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llr. öl Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberheffen) Dienstag, (Z. Mär; X925 ' ____________

wollte die

auS dem Gärtchen über den Wühlbach führte. CBaft allein. Aus dem Lisch standen noch vier halb-

(Rachdruck verboten.)

62. Fortsetzung.

DieBretter zitterten von der Gewalt des Wassers, das unter ihnen bahinschoß, und schwankten bei ihrem eiligen Schritt. Sie lief geradaus, die steilste Abkürzung hinan. Hier liehen die Müllerssöhne das gefällte Holz hrnuntergleiten, die Rutsche war so glatt wie poliert, aber sie klomm sie hinan. Sie hatte gar kein Gefühl, daß das schwer war, sie merkte auch nicht, daß es jetzt dunkel war, und sie ohne Weg durch Gestrüpp sich Dahn brach. Sie raste bergan, sie muhte ja eilen, muhte ihn zurückhalten oben, und dann wieder unten zurück sein, wenn ihre Rachtwache begann. Sn ihren Schläfen hämmerte das Blut, vom raschen Laus stachen ihr die Seiten, das Atmen tat ihr weh, aber sie rannte. Gott sei Dank, nun sah sie wieder die Sterne! Das Dickicht war zu Ende, sie

leere Schnapsgläser.

Sie sah dem Mann gerad ins Gesicht. Rie hatte ihre Stimme früher so wie heute gellungen, so entschlossen und jeder UntertnürfigfeU bar. »Ich weih wohl, der Sltis-Sakob, der Schwarze Peter und der Metzger Bruttig sind bei Euch Ihr hättet sie nlt nach oben zu schicken ge­braucht. Sch weih et, Shr wollt heut zur Rächt in der Mühl etnbrechen und sie holte tief Atem.

Deutscher Reichstag.

317. Sitzung, 2 U&r nachmittags.

Berlin, 12. März 1923.

Der Gesetzentwurf über die Anlegung gesetz­licher Reserven der Aktiengesellschaften in Dol- lar-Schayanweisungen wird ohne Aus- sprachr in dritter Lesung endgültig ange­nommen.

Heute in der Stunde der höchsten Rot fand sie auch eigene Worte: sie gebrauchte nicht mehr die hergebrachten, alltäglichen Worte des Gelets, sie stammelte eigene Bitten in inbrünstigem Flehen. Uni) wie sie sich so sprechen hörte mit Einem im Himmel, der ihr ein besserer Vater war als der auf Erden, wurde sie ruhiger. Sie stand aus, sie strich das Bett des Martin svrgfaltrg aneber glatt, und es war ihr, als streichele sie thn selber. Mochte er auf diesem Kissen einst mit eurer rufjen, die besser zu ihm paßte als d^ Hans Bast To<^ ter! Seht ging sie zu dem hinauf! Ernst, fast feierlich war ihre Miene. Sie hatte mit ihm zu reden und wenn er sie totschlug darum, sie starb gern für die in der Mühle. __

Die Sterne schimmerten, sie brauchte kern anderes Licht. Sich aufs Geländer der Treppe stützend, glitt sie lautlos hinab, ohne aus die knarrenden Stufen zu treten. Sn ber Krönten» stube hörte sie sprechen - des Mullers und Mar­tins Sttmmen in der Küche hantterte auch erner, und als sie jetzt sich über den Hof schlich, ries drinnen im Kuhstall der Olifla: .Hu. Braune, ö Der Hund lag (noch an der Kette, sie machte ihn los: .Pass' auf, pass' gut auf! Das kluge Lier sah aufmerksam nach ihrem erhobenen <ytnger und wedelte bann. Es geleitete sie bis ans Hoftvr, blieb dann stehen und sah ihr nach

Run war sie unbemerkt draußen; sie ging um dje Maner herum zu dem kleinen Steg, der gleich

hatte die Höhe erreicht.

Ganz einsam lag die Krinkhvfer Flur, eine Einöde unter nächtlichem Himmel. Sn der Hütte des Schmieds brannte ein Licht. Der trübgelbliche Schein sickerte durch den Türspalt. Maria drückte die Klinke nieber verschlossen. Sie legte das Ohr an den Spalt: drinnen ein Flüstern, ein Rascheln, sie hörte die Leiter ächzen, die hinauf zum Dachgeschoß führte.

