Urei* Friedberg.
sf. Friedberg. 13. Llpril. Das hiesige 'ÄTtmator ium ist im abgelaufenen Jahre 61mal In Gebrauch genommen worden. Neun der GingeLscherten waren von Friedberg, die übrigen von auswärts.
Starkenburg und Rheinhessen.
Offenbach, 13. April. Großes Aufsehen erregt hier die Verhaftung eines jungen Bankbeamten der Frankfurter Filiale des Bankhauses S. Merzbach, Offenbach. GS handelt sich nach der „Offenb. Ztg." um den in einem Vorort wohnenden, seit kurzem verheirateten Bankbeamten Ludtmann.der früher bei einer Großbank tätig war und seit einiger Zeit im Dankhause Merzbach wirkte, wo er großes Vertrauen genoß und einen verantwortungsvollen Posten bekleidete. Er stahl Effekten im Werte von vier biS fünf Millionen Mark. Diese Papiere verkaufte er zum Teil in Bad Homburg und machte sich von dem Gelde Anschaffungen. XL. a. hat er kürzlich seiner jungen Frau auch ein Reitpferd gekauft.
rm. Langen. 13. April. Die Ehefrau K n e i p P hat heute ihren Mannmileinem Beil erschlagen. Die Eheleute waren, wie schon oft, in Streit geraten, bei dem der Mann die Frau wieder A" mißhandeln drohte. 3n ihrer Verzweiflung ergriff die Frau ein Dell und schlug, als der Mann auf sie zukam, ihm derart auf den Kopf, daß der Schädel gespalten wurde und K. bald darauf starb.
Hessen-Rassau.
spd. Frankfurt a.M., 13. April. Sn der vergangenen Rächt wurden aus einer hiesigen Schuhfabrik 600 Paar bester Schuhe g e st o h l e n.
(Ein Stimmungsbild aus dem besetztes Gebiet.
Gin Gießener Einwohner, der kürzlich mehrere Tage im besetzten Gebiet weilte, übernnttelt uns über seine Erlebnisse, Beobachtungen und über die ihm zugegangenen Mitteilungen den nachstehen- den interessanten Bericht:
Wenn man heute an einer der Grenzstellen deS neutralen und besetzten Gebietes vorüber- kommt, so glaubt man sich zurückversetzt in die längst verflossenen Tage des Mittelalters. Die Phantasie muß nur an Stelle der zahlreichen Autos dis alten Pferdeposten sehen, und die Zeit unserer Urgroßväter spiegelt sich in unseren Tagen wieder.
Don Frankfurt a. M. fuhr ich mit einem von Waren und Mitfahrern überfüllten Lastwagen über Ried, wo des Lesens unkundige Kolonialsoldaten unsere Pässe prüften, nach M a i n z. Da im altbesetzten Gebiet keine Bahnen unter deutscher Leitung mehr verkehren, reiht sich auf den Landstraßen ein Fahrzeug an das andere. Da sehen wir Pferde- unv Ochsengespanne, Radfahrer, Fußgänger unb alle möglichen Autotypen unbeirrt ihrem Ziele zu steuern. Jedesmal wenn ein Kraftwagen einen Trupp Fußgänger überholt, geht ein Bitten und Rufen um Mitnahme los. Aber nicht nur deutsche, sondern auchfranzösische Fahrzeuge sind gezwungen, für ihren Bedarf zu sorgen, denn die von den Franzosen geführten Züge haben nicht die Leistungen erreicht. die sich unsere Gegner vorgestellt hatten. Auf den Strecken, die den Franzosen nützlich sind, verkehren wieder Züge, aber wenige Deutsche geben durch ihr Mitfahren die Gewähr, daß der Zug nicht durch Absicht verunglückt. An den Schaltern sitzen französische „Damen" und verkaufen deutsche Fahrkarten, die an der Sperre von deutschen Lausbuben gelocht werden. Das übrige Personal setzt sich aus Franzosen und solchen Deut- schm, die wegen Ilntauglichkeit oder Unehrlichkeit aus dem deutschen Dahndienst entlassen wurden und jetzt „Rache nehmen" wollen, zusammen. Da die Franzosen keine Schranken schließen und ihre Züge kein Warnungssignal abgeben, ist das Äeberschveiten der Gleise sehr gefährlich. Die meisten Stellwerke können von ihnen nicht bedient werden, und so stehen sie denn mit Brecheisen an den Weichen und mit roten Fähnchen an den Signalen.
