U3. Jahrgang
Dienstag. 16. Januar 1923
nicht unwahrscheinlich.
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senbrücke. Die Drücken über die Dange
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Ltaatsfekretär Hughes auf Reisen^
London, 15. Jan. (WTB.) AuS Was. hington wird gemeldet: Staatssekretär Hug- heS erklärte, daß er der panamerikanischen Konferenz in Santiago de Chile persönlich beiwohnen und im Anschluß daran andere süd- amerikanische Staaten zu besuchen beabsichtige.
Ur. 13
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Einstellung der Kohlenlieferungen an Frankreich und Belgien.
hochgezogen. De Franzosen scheinen sich auf die Verteidigung der Präfektur zu beschränken. Äan hör: lebhaftes Feuer im \iw besetzten Teil der Stadt. Die Betriebe V alle verlasse.!, da die Arbeiter sich auf die
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vatoven und Kipper plötzlich mit hartem Ruck die Arbeit einstellten ur) ihre Last In der Luft schweben ließen; von den Verkaufsläden rasselten in allen Städten und Dörfern des Ruhrgebiets die Rolläden herab und das Rädersausen. brs als ewige 2111- tagsrnu tt über dem ganzen Bezirk liegt, setzte aus. Totenstille toat ein. — 3m Direktionszimmec des Kruppschen Werkes in Essen erschien kurz vor 11 älhr ein Vertreter des französischen Ortskommandanten und verlangte den Betriebsrat zu sprechen, aber erst nach Beendigung der Arbeits- ruhe wurde die Aussprach-e zugrsagt.
Rach einer Meldung oes ..Bo
Essen weigern sich die Bergarbeiter anläßlich der Besetzung des Ruhrgebiets ab heute, äleberschichtenzu verfahren. Diese Wetze .u :g er st re kt sich nur auf das neubesetzte Gebiet.
fpd. Wiesbaden, 15. Ian. Die Be - satzungsbehörde verbot die für heule dd mittag vo g s hen« ha b' ündige Arbeitsruhe. Cb:n a 13 wur.e das He ab assen von Rolläden als Leichen der Geschästs'pause unterlagt Jede Zuwider harL'.unq wi.d von der französische-: Behörde als Beleidigung angesehen und schwer be- flrait Schutzleute mußten bajüc sorgen, daß in keinem Falle die Rolläden geschlossen waren.
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die Möglichkeit von älebereinkommen VviHänden ist, und die italienische Regierung arbeitet in diesem Sinne. Es würde ein schwerer Fehler von Deutschland sein wenn es eine solche Möglichleit zurückaxnse. Mus olint fuhr fort: Anscheinend ist zwischen dem französischen Kommando und einigen 3ndusttnellen des Ruhrgebiets eine Entspannung ein getreten. Es scheint auch, daß die Arbeitermassen den Kontrollmaßnahmen keine übermäßig groben Schwie igkeiten bereiten. Der Verfalltag für die deutschen Zahlungen ist vom 15. Januar auf das Ende des Monats verschoben worden. Infolge- des'en stehen 14 Tage zur Verfügung, um eine Lösung der Frage herbeizuführen Eine Annäherung Frankreichs an den in London vorgelegten itallenischen Plan über die Reparationszahlungen
Deutscher Reichstag.
287. Sitzung, 2 älhr nachm.
Berlin. 15. Januar 1923
Präsident Löbe teilt bei Eröffnung der Sitzung mit, daß zur Erledigung der Anträge aus dem Hause und der kleinen Anfragen der Mittwoch jeder Woche vorge e>en ist. Boi Schlüße anträgen wird künftig je einem Redner dafür und dagegen das Wort erteilt werden.
3n allen drei Lesungen genehmigte der Reichstag den Rechtsschutz vertrag mit
' stellen lassen.
Bei den Besprechungen zwischen den französischen Deoollmä htigten un) den D rrtretrrn der .Zechenverbände wurde von deutscher Sie den Franzosrn von dem Telegramm des Reichs- lohlenkommis ars Kenntnis gegeben und mit^eldit, daß daraufhin die Zechen die Kohlenlieferung:n <rn Frankreich und Belgien e'-ngrstellt hätten. Dcrr.ru hir wurden die anv senden deut chen D r- tceter gefragt, ob sie für die vo t r-nen oert et.nen Zechen verantwortlich seien. Als sie die Frage bejahten, wurde einem jeden gegen Quittung ein schriftlicher militärischer ' Befehl zugestellt, die Lieferung von Repara-- , lionskohle an Frankreich und Belgien sofort wieder aufzunehmen. Namens der deutsch m Vertreter erklärte Fritz Lhyssen, daß diesem Befehle keine Folge gezeben werde. .Wir sind Deutsche," sagte Thyssen, „und stehen auf dem Standpunkt, daß wir nur den deutschen Gesehen unterworfen sind." Der französische Leiter der Sitzung erklärte daraufhin diese für geschlossen.
