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Montag, 12. März 1925

173. Jahrgang

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Aus Dem Reiche.

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m, 10. Mär;. (WTB.) 3n her btn Franzosen beschlagnahmten -Len gestern zwei Zettel­

ba »t e t d» Plakate in franzo- I

Mannheim. 10.'

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Die Auflegung der Goldanleihe.

Die Montagspost weist darauf hin, daß

Rähe der von !

Hildaschule Warden - -

Lnkleber verhaftet, bx Plakate in franzo-

Möglichkeit fortgesetzt und dadurch auch die übrige Devölkeining des Einbruchsgebietes im Aowehr- kampf gestärkt werden.

Annahme von Unjeigen für die Tagesnummer bis jum Nachmiltay vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis ür 1 mm hohe lär Anzelgeno 27 mm'Breite örtlich 70 Mk., auswärt- 80 Ulk.; für Ueklame» Anzeigen von 70 mm Bre.le 300 Mk.De, Platz» Vorschrift 20"/, Aufichtag. Hauptschriftleiter: Auy. (boetj Verantwortlich für Politik: Auy. Goetz; für den übrigen Teil' Ernst Blumichetn; für den Anzeigenteil: Hans Berit, sämtlich in (Biegen.

graphenamt in Wiesbaden bis auf weiteres geschlossen mit der Begründung, daß die Telephon- und Telegraphenbeamten in Wiesbaden sich geweigert hatten, gewisse Telegramme der Besetzungsorgane zu über­mitteln oder telephonische Verbindungen mit gewissen Posten des besetzten Gebietes herzu- stellen. Der Postbetrieb bleibt in der bisheri­gen Weise in Gang.

DerSimplizissimus" aus dem besetzte» (Neblet ausg'schlossen.

Paris, 10. März. (WTD.) Bach einer Dlättermeldung aus Koblenz hat die 3nter- alliierte Rheinlandkommission an An­trag des französischen O erkommissars die end­gültige Ausschließung desS i m p l i zis fi­rn u 6" in den besetzten Gebieten bekanntgegeben.

Nr. 60

Erscheint glich, anher Sonn, und Feiertags, mit berSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche vezuarpreise: 2850Ularkunbl50Ulark Trögerlohn,durch diePoft 3000Mark,ouchbeiNicht. erscheinen einzelner Num» mern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech» Anschlüsse: für dieSchrift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drcchtnach« richten: Anzeiger (Heften.

poftscheäkonto:

Sranflnrt a. Ui. 11686.

sischer und deutscher Sprache für kommunistische Propaganda angeklebt hatten. Auf einem der­selben steht man Po.ncare inmitten eines <jricö- hcses und darunter die Worte:Ccst la guerre . -De deArb.-iterzeirunadas kommuniMfche Organ für Baden unu die Pfalz, schreibt, sind nicht nur d.ese zwei Personen, sondern 10 Kommunisten von den Franzosen bisher verhaftet worden.

Ermordung zweier französischer Offiziere.

Recklinghausen, 11. März (WD) 3m benachbarlen Buer wurden in der Rächt vom 10. zum 11. März 2 französische Offiziere ermordet. Einzelheiten über die Ermordung liegen noch nicht vor. Rach einer Lesart soll der Mord von zwei Belgiern begangen worden fein, die mit den Offizieren in Streit geraten wären. Rach anderer Lesart soll der Bursche der beiden Offiziere den Mord begangen haben.

Buer, 11. März. (WB ) Die Franzosen er­griffen die schärf sl en Repressalien gegen­über der Devölkeiung. Der Oberbürger- m e i st e r wurde aus demDett Hera rsver» haftet. Alle Wirtschaften sind bis auf weiteres geschlossen. Aus der Kirche kommende Bürger wurden von Trupps bewaffne er Franzosen aus­einandergejagt, mit Kolbenslöhen und Reitpeitschen übel zugerichtet und gezwungen, Plakate crrzrkle- ben, die die französischen Repressalien anlü rdigen. Da die Plakate von der er-egten Bevölkerung fast sämtlich wieder abgerissen wurden, ver­hafteten die Franzosen eine Reihe von Bürgern, nahmen ihnen die Pässe weg und befahlen ihnen, die ganze Rächt bei den neu cmgeklebten Plakaten Wache zu stehen. Für den Fall, dah die Plakate trotzdem abgerissen werden sollten würden die Zi­vilpersonen erschossen werden.

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DaS Deutsche Dolksopfer.

