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Nr. 220

fMtint iLgltch, oe^fr B**w- ewb Qttirriag«, tibtrSometagebtilogr Wr^tnrrgomillenblitlfr ewem*«Bnegtertl|t: 0W<bt»U>«nb 67OOOOOW «t"|d)L IrögerL, 6 b Voft 8700000 rill., oud) bei Slt^terfdjeinen tinjtln« Shimeitm twfolg«66l)ertr Gewalt.- 3trn |pr»d). letoUn« fürbitSd)nfl. Vttung 112. für fBerlag »mb (8efd)dft6jt*ne 51 ln|4nh |ür Drahtnach- ri4l*n Hewlütr6it|ti.

vstzlche/kotst«:

tnwtfirt o. El. 11888.

173. Jahrgang

Mittwoch, 19. Stpttmber 1923

GietzenerAnzeiger

|um Nachmittag oortjtt obnejtb« DerdindstchkiU. frtli für 1 mm »6b< tut rt|rigen o 27 mm Srtitc

6ril Grundzahl 55 Wk au»® 701)1., |. H«litarne« Anzeigen d 70m n Breit- 225 Uth ^SchiaNelzahi Vlagvorlchriti 20 , Wag. - Verantwortlich für fäoltilk u. JeniQeton Dr. Friedr.Wilh. Lange für den übrigen Teil <Em|l'Slumi<8wt; iürben Anzeigenteili yan» BeJt, |ämili d) in G> egen

General-Anzeiger für Gberheffen

vn^-Ud vrrl^: vkShl'jche Univefsitütz.vich. Steh«drw<feref R. Lange In Sletzen. Schleifung und Sefchüft,stelle: Schvlftraße 7.

Frage der Arbeitszeit

Es ist niemand

Die Dcvisenmaklerverordnnnq.

der

Rioft

c t n

Die Befreiung des Ausfuhr- !)andels.

Der! in. 18 Seih 'WTB, Die r>eränt.-

Mehrarbeit.

Wenn Aur Regelung der außenpollllfchen Fragen nodi weil starker alt» bisher In den Hefig und die Wirtschaft clngegkislen kverden muh. dann muh iuch gesorbcrt werben, bah btc Arbeirslcistunq hdi steigert Das belrlfsl sowohl die Frage der Ardrli'olniensiiat als die

D < r 11 u , IS Sept. (TBTI.) Wie wir er- fahren, finb die Arbeitea für dir Lchasfiuig d« wertbeNändlgen Gc'de« soweit gefördert, daß der Entwurf vorliegl. Di« ReichSbcmk wird von ben StaatSfinanzea völlig losgelöst «d dadurch in den Stand gesetzt werden, die Funktionen einer Goldnotenbank für vaS Wirt. schaftSleben im vollen Umfange zu erfüllen. Reichchchatzscheine werden bei der Reich«bank nicht mehr diskontiert, so daß

«ine ungedeckte Derurehruuq deS Papier- umkaufe« nicht mehr stottfindet.

Für die Uedergangszeit bi« zur Balauzierung de« ReichSKouShall« gibt die neu zu schaf­fende Dank Roten au», dl» durch Dolbver- pfiichtungrn der Privatwirtschaft, der Land, wirtschaft, der Industrie, de« Handel« und der Danken auf Grund dr« Wrhrbeitrag«werle« s-chergeslellt werden. Di.s. Roten werden ge. setzliche« Zahlung«mi1tel sein. Die Papier- mark wird Scheidemünze der neuen Rote, in der sie z u b e st i mm tem Kursreinlö«. bar sein wird. Gleichzeitig wird nach dem be­reu« vorliegenden Finanzprogramm die stärkst? Einschränkung der Ausgaben im cfseui.ichen HanShalt erfolgen. Dei der Wert, beständ.gkeit der Einnahmen wird eine größere Ergiebigkeit der Steuerqueil.-n und dam.t eine fortschreitend« Deckung der Ausgaben erzielt werden.

len wirtschaft! d>-m Delb>t!tn lle madsn eine trv- senil ich? CS.ni lanfun ] L-cr AuSfuhilontroil? cr- lv derüch (5n. Ikl.vintma tun i der zuständ.q- > Riinisietien fetzt bilxr mit Dnlung vorn 27 Ccflemt*?!" olle oi*l).r.g.-n Aus ubioerba c auf;_-r