Unfer Lastwagen hatte mittlerweile den Den- darmerieposten m Höchst ohne Schwierigkeiten passiert, und weiter g'mg es über die aufgefahrene Mainzer Landstraße an Trümmern deutscher Lokomotiven und Bahnwagen vorbei bis an die Brücke M a i n z - K a st e l. Dort mußten die Passagiere sämtlicher Fahrzeuge absteigen und wiederum an den kontrollierenden Posten Vorbeigehen. Da die Schwarzen weder deutsch noch französisch lesen können, prüfen sie den Dreisprachenstempel nur nach dem Augenmaß. Es könnte also der Stempel anstatt der Aufschrift „armees alliees d’occupation“ ruhig die Worte „DereinigteHunde- züchterveveine" tragen, die Hauptsache, daß der Stempel die ihnen eingeprägte Gröhe besitzt.
Sch hatte mehrere Tage in Kreuznach zu tun und wartete deshalb, bis ich ein geeignetes Auto fand, das mich bis dorthin mitnahm. Unterwegs begegneten wir zwei Strahenlokomobilen, die je zwei Möbelwagen zogen. Kreuznach selbst bot gegen frühere Zeiten ein ungewohntes Bild. Durch das Stillstehen vieler Betriebe war ein Leben auf den Straßen, wie ich es sonst nur an Adventssonntagen gesehen habe. Biele treibt auch der Gedanke m die Stadt, etwas Reues aa hören, denn durch das Einfuhrverbot sämtlicher Zeitungen aus den nichtbesehten Gebieten und die strenge Kontrolle der dortigen Blätter wird die Devölke- • ang im Unklaren gehalten über die Geschehnisse r.i der Welt. Trostlos sind die Anblicke der jiL e:all stehenden Möbelwagen, der überall fahrenden französischen Gefängniswagen. Aber c uch bei den „Kulturträgern" sieht es böse aus! Französische Soldaten sieht man verschwindend
wenig, da sie mehr zu technischen Diensten heran- gezogen werden. Rur Tivailleurkompagnien, die, um die hohe Regimentszahl aufrechterhalten zu können, bi- auf 80 bis 90 Schwarze pro Kompagnie zusammengeschmolzen sind, durchziehen hin und wieder die Stadt. SpahiS, mit ihren Araber- Hengsten, Türkensäbeln und roten Mänteln, mehr einem Zirkus als einer Glitetruppe gleichend, werden als Deruhigungsmittel der Bevölkerung vorgeführt. Sch ließ mir erzählen. daß die Schwarzen in den Häusern Brot betteln gingen, da ihre Versorgung bedenklich nachge lassen hat. Auch die „grandc Nation" maß sparen. Zähneklappernd stehen die schwarzen Söhne der heißen Länder tm blauen Drillichanzag auf Posten. Rückständiger und halber Sold sim> keine Reaig- fetten mehr! Rur aus Furcht verrichten die Gtn- geborenM ihren Dienst, denn, was häufig dor- fomnrt, Deserteure und Meuterer werden sofort erschossen. Auch habe ich gehört, von einer Wache seien elf Mann erschossen worden, weil sie einen französischen Offizier ermordet hätten. Gegen die Bevölkerung sind besonders die Algerier sehr gleichgültig An dem Tage, an dem Deutschland ferne Gegenmaßnahmen gegen die Ruhrbesetzrng bekanntmachte, zogen in vielen besetzten Städten die Bürger mit dem Gesang „Siegreich wollen wir Frankreich schlagen" durch die Straßen. Sn Kreuznach staute -ch damals die Menge an dem Gebäude der 38. Infanterie-Division. Der Posten erhielt Befehl zum Feuern, aber auf jeden Schreckschuß folgte ein Hurraruf der Menge. Am Tage nach Ostern wurden wieder 20 Eisenbahner ausgewiesen. Herzzerreißende Szenen spielten sich da zwischen Vater, Mutter und Kirck» ab, so ergreifend, daß die nirgends fehlenden Zuschauer ermz, drohende Haltung armahmen und dir Gendarmerie hmäerten, die Verhafteten fortzuführen. Erst als eine Kompagnie mit der blanden Waffe die Straße frei machte, setzte sich der Trupp in Bewegung. Am anderen Tage fuhr ein Omnibus von Kreuznach nach Frankfurt. Trotz des hohen Fahrpreises von 25 000 Mark waren dreimal soviel Personen an der Haltestelle, als mitgenommen werden konnten. Egoisten kämpften mit Mund und Faust um einen Stehplatz. Und, um die Krisis zu vergrößern, will Frankreich der Reichspost die Personenbeförderung verbieten I Aber auch dieser Schritt kann an der Entschlossenheit der Bevölkerung nichts ändern.
