel.
4 Lang-Göns, 18. März. Der 5. Betz i r t im Titmgau Hessen hielt heute in der ne ten Turnhalle unseres Turnvereins sein diesjähriges Bezirks-Gerätewetturnen ab. Trotz der Ungunst der Verkehrsverhältnisse, die es vielen Wetterauer Turnvereinen unmöglich machten, die Veranstaltung zu beschicken, nahmen zusammen doch noch rund 150 Turner, Iuge-.rdtumer und Schüler am Wetturnen an den Geräten teil. Vom Gau- ausfchub waren Will (Gießen), Dach (Grvßen- Linden), Schneider (Butzbach) anwesend. Der Dezirksvertreter, Studienrat Schuchmann (Friedberg) begrüßte die Turner in herzlicher Ansprache, und Bezirks urnwart Hartmann (Bad- Rauheim) leitete das Wcttur.ren in gewohnter Umsicht. Aus der S i e g e r l i st e bringen wir nachfolgend einen Auszug, der die Hamen ter ersten Sieger und im weiteren noch die Sieger aus den un Kreise Gießen gelegenen De- zirksvereinen enthält:
Aktive Turner: 1. K. Leonhard, Tv. R.- Wöllstadt, 176 P.: 2 H. Drcnt, Tv. Guedel, 175 P.: 3. K. Sarnes, Tv. Holzheim, 164 P: 5. K. Schmidt, Tv. Gang-®önd, 157 P: 6. W. Kehler, Tv. Lang- Göns, 155 P: 7. K. Klee, Tv. Holzheim, 152 P.: 8 H. Wagner, Tv. Holzheim, 151 P.; 9. H. Hofmann, To. Orüningen, 144 P.
Iugendturner: 1. G Müller, Tv. Holzheim, 147 P.: 2. R. Elias, Tv. 1860 Bad-Rau- beim, 143 P.: 3. W. Gondolf, Tv. 1860 Bad-Rau- beim, 134 P.: 5 H Jung, Tv. Holzheim, 130 P.: 7. H. Sames, Tv. Holzheim, 126 P.: 10. E. Wcn- nand, Tv. Holzheim, 123 P: 12. E. Zmß, Tv. Holzheim. 121 P., 19 ^H. Faber. Tv. Lang-Göns und H. Ohly, Tv. Holzheim, 112 P: 21. K. Müller, Tv. Holzheim, 108 P., 22. F. Röhrig, Tv. Holzheim, 107 P
Schüler: 1. Krick, Tv. 1860 Bad-Rauhe im, 135 P.: 2 Schmidt. T.° u. Spv Butzbach. 126 P.: 3. HaireS, Tgm Friedberg und Babel, Tv. 1880 Dad-Rauheim. 122 P.; 5. Mörler. Tv. Holzheim, 119 P.i 6. Brück, Tv. Lang-Göns und H. Jung, Tv. Holzheim, 118 P.: 8. O. Klös, Tv. 53ang°Göns, 115 P.: 11. W. Dem und O. Artz, Tv. Lang- Göns, 112 P.: 12. H. Müller, Tv. Holzheim, 110 Punkte: 16. Merz, Tv. Lang-Gön-, 106 P.: 19. Dreier, K. Müller, W. Wagner. E. Hock, Tv. Lang-Göns und O. Dingel, Tv. Holzheim. 103 P.: 21. Wenzel Tv. Lang-Göns. 101 P.: 22. A. Dergk, Tv. Lang-Göns, 100 P.: 25. Qauber. Tv. Lang- GönS. 96 P.: 26. Dah, Tv. Lang-GönS, 94 P.: 27. Müll, Tv. Lang-GönS, 93 P.
Vermischtes.
Schwindelei mit einer falschen HnndertdoNar- note.