3u diesem Programm gab bei Reich«si,ianz. Minister Dr H t l s e r d i n g vor Prcl!?>>crireicrn noch einige Erläuterungen Die Goldver- pslichiuna der privaten Wirilchast, durch welch? die Roten der neuzufchastenden Dank lichergestellt werden, werde vielleicht nicht mehr als 5 Prozent betragen Aicher dei Der- anlagung nach dem WebrbeitragSnx-rt werde am Schlüsse diese« Jahres durch eine neue Dei - mögen« st euerveranlagung auch der Kreis jener Personen ersaht werden, die erst neuerding« ihr Dermögen erworben haben Die zu gründende Wadrungebank werde nur soviel Roten auspeb-m builen, al« das Rrich zur Deckung seiner Ausgaben lxdari Die Pavierinark. die neben den neuen Roten als IahkungSmiltel be- stehen bleibe, werde mögliche:weile

durch Denomination von der neuen Währung aufgesaugt

werden Heber das Wahrungsproj f sanden be­reit« in den letzten Tagen Delvi.-chuiigen mit si.hrendeii Periönlichkeiten der Priv.i'w,rtlchas' statt Weitere Delpiechungen lind in Aus'.ch, genommen Wichtigste Borau-fcyunq snr das Gelingen de« ganzen Währungsplanes lei die möglichst schnelle Sanierung des SlaalS- hausbolteS Cin Plan hierfür sei bereits im Reichssinanzministeiium auSgearbeNet und werde demnächst verössentlichl werden

Berlin. 18. Sept iWTB ) Don maß,,-ben- ber Lc,te irirb mitgeleilt Die DerössenUihung der Devisenmaklerverorbnung sieht unmnteibar b*t,C« &?r 'Dkf'rbnung ifl bi.- Dermittding Don Gelchasten übei auSlänb lche Zahlungsmittel nuher den Devilenbanleu und ben ver.-idigten Kursmaklern nur noch d n auf Gruntz b r Dr >ea- verorb ung zug laflmen Dev s-n rak ern g liat'e' Die Devilmtnakl?? dürfen .-ich« t^.-'chatt- ,i zwilchendenDevi'enm illern vermitteln und lolien

Das Programm der Währungsreform

Die Goldnotenbank. Das Bremsen der Notenpresse. Papier mark und Goldnote. Sanierung des Staatshaushalts.

Rolenpresse verfügten, die täglich für Reu- schnffung von Betriebskapital sorgt, so ging der Rruq solange zu Wasser, bi« er brach Stillegung von Betrieben wurde in weitestem Umfang notwendig, als das DetriebSkapiio! den Immer höher gespannten Anforderungen nicht mehr nochkvmmen konnte und auch der Kredit (Ich versagte. Als Folge haben wir zu allen lonfhgen Kalamitäten nun eine ständig wachsende Arbeitslosigkeit zu buchen, die sich in Rür)e als das de Herrschern de Problem un­serer gesamten Politik hrrauSsteuen wirb.

Die ist ihm beizukommen- Gewiß nicht dadurch, daß man, wie die Gewerkschaften, versucht, der ArbetrSlostgkeU durch btc Forde

sogar nach der Einstellung de« passiven Widerstande« für einen bestimmten Zeitraum

im Ruhrgebiet zu bleiben

und die jetzt von Frankreich und Belgien Ion- trollierlen Pfänder zu beballen. Hier würden bie Interessen Großbritanniens als Gläu­biger Deulfchands und a «Hand I n tim h üjrf, imb zwar nicht nur indirekt wie im Fill? des paf- iven Widerstandes, sondern direkt, d.l bie'c Frage n sehr vitaler Weise btc Frage der wirtlchuii- lichen Erhrliing und der tünhiqcn Zatzlungsial ig- keit Deutschlands berühre. Mau sei bei Anlicht, daß die biitilch.-n Rechte und Intereslen in dieser Hinsicht sobald wie möglich a u I o r 11 a t : t> be­tont Wei den müßten. belondecS deSbalo. weil ir. 2lbwelencheii bei diitischen Rlinistc. sehr geläbi- liche Mitteilungen beboiivic: worden seien - Groß­britannien würde den Abschluß eines Separat­abkommens zwischen Frankreich und Deutsch­land begünstig?/..