Berlin, 10. März. (Wolff.) Der Reichs- arbeitsausschuh des De u t s chen Bo lks- opfers hielt in Berlin am 8. Marz seine Zweite Sitzung ab. Die Sitzung leitete der bisherige Re- aierungsprästdent von Wieska.en , Dr. Momm, der vom Reichskanzler in deslen Derlr^ung mit der L e i t u n g des Deut chen Bolksopfers leauf- r^gt ist. GesZäftsräume: Drolin W 8. Wilhelm- «ratze 62. Auch aus den besetz en Geb e:en waren Vertreter erschienen, u. a. ein Vertreter des Kar- dinalerzbischoss von Köln Es wurde einstimmig beschlossen, von den seit der ersten Verteilung m erfreulicher Weife auch durch Anteilnahme teä Auslandes gewachsenen Mitteln den 9r0i^CTtx^i7 sofort dem Hilfszwecke zuzustrhren, und Mar d trch die verschiedenen örtlichen Stehen des Einbruchs gebiets und des altbesetzten Geoiets Die Betrage werden zur W'.n erleitung den te.etlig.en Landern (Preuhen, Bayern, Hellen. Vaden, Oldenburg ^ ^Die Rot^in den besetzten Gebieten an der Ruyr und am Rhein ist im strtrn Steigen b eg r if f en; sie ist mit den bisherigen Zuwendungen erst zum kleinen Tc-il behoben. Es ist br-n^nd notwe^ dig datz dauernd weitere große Mittel durch vas Dn'rische Volke ovfer aufgebracht werden. D e be­wiesene Opfersreudigkei. aller Kreüe unseres Vol­kes wird in dankbarer Anteilnahme mit Äraf« ten dafür einstehen, dah den für uns alle schw^ kämpfenden standhaften Vvllsgenosten an der Ruhr und am Rhein durch i>ie Rot Nicht der Ab- l wehrwille erlahme.

Die neuen Gewalttaten.

Aachsn, 10. März. (WTD.) Der General- direktor des Eschweiler Bergwe ckSverems, Do. Westermann, der von dec BeahunZ-cbehörde seines Amtes entfyo^n worden wir ward? au s- gewiesen. D.e übrigen Direttoren der Ge­sellschaft, die gleichfalls vor einigen Tagen ver­haftet worden waren, befinden sich noch im hie­sigen Gefängnis.

Mainz, 10. März. (WTD.) Der Direktor der Reichsbankfiliale in Reustadt (Pfalz), Fritz Rodhaus, der sich geweigert hatte, dem Befehl des Delegierten der Rheinlandkommifiivn, ü er den .^-fseiibestand der ihm unterstellten Dank Auskunft zu erteilen, Folge zu leisten, wurde von dem französischen Kriegsgericht zu 2 Jahren Gefängnis und 20 Millionen Rlark Geldstrafe verurteilt. . , _ n

Born Kriegsgericht wurde ferner der E r ft e Staatsanwalt des bayerische Landgerichts in Zweibrücken, PH. Riffel, zu 10 Mo­naten Gefängnis und 50 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt, weil er einem Befehl des Delegierten der Rheinlandkommrstrvn in Zw?i° b ü-fei datt d.rtig: Landg ri'tts efängnis zwecks Unt rb tngun4 von Unter u ung g?,an eiet ter französi.chen Besatzungsorgane zu raumen, nicht Folge geleistet halte. ,

Paris, 11. März. (WTD.) HavaS meldet aus Düsseldorf. 3n Recklinghausen berief der Kommandeur der 47. Infanterie­division die Vertreter der deutschen Ort s- presse zusammen, um i nen die letzten Verord­nungen der Kommando stelle mitzuteilen. D e Journalisten hätten erklärt, sie lehnten, es ab, die Verordnungen der Militärbehörde m ihren Blättern zu veröffentlichen.

Darmstadt, 11. März. (WTD.) Morgens 7 älhr wurden folgende Personen aus ihren Woh­nungen herausgeholt und ohne Angabe von Gründen ausgewiesen: LandciertMsrar Altendorf, Vortthender der Deutschen Volls- partei in Mainz, Pfarrer Derck von Mn-nz- Mvmbach, praktischer Arzt Dr Springer, Vor­sitzender der soziaBemokratischen Stadtve ord­net nfvaktion, der rrr der deutchen CB amt n- fcfyift. Seminarlehrer Dr Schraub u id 'öenu* narlehrer Senh aus Mzey, ferner neun Post-, Eisenbahn- und Zollbeamte.

