Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. Zweites Blatt
Mtag, (6. März (923
Saturn
307CÄ45 208047'5
Danknote».
150 000 0EL
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11. März eimtL No lern-
28,83 643,140 618,-
124,70
Nrlel sm- 1276.— 3935.- 550).- 82«.-
28 75 21000 — 98475-
991.- 1101-
525- 6<H- 3735- 93,-
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Cckrwelzer Noten
ftrnntthlfctie Noien.......
Däni'stie Noten
Scbwedische 9to en
Holländische Noten
Tentsclr-Oe'terreich 4 100 Kronen Amerik mische Noten........
Englische Noien (fialienlfcbe Noten Belgische Noten Unnnvlfihe 9to en Tschechoslowakische Noten .. . 9iormenl)‘cbe Noten .......
Numämsche Noten
Spanische Noten
Antw.-Brüttel Hollind.....
Vonbon Paris Schweiz evnnien .... finiten iOssobon-Ovorto Dänemark... Norweaen . .. Schweden ... HeliinosorS. ..
Nennork Deutsch-Oelterr. Budoveit. .. Prag......
Agram....
28,97 640.40 622- 12L30
Deutscher Reichstag.
Berlin, 15. März 1923.
2luf der Tagesordnung steht die dritte Dr- ratung des Gesetzentwurfes zur Anpassung der Steuergesetze an die Geldent-
(9ftb 382x- 1'264.- 381«— 540) — 8na—
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Briek 1097.75 8268,10 9-124 \- 1-2^0.70 3889.70 323-iDL 1000,-
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Politik verursacht worden. Die von Poincarö derbe i geführte Reparationslatastrvphe für uns mit Währ ungskatastrophe uird dann Aur Fmanzkatastrophe geworden. Für die drückendste Derbrauchssteuer, die Kohlensteuer, sind ja gerade die Sozialdemokraten immer ein-
Turnen, Sport und Spiel.
• Langsdorf, 13. März. Bei dem Be- zirks-Winterturnenin Ridda konnten die hiesigen Turn schul er einen sehr schdr^n Erfrlq erringen. Es ist eine Lust, den 9 bis 14jährigen Knaben zuAusehen, die mit Feuereifer die edle Turnerei betreiben. Gerade in der jetzig« Zeit ist es doPPÄt zu begrüben, dah man auch hier dem Turnen immer mehr Aufmerksamkeit zuwendet. Llnd gerade unsere Schüler versprechen, dah im hiesigen Verein ein echter Turnergeist einzieht. Zu danken ist der Aufschwung neben dem altbewähr'en Turnwart Reitz noch dem Sind. Karl Roth. Das Resultat dies-rr Arbeit zeigte sich denn auch in Ridda, wo unsere Schüler sehr gut abgeschnitten haben, wenn man bedenkt, dah sie zum erstenmal an einem Dezirksturnen teilnahmen. Gustav D au sch errang einen ersten Preis. Karl Krämer, Ernst Krämer und Wilhelm Walther je den 5 Preis; außerdem wurden noch sieben Preise emmaen, so u. a. von dem 9jährigen Paal Dender der 8. Preis. Don den aktiven Tur- nern errang Ernst Jakob den 10. Preis, Karl Roth den 15. Preis. Der Zögling Ludwig Happel errang den 15. Preis.
b) bei einer Hausdame oder einem Hauslehrer mit einem monatlichen Darlohn von 150 000 Mark:
Darlohn im Monat
Geldwert der freien Station
CVelb 1682,30 8224.40 97755,- , 12V2.85 U 387 „30
3187,- 90'),-
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2837 678,30 61835 20V>0
15. Mörz PlmtL Notierg.
(MeO 10-2.25 8226 90 97755,-
1 74.30 8870.:»
82iGuC 995,-
399'(95 3778.05 5536.10
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3889.70 3208,-
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29» l 681,70 622.05 210,00
Abg. Dr. Helff erich (Dntl.): Wir haben im Ausschuß versucht, das Beste heransMölen. Auch ich halte diese Vorlage für ein unbefriedigendes Flickwerk, muh aber auf mildernde Um- stände plädieren 3n keinem orderen Land der Welt ist die Steuerlast für Besitz und Qkrbrau$ so angespannt worden, wie bei uns. Rachdem in der Mitte des Vvi-jahres die gewaltige Anspannung unserer Kräfte schon zu wesentttchen äleberfchüssen geführt hatte, kam der neue Druck der Sanktionen und Ultimaten, der uns wieder zurückwarf. Die Desehungsarmee am Rhem hat schon vor der Ruhrbesehung grohere Ausgaben fordert, als Deutschland 1913 für Peer und | Flotte zusammen aufwenk^te. ^Waren diese Sum- men der Reparation zugefuhrt worden, stände es bester um die ganze Welt. ^Sland leistet heute an Desitzsteuerm viel weniger als Deutschland. Das muh in der Welt bekannt werden, dam t das Pimpnartncbe zerrissen wird, in dem Deutschland ^bLlsig^chuldner hingestellt wird. Möge jeder für die Zerreihung dieses Lugenget^bes sorgen.' Diesem Wunsche haben aber die Ausführungen des Abg. Dr. Hertz nicht entsprvchM. Solche Ausführungen werden von ausländischen Presse zum Dolchstoh gegen uns benutzt Das Rc^chrichtenblatt des franko,lschen Propagandadienstes in Koblenz schreibt, ^r Sttmdung der Kohlensteuer werde Fionkceich bestohlen und bezeichnet die Kohlenmagnaten als ^e grohten Mfte, die sich auf Kosten Ab^
ton. Der Gewährsmann für dieses Blatt ist -Log. Dr. Hertz. (Bei diesen Worten kommt es zu befttgen Pfuirufen und Lärmszenen, und Ent- Etungskundgebungen richten sich gegen den Abg. fiert- SiefrVruft bem 2tebner ju: .Sl° wgm ia!“ 2Iud> von anberen Abgeordneten totrb gerufen: jSaunct! Lügner! 2.ner der groft. ten Derb re Her Deutsch and Z wil uni ter ■ SÄ STa&JSTS
»ich! burch eine fall*«
Abg. Dr. Hertz (Q.) betont, dab bie , schuhfassung noch viel weniger als die Regte- . rungsoorlage der Berücksichtigung der Geldent Wertung im Steuerwesen gerecht geworben lei. , Das völlige Versagen unseres Steuerwesens yaoe dazu geführt, dah Deutschlands schabende Schuld Ende Februar d. I. auf rund 4700 Milliarde , angewachsen sei. Auch Frankreichs Gewaltpolitik trage zur Erschütterung der deutschen Fm mz- wirtschaft bei, mindere aber nicht die Verantwortung derjenigen deutschen Kreise, w^che auf den Riedergang der Mark spekulierten. So seien I die Versuch des früheren Wirtschaftsmimsters Schmidt mit aktiver Währungspolitik auf den Widerstand einer geschlossenen Abwehrfront der bürgerlichen Parteien geflohen Alle Besiysteuern zusammen hätten nur 11 Milliarden Ertrag gebracht, also nur Vs des Betrages, den der Lohnabzug in einem einzigen Monat aufbringe. Von 100 Mark Steuereinnahmen würden in Deutschland nur vier Mart vom Besitz aufgebracht. Diese Zahlen mühten auch vom Ausland beachtet werden, da sie bewiesen, dah der deutsche Arbeiter steuerlich viel stärker belastet sei, als die Arbeiter aller anderen Länder. Auch in den deutschfreundlichen Kreisen Englands und in der I Schweiz verstehe man die Bevorzugung des Be- sttzes in Deutschlands Steuerpolitik nicht. Wir fragen den Reichsfinanzminister: Glaubt er die innen- und auhenpolitische Verantwortung tragen zu können für eine Zustimmung za diesen Aus- schuhbeschlüssen? R dner bemüht sich an Hand einer Reihe von Beispielen die Unmöglichkeit bat- zu tun, auf der Grundlage des Rennwertrs za versteuern, und fragt, ob die Regierung ein System verantworten könne, bei dem die Desitzsteuer nicht I einmal die Deranlagungskosten decke? Seine Partei werde die Vorlage in der Fassung der zweiten Lesung ablehnen.
