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Äo<i. Dreantaortl 4 fürPolitik Bug. ®oey. für Örn übrigen Teil: <Ern|f8(umid)ttn;fQrDtn Anzeigenteil Han, Seck,

So unzrilgemäh solche Prozesse in der heutigen Reichslage auch sind, so glauben wir doch, dah gegen Ehrhardt im Staats- interesse unbedingt hätte verhandelt werben müssen, wenn er nicht geflüchtet toärc. Man hätte nicht ohne weiteres den Schleier der Dergessenheit auf alle diese Dinge legen kö,>- nen, denn Ehrhardt wurde Ja als Oberhaupt der Organisation Eonsul bezeichnet, der wir die verbrecherischen Anschläge danken, und eine Klarstellung darüber wäre unumgänglich ge­wesen.

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e*f*ehu lögl'ch. cra&tr Sewn- enb Feiertag«, tiberSametegsbeilage: EiehenerFomiliendlStttt

Hnr %liirht des Kapitäns Ehrhardt Wir erhallen folgende Zuschrift:

Rach einer ®rRAr.,nn t lf'

obslch'.iai. de Bezüge der Beamten und Ang r Ii eilten halbmonatlich nach den cnt|i)rcd>cnlcn Grundsätzen zu regeln.

werde erzählt. bad England, al« kürzlich blo lelarmten Meinung«vers Hieben Helten mil Ruh. laitd bestanden, den Russen den Rat je- geben habe, nicht mit den Franzosen u verbandeln W werde hsn-ugesügt, doh cS au« Furcht, England möchte unixrieben« die in London befindlichen rulliichen Äaptall.-n und Täten beschtagnahn.en, sich damit habe abslnden müllen zu verspreche, axi« Lord Eu rzon durch Riittelmänner von ihm forderte Alle« da« sei vielleicht wieder ein Märchen, getreu der Jbt- jkdvch. bah die nationalen Interessen Frank­reich« und Rub>landr nirgendwo zueinander Im Segensay ständen, werde man sich sreuen müssen wenn da« Märchen dementiert werd«, ober du Tatsache aushöre, wahr zu sein.

Am Fl? tag der abgelaufcnen Woche schien In vetschiedeiten deutschen Zeitungen eine offene A: frage" des belaunten ehemali­gen Äaumann.anerS und heutigen RechtSpoli- tikerS D Traub, worin eS hieh: ..Warum macht man nicht einmal einen Strich unter das Kappumrrncllmen?" Und dannWir er­warten die Icforiige Entlassung Ehrhardts aus dem DefängniS." - Ain Abend Jenes Frei- tag« Hot sich Ehrhardt selbst befreit!

Wan braucht durchaus nicht mil den An­schauungen de« ..Kappisten" Traub einig zu gehen, so wird man ihm doch darin zustim- wen können, bah eS Deutschland nicht tm ge­ringsten schade,' würde, wenn heute die RetchS- regierung die Aiederschlagung sämtlicher Pro- zelle aus den Kapptagen al« ver,ahrt onord- nen wollte Denn:3n Paris freut man sich, wenn ein Ehrhardt verurteilt wird, wie man sich dort über jede« Urteil freut, das gegen emen aufrechten deutschen Mann gefällt

Xrtg<rlol)n,bur<>»itVo(l AXXVVIark.ouchb,Richt- erscheine» ernjelner Rum» m hifolge höherer Gemalt. - h er n ipr ech. A>^s«si» K r bi.^AnH. kthing 112, stir Ter lag wttb iLeschöstbstelle 51. Mnlchrsst für Drahtnoch. richten: Anzeiger ♦le^ei.

Se||d,edlewto: irl a. M. 116M.

verlang' Ferner 's! ers-rberi'.ch. da., Sngtano sagt, wieviel cS von feiner, ehemaligen Ml.

DCilanflt Weiter ist ersorderlch. datz England lich darüber äuhrrt. wie ei fid> die deutscyen Zntz- lungcn denkt Erforderlich ist ferner, dab Eng- land 'aal. wie ei die deutsch.' Ausfuhr inu Oie deutfche Schistahrt. die in Uebersee sich ent­wickelnden te it'chen V erdien ulw behandeln würde Schliesst,ch ist c forderlich dast England eine Politik treibt, die nicht mehr die Aufhetzung der Deutsche.i gegen die Franzosen zur Folge habe. Diese verschiedenen D nqe sind e« mit denen der diplomatische Redakteur deS .Daily Telegraph" zweckmähigerweise feine Phantasie be­schäftigen könnte

Die Rolle Belgiens.