Ei« Arbeiter erschossen.

Schwanheim, 10. März. (WTD.) Der 23iährige Arbeiter Johann Merz wurde gestern nacht in der Rahe der Schwanheimer Drücke von einem mar 0 kkanischen P 0 st en erschossen. Wie wir erfahren, wu dr der Tete mit einem Patz m der Hand aufgesunden. De Kugel hat die linke Schläfe durchbohrt.

Die Leide»; Bochums.

Bochum, 10. Marz. Der wirtschaftliche Krieg gecei die Stadt Bochum ge5t Jort. D e Radrungsmittelknarp'eit der Stadt, durst die A - fherrung des Stadtinnem von der Auienv^U hervvrgerufen, macht sich immer fühlbarer be- me ckbar. Die Einwohner sind gezwungen, Lebens­rnittel in den Vororten oder umliegenden Staaten 8U Die^G ymnasiasten. die vor etwa 14 Daaen von den französischen Soldaten bis zur Vewuht- losigkeit mitz'-a ide't worden waren, sind er t letzt wieder zu ihren Eltern zurückgekehrt. RA hielt sie solange fest, bis die Spuren der Mihhand- lungen geheilt waren.

Das Zollamt in Oberstein besetzt.

Oberstein, 12. März. (WTD ) Arn Sams­tag mittag wurde das hiesige Zollamt von den Franzosen beseht. Die Beamten sind entlassen worden, befinden sich jedoch auf freiem FE Die Zollkasse mit einem Barbestand von 31 Pfen­nigen wurde beschlagnahmt.

(C'ht Eingriff in den Wiesbadener Postbctrieb.

Wiesbaden, 11. März. (WTB.) Der Kommandierende General des 30. Annee- korps hat das Telephon- und Tele

Der Ncichsernährungsmiuister und seine Pläne.

Berlin, 10. März. (WTB.) Der Haus- haltsausschuh des Reichstages setzte die Beratungen über den Etat des Reichsrniniste- riums für Ernährung und Landwirtschaft fort. Reichsernährungsminister Dr. Luther führte im Verlaus der Besprechung aus, im Deutschen Reiche wurden insgesamt neun Millionen Men­schen unterstützt, von denen sechs Millionen ohne nennenswerte Rebeneinnahmen seien. Die Rot zeige sich nicht so sehr in der werktätigen Be­völkerung als in den Kreisen der Rentner. Dazu kämen die Kinderreichen. So tarne man zu dem traurigen Ergebnis, dah beispielsweise selbst die herabgesetzten Milchmengen von der Bevölke­rung der Grohstädte wegen des Preises Nicht vollständig ausgenommen werden können. Deshalb seien von der Reichsregierung Der b i 11 i - gungsmahnahmensürMil ch, die kinder­reichen Familien zukommen soll, in Angriff ge­nommen, ebenso fei die Reichsregierung dauernd bestrebt, höhere Einfuhren von Fett aw zuregen. Bekannt sei ja, welche autzerordentlich hc^-en Summen aus Reichsmitteln für die Ver­billigung des der unbemittelten Bevölkerung zu­gute kommenden Markenbrotes gezahlt würden. Der Minister besprach dann die Emahrungslage im besetzten Gebiet. Dort feien noch reich- liehe Borräte an Mehl und Getreide vorhanden, die aus lange Wochen ausreichten. Die von der Reichsregierung getroffenen Vorkehrungen für die Dersorgung der besetzten Gebiete mit üett Speck unb Schmalz taten sich i-n!eta gut bewährt, desgleichen die holländische Milcheinfuhr und die Einfuhr von Milchpulver. Außerhalb der besetzten Gebiete habe die Reichsregierung das nötige Brotgetreide bis in den Sommer hinein fCft Berlin^10.März. (WTD.) Der Haus- Ha 11 s a u s s ch u h d e sR e i ch s ta g es über­wies einen Antrag Dr. M u 11 e r - Franken (S ), das Ministerium für Ernährung und Landwirt­schaft zum 1. April aufzu lösen und dessen Aufgaben dem Reichswirtschaftsministerium zu übertragen, der Sparkommission zur weiteren Be­ratung. - Der Ausschutz nahm einen Antrag Schiele (Dtnl.) an, wonach zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Brot­getreide im Ernährungsjahr 1923/24 im Be­nehmen mit den landwirtschaftlichen Organi­satoren und den Genossenschaftsoerbänden sowie mit dem Legitimen Getreidehandel eme Brot- aetreidereserve geschafsen werden soll. Em Rnirag Dr. Heim (Dayr.Vp), die Reichsregierung zu ersuchen, den Preis für das letzte Sechstel des ülmlagegetreides sofort bekanntzugeben und so hoch anzusehen, dah die Herstellungskosten und die gestiegenen Kosten für die begonnene Frühjahrsbestellung dadurch gedeckt werden können, nebst Bemessung eines angemessenen Ge­winnes wurde angenommen. Ferner wurde eme Entschließung des 2lbg^ Kraetzig (S) an- aenommen die die Reichsregierung ersucht, der Preiserhöhung für Zucker ihre ^istimmung zu versagen ober, falls diese schon gegeben fein sollte, in neue Verhandlungen einzutreten, um die Zu- ftimmuna zurückzuziehen. Zum Schluß der Sitzung verabschiedete der Ausschuh den gesamten Haus^iltsplan des Reichsministeriums für Er­nährung uiid Landwirtschaft.

