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US. Jahrgang

Montag, ,5. Mob« ,923

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

t*rw< »ö verlaß: vrShl^che URiverfllStr-vUch. »4 Stehi6ni<terei R. £eitge In Sietzen. Schrislleitong aio H«schäst»tzr>e: rchnlUraHe Z.

In0it Hl aajttaci ftaöU Iigtinummtr di s gwm Satbmtttag vorher o 6 w |« b« V erb In b I Id) ktU. Drei« ,Lr 1 oe HSH: ilnietgen o.27 mm Yrtüt 6rll (orundzahl 65 UUu, an«».70 DL, f. Reklame» Anzeigeno.70mm L reite 225 UliLxeOOOOO Sd)l Vlatzvorfchrift 20'/. «ul- sch log - lßeranta>otthd) für Posttil» u. {WuiQeton Dr. Frtebr W>lh. Lange, ben übrigen Zeil: teuft 'BUimtd)ein; für Öen «njeiqentetl: tzan, Seck, |4mili d) in tiegen

Die Wiederaufnahme der Arbeit bei Post und Eisenbahn.

Utan schreibt mir au« bem besetzten Gebiet Der passive TBlberftanb tft tiX unb abgetan Liber e* toäre Lüge ober SeiMt betrug zu lagen, bah die Arbeit nun überall wieder troll ausgenommen wirb 3mmer beutlichcr stellt sich heraus bah ble Parole ber Franzosen, nur lokale Verhandlungen mit ben Behörden unb einzelnen WirtschaltSgrup- pen sLhren zu wollen, nichts andere« bedeuiei al« die alle Taktik ber Verschleppung unb Verwirrung Zum ersten. Man lührl gar keine Verhandlungen, sonbem man stellt Bedingungen Die fran- zbsische MUitärbehörde hat für« Personal ber deutschen P ost - unb T elegra p hen v« r- tnaftuna einenXener# ausgestellt, ber unter» schrieben werden muh. wenn man wieder In Gna­den ausgenommen werden will Die deutschen "Be­amten müssen sich verpflichten, ben Befehlen bet BesatzungSbeHörde Folge zu leisten, sich ihrer Kon­trolle zu unterwerfen, alle französischen unb bei» glichen Diensttelegramme, gleichviel, ob sie Silen- vahn-, Zoll». Forft- ober Kohlen an gelegen heilen betreffet, zu übermitteln 5ki deutsche Dienst steht unter ber Kontrolle von militärischen Wachposten oder Zivilautpassern Die technischen Beamten müssen sich an die .Schuhvorkehrungcn" ber frem­den Ueberwachung«organe halten Jede Acndc- nmg an den deutschen Bmdcbtungen must vorher dem Direktor de« interalliierten Telegraphen- dienste« zur OVnebmigung vorgelegt weiden Der Zutritt zu gewissen Räumlichkeiten der Qtonter ift nur mit Erlaubnis der BcsahungSbehörde gestattet Deutsche« Personal must auf Verlangen für die militärifche Zentrale arbeiten unb umfangreiche EinrichkungSarbeiten aussühren, ein ganz un- möglicher Zustand, der schnurstracks zu neuen Aus­brüchen de« Widerstandes, tDcrm nicht zu Schlim­merem führen dürfte

Sv die Post ilnb wie sieht e« bei der Eisenbahn au«9 Tatsächlich ist t4' Anordnung ergangen, hast Lisenbahnerausweis ungen nicht mehr flattftnbcn sollen. tatsächlich ist de AwSW«fung von 214 Eifenbahnrngest.ll'en au« Duisburg, Köln unb Mülheim-Spel­dorf auf Befehl de« Düsseldorfer Cberfom- rnandv« hin Im letzten Augenblick rückgängig ge­macht worden, nachdem die Eisenbahner bereit« zwei Stunde, uuf dem Sammelbahnhof aus ben Abtransport gewartet hatten Aber in Reckling­hausen waren 47 Eisenbahner nicht so glücklich Sie muhten fort, angeblich weil sie al« fabstage- verdächtig strafau «gewiesen feien Doch lind da« vielleicht noch Mihverständniffe unb ilcbergang«- schmerzen Ausfallend ist nur, hast die französisch« Propaganda die Ansicht zu verbrellen sucht, die Elsen bahn regle sei ohne die Mitarbeit deutlcher Boomten und Arbeiter vollkommen ausreichend organisiert und au« diesem Grunde könne die Aufnahme arbeitswilliger deutscher Ei'eiibahn- bediensteten nur in geringem Maste unb nur nich svrgsältigster Prüfung und Auslese erfolgen Die Besä nun gsbehör den trauen allo dem guten Wil­len auf deuttcher Leite nicht, ganz einfach, weis sie selbst Ziele verfolgen, die sie nicht offen jur Schau tragen Hub im übrigen will man der gan <n Well Sand In die Augen streuen