Pari«. 18. Zu!'. (Wolfs > Rach dem Brüste- ler Rorrefhonbenten de« .Echo de Pans belmdel sich im Augenblick de, b e l g i s ch e B v 11 ch a f- t e r in Paris in Brüssel ®r habe zahlreiche Unteiredungen mit den Ministern Theun > s und Jaipur Da« Brüsseler Kabinett sei ton der Rolle überzeugt, die ihm bei der gegen- Tauigen Lage zukomme Es fei nicht d,e Rede davon bah es al« Bermifler zwischen Frunk- icid> und England auf tret en könne, weil es am Pivzeb beteiligt sei. Bor allen Dingen muhten die belgischen Interessen verteidig! werden und The uni» und Gaspar toürbcn nach dieser äio>- Uma ihre Pslicht kennen, da die augenblickl che Lage Belgien« gegenüber Deutschland eine de- tiüchlliche Kundschast fernbaltr. vom T.anlitver- kehr der bclgischm Eisenbahnen und des Hafens von Antwerpen Aber di? belgischen Minister könnten eine nützlich? Rolle spielen in dem Augen- blick, in dem es notwendig werb?, den eng- lisch-n und den französischen Standpunkt zu klären und gegenseitig auszuglezchm

Brüssel. 19. Zull (WTB) Die Kam­mer genehmigte mit 76 geg n 69 Stimmen bei 8 Stimmenthaltungen den Auikel des Milttar- gefeves. welcher eine Verlängerung der Dienst- pflicht um zwei Monate während der Dauer der Ruhrbesetzung vorsieht. Der Senat nahm mit 74 gegen 55 Stimmen bei fünf Stimment Hal­lungen den Gesetzentwurf über die älniversttät Gent an.

Der Faktor Rußland.

Pari«. 18. Zull lWTB) Bel einer Be- Ivreching über den Frieben«schluymit der Türkei veröffentlicht der .Temp« fol­gende Enthüllungen Ruhland werde aufgefordert, die Meerengenkonvention mit den Türken , zu unterzeichnen Di" Moskauer Reg'erung. bie eben erft die Föderation der Sowjetrepubliken enger »uianmiengelchloflen habe und die Immer mehr Anlah nehme alle trabitionellen Interessen, des rufsilchen Volke« zu ve Neidig en. werde Io die erste Gelegenheit haben, an einem arohen Jin bet europäischen Diplomatie mitzuarbe ten Menn man den deutschen Blättern glauben solle, scheine zwischen Moskau und Berlin zur .seit eine lebhasle diplomattsche und wirtschaftlich? Tättgkeit entfaltet zu werden. Darüber tonne tgtm sich nicht wundern Mäste es aber auch für zutreffend gehalten werden, bah. wieanberwiN« DeriautE. t*c ttzsttschc Regierung Frankreich gegen-

Der deutsche Botschafter bei Lord Curzon.

London. 13 Zuli. (WTB> Lord Cur­zon hat heute nachmittag im Forctzn Office den deutschen Botschafter empfangen

Dem ..Star" zufolge erwartet man, dah Lord Curzon morgen in der Laie sein werde, den anderen englischen Ministern den Ent­wurf der Antwort an Deutschland und des Mantelbriefes an die Alitierten vorzulegen. ES verlautet, dah eine Veröffentlichung der Bote nicht in Frage kommt, bevor die Aal- wort in den H.nben der deutschen Regierung ist. Die Derossentlichung des Manielbricses würde, demManchester ffnmThmn -usolge, höchsten« im Falle deS völligen Abbruchs der Berhandlungen erfolgen.

Die englisch-französischen Gegensätze.

Pari«. 18. Juli (WTB.) Der .Dailv Telegraph" hat be-ite vormittag an Frank­reich di? Finge Gerichte!. wir e« üi) V- te Vorschlag verhaltro trevite. eie Bsotzung des Riihrgebieies nach der Einstellung des passiven Widerslanbes triebet auf ihren .unsichtbaren Charakter zurückzusühren und da« Rihrzebiet völ­lig zu räume i. sobald Deutschland d.e v,n der Sal-vcritd itigenfommi Hon v2rge>chne>>enen ersten bähen Zahreszahlungen geleistet hab?

