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frfd)tint 16 g I Id). trauer Sonn* nnd gtftrlaq», eilberSor-itagibrilagf

Slomtlld)« Bejaaiprtlfe: trtibltibenb 48ÖOOO M .m|d)l Irögtrl., b b *Po|i l«ü000Hlk.,oud)b 7ltd)t* (r|d)t>nm <inj«lntr9him- mrrn m|olgt 1)61) tret iBctoolt- n«m|pttd)* jtn|d)U>IU fürbieSdjnft- kilung 112. für Verlag gnb Eeschdftssl'll» 61 SrldjriH für Drohtnad)- tidjitn Ha)fli«rtlr)tn.

pelljtdionio (teiftwrl c 81. 11880.

(Elftes Blatt

175. Jahrgang

Mittwoch, 15. Lvguft 1923

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vruck iw6 »erlag; vrShl'sche Univerfltülr-Vitth* nnb SteMnidtrel R. fange In Kietzen. Sdfriftlelhing unb Geschäftsstelle! Schulftraße 7.

»ahme D91 3njti«(« fOibie Iagt»numm«x bi» ,vm Jladimittaq vorbei ohne|ebc 'Ütrbinbltd)htiL Prell Idr 1 mm Qäbe |üi Anzeige-'o 27 mm Br«»l» 0111150001)1 , Qu»a>4rt» 20000M.. f.'Xekl ame Anzei 'ir -> oon 70 inn Bitit»6500oi)l.,btiDloq oorichrifl2i) ,3ufid)lag Haaplichrijileiier Aug «Soeh.Utrantroortlidi für Politik Aug. ®oe«j. für den übrigen Teil Lrnsl Slumichein; lurben Anzeigenleü *)ans BeA, lämilid) in ®i egen

Vas Kabinett Stresemann vor dem Reichstag. |

Da» Vertrauensvotum gegen Deutschnationale und Kommunisten angenommen.

Berlin. 14. Äug

8aal jnb Tribünen sind ftarf befehl Bor brm RefCM tag «portal b rängt (Ich die Menge An den Zugängen ist die Karten toetrolle per- ।barst. Die Mitglieder des neuen Kabinett« nel> men um '/t3 Tlhr die Regiening«p[ärjc ein Prä* hbeni Lvebc eröffnet gleich darauf die Sifiung AIS ersten PwnN der Tagesordnung führt er auf Entgegennatme einer ®rflärung der Reich», rtgterung.

Bot Obttrih m die Tagesordnung beantragt Ad» K o e n e n (Komm > die Aufhebung der Ausnahme Verordnung vom 10 August und die 'Beratung deS Antrages al< ersten Punkt »wryzinoOnrhr.irpn O^nc Ttbttüt tr-rb dieser Antrag gegen die Stimmen der Konnwuniftcn und Unabhängigen adgelehnt

Rbg Koenen (Komm) beantragt darauf dir 'Beratung der kommunistischen Anträge auf Aushebung des Verbot« öffentlicher Bctiamm- lungcn unter freiem Himmel und der proictan- 'hcn S^mberttoaftcn Tiefer Antrag tvird gleich» fall« adgelehnt

Der Präsident gibt bann dem Reichskanzler Tt Stresemann daS Morl, der von den Kommunisten mit lärmenden Auf en empfangen -irb. Für StirmeÄ und Pvincari-!

Der Reichskanzler nennt zunächst unter Lärm her Kommunisten die Mitglieder de« neuen Ka- imettS 3u den bereits mitgefeilten Tarnen kommt il» Wirt schaff-Minister von Säumer DaS Aufx-nministenum und Postministerium fmb noch an befehl. Mit besonderem Beifall wird die Mit­teilung trnn der Bildung eineS neuen Mini» Hcriume für die befehlen Gebiete j afgerommen

Al« fich trotj der Mahnung deS Präsidenten die lärmenden Kundgebungen der Kommunisten n-tcbci holen, ruft ihnen der Reichskanzler zu Demokratie heitzt Herrschaft bet Mehrheit und heitzt nicht Diktatur einer Minberheil kMrchLärml