Seht rief der Schmied: .Wer ba?

.Sch, bte Maria!"

Run öffnete et: .DuEs war Erstaunen in feinem Ton unb Unwillen. .Wat willst«?"

Fast war es ihr so, als wollte er sie wieder hinausbrängen. aber sie ging stracks burch den Flur unb in die Stube hinein. Da war es wie immer, Feuer brannte im Herd und der Kien- span schwelte, und doch war's nicht wie immeo Hier hatten ihrer mehrere gesessen, nicht Hans

Unter dem Kreiheitrbcmm.

(Roman von Clara Biebih-

Tochter an: sie sollte es nur wagen, ihm zuwider zu sein! Maria hatte eine Bewegung gemacht, als wolle sie wieder umkehren zur Tür. .Halt's Maul, setz dich, du bleibst etocil hier!" Er packte sie bei der Schulter, fein Griff war so gewaltig, um Knochen zu brechen. Aber sie riß sich los, er vermochte es nicht, sie zu hallen.

Sie ballte die Faust gegen ihn. .Sch schrei: Diebe! Räuber! Sch schrei die unten wach, sie hören euch kommen!" Shre Stimme, die sonst sanft war, schrillte durchdringend: .Den Franzos habt Shr totgemacht, den Mangel in der Linnich auch, aber denen unten rührt Shr kein Haar an. Sch will et nit, ich tu et nit leiden!"

.Du hast nix zu leiden." Er stieß sie zur Selle, sie hatte sich vor ihn gestellt. .Aus dem Weg, Fraumensch!"

.Sch geh rät aus 'm Weg. ich bleib Euch im Weg. Sch leid et nit, bat Shr benen unten was antut. Bleibt! Shr bleibt!" Sie packte ihn an, sie krallte sich in seine Kleider.

Er wollte sie abschütteln, aber sie hielt sich fest an ihm: wenn er sie schon gedachte zu Boden zu werfen, so gab sie geschmeidig seiner Bewegung nach schnellte sich dann toieber auf mit ihm. Er würbe sie rächt los. sie hing ihm an. wie nut ihm verwachsen. Er keuchte, sie keuchte: s>e rangen mit­einander, Baier unb Locher, zwei erbitterte Feinde.

Run ließen Marias Kräfte doch nach .Tut ihnen räx!" ächzte sie.

Den Augenblick ihrer Schwäche benutzte der Mann: als er ihre Hände sich lockern fühlte, fuhr er ihr mit der Faust ins Gesich und stieß sie so wütend von sich daß sie zu Boden stürzte. .Laß deinen Fürwih bat haste dafür!"

(Fortsetzung folgt)

nutzungswertes der Woh ung betragende Abgabe auf 750 Prozent erhöhen. Der Ausschuß bean­tragte darüber hinaus für die Sabre 1923 und 1924 1500 Prozent für die Länder, die Gemeinden können die gleiche Abgabe erheben, so daß nach der Ausschußberatung sich die Abgabe aif 3000 Prozent des Fi icbensnutzungswertes erhöht. Der Ausschuß will Weller den Unternehmern, die ge­werbliche Räume neu errichten, die Berpslichtung zur Errichtung von Arbeiterwohnungen auf erlegen und sie dafür von der Abgabe befreien. Sn meh­reren Entschließungen verlangt der Ausschuß

Be rbrauch alter Frachtbriefe Die Frist für den Verbrauch alter Frachtbriefe ist wiederum bis zum 31. Dezember verlängert worden. Es gilt dies für bte doppelseitig be­druckten verkleinerten Vordrucke, wie für die ge­wöhnlichen großen ohne die neuerdings vor­geschriebenen Ergänzungen.

Kreis AlsselV.