Die Pläne zur Ausnutzung der Eisenbahnen unter fianzosisch-belgischer Regie finb fcriiggcftellt und so ziemlich allgemein besannt. Aber d>e neu­tralen Techniker, die sich ben jetzigen Zustand der Bahnen angesehen haben, lassen sich von ben hoch- fllegcnbcn Projekten nicht imponieren Sie lagen e« runb heraus hast die Franzosen und Belgier ohne die gründlichste deutsche Mitaibeit die Bah­nen Drill anbig verpsuschen werden Der Dienst tft jamineiooll schlecht geworden und mit dem groben Verkehr von früher auch nich! annähernd zu ver­gleichen D>e Beschädigungen saft sämtlicher Stell­werke ber 'lRin»nmn.»< nnd ber Mange! ar. Lo­komotiven können au« eigener Kraft der Be­satzungsmächte nicht wieder he. gestellt werden Unb noch bedenklicher al« die technischen Schwierigkeiten sind die politischen Die ausländischen Elsen- bahngcselllchaften die mit den Cilenbabnen im Aheinlanb und Westfalen zu arbeiten haben, sind von dem Gedanken wenig begeistert, in Zukunft mit einem Zwischenglied rechnen zu sollen, da« nicht rein der Wirtschaft unb dem Verkehr bient, sondern ganz bestimmten eigensüchtigen Zwecken politischer und militärischer QLatur jedenfalls ver­langen dir Holländer und Schweizer, da st die neue Eisenbahngefell>chaft. wenn <ie gegründet wird, nicht nur au« Alliierten besteht, sondern dast auch Qlcutrale an ihr teilnehmen Wird der sran­zösische Imperialismus e« wagen, diele Qtcufralen beiseite zu schieben, ebenso wie er jetzt an Rhein unb Ruhr auftritt, al« ob e« überhaupt keine deutsche Regierung mehr gebe?

Die Aufnahme des Eisenbahn­dienstes bei der Regie.

"Berlin, 13 Oft (WTB, Der Reich«- verkehr«minister bat eine Aufforderung an da« tat besetzt«, Gebiet anwesende Person.! der »tr Zell nicht im Betriebe ber deutschen Verwach hmg befindlichen Bahnstrecken gerichtet, in der aufgeforbert wird, sich am Mittwoch, 17. Oktober, gor Aufnahme de» Dienste« bei der Regie zu meCbtn.

Der Adleisttnig eine« Diensteide« stände nicht« edgegen, nachdem der Letter der Regie öfsenl» Sch erflärt «habe, dah die eidliche» Derpflich. txxgee lediglich einen rein berufliche» Cha­rakter hätten.

Aach dieser PtCänr .g könne die Abgabe eine« 8*» dte gegen da« Reich Weller b.stehen bteiben« h* -L«upkllchten nicht auf beben. 3 m Rumen

Die Notverordnungen der Neichsregierung.

Die Annahme de» ErmSchiigungsgetetzes. Neuregelung der Demobilmachungsverordnungen. Produktive Erwerbslosenfürsorge. Der Entwurf des Arbcitszettgesetzes.

Berlin. 14 Oft (»riO-SeD Da« RcichS- labine't beschäftigte sich mit bet Frage ber Be­kämpfung ber Preistreibereien durch Äartefle unb PieiSkvnventionen Anschtiestend kommen Richt­linien für bte künftige WohnungSpolitik zur Er­örterung und Befchiustsasfung

Weitere Beschlüsse der Reichsregierung be­trafen bk

Dentobikntachnngsderordnnngen übet Ein­stellung and Entlass trag von Arbeitnehmern unb über Betriebsstillegungen.

