Zreltag, 16. Februar 1923
175. Jahrgang
die
cinSarung teuer den Franzosen
südlichen S'.adtieil besetzen und den nördlich-rn.
wahret Ruhe und Besonnenheit, folgt den Weisungen der gewerkschaftlichen Organisationen!
Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer bis zum Nachmiltag vorher ohnejede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe jüt Anzeigen» 27 mm Breite örtlich 50 MK, auswärts 70 MK.,' für NeKi am«. Anzeigen von 70 in in Breite 240 Mk.Bei Platz» vorjchrljt 20'/, Aufschlag. Hauptschristleiter: Ang. tboetz. Beranlwortüch für 'Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumichern; für den Anzeigenteil: Hans Leck, sämtlich in Dietzen.
Bestellte Arbeit eines Kriegsgerichts in Amiens.
D e r l! n. 15. Febr. (WB.) Rach einer Ha. Vas-Meldung hat das Kriegsgericht in Amiens gestern drei deutsche Militärper- sonen, den Hauptmann Schmitz vom 48. Infanterieregiment, den Sergeanten Lösch von der deutschen Feldgendarmerie und einen Soldaten Werth wegen angeblicher Verbrechen, die sie während des Krieges in Frankreich begangen haben sollen, in contumaciam verurteilt. Die beiden Ersten sind zu 20 Jahren Zwangsarbeit und der Dritte zum Tode verurteilt worden.
Die Verkehrslage im Westen.
Essen, 16. Febr. (WTD.) In der Der- ke'hrslage hat sich wenig verändert. Die Kontrollstellen sind unv-rränderi. Dvn Dohw i n k e l wird gemeldet, da!: aus dem besetzten Gebiet überhaupt keine Güter he.ausgelassen werden. 3m Bezirk Köln gehen keine Güter durch, ebenso nicht im Bezirk Ludwigshafen. Her wird auch kein Expreßgut durchgelassen. Für d.e Einfuhr in das besetzte Gebiet ergeben sich bisher noch keine Schwier igkei'en. Die Güter werden ausnahmslos hereingelassen. Ungünstig ist die Lage in Elberfeld. 3n Richtung Köln steten durch die Sperre von Hengste: nur noch Rebenlinien zur Verfügung. Die Güterannähme'perre ist für Köln noch nicht ausgcHoben, allerdings gilt dies nicht für Lebensmittel. Man rechnet mit der Aufhebung der Sperre in allerkürzester Zeit.
Nr. 40
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poftscheülonlo:
Frankfurt a. M. 11686.
3 Milliarden Mark deutsches Volksopfer.
Berlin, 15. Febr. (WTD.) Am Donnerstag fand in der Reichskanzlei die er'"te Sitzung des Dertrauensausschusses de 3 deutschen Dolksopfers statt, der außer Vertretern Der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden zahlreiche Vertreter aus den alt- und neubesetzten Gebieten, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, der Wirtschaftsverbände, der Landwirtschaft, des Handwerks, der Presse, der Wohl.'ahrtspfleze, der Kirche usw. beiwohnten. Der Reichskanzler schilderte in großen Zügen die Entstehung des deutschen Volksopfers und teilte dabei mit, daß der Geschäftsstelle bisher rund 3 Milliarden Mark, außerdem mehrere hundert Millionen Mark in Devisen zugegangen seien. Richt berücksichtigt feien in diesen Zahlen die bei den Sammelausschüssen usw. im Lande noch liegenden zweifellos sehr erheblichen Beträge. Das Hilfswerk der Landwirtschaft habe dem Ruhrgebiet bis 6. Februar rund 403 Eisenbahnwagen mit Lebensmitteln zugeführt. Zur weiteren Durchführung des Hilfswerkes wird ein Arbeitsausschuß gebildet. Te'chwssen wurde, sofort für das rheinisch-westfälische Gebiet rechts des Rheines 503 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen und entsprechende Summen für Die übrigen besetzten Gebiete zur Ausschüttung zu bringen, sobald dort die erforderlichen Unterausschüsse gebildet sind, die eine gerechte Verwendung der Mittel gewährleisten.