Der liberale Manchester G^a.d.aii" er­örtert btc deutlch-franzölilchen Bcr(tänbiqjnqe- Möglichkeiten und meint, daß bi? Sinficlb.'.tq der Unterstützung des Rutzrqebiet« b.c finanzielle Lage Deutschlands htrbc:rn werbe, au.-r b?n Verfall ber Mark nicht aushalten könne In B?r- binbung mit einer enerqischen Durchsührung neuer Steuern jwirbc die Emitrilung der Unter- st uh ung jedoch wenigstens ve''we Auslicht für eine neue Wäbröng bieten, die btc deutsche Re­gierung jetzt zu schassen suche

RlleS, waS danach ouösehe, daß e« die Der. lönflerimfl deS Widerstande« gegen ben fran. zösischen Druck ermöqlichr, würde die deutsche Regierung bei den Drrhandlungen stärken, waS sogar die französische Regierung veran­lassen könnte, f-ch auf Debingongen einzu.

lassen

D.i« Blatt erklärt, wenn die ^Interstuyuggen durch Gelb und Lebensmtitcl au« dem unbesetzten Deutschland aufbören, so wurde den 5 r a n - ofen blc alleinige Verantwortung ür die Verwaltung des bck-r,tcn G.biete« Zu­fällen Sie würben ge/wung.-n sein, eine gewi>le Zeit hindurch Untetltutzungeit zu Wahlen Da» Derkebrswesen und die Gülererzeugung im Ruhr- gebiet feien derartig in Unordnung gerat? t baß es destensallS bclr-achtl l>e Zeit dauern würde. biS wiedet eine Trvx-rbsniöglichkeit für die qc- famtc Bevölkerung a^chalien werden könr^ ©trefcmaim werde, fo kühlt bas Blatt weiter au«, -weisellos feine Bemühungen lort'eyen. Verhand­lungen mit den Fra utolen bei bei)i'führen Die Reden Heine« re« ließen c3 jedoch immer Ätoeilclbaflcr erlcheinen. ob Deulschlanb durch btc Äaptlulalion etwas zu gewinnen habe Die Wahl zwilchen der lieberqabe und der Richl- übergal»e. vor der Deutschland steh? gleiche der- (cnigen. in der einem doLxilen erklärt werde, er olle lich ergeben, habe jedoch keinerlei Folgen zu erwarten.

Waren, tt? zukunittg noch der Austub/bewült- gurg brt-iu rc.i. Da uich sind alle nicht in dl? er Liste erwähnten Waren nunmehi .1 a « f u h r - frei, d h sie bedürfen keiner Aueiubrl>?ivtlli- guog me-jr. Damit entfällt auch d? Aus uhr in ter erlcichtenrn Form ber Bekanntmo^un, de« Retchskommillar« lur di- Sin- und AuSiubr. bewilltgung vom 20 Mai mit ben De. iknibücfc- rungscillarunqcn Die neue lkrl slist: um- fast im wesentlichen

nut noch RahrmlgSmittel. Rohstoffe, gewiste Halbfabrikate,

an benen die dcutlch? ttxilenx-rarbc t.nbc In- buftne befonbert intcrc'fiert Ifl AuStuhranlräge für diese Waren >inb vorerst an d.- visher ,u- stäobig gewesenen Bewill aimgSstelie t »u richten Für bi? i-uninrhr ouefuot Freien Waren si ib ein-Tic Ben.illiiungSrnpi7re mefe. erlorderlich Es wiib jedoch daraus h ngewiesen, ba** wie bis­her euch bei au«fubefreien Waren b.T arf'ne statistilche Sch m und die AuSluhrerklärung ben Txrfonbrabierrn bzuufüjcn sind Mehr als bis­her ist ober zum Schuhe der Währung erforder­lich. dost alle Ausfuhrgrzenwerte In hochwer­tiger Valuta ins Inland überfüchn und.

loweil ii^?.-tdiiwglich. an die ReichSbank nbgelieserl werden Rachdem infolge der lto.k?zt (Sinlcf ä/.tuni de« Aussuh,verböte-» d c'cs >sir! nicht m b' in t ben Mitteln ber Außenhan- l?:sko,iti?ll fucid; werd-n fotn, wirb durch 1'n9'< ä-vitiq ve.ois.ntützie Dcroibnung aus Giund des Roigesktzes

dir Faktl-.ricrung ber Zahlung von Srport- tvarin in hochwertiger Valuta, die Verwrn. düng der Gegenwerte tm Interesse der deut- schen Wirtschaft, und au<; bie Ablieferung an die ReichSbank

vvrqelch i-ben. G.unds.itzlich s.-ll bie PrciS,t/llung in de, Währung b. # TmvfangSlandcs ersolgen ilnab.,änqii davon sind ab?i allgemein bie vier gebiäiich'tchrn internationalen Währungen. Dsl- lar Pfand, hollandifch? Dulden und Schweizer run.i w-rden 30 P, t> -nt ber Srpoitbe.sfcn vor- Sr infcn. zugelall.n Als Minbettfatz der Adliefe. gelch-icben Dem «ommiffar für die Devisen- cifoHunq wurde jedoch das Recht doibehaltsn. dielen Tio».*ntlah zu ändern sowie übebaavt nassere Bestimmung.- ,j- 3ich>isi?,lung bei mit bei Beiordnung b^bsichngi.-n Zoeckc za erlassen. Durch diele Reurea luna wiid d,e 5r,af*anq von Ekvvrtdcvllen wlrklame, aeflcltcl und die 2tb- licJctUT .«ftmtrollz insbesondere auch a is alle aus« ?U^rtrClCn«^Car;m N>a« bi-oer unmöa-

lich war $4 ist noch daraus biivuoxrifcn. da', ail? anbeum AuSsuhrverbote uni bie sonstigen für bte AuSfuhi geltenden Bestimmungen soweit lje aus anderen Rechrsgrunblagen als ber Berord- nung ub-i bie Außen Han del Skvn trolle beruhen '*^*e benvlek«weife bie für 5dneg«gerät Opium unb 5" ederihermom«er). unberührt oleiben.

nur hn OrtSbcreich staatlich zugclaslener Fonds­börsen z-agelalfen werden

Berliner Devisenrazzia.

Berlin. 18 OepL lWDB > An! Ersuchen des Kommilsars für die Devisencrsallunq ocran- floltcle die Wuch-rvoliz.I des Berliner Polii>?l- vrülidiums in M römb inq mit den Beamten be« Zrenidenamte«. der Schutzpolizei der Finanz- Verwaltung und der Beamten de» Devisenkom- mifiar« In einer Reih? größerer (Safe« in ber Frtebrichstraße unb des B) e ft e n s eine Durchsuchung nach au«I -nb.ldrn Werten, wofür a s?tzlich? Ab ieferung »pflicht l-c- stehl Währenb die lonticlHcrcnb.'n .lioilb anit.-n sich unaiifsätlig in bie Lokale b gibcn fver, c bk Schunprlizci die Sin- und Ausgänge j'i Giisle unb das Personal wurden

aus verbotenen Devisenbesitz hin untersucht Soweit die Betroffenen Über den rechtmäßigen Bifitz und Erwerb lich nicht auSweilon konnten, fand eine vorläuf ige B? l ch l a g n n h w e gcicn Quittung statt Das ganze Untcrncbmen wobei der Devifcnk ininiflni Gelximrat Fellinger unb ber Veite der Wacher ibteilung Regierung«- rat Hinckel. verfön'.ich zugog.-n waren verlies in qröfllci Ruh.' .:nlcr w tgehenblter Schon.ing de« Publikum« und dos G -lchösIsbetriebs Die genauen Srgebntflc antcrliegcn noch ber Bear­beitung

Ter Reich-kommiffar für bie Devilenerfallung Geheirniat Fellinger. erklärt? einem TV-i- treter der .Bofsilchen Zeitung war mir bc- larmt, daß in einer ganzen Anzahl von Lokalen Berlin«

n größtem Maßstab« mit Devisen und vor allem mit Banknoten gehandelt

wird 7lch beschloß deshalb, tln? über­raschende Kontrolle vieler Lokale vor­nehmen zu lassen Kurze Zeit vor dem Beginn be« Unternehmen« habe ich mich in ein solch-« Lokal begehen um bie Wiikunq meiner Maßnahmen zu beobachten An den Tischen saß gewöhnlich eine An^ihl Deutscher mit einigen Ausländern, zusammen und handi-lte dleken bie Rolen ab Der Handel ging unter den Tischen vor sich wie man übe,Haupt bet der ganzen Ange- legonhiit sehr vorsichtig zu Werke ging Ms die Priii.i im Lokal eilchen. wurden die bereits gelausten Banknoten ben Au?! indem wieder zu- gewoi-scn, die sie schleunigst in ihre Taschen ver- schiinden ließen. Dio verschled.-nca Parteien letz­ten tich daraus an anbei? Tilchc unb (ni?li?n die Harmlosen Sie wurden fedoch von Miimi- nalboli'.iitcn. djo die Totgänge beobachtet ballen golaßl und

am die verschobenen Banknoten erleichtert.