Die Reich«reg lern n g bat sich bei ihren Beschlüssen von dem Bestreben Inten lassen, die Produk­tivität der Wirtschaft wiederherzusKUl.n. ohne dabei auf den notwendigen Schutz ber Arbeitskraft zu verzichten Sie hat deshalb durch Artikel 1 der Verordnung über Betriebs­stillegungen unb AibeitSftreckung die geltenden Vorschriften dahin ergänzt, dast in der Sperr­frist von regelmästig 4 Wochen, die einer Be­triebsstillegung oder einer gröberen Betriebs­einschränkung do rau «geben muh, auch Ent­lassungen von Arbeitnehmern n u r m 11 Zu­stimmung der Be börde wirksam lind, unb dast die Behörde während dieser Sperrfristen auch die Streckung der Arbeit bi« aus 24 Stunden verschreiben farm

Aus der anderen Seite bat die Reichsregic» rung im Artikel II der neuen Verordnung oen § 12 der Verordnung vorn 12 Februar 1920 aufgehoben Rach dieser Vorschrift war der Arbeitgeber gezwungen, die Arbeit in feinem Betrieb zu strecken, wenn er auch nur einzelne Arbeiter entlassen wollte Da« bedeutete eine Belastung für bk Betriebe, die mit bett Grundsätzen der Produktivität schlechterdings nicht vereinbar ist.

3n einer weiteren Vorschrift der neuen Verord­nung werden lande«recht liche Bestimmen, gen über Betriebsstillegungen, Arbeitsstreckung ober Erhaltung von Arbeitnehmern in den Be­trieben für unwirksam erflärt

Eine weitere Verordnung der ReichSregie- rung schreibt bte Erhebung von Beiträgen zu­gunsten der ErwerbSlrsensürsorge vor Die Verordnung soll bte Gewähr dafür bieten, bah bic Erwerb-losenfürsovge unb die öffentliche Arbeitsvermittlung trotz b.r finanziellen Rot- kige iv» Reiches m dem Maste jortgcfubrt werben können, wie die« au« politischen unb sozialen Gründen unerlästlich ist. Die Beiträge ter Ar­beitgeber unb Arbeitnehmer sollen eine bestimmte Höchstgrenze 20 Dom Hundef de« Kranken- fallen bei trage« nicht überschreiten Ftzr Ge­meinden mit grober Arbeitslosigkeit treten er­gänzend auch weiterhin Reich und Länder ein.

Verordnung sucht ihre Aufgabe mit t-em emfachen Verwaltungsapparat zu eifüllca Die feinere Ausarbeitung soll dem kommenden D>s.-tz über ArbeitSlofenDersicherung über- lassen bleiben

Bemerkenswert ist an der neuen Verordnung noch die Bestimmung, nach der

die Erwerbslosen gemeinnützige Arbeit gegen hk Unterstützung zu leisten haben;

soweit für Ou^enMlCbc Arbeitsgelegenheit nicht gegeben ist, haben sie sich an Einrichtungen zur Fortbildung oder Ausbildung zu beteiligen Es wird somit zum erftenmat d?r Grundsatz aufge- f teilt. bah bk Unterstützung nicht ohne De- genleiftung gegeben wird, und e« wird da­mit die Möglichkeit, brachliegende Arbeitsfräste produktiv zu beschäftigen, nicht unwesentlich erweitert An allen Entscheidungen, die aus Grund ber Verordnung ergehen, sind paritätische Aus­schüsse Don Arbeitgebern und Arbeitnehmern beteiligt.

Die Abstimmung im Reichstag.

Berlin. 13 Oft. (PrivVTel j Bei .ehr stark besetztem House ir.mmt die heutige Sitzung bei Reichstage« um 1,20 Uhr erst ihren Anfang Sämtliche Tribünen sind überfüllt, in ber Diplo­

matenloge ist eine Reihe von Vertretern fremder Staaten anwesend Aus der Tagesordnung steht die dritte Beratung de« EiinächtiaunaSgeletze« und zwar lediglich die Abstimmung über Din- leitung unb Ucbcischi-ist. sowie die Gesamtab- flimmung Präsident Löbe teilt mit, dast Abg Lange-Hegermann (Z> wegen Krankhell fehlt und die Abgg Dusche (D Dpt j und GriG Bernstorff (D - entschuldigt sind