* A l s f e l b, 11. März. Für die hiestge Rot- Hilfe gingen bei der ersten Sammlung im De­zember aus unserer Stadt 376 227 Mark und Raturalien im Werte von 67 600 Mark ein. Dei der zweiten Saimnlung Ende Sanuar/Anfang Februar wurden 421 730 Mark unb Naturalien im Werte von 110 400 Mark gespendet. Außerdem würben von dem Ueberschuß ber 700-Sahrfeier 5000 Mark in den RotHilfefonbs gegeben. Zahl­reiche umliegcnbe Orte haben bas Hilfs werk in se'hr anerkennenswerter Weise mit reichen Kar­toffel- unb Fruchtlieferungen unterstützt. Setzt wird zur dritten Sammlung aufgerufen, unb inan verspricht sich auch diesmal eine recht weitgehende Unterstützung ber Bedürftigen unserer Stadt. Sm Dezember njuftte die Rothilfe in 90 Fällen ein­greifen, zur Zeit sind 97 Bedürftige zu bedenken. Ferner wird feit Ende Sanuar an 46 schwächliche, gesundheitlich gefährdete Kinder aus besonders notleidenden gamilien unserer Stadt täglich ein Milchfrühstück (% Liter Milch für jedes Kindl verabreicht.

Ruhlkirchen, 12. März. Eine schwere Bluttat ereignete sich am Samstag vormittag in ber Familie des Müllers Lang dahier. Zwi­schen den beiden Söhnen Karl und Gottfried be­stand feit längerer Zeit ein gespanntes Verhältnis wegen ber Gutsübernahme. Beide Söhne waren in dem väterlichen Gut tätig, ber jüngere (®ottfnti>) verheiratet, der ältere (Karl) ledig. Da ber Vater der beiden sich anschickte, dem älteren Sohn das Gut zu übergeben, geriet ber jüngere darüber der­art in Aufregung, daß er den älteren Bruder birch I einen Revolverschuh le b e n s g e f ä h r l i ch v er- l e tzte. Rach der Tat stellte er sich freiwillig ber Polizei.

Starkcnburs und Nhcinhcsscn.

tob. Mainz, 12. März. Die Mainzer Wucherpvlizei hat in ben letzten Tagen in ben Reihen ber Schmalzschieber gründlich aufgeräumt. Rachdem die Schmalzpreise zurück^ gegangen sind, erscheinen plötzlich große Mengen von Speisefetten, die von den Schiebern zu Spcku- lalionsztoecken 'zurückgehalten worden fmb, auf dem Markt unb bewirken ein starkes Rachgeben ber Preise. Händlern, die ber Preissenkung nicht folg­ten, würben dir Vorräte beschlagnahmt. Bei meh­reren 'Großschiebern wurden erhebliche Mengen auf gespeicherter Fettvvrräte festgestellt, die nun zu den derzeitigen Marktpreisen verlauft werben. Einige Schmalzschieber erleiden durch das Dn- ztoischentreten der Wucherpvlizei erfreulicherweise Millionen Verluste^

Su träumst." Er versuchte ein Lachen, aber das kam nicht recht heraus.Maria, du träumst!" Wieder versuchte er ben alten beschwörenden Ton. Aber sie schüttelte energisch ben Kopf.

Woher wußte das Mädchen, was sie heut vorhatten? Sn einer Stunde hatten sie aus­brechen coollen. ilm bie Mitternacht zog ber Mond auf, bis dahin mußte schon alles geschehen fein. Reben der Mahlstube schliefen bie Söhne ins Zimmer der Kranken stieg man durchs Fenster ein bas Fenster würde offen stehen, so wie er es ungeordnet hatte vor bie Tür, die von hier in bie Kammer der Söhne führte, schob man ben Riegel im Krankenzimmer war nur bie Maria sie würde ben Mut nicht haben, zu schreien. Unb durchs Mahlstubenfenster dran­gen beroeil der Schwarze Peter und Bruttig ein, bie fürchteten Tob unb Seufel nicht, die würben auch mit den Sungens fertig, sollten bie in ihrer Kammer sich nicht einschüchtern unb sich nicht binben lassen. Hofhund unb Hofmauer waren fein Hindernis. Sttis-Swkvb stand an ber Haustür. So war alles aufs beste berteüt, ber Plan gut gemacht alles geschwind unb leise. Unb nun kam bie und wollte ein Hindernis sein?!

Mit funkelnden Augen sab Hans Bast feine

außerdem Verbilligung der Baustoffe, gesetzliches Vergehen gegen bie Auswüchse bes Kartellwesens unb Pergünstigungen für gemeinnützige Bau­genossenschaften.

