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Unter dem ßreiheitrbcrum.

Roman von Clara Diebin.

40. Fortsetzung. (Rachdruck frctooten.)

.Ich verrate nicht!" Adami sagte es mit Betonung, ilnb um dann durch sei re Anzüglich- feit den anderen nicht zu verdriehen, setzte er hastiger hinzu, als es sonst seine Art war: .Mein Mort, als Mann und als Beamter, ich verrate Ihn nicht."

Prüfend, wie einander messend und ein- schätzend, sahen sich die zwei in die Augen. Die grauen Augen des Richters blickten Lug und ihl, die schwarzen des anderen hatten einen heimlichen Glanz. Um einen Schritt trat Hans Bast näher: .Mat gebt Ihr mir. wenn ich Euch sag. wat mit dem Mann geschehen is, der von Trier in geheimem Antrag ger Uen glommen is? Heut vor vier Tagen. Und ben die französ sche Strcifkolonn gestern gefunden hat unterm Reiler Hals in der Schlucht am Dach, als Lerchnaml

.Ermordet?!" Adami fuhr auf.

.Ihr wistt von nix ich weih viel. Alles." Der grostr Mann reckte sich höher. .Sichert Ihr mir Straflosigkeit zu, Friedensrichter, wenn tch Euch mehr erzähl?^'

.Ihr warst dabei?I"

.Ich war dabei. Der Herr in der franzö­sischen Uniform, er nannte sich Marquis de la Fecriöre. hat bei mir ungehalten oben in Krink- vof. H<^ sein Peerd neu beschlagen lassen zu schnell geritten das lahmte. Hat dann einen Führer verlangt an die Mosel ich hab ihn geführt"

Nr. 59 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, (5. Zebrnar 1925

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Deutscher Reichstag.

300. Sitzung, nadyn. 3 Uhr.

Berlin, 14. Febr. 1923.

President Loebe eröffnet die Sitzung mit einem Rachruf aus den gestern abend aus dem Heimweg vorn Reichstag an obrem Herzschlag verstorbenen Abg. Dogtherr (Soz.). den das HauS skcHcnd anhort

Angenommen wird eine Rvvelle zum Postscheckgeseh. durch die die Stammein» lage auf 1000 Mark erhöht wird, in erster und xtixiter Lesung. In allen drei Lesungen wird sodann der von allen Parteien beantragte Ge­setzentwurf auf Grhö hung der Erwerbs­losenunter st ühung ab 19. Februar ds. Is. angenommen. Die Unterstützung soll nach einer gleichzeitig angenommenen Entschliehung betragen:

Für erwachsene männliche Personen im eige­nen Haushalt 1500 Mk. für Personen unter 21 Jahren 1100 All. täglich.

Die Familienzuschläge betrafen:

Für Ehegatten 800 Mk., für Kinder und sonstige Unterstützungsberechtigte je 600 Mk. täglich

Die zweite Beratung des IustizetatS trtrb hierauf fortgesetzt,

Abg. Dr. MoseS (Soz.) kritisiert die Art des Strafvollzuges, besonders die Behandlung fron Max Hölz. Den Klassencharakter der Justiz beweise eine Gegenüberstellung des Urteils gegen die Hardenattentäter gegenüber den empfind­lichen Strafen für revolutionäre Arbeiter. Heb- n-ir tritt für eine Verbesserung des Loses der Gefangenen ein. und fordert namentlich eine bessere Ernährung. Mährend Ernst Teller im Zuchhaus schmachte, erfreuten sich die v. Hirsch- seld und Arno der Freiheit.

Abg. Dr. Riester (D. D.) fordert für den Vormund eine gröbere Freiheit in der Anlegung fron mündelsicheren Papieren. bam.t das Mündel bet der gegenwärtigen Geldentwertung nicht wirt­schaftlich geschädigt wird.

Abg. Grebe l (S.) protestiert gegen die mehrfach angestrebte Zulassung der Anwälte zum Kaufmannsgericht.

Iustizminlster Dr. Heinze erckennt die Rot- Wendigkeit einer Aenderung der Bestimmungen über die Anlegung des Mündelvermögens an. Hinsichtlich des DureaupersonulZ auf den An­waltschaften habe das Justizministerium dauernd dahin gestrebt, das) eine vertragliche Regelung der Anstellungsbedingungen statt,inbe.