Halten wirzusammen und lindern wir die Leiden unb Entbehrungen unserer Brüder an Rhein uni) Ruhr durch Spenden an die Ruhrhilfe, so ist der schlimmste Feind, der Hunger, schon geschlagen. Die Zuversicht, daß unsere geknechteten Landsleute aushalten wollen, entnahm ich den mutigen, ja sogar lächelnden Gesichtern der Verhafteten und Ausgewiesenen, aber froh war ich doch, als ich mich wieder aus unbesetztem Boden frei bewegen konnte, und lernte achten, was es heißt, sich fremdem Willen, fremder Willkür unterzuordnen. C.
Ssndel.
Berlin, 13. April. Börsen st immungs- bild Eine bemerkenswerte Erscheinung bildete auch heute wieder die Rachfrage für oberschlesische Werte, von denen Laurahütte, Oberschleftsche Sisenbahnbedarf und Oberschl.sische Ei e andustrie sowie auch Hohenloheaktren ansehnliche Gewinne erzielten. Man sprach von großzügigen Fusrons»' Plänen im Umfange eines Gesarntlaprrals von 100 Milliarden Mark. Ferner betätigte die Spekulation ein lebhaftes Snteresse für Ludwig Löwe, Scheidemandel, Hirsch Kupfer sowie Maschinenfabrik Kraus. Sm Verlaufe erweiterte sich der Kreis der bevorzugten Papiere, so daß die Börse für Sndustriepapiere allgemein ein recht festes Aussehen gewann. Für Bankaktien war bte Kursbewegung nicht ganz emheitlich. Wei'er gebessert waren Commerzbank, Darmstädter, Diskonto und Dresdener. Die Valutapaprere waren nach oben und unten im allgemeinen wenig verändert. Kanada 10 000 Prozent höher. Deutsche Anleihen behauptet. Sn zweiter Dörsenstunde ließ die Geschäftstätigkeit nach und vereinzelt bröckelten die Kurse unter Gewinnrealifterungen ab.
Frankfurt a. M.. 13. April. Börsen stimmungSbild. Die Effektenbörse eröffnete in fester Haltung. Zu lebhafteren Umsätzen kam es anfangs nur auf dem Ban- kenmarkt, wv Berliner Handelsgesellschaft ihre Aufwärtsbewegung fvrtsetzte. Fest lagen ferner Darmstädter Bank und Metallbank. Oesterreichische Kreditanstalt und Wiener Bankverein gaben auf Gewinnrealtsativn nach. Am Montanmarkt gestaltete sich die Tendenz nicht einheitlich; eine Ausnahme bildeten die festen Laurahütte und Deutsch-Luxemburg. Elektrizitätsaktien wiesen größtenteils behauptete Kurse auf. Am Markt der chemischen Werte erzielten nur Griesheimer einen Kursgewinn von 600 Prozent, sonst lagen diese Kurse still. Von Zuckeraktien waren Waghäusel, Heilbronn, matter. Zellstoff Waldhvf und Aschaffenburg preiShalteno. Norddeutscher Lloyd und Hapag lagen leicht abgeschwächt. Devisen unverändert. Dollar 21 200.
Frankfurter Devisenmarkt.
(Telegraphische Auszahlung.)
Datum
12. Avril' Am tl. Not lern.
13. Anril Amtl. Notier«.
Selb
Brief
Gelo
Brie'
?lritw.'Brlistel
12U.45
1220,55
121195
1218,05
HoNand,. . . .
8246,85
828815
8250.3)
829170
Vonbon .....
98079,20
98570,80
96079.20
985; 6.80
Paris......
14)4—
141t-
1413.95
1421,05
Schweiz.....
384-i,3ö
38-59,ßj
3835,40
3854.60
Svanieu...
3224.40
824W
3224,40
3240,60
Italien.....
1046,40
1051,60
1044,35
1652,65
Vifinbon»Dportö
4010—
3977'55
399745
Dänemark. . .
3999—
Norwegen. .