dle große wertbeständige Anleihe des Reichs, die Goldanleihe, mit deren Hilfe eine Sta­bilisierung der Devisenkurse und eine nachhal­tige Beeinflussung der gesamten Preise her- beigeführt werden soll, von heute ab zur Zeichnung aufgelegt werden wird. Die Zeich­nung dauert bis zum 14. März. Sie erfolgt bet der Reichsbank und ihren Zweiganstalten so­wie bei einer großen Anzahl von Banken und Bankiers, die an den einzelnen Orten beson­ders belanntgegeben werden. Bon dem ge­zeichneten Betrage sind mindestens 40 Pro­zent bei der Zeichnung, der Rest spätestens bis zum 14. April zu zahlen. Für jede An- leihegoldmark, die gezahlt wird, liegen unge­fähr fünf Goldmark in Barren und Münzen als Sicherheit in den Kellern der Reichsbank. Die Reichsbank ist ausdrücklich verpflichtet, den Anleihegläubigern diese Barren und Münzen zur Verfügung zu stellen, wenn ihnen das Reich nicht Dollarscheine zuruckzahlen kann.

Die Hochverratssache in München.

Berlin, 10. März (WTB.) lieber die Hochverratssache in München melden d e Blätter, dah das Münchener Dolksgenchi den Haftbefehl gegen folgende 5 Personen aufiecht­erhalten hat: Prof. Fuchs, Kapellmeister Mach- bau«, Kaufmann Ioh. Berger. Münch.m Land- Mirt Rudolf Gutermann, Student der Landw.rt- schaft Richard Gutermann au3 Rvmenvat am Arnrnersee. Gegen den tschechischen Kohl ngrvh- f-ä d er Munk. S Hriftsu rer de; Ko len ä; b'er- Derbändes, und eine Reihe weiterer Perlönlich- feiten ist die Boruittersu hung ein geleitet wo d.m. Den Blättern zufolge standen die Verschwörer mit dem französischen Major Richert, der die Organisation des Saarstaates als rechte Hand des G-m-rals Andlauer ein geleitet bat. m Verbindung. Die geplante Aktion der Vepchvö er soll lautVorwärts" als eia Pu sch zur Unter- stützung der französischen Ruhroperation gedacht gewesen sein.

Die Negelunq der amerikanischen Besaünngckkostcn.

Paris, 10. März. (WTD.) Der Pariser Ausschuh ,ur Regelung der a rn e r i ka n i schen D e s a tz u n g s k o st e n ist h.ute vormittag za sei'.er dritten Sitzung zu"amrnengetreten. Das ofst- zielle Comrnuniguö besagt, d-ah gettnte Vor­schläge gemacht worden seien, die die (Sritattung der amerikanischen De'arungslo len aus den tunf- t gen Zahlungen Deutschlands oor e ;en. DieseVor- schlüge, die der belgische, der französische, der englifd>2 und der italienische Delegiert? au gear­beitet hätten, seien dem Vertreter der Vereinigten Staaten unterbreitet worden, der sie, nachdem er sich die Cinwilligungserklärungen verschaftt hat, seiner Regierung vorlegen wird. Die nächste Sivung wird am kommenden Mittwoch nachmittag tattfinben. DerOntranjigeant" bediifeii die von den Vereinigten Staaten geforderte Zi frr auf 1310 Millionen Goldmark. Das Dlatt scheint anzu- nehmen, dah die Alliierten die Anrechnung der von den Amerckanern beschlagnahmten deutschen Schisse auf diese Summen vorsehen. Die barm übrigbleibenden 803 Mck'ionen Goldmark sollen zinslos in 12 Jahren abgezahlt werden.