Abg Brodaus (©.) empfiehll eine Ent- schliehung. in der d" Begnadigung der an Streik bet tl g g wefenen Eisenbahner ge ordert Wied.

Der Justiz llat wird daraus b w lligt und die Entschliehung dem Rechteausschuh überwiesen.

Es folgt der Haushall des Rcichsmini - steriums des Innern.

Abg. Dr. Schreiber (Z.) hält es für die wichtigste Aufgabe des Ministeriums, ein gedeih­liches Verhältnis zu den Bundesregierungen zu erhalten. Der richtig verstandene Föderalismus entspreche deutscher Art. und Frankreich schätze ihn gan) falsch ein. wenn es glaube, mit feiner Hilfe in Baden eine Reckarlinie schaffen zu können. Der Föderalismus dürfe aber nicht zum Deck­mantel eines überspannten Rationalismus ge­macht werden. Das Treiben Hitlers und feiner Ge­folgschaft schädige den föderativen Gedanken. Andererseits würden durch die Feierlagsbestim­mungen hi Sachsen, Thüringen und Braunschweig die kulturpolit.sche Rückständigkeit gefördert. Mir brauchten nicht nur eine Ruhrhilfe, sondern auch eine Aheinhilfe für das besetzte Rheinland. Frank­reich liefere jetzt das gröstte Industriegebiet der Vöelt dem sozialhygienischen Verfall aus.

Abg. Soll mann (S.) nimmt die sächsische Politik g gjn die Kritik des Vorredners in Schutz. Die Sozir-llemokratie achte jede religiöse Heber» zeugung, aber sie reelange auch Achtung vor den Organisationen, die abseits der Kirche stehen. Die deutsche Wissenschaft und die deutsche Arbeit mühten sich als zusammengehörig fühlen. Die tiefe Kluft zwischen Studenten und Arbeiterschaft fei bedauerlich- Redner fordert von den Beamten unbedingte Achtung vor der Republik und ihrer Fahne. Solange das jetzt so bedrohte Reich als .©j)iebertebublif und ..Iudenstaat" beschimpft toetje. könne es nicht wirksam verteidigt werden. Der Kamps an ber Ruhr, in der die Republik sich unblutige unvergängliche Lorbeeren hole, werde von den deutschen Sozialdemokraten und Republikanern g.füh t. Er wäre nicht möglich, wenn noch die alte R.-chtlos'gk-eit bestände.

Morgen nachmittag 2 Uhr Weiterberatung. Schlust nach 6 Uhr.

Die Biebertalbahn.

Zu der Einschränkung des Personenzugver­kehrs auf der Biebertalbahn erhalten wir die nach­stehende weitere kritische Betrachtung:

R o d h e i m a. d. D., 9. Februar 1923.

Seit August 1922 schränkt die Biebertal- bahn den Personenverkehr erheblich ein. Sie begründet ihre Mast nahmen mit nad>Idf1enber Frequenz der Züge und Kohlenmo-nael. V>n vorn­herein sei aber festgestellt, dast bei derBiebertal- bahn schon seit Jahren einreinerPersonen- zugverkehr überhaupt nicht mehr be­steht, sondern ein sogen, gemischter Verkehr, d. h. die Personenwagen werden den Güterwagen on- gehänat.

Wenn die Biebertalbahn den Personenzug­verkehr dauernd einschränkt, ist ein Rückgang der Frequenz selbstverständlich. 1906/14 liefen bei­spielsweise 12 Züge, und jetzt laufen nur vier, und diese nur werktags. Bei regelrechtem Verkehr wurden damals jährlich etwa 263003 Per­sonen befördert und letzt nach eigener Angabe des Kleinbahn-Verwalters etwa 72 000 Per­sonen Allo Personen- und Rentabilitätsrückgang des Peison noerkeh -selbstverständlich. Der Grund liegt aber in der Einschränkung deS Zug­verkehrs. Da ferner nur gemischte Züge lau­fen, kann der weitere Grund für eine Einschrän­kung deS Personenvcrkehrs der Kohlenmangel durchaus nicht ausschlaggebend fein. Sollte nicht zu unrechter Zeit angewandte Sparsamkeit der Grund dafür fein, dast man jetzt von Kohlen- mangel spricht? Wir sind der Ansicht, dast bei einigermasten gutem Willen die Möglichkeit be­stand. ebenso wie es Industrie und Reichsbahn mit Wellblick schon seit Monaten taten, sich mit englischen Kohlen eiruubetfen.