Der Kanzler verliest bann

ei» erfTänmfl der seien Tkeichsregierrmg,

\r der e» heifu DaS Ausland möge nicht glau­ben. bat bet KabtnetlSwoch'el ein 3c*dx» beut» icher Schwäche fei. Diese« Kabfhclt auf breitester ratlamemarischer Grundlage tritb vielmehr mit grotier Kraft jeden Versuch einer Vergewaltigung Deutschlands ablehnen Zur Grrtichung diC- 'cS Ziele« brauchen wir ein Zusammenwirken de« Reiches mit den Ländern Da« R« ichsbabinctt bat volle« Verständnis für den Drang nach Eigenleben in bc.i deutsche Ländern Der Drang der Länder nach Gtgenleden braucht nicht die Konsequenzen zu haben, an die Sic (nach linte) glauben Mer den Versuch macht, qcaxüttälige Angriffe gegen den Staat und feine Verfassung >u richten, der wird aus den unbeugsamen Millen der Reichsregierung stob,.'n, diele i Gc raltlälig- leiien mit allen Kräften zu begegnen Die Reich,- cgierung bat den Millen und die Mach'miltel. da« zu tun, und sie wird diese Machtmittel ein- Ikyen gegen jeden, der sich anmah" bei Staat unb lerne Versassung anzugreife i. Der p a I I i d e Widerstand an Ah " unb Ruhr, bei au« dem Mill i de: Bevöllcrung r.ttfpriagt. wird von der englischen Regierung unz>a> ideutig nlS bei echl igl ancrtanil. D e Regwru ig ist auch thicrlcit« bannt einverstanden, du Frage über Recht obei Unrecht de, Ruhrakti. a einem un- baiieiifchcn Schiedsgciichi zu untc-brcden Mit lehnen unS danach, die RuhrbcvölActung zur Ar­beit zuiückrulühren Ader Arbri! unb .trei­ben s nb füi baS Ruhrgebiet ide-.ttlch^ VegrtNe Menn uns bie freie Verfu iu >g über biss Ruhr- v-biet triebe; cing.-aam: unb iebem ver.i-w.il- tigtcn Deut'chrn Fieiheil und H.im.nt wi.-de g - geben irotbcn ist, dann werden w:r nachincr unS geh"bien Atem, uuic auch die Mittel hir eme Bes.lang bei R-p.ntationsfrage aufbn igen 'onnen. toter > die uns aul.'vlcjtcn Lasten^ 11 hoajlio A.bi.lsic Lun i die Gristviz unlere» Ct.ia- les und V?t!e^ e;möiliche:i

Die beste Au'' npolitik. die axr entfalten kön­nen ist bie Orbit ing d v tcutld-cn Verhältnisse im Innern Bedü fnis nid) e r t b c ft a n - diglcit i.i Pieilen. Lic.tein mib Cotn i wird die 'Regieinng mit allen Kräften zu bciucörä<n tuchen. 3n bietci F.ag jibl leineBaiiet- i.nlerlchicdc Mei heute fein? OrobuHe iuruä- I alt. p.ilünbigt lick am Vateilande, ebenso bei- enige bei Streife in träigc. .teil t>?rin(ihi irir b:i;ü6cn bie Bcici n illi.l'eit der Mirtld as.skr i e mu Garantie der Goldaaleihe VZir l>oifcn, bar, diese Dciei äilljgkeit ba icuib lein wirb, bimi! wir in der Lage find, ans ftiatlid;.- 3ir.ingemaf)nab- men zu rei-ich-ten Die Mei-bestänbigfeil der Löhne ilt eine brinqcrbr Forde. > ng aber wir wa. - "er davor, der. Geida'.r: -luS Deu!schlani.a blu- t-enbffer seit zugi und? zu legen irc.l senkt Deutsch' lundS Mei:bewerb ans dem Mr hmarkt geschwächt ti ü.bc. (Dirfier Lärm bei ben .Kommunisten ) 3d) richte bie'e IBo te nicht an einzelne Kl allen0» bern an bicjcnigcii. bie nicht fo-.el gefunben Men- ichenverstatib laben, die >lnmbqlid).'ci: einer Miede, ter bcs Gelbes her Brrfiiegiieit em zu- 'e!,cii. lVe vr Väim bei Ocn Kommunisten > 3D ferftchc '0 ®i requiig ute- den Zusamm>mi-ia>ch eines iinr^.anlwri tuchen StieilS 3^£1'v"