Hieraus antwortete der halbamtliche .Temp 6' Wir zögern nicht, zu erwidern, bar dieser Vorschlag un« als eine simple Ablenkung erscheint. Sine Debatte über die Räumung de« Ruhrgebietc« in den Vordergrund rücken, hecht, alle Blicke auf diejenigen Fiagrei lenken die Frankreich und D.utlchlanb veruneinigen inb he-.tz! die Ausmerklamkeit von bmicmgen Problemen abzulenken, die e« zu lösen gilt, um eine Ver­ständigung zwilchen Frankte ch und Deutschland herbci,',uführen Wenn man eine prompte Regelung wünscht. Muh ma" sich 'unächl mit dielen älteren Problemen beschatt.gen; um sic aber regeln zu Ri.ncn. ist c« erforderlich datz England auSspricht. würfel e* wn Deutschland

leetHet «»»»>«»» ft* btt lageimimm« bi« j» Ttad)mittag vorhtt obwe|tbtTerbinblid>ktü prtieltrl mm höbe n»i XimigtnD 27 mraSrttii 6rtl 600 Tth , aneoart» S50Mck:fürR«ltlamf Snjtiqtn von 70 mm Vreilt2200M.B«iPlatz- vorschnft20' .Sustchtag

Reue Richtlinien zur wertbeständigen Besoldung.

Berlin. 18 Zuli lWTB.) 3n klner Schluhsitzung am 7 Zuli hat sich der Reich«lag mit der Frage der W e r t b e st a n d l g k e 11 der Löhne beschäftigt. Dabei bezeichneie der Re ich«- arbeitSminister Braun« die energische For­derung bieder Angeicgenbeit al« eine der wich­tigsten Auf KT en 'eine« Viiniste tum«. Da« Reichs- arbeit«minifterlum hat nunmehr einqeoenbe Richt­linien über die Erhaltung der £au|traft ber 2lr- beit«eintommen ausgearbeitet, bie aus ben Ver- hanblungen mit ben Spitzenverbänden und einem einsmnm>gen Beichluh be« Vorlauligen Relch«- wirtschastsrats beruhen Die Richtlinien linb heute den Schlichlungsstellen und den Demo- bilmachung«behörben zugegangen und sollen ihnen bei den immer häufiger werdenden Verhandlungen über wertbeständige Löhne einen Anhalt geben Au Herden, wird eine Veröffent­lichung der Richtlinien m her nächsten Rümmer be« Reichsarbe>t«blattes erfolgen

-Berlin. 18. Zull lWTB > Die Bespre­chungen. die tm Re chsfinanzminislerium über die Frage, wie die Erhaltung de« Lohn- werte« unter Vermeidung einer automatischen Regelung erzielt werden kann, und mit dem von ben Spitzei.gewerkschaflen gebildeten Achterau«- lÄub fialtgehmben haben, .tnb gestern abend ab- geschlossen werden Die festgesetzten Richt­linien haben folgenden Wortlaut

1. Der Auslchuh soll die Löhn, der Arbeiter wöchentlich zur Erhaltung ihres Wertes dem veränderten Geldwert anpafsen. Bei gerinoer Ver­änderung be! Geldwerte« feit der letzten Regelung kann von einer sifortigen Anpassung abgesehen werben 2. lieber die Höhe be« R^llohne« zu verbandeln, ist nicht Aufgabe de« Ausschüsse«, son­dern der Vertrag«paneien selbst. Für die Zeit­räume, für die eine Anpassung bereits erfolgt ist findet feine rürfnM rfenb? Aenderung des Reui- lc(>ne« statt. 3. Dre Anpassung erstreckt sich gle-ch- mähtg auf ben Leistungslohn wie ben Sozlallohn. 4 Diese« Abkommen kann unter Wahrung einer Frist von 14 Tagen zum 15. ober letzten Jeben Monat« gekündigt werden. Wird der ReaUihn neu vereinbart, so kann Jede Seite ba» Abk,muten fristlos kündigen.