Die Rentabilität Der Biebertal­bahn büilte hierunter eine grobe Einbuße kaum erlitten h^ven, wie in folgendem bargetan werden soll: Der Güterverkehr f*>t durch die Inangriff­nahme neuer Dergwe ke und Kalkstcinbrüche eire.i groben Aufschwung genommen. Im Iah.e 1922 wurden, wie aus den Büchern der beteiligten Firmen festgestellt ist, 72 673 Tonnen Erz und Kalk verfrachtet. Unter Berücksichtigung der sich von Monat zu Monat verändernden Frachtsätze ergab sich hieraus eine Brutto-Einnahme von 16 679 954 Mk. Diesem Betrage ist hinzuzuvechnen eine Einnahme für ankommende Güter (Kohlen, Koks. Holz usw.

nicht Stückgüter, für welche die Unterlagen fehlen)...... 739 £91 .

Zusammen 17 419 945 Mk.

Die Rachrechnung der Ausgaben für 1922 ergib für Löhne, Kohlen, Schmiermaterialien usw. . . . 5 601 807

Mithin verbleibt ein Ueberschust v. 11 818 138 Mk.

Diesem Dllvoge wäre noch hinzuzuzählen die Rückvergütung, welche die Dieb-ertaldahn von der Reichsbahn nach Mastgabe der beförder­ten Tonnen erhält. Ferner dre Einnahmen für Stückgüter. Wiege gebühren und Per­sonenverkehr. Die Summe deckt zum minde­sten den angeführten Schwellenankauf der Dieber- - ralbahn.

Wenn .die Kleinbahnverwaltung glaubt, von ihrem Ueberschust für 1922 den Betrag für Schwellenankauf und Kleineifen uw. für 1923 abzufetzen, so bürfte sie sich damit wohl kaum auf einem bilanzsicheren W ge befinden.

Eine spezif'zierte Angabe obiger Einnahme­posten ließe sich ebenfalls errechnen. D.e Amor­tisation und Verzinsung 1*5 Anlagekapitals dürste nach unserer Kenntnis soweit erfolgt sein, dast das Gefanllunternehmen nur noch mit einem relativ geringen Betrage zu Buche steht.

Wir gönnen der Biebertalbahn diese Rein­gewinne, sie sollte sich aber bei einer so hohen Einnahme auch b.'ffen bewriht fein, dah sie Pflich­ten gegen die Allgemeinheit hat.

Wenn ferner allein im Monat Januar 19 2 3 die Einnahme aus dem Güterverkehr 16 958 700 Md betrug und ein Reingewinn von etwa 12 Millionen Mark verblieb, und di.' Dieber- talbahn dann als Quittung hierauf bei Personen­verkehr ab 1. Februar einschränken zu müssen glaubt, so dürfte das eine unverständliche Mast- nahme fein, deren Berechtigung wir dem Urteil der Allgemeinheit überlassen müssen.

Wllche WiVrwäi t'g c t-.n di: Mastnakmre der Biebertalbahn bei den Bewohnern des Bieber­tales und seines Hinterlandes, sowie für die (Sie­bener GeschäftswÄt und die Giehener Bürger zeitigt, dürfte der Verwaltung kaum zum Dewustt- sein gekommen sein. Man denke an die armen Schüler, die zum Teil noch weite Wege von und zu der Dahn haben und nun den ganzen Tag in Greben sitzen müssen. Man denke an dir vielen

Arbeiter, welche ebenfalls zum Tell noch weite Wegestrecken von und zu der Dahn, sowie -u ihren Arbeitsstätten und umgekehrt, zurückzulegen ho­ben. Man denke ferner an die Angehö.igen der in den Giestener Kliniken liegenden K.anken usw. Es führt zu weit, alles genau anzugeben. Die Bahn- verwaltunq möge an ihr Herz schlagen, ihre Feh­ler einsehen und schleunigst alles wieder gut machen, waS sie in UcbcrcUe fehlte.