Berlin, 20. März. Mit einer verfälschten Hundertdvllarnote arbeitete ein Schwindler, der am SamStag abend kurz vor Geschäftsschluß in einem hiesigen Konfektionsgeschäft erschien und zehn kunstseidene Kleider kaufte. Er erklärte, er habe nur eine Hundertdollarnote bei sich. Da die Danken bereits geschlossen waren, konnte sich der Geschäftsinhaber über die Echtheit der Note nicht vergewissern. Gr nahm sie nicht nur in Zahlung, sondern zahlte dem Kunden auch noch den Restbetrag aus seinem Einkauf in Höhe von 7 0 Dollar heraus. Wie sich bald nach seinem Weggang herausstellte, war die angebliche Hundertdollarnote eine durch geschicktes Umändern der Zahlen verfälschte Cindollarnote.
Ein gefährlicher MuseumSdirb verhaftet.
D e r l i n. 20. Marz. Nach einer Meldung des 12 Ahr-Blattes ist es infolge der vor einigen Tagen in E e l l e erfolgten Verhaftung des Kaufmanns Hell aus Hannover gelungen, einen der gefährlichsten Museum- diebe zu ermitteln. Hell suchte seit Jahren die Museen der größeren und mittleren Städte heim und soll u. a. auch die Diebstähle im Goethe-Nationalmuseum in Weimar, wo die goldene Tabaksdose Goethes, seine goldene Spindeluhr sowie die goldenen Trauringe Goethes und seiner Frau gestohlen wurden, begangen haben.
•
* Geschichten von einem groben Arzt. Der Professor der inne-.en Medizin tn Leipzig, Geh. Rat Adoll Ritter von Strüm
pell, eine weltberühmte Autorität auf seinem Gebiet, ist zu dem schwe.'erkrankten Lenin nach Moskau berufen worden. Der große Arzt nimmt heute die führende Stellung in der inneren Medizin ein, denn er bat das maßgebende Lehrbuch geschrieben, das wett ü'.e: Deutschlands Grenzen hinaus txrbreit't und sogar ins Japanische ül ersetzt ist. Anziehmde te sönliche Züge von iyrn werden in einem Aufsatz tec F.ankfurter Wvchm- sch.ift „SMe älmschaü erzählt. EZcheint er Im Kolleg, Jo grüsten fein weiße) Haar und seine gütigen Augen die Schäler, die sich versammelt haben, um aus feinem Mund die Wissenschaft zu vernehmen. Langsam fängt er an zu sprechen, nicht wie ein sprudelnder Wildbach, sondern mit der ganzen Abgeklär heit feiner fast 70 Jahre. ; . Jeden 'Patienten behandelt er, als ob er der einzige Patient wäre, de t er überhaupt zu betreuen hätte, und die« Kunst ist es, die er mit Wort und Blick feinen Praktikanten einzuschärsen bemüht ist." Als Beispiel wi d die fol e ide Szene angeführt: „Ein kleines Mädchen wird in den Hörsaal gefahren, man sieht auf den e.n’ten Blick, es hat die Masern. Das Kranlenblatt weist es als Lotte T. aus. Schüchtern blickt es umh<er, da tritt Strümpell and Dettchan. .Aber du hast eine schöne Haarschleife. Lottchan, wer bat dir denn die geschenkt?" .Meine □Hutter", gibt die Kleine schm zurück. „Da mußt du aber eme gute Mutter haben: hast du denn auch einen Großpapa ?" „Oh ja. Herr Doktor", erwiderte die Klcine schon etwa- zutraulicher. „Ra weißt du, ich habe auch solch kleine Gnkel-chea zu Hause wie du bist, die sagen alle Großpapa zu mir; nenn mich auch ruhig Großpapa!" Da jubelt die Kleine und gibt dem „Grohlmpa" freudig Auskunft auf all seine vielen F a^ei, und er wiederholt uns bi: Antworten qemäft ihrer Bedeutung mit einem: „S hen Sie, metre Herren, sehr wich ig!" Strümpell ist ein lcidenschaftl^her Verehrer der Musik und spi.-lt künstlerisch' die Geige D:i der Hundertjahrfeier der Geeckschast Deutscher Ratujorfcher und Aerzte spielte er mit drei anderen herpor- ragenden Aerzten, mit His, C-erny und Unna, Streichquartette von Haydn und Mozart vor einem tausendköpfigen Publikum, und te: Eindruck war allen Zuhörern unvergeßlich Bezeichnend für seine Liebe zur Musik ist die Tatsache, daß er im Staatsexamen Kandidaten, mit bcr.cn er besonders zufrieden war, zum Schluß fragte, womit die 1. Haydnsche Symphonie beginnt, und es ging ein Leuchten über fein Gef-cht, wenn ihm einer vom „Paukenwirbel' erzählt.