Einer unterer Berliner Mitarbeiter schreibi

Melbungen au« Leipzig besagen, bah ber Ehrha.bt-Piozeh vor dem S:aat»gericht«bof trotz ber Fluch, des Hauptukn-u s am 23. ZUi be­ginnen werbe. Man muh hinter bete RuchiiDt toobl ein ? tenen. Es liegt nbeften bt-2 Mvgiichk->' vor, da« Verfahren gegen den o>>uplb-fchuldigien abzutrennen und zunächst gegen die Miiangekl.ig- ten zu verhandeln, soweit man ihrer habhaft geworden ist.

Da« gilt zunächst für die Prinzessin v Hobenlohe-Oehringen. die nach Leipzig in da« Unterfuchungsgelängnis üb.-rfühil worden ist. Dagegen ist der frühere Mar.m-ofsizier und lenige Student C i e b i g. der lich iigcnd.vv in Bayern aufhalten foll. bisher nicht auffindbar, und der dritte Mittäter, der Münchener Univrr- fitätsprofefsor Dr Karl Schloeffer der Ehrhardt auf fernem Landgut bei Schaftlach in Oberbayern beherbergt hatte, ist durch amtsärzt­liche« Zeugnis für Nichttransportabel erklärt wor- ben. Tragisch ist betender« der Fall der Prm- zessin Dohenl>he. die dem steckbrieflich Verfolg­ten nahezu zwei Zahre lang auf ihrer ^Utzung Unterschlupf gewährt hatte. Shrhardi. der lich dort unter dem Ramen Eichmann aufgehallen hatte, test nichi nur selbst seine Identität eidlich abgeleugnet, sondern auch die Prtnzessin zum Meineid verleitet haben.

gclstliche D o I t ba r b ber in bem Verba di stehen foll, die VerbindungZtür offen gelaflcr zu Haden, der Oberfdrtiär HauIch dem bte TerpHcq.ng ber Dclangenen un erlieg!, ber O^eraullefer SchnutzIer, ber E.ihardi ba» Esten zu brin­gen hatte und ber Bademeister Zur Unterstützung der Leipziger striminalpolizei lei der 5 ibnbuag nach Ehrhardt ist eine Anzahl V rl ner Kriminal- l am en nach Leipzig gelommcii. D e bl$l>e igen Feststellungen Halen c geben bab de. F^üch Ung durch ba« Tor nach bem Künigjplatz i i« F c.c ge­langt ist Die Tür. die leit Zih en ve.sch'.ol'en ist, ist von auhen mittel« Rachsch'üll.sts gedfinet wötben Die> war nur von innen verriegell Ehrhardi brauchte allo nur ben Rjeg-.I aulju- zieben, um in« Freie zu gelangen Die Ver­öffentlichungen. Die bei O e.re.chsanwalt an den Leipziger P 1 a k a 11 ä u l e > hat anb.In­gen lasten, linb vielfach beschäbig' Worten Belonder« sind bie Abbildung--n des Z uch'Iing« unkenntlich gemacht worben D:e Polizei w ist letzt baraushin. bah BesSäbi,,ungen tcJ Steckurnele» eine Begünstigung bei Fluch' C5 Hardts barstellen a.-ch strs'rechllich verfolgt Lerden.

wird." , , K , 1

Ist Kapitänleutnant Ehrhardt einauf- i rechter deutscher Mann"? Zwe.felloS ja. auch wenn er geirrt und gefehlt ha, und Jetzt ah$ i fiüchttger Hochverräter urnherirN. statt sei- nern Bateriande durch die unleugbare Tat- haft, die ihm innewvhnt. irgendwie nützlich zu werden. Unternimm! man es. abzuwä^en. was Shrhardi für da« Deutschland bei Nachkriegs­zeit geleistet hat und worin er politisch geirrt und gefehlt hat. so sinkt sehr wahrscheinlich die Wage zugunsten seiner Verdienste Man jolltc über den Anzeigen und Steckbriefen nicht über­sehen. daß Ehrhardt München. Berlin und Schlesien auS dem bolschewistischen Zusam­menbruch gerettet hat. Wenn heute Deutsch- land neue« Unheil droht, so ist eS doch etwas ganz andere«, al« was ihm kurz nach dem Kriege bevorstand Ms Anfang 1919 der SpartakuSsturm loSbrach und Deutschland dem russischen Schicksal ausgeliefert schien, da war «S Kapitän Ehrhardt mit seinen Leuten, der überall dahin geschickt wurde, wo eS aalt, einen eisernen Bestand von öffentlicher vrd- nunc Lufrechrzuerhasten. 3n Wilhelmshaven stellte er mil seinem Stoßtrupp von 200 Offi­zieren und Unteroffizieren sofort Ruhe £?r. 211« er sich dann mit seinen Soldaten der Re- fllerung zur Verfügung stellte, war ihr diese Hilfe in letzter Rot hochwillkommen. Ehr­hardt erhielt daS Kommando. Ebenso muhte Ehrhardt im März 1919 mit seiner Manne- brigade eingreifen, um Berlin von den Syar- takiste befreien Nachdem er unter TSLatr-* r ger-n Braunschweig operier! hatte, wurde et Enoe April 1919 nach München ge- holt. Die Bahevn wissen, wa« sie Ehrhardt zu verdanken haben. Zhnen drohte am LQljai eine Bartholomäusnacht. Denn die ..Bolls- beauftragten" wollten mit den Bürgerlichen gründlich und endgültig aufräumen Eine Ab­ordnung angesehener Münchener bat damals Ehrhardt flehentlich, schon in der Rächt ein- zumarschieren. Ehrhardt bewahrte die bähe» rische Hauptstadt vor einem Dlutbao, indem er in der Rächt zum 1. Mai auf eigene Faust bi« zum Hauvtbahnhof vordrang.