Reichsfinanzminister Dr. Hermes: Die Ausführungen deö Vorredners büret wegen ilyrtr innen- und au Unpolitischen Wirckung nicht I uncvidersprochen bleiben. Es ist nicht richtig, dah I der Ausschuss die Vorlage lediglich verschlechtert habe. Jedenfalls kann man das von den De- stimmungenn über die Zwangsanleihe und ü>er die Zahlung nicht sagen. Sine Steuer- und Finanzpolitik auf lange Sicht ist bei den schwankenden Dalutaverchältnissen gar nicht möglich. Der Gesetzentwurf kann also gar nicht die Aufgabe einer automatischen Anpassung der S euerbeträge an die Geldentwertung lö ei. Was nun die Auslandsstimmen anbetrifft, so hat schon die DrüssÄer Sachverständigenkonferenz gerade die deutsche De- sihsteuer als zu überspannt bereichtet. Hedenfalls bürten wir die Zahlungsverpflichtung nicht so verschärfen, dah sie zu einer Hemmung der Produktion führen Dmtte. Die Beispiele des Abg. Dr. Hertz -haben die Kursschwankungen ker Wertpapiere nicht berücksichtigt und auch nicht den Umstand, dah sie infolge der Stützungsaktion der Mark vielfach um 50 Prozent gesunken sind. Wir wcllen die Stützungsaktion fortsetzen, aber es darf ' nicht verkannt werden, dah sie auch der legalen Wirtschaft schwere Opfer auferlezt. Die Ausschuf beschlüsse über Aenderunq der Tarife und über die beschleunigt« Ginziehung sind zu begrüben Redner appelliert an die Gemeinden, mit allen Kräften für die k^sch'.eunigte Einziehung der Steuern zu sorgen. Die Vorlage beseitigt den Zustand, dah bei Verzögerung der S euerzahlung ein Gewinn gemacht wird. Sie nimmt len Arbeitnehmern das Gefühl, dah sie ungerech behandelt werden. Es ist auch nicht währ, dah alle Lohnempfänger sofort eine Einkommensteuer von zehn Prozent zahlen müssen. Durch die Abzüge sinkt der Satz bei einem verheirateten Arbeiter mit ziwei Kindern auf 6 bis 7 Prozent, und 1921 wurden 18,6 Prozent der Lo'h isteuerpflichtigen überhaupt nicht zur Steuer veranlagt OKit der weiteren vom Ausschuh be'chlvf eten Milderung der Lohnsteuer sind wir einverstanden. Ob eine grundlegende Reform der Lohnsteuer zu erwägen ist, muh Aufgabe der Zukunft sern^ Oebenfalls ist eine Reuregelung der ganzen Finanzpolitik erst möglich, wenn wir Boden unter, den Fuhen haben Diese Vorlage betrachten wtr als erste Etappe zur Konsolidierung und Sanierung un
getreten, während wir ihren Abbau verlangten. Auch die Lohnsteuer ist von den Mehrhe.tssoz al- demokraten gegen unsere 6 ti nun en beschossen worden. Der Kurswert der Papiere ist auf l/s dev Vorkriegszeit gesunken, während der Reallohn der Arbeiter 80 Prozent dieses Satzes beträgt. (Widerspruch links.) Wir sagen jetzt: Es ist genug der Zerstörung, wir wollen auf rauen 1 (Lebhafter Beifall rechts.)
Abg. Lange-Hegermann (Z.) weist darauf hin, dah die von Dr. Hertz angeführten Deispiele mit ganz böser Einseitigkeit heraus- gesucht worden seien, um agitatorisch zu wirken. (Unruhe bei den Svz.) Die christlichen Gewerkschaftler stünden einmütig hinter der Zentrumsfraktion bei ihrer Zustimmung zu dieser Vorlage. Es sei nicht wahr, dah bei uns der Besitz zu wenig belastet sei. Man sollte doch versuchsweise auf ein Vierteljahr von den Diätenempfängern dieselbe Steuer einziehen, die der Besitz aufbringen müsse. Das Zentrum werde mit Vergnügen dazu bereit sein. Wir werden es begrüben, wenn Sie (nach links) einmal dieselben Opfer brächten, die jetzt schon das Bürgertum gebracht hat. . r
Abg. Dr. Molden Hauer (D. Vpt.) bezeichnet die Vorlage als einen Rotbehelf, der aber angewandt werden müsse, well eine vollständige Lösung in der jetzigen Zeit der wirtschaftlichen I Schwankungen nicht mög'.ich sei.