Ausweisungen.
Wiesbaden, 15. Febr. (Wolff.) Die Rheinlandkommission hat mit sofortiger Wirkung folgende Beamte ausgewtesen: den Bürgermeister Trapers' in Wesbaden, den Oberregierungsrat Vo Icker bei der Regierang in Wiesbaden, den Direktor des Versorgungsamtes in Wiesbaden v. Soeben und den Direktor der Oberrealschule in Wiesbaden, Höfer, Führer der Wiesbadener Demokraten.
den französischen Truppen cinschifßut. Die Entscheidung soll, w'.e von litauischer Seite weiter b.-liaup'et wird, demnächst e -folgen. Von litauisch 'e Se te wird ferner berichtet, es sei eine Ver- dabin getroffen worden, daß die Li-
Von der Haltnnq Amerikas.
Reuyork. 15. Fchr. (WT2) Durch Funk» spruch. Rach einer Meldung der .Reuyork Times" aus Washington heißt es in einer von einem republikan feben W tgliede des Kongresses, Voigt, eingebrachäen Entschließung: Der französische Einmarsch in das Ruhrgebiet ist eine K r i e g s ha n d l u n g gegen die Dahin- siechenden und Wehrlosen. Die Entschließung weist darauf hin, daß der französische Einbruch in das Ruhrgebiet den deutsch-amerikanischen Handel in Getreide. Baumwolle usw. ernstlich störe und die Erzeugerkreise der amerikanischen Farmerbevöllerury schädige. Diesen Handel zu schützen, hätten die Vereinigten Staaten das Recht und die Pflicht ohne Rücksicht auf die durch den Einmarsch ins Ruhrgebiet aufgeworfenen moralischen Fragen.
zösischen Minister für öffentliche Arbeiten, Le Trocquer, um 11,30 Llhr begonnen und ist kurz vor 2 ilbr zu Ende gegangen. Englischer- seits wohnten den Beratungen bei: Donar Lato, Lord Curzon und Lord Derby. Das englische Kabinett wird sich mit den auf der Tagesordnung stehenden Fragen heute nachmittag wa.)r,ch:inlich in einer besonderen Sitzung befassen. Die gemeinsamen Verhandlungen werden morgen vormittag 11 Uhr fortgesetzt.
Das tiirki chc Ultimatum für die Kriegsschiffe in Smyrna.
Paris, 14. Febr. (WB.) Havas. Die alliierten Oberkommifiare in Ko.ista iti.wpel haben dem Vertreter der Regierung von Angora, Adnam Bey, die Antwort Großbritanniens. 3'al ens und Frankreichs auf die türkische Rote übergc b.n. worin die Abreise der alliierten Kriegsschiffe, die in Smyrna vor Anker liegen, gefordert wird. Die alliierten Regierungen lehnen es ab, den türkischen Forderungen stattzugeben. Immerhin ist man in französischen Kreisen der Ansicht, daß, wenn die Türken auf ihr Ultimatum, das für die Alliierten eine Herausforderung bedeutet, verzichtet, die Alliierten ihrerseits einen gleich versöhnlichen Geist im Interesse des Friedens zeigen mühten, um den Türken zu beweisen, daß die Alliierten keinen Hintergedanken haben. Sie würden dann von den 23 Schiffen, die augenblicklich in Smyrna liegen, nur zehn dort belassen, das ist genau die gleich: Zahl, die sich vor dem Waffenstillstand dort befand. Auf diese Art Wwden Du Alliierten thr Recht, Kriegsschiffe in türkischen Hoheitsgewässern zu belaßen, vollkommen wahren, während sie gleichzeitig ihre Mäßigung bewiesen, um eine endgil.tige Regelung der Streitfrage herbeizuführen.
Aus dem Reiche.
Eia Urteil des Staatsgerichtshofs.