regieiung ilt cinmü'ig der Autsallung bau Die eichetung ihrer Mastnahmen durch die Veiche- ban, unb ihre Leistung genxibi leifte weiden muh Sie driligend.- Rot des Volkes verlangt loforlige chilfe Skuum bitten wir. d.e Auospiache rucr die 'Regierungecdlävunq m1' der Tkiaunq icr 2 o l da n l e i i) e zu ocrbiiiJcu und otesc schneu

zu verabschieden Vach Morten bc« Danse« unb der Anerkennung *ür ben bisherigen Kanzle^ 5 u n o unb seine Mitarbeiter lchliestt der Reichs­kanzler unter lebhaftem Beifall mit den Morten twrtoren fft nur, wer sich selbst auf gibt*

Abg Müller» Franken (Soz.) erwartet von der neuen Regierung bah He die ben sozial­demokratischen Forderungen entsprechenden Steuervorlagen energisch durchführt Unter der Regierung Lu wo habe der Konsum de« deutschen Volke« einen unerträglichen Rückgang erfahren. (Abg tzöllcin. Komm ÜnterernähiungSminister Luther ist geblieben!. Ach. Sie lind ja geistig unterernährt! 3n »der Rubratlion erwarten mir von der Regierung bah sie sich nicht aus England verläht. sondern selbst un« vorwärts sührt Da« Gefüge der Republik muh feststehen Dazu gehört, bah bie bewaffneten Staatsorgane. Reichs­wehr unb Schutzpolizei jeder verfaffungsmahigen Regierung unb nur dieser zur V.rfugung stehen Die Reichswehr darf keine Verbindung mit ille­galen Cigamlatianen unterhalten Die verfehlte Politik der Rcid^banf unb der Cunoregierung bat da« deutsche Volk in« Dlenb gebracht Für die Fehler ihrer Vorgänger ist die jenige Regie­rung nicht verantwortlich Menn sie diele Fehler wieder gut machen will, so wirb sie unsere Xlnterftühung finden (Beifall bet den Sozialdemokraten .

Von ben vier Regierungsparteien ist In- zwis-hen folgender Antrag eingcgangcn Der Reichstag billigt die Regierungserklärung der RcichSrrgierung und lpricht inr da« Ver­trauen au«

Abg Marr (3i spricht der neuen Regie­rung ba« Vertrauen de« Zentrum« aus

Abg Herg t (Dntl > Die Deutichnationnlen lehnen bie Verantwortung füi die Mirkungen bc« neuen 'Regierungswechsels ab 3n der höchsten Rot bc« Volke« wurde da« Kabinett Tuno unter dem Druck der Kommunisten unb ber Strahe ge­stürzt SS wird ein gefährliche« Spiel mit den höchsten Interessen von Volk und Vater­land getrieben Im Ruhrgebiet verlangen wir die Verschärfung bc« MiderstandeS mit allen Mit­teln Rach alledem versagen wir der neuen Regierung daS Vertrauen (Beifall bei den Deutfchnationalen )

Abg Scholz (D Vp < spricht dem Kabinett Lunv den wärmsten Dank leinet Fraktion auS Die Volkspartei Hal daS gröhtc Opfer gebracht, da- eine Partei dem Valerlande bringen kann Sie hat ihren besten Mann zur Führung der VeichSgefchäf te ^ur Verfügung gestellt Linser beiher Munsch ist, bah biefe« Opfer nicht ver­geblich fein möge

Abg Petersen iDem, Die Klagen über ben angeblichen Sieg der Stiahc klingen be­sonders merkwürdig aus dem Munde des Herrn Hergt, der aniähtlich leine« letzten Gorlitzcr Parteitages erllärt hat. bie D.utlchnalionalen würden sich Dom 'Jkulamentaiiemue lossagen unb die Politik auf bie Strahe tragen Die neue Re­gierung mit ihrer breiten Grundlage ist wesentlich stärker als die Euno-Regierung

