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Bier junge Burschen von hier haben im Oktober 1922 aus einem Stollen des hiesigen Doaunsteinbergwerks mehrere 100 Kg. Kupfer und einen Gleichstrommotor entwendet und an hiesige Althändler usw. verkauft. Di« 4 Diebe erhielten Gefängnisstrafen von 4 Monaten bzw. einem Jahr, während wegen Hehlerei ein Althändler und der Teilhaber einer hiesigen Großhandlung zu je einem Monat, ein Photograph dagegen zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt wurden. Ein Fabrikant, ein Schausteller und ein Installateur wurden mangels Beweises von der Anklage der Hehlerei fretgesprochen. Die Verhandlung gegen einen Zinngießer wurde an die Strafkammer verwiesen, da er der gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Hehlerei dringend verdächtig erscheint.
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fpd. Frankfurt a. M., 12. Febr. Zu der am Sonntag in der Halle des Landwirtschaftlichen DeremS abgehaltcnrn Hundebörse hatte man rund 300 Hunde aller Gattungen und jeben Alters zum Te.kaus ausgestellt, die bei hohen und höchsten Preisen flotten Absatz fanden. Das beste Geschäft wurde mit Jagdhunden gemacht, für die sich aus tem besetzten Gebiet vi.le Licbhober eingefunden hatten, die im Auftrag französischer Offiz ece jeden geforderten Preis artlegten. Die meisten der zum Verkauf gekomme-
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311 Taufenden an den Decken der Keller, in den Tümpeln usw. Der einzelne ist machtlos. Die Demeindeverwaltungen sollten deshalb besondere „Schnakenkommisslvnen" ernennen, die von Haus zu Haus gehen zur ‘Beringung der Schädlinge, wie oicö in Gießen und in anderen Städten mit sichtbarem Erfolge geschieht.
Kreis Schotten.
tog. Gedern, 10. Febr. Auf Deranlas- lung der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen ' DolkSpartei fand hier eine allgemeine Pr 0 - । test Versammlung gegen die Besetzung j des Ruhrgebiets statt, wobei nach einem ' erhebenden vaterländischen Vortrag deS Oberreallehrers Kahl (Darmstadt) eine Prvtest- entschließung einstimmig angenommen wurde. (Sine Sammlung für die bedrängten Volksgenossen an der Ruhr ergab 10 000 Mark. — Für daS geplante Deziriskrankenhaus ivird gegenwärtig eine Sammlung durchgeführt; an Geldgaben sind bis jetzt schon über ’OO 000 Mark eingegangen..Auch werden sehr reichlich Lebensmittel und EinrichtungSgegen- ftände gespendet.
Starkenburg und Nheinhcsien.
fpd. Groß-Gerau, 12. Febr. Auf der Strecke zwisch.m Dornberg und Mörjelden wrrden , »on bisher unbekannten Tätern krpferne Leitung s d r ä h t e im Mert von rund 2 300 000 I Hart gestohlen.
Hesfcn-Nasfau.
fpd. Frankfurt a.M., 12. Febr. Heute \ »erhastete die Kriminalpolizei nicht weniger
Konzert zum Besten der Giehener Studentenhttfe.
Gießen, 11. F-rbruar 1923.
Herzlichen Beifall unh wohlvc-rl^nten Erfolg brachte den trefflichen Äünflkm, unter denen man mit besonderer Freude einen alademischen Lehrer erblickte, ihr edles Beginnen, durch den Dortrag einer feinsinnigen Folge von Kompositionen von Schubert, Chopin, Brahms und L. Spohr den Fonds der Giehener Smdentenhilfe zu stärken. Schwer ringt unser geistiger Rachwuchs mit dem Materiellen, und schmal ist der Boden, von dem aus oft der Aufstieg erfolgen soll und muh. Darum verdienen alle die b.sonde en Dank, die h.er Möglichkeiten zum Vorwärtskommen bieten und den Strebenden die rettende Hand reichen!