Reichsminister Oeser für Ausharren im Abwehrkampf.

Hamburg, 12. März. (WD) Auf einem von der Demokratischen Partei veranstal­teten parlamentarischen Teeabend nahm ge­stern der Reichsminister des Innern Oes er das Wort über die politische Lage, wobei er u a ausführte: Was jetzt im Ruhrgebiet vor sich gehe, sei ein Volkskrieg, der umso sicherer ge­wonnen werde, je mehr wir bemüht seien, zu ver­hindern, dah auf deutscher Seite auch nur em Ge­wehr losgehe. Der Kampf dürfe stch von seinem moralischen Vordergrund nicht entfernen Den Franzosen fei es noch nicht gelungen, Besitz von den deutschen Eisenbahnen zu ergreifen, denn darauf, ob es ihnen vielleicht möglich fei, einige Züge in Gang ?.u bringen, komme es nicht an. Die gefürchtete Kohlennot fei bisher nocy nicht emge- treten, auch nicht jm unbesetzten Deutschland. Die Stabilisierung der Mark war im 3n- tetefle des Abwehrkampfes d*s deutschen Volkes unerlählich. Der Minister bedauerte d,e Haltung, die England und Amerika gegenüber dem Vor­gehen der Franzosen und Belgier bisher eingenom­men haben. Von den Amerikanern würde betont, dah sie die Dinge in Europa nichts angingen, fte bedauerten zwar das Vorgehen Frankreichs, aber sie könnten daran nichts ändern. Bei dieser Ge­legenheit müsse jedoch daran erinnert werden, dah \l,c ui< Vertrauen aus Amerika und int auf Wilsons 14 Punkte in diese Situation geraten seien, ein Vertrauen, wobei Deutschland schmerzlich im Stich gelassen worden sei. Da auch England und die Reutralen die Dinge vorlmifig gehen liehen, wie sie gehen, ständen wir tatsächlich allein. Wir mühten versuchen, so toeiter zu kom­men, bis eine Aenderung eintrete. Die finan­ziellen und wirlschaftlichm Folgen des Kampfes eigten sich in Deutschland toeniaer fte

xeigte-n fich aber in verstärktem Mähe m Frankreich. Die Frage fei nun, wer in diesem Wettspiel länger aushalte, Deutschland oder Frankreich. Die Franzosen rechnen a'^er nach der Auffassung des Ministers schon heute nicht mehr mit Sicherheit auf die deutsch? Kapt'ulation. Sie hätten vielmehr eingesehen, daß dieses älnier- nehmen weit schwieriger sei, als fie es früher an­genommen hätten. Für uns gelte es, in diesem Abwehrkampfe auSzuharren. Da die Franzosen napoleonische Ziele verfolgten, würde es sich bewähren, ihnen ein zweites, ein wirtschaftliches Moskau £ be­reden denn sonst würden die Zu stände in Europa unerträglich werden. Der Minister schloh. Poin- care verlange eme Reuregelung des Friedens- Vertrages. Warum sollten wir nicht daraus ein­gehen? Wir wünschen diese Reuregelung. Man soll jedoch dieses Problem in feiner Totalität aufrollen und sagen: wir find bereit zu einer Verständigung, w.mn ihr auch bereit fern, aber nicht allein wegen der Ruhrirage, sondern wegen einer völligen Bereinigung des Fr, e- densver träges, Freiheit für deut ch?s L.b.n, Freiheit für die deutsche Republik.

Der Reichskanzler über die Preis- und Lohnfrage.