Paris, 16. Han. (WTD.) Einer Havasmel- bung zufolge ist gestern abend beschlossen worden, den für heute laufenden Befehl, die von Deutschland auf Äeparationskonto geschuldeten Kohlenmengen im Stadtgebiet Essen zu requirieren, vorläufig um 24 Stunden auf» zuschieben.
Die halbstündige Arbeitsruhe als Ieichen des Protestes.
Berlin, 15. (Jan. Wie die Blätter melden, wurde in ganz Westdeutschland heute vvrmlltag eine halbstündige Arbeitsruhe zum Zeichen des Protestes gegen di französische Besetzung des Ruhrgebiets auf alten Fabriken und Schächten sowie in den Geschäften. bei der Straßenbahn und bei den Behörden durchgeführt. Auch der Telephon- und Lelegraphenverkehr ruhte halostündig. Der Degrnn Md das Ende des Proteststreiks wurden durch Glockenläuten uno Heulen der gabrir» sirenen angezeigt. 3m Gebiete des Bruckrn- Zipfes Duisburg war die Arbeitsruhe von der französischen Desahungsbehörde verboten worden, ebenso war das Anlassen der Fabriksirenen und das Läuten der Glocken untersagt; trotzdem ertönten punkt 11 älhr die Sirenen und überall wurde abge st oppt. Es war On überwältigender Anblick, als die Kräne, Ele-
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^ 1923.
Mussolini über das Dorgrhen im Ruhrgebiet.
Kein Koutirrcntalbuud gegen England.
Rom. 16. San. (WTD.) 3m Ministerrat sprach Mussolini gestern über die Besetzung des Ruhrgebiets. Nachdem er an die Haltung der anderen Mächte gegenüber dem französischen Plan erinnert hatte, erklärte er: Italien hat Frankreich nur seine politische und technische Solidarität gewährt. Italien konnte sich nicht isolleren, ohne einen sehr schweren Fehler zu begehen, und es konnte sich nicht von den Maßnahmen zur Kontrolle des Kohlenbeckens fernhalten, well sie eine Frage von grundlegender Bedeutung für die europäische und italienische Wirtschaft find. Der Plan eines kontinentalen Blocks gegen England besteht nicht. Die italienische Regierung hat niemals einen derartigen Vorschlag- gemacht. Jedenfalls hätte sie niemals an eine kontinentale Vereinigung gegen Englcurd denken können sowohl wegen Der Bedeutung, die England im kontinentalen Wirtschaftsleben hat, als auch wegen der zwischen England und Italien bestehenden Beziehungen. Es ist im Gegentell wahr, daß die italienische Regierung Frankreich riet, soviel als möglich den militärischen Charakter in der Ruhrfrage zu beschränken und in dieser Hinsicht nicht die Möglichkeiten von äkbercinfommen zu^ückzuvxisen. Wenn eine be artige Entente, die Europa den Frieden geben würde, zustande käme, würde sie nach der Ansicht Italiens dock» nicht zum Ziele gelangen können ohne die Teilnahme und Zustimmung Englands. Italien hat keine Kohlen und tan-i sich nicht den Luxus von Venichtleistungen ober Isolierungen gestatten. Aoer es läßt sich leicht beweisen, wc.il es Wahrhett ist, daß die llaltenische Regierung sich auch bei dieser Gelegenhell von Ec Wägungen allgemeiner Art leiten ließ, die in der Londoner Denkschrift dargelegt sind, zam Schuhe der italienifchen Interessen und zur Wiederherstellung des europäischen Wirtschaftslebens. Die italienische Regierung ist der Ansicht, daß
Straße begeben. Kriegsschiffe sind noch nicht eingetroffen.
M e m e l, 15. Jan. (Wolff.) Um 1.30 älhr mittags kam die Bestätigung, daß auf der französischen Präfektur die weihe Fahne geh ßt worden ist. Die hier befindlichen Teile der Besatzung wurden entwaffnet. Bankdirektor Groh wurde, als er aus dem Fenster sah, durch einen Kopfschuß schwer verletzt. Ansctze.nend ist jetzt auch der Bahn- bof besetzt. DeritteneLttauer ziehen in die Stadt ein.