Die Abgeordneten Silberschmidt (S.), Bahr (Dem.) unb Korthaus (Z) beantragen, die erhöhte Abgabe nur für bas Sahr 1923 fest­zulegen unb bie Befreiung der Unternehmer von ber Abgabe zu streichen, die Arbeiterwohnungen errichten.

Abg. Leopold (Dntl.) und Genvsien be­antragen 1. bie Abgabe nur von solchen Gebäuben zu erheben, bie zum Wohnen bienen, 2. bie Ab­gabe von 1500 Prozent auf 750 Prozent zu er­mäßigen unb 3. bie aus landwirtschaftlichen Ge­bäuden stammenden Abgabeneinkünfte vorwiegend für landwirtschaftliche Bauzwecke zu verwenden.

Abg. Esser (Ztr.) beantragt die Schaffung einer Pflichtfparkasse zur Kapitalbeschaffung für ben Kleinwohnungsbau.

Rach der Ausschuhberichterstattung durch ben Abg. Kniest (Dem.) nimmt Arbeitsminister Dr. Brauns das Wort zur Begründung ber Vor­lage. Er bezeichnet ihre schleunige Verabschiebung für nvtwenbig, denn jebe weitere Verzögerung verzögere auch bie Wieberaufnähme ber Bau­tätigkeit. Wenn wir nicht ganz schnell beträchttiche Mittel zur Verfügung stellen, steht bie Bautätig­keit geradezu vor einer Katastrophe. Der Gedanke, die Bautätigkeit einzustellen, kann ernstlich über­haupt nicht erwogen werden, denn das Woh- nungselenb lastet immer drückender auf allen Volksschichten. Ein Lahmlegen der vielen mit dem Bauwesen zusammenhängenden Gewerbe wäre volkswirtschaftlich sehr bri)enklich. Ueber die Rot- toenbigteit der Wohnungsbauabgabe besteht kein Zweifel: ber Streit gehl nur um bie Höhe. Dem Ausschuhbeschluß von 3000 Prozent stimmt ber Minister zu, betrachtet ihn aber nur als Minbest- mah. Die Regierung werbe den Gemeinben keine Schwierigkeiten machen, wenn sie über die Sähe hinausgehen wollen. Der Satz von 3000 Prozent sei nur scheinbar hoch. Gin Staatsarbeiter habe beispielsweise burchschnitllich ein Sahreseinkom- men von zwei Millionen Mark. Seine Grsamt- miete würde einschließlich ber Abgabe 60 000 Mk., also weniger als im Frieden betragen. Die Regie­rung werde auch auf eine Verbilligung ber Bau­stoffe hinarbeiten, desgleichen erstrebe sie die Bil­dung eines Derbraucherbeirats bei den Kartellen. Der Redner schließt mit einem Appell an alle Schichten ber Bevölkerung, ber Regierung bei dem Kampfe gegen bie Wohnungsnot zu helfen.

Abg. Silberschmibt (S.) halt die Er­höhung ber Wohnungsbauabgabe im Sinne der Ausschußbeschlüsse für notwendig, wendet sich aber gegen bie unerhörte Preissteigerung der Baustoff- tnbuftrie, an der auch bie Holzpolitik der Länder mitschuldig sei. Die Regierung müsse neben bet Wohnungsbauabgabe noch weitere Gelbqurllen für den Wohnungsbau erschließen. Davon werd: die Stellung seiner Partei abhängig sein. Den Antrag Leopold lehne er ab.

Abg. Korthaus (Z.) erklärt, die Er­höhung der Wohnungsbauabgabe sei durch eine Zwangslage geboten, sei doch die Bewahrung der bestehenden Wohnhäuser zur Zeit wichtiger als die Errichtung neuer Häuser. Seine Partei trete in der Mehrheit für die Rvvelle ein, erwarte aber für die Dauer keinen Ruhen davon, daß der Wohnungsbau zu einer öffentlich-rechtlichen An­gelegenheit gemacht werde, seien doch viele Hauser, bte mit Hilfe dieser Abgabe errichtet worden seien, nachher mit Millionen gewinnen verkauft worben unb hätten doch bie Siebelungsbauten vielfach 3/i des Betrages zu Straßenbauten verwendet werden müssen, weil die Siedler, um eine Verkleine­rung ber Gärten zu vermeiden, nicht an vor­handenen Straßen bauen wollten. Die Preis»

Der städtische Nachtrags- Voranschlag für 1922.