Adg Dr. Leicht (Vayr Vp) Dem ersten Teil des VertrauenSantrages wurden wir viel­leicht zustimmen können nach der erfteulidxn Er­klärung. die Dr Stresemann über das Ligen- leben der Lander abgegeben hat Mir haben aber einige Bcbeulen gegenüber der Zusammensetzung des Kabinette Mir werben uns daher bei Ab­stimmung enthalten

Abg Froelich (Komm ) Die grah; Koa­lition ist von ben Fra izolen verlangt worden 53 .ft das Kabinett der Kapitulation vor Poincar. 5 icfe« Kabinen wird fid) aul dem Rüden der Ribeiicrfdaf: mit bvn iranzosifchen Kapii liiste i verständigen D.e letzte Re'eime der Vourgeoisi: ist an ber Regierung Die Ribciterieglerung wiid dafür sorgen, bah biefe Reserve bald durch eine üi; ociterrcgierung ersetzt wird Mir sprechen dieser Regierung da« schärsste M i b I ia u e n aus

Abg M u 1» e ideuischvölkilch, DaS Kabinett Luno ist an seiner Halbheit gescheiten. Das Kabinett Sti.'.-mann fen.izc chnrt sich als eine |o- rialdemcliat sch: Regieiung d.irch die VZehu.ig de. .v;<t:;gften Posten mit Loäaldemokiaten. Zn einci Reg e ung, der -tusg l.ch ict ei l Österreich!- (eter Jude als Finanzm.nister a igcböit, kann kein pöllilder Mann Vertrauen hab; i

Abg Cebebour < 116 > fvi ich' bem Kabinett fein M htiauen au» Die Sozialdemokraten fi­ten einem Kabinett nicht zustimmen, in bem Gehler fitze

Abg Dr V r e i t f ch e i d (6oz > In ben Reihen bei Sozialdemokratischen Partei hat sich lei einem Teil ber Mitgliedci. zu denen ich g höre, Mibcrlpruch gegen bi grof,.' Koa­lition gezeigt Ich betrachte diese« Kabinett al« einen Versuch Mir betrachten es nicht al? ?m sozialistisch-« unb nicht al« ein rein kapitali ti- Id,re Kabinett Aber wir tP'cben un« bemühen, ben sozialistischen Sinfluh in tief'm Ka' inett möglichst zu stärken Gegenwärtig Ist eine Rrb.'itcrrcg.iTdng unmögliche

Tie von den Deutschnationalen baantiagte namentlich: Msttimmung über d-n Vertrauen«, antrag ergibt 240 Stimmen für unb 76 Stimmen gegen den Antrag bei 25 Stlmmcnlcaltungen. Ta« Ergebnis wird von ber Mehr hei: mit Bei. fall begrübt. GS folgt

die zweite 'Beratung ber Go Id an leihe

Abg Dr Helff erich (9-Rati ) beantragt I die Ausdehnung der zur Befreiung Dort der

8t blcbafl« heuer erforderlichen Zeichnung«- frist aul ein (tahr. während ber Ausfchu' nur die l is «um !* Mm 1924 g. c.tchieie Anteil). eilfchiftSsieueifr i machen n ill S.e L.ind.v i schalt i erlügt gegenu irtig über so wenig K.i'.'i '.al. dal. sie wenig Gold-inleib: teichnen kann

Unter Ablehnung aller Ai»anderungSanträge wirb die Vorlage gegen die Stimmen der auf).! ften Rcehtcn und äuh. ersten Linken ctbiültig in ge­nommen In dritter Beratung wird der zweite RachtragSetat für 1923 mit einer ®ntfd'.li>- hung Schreiber I Ztr I genehmigt, wonach die ReichSregieivng bei den Ländern barwhina lrfen soll, bah die Zahlung lulturellci Ro h inbefummen angesichts der Geldentwertung mit Beld)lcanigJ.ig erfolgt

Da« Gesetz über die Gebühren der Rech'S- anwältc unb die DeiichlSkostcn i^thöbungca mit Rücksicht auf die Deldcnlwertungi wird in zw.-i'er unb britter Beratung angenommen