Abg SIöcker (Ä.) erhält da« Wort zur GelchällSordnung unb b.-antiagt al« ersten Punkt der TageSoidiring hie sofottig? Beratung eine« kommunistischen Antr,»geS. bei forbert, bab bl: bisher tm besetzten Geoiet gezahlte Eiwerb « - losenunterstutzung unb die Lohnlicherun- gen auch weiterhin von her Regierung geleistet werden

Präsident Cöbe regt an, diesen Antrag nach ber Ei tedtgung der Abstimmung zu behandeln, wc»S geschehen könne, wenn dem niemand tmber-

Präs ident L 6 be teilt bann mit. dast bte nächste Sitzung zur Erledigung be« Arbeit«- »ettaetrhe« entweder Ende der nöchst-n Woche ober Anfang der übernächsten W xhe ftatt- sinden werde

Die Lufttmmoag des Reichsrats.

j. Berlin, 13 Ott (WTB > Der Rc-ich«ra. Trat unmittelbar nach der ReichStagSsitzung zu- lammen und erklärte sich mit dem Ermächtigungs­gesetz nach den Beschlüssen deS Reichstag« ein­verstanden Für Bauern erklärte der Gesandte r Preger, dast Bayern an fernem ablehnenden Standpunkt festhaste, aber ana> sicht» der S<ichlage daraus verzichtet, einen Antrag auf Erhebung von Einspruch zu stellen Minister flollmann sagte, dast die Regierung, bevor sie richtige Be- fchlütfe aus Grund deS ErmächtigungSgefche« falle, die zuständigen Ausschüsse be« Reichsrat- ver­ständigen werde

spreche Da indessen Wideifpruch erhoben wird, g st der Ant,c»g al« erledigt. iGrvster fort­gesetzter Lärm b.i tv. Kommunisten Abg Fiö- lid> (Ä.) tu t 6 c wollen bic A.beiter verhungern las en' Die'e KanalllenI Der Abg Frölich erhalt e.rtcn OrdnungSrus >

Abg Äocncn (Ä.) beantragt nunrnchr. *nen Antrag auf sofortige Aufh.bung de« Ver­bote« der .Roten Jahne" auf bie Tages­ordnung zu setzen Auch gegen dielen Antrag wird Widerfpruch erhoben, so dast auch er al« er­ledigt gilt. Zur Abstimmung erhält darauf

Abg Qebebour (bei keiner Fraktion) da« WoN Et beantragt unter lebhafter Unruhe de« Haufe«, die Abstimmung so lange au«zu|etzen. bi« der Reichskanzler auf die in der vorgestrigen Sitzung gestellten Fragen de« kommunistischen Abg Frölich und auf seine eigenen Fragen eine AntwvN erteilt habe Der Antrag wird abgelehnt

Abg Leicht «Bahr Dp.l Vor der Abstim­mung in der letzten Sitzung haben wir dk Erklä­rung abgege' en, bah wir

gegen ba« SrrnachtigNngSgefetz

stimmen würden, bah wir aber das Mittel der Obstruktion durch Entfernen au« dem Saal nicht Mir Anwendung bringen würden Dabei hat uns der Gedanke gesellet, dast die Hoffnungen und bie Bitten, die wir in unlerer letzten gröberen Erklä­rung ausgesprochen haben, dast nämlich die Re- Sienmg und die 'Parteien dazu helfen möchten, ie KonsliktzSstoffe zwischen dem Reich und Bayern auf em Minimum zu beschränken, erfüllt würden Diele Hofsnung [ft leider nicht in dem Maste erfüllt worden, wie wir erwarteten (Lebhafte Bewegung und Unruhe > Trotzdem halten wir an unserer Stellung fest iBravoli, weil wir durch unsere Haltung einen letzten Appell an die Regie­rung und die Parteien im Sinne unserer früheren Erklärung richten mochten

Hrrraus wird zur Abstimmung über da« Er­mächtigungsgesetz geschritten ©Inlcitung und Lleberfchrift be« Gesetze« werden in einfacher Ab­stimmung angenommen Tie Deutschnatio­nalen unddieKommunistenverlassen den Saal 3n der namentlichen®clamtabftimmung über da« Gesetz werden im ganzen abgegeben 347 Stimmen, also von mehr al« zwei Dritteln ber Mitglieder de« Haufe« Davon stimmen mit 3a 316 Mitglied.-r, mit Rem 24 Mitglieder Der Stimme enthalten hoben sich 7 Mitglieder The notwendige Mehrheit für da« verfassung»

ändernde Gesetz ist also erreicht.