e G i n Bonmot des alten Kaiser Wilhelm. Der alte Kaiser Willelm I. war im allgemeinen fein F eund von Witzen. Aber er besaß, wie so manch: feiner Briefe zeigen, einen guten Humor. Den bewies er auch bei einer G:legeich?it, die sich nach dem Besuch des Schahs von Persien bot. Der orientalische Herrscher batte sich in B.rlin durchaus nicht nach abendländischen Begriffen benommen und die Gemächer, in denen er wohnte, in einem furchtbar schmutzten Zustand zurückgclassen. Als der Kaiser am nächsten Morgen die Parole für die Berliner Garnison ausgab, lautete diese: Schwein furt
Büchertisch.
— G. Kleibörner: „Jürgens Berufung". Hanseatisch: Derlagsanslalt, Hamburg. — In überaus anschaulicher and packender Weise sch.ldcrt hier der Verfasser die innerliche Entwicklung eines hochherzigen Mannes, der nach stürmischer Cugcnbgcit sich der in ihm ruhenden Kräfte bewußt wird und nach manchen Irrfahrten und harten Sch'.cksalsschlägen bei rechten Weg findet, auf dem er ihn zu einem Führer des schnür unter b;r furchtbaren Gegenwart leidenden Volkes heranreifen läßt.
— Karl Weizäcker, „Bruder Mensch". (Verlag Rennebohrn u. Hausknecht, Komm.-Ges., Bielefeld.) — Ein „Skiz^enbach" nennt es der Autor. Von der Skizze hat cs die knappe, anbeutenbe, strichartige Eform; von der Novelle b:m wettumfassenden, oft ein ga.rzes Mcnschenllben begreifenden Inhalt; von dem Gedicht die aus innerstem Erleben erwachsene Inbrunst. Man schiut anwillkürlich in sich hinein nach jeder dieser Skizzen und beginnt zu suchen. Die Citeratur ist mit diesem Buch um eine hochwertige und eigenartige Erscheinung reicher geworden.
— Düchsenspanner. Erttrn rangen aus dem Hvsjagdlebm von Arthur Achleitner. 1. Band. (Veduka-Deriag, Dillinsm-Donau ) — Das Buch ist nicht als jagdliches Buch allein aufgufaficn. Es ist ein Stück Zeitgeschichte. Die einzigartigen Hofbeziehungen Ach'eitt'.ers stempeln cs b<uu, ba:m aber auch der Umftanb, daß Fürsten und bereu jagdlich Getreueste (Leibjäger) selbst ihre Mitarbeit dem Buch nicht versagt haben. Dadurch ist dem Werk ein sowohl ge- sch chtlich getreu .r, als auch persönlich originaler Ton und Inhalt in ganz besonderem Maß verliehen.
— Im Kosmos-Verlag (Gesellschaft der Ratursreundc, Geschäftsstelle Franckhsche 03er« lagshindlung, Stuttgart) find als geographische Qlcubeiten erschienen: „Peru, das Land der Inkas", von Ebbe Kornerup (äleber- setzung auS bem Dänischen von Elfe v. Hollander), und „Im Kampf um Tschomo-lungma, den Gipfel der Erde", von Walter Staig. — Ebbe Kornerup ist ein genialer Welt- wandcrer und spannender Schi Derer, und er läßt Peru, das Mutterland der Kartoffel, des Tabaks, crnschrulich av8 allen Perpettiven hervorleachtrnr — Die Ratur des Himalaja, die Besteigung des Mrunt Ev:rcst ober Tschomo-lungma, bietet ebenfalls so interessanten, fv.e lehrreichen Stoff. Beide Bändchen sind mit Abbildungen versehen.