3780,50
3790,50
8785,50
3804,50
Schweben . . .
5595,95
5624,05
55^,45
5626,55
HelslngiorS..
574,55
577.45
576,55
579,45
Nennork......
21072,20
21177,80
21122,05
21227,95
Deutsch-Oeiterr.
29,50
29,66
29,63
29,77
Bubapett. . .
473,80
47390
471.80
474,20
Prag......
629,65
632,35
629,65
632,35
Agram.....
214,35
215 55
218,45
21655
Banknote».
Frankfurt a.M.. 1L HprlL Brief Geld
Schweizer Noten 3871.— 3801—
Französische Noten 1413-50 14OL50
Dänische Noten 3995,— 3925,—
Schwedische Noten 5600.- 5500—
Holländische Noten 8330 - 8210,—
Deutsch-Oesterreich L 100 Kronen 29 70 29.20
Amerikanische Noten 21415— 211fk5.—
<>nglj,che Noten 9880-),— 97800,—
Zialtenische Noten 1066,— 1054—
Belgische Noten 1211.- 1199—
Uugartsche Noten 440,— 420,—
Tschechoslowakische Noten . . 640 — 620—
Norwegische Noten 3785.— 3715—
Rumänische Noten 100,50 97,50
Spanische dkoten ........ —.— —
Börsenkurse.
Frankfurt a. M.' Berlin
Schlutz. Schlaft- Schlaft- Schlaft. Kura Aura Kurs Kur»
Datum 12.4. 13.4. 12.4. 13. 4. v'/.Dtsch. Reichsanlethe 89,75 89,75 89,50 89,50
4% Dergleichen 1160.-1160.- 1070 - 1170,- Dergleichen 660,- 650,- 645,- 620,- 8'/° Dergleichen 4350,-4350,- 4399,- 4385— Dlsch.Spar°-L-ra'n..Anl. 300.- 300,- 287— 289,- 4% Preußische Konsols 190— 180,- 192— 191- 4°/, Hessen......... 13a- 131— 150,- 14&-
3'V/o Hessen 110— 108— -—
3e/o Hessen 112.- 100— UL- 130— 4% Zolltürken 37750.-38000,-37500,-36750,-
5% (9olbmeritaner298500.-298500.-296000.-2940)0.- Berliner HandelSges. . 86000.- 86000.- 85000,- 88000,- Cominerz- u. Prtvalbk. 12510,- 15500,-13500,-15500,- Durmu.u.Nationalbank 16000,- 18000,- 16000,- 18009,- Deulsche Bank......30000,- 30500.- 30-100,- 30500,-
Deutfche BcretnSbank. 660u — 5500— ——— DiSconio Commandit . 19000,- 20000 - 19900, -20000,- Metallbank........ 37900,- 37900,- -.—
Miileldeul- Ereditbank 9-100— 9500-— 9500— 9400— Oeitcrr. Lrediianftail. 18250,- 17400,- 15200-17500,- Bochumer Guß.... ——,—75000,—
BuderuS.........34 >00, -38500, -34250, —36500, -
Caro 55500,- 60000,-5700),—61'XW,— Deutsch-Luremburg. . 70600,—74000,—7BOOO—74009— GelsenkirchenerBsrgiv72250,—75000,—73500—74'00— Harvener Bergbau. —,—148000,-14 OOOt-UOOOft- ZraliwerkAscherSleben41300,—4ia)0,—40000, -42500— Kaliwerk Westeregeln 49500,—52200,—51KKX),— —,— Laurahütte 48500,—'59500—51009—58000,- Oberbebars 50000,-51500,-49000—51400— Pliönir Bergbail. . ., 67000,—67ö00,—117750,—67500,— Rheinstahl 59060 -61000,-5x000,- 57000,— Ru-beck Montan . . . 175000,- -,-176001),-1900)0,- Telluö Bergbau . . . 18750,-18900— —— -— Haiubllrg-Anier. Pake 46700,-478M— 45509,- 47750,- Nvrddeuticher Llovd - 29770,-29000,- 29200,- 28900,- ?,eiuent>verkHeidelbert- 19600,- 20500,- —>— —— Philtov Holzmann . 9uS0— 10000,- —— 10800,-
blngso-Cont.-Aitano. . luOOOa V'-OOiKt-
'Badische Anilin .... 33500—34500—335-0—34'^,- Goldschmidt 80'00^-35060,— 11900—346<rt,- Grle^betmer Electron 2<«W',-28000,-262'0—267.IX*,- böchuer Farbwerke . 2500»)—26fA)i-25750,-26590,- Hvlzoerkoblung .... 20400,—22HH— ——,— Nitiaer^werle ..... 37600—10000,-37900,-37900— ?cheideanilait.....32500,—3400O,— —— ——