Abg. Keinath (Dem.) schlieht sich dieser Kritik an und sucht zahlenmähig nachzuweisen, dah in keinem Land der Welt der Besitz stärker i belastet sei als in Deutschland. Die Demokraten würden der Vorlage zustimmen, obwohl sie davon nicht befriedigt seien, forderten aber andererseits Einleitung einer grundlegenden Steuerreform.
Abg. Ä eenen (K.) lehnt die Vorlage ab, die nur eine neue Bevorzugung der Kapitalisten sei, und wirst den Sozialdemokraten vor, dah sie von der Möglichkeit, das Gesetz zu Fall zu bringen, keinen Gebrauch gemacht haben.
Abg. Dr. Hertz (S ) weist die von den bei» I schiedenen Rednern gegen ihn gerichteten Angriffe zurück und beschäftigt sich alsdinn mit der Person des Abg. Helfferich, den er als den Führer aller bürgerlichen Parteien in der Steuerpolitik ansieht. Die Entente schlage für ihre Propaganda viel mehr Kapital aus den nationalistischen Drvh- reben Hclfferichs, als aus den Einwendungen der sozialdemokratischen Redner. Die Ramen der Ermordeten Erzberger und Rathenau würden mit dem Ramen Helfserichs unlöslich verbundm ! bleiben. (Groher Lärm, der sich erst nach Minuten IC9L5>amtt ist die allgemein« Aussprache beendet. Di« einzelnen Artilel werden unter Ablehnung aller sczialdemvkratischen Anträge int wesentlichen in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. Sie Mehrheit wird von sämtlichen bürgerlichen Parteien gebildet.
Auf eine Anfrage des Abg. Lange- Hegermann (Zentr.) erklärt Ministerialdirektor P o p i tz, die Organisation des Württembergt- schnt Dankgewerbes hake leider beschlossen, oje I Ausrechnung der Zwang San leihe und Vermögenssteuer für ihre Kunden abzalehnen. Die Regierung könne keinen Zwang ausüben, würde es aber sehr bedauern, wenn die Erfüllung einer solchen staatsbürgerlichen Pflicht gerade von den Dankiers abgelehnt werde, die dazu am wenigsten Veranlassung hätten.
2lbg Dr R i e h e r (D. Vpt) erklärt namens des Zentralrvrstandes der Organifa I n deZ Bankgewerbes, dah die er es nicht billigen wu-L«, wenn sich die Dankiers ihren staatsbürgerlichen Pflichten entziehen würden.
In namentlicher Abstimmung wird die Vorlage mit 209 gegen 146 Stimmen bei drei «Stimm» I enfhaltungen angenommen. Die Gntsch'.iehung der Sozialdemokraten auf grundlegende Reform der Einkommensteuer mtt ve einfach ter Einziehung nach dem Dvrbilde der Lohnsteuer wird angenommen, ebenso di« vom Ausschuh eingebrachten ; Gntschliehungen. ,
; Freitag nachmittag 2 Uhr: kleinere Vorlagen, ' I Kdh.ensteuernov l'e. Sch uh nach 8 älhr.