Und weiter: 3m Juni 1919 rief man Ehr­hardt schleunigst von München nach Berlin. Der Eisenbahnerstteik war auSgebrochcn, und neue SpartakuSputsche lagen in der Luft. 3m August desselben Zahre« bedurfte man seiner in Schlesien, wo der polnisch-bolschewistische Aufmarsch das Land in Flammen fetzte. Ehr- barfct hat damals Schiefien gerettet! 3m Sep­tember wieder in Berlin. Die Regierung brauchte Ehrha-.dt damals gegen Sporlakus. In den unwirtlichen Monaten Oktober. Ro- vember und Dezember lag Ehrhardts Marinebrigade tu den dürftigsten Rotguartte- ren und nährte fich von schlechtem Dörrgemuse. Ehrhardt räumte mft den heillosen Zuständen tm Döberiyer Lager auf.

Dann kamen die kritischen Märztage und der Kapp-Putsch. Ehrhardt hat dabei nichts audere« getan, al« was die Truppenfuhrer Hülsen, Löwenfeld. Trocha, Owen usw. taten, die längst amnestiert sind. Oder wollte der Staat«gericht«hof In der Verhandlung am 23. Zuli gar nicht mehr auf die Kapplage zu- rüdfommen, sondern nur bie Fäden ber b e - r ü d> 11 fl ten Organisation Cvnsu 1 aufdecken? Dann wäre die Haft Ehrhardtt nur Mittel zu einem mehr poittifchen als krimi» aaltsttfchen Zweck? And Hand auf« Herz 'Sdre Jetzt die Zett zu einem tnnerpolitischen SeusattonSprozeh geeignet geilen?

B1111 o 19. Zuli Wie die Blätter au« Leip- tia meldentouioc die Llnietlucyungsyatt der i n * c H i n Margaret« von Hoben- lo'b<-O«b ringen durch scharfe Madnab-men Sichert Die Prinzessin ist gezwungen. St r äs- (t*a«netbung zu (tagen unb barf sich nicht felbfi beSst^gen Die vier <Sesangnt«beamie. die im Wmmenbang mit der Ehrbardt« verhal- M worden sind, sind folgende Der Desängnr«-

Die Uebergrifie im Westen.

Essen. 19 Zuli <WTB> Polizeirat» rner vom hiesigen Polizeiprästdtum wurde gestern vor­mittag rr-r. tvt fcanzöjifchen Vetenungsbeyorde seit genommen und nach Werden abgeführt Gründe für die Festnabm« wurden nicht ange­geben Am 17 b an würben sämtliche Elfen- ba b n e r in Steele-Tvest von Franzosen ab- transportiert und ausgewieten Die Familien müllen in vier Tagen folgen

Ein neuer französischer Mord.