Herr Prof. Henle sp'elte zur Eröffnung des Konzerts mit der echten Begeisterung des Liebhabers und mit recht bcachtenswetter Technik die S-Moll°E:üde op. 25 2 von Chopin, jenes nur hie und da von einer melodisch-m Phrase durchbrochene Arpeggiengewoge, das in seiner leidenschaftlich erregten Stimmung,l bfxift an die ebenfalls in C-QHoH stehende „AcvolutionSelude" op. 10, 1,2 erinnert. Auch die erschütternde Tragik der A- Moll (t>Ato. b-Dur) -Ba'.lade, op. 33, in welcher jenes einfache volksliedevartige Thema, neben Sätzen stürmischster Bewegung und einem Andan- tino von zarter Innigkeit, nach einer schneidenden Dissonanz der Coda-agitato noch einmal un pp hingehaucht wird, gelangte in dieser für mein persönlid-eZXSm'. finden hie und do etwas zu „gcr- man s chen" Auffassung zu vornehmer Gestaltung, ebenso wie die As-Dur-Polonai e, die ,Königin" der Polonaisen, in welcher nach der berühmten Dominanteinleitung im 17. Takt erst mit dem
'Mgang des OrtSbauplaneS. Ein dritter m Friedhof, wurde noch genannt. Dieier -mmt aber nicht mehr in Frage, weil die rung des Dor,es am den Bahnhof herum ■ soll.
)ber -Bessingen. 12. Febr. 3n un» Aemeinde wurden zu Gunsten der schwer nglen Volksgenossen amRhein und an Ruhr gesammelt: 12 Zentner Getreide, Zentner Kartoffeln und 43 700 Mark rgeld. Die Gemeinde beteiligte sich ferner einem Anteil von 17 300 Mark.
[] L a u t e r, 10. Febr. DaS Ehrenden k» a l für die im Weltkrieg gefallenen Helden- hne unserer Gemeinde geht seiner Vollen- ung entgegen. Man hofft, noch in diesem Frühjahr die Weihe vollziehen zu können. DaS | Portal ist bereits errichtet. Unmittelbar da- , hinter erhebt sich die gewaltige Tafel mit dem : Eisernen Kreuz, das die Umschrift zeigt: „Gott, 2hre, Freiheit, Vaterland". Auf dem unteren s Teile lesen wir in gewaltigen MahuSkeln: .Gedenket der Opfer des großen Kriegs". Die gesamte Anlage, die sich am Vergabhang in tinstlerischfr Weise aufbaut (inmitten des Dorfes neben der Schule) stellt einen Ehren- riedh 0 f dar. Der Hintergrund wird durch ! 'Mne Tafel abgeschlossen werden mit erhabe- ■ »em Kreuz und der Inschrift: „Sei getreu bis ii den Tod, so will ich dir die Krone des Le- »ens geben“. — Die Vildhauerarbeit wird von ^er Firma Leonhard (Grünberg) geliefert. Set Entwurf stammt von dem Baumeister Schneider (Bauamt Gießen).
Kreis Lauterbach.
[] Aus dem südlichen Vogelsberg, 12. Febr. 3m letzten Jahrzehnt haben bie Schnaken in unseren Tälern sehr zugenommen. Sie sind zu einer wahren Landplage geworden. Auch aus touristischen Krei- fen hat man öfters bittere Klagen gehört.
Schöffengericht.
Gießen, 6. Febr. 1923.
Ein Landwirt von Treis a. d. 25a. hat ein Mitglied dec bert gen Feld^ere.n g-ing.kommisiion in seiner amtlichen Eigenschaft bele.diat und erhält dafür eine Gsldstvafe von 2030 Ml. Außerdem ist die Verurteilung auf Kosten des Angeklagten durch Anschlag am Gemeindehaus in Treis öffentlich bekanntzumachen.
Zur Strafe des gerichtlichen Verweises werden ein Lehrmädchen aus Rödgen und ein Laufmädchen von hier verurteilt. Düde hatten einer hiesigen Schneiderin eine Anzahl Stoffe usw. entwendet. Die wegen Hehlerei anzeklagte Mutter des Laufmädchrns wurde trotz schweren Verdachts mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. Mur die große Iugend dec Mädchen schützte sie vor schwereren Strafen.
Gin Taglöhner auS Alten-Dusrck und ein Lagerist aus Lollar haben ihrer Arbeitgeberin 5'/> Pfund Kupfer gestohlen. Beide werden an Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrafen von 10 und 15 Tagen zu Geldstrafen von 2000 und 3000 Mk. verurteilt.
Wegen Diebstahls von etwa 50 Pfund Kartoffeln werden ein Drehorgelspieler von hier und seine Ehesrau an Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrafen von 5 bzw. 3 Tagen mit Geldstrafen von 200 bzw. 100 Mk. bestraft.
Ein Hausbursche einer hiesigen Wäschefirma hat von deren zur Zeit nicht in Betrieb befindlichem Personenaufzug eine An-ahl Kontaktfedern aus Kupfer, Messingschrauben usw. im Gesamtwert von 20—30 030 Mk. gestohlen und erhäll mit Rücksicht auf seine Vorstrafe wegen Diebstahls und den schweren Schäden 4 Wochen Gefängnis.
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Ein deutscher Dampfer gestrandet.
Bergen, 12. Febr. (Wolff.) 3n der Nacht zum Sonntag strandete auf einer Klippe, fünf Meilen von Bergen, der deutsche Dampfer „W a l t e r h 0 f" aus Cuxhaven. Die aus 12 Mann bestehende Besatzung und der norwegische Lotse versuchten, sich mit einem Floß zu retten. Das Schiff sanks 0 f 0 rt. Das Floß trieb sieben Stunden lang, bis Rettung kam. Rur drei Mann lebten noch; unter den Ertrunkenen befindet sich auch der Lotse.
tonischen Ar-Du -Sretltang das herrliche aristo- kvallsche Th«ma. von Glanz und Licht überflutet, b.fondcrS wirkungsvoll cintrUi; auch der ll-Dur- Mittelfatz — ein Helles Trompetenmotiv über einem basso-ostinato — wurde mit seiner schwierigen Oktavenpartie mühelos bewältigt.
Mit Herrn Prof. Henle gemeinsam trug Frau Hedwig Spohr die dritte dec Heinen Sonaten für Pianoforle und Violine aus op. 137 von Schubert vor, eine jener melodischen Kostbarkeiten des Meisters, die man leider selten im Kon»ertsaal hört. Die ausgezeichnete heimische Äünfllcrtn überraschte durch ihr fein rhythmisierendes Spiel Im ersten Satz und im Menuett und verlieh der Ge^ühlsli.fe des Andantes durch bh warme Größe ihveS Tones ergreifenden Ausdruck. Die rührende Kanli.ene des ^-Moll-Adagios von Spohr drang durch so innerlich erfühltes Rachfchaffen unmittelbar zum Herren. (Wit besonderer Anerkennung sei die peinlich exakte Ausführung der Spohrschen Triller und Fioritüren vermerkt.) In den ungarischen Tänzen, Ar. 2 und 5 von DrahmS-Ooachim ecwieS sch Frau Spohr als virtuosr Meisterin ihres Instrumentes, die über eine staunenswerte Bogen- und Surkkato- technÜ verfügt und mit Recht stürmische Zustimmung und Anerkennung fand.
Dec auswär.ige Gast des Abends, Fräulein Maria Martha Peter auS Berlin sang mit von jugendlicher Anmut belebtem Vortrag eine schon durch die Wahl auffallend Reihe von Schubertliedern und die Zigeunerlieder op. 103 von Ö Brahms, die dem augenblicklichen Zustand ihrer künstlerischen Enlwick.ung vorerst noch mehr zu entsprechen scheinen, als die düstere Tragik so mancher Gesänge Schuberts. Die schöne, warm belebte Altstimme von großem Umfang verriet eine auffallend anspvechmde Tiefe, die — wenn zu der äußerst korrekten Aussprach? noch eine gröbere Fülle und Kraft der Tonbildung hinzu- treten wird, zu reichen Hoffnungen auf die Zukunft berechtigt!
Frau Claire Aebelung-Knapp führte mit älmsicht und Geschmack die Begleitung der Biolinsoli und der Lieder durch Dr. H. R.
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