(Schluß.)

Für die Wohlfahrtspflege sind erheb­liche Mehraufwendugen vorgesehen. Der Ansatz von 3 003 787,24 Mk. im Hauptvoranschlag ist auf 26 913 093,24 Mk. heraufgesetzt worden. Auf der Einnahmeseite hat sich der Betrag von 337 050 Mk. auf 1479 229 Mk. erhöht.

Zur Bestreitung ber reichsgesehlichen Versicherung fmb statt 469 000 Mk. künftig 3 169 000 Mt nötig, benen an Einnahmen statt 218000 Mk. nun 1 178 000 Mk. gegenübergefteÜt sind.

Die Ausgaben für Zwecke des Kreises und der Provinz finb um 1 Million auf 3 500 000 Mk. gewachsen.

Die Polizei und öffentliche Sicher­heit belastet Den städtischen Haushall statt mit 225 410 Mk. mit 2 215 935 Mk. Die bescheidene Einnahmeziffer ist von 6020 Mk. auf 11 360 Mk. heraufgesetzt worden.

Das Arbeitsamt erfordert eine Mehr- auf Wendung von J2O2 36O Mk. aif 1 808 660 Mk. Die Einnahmeseite weist statt 36 720 Mk. jetzt 348 520 Mk. auf.

Für das Wohnungs-undMieteinr- g u n g s a m t sind die Ausgaben von 339 220 Mk. auf 3 363 220 Wk. neu berechnet. Die Einnahmen hat man rechnerisch von 19 050 Mk. auf 59 550 Mark erhöht.

Der Betrieb derPreisprufungsstelle und Handelserlaubnis stelle ist in den Ausgaben von 27 700 Mk. auf 421944 Mk., in den Einnahmen von 5000 Mk. auf 15 000 Mk. gewachsen.

Zur Bestreitung der Kosten der allgemei­nen D er wa ltung sind statt 3 938585,99 Mk. nach ber Dezember- Berechnung künftig 40 039 410,99 Mk. notwendig. Die Einnahmen sind rechnungsmäßig von 385 957,90 Mk. auf 2 448 385 Mark 90 Pf. erhöht worden.

Für Ruhegehalte, Witwen- und Waisengelder rechnet man statt mit 838 240,87 Mk. künftig mit 9 238 240,87 Mk. Die

Es folgt die zweite Beratung der Rovelle zum Gesetzentwurf über die ErhebungberWoh- nungsbauabgabe. Die Regierungsvorlage bisher 50 Prozent des Friedens- tes der Woh ung beringende Abgabe

Politik der Baustoffindustrie sei reformbebürftig, aber bie ilebelftänbe seien größtenteils durch bie verfehlte Tarifpolitik ber Eisenbahn ver­schuldet. Smmerhin sei es bedenklich, mit einem so gewaltigen Sprung bie Abgabe zu verdreißig- fadjen. verträglich aber sei es, daß die All­gemeinheit die Mittel beschaffen solle für die Woh­nungen junger Leute, die listig draufloslebten. Deshalb beantrage seine Partei die Schaffung von Pflichtsparkassen.

Abg. Leopold (Deutschnatl.) nimmt die BaustrfsIndustrie gegen ben Vorwurf des Wu­chers in Schuh. Möge bie Wohnungsbauabgabe noch so hoch fein, sie werbe niemals die Bau­tätigkeit auf die notwendige Höye bringen; bas könne nur bie Srätiati&e des Privitunierneh- mers tun. Möge die Regierung bas Kapital für den Wohnungsbau beschaffen durch toertbeftänbige Anleihen, deren Deckung in den neuerrichteten Häusern liegen würde. Mit ber künstlichen Rie- berhaltung ber Mieten unb der Rentabilität ber Häuser könne keine gefunbe Wohnungspolitik ge­trieben merben. Das Wichtigste fei, recht vielen Wchnungslosen ein Heim zu schaffen. Deshalb sollte man mehr zum Reihen- unb Hochbau über­gehen. Die Mieten müßten so hoch gesetzt wer­den, daß bie Häuser vor bent Verfall bewahrt Herben könnten. Die Mittel aus ber Abgabe müßten auch für Umbauten verwendet werden, nicht aber in erster Linie für den Kleinhausbau mit Garten. Trotz der grundsätzlichen Gegner­schaft werde ein Seil ferner Freunde ber Vorlage zustimmen, wenn ber Sah der Regierungsvorlage von 750 Prozent erhalten bleibe.