älmstände haben zu dem Anschwellen dieser Well« der Furcht und des Aberglaubens beigetragen. Der eine ist di« Ankündigung, dah das Haupr der orthodoxen Kirche in Ruhürnd. der Patriarch Tichvn, den die Bolschewisten abgeseyt und ein- geledert haben, zum Tode Derart.i.t werd.n soll, und die Tatsache, dah Lenin im Sterben liegt. Rach Angabe eines Arztes, der ihn behandelte, soll der Leiter der Sowiet-Regierung nicht mehr länger als einen Monat zu leben haben. Auher der Arterienv«ckallung, an der er feit längerer Zett erkrankt ist, soll er an einem nervösen Zusammenbruch leiden, so dah er beständig schreit und laut betet. Sune Verwandten uid Aerzte erklären ihn für geisteskrank. Auch von den antern führenden Bolschewisten behauptet der Dericht- erftatter, dah sie sich in schlechtem «Aesundhetts- zustand beflnden, Tschitscherin ist sehr krank nach Moskau zurückgekehrt, u.rd Letwinow leidet an Herzverfettung.
* Der OKufiHenner. Jn einer englischen Zeitschrift lesen wir folgenden Dialog: Er: ^Das Stück, das du da spielst, ist nicht neu." Sie: .Rein, es ist von Mozart, er ist tot“ Er: „Wirklich?" Sie. .Ja. kennst du ihn nichtr Er „Rein, habe nicht das Vergnügen gehabt, wuhte nicht einmal, dah er krank war!"
Aus Stadt und Land.
Gissten, den 16. März 1923.
Der Natnralwert beim Stencrabznst.
Das Landesfinanzamt hat in unserem gestrigen Anze:gentell die neuen Bestimmungen über die Berechnung des Wertes der Ra- tural-undsonstigenSachbezügebeim Steuerabzug vom Arbeitslohn zur offentlidym Kenntnis gebracht. Zur Erläuterung die er Deslimmungen werden uns von amlltcher Seite die folgenden Derechnungsbeispiele mttge-
Dei voller Verpflegung einschliestlich Woh- ming, Heizung und Beleuchtung berechnet sich der Steuerabzug vom 1. März 1923 ab wie folgt: a) bei einer weiblichen Hausangestellten mit einem monatlichen Barlohn von 10 000 Mark:
Darlohn im Monat 10 020 juI.
Geldwert der freien Station 30 000Mk.
zusammen 40 000 Mk.
Hiervon 10 Prozent 4 000 ML
Diese Beträge ermäst'gen sich nach
§ 46 Einkommenstru -rgefetz in der txem 1. März 1923 ab gültigen Fassung:
für den Steuerpflichtigen selbst um
800 Mark, • __
für Werbungskosten 4000 Mark 4 800 Mk.
Steuerabzug 0 Mark 0 Mk.
*’ Der Februar-Gehaltstarif der Grosthandelsange st eilten. Man sch e-bt uns: Aus Antrag des Deutschnationalen Hand- lungsgeh l en-Derbandes, des Gewerkschaftsbun- des der Angestellten und des ZentralverbandeS der Angestellten hat der Demobckmachungskom- m.ssar in Darmstadt den Schiedsspruch des Schlich- tnngsausschusses in Giesten gemäß §§ 25, 28 der Reichsverordnung über Einstellung und Entlassung gewerblicher Arbeiter und Angestellten vom 12. Februar 1922 am 14. März für rechts- verbindlich erklärt.
*’ D i e Kriegergräber in Deutschland. Die Erhaltung der Graber der im Reichsgebiet bestatteten Kr.eger (Angehörige des ehemaligen Heeres und der Marine, der nach dem Waffenstillstand gegründeten Truppenrerbände. in Gefangenschaft gestorbene Zivilinternierte, wie HeereS- und Marineangehörige und Zivilinternierte der feindlichen Mäch.e) ist durch Reichsgeseh geregeU worden. Die Sorge für die Erhaltung liegt dem Reiche und den Ländern ob. An Grundstücken, die nicht in Reichs- oder Landeseigentum stehm, besteht zugunsten der Gräber ein dauerndes Ruherecht, d. y. eine allen anderen Rechten vor- gehende, nicht eintragungsfähige öffentliche Last. Dem Eigen.Ürner solcher Grundstücke kann nach Billigkeit aus ReichZmitteln eine Entschädigung gewährt werden Grabverlegungen von reichZ- eigenen Grundstücken dürfen nur aus besonderen Gründen mit Genehmigung der obersten Reichs- bzw. Landesbehördc erfolgen. O b ein Grab im Emzelfall als Kriegergrab anzusehen ist, entscheidet unter Ausschlust deS Rechtsweges die c berste Landesbehörde.