Den de r. Bürgermeister.

Der Rechnungsabschluß der Stabt (Biegen für bas Jahr 1920.

i.

Die Rechenschaftsablage der Stadt­verwaltung für das Rechn-ung sjahr 1 920 ist vor einigen Tagen der Stadtverord­netenversammlung zugegancen. Der Bericht konnte nicht früher erstattet werde,. weil der endgültige Dücherabschlust der Stadtkasse zurückgestellt wer­den mufjte, bis die der Stadt auS der Reichs- einkommensteuer bzw au6* dem hessischen Aus- gl.ichsstock zustehenden Te tage überwiesen toaren. In der Uebersicht sind den wirklichen Ein­nahmen undAusqabenfür 1923 dieVor- anschlagsbeträge grge: ü « g ste lt. a-v durch man eine recht inte.« Tante Berglerchsmög- lichk.it erhält. Aus dem umfangreichem Material seien nachstehend die wichtigsten Angaben wieder- gegeben und, soweit e3 hier möglich ist, an Hand der amtlichen Anmerkungen kurz erläutert.

Die Gesamtrechnung zerfällt in zwei Teile: a) die Detriebsrechnung, in der die Aus­gaben des laufenden Betriebs und die zu deren Deckung zur Verfügung stehenker Einnahmen ver­rechnet werden, b) d e V e r m ö g e n s r e ch n u ng, in der die Vermögenswerte buchmästig behan­delt sind. ___

Dor Abschlust der Detriebsrechnung für 1923 hat sich wie folgt gestaltet: Einnahmen 19 2C9 668,82 Mk., Ausgaben 19 146 797 93 Mk., so dast ein Ueberschust von 62 870,92 Mk. ver­blieben ist, der in Misständen besteht, die nach dem folgenden Jahr zu übertragen waren. Unter Ausständen sind Einnahmeposten verstanden, die noch eingehen mustten. Im Voranschlag traten die Gesamteinnahmen und -Ausgaben der B.-triebsrechnung auf 17 531 293,55 Mk. errechnet worden.

Das Abschlustbild der Dermögensrech- nung für 1920 zeigt sich wie folgt: Einnahmen 20 695 051,64 Mk., Ausgaben 13 433 741 03 Mk., bleibt Ueberschust 7259 310,61 Mk. Dieser be­stand im einzelnen aus: a) barem Vorrat 7 252 256,86 Mk, b) Ausständen 7053,75 Mk.

Eine Durchsicht der einzelnen Titel der Detriebsrechnung gibt recht se'selnde Auffchlüsse, namentlich wenn man dabei die Voranfchlags- zifsern beachtet, die wlr hier in Klammern den tatsächlichen Abschlustziffern gegenüberstellen. Die Titel schlieben ab:

Gebäude: Einnahmen 106 406,19 Mk., Ausgaben 197 754,99 Mk., mithin Zaschust 91 318,83 Mk. (Vvransck^ag: Einnahmen 73 975,71 Ausgabeir 63 815 Mk ). Unter diesem Ti el wer­den die Einnahmen uno Ausgaben für dle ver­mieteten Gebäude verrechnet. Der Zuschust im Jahre 1920 ist in der Hauptsache durch die Kcsten der Wiederherstellung der alten Klinik entstanden.

Grundstücke: Einnahmen 444 348,82 Mk., 17R 5SB.25 Mk.. mi'tritt Ueberschust 265 760,57 Mark (Voranschlag: Einnahmen dvj dl v,:/3 Mt, Ausgaoen 113 ^52,91 Mk,). Von dem ftädtifchrn Grundbesitz ist das Ackerland zum größten Teil verpachtet, die Wiesen befinden sich in Selbstbewirtschaftung.

Waldungen: Einnahmen 2 334 986,37 Mk., Ausgaben 482 771 46 Mk., mi.hin Ueberschust 1 9)2 214,91 Mk. (Vo.anschlag: Einna'h.nen Mark 1 954 895, Ausgaben 339 156,94 Mk.). Dast der Waldwirtschaftsbetrieb nach Abzug aller Kosten (Werbungskosten, Auffichtskosten, Sie. em usw.) noch einen so stattlichen Gewinn e:bracht hat. ist vom Standpunkt der stLdtifchrit Finanzwirtschaft aus recht erfreulich.