Leipzig, 15. Febr. (WB) Auf die beim Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik eingelegten Beschwerden der verschiedenen Ortsgruppen des „Bundes der Riederdeutschen" gegen die von den Ministerien in Mecklenburg - Strelih, Mecklenburg - Schwerin, Lippe - Detmold und vom Senat der Freien Stadt Hamburg erlassenen Verbote und Auflösungs- Verfügungen hat der Staatsgerichtshof die Verbote der betreffenden Landeszentralbehörden grundsätzlich aufgehoben, weil der Beweis nicht erbracht worden war. daß die vom Bund angestrebten Ziele gegen das Gesetz zum Schuhe der Republik verstoßen. Rur die Beschwerde gegen das vom preußischen Ministerium des Innern ergangene Verbot ist verworfen worden.
Die neuen TeuerungSzuschlage.
Berlin, 15. Febr. (Wolff.) Im Haushaltung sa u s s chu h des Reichstags wurde der elfte Rachtrag zum Etat 1922 angenommen. Dom 1. Februar ab werden demzufolge zu Gnm^g:k»alt, D'äten. O. t?zufchlag und Kinderzuschlägen 942 Prozent als TeuerungSzu- schlag gewährt. D«r Frauenzuschlag wurde auf monatlich 12 000 Mark erhöht.
Reue Lohnsätze im Duchdruckgewerbe.
Durch Schiedsspruch des Zentral-Schlich- tungsamts der deutschen Buchdrucker ist der SpitzeVohn im Duchdruckgewerbe mit Wirkung vom 19. Februar ab auf 57 033 Mark für die Woche festgesetzt worden. Auf die jetzt lausende Woche ist eine Teuerungszulage von l/fi des jetzt gültiaen Tariflohnes zu zahlen. Diese Lohnsätze in Dwoindun; mit den gettiegenen Materialkosten erfordern eine Erhöhung der gegenwärtigen Druckpreise um 75 Prozent.
Aus dem Dahrischeu Landtag.
München, 15. Febr. (Wolff.) In der Vollsitzung des Landtags erregte die Erklär
ist Fremden jede Derpflegungsmögli'chi'eit genommen. Etwa zwanzig französisch^ Offiziere drangen in die Küche des Hotels Vereinshaus ein und nahmen dort das für die Familie des Direktors und für die Angestellten hrrgeriH'.ete Essen fort. Die Rervosität der französisch:'.! Desatzungstruppen nimmt immer mehr zu. Es werden weiterhin schv.re Mißhandlungen von Stiaßenpassanten durch französische Truppen gemeldet.
Essen, 15. Febr. (WTD.) Das gewaltsame Eindringen der Franzosen in Gastlvkale und Lebensrnittel e'chäfte ist auch heute fortgesetzt worden. In einigei Lokalen wurden die Gäste wiederum h^rausge:rieben. Mit Gewalt nahmen die Eindringlinge Getränke und Lebensmittel.
Die gestrige„Wilßelm Teil"- Ausführung im Stadttcheater führte zu spontanen Kundgebungen. Das Publikum sprach beim Rütli- schwur stclhend die Schlußworte nach und fang das Deutschlandlied.
Eine von über 1000 gastwirtschaftlichen Angestellten besuch e Versammlung faßte einstimmig den Deschuß, vom 15. bis 16. Februar mittags 12 Albr in einen Proteststreik zu treten. In einer einstimmig angenommenen Entschließung lehnen die East wirtsangestellten es ab, den Befehlen der französischen Soldaten und Offiziere Folge zu leisten.
Essen, 15. Febr. (WTB) Seit heute mittag durchfahren zahlreiche Panzerautos die Straßen der Stadt. Das Rathaus wurde in den frühen Ra ^Mittagsstunden umzingelt und beseht. Gegen 4 älhr fuhren Panzerauws zum Theaterplatz. Eine große Anzahl französischer Soldaten drang in das Theater ein, wo ein Doppelposten aufgestellt wurde. Der Zweck der Bewegung ist noch unbekannt.
Mitcheinfuhr ans Holland.