Abg. Dr. Marehkh (D Vpt): Die Weiter» fuhrung der Bautätigkeit und die Erhaltung des Baugewerbes sei abhängig von den öffenllichen Zuschüssen. Gegen ben Daustofftoucher müsse ener­gisch eingeschritten werden. Am schlimmsten han­delten die Landesregierungen bei den Holzauktio­nen. Auch seine Partei sei Anhänger der freien Wirtschaft im Wohnungswesen. Bei der jetzigen Zwangslage würde sie der Vorlage in der Aus- schußfassung zustimmen.

Abg. Bahr (Dem.) erflärt sich ebenfalls mit ben Ausschuhbeschlücken einverstanden. Sn seiner Fraktion se.en bie Meinungen geteilt. Von Räu­men mit Umbauten müßten Hw Here Mieten er­hoben werben. Die Arbeitgeber müßten bei Er­weiterungen ihres Betriebes verpflichtet werden, für Arbeiterwohnungen zu sorgen.

Um 3/47 Uhr toirb bie Weiterberatung auf morgen 2 Uhr vertagt: außerdem Gesetz über bie Gelbentwertung bei Steuern asw.

Aus Stabt unb Lanb.

Sieben, den 13. Mär, 1923.

Anzeigen-Annahme.

Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis zmn Abend vor dem Aufnahmelag statt; An­zeigen für die Samstagsnummer muffen spä­testens bis Freitag mittag aufgegeben fein.

Geschäftszeit

von 812V2 Ahr und von 25'/- Ahr.

* * *

Gründet Wanderbüchereien!

Die Schlüsselzahl des Büchermarktes ist: 2000. Das bedeutet, daß immer weniger Bücher gekauft werden, daß insbesondere das wertvolle Buch in unseren Häusern immer seltener toirb. H änderte, Tausende von Bilbungs- and Gesittingsquellen werden damit verschüttet. Das volkstümliche Bü­chereiwesen, das immer weiteren Kreisen ben Weg zu ben Quellen edlen Schrifttums offenhallen soll, toirb am härtesten betroffen. Sm Sntereffe ber Dvlkskultur unserer Zeit gibt es aber heute ! wohl kaum eine dringendere Aufgabe, als durch Errichtung und Ausbreitung ber volkstümlichen Büchereien zur Vertie­fung ber Volksbildung in Stadt und Land beizi- riagen. Zur Vermittlung der Dildungsgüter läßt sich kaum ein geeigneteres soziales Snfiitut denken, als die allgemein zugängliche und allgemein be­nutzte Bücherei. Die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Sagendpflege in Hessen, bie im vorigen Sahr an 200 Volksbibliotheken insgesamt 10 000 Dänbe gestiftet hat, konnte im laufenben Sabre an 80 Büchereien je 25 Bücher abgeben. Trohbem liegt bas volkstümliche Bu° chereiwesen in Hessen, außer in ben wenigen größeren Städten, noch in den Anfängen. Die bestehenden Orts-, Gemeinde-, Kreis-, Pfarr-, Kirchen- und Wanderbibliotheken existieren teil­weise unter Ausschluß ber Oeffentlichkeit ober sind m ben Ansätzen steckengeblieben. Es ist vor allem bringenb nvtwenbig, ben Gemeinben bas Ge­wissen zu schärfen unb sie an bie Rottvenbigkeit z i erinnern, bah bie Bildungspflicht ber Gemeinden nicht auf die Schule beschränkt ist. Gründet Wanderbücher eien! Diese sind eine ideale Möglichkeit für kleinere Orte, billig zu immer wechselnden Bücherschätzen au kommen. Die Zen- ratlstelle beabsichtigt, auf diesem Wege eine neue geistige Rrthilfe zu organisieren und ruft Snter- essen ten zur Meldung auf.