Das Elektrizitätswerk ist mit einer Einnahme von 206 720,53 Mk. (Voranschlag 101 485 90 Mk.) registriert. Das Gaswerk wlld mit einer Einnahme von 419 549,76 Mk. - (Vor­anschlag 203 C0) Mk.) verzeichnet. Aufgaben sind in beiden S'.adtkassentiteln nicht ausgewiesen, da diese Betriebe Sonderrechnung suh.en. -Es wird in der Siadtkassen-Rechnung nur der Ueberschust der Werkskasse nach Abzug ber Beträge für Verzinsung und Tilgung des An- lagekapllals und der für Erneuerungen notwen­digen Rücklagen in Einnahme verre chnet.

Beim Wasserwerk sind tatsächliche Ein­nahmen nicht gebucht (Voranschlag 3900) Mk.),

an Ausgaben sind 275 870,33 Mk. (Voranschlag: nichts) auSgewiesen Zur vollen Durchführung der Verzinsung und Tilgung des AnlagetapitalS, sowie der erforderlichm Rückstellungen wurde der obengenannte Zuschust auS der Stadtkasse not­wendig.

Schlachthof und Fleischbeschau. Einnahmen 111 510,14 Mk, Ausgaben 524 995.79 Mark, mithin Zuschust 413 48565 Mk. (Vor­anschlag: Einnahmen 60 310 Mk, Ausgaben 484 060,36 Mk.). Die amtliche Anmerkung zu diesem Titel sagt: Durch die eingelcitcten Er- sparnismahnahmen, sowie en.sprech nde Erhöhung der Gebühren wird in den folgenden Jahren wieder erreicht werden, dast stch bieler Detrieb selbst erhält, oder dast tvenigstens keine gröberen Zuschüsse erfvtcherlich werden.

Jagden- Einnahmen 20 178,50 Mk.. Aus­gaben 2114,50 Mk.. mithin Ueberschust 18064 Mark (Voranschlag: Einnahmen 20 1.8 53 Mk., Ausgaben 1364.50 Mk). Die Jagd der Demar- hing (Sieben ist vom 7. Februar 1920 bis Ende Januar 1922 in acht Abteilungen verpachtet.

Märkte: Einnahmen 30 132 20 Mk.. Aus­gaben 6330 96 Mk. mithin Ueberschust 23 801,24 Mk (Voranschlag: Einnahmen 4145 Mk.. Ausgaben 6206 Mk.).

Waganstalten: Einnahmen 19 842,91 Mark. Ausgaben 27 186 89 Mk.. mithin Zuschust 7343.98 Mk. (Voranschlag: Sinnahmei, 11 020 ML, Ausgaben 18 740 Mk.).

Friedhöfe: Einnahmen 93 657,42 Mk., Ausgaben 261 483.29 Mk., mithin Zuschust 162 830,87 Mk. (Voranschlag: Einnahmen 72 287,50 Mark, Ausgaben 320 506,43 Mk.).

Volks- und Fortbildungsschule. Einnahmen 1026 19)22 Mk.. 2lusgaben 1 742 497.86 Mk.. mithin Zuschust 716 307.64 Mark (Voranschlag: Ei tnihmen 1 222 030 02 Mk., Ausgaben 1 390 863.27 Mk.). Aus Grund des Landessteuergesetzes werden die persönlichmKosten der Vollsschile aus der Staatskasse ersetzt. Der Zuschust bes eht daher in den Au,Wendungen für die sachlichen Kosten.