Sm Aage,.blick ist eine Uobcrsicht über ben Sr- liag dos Unlrrnohmens nicht möglich jedoch büi|- Icn meiner Schärung nach bi? b?' ß'aqnahmten Binknotenmonge. die sich nuS (Möfoiten aller Lände, zulainmcnseht. recht beträchtlich sein. Ich habe ben gesamten Btoag fofort der Rcichsl>ank zur Vc.sügütig gestellt

Uebcr die Einzelheiten der Devisenrazzla teil' bc, .Lokalan^eiger' noch mji Zahllos waren die Fälle, in denen bi? (, ?mbcn Deldlorten in f'ohcm Werte hinter and unter bi? Tische unb SofaS geworfen wurben Alle anwelenden Gäste unb das Personal, das sich übrigen« auch juin Teil an dem wilden Devilenhandel beteiligte, muhten 'ich eine körperliche Durchsuchung gefallen lall.n Eine große Anzahl von Personen östlicher Herkunft, bie sich nicht im Belitzo gültiger Päls. befanben. wirb in ben näch-t.-n - aqen Zwangsweise über blc Grenze ab- g c f<& o b c n wei den

Die Pariser Zusammenkunft.

London. 19. Sept ('Reuter, Der englische Premierminister Baldwin toid> auf Einladung Pvincarö« wahrscheinlich heute noch eine Unter- rebung mit ihm haben die hauptsächlich ben 36>«<f bat, dir beiden Staatsmänner, dte heute da« erste Mal zusammentreffen, in perionllch? Beruh, rung zu bringen

Aach einer Pariser Wolfs Meldung schreibt der .Motin- zu der bevorstehenden Beratung es sei lein Geheimnis, daß In den letzten Monaten mtbr al« einmal Baldwin der Regung Lori» SurzonS unb Lord Robert LecilS habe die Schraube anlegen müssen, da der erstere au« veralteten dlplomatilchen Traditionen, der letztere «US fanatischer Anhänger de« Völkerbünde« Groß­britannien auf Wege habe lenken wollen, auf denen es ihm

«»Sglich gewesen wär«, mit Frankreich zu. sammenzugehen

Die Lage habe sich geändert, seit der «ngiifche »remienninlfter im Unterhaus sich zum Scho »euer Flnanzleute der Llky gcn»acht habe, di« lhm heute durch ihre Sampagne bewiesen, daß

In Wirklichkeit fehle polttifchen Feinde find, die die Rückkehr ihre« Vertrauensmannes Lloyd George wünlchen Deutschland we.de sich durch sein arbeitsame«, aber unaufhörliche? Fort­schreiten im Sinne einer Verständigungspolitik mit Frankreich orientieren Das grundlegende Interesse England« sei e«. an der ©eite feiner Alliierten an den zukünftigen Regelungen teil­zunehmen. .

Die britifchen Blätter sehen der Pariser Zu­sammenkunst äußerst skeptisch entgegen Man glaubt nicht an irgendwelche greifbare Resultate

®o schreibt die .Westminste, ® i-,e tc". e« fönn. "ich! erwartet werden, daß zwischen Baldwin unb Poincarc eine «mste Ervrlerung b««RuhrproblemS paitfinbe, denn au« ben letzten Reden Poincares gehe hervor, daß

bi« RaSsichl axf ein Uebe re in kommen so ge­ring wie nie

sei Auch der diplomatische Berichterstatter de« .Daily Telegraph" mißt der Pariser Zusammen- kunft der beiden Ministerpräsidenten keine große politische Bedeutung bei. da beide jeder politischen Erörterung abgeneigt seien, der nicht ein vorlieri- >e«. durch divlomatischen Meinungsaustausch er­zielte« Ucbeieinkommen vorausgegangon sei Man Halle e« für sehr wahrscheinlich daß das britifche RobinetI feinen neuen Schritt ixtfchließen werde Die formelle Einstellung de« deu'fchen pas­siven Widerstande« würde an sich noch nicht die arunNegenben Merkmale Oer bestel-enden Lage so- sori einschneidend ändern Weit w , ch t i g e r al« Mc Frage des passiven Wi.-?.siaiides sei der er­neut bekräftigte Entschluß PoincareS.