Landkreis Gicsicn.
• Trais-Horloff, 15. März. Die hiesige Ortsgruppe des "Hess. Dauernbuniei- summelte für das Deutsche Volk so Pf er 26 100 Mk. in bat, 48 Ztr. Kartoffeln, 33/< Str. Frucht, 10 Pfd. Dohnen und 5 Pfd. Dörrobst.
k, Aliendorf a. d. Lda., 13. März. Am Samstag hielt Heinz Wendel tm Auftrag ter Liga zum Schuhe der deutschen Kultur hier einen sehr gut besuchten Vortrag über ..Poincars und seinen Raubzug an di» Ruhr". Ei te unter den Anw- enden vorgr.rommene Sammlung für die R u h r h i l f e ergab die stattliche Summe von 55 000 Mark.
Heffcu-Nassan.
Frankfurt a.M., 15. ORärA. Während einer Verhandlung vor der Zivilkammer des hiesigen Landgerichts bedrohte der Angeklagte Heinrich Drenger den Amtsrichter mtt dem Revolver und fluchtete dann. Einen sich ihm entgegenstellenden Gei-ichtsbeamten verletzte er I durch einen Schuh in die Drust schwer. Der Revolverheld konnte später fest genommen werden.
fBermifcbtes.
Erdbeben.
Hamburg, 16. März (WB) Auf der hiesigen Hauptstation für Erdbebenforschung mürbe heute früh ein sehr heftiges Erdbeben auf 1300 Kim. Entfernung registriert.
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♦ Lachs-Rekords. Als ein R kord beim Oachsfang wurde kürzlich die Erbeutung eines Fisches von 64 Pfund Schwere bezeichn^, die in einem See von Cumberland getana. Wie Im Anschluß daran in einem englischen Blatt aus- geführt wird, ist dies aber durchaus noch nicht der höchste ^Lachs-Rek-vrd". Diese Fische werden an der amerikanischen Küste des Stillen Ozeans noch sehr viel schwerer, und 1911 wurde in einer Fülle zu S«title ein Lachs gefangen, der 154Vs Pfund schwer war Das dürfte der Weltrekord sein. 3n England selbst aber sind ebenfalls !chon schwerere Lach'« von glücklichen Andern erveutet worden. So berichtete der Fischerei-Inspektor von Schottland Calderwood im Iatzre 1908. dah im Forth unterhalb von Stirling ein Lachs mtt einem Gewicht von 103 Pfund gefangen wurde. 1916 wurde in Angler-Zeitschriften von einem Lachsfang gemeldet, bei dem ein Fisch 90 Pftind wog: er war 5 Fuh und 3 Zoll lang. Diese beiden Lachse dürften die gewichtigsten fein, die jemals aus englischen Wafsern gewonnen wurden. In Irland wurde vor einiger Zeit ein Lachs von 8P/.. Pfund gefangen und in Manchester aus- gestellt. 3m vergangenen Oktober erbautet« eine angelnd« Dame Mih Ballantine im Tay emen Lachs, der 61 Pfund wog: es bedurfte 2—3 S nahen harter Arbeit, bevor sie dieses Riesentier ans Land bracht« Das ist der schwerst« Lachs der jemals der Angel einer Dame zum Opfer gefall n ist. Dieser Leistung kommt am nächsten die Deute der Lady Haworth, die 1911 in Rorwegen einen Lachs von 537j Pfund fing.
* Der Geist im Kreml- 3m Moskauer Kreml, dem Ha-iptguartier der Sowjet-Herrscher, soll gegenwärtiz der Geist eneZ ermordet n Patriarchen umgehen und abergläubische Furcht erregen. Sv meldet wenig tens der Derichterstastt^ der „Daily Mail" aus Moskau, der zugleich aufsehenerregende Einzelhctten über Lenins © e - sundheit mtiteilt Die Schildwache, die den Geist zuerst sah, befindet sich im Irrenhaus, erzählt er. Alle aberg'äubischen Vorstellungen, die in jeder russischen Seele mächtig sind, leben letzt toieber auf, und die Kirchen find überfüllt. Zwei
Handel.