Durch AuSfch.ihübciwetsung werden e l.brgt bie sozialdemokratifchen Anträge auf Belebung ber Bautätigkeit und Anpassung der B>o!:ru;igeb.,.i abgabe an bie Delden'tre,tuug. ein koimnunistilcher Antrag aus Aenderung bc-1 Rcid)3mic c;-.gclcheä unb ein deutschnaiionaler Antrag aut AenSe.ring bc« Branntweinmenopols Rad) 7 Uhr vertag! sich ba« Hau« auf Mittwoch

Die Regierungserklärung de« Reichskanzler« Dr StresemannnS findet

bie orrelngeschränkle Zustimmung der gesamten Preste von der Deutschen Volks-

Partei bi« zur Sozialdemokratie.

Ablehnende Krttif erfährt bie Grklärung nur tn den Blättern der äuhersten Rechten und in der kommunistischen Roten Fahne Deutsche Zeitung unb Kreuzzeitung flohen sich vor allem an der groben Beteiligung der Sozialdemokraten bei der Bildung der neuen Regierung. Da« erstere Blatt saht sein Urteil dahin zusammen, das, die Regierung au« der Angst vor Strafe geboten sei und zerfallen werde, sobald der erste grohe .Roalitionift' den Sozialdemokraten ein dose« Gesicht mache, während die Kreuzzeitung von einem sozialdemokratischen Regierungdprogramm spricht Bon der Preste der Regierungsparteien erklärt die Deutsche AI Igem Ztg, bah durch den Regierungswechsel keine Mcndung in bet äußeren Politik Deutschland« cingetreten sei Es wäre höchst naiv, wenn die Franzosen von dem Vorsihendender Deutschen Volkspartei mehr Weisheit erwarteten, als von Dr Enno, eben. Io würde alle Hoffnung auf eine Rachgievig- keit der Sozialdemokraten scheitern, sobald die Frage bet Ablrendung deutschen Gebiets aufge- toorfen werde Auch ba« Tageblatt betont, das) die auhenpolitischen Aeuherungen des neuen Kan,- lers alles in allem die gradlinigen Forisührung der Luno'schen Auhenpolitil bedeuten. Das Blatt unterstreicht bann weiter den grohen Eindruck, den die Rebe gemacht habe unb schreibt Mit wenigen Sätzen bat der neue Reichskanzler einen austeii» politischen, wirtschaiklichen und sozialen Rahmen entwickelt, in bem sich auf republikanstcher Grund, läge eine wahrhaft Itaateerbaltenöe Politik entfal­ten läijt, sofern den Millen tatsächlich die Tal un- mittelbar auf dem Fuhr folgt Die Boh Ztg glaubt, bah bie gestrige Rebe bc« neuen Kanzler« für die Fortspinnung ber auhenpolitischen Diskus- fion von guter Wirkung sein wirb Der Kanzler habe klar gesagt, unter welchen Bedingungen Deutschland >u einer Berflänbigung bereit ist unb trotz feine« ej,;en nationalen Pathos habe er e« vermieden, dem Gcan.-r ein Eingehen auf feine Gcdanlengä.ige zu cd t.ioeren

Der .Borwä rlo' geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er lagt, die Regierungserklärung offne ben Weg zu Vespr.chungcn mit allen bermahgen

reich,,dies allerdings nur bann wenn Frankreich auf demütigen de unb unmögliche Bedingungen ve» zichtcl. Wunsche man i.i Frankreich ein aufrechtes, zu ehrlicher Beriiänbigung bereites Deutschland zu sehen, bann wirb es kommenDieses Kabinett in weichem die Sozialdemokratie ihren Emflutz wieder erhalten hat. wird uab muh. dann pstichten wir Stresemann bei. das U.rkste Kabinett gegen jeden Gedanken aneineBcrgcwalfigungDeutlch'nndsscin '

Der fo\ia!b rokratischeParteivorstanb hat nach bem .Bortvärtc' den Par eiausschutz für morgen. Donncreiag. nach Ber.in julammcnbcrufen Auf ber lageaorbnung fleht bie Besprechung der all­gemeinen politischen Lage.

3lrrfctnenti in brr cugltschrn Prcssr.