Kirchlick" Nachrichten.
Evangel'sHr Gemeinden.
Gietzen. Heute abend 6 Uhr PasstonsgotteSdienst in der Stadtkirche.
Handel.
Berlin, 20. März. Devisenmarkt. Infolge allseitiger Zurückhaltung hielt auch heute die Geschäftsst'ckle im Devisen, und freien Effektenverkehr an. Die Devisennotierungen wiesen wiederum nur unbedeutende Veränderungen auf. Etwas fester liegt Paris. Für Effekten waren nur ganz wenige und zumeist unveränderte Kurse zu hören.
Berlin, 20. März. Der Produkten- m a r k t war mangels Unternehmungslust heute a'rsgesprvchen geschäftsstill. Weizen wurde vormittags von den Mühlen vereinzelt etwas höher als die gestrigen Notizen gehandelt.
Später bröckelten die Preise aber wieder av. Bei größerem Angebot waren für Roggen die gestrigen Preise nicht mehr zu erzielen. DaS Geschäft in Gerste, Hafer und Mais war ebenso wie das für Mehl und Futterartikel fehr gering.
Frankfurt a. M, 20. März. Dörsen- stimmungsbild. Die heutige Kursbewegung am Devisen- und Rotenmarkt war äußerst bescheiden. Dollarnoten 20 833—23 90), gegen gestern kaum verändert. Im Gf,eitenüerfebr von Bureau zu Bureau schien sich die rückgängige Bewegung nicht fortzusetzen. Eine leichte Erholung war in chemischen Aktien zu beobachten. Sonst schien für Industrieaktien nur geringes Interesse zu bestehen. Montanaktien bewa,rtcn i jren Kursstand. Preisangaben konnten nur in vereinzelten Fällen gemacht werden. Dollarnoten zeitweise 20 920.
Frankfurter Devisenmarkt.
(Telegraphische Auszahlung.)
Datum
?lntw.'Vrüfsel . .froflnnb......
Vonbcrn Parts Sdnvch Sonnten...
Instien......
VifiabomOvorta Dänemark... 9ioriveaen . .. . Schweden . .. X'c(ünhtor3. ..
Dlennorf Denifch-Destern Sbubnpeit. ... Prag......
Agram ....
19. Mär, Amtl. 9io lern. Geld Lirtet 11.2.10 11'.7.90 8221.90 ttmio 97SO4.S-) 0fe».\15
1323.15 13T..H5 3SG-2.S1) 3882.20 3201.95 9218.05 10.12,50 1001,50 4022.40 4042'go 8765,55 3784,45 5511.20 5538,80
2082280 2092L20 28,78 28,93
523 70 520.30 617.53 0'0,50 221.5') 222,50 Banknoten.
20. März , Vlintl. Moticm. Gell, 23rlel U67.05 1172.95 8219.40 8260 C0 97779,95 98:7'5,05
rtbl.iiO 1268.10 3860.30 3879.70 820 V 5 8223.05 1009,95 1015,06
4012,45 403255 3710.60 3759; 40 5538,10 5565,90
566410 569.40
20817,80 20922.20
28,75 28.89
486.50 48S5Ü
617,- G2L-
92
95,
Betel 3185,- 1366.- 4010- 5510 - 8285 -
28 62 21045 - 98400.-
1015.— 1166-
400- 626-
sirnnss»rt a.M^ 20. 2)kärz.
6rfimelAcr Noten.......
sirnn'ijüfche Noten......
Tntüfdie Oioten..........
Sktiwedtsche No'en.......
holländische Noten Deutsch-Oesterreich ft 100 Kronen -luieriknntsche 9koten.......