Berlin, 15. Febr. (Wolff.) Das R-eichsmi- niftetium für Ernährung und L.v.rdwirtschaft leitete zur Hebung ter im widerrechtlich besetzten Gebiet durch den Einfall entftanbenen Milch- n o t die E i n f u hr von täglich 50 C00 Liter Milch aus Holland in die Wege. Da infolge des schlechten deutschen Wechselkurses die Milch an die Bevölkerung zum Gcsdehungspreise nicht a>- gc.setzt werden kann, stellte der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft im Einver.rehmcn mit dem Reichsminister der Finanzen aus den dvn den gesetz.g'.'b.nden Korperschaf .en bewilligten allgemeinen Mitteln die Btiräge zur Deßügung, die zur Verbilligung der Milch auf den Inlandspreis erforderlich sind. Reben der Einfuhr holländischer Frischmilch tourte durch di: Zuweisung von kondensierter Milch und M i l ch p u l- v e r versucht, der dringendsten Milchnot abzuhelfen. Die Milch^uweisung beschränkt sich nicht auf daS Ruhrgebiet, sondern umfcht auch He S ädte des altbesetzten Gcbi.-ts, soweit i're Milchpepo gungs- lage ein Eingreifen des Reiches notwendig macht.
Das neue Meinclcr Laudes- direktorinm.
Memel, 15. Febr. (WTD.) Heute mittag wurde die Mcmreler Landesverwaltung von der Regierung Simonaitis an das neue von der Sonderkommsfion ter Dotschafterkonsevenz in Aussicht genommene Landesdirektorium (Lcmk^spräsilent Gailius, Direktoren: Dorchert und Dirschkus als Litauer, Falk undPannars als Dmtsch«) übergelen. Der Oberkommissar Petin« wird, wie von litauischer Seid: er Härt wird, sich nach der Entscheidung über das Memelgebiet mit
Der Reichskommisfar für die besetzten Gebiete gegen die Zumutungen der Franzosen.
Berlin, 15. Febr. (WTD) Der Reichs- kvmrnissar für d i e besetzten rheinischen Gebiete hat der Interalliierten Rhein- landkommission in der Frage der Besetzung der Höf ui von Wesel und Emmerich folgende Rote über geben:
Mit Ichrcm Schreiben Rr. 2743 haben Sie mir im RameiZ Ich ec Regierung zwecks Weitergab: an meine Regierung zur Kenntnis gebracht, daß die Häsen von Wesel und Emmerich am 13. 2. durch belgische Truppen beseht werten sollen. Gleichzeitig teilen Sie mir mit, daß unter dem Schutze dieser Truppen Detachements von belgischen Zollbeamten Besitz von d.n Zöllen in Vie.en Häfen ergreifen toetfxm. Sie sprechen In Ihrem Schreiben weiter aus, daß die belgische und französische Regierung darauf rechnen, i-aß die nöligen Schritte seilens der deutschen Regierung ün- tetnommei werten, um jeden Ztoische,.fall zu ver- meiben. Ich sehe mich nicht in der Lage, derartige Mitteilungen an meine Regierung weiterzuleiten, und to.f im übrigen darauf aufmerksam machen, daß mein Auf gab n kreis auf das vertragsmäßig b.fehte Ge;i:t beschränkt ist.
Berlin, 15. Febr. (Wolff.) Der Rcichs- kvmmifsar für die besetzten Rh.ünlande, Fürst Hatzfeldt-Wildenbruch, l ge g g n eine Reitze von Maßnahm-m der Rhein.a.tdkommission Verwahrung ein. Er erhob insb-esvndere Vorstellungen gegen das Dor bot des Läutens der Kirch:ngloch:n am Tvauerf> nntag. das von einzelnen 5X1 gierten der Rhrinla.ldlonrmission den tzohcn kirchlichen Behörden in einer Form mit» geteilt worden war. die keineswegs der sonst üblichen Art des Verkehrs mit solchen Stellen entsprach. Ferner wandte er sich gegen die Amtsenthebung des Lan^wates und des Bürgermeisters von Mörs, und gegen die Verhängung des Belagerungszustandes über den B.zirk Mörs.