Da« Ergebnis der Abstimmung wurde von der Mehrheit mit lebhaftem Bravo, von den Kommunisten mit Pfui-Rusen ausgenommen

Die Enttchliestung der Deutschnationa- le_n. wonach im Falle der Annahme bei ®r- mächtigungSg. setze« die ReichSregierung ersucht wird, zum Schutze der durch etwaige Mahnahmen ler Regierung mit Entlassung bedrohten Ange­stellten nt Staat«- und l-e hör blichen Betrieben gegen soziale Härten und Erwerbslosigkeit sofort ein befonberc« Angestelltenabfir dungsgesetz zu erlafsen. wird abgelehni.

Das Arbeitszeityesetz.

Berlin. 13 Olt (Pttv -Tel) Die Regelung der Arbeitszeit ist au« den Vollmachten. Ne da« E mächtigungsgesetz der ReichSregierung gibt, be rau «genommen unb aus den Weg der nor­malen pari amen tar Ischen Gesetz­gebung verwiesen worden Der Reichstag wird sich vermutlich schon in der nächsten Woche mit dem von der ReichSregierung dorbcretteten .Ent­wurf eine« vorläufigen Gesetze« über die Arbeits­zeit" zu beschäftigen haben Der Entwurf erkenn! bk dringende Notwendigkeit einer Steige­

rn» g der Gklerer-engwrg

an Sie soll erreicht werden durch .restlose AaS- nutruno technischer Äortfdu+ttc durch oraanUato- rische Verbesserungen unserer Wirtschaft unb durch emsige Arbeit jede« einzelnen" Daneben wird .unter grundsätzlicher Festhaltung be« Acht­stundentage« al« RorrullarveitStag" bk .Mög­lichkeit 6er tarrslichen oder gesetzlichen Heber- schreitung der fetzigen ArbellSzeit tm Ontercfk einer Volk»wirtschaftllch not wendigen Steigerung und Verbilligung der Produktion" vorgesehen Die Regierungsvorlage stellt Un § 1 ben

Grundsatz be« Achtfttwdeuiag«

und der 4S-Stundcnwache voran Dieser^Grund» (an rrWtwi ® r. f ä r. Tu n g e n bei acotfallen I Ziffer 6 der Verordnung vom 23 Rovember 1918 und § 3 der neuen Vorlage), ferner bei unver- meidlichen Vorbereitung«- und Abschlustarbeiten zur Bewachung unb Zngangfetzung von BetriebS- cmlagen usw (§4) Ferner soll den Arbeitgebern zweck« Anpassung an die Konjunktur die Mög­lichkeit gegeben werden, an einer beschränkten Zahl von Tagen Mehrarbeit leisten zu lasser (§ 3i Für den Fall .erheblicher Arbei tS bereit- Ichast" sieht der § 2 bei Entwurf« eine längere al« achtstündige Arbeitszeit vor

Ausnahme« vom achtstündigen Arbeitstag find m der Vorlage aus zweifachem Wege vor­gesehen 1 durch Tarifvertrag (§5). Air ben Fall, dast e« zu solchen tariflichen Abmachunger au« irgendwelchen Gründen unb Umständen nicht kommt, dast aber auf der anderen Seite eine volkswirtschaftliche Rotwenbegleit zur Leistung ber Mehrarbeit besteht, sieht die Vorlage 2 auch Ausnahmen durch behördliche Mast nahmen ooi

t. ü«ü<- -vvi ven iarrsiccheii wie ben Dt»

hördlichen Ausnahmen zieht die Vorlage aut Rücksicht auf Gesundheit unb Leben der Arbeiter sowie auf bie Schwere der Arbeitsleistung ®ren- kn (§§7 9) Für den

Bergbau ratter Tage

sowie für alle Arbeiter, .bte in austergewöha- lichem Grade ber Einwirkung von Hitze, giftigen Stossen, Staub unb dergleichen ausgesetzt Und", wird am Achtstundentag festgehalten Hier ist höchsten« vorübergehende Uebcnirbeit in dringen­den Fällen c.möglicht Für den 'Bergbau sind an besonder« schwierigen Betriebspunkten noch weitere Verkürzungen vorgesehen (§8) Endlich finb abgesehen von der Arbeiterschaft für alk

ber Regierung stellt ber Reich«verkehr«Minister fest, dast die Regierung bie Regie nur dl« eine vorübergehende Dcr wa ltung onsehen tonn, und Zxih der gegenwärtige Betrieb durch die Aegie bie Rechte bei Deutschen Reiche« an den besetzten Bahnen nicht berührt

Der Kanzler zu den Industriellen'Verhandlungen.

