Einzelbild herunterladen

k. Blei

1 Sinn

en »bgehE

M Nng Elech, Sijen

Papier.-

9en abgeholt.

vrstrahe Nr. 45.

ger Geschäftsmann, 29 . guten Verhalten, ie ^ebanntschast einer lenDame J^re zw-Ls späterer eirat.

eb.,mögI.m.M,unt. d. Vieh. Anzeig, erbet.

-7.

IL fol» ge 8U günst'l« fenehv ipfehle

1000 ide >sd-' t<r O^- M-

Wer

M HOM Nachhilfe Latein?

Sdir.flnuji.MnS an den Giek«. Aiu.

oide", a>och ehlen: flopf feinste [39953 w»

e ett5\ 9e'

R

lilr ein crfltlflfi1iic8 Unienicbinen ne- futbt. E'»c Sicher- heil vorhanden. Iok Cfferifii Hinplpoil- lagernd

Suche mlrt) uorerit mli Airtn

2*r' »K mt bcnj^t-

nn arknndeni Nnter» nebnienzitbclelllnen. Cifcricn Hmp1^* lagerndBlW^i 6*i7(iv mm. f** t iNchl., ni. Perm- »> fft'i.S.inili-6*« (jcbilbcicn

Ehehem

J&aTÄ (1404 < OlL^-7 MS ioliieicr

Mk! R BE? SV gi|i|tll|, stock- iflcb"er^0N*

0.6. 0.8.

aste

Iltis

IftauV

Me iia str. 59 n 66.

Maurer- narbeilen ing eines enroohn- Bahnhof en öffcnl- i werden, zunterla- leim 2e-

Siehen, Br. 23, idungvon und 150

Porto er- ichnungen

oder bei eiferet 1, ringefchen

[3999id ngsiemin 923-

-stift dr--

;amt 2

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejsen)

ur. (55 Zweiter Blatt

Deutscher Reichstag.

Beilin, 11. Juni 1923.

Präsident Lobe eröffnet die Sitzung mit der Mitteilung, daß der langjährige Direktor des Reichstags, Geheimrat Iungheim auS eige­nem Wunsch in den Ruhestand getreten sei. Der Präsident knüpft an diese Mitteilung Worte der Qlnerfennung und des Dankes für Die Tätigkeit des scheidenden Beamten. Ium Reichstags- Mrcttor ist Geheimrat Galle ernannt worden.

Auf der Tagesordnung steht die zweite Be­ratung des Reichs tnappschaf tsg es ehes

Reichsarbeitsminister Brauns begründet die Vorlage. Der Entwurf wolle eine einheitliche Sozialversicherung für alle Bergarbeiter schaffen, die der hohen Gefahr und der raschen Kräfte» obnuhung des Grubenbetriebs angepaßt sei. Der Grundsatz der Selbstverwaltung sei in der Vorlage in weitgehendem Wahe durchgeführt worden.

2T5g. Ianschek (S.) begrüßt die Vorlage. Sie bringe die notwendige Vereinheitlichung der bisher- zersplitterten Fürsorge der Knappschasts- vereine. Die vom Ausschuh in die Vorlage hin­eingearbeitete Pensionsberechtigung nach 25jäh- riger Tätigkeit sei ein Bedürfnis angesichts der au her ordentlich aufreibenden Tätigkeit im Gru­benbau.

Abg. Imbufch (3.) sieht in der Vorlage die Erfüllung ber langjährigen Wünsche der Bergarbeiter. Run müsse auch recht bald die reichsgesetzliehe Regelung des FürsorgewesenS im gesamten Bergbau folgen.

Abg. Winnefeld (D. Vpt) betont gleich- falls die Wichtigkeit dieser Reuregelung, hebt aber hervor, daß die von manchen Seiten ge­wünschte Ausdehnung auf weitere Arbeitergrup- pen sich nicht durchführen lasse.

Abg. Ziegler (Dem.) schlieht sich den Vor­rednern an. Dre Vorlage sei ein grober Fort­schritt, da durch sie ein einziger VersicherungS- trägcr geschaffen werde.

Abg. Schwarzberg (Bahr. Vvlksp.) be­grübt die Einigkeit der Parteien, die bei der Be­ratung dieser Vorlage erzielt worden sei.

Dienstag nachmittag 2 ickhr Weiterberatung.

afw

Evangelischer Landeskirchentag

Darmstadt, 9. Ouni 1923.

lieber die Beratungen m der Schluhsrtzung lst noch folgendes nachzutragen:

Ein Antrag des Abg. D. Schlan betr. Verwendu ng des Wifstonars Schlau- draff wird etnftrmmig angenommen. Danach erkennt der Landeskirch«rtag an, dah lediglich dis Baseler Missionsgesellschaft eine rechtliche Ver­pflichtung gegenüber 'Missionar Schlaudvaff hat. Er ersucht ober die Kirchenregierung, ihm zu­nächst für ein Jähr angemessene Beschäftigung zu gewähren. Sollten sich dem unüberwindliche Schwierigkeiten entgegenstellen, so soll dem Mis- sionar Schlaudraff für ein weiteres Jahr das Existenzminimum gewährt werden.

Ein Antrag D. Matthes, nach dem in die­sem (Jahre eine La ndes ko ll ek t e f ü c Dulksmission erhoben werden soll, findet An- nannte.

Ein weiterer Antrag D. Matthes will, dah ein aus Theologen und Lehrern bestehender Aus- schuh mfct der Vorbereitung eines Leitfadens für Kirchengeschichte beauftragt werde. Auch dieser Antrag wird angenommen.

Die Abgg. D. Schian, Kleberger, D. Wat t hes beantragen eine Erllärung, wonach der Landeskirchentag die grobe Wichtigkeit der evan gelischen Wännervereine aner-i keniit und die Gründung eines Verbandes dieser Vereine begrübt Die Kirchen­regierung soll ersucht werden, die Gründung sol­cher Vereine, insbesondere aber gröberer VÄerne zu empfehlen. Der Landeskirchentag stimmt ein­mütig zu.

Dem Vorstand der Lutherstiftung wird die Ermächtigung erteilt die Hohe der Stipen- dien je nach den Umständen zu bemessen.

Der Petitionsausschuh beantragt durch den Berichterstatter Dr. W a I g e r, dah der Landes- kirchenlag einen Appell an die Gemeinde und an ssüe Pfarramtskandidaten richte, in dem ausgesprochen wird, dah die Kandidaten feines- Halls an dem Ort ihrer ersten Wirksamkeit end­gültige Anstellung finden können, ^ind in dem beide Teile, Gemeinen wie Kandidaten, gebeten? werden, dieser sachlichen Rotwendigkeit nach allen Richtungen Rechnung zu tragen. Auf Antrag Wahl toirb dem Antrag eine etwas weitere Fas­sung gegeben, die alle Pfarramtskandidaten, nicht nur die erstmals verwendeten, einbezieht. Die ©r* Körung wird einstimmig angenommen.

Der Antrag des Grsehgebungsausschusses, den Qlntrog des Abg. D o l p, die Vergütung des Religionsunterrichtes an höheren

Das Mosechaus.

Roman von Luise Schulze-Brück.

50. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Run bog der Wagen in die Viktoriastraße ein. Hier war es schon ganz ruhig. 3n vornehmer Zurückgezogenheit lagen die Häuser. Run sah sie die hellen Fenster ihrer Wohnung. 3m Torwege stand die strahlende Auguste und Minna, das Hausmädchen, das schüchtern hrrankam und die Herrin begrüßte. Sie hatte noch nichts zu sagen, weil sie erst drei Jahre im Hause war. Oben war es hell und kühl, traulich empfi igen sie ihre Zim­mer und der einladend gedeckte Tisch, der von Silber und Kristall blitzte.

Hans Dietrich war in sein Zimmer gegangen unb kam auch nicht heraus, nachdem Eva bereits längst erfrischt und im bequemen Hauslleid auf ihn wartete. Da ging sie zu ihm.

Er sah am Fenster, den Kopf in die Hand ge­stützt, und schaute starr in die Dunkelheit hinaus. Sie legte die Hand auf seine Schulter:Hans Dietrich, mein alter Zunge!" Da sprang er auf und nickte ihr zu. Er sagte nichts, aber ein fester Entfchlub war in seinen Singen geschrieben, so deutlich, bob Frau Eva ihn wohl lesen konnte. Run konnte sie sich auch der Heimkehr freuen. Er würde kämpfen und sie hoffte es auch siegen. Und das machte sie fast froh und liest sie über diesen ersten 'Abend in der allen Umgebung besser hinwegkommen, als sie gedacht Halle.

10.

üills Frau Eva am anderen Morgen erwachte, schaute sie betroffen um sich Sie fand sich nicht -urecht. Sie schloß noch einmal die Augen und

Schulen betreffend, für erledigt zu erklären, wild einstimmig o.ige.Tommcn.

Die Eingabe des Dekai^atstwges Schotten, die Aenderung des Wahlgesetzes be- tressend, wird zur Behandlung auf den nächsten Landeskircheniag oenagt.

Dei der Eingabe der evangelischen Or­ganisten und Ehordirigenten. in der bie Kirchenregierung ersucht wird, entsprechende allgemeine Richtlinien zu erlassen, bemängelt Abg. Kleberger, dah die seither erlassenen Richt­linien stabiler Art waren, also durch die Geld­entwertung bald übertyo.t wurden. Deshalb er­sucht er, bei der neuen S nuierung. von Mindest­sätzen der labilen Form Rechnung zu tragen. Abg. Dr. Müller schlieht sich dem an und glaubt, dost auf diesem Wege die verwickelte Frage der Organistenbesoldung einer allgemein befriedigen­den Lösung nähergerückt werden kann. Der An­trag des Petitionsausschusses, die durch die Geld­entwertung bedingte neue Grundlage in der Frage dex Organistenbesoldung in den Richtlinien an­zuerkennen. wird einstimmig angenommen.

Abg. D. Waitz gedenkt sodann des schweren Kampfes, den die evangelischen Volksgenossen in den abgetrennten und besetzten Ge­bieten durchzufechten haben, sowie des bedroh­ten Evangeliums in diesen Gebieten. Seine Aus­führungen gipfeln in einer Entschließung, die Abg. D. Waitz, Dr. Freiherr von Hehl und Dr. Müller eingebracht haben und die e i n st i m - m i g angenommen wird. Sie lautet:Die deutsch-evangelischen Gemeinden in den abgetrenn­ten Gebieten und in den angrenzenden Ländern in der Ostmark sind nicht nur um ihres Volks­tums. sondern auch um ihres Evangeliums willen in schwerer Bedrängnis. Trotz des feierlich zu- gesicherten Schuhes der Minderheiten werden sie in der Ausübung ihrer Glaubensfreiheit behin­dert, sogar z. T. ihrer Pfarrer, Kirchen, Schulen und Anstalten christlicher Liebestätigkeit beraubt. Wir grüßen sie in evangelischer Glaubenstroue und fordern unsere Heimatgemeinden auf. ihrer Röte in Fürbitte und in Taten evangelischer Bru­derliebe zu gedenken."

Aus Stabt und Land.

Gissten, den 12. Juni 1923.

Der Reichskanzler zum Deutschen Volksopfcr.

Rach Arthur Kampfs ergreifendem Plakat­kopfTrotz allem" gibt das Deutsche Volks- opfer jetzt ein neues eindrucksvolles Werbe­plakat für die Sammlung des Deutschen Volks- vpfers (Ruhr und Rhein) heraus. Prof. Franz von 0 tu cf in München hat das Plakat ge­schaffen und dem Deutschen Volksopfer gespendet. Es erscheint in diesen Tagen überall an den Säulen. Das Plakat zeigt einen Iünglingsiopf, auf den Dajonellspihen drohend einbringen. Aber ein unbeugsames .Rein" ist die Antwort.

Der Reichskanzler Dr. Euno hat Prof, v. Stuck in einem besonderen Schreiben für dies Plakatwerk gedankt, u. a. mit den folgenden Wor­ten: ,3ch bin überzeugt, dah dec auf Ihrem Plakat edel bargeflellte Kopf, in dessen Antlitz der des Rechts und der moralischen Stärke sich be» wuhte deutsche Wille zur Wahrung deutscher VvlkscHve und Dvliswürde lebendig ist, mit der tiefen Entschlossenheit seiner Züge die Seele un­seres Volkes erhebend durchdringen wird. Sie haben in Ihrem Werke mit dem entschlossenen Rein!" gleichzeitig das Empor!" gesprochen und damll den Glauben an uns selber an gefeuert. Sie haben Ihr Werk dem Deutschen Volks­opfer gewidmet als der gemeinsamen Vol^- vpferstelle für das stumme Heldentum an Ruhr und Rhein."

Zeigen wip alle uns dieses stummen Helden­tums würdig durch Wellers Spenden zum Deut­schen DolkSvpfer! Spenden werden in der Geschäftsstelle des(Siebener An­zeigers" angenommen.

Ausfuhrfrcilifte.

Die Handelskammer Giehen bittet uns um die Deröfsentlichung der nachstehenden Ausfüh­rungen.

Mll Wirkung vom 27. Mai 1923 ist die neue Ausfuhrsreiliste in Kraft getreten. Für die in der Freiliste genannten Waren des I. bis 19. Abschnitts des deutschen Zolltarifs gilt die Ausfuhrbewilligung ohne weiteres als erteilt, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt werden:

1. Die Preisstellung hat in den m § 2 ge­nannten ausländischen Währungen oder in an­deren vom Reichskommissar für Aus- und Ein­fuhrbewilligung zugelasfencn wertbeständigen Maßstäben zu erfolgen.

2. Von dem Gegenwert sind mindestens 40 v. H. in Zahlungsmitteln der in tz 2 genannten

glaubte, wenn sie sie öffne, müsse sie den Ruh- baum sehen, dessen Blätter sich leise im Winde bewegten, und das Finkeimest in der Gabelung der Aeste, das sie solange beobachtet hatte. Sie lauschte hinaus und glaubte das leise Rauschen der Mosel hören zu müssen, und vielleicht den Ruderschlag des vvrüb^rsah rennen Kahns. Aber dann wustte sie plötzlich, dah sie in Berlin sei. Mit einem leisen Seufzer richtete sie sich auf. Run galt es sich toicber neu eiiuurichten oder vielmehr sich wieder zurechtzusinden im allen Gleise. Sie wustte, es würde ihr schwer werden. Sie hatte nun wieder für Hans Dietrich zu sorgen, ihm die kommenden Monate des eifrigen Stu­diums wenigstens im House so behaglich als mög­lich zu machen. Das war ihre nächste Pflicht. Unb dann würde sie ja weiter sehen, wie ihr Leben sich gestallen würde.

Der Himmel war auch heute grau und trübe, er erschien ihr hier zwischen den hohen Häuser- tränben doppelt grau. Sie schob eine Spalte des Vorhangs zurück und sah in den stlllen Hof hin­aus. Lauter dicht verhängte Fenster, alles schlief noch und doch tickte die llhr schon die achte Scunde. Sie war ganz erstaunt, solange geschlafen zu ha­ben. Jetzt war es im Rebstock schon über zwei Stunden (aut und lebendig, und auch im Mosel- Hause war das Frühstück langst eingenommen und Bürgermeister Arnolds ging schon an sein Tage­werk.

Auf einem kleinen Tischchen stand der Rosen- st raust aus dem Arnoldsschen Garten. Ein tei l er Dust ging von ihm aus. eii wenig verwelkt hin­gen schon dieBlätter. Ob die Erinnerung auch Wohl so schnell verwelLn würde mit ihrem Glanz und Duft, der jetzt noch s) frisch und stark in ihr

ausländischen Währungen unverzüglich nach Ein­gang der Reichsdant nach Mastgabe ihrer all­gemeinen Geschäftsbedingungen anzubieten.

3. Der Ausführende hat an Stelle der bisher erforderlich gewesenen Ausfuhrbewilligung der Ausfuhrsendung eine Erklärung über die Erfül­lung der Bedingungen zu 1 und 2 (Devisen- ablllferungserklärung) nach einem der Ausfuhr- freUifte beigefügten Muster beizufügen.

Bach tz 2 sind als ausländische 'Währungen diejenigen folgender Länder zugctassen: England. Dänemar-k. Schweden, Rorwegen, Holland, Schweiz, Frankreich. Luxemburg. Belgien, Spa­nien, Portugal, Italien, Finnland, Tschecho- slowakei. Vereinigte Staaten von Amerika. .Ka­nada, Süd- und Mittelamerila, Japan, Ehina. Pettien, Aegypten, sowie die der Kolonien und Protektorate dieser Länder.

Die Bedingung der Ablieferuna des Win- destbetrags von 40 v, H. in ausländischen Zah­lungsmitteln entfällt a) für die von Händlern ge­tätigten Ausfuhrgeschäfte, bei welchen dem deut­schen Lieferer die Ausfuhrware in ausländischer Währung bezahlt wird, b) für denjenigen Teil des Exportgegenwei-tes der auf Grund englischen Gesetzes (Reccverh-Akt, einbehallen wird.

Die Ausfuhrliste ist auf dem Dekrelainate der Handelskanrrner wahreird der üblichen Ge­schäftsstunden efnzusehen: auf Wunsch wird auch schriftliche Auskunft erteilt.

«

Eine bedeutsame Entscheidung deS Vcrwaltungsgcrrchtshofes.

Dor dem Verwaltungsgerichtshof in Darm­stadt wurde am Samstag eine Klage des Ioh. Hch. Schmidt II. und Genossen in L ich gegen einen Besch'.uh des Gemeinderats der Stadt L i ch betr. die Verteilung von Brennholz verhandelt.

Der Gemeinderat beschlost im Jahre 1922 die Verteilung von Brennholz an Haushaltungen der Stadt Lich, schlost aber nachträglich die kürstlichen Beamten vom Bezüge aus. Gegen diesen Ge- meinderatsbeschluh erhoben diese Beamten Klage. Der Kreisausschuh in Giehen wies die Klage ab, weil die Kläger weder privat- noch öffentlich- rechtlich einen Anspruch auf das Brennholz hätten. Kläger verfolgten Berufung an den Provinzial­ausschuh, der die Berufung zurückwies. Das Ver­fahren der Gemeinde hält der Provinzialausschuh für einen Ausfluh sozialer Pflicht: es sollte die Rotlage einzelner gemildert werden, deren Grenze zu lestimmen Sache der Gemeinde bzw. des Ge­meinderats sei. Die Gemeinde habe die fürstlichen Beamten nicht schädig-en wollen: sie habe ange­nommen, die fürstlichen Beamten erhielten wie seither immer Holz von der fürstlichen Verwal­tung geliefert Kläger verfolgten nun Revision an den Verwaltungsgerichtshof; als verletzt wur­den be^eiebnet: Art 93 Landgemeindeordnu"g das Gesetz vom 22. Rovember 1872, betr. die Ge­meindeausgaben. and Art. 109 der Reichsder- fassung ( .alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich"). Die Entgegnung der Bürgerin:iiferei auf Die Revision erklärt, dah sich die beschlossenq Holzverteilung im Rahmen der Bestimmungen über Dersorgungsregelang und Rationierung ge­halten habe: Zweck fei dre Sicherung der Brenn- holzVersorgung gewesen. Der . Vertreter des Staatsinterefses beantragte Verwerfung der Re­vision. Der Gemeinderat habe' im Rahmen des Selbstverwaltungsrechts bei Fassung der Be­schlüsse gehandelt und hierbei nicht gegen Gesetze verstohen. Ob die Mahnahme zweckmähig ober sl.z'.al richtig gewesen sei, darüber hätten die Ver­waltungsgerichte nicht ,7a entscheiden. Die Ge­meinde habe im Rahmen des hessischen Gefehes von 1921. betr. Holzverteilung, gehandelt. Durch die gefaxten Gemeinderatsbeschlüsse seien jeden­falls gesetzliche Bestimmungen nicht verletzt

Das Urteil des Verwallungsgerichtshoses lautete auf Verwerfung der Revision.

$

Zur Freigabe beschlagnahmter deutscher Vermögen in Amerika.

Der Bund der Ausländsdeutschen teiü uns mit. In Kreisen deutscher Eigentümer der in den Vereinigten Staaten beschlagnahmten Vermögen scheint vielfach die irrige Auffassung verbreitet ?u sein, auf Grund des neuen Freigabegesetzes (Winslow-Bill) würden die Vermögen bis zu 10 000 Dollar bz'w. der gleiche Betrag aus den g röter en Vermögen ohne weiteres frei- gegeben d. h. ohne dah die Eigentümer ihrer­seits Mastnahmen zur Wiedererlangung der Werte zu ergreifen brauchten,demgegenüber wird ausdrücklich darauf hingewidsen, dah das Frei- gabegeseh nicht etwa bestimmt, der Verwalter fremden Eigentums habe die Werte aus eigener Initiative auszuhändigen, sondern das es lediglich besagt: Dem einzelnen Eigentümer steht das Recht zu, einen Antrag auf Freigabe

BB

war? Auch Arnolds war der Absch'ed schwer ge­worden, sie hotte es anfyt gemerkt. Er hatte lange und stark ihre Hand gehalten, als sie sich Lebe­wohl sagten. Ob er auch wohl eine Lücke empfand? Ob sie ihm etwvs geworden war in diesen Mo­naten? Hab dast sie seine Einwilligung erkämpft hatte, seine Erlaubnis, dast Hans Dietrich wirder- kommen dürfe, wenn er sein Examen gemacht, das konnte sie als einen grosten Sieg betrachten.

Dost HanS Dietrich nicht viel zu hoffen haben würde, wenn Arnolds ihm aus irgendeinem Grunde die Hand Elisabeths verweigerte, das sah sie freilich klar genug. Elisabeth Arnolds war viel zu sehr ihres Vaters Tochter, als dast sie seinem Willen entgegen gehandelt hätte.

Frau Eva muhte immer wieder staune 1 über die unbedingte Herrschaft, die Dürgermüster Ar­nolds über seine ganze Umgebung ausübtDas war nun einmal nicht anders. Vom aubänbig» ften Drrfjungen an. ber zahm wurde, wenn seine gewichtige Hand drohte, bis zu Tante Röschen, deren ganzes Leben nur daraus gerichtet schien, zu tun, was ihr Bruder wollte. Wenn Eva überlegte, dann muhte sie sich sagen, dah sie selber auch schon in seinen Bannkreis hineingeraten war. Sie hatte in diesen kurzeei Monaten gelernt, vieles mit seinen Augen zu sehen. Das würde sich ja hier wieder ändern. Ihre älnabhängigkeit hatte sich oft genug dagegen empört, nun würde ja ihr eigenes selbständiges Urteil wieder Gel­tung bekommen.

Sie fand Hans Dietrich schon am Frühstücks­tisch. Aber er ging bald aus und sie blieb allein in der Wohnung. Zögernd ging sie von Zimmer zu Zimmer, schaute aus dem Anster, nahm ein­zelne Dinge in die Hand, um sie gleich wieder

Dienstag, (2. Juni 1925

einzubringen. Auf Grund eines solchen An­trags ist brr amerikanisch: Treuhänder ermächtigt, bk Aushänbigung bei Werte zu verfügen. Da die näheren Bestimmungen für die Geltendmachung ber Forderungen bereits seit längerer Zeit von dem Treuhänder bekanntgegeben sind, besteht nicht die gcimgftc Veranlassung, mit der Einreichung der Anträge noch zu zögern, um so weniger, als jede derartige Verzog.nmng die Abwicklung in die Länge ziehen mut}. <>a das Verfahren nach den beliebenuen Vorschriften ein aus.eivrdentlich kom­pliziertes ist, Ware es auf crbcni unratsam, den Versuch zu machen, dasselbe von Deutschland aus zu betreiben, es erscheint vielmehr als zweck- mäfiig und entspricht durchaus den Bestimmungen, den Treuhänder zu ersuchen, eine zulässige und sachiundige 3ntcieifentx:rtieiung in Amerika selbst mit ber Durchführung zu betrauen. Ilm den Ei­gentümern eine Möglichkeit hierfür zu schaffen, hat die Concord finance Corporation Reuyork, die amcrikanifche Vertrauensstelle des Bundes der Ausländsdeutschen, eine besondere Rcchtsabtei- lung in Washington e. richtet und sich ber Dienste anerkannter Anwälte, wie z. B. der Anwattfirma Rippert und Brown versichert. Die Unterlagen und Vollmachten für die Stellung der Anträge können beim Bund der Ausländsdeutschen Ab­teilung Amerika in Berlin, Vurgstrahe 30. an- gefo beit werden, unb zwar sollte dies, sofern ti;- tilgenlümer nichr bereits entsprechende Mah- nahmen ergriffen haben, mit möglichster Beschleu­nigung geschehen.

N

** Erhöhung ber Bücherpreise. Die Schlüsselzahl mit ber ber Grundpreis ber Bücher multipliziert werden muh, um den Derlaufspreis zu ermitteln, ist durch den Vorstand des Börsen­vereins der Deutschen Buchhändler unb den Vor­stand des Deutsclen Verlegervereins von 3300 auf 4200 erhöht worden.

S chw e i n e r 0 l la u f ist in Giehen in dem Gehöft Reustadt 78 festgestellt worben. Die Sperrnrahregeln find ongeordiel. Der Schweine­rotlauf in dem Gehöft Rrbheimer Strahe 34 ist erloschen, die Sperrmahregeln sind aufgehoben.

Kreis Aric-berg.

* Bad-Nauheim, 9. Juni. Die Zu­schläge zur Grundmiete sind hier mit Wirkung vom 1. Juni ab auf 9 2 0 0 Pr 0- zent festgesetzt und vom Kreisamt Fri^rberg bestätigt worden.

Rendel (Wetterau). 11. Juni. Ber einer gestern stvttgehabten Acker Versteigerung kom brr Morgen besten Landes auf a ch t Mil­li 0 n e r. Mark. Bürgermeister Wittich hat sein Amt nach 21jähriger Tätigkeit nieder- gelegt. Als Kandidat wird Beigeorbneter Win - beeter genannt.

Kreis Wetzlar.

* Krofdorf, 10. Juni. Die Feuer­wehren des Kreises Wetzlar werden ihren diesjährigen Bezirkstag am näch­sten Sonntag hier äbhalten. Sim 121/? Ahr mit­tags wird eine Schulübung und anschließend ein Brandangriff der Krvfdorfer Wehr statt­finden, um 2 Ahr beginnt die Bezirksver­sammlung auf der Burg Gleiberg. Den Schluß bildet dort ein gemütliches Zusammensein.

Hessen-Nassau.

js M a r b u r g, 10. Juni. Die WvhnungS« not macht sich hier immer unangenehmer be­merkbar. Zur Zeit sind über 1000 Wohnungs­suchende vorhanden, außerdem müssen andauernd Flüchllinge untergebrocht werden. Am mehr Mit­tel zum Wohnungsbau zu erhalten, erhöhten die städtischen KorperschoftM die Wohnungs­bauabgabe von 1500 auf 6000 Prozent, Um wenigstens einen Teil ber immer zahlreicher wer­tenden Arbeitslosen zu beschäftigen, wur­dest größere Mittel für Rotstandsarbeiten bereitgestellt,

Landwirtschaft.

Der Stand der Feldfrüchte in Hesfen.

Rach dem amtlichen Saatenstandbericht für Hessen von Anfang Juni stehen die Halm­früchte gpt. Die naßkalte Witterung hindert je­doch das Wachstum: Kartoffsln, Runkel- und Zuckerrüben sind noch sehr zurück. Fast überall wird über Verunkrautung, vereinzelt auch über Drahtwurmfrah g;flogt. Klee und Wiesen stehen zum Teil gut, leiden ober an manchen Orten durch allzu große Rässe. Die Reben hoben durch den Frost stark gelitten.

Die Soatenstandsnoten betragen für Winter- weizen 2,5; für Sommerweizen 2,7; für Winter­spelz 2,6; für Winterroggen 2,6; für Sommer­roggen 2,7; für Wintergerste 2,9; für Sommer­gerste 2,3; für Hafer 2,7; für Kartoffeln 3,0; für

wegzulegen. Das war ihr alles jetzt so fremd, fchien iyr so ganz unvertraut, wie etwas, das nicht immer mehr zu ihrem Leben gehörte. Auf ihrem Schreibtische standen eine Menge kleiner Andenken, die ihr immer besonders lieb waren. Run sah sie ohne viel Bedauern, wie einem kleinen Meißener Amor ein Flügel fehlte, und baß eine wertvolle Schale augenschü ilich in ihrer Abwesenheit gekittet worden war. Sv fremd stan­den und lagen all diese Dinge.

Sie fetzte sich auf ihren Fensterplatz und sah hinaus auf die stille, vornehme Straße, auf der nur wenig Menschen gingen. Wie öde bas alles war! Hinter einer der Fensterscheiben des Hauses gegenüber erschien die Gestalt einer jungen Frau in sehr elegantem Morgenkleide. Sie kannte sie nicht und wußte nichts von ihr. Plötzlich erschien ihr das ganz unerhört, dah sie so nahe mit Men­schen zusammenwohne, die ihr nichts waren, v)n denen sie njchts wußte. Es befiel sie wie ein Schreck, daß sie gar von den Bewohnern desselben Hauses kaum etwas mehr wuß.e. als was ein ge­legentlicher kleiner Dienstbotenllaifch von Auguste und Minna ihr zu trug. Sie kam sich vor wie eine bewegliche Figur, die man in das Räderwerk eines großen Mechanismus eingesetzt hat, und die nun ihre vorgeschriebenen Bewegungen macht, unbe­kümmert und unwissend um das, was ringS vergeht.

Vor dem Hause drüben hielt das Kupee eines Arztes. Es legte sich ihr kalt aufs Herz, daß vielleicht da drüben hinter den berabgclaffe- nen Vorhängen ein Mensch mit dem Tode kämpfe ober auch ein neues Leben sich ans Licht ringe, so nahe und doch so weit von ihr entfernt

(Fortsetzung folgt)