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< Fahrplanänberungen. Von mor­gen, Mittwoch, ab werben ber Personenzug 504, werktags Gießen ab 5.40 Mr vorm., Ribba an 6.44 Ulyr, unb ber Persvnenzug 505, werktags Ribba ab 2,23 Uhr nachm., Gießen an

Einnahmen sinb von 100 000 Mk. auf 500 000 Mk. i 3.30 Uhr, wieder eingelegt Vom gleichen Tage an erhöht worden fällt die für den öffentlichen Verkehr in be­

ste Kapitalzinsen erhöhen sich von schränttem Umfange freigegebene Personenjahr!

3 272 042,53 Mk auf 3 495 630,53 Mk. in den 520, Gießen ab 6.15 Uhr vorm., Hungen Ausgaben Die Einnahmeseite verändert sich von an 6.56 Uhr, aus.

1 220 040,68 Mk auf 2 151 539 68 Mk. ** Die Abschass ung der Pfennige

Für bas Oberhessische Museum und bei der Post. Für die Abschaffung der Pfennige die Gailsche Sammlung sind statt 61 480 hat die Reichspost nähere Besttmmungen ge> Mark jetzt 116 925 Mt als Zuschuß vorgesehen, troffen. Die Annahmebücher für Postanweisungen

Der Titel Sand-, Kiesgruben,Stein- erhalten nur noch Spalten für volle Markbetrage. bruch, Steinfabrik, Kraftwagenbe-Die Gebühren werden nicht mehr auf den Post, trieb wird gegen 1 094 000 Mk. im Hauptvor- anweisungen in Freimarken, sondern in einer anschlag jetzt mit 8 731000 RN. in den Ausgaben, besonderen Gebührenspalte verrechnet Die alten in den Einnahmen gegen 1092 300 Mk. jetzt mit Vordrucke werden natürlich aufgebraucht. Auch bic 8 729 300 Mk. geführt. fremden Postverwaltungen sind ersucht worden, auf

Desinfektionsanstalt, Ssolier - Postanweisungen. Posiausträgen unb Racheahme­kran kenhaus und Reltungsanstalt sind sendungen nach Deuischlanb nur noch volle Mw I au, ber Ausgabenselte von 30 500 Mk aif 431215 betrüge ohne Pfennige cm zugeben. Bei Postau, Mark, au, der Einnahmeseite von 33000 Mt auf trägen soll jede einzelne (Summe ebenfo angegeben 433 000 Mk. erhöht worden. sein. Sn deutscher Währung dürfen die Betrage

Den Titel .Auszuleihende Kapita- ebenfalls nur noch auf volle Mark lauten. Sn lien hat man auf der Ausgabeseite von nächster Zeit werden aber noch Pfennigbeträge 104 267,93 Mk. auf 504 267,93 Mt herausgeseht. in Sendungen vorn Ausland berücksichtigt.

Der Reservefonds ist um 20 Millionen Pfennigbeträge von Scheckguthaben sind bis zum LT n« ÖÄ

Den gewaltigen Mehrausgaben entsprechend u(.unften Postkasie vereinnahmt. Die Ein­sind auch bie - allerdings bescheidenen - Ern- °^hung oder Rachzahlung wirb aber teurer als nahmemöglichkeiten der Stadt schärfer angespanntSetraa.

torrben. Cs war aber trotz erhöhter Einnahme- .. " ,

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nähme von 177 163 352,72 Mk. gegenüber. Sn ^och^ße Bestände anKar^n zu 3 unb 25 Mk welcher Weise Stadtverwaltung unb Stadtverord- die erft ^^braucht toeiben fol(em Su^ft will neten-Bersammlung ben nach ber Dezember-Rech- "ian die _nS"19^1 nb au

nirng verbleibenden, mittlerweile aber noch stärker Mo Ttrirtai

geworbenen Fehlbetrag (nach bem 1. Dezember 2o Mk. .verwendet ^e^n vvli bemn bie Reichs 74 048 723 Mk.) decken wollen, toirb sich in aller- druckerei ebenfalls ^vch^v^aw besitzt An vi.len nädtfler Zeit Herausstellen Stellen gibt es gar noch Postkarte,' mit 75 und

nächster oeu Pfg bie zu allererst auszugeben sind.