Höhere und Erweiterte 6"3>e n - schule: Einnabmen sind nicht genannt, da auch hier, wie bei den Werken, Sonderrechmng ge­führt wird. Die Ausgaben belaufen fich auf 422 081,86 Mk. (Voranschlag: 335 725,71 Mk.). Unter diesem Stadtkasfen-Titel w-rd nur der Zuschust zur Ausgleichung der bebn^e.-en Rech­nung der Höheren und , Erweiterten Mädchen- fd^ule verausgabt. Die Stadt erhält für die Höhere Mädchmschule gemäst der Art. 6 und 7 DeS Gesetzes über die Kosten der höheren Schulen aus der Staatskasse einen Zuschust in Höhe von i/3 der durch die Sch-llgeldeinnahmen nicht ge­deckten persönlichtn Stoften. Die sachlichen Kosten, sowie die Kosten für die Unterhaltung des Ge­bäudes usw. hat dir Stadt ganz zu tragen

Gymnasium, Realgymnasium und Oberrealschule: Einnahmen sind nicht ge- rannt, da diese an die Staatskasse gehen und Die Stadt nur den städt schm Zuschust au Kneift Die Ausgak«n sind in Höhe von 742 105.84 Mk. (Vor­aus Hiag 614 546 Crit-a angegeben. Der Ausgahe- posten stellt dLn Zuschust der Stadt zu d.m Kosten dieser Schulen dar. Die Stadt hat auf Grund des Gesetzes über dis Kosten der höheren Schulen zu bestreiten: 1. die sachlichen Aus­gaben : 2. 3550 Proz., je wach dem VrirhältniS der e nheim sHe.a Schülerzahl zur Gelamtschüler- zahl, der durch die Schulgeldeinnahmen n.cht ge- veckten p.rDn ichea Au.gaben: aufjecDem lei dem Realgymnasium und dec Oberrealjchlle die Kosten der Unterhaltung der Schulgebäude, diese städ ischeZ Gig ntum s nd. Das Gy.nnaf.algedäude ist Ltaatseige.llum.

Vorschule des Gymnasiums: Ein- nahm-eia 7900 Mk. Ausgaben 27 403.66 Mk., mithin Zuschust 19 503,66 Mk. (Doranfch'ag: Gin- rahmen 7403 Mk.. Au-lgabea 21 045 Mk ). Die Vorschule wurde mit SchLst des Schuljahres 1920 1 aufgehoben.

Gewerbeschule und Kausm. Fort­bildungsschule Einnahmen: nichts. Aus­gaben 22 0)0 Mk.. wie im Voranschlag angegeben. Zuschust der Stadt.

Aliceschule: Eimaahmen 100 Ml., w e im Voranschlag gerechn-el. Ausgaben 44 851.3) Mk. iVoramschlag 13 021 Mk.), mithin Zuschust 44 751,39 ML.

Gemeinnützige Zwecke. Einnahmen 91,79 Mt. Aaisgaben 99 315.86 Mk., mithin Zu­schust 99 224,07 All. (Vo.anschlag: Sinnas/ncn 6) Mk.. Ausgaben 79 315 10 Mk.) Es werden hier die Beiträge und Zuschüsse an Vereine usw. auf dem Gebiete ler Wohlfahrtspflege, der Gesund- h.-itspfloge usw., die Zuschüsse an den Lesehalle­verein, an bai Stadttheater, an das Volks bad usw. verrechnet.

' -2hr seid ein Schurke, Ihr habt ihn au8» geliefert! Ihr habt ihn der Bande verraten!"

.Gemach Herr, fo war bat nlt. Wir wurden überfallen, auf dem Zwangsweg am Reiler Hals. Er würd' audgeraubt

»Und totgeschlagen!"

Hans Bast zuckte die Achseln. »Dat^ weist ich niL Kann aber sein. Ich bin geflohen."

»Er halle das sosorr zu melden gehabt in Reil, in Als!"

»Wat soll bat in Reil nutzen! Und wat soll Alf machen?!" Der Schmied lächelte. »Arme Dörfer, die selbst bang sind. D.e können mich auch all schützen, wenn die Bande vom Dückler mir mit Rache droht. Aber die Franzofen haben ihn ja gefunden, eweil fällt die Entdeckung nit auf mich"

Ob es wirklich der flüchtige d'Aubry a>ar, den man dort gesunden halle? »Wie sah ber Mann aus? Offizier, noch jung, schwarz, schlank. Fliege am Kinn?" Adami fragte es in seltsamer Erregung.

Der andere nickte. »Stimmt. In fraTtzöfscher Uniform. Und en frech Gesicht. En Bursch hall' er noch bei sich der fiel vor Schreck vom Peerd wie en Klotz."