K ö l n 13 Oft (Priv.-Tel) ( aenüber dem Berliner Korrespondenten der .Kölnischen Zei­tung" hat sich der ReichStzanzler Strclemann über bie Verhandlung er ber 3tä>jflnellen erflärt. Es (mm kettte Rebe davon settt, bah bie Füh­rer der 3wb«ftrie oh»e Wissen der Reichs« regknrag ober gar gegen deren Willen nab htttter ihrem Rücken Derhandttrmgen mit französische» Behörden gepflogen hätten und dast durch die Verhankstungen der Regierung selbst die Entscheidung über die grundsätzlichen politischen Fragen, bk mit ber Ruhoaktllm in Verbindung [Leben, au« ber Hand genommen worden wäre Die Entscheidung über ble grasten politischen Grundfragen bleibt in ben Händen ber ReichSoegtzomuig unb ihre fr:-* mrr

durch sie erfolgen Der ichskanzler erklärte, dast er den Herren der (Industrie aus ihrer Ab­sicht. zu Degoutte zu gehen, keinen Vorwurf wachen könne Die ReichSregierung hat mit der Ausgabe be« passiven Widerstand« gleichzeitig mit den Lohnlicheruiigen und den Krediten für die Industrie ar/jgehört 3n wenigen Tagen laufei^kr.e letzten vorläufig weiter gezahlten Unter- stützungen ab Wenn nicht tm Ruhrgebiet Wirr­warr und EhaoS cm treten sollten.

so mähten bk Führer der großen industriellen Unternehnrraigen e« sich angelegen settt lassen, einen Weg zn finden, der sie in ben Stand setzte, ihren Arbeitern wieder Arbeit « schaf- fett nnb ihre Betriebe wieder ll> Gang zn setzen.

Vor ihren Verhandlungen wünschten bte Herren mit der ReichSregierung Fühlung zu nehmen. Da« war am Mittwoch, an dem da« Kabinett Auriuftreten muhte 3n einer Besprechung mit den Koalition«fuhrern hatte der Kanzler zwei Tage vorher daraus hingewiesen. bah txcienigen Fraktionen die sich an einer Krisenmacheoei be­teiligten, eine schwere Verantwortung auf sich nehmen, da die Verhältnisse gerade jagt eia< aUion«f ähiqe 3cgkrung

derten Eine Folge der sich barm ereignen beii Vorgänge war auch die Unmöglichkeit für die Regierung, mit der Itbusiriekommilsllm Ver­ba ndl ungen zu führen, bu sie gar nicht mehr die Vollmacht hatte, Richtlinien herauszugeben Der Reichskanzler betonte weiter, dast in dem Briefe, ben He Stinne« nach der Unterredung mit Degoutte an ihn richtete und in dem er ihm aus­führlich Bericht erstattete, nur Anregungen unb Anfragen enthalten gewesen seien Don Forderungen könne gar keine Rede sein

Ander« beurteilte der Reichskanzler

bk Berhrarbttotge» ber Gntppe Otto Wolff mit der französischen Behörde Herr Otto Wolff hat un«. io erklärte ber RdchSS"nzler. Don ben getroffenen Abmachungen Witterung gemacht Sie waren bereit« vollende« Tatsache, al« wir davon Kenntnis erhielten Sie können selbstverständlich die Stellung der Regierung nicht ptäiudizieren. Zch must den Ablchlust deraNiger Verhandlungen ohne Kennr..i«gabe an die Regie­rung bedauern So wenig wir in der Lage sind, unmittelbar auf bte Verhandlung^ an- -uwirken. so selbstverständsich ist e«. dast Ver­handlungen von örtlichen Behörde» ober uon Orgavisattooenurim Einvernehmen mik

der Re