(fnnlifdie Noten
Iiolienifche Noten
Belgische Noten llnanriftte No en Tschechoslowakische Noten . .
Norwegische Noten
Numäntfche Oloten
Svnnifche bloten
Gek» 3115.- 1354.- 3930- 5410 — 8165.-
2812 20795.- 97400.-
1003.- 1154.-
375- 006.-
(In einem Teil der Auslage wiederholt.) Donar Law über die Regelung der Nepa- rationen.
London, 20. März. (WTB) Bonar Law teilte gestern, wie gemeldet wird, im hinter Hause mit, es treffe nicht zu. daß Deutschland kürzlich endgültig Frankreich 7500 Millionen Dollar, das sind etwa 1603 Millionen Pfund Sterling, als Regelung der Reparationen ausschließlich der bereits geleisteten Reparationen in bar, Kohlen, Eisen und Waren angeboten und daß Frankreich dies Angebot abgelehnt habe, ohne einen Alternativvorschlag zu machen. Der Premierminister fügte jedoch hinzu, daß unter gewissen Bedingungen Deutschland z.tr Zeit der Alliiertenkonfercnz in Paris beabsichtigte, ein Angebot von 11/2 Milliarden Pfund Sterling zu machen. Die britische Regierung sei damals der Ansicht gewesen, daß bei der Gewährung eines Moratoriums 2i/» Milliarden Pfund innerhalb der Leistungsfähigkeit Deutsch» lands liegen würden. Aber diese Vorschläge seien von den Alliierten nicht angenommen worden.
Die Erschießung des französischen Postens in Essen.
Bochum, 19. März (WTB.) Der Kommandierende General Fournier gab durch Maueranschlag die Festnähme ter bereits genannten Essener Geiseln bekannt und erklärte hierin ausdrücklich. daß der Mörder des französischen Soldaten unbekannt ist. Die Geiseln a^ürben in Freiheit ce'etzt. sobald der älrheber der Tat von den drutschm Tewrdcn übergeben würde. Falls der oder die Schaldioen nicht entdeckt würden, b-.halte sich ter Di^ifionsgeneral vor, der Stadt Essen eine Geldstrafe aufzuei:loten,^ deren Höhe noch festgesetzt werden feil. Rach der Erklärung des Divisionskommandanten kann also Schalte für den Anschlag auf den französischen Soldaten nicht in Frage lommen. Die beiden Kriminalbeam en und der Arzt, die den schwerverletz'e r Schulte, der Heul.- nachmittag seiner Verletzung erlegen ist, in das Kohlen- svndikat begleiteten, wurden, als sie sich zur F.uerwach; zurückbe/eien wollten, auf dem Da'hn- tzofsplatze von mehreren Man-nfckaften ungehalten, in den Eingang de? von d?n F anzosen besetzten HrtelS ^Hnndelsh-:f" hincigge^errt, wo die beiden Kriminalbeamten schwer miß- Handelt wurden. Austnr den bereits gemeldeten Herren, die als Geiseln verhaftet wurden, nennt der Maueranschlag des Generals noch den Oberregierung8rat Blechner, den Vorsitzenden dcs Fmanzamts Essen-Land und den Polizcidirektor B i e l 0 w s k i als verhaftet.
l Die Beamten und Angestellten des Land- 'und Amtsgerichts und der Staats- und Amtsanwaltschaft Efsm sowie die Rochtsanaräl'e deS Land- und Amtsgerichts haben in einem Prote st f ch r e i b e n gegen dte Verhaftung dcs Landgerichtsprasidenten Dr. Julius Vollmer Derwah^-ung einge'eit Sie geben der Hoffnung Ausdruck, daß Gere.al Fournier mit Rücksicht auf die durch di? Verhaftung verursach e Störung der Rochtspfleze im Land- gerichtsbezirk Essen die Ve.chaftung des Land- gerichtspräfidenten wieder aufheben werde.
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