Die Rheinlandkornrnisfion beantwortete darauf die verschiedenen Roten des Reichskommissars in einem kurzen Schreiben dahin, daß sie es ab lehne, b?rartige Proteste gegen ihre Anordnungen zu erörtern irnb daß sie zukünftig solch: Schreiben nicht beantworten werde.
Die Reparationskommission über neue „Verfehlungen"
Deutschlands.
Paris, 16. Febr. (WTB) Die Repara- tionskommifslonhat von der Roe der deutschen Rücklieferungskommissron vom 29. Januar 1923 Kenntnis genommen, die den Verband von Maschinen und Material, das an Belgien und Frankreich zurückzuerstatten ist, äufhält. Sie stellte mit 3 Stimmen bei einer Stimmenthaltung, der des englischen Delegierten, eine Verfehlung Deutschlands fest. Die Konimission stellte mit 3 Stimmen eine Verfehlung hinsichtlich der Stickst ossleferung, die Deutschland 1923 liefern soll, fest und teilte den beteiligten Ländern mit. sie mochten kraft des Vertrages ihre Kohlenanforderungen für 1523—1924 bekanntgeben.
Der skandalöse Fall in Gelsenkirchen.
EN en, 15. Febr. (WTB) Zu Verteidigern des verhafteten Polizeipräsidenten und der übrigen Polizeibeamten aus Gelfenkirchen sind die Rech'sanwälte Richter aus Recklinghausen und Dr. Fröhlich aus Essen bestellt worden. Cereser ist fcute vormittag von einem französischen Oberster als dem Vertreter des französischen G-mcrals empfangen worden. Dabei ist ihm mitgeteilt worden, daß es sich noch nicht um ein Gerichtsverfahren, sondern nur um eine r;in militärische äln'e Wuchang des Vorfalls in Eelsenkirchm handle, rnsol edessen könne Fröhlich vorläufig noch k-'fne Sprecherlaubnis egalten, öe nach dem Ausgange der äln'ersuchung würde die Freilassung der Iwhnftier'te i erfolgen oder das Gerichtsversa'h.en ero f et werden. Dr. Fröhlich hat darauf hrngewiesen, daß der le.haftete Poliz ipräfident Stieler Mitgl'.ed des Preußisch:» Abgeordnetenhauses ist und als solcher wohl auch nach dem sranzösifchm Rocht Anspruch auf Immunität habe. Der Oberst hat versprochen, dieS seinem Gere.al vorzutragen. EinTeil der verhafteten Polizeibeamten ist heute abend nach dem ersten Verhör wieder frei- gelassen worden.
Gelsenkirchen, 15. Febr. (WTD.) Heute mittag fanden sich auf Einladung der örtlichen Prelle Vertreter der ausländischen Zei- tu n g e n aus Essen und Gelsenkirchen ein, am die von den Franzosen während ihres Hierseins zerstörten ü n t e r I u n f t d r a u m e, vor allem das völlig zerstörte Wohlfahrtsamt für Kriegshinterbliebene und Sozial- und Kleinrentner zu besichtigen. Durch Augenschein and an Hand von Protokollen von ‘Beamten, und Zivilpersonen wurden die gemeldeten Verwüstungen und Mißhandlungen erhärtet.
Militärische Vorbereitungen in Esien.
(Berlin, 15. Febr. (Priv.-Tel.) Der Prv- test st reif be- städtischen Angestellten und Arbeiter von Essen gegen die Verhaftung des stellvertretenden Oberbürgermeister^ Schäfer, dem dir gesamte Geschäftswelt EssrnS sich angeschlossen hat, yat heute vormittag 11 Uhr begonnen. Sämtliche Ladengeschäfte und Bureaus waren gcschlos- fen und die Fenster verhängt. Durch den Streck
Die Debatte
im englischen Parlament.