Allg. ElektrizitätS-Ges 24750^28f)ü0,—26000,-3^)0^- Berginann....... 47500,—52500—|',000.-54TX)0,—
Schlickert.........43 0 -<-14600,-43' 0 — 44')O<>-
SlemenS & HaiSke. 606a.)^-6öWU—62000,—6000>- Mainkraftwerke. . . 6100— ßlOO,— —,— —— Ndterwerke Clever. . 10500—10900,— 10000,-11000,- Daimier Motoren. .. Il8> 0,-112 ü—11010,-11900,- Heyilgenstaedt 35100,-42090,— —— —,—
Memnn......... 32500,-31000,— 80000,-31500,-
Metallges. Nrankfurl. . 41000.-41000,— —
Lchubsabrik Herz.... 8500, - 9000— ——— Sichel............17000, 16250. — —— —
BeQuoff Waldhllf .... 370 D -38200,-36660,-3^>00,- Zuckersabr.^rankenthal 17000,-16700— ——— ZuckerfabrikWaa^äusel 1790^-16900.— ——,—
Märkte.
Schwememärkte.
* Bu hbach, 13. April. Der gestrige Schweinemarkt war mittelmäßig l«fchickt. Es blieb, da die Preise für Ferkel noch nicht ^urikfgegangen find, Ueberflanb. Für 6 Wochen alte Tiere wurden 140 000 bis 170 000 Mark bezahlt.
sf. Friedberg, 13. April. Der vorgeslrige Schweinemarkt war stark beschickt. Für 4 bis 5 Wochen alte Ferkel wurden 125 000 bis 150 000 Mk. bezahlt. Trotz der hohen Preise axir der Absatz flott.
Derl'mer Produktenmarkt.
Berlin, 13. April. Das fortdauernde Angebot ausländischen Weizenmehls zu billigen Preisen drückte am Produkt enmarft auf Weizen. Für Roggen freflanb gute Kauflust, wohl im Zusammenhang mit dem Aufhören der Umlage und der Wahrscheinlichkeit der Schaffung von Refervevorräten. Gerste behauptete ihren Preisstand. Hafer neigte eher zur Schwäche. Mais blieb bei ruhigem Geschäft unverändert. Auch Kleie und andere Futterstoffe wurden wenig um» gesetzt. Weizen, märkischen 50 500 bis 51 500 Mk., pommerfchen 50 000 Mk. (still), Roggen, märkischen 42 500 bis 43 500 Mk. (behauptet), Sommergerste 36 000 bis 37 000 Mk. (still), Hafer, märkischen 36 000 bis 37 000 Mk. (abgeschwächt), Mais, La Plata, loco Berlin 46 022 bis 47 000 Mk. (abge- schwächt), toaggonfrei Hamburg 42 500 bis 41 500 Mark, Weizenmehl (100 Kilo) 136 000 bis 148 000 Mark (behauptet), Roggenmehl (100 Kilo) 125 000 bis 132 000 Mk. (behauptet), Weizenkleie 22 500 bis 23000 Mk (behauptet), Roggenkleie 24 000 b s 24 500 Mk. (Maamet), Raps 85 (05 bis 90 CO2 Mark (behauptet). Qcinfaat 85 000 bis 90 000 Mk. (behauptet), Diktoriaerbsen 70 000 bis 73 000 Mk., kleine Erbsen 48000 bis 53 000 Mk., Peluschken 60000 bis 63 000 Mk , Ackerbohnen 40 000 bis 45 000 Mk., Wicken 60 000 bis 70 020 Mk., Lu- innen, blau 50 000 bis 60 000 Mk., gelb 75 000 bis 85000 Mk., Seradella, alt 95 000 bis 108 000 Mark, Rapskuchen 33 000 bis 34 000 Mk., Leinkuchen 50 000 bis 55 000 Mk., Trockenschnitzel 15 000 bis 16 000 Mk , Kartoffeln, rote 1800 Mk., gelbe 2100 Mk. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb. 14 500 bis 16 500 Mk., Haferst roh, drahtgepreßt 11 000 bis 13 000 Mk, Stroh, strohseilgebündelt 15 000 bis 16 000 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Dvrmahd 15 000 bis 17 000 RN., RachmaS) 13 000 bis 15 000 Mk.