Memel, 15. Jan. (Wolff.) Heute mittag kam ein Trupp dvn etwa dreißig Litauern mit Gewehren und Maschinengewehren in das Zentrum der Stadt und ließ den Haupttrupp der Freischärler über die Börse »brücke herüber. Auch die französische Präfektur wurde von den Litauern besetzt: cd soll dort eine weiße Fahne gehißt worden sein. Der Stadtteil um die Kaserne und den Lotsen- turm ist noch in den Händen der Franzosen.
Tilsit, 15. Jan. (WTB.) Die litauischen Freischärler in Memel haben durch Funkspruch bekanntgegeben, daß die Litauer sich in Besitz der Stadt Memel befinden. Drei schwerste Minenwerfer und ein leichtes Maschinengewehr seien erbeutet und sieben Franzosen sowie 15 memelländische Schutzpolizisten gefangen genommen worden. Die wettere Deute sei noch nicht zu übersehen. Aach den letzten unmittelbaren Meldungen aus Memel herrschte dort heute nachmittag völlige Kampfruhe.
Hamburg, 15. Ian. (Wolff.) Bei der h'esigen Dienststelle der Marineleitung ging morgens vom Landesdirektorium Memel folgende Radiomeldung ein:
Die Meldung des amtlichen litauischen Telegraphenbureaus, ihm sei nichts bekannt, daß reguläre oder irreguläre litauische Truppen im Memelgebiet eingedrungen seien, stellen wir hiermit der ganzen Wett gegenüber als grobe Lüge fest. Es handett sich also nicht um eine Erhebung eines Teiles der im Memelgebiet ansässigen Einwohner litauischer Abstammung, sondern um ein von langer Hand vorbereitetes Einfallen litauischer Rationalisten, welche über die Grenzen des Memelgebietes mit kriegsmäßiger Ausrüstung eingedrungen sind. Mit Ausnahme der Stadt Memel haben die Eindringlinge das ganze Gebiet besetzt; wir protestieren gegen diese Bergewaltigung vor der ganzen Welt.
Bergwerksbesitzer könnten bet ©inlabung nicht Folge lei ft en, ba bie deutsche Regierung eine Anweisung geschickt habe, durch bie jede K o h l e n l i e f e r u n g an Frankreich ober Belgien, unter welchen Bedingungen auch immer, untersagt wirb. Das sei der Abbruch der Verhandlungen gewesen. Die bisher getroffenen Abmachungen seien dadurch hinfällig geworden. Angesichts vieles 'Versagens der deutschen Industriellen habe General Degoutte die Ausdehnung der französischen Truppenbewegungen angeordnet, bie heute um 7.30 älhr vormittags begonnen habe, um ihre Linien um 15—20 Kilo- meier in Richtung Dortmund vorzulegen. Der Berichterstatter verzeichnet, daß Im Ruhrgebiet eine allgemeine Verteuerung der Lebensmittel und ein Mangel an Brotgetreide eingetreten sei. Vor der Ankunft der Frcmzosen hätten die Deutschen mit dem Mehl eine sinnlose Verschwendung getrieben, in die die Franzosen erst hätten örbnung bringen müssen. (Das wäre also ein erstes Ruhmesblatt des Ruhrfeldzugs! Wer wird ba nicht an Tartarin erinnert?)
Cssin 15 Ian. (WTB) Auf das Telegramm des Rcich^kohlenkommis.arZ Haber sämtliche Zechen sofort die K o h l e n t i e f e r u n - gen an Frankreich und De lgien ein
getragene Kundgebung der Anhänglichkeit und öpferfreudigkeit wärmsten Dank. Wie das schwergeprüfte Essen in unerschütterlicher Treue zu Volk und Reich halten will, so wird die Reichsregierung alles im Bereich des Möglichen liegende tun, um das harte Los der Essener Bevöllerung zu lindern. Ganz Deutschland wird, des bin ich gewiß, der Stadt, mtt deren Namen die Erinnerung an des Reiches Kraft urauslöschlich verbunden ist, jetzt und in aller Zukunft die in schwerster Not be- w'.esene T.eue in Gesinnung und Tat entgrl.en.
Die We lern Entscheidung in der ReparationskonnnMon.