Berlin, 15. März. Devisenmarkt. Der Handel in Devisen erfuhr keine Belebung. Dei ganz geringfügigen ilmfätjen blieben die Preise nahezu unverändert, eher war eine leichte De Festigung zu bemerken. Devise Reuyork wurde amtlich mit 20 875 notiert. Für Effekten machte sich eine leichte Befestigung der Stimmung nach der gestrigen nachbörslichen Ermattung gellend.
Frankfurt aM., 15. März. Börsen- stimmungSbild. Am Devisen- und Rotenmarkt vollzog sich daS Geschäft recht lustlos. Der Dollar eröffnete mit 20 830. Dieser Stand blieb weiterhin unverändert. 3m freien Effektenoerkehr von Bureau zu Bureau wurden nur wenige stlmsätzv und größtenteils auf erniedrigtem Riveau getätigt Es hat den Anschein, das) sich an dev Dörse wieder ein Stimmungsumschwung vollzieht Die wenigen genannten Kurse lauten teils behauptet, teils schwächer. Auslandsrenten Uaen vernachlässigt Schiffahrts-, Montan- und Elek- trizitätsallien waren verschiedenllich an geboten, ilnrtotierte Werte lagen vielfach schwächer.
Star {fintier Dcd'semuarkt.
(Telegraphische Auszahluag.)
zusammen 200 000 Mk.
Hiervon 10 Prozent 20 000 OKI.
Diese Beträge ermäst gen sich nach
§ 46 Ernkommensteu n:gesetz in der vom 1. März 1923 ab gültigen Fassung:
für den Steuerpflichtigen selbst um
800 Mark, für Wer bungskost en 4000 Mark 4 800 Mt Steuerabzug 13 200 Mk-
Märkte.
Frankfurter Diehmarkt.
fpd. Frankfurt a. M, 15. März. Auf. trieb: 12 Ochsen, 5 Dullen, 39 Färsen und K ihe, 765 Kälber. 219 Schafe und 268 Sckweine. ES wurden bqahll für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber, felnster Qualität 200 000 bis 230 000 Mk., mittleixr Qualität 160 000 bis 200 000 Mk., geringerer Qualität 120 000 bis 150 000 Mk., Schife 90 000 bis 240 000 Mk, Schweine unter 80 Kilo 200 000 bis 250 000 Mk., von 80 bis 100 Kilo 250 000 bis 270 000 Mk., von 100 bis 150 Kilo 260 000 bis 280 000 Mk., über 150 Kilo 270000 bis 290 000 Mk. 3n allen Viehgattungen war schleppender Handel, Schweine hinterliehen ileber- stand.
(3n einem Seil der Auflage wiederholl.) Belgien für endgültige Regelung der Rcparationsfrage?
Paris, 15. März. (WTD ) Der Sonder» deric^erslaller der „3nformation" in Druslel will in einer Unterredung mtt belgischen polttischen Persönlichkeiten den ganz Aaren Eindruck gewonnen haben, dah die belgische Regierung, unterstützt von der öffentlichTn Meinung, auf den demnächst igen Verhandlungen die Reparationsfrage ein für allemal für Deutsch- lano zu regeln, und auf die Idee der internationalen Anleihe z u r u ck zu- kommen wünsche, die in fünf Jahren Ichrtit- toeifc die Reparationsforderungen zu begleichen ermögliche.
Frauröftsch-engsische Beratungen Über die türkischen Vorschläge.
Pari», 15. März. (WTD.) Der ftcn^ösische Delegierte bei der Konferenz von Lausanne begibt sich allein nach London. Er wird also nicht, wie angekündigt wurde, von Adnnral 2a« caje begleitet, um mit der englischen .Regierung über di« Haltung zu beraten, die gegenüber den neuen türkischen Vorschlägen eingenommen werden soll.
Eine neue Untat der Franzosen.
Münster, 15. März. (WTD ) In Bochum wurde die 13jährige Schülerin Dorot- schinskh von einem französischen Auto überfahren und getötet.