B e r l i n, 10. März. (WTB.) 3n der Reichs­kanzlei fanden in den letzten Tagen Besprechun­gen des Reichskanzlers mit Vertretern der 3 n b u ft r i e und der Spihengewerk- schäften über die gegenwärtige Preis- und L o h n l a g e unter dem Gesichtspunkte der wün­schenswerten Festigung der wirtschaftlichen Ver­hältnissen statt. 3n diesen Besprechungen erklärte der Reichskanzler mit Rachdruck die einmütige Auffassung der Reichsregierung, alles zu tun, was zur Vermeidung neuer Preissteigerungen und zur Herbeiführung der wirtschaftlich mög­lichen Preisermähigungen geschehen könne. Die Gewerkschaften wiesen bei dieser Gelegenheit auf die ernsten Besorgnisse hin, die in den Kreisen« der gesamten Arbeitnehmer aus der Annahme entstünden, als ob die Reichsregierung jeglicher weiteren Lohnerhöhung entgegenwirken wolle. Demgegenüber stellte der Reichskanzler fest, dah auch nach Ansicht der Reichsregierung eine Er­höhung der Löhne da gerechtfertigt sei, wo fie zur Anpassung an das allgemeine Lohnniveau und den Preisstand erforderlich ist, während eine all­gemein durchgängige Hebung der gesamten Löhne den notwendigen Preisabbau unmöglich machen und damit, ohne der Arbeiterschaft auf die Dauer zu nützen, das von allen erstrebte Ziel der Markfestigung gefährden würde. Die Arbeit der Reichsregierung bewegt sich in den Dahnen dieser von allen beteiligten Mitgliedern der Reichsregierung geteilten Auffassung.

Die Regelung der Eisenbahnfrage ^tui'clfcu England und Ai ankreich.

London, 11. März. (WTD.) Die bri­tische Regierung genehmigte die zwi­schen dem französischen und engtischen Militär getroffene Regelung betr. den Gebrauch der Eifers bahnen in der britischen Zone des RhernlanoeS bUr% aSH Vr aKärj. (WTB.) Acrch dem Lon­doner Korrespondenten des »Echo de PariS sollen die f r anz ö s isch -eng 11 schen Ver- ei nbarungen über den DurcbgangS- ver kehr durch die englische Desatzungszone soviel in gewissen politischen Kreism bekannt ist, in großen Zügen folgendes enthalten. 1. dreJran Äofiicben Behörden könnten höchstens zehn Züge täglich durch den MfchnUt^Köln letten, 2. die Züge dürfen nicht zur Derftarbrng der französischen Trupven. sondern ausschließlich zur Versorgung und Ablösung bienen, 3 fie loimen keine Verwendung für die Beforde- rung von Ruhrkohle nach Frankreich finden. Obwohl man behauptete, fugt der Be­richterstatter hinzu, dah die Eifenbahnfrage nichts mit den kommerziellen Schwierigkeiten zu tun habe, scheine das Abkommen Godley-Puyot erst dann endgültig ratifiziert werden zu , ollen, wenn die letzte Frage gelöst sei.

Die Kommunisten an der Arbeit.

Ep Gäter fei®, jere^rL Kundschaft zur gess. lne, dah mir alle hofsarbeiten etDeiliflen Teuenmgszahlen llmderungen bitten mir uns d. M. bekannhugebcn. 'ü ickige Brechwerkshallk in Rt\> end aus 30 cd», Werlcholz, und Wandbickteiverschaluny, »elaqlott im fchrstlichen [ Abbruch verkauft werden. ermin22.Mrzcr., vormittag, »Kunst erteilt 0. ®raff in 18480

mit . ianoAlberlim in

»Heimkehr

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Kinder

K- sttü£c^ scbhfül<rurlfy

Eine Versammlung der tocftfälifdjcii Landwirte.

Dortmund. 10. Marz (WTD.)Eine auf Deranlassung der La n d w i r t s cha f t .^ka in me für We,tfaIen jufammengetretent Der fammlung. die von rund 300 Abg^and^e der landwrr.schaftlichen Vereine deS besetzt m west fälifchen Gebiets besucht war, gejtaltete_ stch nach eingehender Aussprache über die aner^ortt n D.- lästigungen, Schädigungen und Drtriebserfchwe rung9en durch die feindliche Drfa^uni Zu emer machtvollen Kundgebung des ent,$ o Jenen ILU Z ber Landwirtschaft, in Treue zu n Reich auszuhalten lis zur endlichen Befreiung von ber Fremdherrschaft. Die Erzeugung soll nach

>n|d)eit und Knüppel gibt Jlengen waggonweise ab. MMH. teilt, ^reisDb^n. Mgnung. ufaabt der Landwirlschafi °er> Nontay, den 12. März, von in Eichen, Licher St.ahe 19. staucheiatz, 4 hompl fiummet- 5ielqefd)ine, Kummete, Halft«, SÄ3S« «SSSjjS

und oerfchieöenes andere. |

* Bettner 11.

afdorserSttafteS.

GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vrvck vnd Verlag- vrühl'lche Univerfitäls-Vuch- und Steindruckerei B. Lange in Sieben. Schriftleitnng und Seschästrstelle: Schulstrabe 7.