Paris, 16. Ian. (WTB.) Der diplomatische Mttarkeiter der Havasage.ttar glaubt zu wissen, Darthou habe in vollem Erwernehmen mtt D o i n c a r e uni> in älebereinstimmung mit seinen Inst uftionen sich mit seinem belg shen Kollegen Delacroix t-erflänttjt. eine gemeinsame Note zu verfassen, die die Reparationskommission aufforie.t sich morgen zu versammeln. um die letzten Der'eblunzen Deutsch- la d; g genöbw f mm De p.lichtungen aus dem Fttedensvettrag festzastellen.
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ans dem Vcrhnttcn der Sozial- bcntoFrafcit.
Paris, 15. Ian. (WTB ) Der ..Temps" bespricht in seinem Leitartikel die Haltung der deutschen Sozialisten bei der Protestkundgebung des Reichstags, wie sie sich hierbei so eingerichtet hatten, daß sie bei der Abstimmung nicht anwesend waren, so hätten sie auch bei der öffentlichem Kundgebung der bürgerlichen Parteien in Berlin nicht teilgenommen. Das sei eine bedeutsame Zurückhaltung, bedeutsamer sogar, als die Kundgebungen selbst. Wenn die derttsr'ien So--.'a i"ei abe" logisch 'e'n wollt.m, würden sie die Demission des Kabinetts Cuno verlangen. Ihre Haltung zeige, daß sie kein Vertrauen zu ihm hätten, was ein Beweis von klarem Dllck sei. Wenn eine Partei so mächtig sei. wie die Sozialdemokratie in Deutschland, so dürfe sie wohl verlangen, daß die Politik ihres Landes in einer so ernsten Zeit von einer Regierung gelenkt werde, die ihr Der- trauen besitze. Warum also regiere Cuno noch immer?
Die Anforderungen an die britischen Kohlenzechen.
London, 15. Ian. (WTB.) Reuter meldet, bie Besetzung des Ruhrgebiets führe andauernd zu lebhafter Tätigkeit i.n denbritischenKohlenzechen. Die Bestellungen Lon Frankreich, Amerika und Deutschland fe en jetzt so groß geworden, daß die Bergwerksbesitzer sich für die Rückkehr zum Achtstundentag an Stelle des gegenwärtig geltenden Siebenstundentages einsetzten.
<u den Meldungen, daß S t i n n e s rind Thyssen über dir Ein.uhr englischer Kohle verhandeln, erfährt das „Tageblatt", daß an den BesBrechungen, die fortlausenb geführt Werder, Vertreter der gesamten deutschen Inbusttie beteiligt sind. Wie das Blatt Weller hört, ist im übrigen die Industrie im Durchschnitt mtt einem Kohlenvorrat für etwa zwei Monate eingedeckt.
Kundgebungen und gusammen- stoh mit französischem Militär
in Bochum.
Bochum, 15. Ian. (WTB.) Heute abend sanden hier große politische Kund- gebungen sta t Eine vieltem e.rd ö f:gc Meige zog vor das Rathaus, wo de: französische G e n e r a l vo.l u i j u .trrgebracht i t und s i nm' e ias Deutschlandlied und andere rat i^tische Lieder an, mit Hochrufen auf die deutsch: Repa- b.i.'. Dana vrrcmstal ete die Menge einen äl m - »ug durch bie Straßen der Stadt. Eine Abteilu"^ kommunistischer Jugend brachte in einer Gegenkundgebung Hochru,e auf die Dritte Internationale und auf dir kommunistische französische Jugend aus. Die Schupo hatte keinen Einfluß auf die Menge. Gingen 8 älhr abends kam es am Bahnhof zu einem Zusammenstoß mit französischem Militär. DaS Militär schoß scharf, tötete einen Mann and verletzte mehrere.
Berlin. 16. Ian. Wie die Blätter über die gestrige älntat der Franzosen in Bochum me den. schossen die französischen Soldaten zu erst mit Gewehren und dann mit Maschinengewehren in die wehrlose Menge
Essen, 15. Ian. (WTB) Heute mittag ist Bochum von den Franzosen beseht worden. Nachdem a n 12 älhr der Dahnbof durch eine mtt ter Eismbahn von aufwärts angekommene Abtei- lu ig besetzt worden war. erfolgte um L2x/2 älhr der Anzug wetterer Truppen, durch die Rathaus, Post- und Telegraphenamt besetzt wurden .
Patriotische Knndgebungen in Essen.