bcredhifll, den Staat durch Mintzcrlcislung zu ' schädigen Die Cpfcr, die da« Reich von der Wirtschaft In Zukunft verlangen muß. können nicht ohne we'enlUchc Produklionfeichvhung gcloisicl worden " Soweit das Programm der Regierung, wie cs in der legten Rnnzlrrrcd« zum Ausdruck kommt. Daß seine Durchsüßrung aus die denkbar größten Schwicrtgkeiton stoßen wird, ist klar Trotzdem muß der Versuch dazu gemach^ werbeit, wenn Deutschland noch in Ictjtcr Stunde der Ratastrophe entgaften soll

Das Problem der Mehrarbeit wird bei nLl>erer Betrachtung zu dem einer Umstel­lung der Arbeit Es handelt sich in erster Linie darum, den wlrlschasllichen Leerlauf, ber dieZnflarlon bisher noch schonend verschleierte, aus das Mindestmaß zu belchrauken Die Zn- slalion selbst hat in der gesamten Wirtschaft erhebliche Mehrarbeit gemacht, der aber kein Rtehrerlrag. sondern meist ein bcdcutendei Minbererirag gegenubersteht. Die Flucht aus der Mark halle starke Erhöhung der Umlaufs- qc'chwindigkcil des Geldes und der Güler zur Folgen einen stetig wiederholten Umlat, ein und derselben Vetniögenssubslanz, der bei sei­nem zahlenmäßigen Anwachsen in allen Be- 'rieben cincungeyeueivervleisachtc, aber gänz­lich unproduktiv« Rechenarbcit nach sich zog Die Abwälzung eines großen Teils her Sleuer- cintrelbung vom Staat auf die Betriebe, ferner die durch bie Umrechnung von Devisen oder Goidmark In Papiermark erschwerte Raltu- lalionSrochnung. schließlich die durch die täglich sortschreitende Markenttverlung bedingten an« dauernden Lohn« und Gehaltszahlungen In Form von Vorschuß- oder Rachzahlungen, bas alles sind Arbeiten, die Insgesamk In vielen Betrieben die wirkliche Werte schaf- sende PrvduktionSarbeit bei weitem über­treffen.

Zu dieser sich direkt als Folge der WLH- rungSzerrüttung ergebenden unproduktiven Arbeit kommt die seit Anfang August lawlnen- artig anfchwellende Arbcitsloflgkell Die Gründe sind Absatzstockungen und Be- tr,ebseinschrankungcn Die außerordentlich starke steuerliche Belastung der Betriebe na­mentlich durch bie Lohnsteuer, der durch die Markentwerlung Immer schwieriger werdende Rohstosfersay, die Umstellung der Lohne und Gehälter aus bie GoldbaslS. die vielfach zu einer Ueberschreltung ber FriebenSsiye führte, baß alles rcticueric ben ProbuktlonSgang In einem Maße, baß blc beutschen Waren auf dem Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig blieben und im Inland bei der ungeheuren Ucbcrtcuerunq der Waren, der trotz der ztf- scrnmäßig erhöhten Löhne eine starke Termin- berunq der Rauskraft bc« beutschen Volkes qegenubersteht, für den verlorenen AuSlanbs- marft keinen Ersatz fi iben konnten Dazu kommt der seit lanqemzu bcob ichtenoeRapitalmonqel, a!S Folge nicht allein be Versail!i.r Vertrages unb einer zu weit getriebenen Erfüllungs- Politik. sondern auch einer Ihstematischen Be. kämpsung des RopttalS im nachrevolutionären Deutschland Man vergaß In ben lapiialqegne- rischen Rreisen, baß das Rapilal vor allem der Forisuhrung der Betriebe dient und daher Rapilal und Arbeiteresillenz gleichbedeuiend sind 3c größere Fortschritte blc Enteignung des Kapitals machte, um so stärker wurde bie Elistenz ber Arbeiterschaft bedroht. Äapilal- erfassung bedeutet nicht nur Gewinnschmale- runfl de« RapltalbesiyeS. sondern ebenfci.?br Erislenzwegnahme für die Arbelterschof, D daiierndeAazapsung t«S Rapualdesih.S unter- hohlie täglich mehr bie Möglichkeit einer Fort- suhrung der Betriebe. 3m gleichen Maße wie man der Wirtschaft bie unentbehrlichen Be^ triebSmiitel entzog, entzog man ben Arbeitern die Arbeitsgelegenheit, ohne baß mit ben auf diese Welse erlangten Geldern auch nur bas allcrqerir -fte zur Besserung unserer wirt- scha'tlichen Gesamtlage erreicht würbe Da die Tctriebe aber nicht tote ber Staat über eine