London. i4 Rüg Das neue deutsche Ka­binett findet in ber biitifchen Prelle auogezerch- ncie Aufnahme. Die .Time e" hebt die bemer­kenswerte Taisache hervor. Hatz Strefemann. ber Führer der industriellen Parieien in der Lage war. fick die ilnteiftüftung t«r Sozia­listen zu sichern Die neue deutsche Regierung weise zwei au «gesprochene Meikmale auf bie Persöirlichkcit des Rct-Hsknnzse'« u,.b bic Mitwirkung ber Sozialisten Die .Times' befch cibt Strefemann als rrfafcrcn.n Parlamentarier mit groh-r Kenntnis aller prli ; (dien Kräfte, bie in Deutlchränb am Werke find sowie al« sehr fähigen R.bnci bccn Relchstags- rebc in der vorigen Woche bie beste Zusammcnial- sung be« deutschen Standpunktes en halte bie feit vielen Monate nerfolgte Diele Rede könne als Strefemann« Programm angesehen werden ber für den pafliocn Widerstand unb d>e

Beibehaltung ber Rationalgefühle finircic Seht wichtig fei auch, bah er sich nachdrücklich für die Bei teibigung der republikanifchen Ikrlallung ein- fetit

.$ a i | h Telegraph hehl tx n or, b,,h Sti ckmanu mit Bezug auf di auSw-irtige Politik ober mit anderen W ulen mit B zu f auf Frank- ieich unb daS R.ihra'hi.-t bi Un- iti-ing Inga, bei Kommunisten erhalten rvib? 'S* -ila-jto. bah» die bxiitlchc Austotzpolitik um i.io.rt l>Iei- hrn nxibi- B . Ilcichf würben ab d f l i 1* r r c Schritte getan, um bic Aufiumi. K utfch land« in den B ö 11 e r b u n b *a .i len ts'inn« Stui, ii crde aller IBahrfd» tnlubf. i. na st Beiilkb- land de, bcbingung«(okn pafn. n ll.bergabc. welche Peincar>- gern haben mödit nl hi näher tiinaen Man »erbe mit gtrh-r - ::::be

felgen muffen .nie bie neue bentf i> Reai,*riin,i lich an bie tuid luare Aufgabe de Un-.organi- falion "> c r b c u l I d>r n Finanzen in lict cicmtfimmung mit der fur*iid' angenommenen neuen (fef.ngchung heianmachm werde

Tie . B? c ft m i n ft r r Gaz Ile fchreibt. nie auch immer bie 3ufammenfciv.ing der deut­sch ii RegiciUiiq lei es lei ficher, b ifi in Dcnllck- lanb ke-.i-e Regierung an« Ruber g langen könne, welch- das Rubrgebi3 feinem Zuimb ubcrUiHei' Ci-ei die Bedingungen annehm-'n ur.'lle, itx-ld» Frankieich Deulfchland aufAuerlegen dcabfichiige Was von ber Regierung Strefemann-« erhofft nobe. fet eine Bcflcrung der finanziellen Ber» (trii|lc

Das französische (Bc(bbud).

» a r i«. 14 Aug TL»5 zbUfch- Gelb- l uch ba« vrn der französischen Re rei iiuq gestern der Bcröffcntltitung übergeben wo: en ist. enthüll sämtliche Dcluinentc vom 2 Mai b Z an sowie b.c geheimen Instruktionen an bi. französischen 'Botschafter 3« handelt sich um 37 Schriftstücke D.e Mehrzahl dieser Dokunrentc ist >edoch bereite veröffentlicht worden Unter den noch unb^tinnl-.n Schriftstücken befindet fich vor allem eine am 20 Juni an den französischen Bvtsch.ifler ir. London adressierte Depesche der französischen Re­gierung, welche die von dem Grasen Aulaioc Im Laufe der Bethanblungen mit der englischen Re­gierung ei nzu schlag enden Methoden umschreibt Die HavaS-Agentur hebt au« dielen Instruk­tionen solgcndeS besr-nders hervor