»Wo iS ber geblieben?"

.Weist nlt Wat geht mich die game Ge- schicht tra Grund an? Ich wollt dem Bürger Friedensrich-er nur mein Wort halten, und bat der weist, ich bin unschuldig, wenn mich einer vielleicht den Franzos hat führen sehen. Ich war dabei und war doch nit dabei der Herr weist et jetzt."

Adami grübelte: war es möglich dast ber Kapitän d'Aubry unb biefer Marquis de la Ferriere ein und dieselbe Person waren? Es konnte sein, die Desch.-eibung des Aeuheren stimmte. Er hatte den französischen Hauptmarrn zwar nur ein einziges Mal gesehen, aber dessen Gesicht, ein rech:es Abenteurergesicht, hatte sich ihm scharf eingeprägt. Wenn er es denn wirklich war, der auf dem Reiler Hals dies sch.eckliche Ende gefunden, so hatte ihn die Strafe bald er­reicht. Die Worte, bue er kürzlich bei einem Dichter gelesen: »Denn alle Schuld rächt sich auf Erden," kamen ihm ins Gedächtnis: sie erfüllten ihn jetzt mit einem geheimen Schauer. Der Ver­führer war tot, es hatte seiner Hrnd nicht be­durft, den Schurken hinter der Kirchtzvfsmauer niederzustrecken. Aber Susanne, was hatte Su­sanne von dieser Gerechtigkeit des Himmels? Seine Gedanken flogen noch einmal zu ihr hin. Und bann klammerten sie sich plötzlich an etwas anderes: ber Bursche, der vor lauter Schrecken vom Pferd gefallen war wir ein Klotz wo war bi.fer Bursche geblieben? War er am Ende der Mörder seines Offiziers? Es war kaum aruu- nehmen, aber war jetzt nicht alles möglich? Oder ob auch v das Opfer der Räuber geworden war? Ein Mitwisser, ein Zeuge des Ges chehenen war gefährlich Man muhte suchew den Dur- schm aufzufinden, lebendig oder als Leichnam Heber ihn war ber französischen Behörde Mel­dung zu machen.

Der Richter war so versunken in seine Ge­danken, dast er ganz vergessen Halle, dast ber Schmied aus Krinkhof noch immer dastand. Hans Bast strich sich den langen schwarzen Bart, in dem erst weniges Silber glänzte. Er schv^g auch

EndUch unterbrach er die Stille unb sagte ganz beiläufig: ,Der Marquis de la Ferrjöre is auch zu Kochern gewesen, da war er aber nit eso schwarz, da hat er blaue Augen gehabt. Sie machen eweil da en groh Geschrei." Ec lachte in sich hinein, ilnb dann noch immer mit Lachen, es war ein seltsames Lachen:Eweil kann ich wohl gehn?"

Er kann gehen. Merci Run half es Adami nichts, er mustte die ihm wiederum hing'-haltene Hand ergreifen und schütteln: ber Mann war zu wichtig, ein Kronzeuge ohne Zweifel. DeS Richters Gesicht war bleich, er prestte bie Lippen aufeinander, dast sie schmal wurden.

^Ich sehe drei," fagte ber aus Krinkhaf schon im Fortgehen und bämpste die Stimme, bah es klang wie em Raunen. ..Der eine reitet aus Trier, is Kapllän und nennt sich Marquis ber »weile sitzt zu Kochem, kein Marquis und di-ch als Marquis, und fäubt da den besten Wein bet dritte liegt tot am Reiler Hals, is nit Akarquis unb auch nit Kapitän!" Damit ging er rasch auS der Tür und liest den anderen betroffen zurück

Welch merkwürdiger Mensch! Klug, mit einer Sprechweise über seinen Stand, aber unheimlich. Was wollte ber mit seinem: nit Marquis unb auch nit Kapllän? Adami hätte den Mann fast noch einmal xurüdger ifen, aber als er auS dem Senfler b.ickte. war ber bereits zu weit. Schon verschwand die hohe Gestall in ber Sen­kung ber rasch sich abwärts neigenden iStraÖe.

(Fortsetzung folgt)