(Ooioett Mn cmbeveS Gewicht genannt, versteh«» sich die Preise pro 50 Kilo.)
(Sn einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Entschlossenheit zum Durchhaltett
im Abwehrkampf.
Berlin, 13. April. (WTD.) Zu Beginn dieser Woche fand eine Tagung der führenden Arbeitgeber unb Arbei tnehmer aller Wirtschaftszweige und politischen Richtungen des gesamten besetzten und des Ginbruchs-Gebietes statt, die im Anschluß an die Erledigung grundlegender Wirtschaftssragen einstimmig folgende Entschließung faßte:
.Die Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern aller Richtungen aus dem altbesetzten und dem Einbruchsgebiet an Rhein, Ruhr, Mosel, Reckar und Main, sowie aus dem Übrigen Deutschland bringen erneut den unerschütterlichen Willen zum Ausdruck, ungeachtet aller Rot und Leiden, aller Bedrückungen und seelischen und Drperlichen Mißhairdlungen den passiven Abwehrkampf fortzuführen mit derselben Gnlschlossenheit, mit der sie jeden aktiven Kampf verurteilen. Mit derselben Entschiedenheit, mit der sie jebe Möglichkeit zu Verhandlungen als Gleichberechtigte erfaßt za sehen wüirschen, lehnen sie die Gntgegennahme eines Diktats ab. Auch sie wollen, daß der Ausgangspunkt jeder Verhandlung die Sicherung der völligen Räumung det Einbruchsgebietes fein muß, die Schad- los h a l t u n g der durch den Einbruch an Leben und Gut Geschädigten, die Freilassung der widerrechtlich Gefangenen und die Rückkehr aller aus ihrem Wirkungskreis Vertriebenen. Das Ziel der Verhandlungen soll die Erhaltung des gesamten deutschen Landes und eine Lösung des Reparallonsproblems sein, die bei der ilebernabme aller Reparationsverpflichtungen, die Deutschland tragen kann, ans gestaltet, als freie Männer zu arbeiten and zu leben."
Ginftellung der englischen Koksausfuhr nach Frankreich?
Paris, 13. April. (WTB.) Die „Iournäe Sndustrielle" teilt mit, daß der englische Geschäftsträger in Paris vorgestern bei seinem Empfang bei PvincarL diesem auseinanderzeseht habe, die englische Regierung sei in die Rotivendigkeit verseht, die Koksausfuhr nach Frankreich einzuschränken. Drs Blatt gibt diese Mlchricht unter Vorbehalt wieder, die jedoch, wie es hinzufügt, wenn sie sich bestätigen sollte, große Schwierigkeiten für die französische Metallindustrie in sich berge Seit der Einstellung der regelmäßigen Koksliefe- tungen aus dem Ruhrgebiet habe der englische Schmelzkoks einen beträchtlichen Anteil an der Versorgung der französischeir Hochöfen dargestellt
Eine Novelle zur Biersteuer.
Berlin, 12. April. (WTB.) Der R e i ch s r 21 hat eine Novelle zur Diersteuer angenommen. Anlaß zur Aenderung des bestehenden Biersteuergesetzes hat nach der Begründung der Vorlage die U n z u l ä n g l i ch - reit der bisherigen Steuersätze gegeben, die mit 41—50 Mk. für den Hektoliter der Geldentwertung in keiner Weise angepaßt waren. Der Finanzminister hat deshalb Steuersätze von 4100—5000 Mk. voraefchlagen. Die Ausschüsse des Reichsrats haben diesen Satz angenommen, der auch im Plenum keinen Widerstand fand. Die Vorlage soll am 1. Mai in Kraft treten. 3n Zusammenhang damit wurde auch das Gesetz über den Eintritt der Freistaaten Württemberg, Bayern und Baden in die Biersteuergemeinschaft entsprechend geändert. Der Finanzminister hat sich bereit erklärt, die Höchstgrenzen für die Abfindungssummen für Bayern auf 380 Millionen, für Baden aus 62 Millionen Mark zu erhöhen.
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Im Gebrauch die billigste Bereifung
Die Weltmarke bürgt für Qualität!
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