Au« bem Stubium der BerHandlungen In bei Reparationsfrage seit Unterzeichnung bc« Fr-.e den« geht hervor, bah England fich fiel« be­müht habe, eine Grundlage für eine Berstän­dig u n g ausfindig zu machen, au! ber Deut fch- land aus gleichem Fuhe mit den Alli­ierten octbanbeln könne Bon sich selbst aus andere fchlietzend, seien die Engländer immer bei Ansicht gewesen, datz Deinschland die TvcrpHid)- tungen des Versailler Beitrage» nicht erfülle, weil c« ihm nicht in voller Freiheit zuzestimmt Habe Fr-ankreich sei Hingegen >tl»erzeug'. datz Deutschland bi« jetzt nichl die Uedetzeugung vor feiner Riebcrlagc geivonuen Iwibc oder bah ix-i ig- ften« die deutsche Regierung, wenn sie selbst auch den Umtang dieser Rieberlage kannte, ba» deut­sche Boll nlcmahs darüber ausgellän l>il»c unb bah nur deshalb Deutschland, weit entfernt, die mindeste Anstrengung zur Bxrlragecifüll.tng z.i machen, immer nur danach gellachtet l>ibe sich feiner Bcrpflichtungen zu entAuhcn

Tie Konlerenz von Span unb da« Londoner Ultimatum vom 0)1 ai 1921 haben nach Diirstcllung de» französisck-en Ministcrpräsidcnien ben Beweis e> bi acht, balj Deutschland hinlichtiich seiner Re- paiativnsveipilichtungen nur bem nachteiligen eiwange gel,eicht Heute versuche cs diesem Zwang mit Hilfe England zu cntgelxn Der fron- -öfische Botschalter st- lich tu leinen Bei l> inb- Iniigen mit bei englachen Regici ing deshalb hü­ten. sich auf Matznuhnien einzulal en. die unter dem Voewanb >i<ivi E stellung i-c.» massiven Wiberstaitdes darauf hinauslief.-n die Bcf.igniffc Frankr.n 1 S al« BcfenungSmachi unb damit den franzöfifchen Druck selbst abzulch'.chen Deutfchlwnd müsse fori «fehl bie französisch« Starke zu spuren bekommen unb Frankreich dürfe das Pfand nicht fre neben, bevor

Deutschland restlos erfüllt habe

Die englische Haltung hat ihren tic;crcr un' lediglich in der Beflirchtong ba*) bie 'Bclrnmig bc« Rubi gebiet« den völligen Ziilammenhi u' der dcutschci. Veifiunqelabigkit zur Folge habe "J-riti rare dagegen ist überzeugt, datz De.itsäe t > in bem vea ihm zwecken lsp > eck end gdrabi'r: -u - punkt seine Ausgaben aus da« Riixau ki > ri nahmen einschränken werde wxrs ein - ,-ich- tc« fei für ein Land, ba« keine militärischen Rui Lgaben mehr habe unb leine and e Last mehr zu tragen habe, als bic der Reparationen.< ib b»is bie (aflenfn ieften unb reich te i ötc-ier - 1 -i bei ganzen W st haben aterä# S.iql.inb lege *'") feine Rcchenschast ab übe d, ' ei- schleckende Gefahr, die n cht all in zr i i!-eich und Belgien, lor.der t iSaglanb unb g.i e..i.>i>a drohe, eine wn.fchaltliche Hegemonie bi riöt>- lich aus den Plan trctc-ib u i2 r* h1 . ab ' Fiiichic in den Schob werfen werd . ec v.->:,t Kriege erwartete, wenn die'ei _'. 1 für Deutschland au »gegangen U*äte Fäi Frankreich f«,i e-* unmöglich 'ich N-» A>,f'it> b-' -

liK**n Regierung zu nähern. : c '.'.iS1- bängiglcit auf ba« Spiel zu sei n ?liT/r-bct> wenige, (ei Frankreich bei eit. mr D - Nkch a b in Bcibnrblungc ,u tretet, foball es seine Aje­de r l a g e cingcftanbcn heb- i; :b (ich oer- pflich'et sühle. (e ne Bechpr.-chu e -u fjaitci

Der Druck der Besatzungsmächte muh sich nach Boincare vor allem auf bic deutsche Industrie richten Die englische Rcgl'-nuifl wisse genau, bah ixe deutsche Industrie, wenn kie