E s s e n, 15. Jan. (WTB.) Mittags zog nach Ablauf der halben Trauer- stunde eine größere Menschenmenge vor das Hotel „K a i s e r h o f", das von der Besatzungsbehörde requiriert ist, und stimmte dort das Deutschland-Lied und andere pattiotische Lieder an. Es ereigneten sich keinerlei Zwischenfälle. Di« Desatzungsbehörde stellte jetzt an die deutsche Polizei das Ansinnen, die Täter dieser Demonstration ausfindig zu machen und zu verhaften.
Die Drsatzungsbehörde requirierte 100 Zimmer für fra.^östsche Journalisten, die heute nachmittag In Essen eintreffen.
Vor bet Bcsctznnq von Dortmund.
Die Blätter melden aus Essen, daß man dort mit einer weiteren Ausdehnung der Besetzung bis Hamm und auch auf das Wuppertal rechnet. Die Besetzung von Dortmund wird für morgen erwartet.
Nach einer weiteren Meldung haben die Franzosen gestern nachmittag Vorhalle, einen Vorort von Hagen, sowie Oppum und Wa nne besetzt.
Essen, 15. Jan. (Wolff.) Der Vormars ch der französtschen Truppen geht u n - unterbrochen weiter. Im Norden fuhren Radfahrertrupps über Werden und Recklmg- hausrn nach Datteln vor. 3m Süden stnd große Massen auf dem Weg von Werden über Kupfer- dreh und Hattingen im Vordringen. Hattingen und Blankenstein sind besetzt. Die Verbindungslinie Datteln—Blankenstein schließt Bochum bereits ein. Eine dritte Division, die die Bestimmung hat. Bochum zu besehen, ift von Gerr^- heim aus in Vormarsch gesetzt. Mettmann. Wrllf- rath, Neviges, Velbert und Langenberg |tnb be- reitä von starken Kavallerie- und 3nfanterte» Iräften besetzt.
Der Neickskanzler an die Essener Stadtverwaltung.
Berlin, 15. Jan. (WTB.) Der Reichskanzler beantwortete das bereits mitgeteilte Telegramm der Stadtverwaltung von Essen vom 10. Januar mit folgendem Telegramm:
Der Bürgerschaft Essens sagt die Reichsregierung für die von heißer Vaterlandsliebe
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General-Anzeiger für Oberhessen
vnltk und Verlag: vrühl'sche Unlverfilätz-Vllch' und Steinbruderei B. Lange in Gietzrn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7.
Ein Verbot bes Neichskohlenkommiffars.
Berlin, 15. Ian. (WTD.) Bei den Besprechungen. xu denen die Franzosen am 13. v. Mts. die Z e ch e n b e s i tz e r nach Essen eln- öclaben hatten, haben die Zechcnoertreter bezüglich der Frage etwatger Kohle tlieferun^en an Frankreich und Belgten ausdrücklich erklärt, daß solche Lieieiniigen nur ‘gegen Da rzahlung erfolgen könnten, wobei voran Zgesetzt wäre, daß nicht ent gegen stehende Verfügungen des Aeichskohlenkommisfars ertojen würden. Der Reichs kohle ckommiisar hrt, nachdem er von diesen Verhandlungen Kenntnis erhalten hat, unter dem 13. d. Mts. mit Rücksicht auf den französischen und belgischen »Einbruch in das Ru'sgebiet" ausdrücklich bie Lieferung von Kohlen und Koks an Frankreich und Belgien auf) für den Fall der Bevorschussung und Barzahlung durch diese Staaten telegraphisch verboten.
Berlin, 15. Jan. (Privattrl.) Dem R e i chs- I kohlenkommissar Stütz wurde auf ein- - [oltmmigen Besch.aß vom Rektor und Gerat der Technischen Hochscha e von De.lin-Charlottenburg der Titel eines Dr.-3ng. ehrenhalber verliehen.
Paris, 15. Ian. (WTB.) Der Sonder- ’t berichterstatter der Havasagentur in Düsseldorf meldet: Auch heute hatte der Leiter der fran- zvsischm Ingeni-.urmisiion (Softe die bmtschen Industriellen nach dem ^KaiserHof" zusammen- berufen, um sich mit ihnen über die Kohlen- (teferungen zu verständigen, älm 9.30 älhr g^tem abend sei ein deutscher Abgesandter er» ! schienen und habe erklärt, bie Industriellen und
Dec litauische Gewaltstreich aus das Memelgebiet.
Memel, 15. Jan. (Wolfs.) lP/< Ahr. Die Litauer haben jetzt das ganze südliche Ufer der Dange besetzt. Der Hauptkampf dreht sich um die Präfektur im FriedrichSmarkt, um den neuen Markt im Speicherviertel an der Dange und um die Pör-
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