Berlin. 19 Zuli. Rach «in«r Meldung be« .Berliner Tageblattes" au« dem Ruhrgebiet schoIsen gestern früh an ben Grenzstationen mehrfach bie französischen Bosten aus Deutsche, welche die Grenz« passieren wollten, anehr c Personen würben verwundet Der Äil- lengehilfe bei ber Stadt Verwaltung von Geilen­kirchen. Zengerling, wurde in ber Olähe ber Station Drackel burch einen Schuh I ch w e r v « r - (ent -anb blieb ohne Hilfe zwei Stunben liegen AI« bie Franzosen die Hilfeleistung für ben Ge- troffen en gestatteten, war er bereit« tot

Ein deutscher Lebensretter!

Karlsruhe. 18 Zulb (WTB) Der Gast» witt Ma» Slabt In Kehl hatte twr etnlwre Zett zwei franzbs tlche Solbaten. bi« bei einer Pontonübung im Othetti m« Tßafkr gefallen waren, unter eigener Lebensgefahr von

Tode de« Gr tri nken« aerettet Wie wir hierzu weiter erst-!>ren, wurden Stabt etmg« Tage nach bem Vorfall durch den Delegierten bet Rbe,nlandkommissivn Oberftleuinarrt Rey in Kehl und durch bej, Kimimandanten be« Brückenkopfes e-M, Grr.eral Michel, Dank unb fSneuemruiig ausgeiprochen Auf die Aufforderung durch ben Tckgicrten. einen Ovunfch zu äuhern. erbat Flabt die Begnadigung ber lieben zum Tode verurteilten Deutschen im Ruhrgebiet Da« hieraus aus 2n- iaten bei Genera 1« Michel von FlW gefertigte Gnabenges uch hat ersterer sofott befürwor- teilt» an bie zuständige Stelle nach Koblenz wei­tergegeben.

Verwahrung gegen die Ver­längerung der Derdehrssperre.

Berlin. 18. (Juli. (WTB.) Die deut- sche Regierung hat aegen die feder Rechtsgrundlage entbehrende CBerlänge- rungder ^>elkehr«sperre zwischen oem besetzter und dem unbesetzten Gebiet in Pari« und Brüssel Verwahrung eingelegt. Die deutschen Berttetungen in London, Otom und Washington sowie beim Vatikan wurden be­auftragt, eine entsprechende Vorstellung zu er­heben.

Eine Lüge des französischen Rachrichtendlenstes.

Berlin. 18 Zuli. (WTB ) Vom fr an, 8» fischen Rachrichlendienst wurden Mel- bungen verbreitet, wonach bi« Essener Po­lizei ben Franzosen fünf Deutsche au «ge­liefert haben soll, bie angeblich Fernsprech- [eltungen zwilchen Esten und Kray zerstött haben. Wie wir erfahren, bandelt es sich bei dieser Dar­stellung um eine plumpe französische Fälschung der Tatsachen Der wahre Sachverhalt ist fol­gender Vor kurzem wurden fünf Personen we­gen Diebstahl« von Tesephonbraht verhaftet und in ba« Ellen er Gefängni« eingell eiert Gegen die Festgenommenen würbe Anklage wegen Dieb­stahl« erhoben Die Franzolen. bie von bem Ge­richt« verfahren Kenntni« erlangten, forderten die Herausgabe ber Täter mit ber Begründung es sich um Sabotageakte handle Die Wiener Po­lizei lehnte das Anlinnen ber Franzosen ab Die Franzofen verlangten sodann von dem Direkto­de« Unter'uchungSgefängniste« die Herausgabe der Gefangenen, bie selbswerstLnblich ebenfalls verweigert wurde. Daraus hin tourt) eher Direnre be« Unterfu4>ung«gefängnine« von ben Franzo'en verhallet. Die fünf Deutschen würben un-er Anwenburg von De walt au« dem beutlchen Gefängni« aehvtt unb in das französische Gefängni« gebracht.

Zwei Bürgermeister zv Sefäognts verurteilt.

Höchst. 18 3ult (WTBj Da« Krieg«- aencht des 30. französischen Arm--korr^.n Wiesbaden verhandelte geller gegen Bür­germeister Asch 'Höchst) fow- tegm meister Scholting IRted. £^e ®^bex«u' Grund der Verordnung 182 ber Intreallllerlen Ahernlandtommistivn (bett Bewachung ber^Bahn- übergänge und Aiederlastung ber odjeaxttrn \ va drei Monaten Gefängni« BerurteiÜ. Ruf diese Strafe wird die bnd Dgchen betrngeaM

Blatt 173. Zahrgaaz Dotmentag, 19. Jeß 1923

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen