Swda eine gröbere Zahlung leisten wollte, im PBartcDoum eine Mappe mit 300 000 Mark g« stohlen.
Kreis Friedberg.
* Butzbach, 11. April. Sine Haussamm- tung für bie Ruhrhilfe erbrachte hier ruitb 910 000 Mk. Die Gaben der Großindustrie für das nationale Hilfswerk find in dieser Summe nicht mitgerechnet, da diese Gaben -um Teil direkt an die Zentralstelle in Berlin ober an den Arbeitgeberverband geleitet wurden.
Starkenburg und Rheinhessen.
mc. Mainz. 11. April. Erschossen tour- ben am Samstag in Mainz die beiden algerischen Soldaten, die vor kurzem in Sossenheim i. T. bei einem dortigen Cafe ohne besondere Veranlassung den Schreiner Peter Ried erschossen und eine Frau schwer verletzt haben.
fpd. Mainz. 11. April. Am Dahnh)s Wainz-Kastel wurde ein junger Mann von den Franzosen angetroffen, der im Besitz dreier Frankfurter Zeitungen war. Er muhte seine Unvorsichtigkeit sofort mit einer Geldstrafe von 30 000 Mark buhen.
fpd. Mainz, II. April. Bei dem Stoff-» nungsrennen auf dem hiesigen Sportplatz wurde der junge Motorfahrer Bernhard von dem mit grober Geschwindigkeit vorübersausenden Rennfahrer Krapp ke ersaht, zu Boden geschleudert und auf der Stelle getötet. Der Renn- iahrer kam mit mehreren Knochenbrüchen davon.
Kirche und Schule.
rl Lich, 12. April. Gestern fand hier der Dekanatstag des 27 Gemeinden umfassenden Dekanates Hungen statt. Er wurde durch eine von Stiftspfarrer Schorlemmer - Lich gehaltene Andacht eröffnet. Pfarrer Engel-Obbornhofen wurde als Dekan, Pfarrer Deckel- Södel als Dekanstellvertreter wiedergewahlt und Pfarrer Köhler- Billingen als Stellvertreter in den Dekanatsausschuh. Für die Wahl zum Sefa- natsausschuh war nur ein Wahlvorschlag eingereicht, so daß die Wahl unterbleiben konnte. Durch einstimmig gefahren Beschluß wurde aus den Bezug der Diäten verzichtet, da die Abgeordneten zum Ausdruck bringen wollen, dah ste ihr Amt als Ehrenamt auffassen. Pfarrer Beckel erstattete den Bericht über die religiöskirchlichen Zustände in den beiden verflossenen Jahren. Daraus hielt Stiftsdechant Lenz-Lich einen Bortrag über „Die Aufgaben des Dekanatstags und des Dekanatsausschusses nach der neuen Kirchenverfassung". Gin von Bürgermeister Fendt- Hungen gestellter Antrag: 1. Bei Staat und Kirchenregierung auf strenge Handhabung der Bestimmungen zum Schuh der Sonntagsheiligung chinzuwirken und 2. eine Abänderung des kirchlichen Wahlgesetzes ins Auge zu fassen, sand nach gründlicher Aussprache cinftimmige Annahme. Ebenso wurden einstimmig angenommen zwei Anträge von Pfarrer Weber- Grüningen, deren erster die unverzügliche Einberufung des Landeskirchentags und baldige Wahl der neuen Kirchenregierung fordert. Der andere einen Aufruf des Dekanatstags an die Gemeinden enthält. Mit gemeinsamem Gesang schloß die in brüderlicher Einigkeit verlaufene Tagung.
nb. Ridda, 9. April. Heute hat Lehrer Bopp von hier das Amt eines hauptamtlichen Fortbildungsschullehrers für die hiesige Fortbildungsschule übernommen. Gleichzeitig tourbe in unserer Gemeinde die Mädchenfortbildungsschule eingerichtet und eröffnet. Zum Rachfolger von Lehrer Bopp ist Schulamtsanwärter D ö p p aus Wenings ernannt worden.
Vermischtes.
3v-Milliarden-Defi-tt der Stadt Berlin.
Berlin. 11. April. 3n der heutigen Berliner Magistratssitzung gab der Kämmerer einen üeberblid über den Haushaltsvoranschlag der Stadt Berlin für 1923. Danach betragen die Ausgaben nach dem heutigen Geldwert 47 Milliarden. denen nur 17 Milliarden laufender Berwaltungseinnahmen gegenüberstehen. ES bleibt also ein ungedeckter Betrag von rund 30 Milliarden.
Festnahme eines Defraudanten.
Berlin, 11. April. In Swinemünde verhaftete die Kriminalpolizei den Kontoristen einer Berliner Firma, der mit Lohngeldern im Betrage von siebenMillionen Mark durch gegangen war. In seiner Begleitung befand sich eine 22jährige Kontoristin, die gleichfalls festgenommen wurde. Don dem unterschlagenen Gelde wurden noch sechs Millionen Mark vorgefunden.
Oberleutnant Hofrichter.
Wien, 11. April. Rach einer Meldung des .Diener Abendblattes" ersuchte der frühere Oberleutnant H o f r i ch t e r. der vor etwa 10 Hahr en wegen Giftmordes zu lebenslänglichem Kerker verurteilt worden war. nach dem Umsturz in Oesterreich aber begnadigt wurde, um Aufnahme in die tschechoslo wak i sche Armee. Rach Einsicht in die Akten des Militärgerichtsarchivs in Wien kam das tschechoslowakische Kriegsministerium zu dem Schluß, dah Oberleutnant Hofrichter des Mordversuchs nicht einwandfrei überwiesen worden sei, daher seiner Reaktivierung keine
Hindernisse entgegen stehen würden. Hofrichter ist baixrufyin in bie tschechische Armee eingestellt worden.
Ein Schwindler.
Berlin, 11. April. Bei einem Berliner Za hnarzt erschien ein junger Mann, der sich als Karl Benz, Sohn des bekannten Automobilfabrikanten, ausgab und bat, ihm aus allen Zähnen die Goldplomben herauszu- nehmen. Er erklärte, sein Vater habe ihn zur Ablieferung einiger Automobile nach Berlin geschickt, er habe nun hier seine Brieftasche mit der gesamten Barschaft verloren. Um nicht andere Leute in Anspruch nehmen zu müssen, wolle er die Goldplomben zu Geld machen. Der Zahnarzt bot dem Patienten sofort seine Hilfe an; nach längerem Sträuben nahm der angebliche Benz den Vorschlag des Zahnarztes an, seine Gastfreundschaft zu geniesten, bis das Geld angelom- men sei. Der Zahnarzt lieh wegen einer kleinen Reise seinen Gast mit seiner Tochter und dem Dienstmädchen allein in seiner Wohnung. Als er toieberfam, war das Dienstmädchen und auch der $aft verschwunden, mit ihnen für 10 Millionen Wert- und Schmucksachen.
•
* Eine neue Hinrichtungsform in Deutschland. Dor kurzem tourb? au3 Rürn- berg und Augsburg gemeldet, dah dort das Todesurteil an fünf Raubmördern durch E r - schieben vollstreckt wurde. Diese Art der Hinrichtung war bisher bei den deutschen Zivil-- gerichten unbekannt. Rur die militärisch erkannte Todesstrafe konnte in Deutschland durch 'Erschießen vollzogen werden. Wie Landgerichtsprästdent Rudolf Ziel in „Reclams Llntversum" aussüyrt. ist denn auch das Erschiehen, das jetzt in Bayern geübt wird, eine Rachahmunq der Militärgerichte und stammt aus der Zeit der Revolution, eine Errungenschaft, die sich merkwürdigerweise gerade in Bayern erhalten hat. Der Rat der Volksbeauftragten, an deren Spitze Kurt Eisner ftano, ordnete 1918 die Vollstreckung der Todesstraie durch Erschiehen an. Dieser Befehl, der in der Zeit des Bürgerkrieges als eine militärische Maßregel auszusassen war und auch sonst während des Ausnahmezustandes hier und da gegeben wurde, ist nun in Bayern bestehen gebiieoen, so dah dort allein in Deutschland heute die Hinrichtung durch Erschießen erfolgt. Die Todesstrafe, die durch das Reichsstrafgesehbuch angeorb.iet wird, ist die Enthauptung, und der Landesgesetzgebung bleibt nur insofern Spielraum, als sie die Form selbständig regeln kann. Rach gemeinem Recht war das Schwert die Waffe des Henkers. Roch heute wird das Richtschwert in Mecklenburg, Anfxrlt, Reuh, Schaumburg-Lippe und Bremen verwendet. Im größten Teil von Preuhen, in Braunschweig und einigen thüringischen Staaten ist das Beil an seine Stelle getreten; in andern deutschen Ländern aber, besonders in Sachsen, ist das Fallbeil eingeführt, das nach dem französischen Arzt Guillvtin „Guillotine" genannt wird und während der französischen Revolution seinen Weltruf erlangte.
* Aus dem Pferdestall in den Salon — das ist. kurz zusammengefaßt, die wenig vornehme Geschichte des vornehmsten Kleidungsstückes für den Herrn von heute, des Fracks! Denn diese Geschichte, die Max Rent- wich in der Leipziger „Illustrierten Zeitung" er- zählt, führt zurück zu bem „Flock". einem billigen rauhen Gewand berittener Soldner, einem Rriter- rock, dessen lange Schöbe vorn und hinten umgeschlagen waren, um den Reiter nicht zu behindern. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts kam dann ein erfinderischer Kopf auf den Gedanken, diese Schoße, die doch überflüssig warm, einfach abzuschneiden. Ratürlich war mit dem Absch neiden der Vorderschohe der heutige Frack noch nicht ganz fertig, fehlte ihm doch der charakteristische Abschnitt m der Hüftengegend, an den sich der Frackschoh anseht. Man fand wohl, dah die lange leichtgeschweifte Bogenlinie durch eine kleine Unterbrechung gewinnen würde. und begann so, eine kleine Ecke in der Hüftgegend einzuschneiden. Zunächst war das so entstandene Kleidungsstück immer noch ein Reitrock; dann aber trug man es auch wohl im Ha use, als eine Art Herren-Reglige. Goethe war es, der dem Frack die Weihe des Galakostüms verlieh, in dem klassischen Werther-Kostüm bekam das neue Gewand seine literarischen Ehren. Als Goethe 1775 nach Weimar kam, trug er selbst einen Frackanzug, der Herzog folgte seinem Beispiel, und natürlich konnte der Hof bann nicht zurückbleiben. Damit hatte der Frack seinen Aufstieg zu den höchsten Hohen vollzogen. Allerdings erfreute er sich damals einer schonen Farbigkeit, die erst nach den napoleonischen Zeiten der schwarzen Feierlichkeit Platz machte und die wieder emzuführen erst heute hier und da schüchterne Versuche gemacht werden.
.SanheL
Berlin, 11. April. Bei mangelnder besonderer Anregung bewegten sich die Hmfätje am Devisenmarkt toieber in den engsten Grenzen und demgemäß blieben auch die Kursschwankungen unbedeutend. Eine Meine Abschwächung erfuhr die Devise Paris. Für Effekten herrschte durchweg festere Stimmung, name.rtlich für Bankenwerte gab sich mit Rücksicht auf die bevorstehenden Abschlagsveröfse.rtlichungen großes Interesse kund. Es wurden durchweg höhere Kurse genannt.
Frankfurt a. M., 11. April. (Bör- fenstimmungsbild.) Am Devisen- und
•Jtotenmam trat eine Veränderung der Lage nicht ein. Der Dollar bewegte sich auf 21 150. Der freie Effektenverkehr war ruhig bei fester Tendenz. Soweit Kurse genannt wurden, hielten sich diese ungefähr auf der Höhe der «gelingen Schlußnotierungen. Die Spekulation scheint zu Deckungskaufen bereit zu sein. 3m allgemeinen zeigte sich auch im Publikum einige Kaufneigung.
Frankfurter Devisenmarkt.
(Telegraphische Auszahlung.)
Datum 10. Avril 11. Avril
Amtl. Noiierg. Amtl. Vlolcro. ß'elb Brief Geld Bries
Danknoten.
Antw.»DrüffeI
1229.40
123560
1197,-
1203»—
Holland.....
8254,35
8295.65
8249.30
8290.70
London .....
98094.15
98585,X5
98079,20 »98576,80
Paris.......
1427.4D
1434,60
1404,-
141L—
Schweiz.....
3851,35
3870.65
3841,35
38us,fö
Spanien....
3210,95
3223,05
3*219 45
3235,55
Italien.....
1047.39
1035,65
1047,35
1052.65
Vtfiabon-Dporto
400245
40*22,55
Dänemark. . .
4003.95
4024X15
Norwegen. .
3770,55
3789,45
3782,50
3801,50
Schweden . .
5625.90
50.54,10
5591, -
569a-
HelnngsorS. .
569,05
57195
571.55
574,45
Neiiyork......
21097,10
21203,90
210*7,10
2129*2,-
Deutsch-Oestero
29,60
29.75
29,47
29,61
Budapest. . .
473.80
476.20
473,80
476.20
Prag......
628.90
632,10
628.40
631 60
Agram....
—,—
—,—
209.45
210.55
örnnHurt a.M., 1L Avril. Brief Geld Schweizer Noten 3890.— 3820 —
französische Noten 14(M>-— 1394 —
Dänische Noten 4035,— 39(15,—
Schwedische No len 5010 - 5540 —
Holländische Noten 8330.— 8210,—
Deutsch-Öe'terrcich a 100 Kronen 2960 29.10
Amerikanische Noten 21410 — 21160 — Englische Noten 988.59.— 97850. —
Italienische Wotcn 1051.— 1019.—
Belgische Noten 1201.— 1189.—
Ungarische Nwen 440— 420,—
Tschechoslowakische Noten . . . 636— <>16.—
Norwegische Noten 3785.— 8715,—
Rumänische Noten 100,— 97,—
Spanische yZoten —
«Märkte.
Schwelnemarkt in Gießen
* Gießen, 11. April. Der heutige erste Schweinemarkt in diesem Jahre war von Käufern, namentlich von auswärts, sehr gut besucht. Zum Verkauf waren 107 Ferkel und Läufer aufgetrieben. Der Handel, der anfangs etwas stockte, wurde schließlich lebhaft, so daß am Schlüsse des Marktes der ganze Auftrieb verkauft war. Es wurden bezahlt: für Ferkel 140 000—200 000 Mk., für Läufer 270 000 bis 360 000 Mk. Fette Schweine, die begehrt wurden, waren nicht vorhanden. Bemerkenswert ist, daß auf dem heutigen Markt eine große Anzahl Kleinzüchter aufgetrieben hatte, die für ihre Tiere guten Absatz sand.
Schwememarkt in Alsfeld.
* Alsfeld, 11. April. Auf dem Schweine markt am Montag standen 169 Ferkel und Läufer zum Verkauf. Gefordert wurden für 6—8 Wochen alte Ferkel 120 000 bis 180 000 Mk., für Läufer je nach Qualität 250 000—300 000 Mk. Der Handel war schleppend. Lieberstand bedeutend.
‘Berliner Produktenmarkt.
Berlin, 11. April. Die Haltung des Produktenmarktes ließ, eine Reigung zur Abschwächung erkennen. Für Weizen und Roggen war vermehrtes Inlandsangebot am Markte; auch war Auslandsware aus zweiter Hand erhältlich. Weizen und Weizenmehl aus dem Inland findet schwierig«, Absatz wegen billigerer Offerten aus dem Auslande. Gerste war vermehrt zu Futterzwecken begehrt, weil sie sich billiger stellt als Äkais; dieser Artikel lag infolgedessen etwas schwächer. Hafer hatte ohne besondere Preisänderung em vollkommen ruhiges Geschäft. Hülsenfrüchte waren still. Für Kleie und andere Satter» hoffe zeigte sich mehr Rachfrage. Weizen, märkischen 51000 bis 52 000 Mk., Roggen, märkischen 42 000 bis 42 500 Mk., Sommergerste, märkische 36 000 bis 37 000 Mk. (abgeschwächt), Hafer, märkischen 38000 bis 39 000 Mk., pommerschen 37 000 bis 38 000 Mk., Mais, La Plata, loco Berlin 45 000 bis 46 000 Mk., waggonfrei Hamburg 41 000 bis 42 000 Mk. (abgeschwächt). Weizenmehl (100 Kilo) 132 000 bis 148 000 Mk. (still). Rvggenmehl (100 Kilo) 120 000 bis 133 000 Mk. (still), Weizen- tleie 23000 Mk. (still), Roggenkleie 25 000 Mk. (still). Raps 85 000 bis 90 000 Mk. (still), Lein- saat 85 000 bis 90 000 Mk. (still), Biktoriaerbsen 67 000 bis 73 000 Mk., kleine Erbsen 50 000 bis 55 000 Mk., Peluschken 60 000 bis 65 000 Mk.. Ackerbohnen 40000 bis 45 000 Mk., Wicken 55 000 bis 70 000 Mk , Seradella, alt 90 000 bis 105 000 Mark, Rapskuchen 32 000 bis 33 000 Mk., Lein- kuchen 50 000 bis 55 000 Mk., Trockenschnitzel 15 500 bis 16 500 Mk Rauhfutter: Weizen- and Roggenstroh, drahtgeb. 14 500 bis 16 500 Mk., Hafers! roh, drahtgepreßt 11000 bis 13 000 Mk., Stroh, strohseilgebündelt 15 000 bis 16 000 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Vormahd 15 000 bis .17 000 Mk., Rachmahd 13 000 bis 15 000 Mk. (Soweit Fein anderes Gewicht genannt, verstehen sich die Preise pro 50 Kilo.)
Frankfurter Getreidebörse.
"Frankfurta. M., 11. April. Weizen M. 110 000—113000, Roggen Mk. 95000 bis
98 000, Sommergerste für Brauzwecke MarL 77 000—85 000, Hafer, inländ. Mk. 48000 bis 80 000, Hafer, ausländ., Mk. 86 000—92 000. Mais (La Plaka) Mk. 110 000, Mais (Mixed) Mk. 100 000—103 000, Weizenmehl, südd. Spezial. 0 Mk. 175 000—195 000 bei Waggvnbe- zug ab Mühlenstativn, Rvggenmehl Mark 125 000—140 000, Weizen- und Roggenkleie Mk. 50 000. Tendenz: stetig.
(In einem Zeil der Auflage wiederholt.)
Die Umtriebe DortenS in Paris.
Paris, 11. April. (WTD.) Der rheinische Separatistenführer Dorten, der sich seit acht Tagen m Paris aufhält, gewährte gestern einem Redakteur des „M a t i n“ eine Unterredung. Der Redakteur leitet dieses Interview mit folgendem Bekenntnis ein: „Sie Errichtung eines neutralen, eines entmilitarisierten oder eines unabhängigen Staates am Rhein steht aus der Tagesordnung. Frankreich sieht darin ein Mittel, seine Sicherheit zu gewährleisten, die Alliierten ein gleich billiges Mittel, Frankreich eine Deftiedi- ffimg zu geben und die Rheinländer die einzige Chance, die ihnen geboten ist, sich von Z>em preußischen „Ausbeuter" zu befreien. Was aber viel wichtiger ist, ist, daß Deutschland selbst daran denkt. Man braucht nur die Berliner Zeitungen zu lesen. Eine rheinische Republik „Made in Germanh", beherrscht von Männern nach dem Herzen Cunos, welch „wunderbares Mittel", den berechtigten französischen Forderungen eine eSa- tanle Fassade der Befriedigung $u geben. Während dieser Zeit wird man im übrigen Deutschland den Krieg vorbereiten und uns hätte man den Mund verschlossen." — Sorten, der zweifellos von diesen Gedanken des Redakteurs unterrichtet wurde, sagte u. a., die Rbeinläirder wollten die durch die Beamtenausweiswrg fteigewordenen Posten nicht annehmen, denn toeim sie einen derartigen Posten annehmen, dann empfehlen sie sich gewissermaßen selbst den unter Umständen blutigen Repressalien der Reichsregierung. Man müsse also dem Rheinländer ©arantten geben. Er, der mehrmals angegriffen worden sei, habe nichts mehr zu verlieren, und er befürchte auch nicht mehr, sich zu kompromittieren. Aber die braven, bescheidenen und ruhigen Patrioten, von denen er eine vollkommene Liste habe, würden sich nicht an die Stelle der preußische!' Beamten installieren können, wenn man ihnen nicht die Sicherheit gebe, daß Frankreich ein starkes Land sei und daß sie nichts von der Rückkehr der preußischen Gewalt zu befürchten hätten. „Wir kennen im Rheinland den Plan Preußens. In dem Augenblick, in dem Sr. Pecke r vom Reichskanzler ersucht wurde, in sein Ministerium einzutreten, hat Sr. Decker seine Ansichten einigen hessischen Freunden im Laufe einer Unterredung mitgeteilt", von der er (Sorten) genaueste Kenntnis erhalten habe. Becker habe gesagt, er trete in die Regierung ein, und das Rheinland werde eine Uebergaiigsperiode durchmachen, m der. feine Rolle von größter Bedeutung sei. „Um Z>em übrigen Deutschland," habe er erklärt, „Zeit zu lassen, das ausländische Joch abzuschütteln und einen Krieg ohne Kontrolle vorzubereiten, müssen wir im Augenblick das Rheinland opfern. Wir müssen mit Geduld die Stunde erwarten, um uns zu unterstützen." Seit der Zeit habe man trotz der Ruhrbesehung, die Dorten „eine gute Opportunität" nennt, nichts anderes als halbe Maßnahmen erlebt. In keinem Augenblick hätten die französischen Behörden geglaubt, den absoluten Desehl erteilen zu müssen, der den rheinischen Patrioten Vertrauen eingeflößt hätte. Im Rheinland sei man empfänglich für Prestige und Autorität. Durch einfache administrative Verfügung erreiche man dort nichts, weil auf diesem Gebiete Preußen es besser verstehe als Frankreich. Rach einem geschichtlichen Ausflug bis zurück auf Cäsar und Karl den Großen fordert Dorten durch den „Marin" auf, man möge dem Rheinlande das Prestige und die Qlutorttät verschaffen, was es mit Vertrauen erwidern würde. Der Augenblick sei günftiger denn je. Wenn die Unabhängigkeit des Rheinlandes nicht von den Rheinländern ausgerufen werde, daim werde das eine von Berlin in Szene ges ehte Komödie tun, ausgeführt von irgendeinem Bürgermeister einer großen rheinischen Stadt, der jetzt schon seine bevorzugte Stelle im neutralen Staate des Herrn Cuno habe. „Ich bin hierhergekommen, um zu wissen, ob „Ja" oder „Rein", und ob wir zuerst marschieren können. Ich warte immer noch auf Antwort."
Sommersprossen. LK-Wi-ll!- „Erika" brachte vor eintnev Zeit sollende Notiz, die auch andere Kreise interessieren dürfte! In einer der letzten Nummern der „Erika" bittet eine Kollegin um Angabe eineSMittels gegen Sommersprossen. Ich bin nun in der Vaae. ein solches namhaft machen zu können, über dessen Wirkung (eine Kollegin bat es gebraucht) ich geradezu erstaunt war. Die betreffende Dame war ziemlich mit Sommersproffen behaftet,- nach dreiwöchigem Gebrauch der Salbe und des dazu gehörigen Wassers erhielt sie eine blüteriweiße Haut. Die Salbe heiftt „ZrnchlS Schwanenweiß" und ist erhältlich bei Iran Elisabeth Z-rncht, Iabrik Kosmetischer Präparate, Hannover 143, Schließfach 238. ES ist zu empfehlen, gleich ver-tarkle Salbe zu gebrauchen. Die Probetube kostet 1500 Mk., die Normaldose 3000 Mk- Dazu braucht man gleichzeitig daS Schö>iheitsivaffer„Aphrodile". Normalslasche3000Mk. Aphrodite entfernt alle Unreinigkeiten aus den Poren, wie Salbenreste usw. Die Präparate sind zwar teuer, doch dürften ste ihrer abfoluicn Wirksamkeit wegen allen billigeren Mitteln vorzuziehen sein. 2iW8s
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