London, 16. Febr. (WTD.) Der Arbeiterführer Clhne e öffnete die gestrige Debatte über die Antwort auf die Thronrede. Er brachte den kereits gemeldeten 21b» ändernngsantrag ein. in dem er erllärt, die Rede Donar Laws über Frankreich und Deutschland sei freimütiger als alles, was das Mnle:- haus seit langer Zeit zu hören ce wohnt war, gewesen. Frankreichsei offenbarimmer noch von der Furcht beherrscht. Diese Furcht werde solange andauern, als das hauptsächlichste französische Wwkzeug die Gewalt sei. Zur Orientfrage bemerkte Clhne, was auch immer die Dllchlüsse der Angoraregierung sein w:rden, die Arbeiterpartei werde sich jeder Diplomatie widepsehen, die darauf ausginge, bri- tisch.s Tlut ©egen auswärtiger Oelfelder zu vergießen.
London, 15. Febr. (WTB ) Im H n_t er - Haus fragte ein Mitglied, ob die französisch: di: b itisch: Reg'erung aufgefordert habe, einen Teil der von England b.'sehten Zone der franzö- zösifchm Zone zuzuteil^n, hauptsächlich was Die wichtigsten Bahnlinien in der englisch besetzten Zone b:treffe. Der älnterstaatss:kretär im Auswärtig m Amt, Mac Reill, sorgte, die französische Regierung h-abe ein solches 21 ifinnen nicht gestellt. Wedgewood fragte Bonar Law, ob die Vertreter der französischen Regierung, die gegenwärtig in London seien, dese Frage nicht aufgeworfen hätten. Donar Law erwiderte: Heute mittag hat eine Sitzung mit den Franzosen siattgesunden und ist auf morgen vertagt worden. Ich kann deshalb im Augenblick unmöglich eine Information geben.
Di: Mitglieder der französischen Delegation, die nach ihrer ursprünglichen Llbsicht heute nachmittag nach Paris zurückketzren wollten, bleiben bis morgen noch in London, um die heute vertagten Verhandlungen sortzusehen.
Le Trocquer in Paris.
London, 15. Febr. (WTB.) Minister Le Trocquer ist nach einer Reutermeldung in Lvn don eingetroffen, um mit der britischen Regierung über die Benutzung der Eisenbahnen in der brrttschen Zone des Rheinlandes durch die Franzosen zu verhandeln.
Paris, 15. Febr. (WTD.) Rach einer HavaSmeldung aus London hat die Konferenz deS englischen Kabinetts mit dem fron«
Ein neuer Aufruf der Bergarbeiter-Gewerkschaften.
Dortmund, 15. Febr. (WTB.) Die Bergarbeiter - Gewerkschaften erlassen folgenden Aufruf an die Bergarbeiter des Ruhrgebiets:
An die Ruhrbergleute! Die Ereignisse der letzten Tage, wie Mißhandlungen und Verhaftungen von Funktionären der Arbeitnehmerorganisationen, besonders der Bergarbeiterverbände, zeigen mit Deutlichkeit, daß die Besatzung versucht, die Arbeiterschaft zu provozieren. Die bisherige ruhige aber entschlossene Llbwehrtaktik wird den Eindringlingen unbequem. Sie versuchen, durch eir e i cl gemeiner Auf stand te: Arkeiicr und durch blutige Zusammenstöße mit diesen ihr Ziel zu erreichen, was ihnen bisher nicht möglich gewesen ist. An die Bergarbeiter richten wir deshalb die dringende Mahnung, sich nicht provozieren zu lassen, sondern Ruhe und Besonnenheit wie bisher zu bewahren. Rur dadurch wird es gelingen, den Abwehr- kampf gegen die Fremdherrschaft siegreich zu beenden. Dem französisch- belgischen Imperialismus wäre nichts erwünschter, als ein allgemeiner Aufstand der Duhrbevölkerung. Die Kvinmunisten und die Rnionisten, die fortgesetzt nach dem Generalstreik rufen, unterstützen bewußt oder unbewußt die Pläne Poincares. Kameraden, tretet diesen Seneralstreckpropagandisten entgegen,
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
vnick und Verlag: vrühl'sche Universllätr-Vuch' und §teindruckerel H. Lange in Gießen. Schrlftlettung und Geschäftsstelle: ^chulstraße 7.
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