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Der Vorstand. J). ».: V- FcUU Stadtfheata SonoetstM. ILM Tanz-Tastspiel Aenne OsborL

175. Jahrgang

Donnerstag, N. Januar 1925

Mfj insbesondere die deutsche Wirtschaft,

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Ein neuer Vorschlag Italiens?

Rom, 10. Ian. Meldung des italienischen Pressebureaus. Mehreren Blättern zufolge soll sich die italienische Regierung ent­schlossen haben, eine neue Lösung der Re­parationsfrage auf einer rein realistischen Grundlage inS Auge zu fassen, da die gegen­wärtige Lage das Zusammenwirken der an einer

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bif zum Nachmiltag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 27 mmBreite örtlich 20 Mk. auswärts 25 Mk.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite lOOMK.VeiPlah- Vorschrift 20 "/Aufschlag. Hauptfchristleiter: Aug. lvoetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Vlumichein; für den Anzeigenteil: Hans Leck, sämtlich in Dietzen.

terpersonal werde dort bleiben.

r a t i o n.s l e i st u n g e n würden

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Erscheint täglich, antzer Bonn« und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GietzencrFamilienblötter Monatliche vezuarpreise: 760 Mark und 40 Mark Trägerlohn,durch diePoft 800Mark,auch bei Richt- erscheinen einzelner Rum- mern infolge höherer ©croalt.- F ernsprech. Anschlüsse: für dieSchrift. leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Sietzea.

Postscherttonto:

Lrantsurt a. M. 11686.

Eine Rede des Reichskanzlers vor dem auswärtigen Ausschuß.

Aus dem neu bedrohten Gebiet«

Essen, 10. Jan. (WTB.) D'.e Nachrich­ten über die Tätigkeit der Franzosen int besetzten Geb et zeigen, daß vorläufig an ein Vordringen ins unbesetzte Gebiet nicht gedacht wird. Die Truppen haben Anweisung erhal­ten, an ihrem Aufenthaltsort stehen zu bleiben.. Die angemeldeten Züge bleiben aus. So trafen heute nur zwei Transportzüge ein, davon einer in Duisburg, und einer mit belgischem Mili­tär in Ruhrort, während für diesen Ort zwölf belgische Züge angemeldet waren. Auf fran­zösischer Seite rechnet man mit einer Ver­zögerung des Vormarsches um weitere drei bis vier Tage. Die Bewohner des unbesetz­ten Gebietes sehen dem Einmarsch mit Ruhe und Gelassenheit entgegen. 3n den vom Ein­marsch bedroh en Städten sind die Ausführun­gen Lloyd Georges über die beabsich­tigte Annexion der Rheinlande in großer Aufmachung überall angeschlagen wor­den. Sie werden eifrig gelesen.

Essen, 10. Ian. (WTD.) Heute abend traf ein französischer General mit seinem Stabe _ bi Mükh.im-Speldrrf ein, für dessei Geschäftsfüh­rung das RestaurantBier Jahreszeiten" be­schlagnahmt wurde.

Paris, 11. Ian. (WTB.) DerMa. tin berichtet, daß 25 000 Mann Essen und seine Umgebung besetzen wür­den. Die Operationen würden heute vormit­tag 5 Ahr ihren Anfang nehmen und sollten bis 2 Ahr nachmittags durchgeführt sein.

Essen, 11. Ian. (WTD.) 10 Uhr. Fran- zösische Kavallerie und Infanterie mit Panzerwagen überschritten («ute früh gegen 6 Uhr die Grenz« des unbesetzten Gebietes in Kettwig und ziehen in zwei getrennten Kolon­nen gegen Essen 'heran. Don Mülheim Her sind keine Truppen im Anmarsch,

das Dotschaf- Die R e p a - den v e r - gegenüber in der Ham-

tragsbrüchigen Ländern e i n g e st e l l t werden, denn die burger Rede schon ausgeführte Pfandnahme habe notwendigerweise den Tod der Reparationen zur Folge, schon, weil mit der Besetzung des Ruhr­gebiets die stärkste Quelle der deutschen Wirt­schaftskraft und Leistungsfähigkeit zusammen­brechen müsse. Die Beamten im besetzten Gebiet würden mit Rücksicht auf die Fort-

Berlin, 10. Ian. (WTB.) Im Aus­wärtigen Ausschuß des Reichstags berichtete heute Reichskanzler Dr. Cuno über die politisch: Lage. Im Eingang ferner Aus­führungen verwies er auf den großen Ern st 0 e r Zeit, di« nunmehr das deutsch: Volk zu durchleben gezwungen toäre. nachdem Ne Pariser Ko Ye enz cr clg'os aukejan ei s i und nach en wiederum deutschem Ee net der Einma i-u) fremder Truppen dröhe. Ter Kanzler gab alsdann einen kurzen Rückblick über das, was die Regle Ting seit 'Hrem Antritt unternommen habe. Aufbauend auf die Rovembennvte sei sie bestrebt gewesen, sich a k t i v an der Losung des Reparationsproblems zu beteiligen. Die er- Weg sei gegangen worden. w:il es sich um Deutschlands Schicksal handle, über das von der anderen Seite entschieden wer­den sollte und zugleich weil die Regierung glaubte, daß das Problem nurin offener Aus­sprach: lösbar sei. Darum sei "versucht Worte i, obwohl Deutschland nicht ern-geladen war, auf den Konferenzen in London und Paris mit Vor­schlägen nicht zu fehlen. Diese hätten sich innerhalb der Leistungsfähigkeit Deut.ch'ands ge­halten, weil ihm dazu der Vertrag von Ver- sailles ein Recht gebe. Alles sei geschahen, um zu einer offenen Aussprache auch mit Frankreich ,.n kommen. Wir hatten Herrn Pvincars wiete.'- htolt wissen lassen, daß wir zu unmittelbaren V e r H a n d l u n g e gn, insbesondere auf d?m Ge- hi'.te unserer Industr'e. die Hand böten. Poincars. habe diese Verhandluncen nicht zugelassen. Da-

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tinhMinnAfUrfi ')ie Industrie. Handel, Banken und Landwirt- Uuli JlOvBvUlffl ^tdaft, die vom Ausland immer noch als Träger des deutschen Reichtums angesprochen würden.

Güt diirgkrlichei klar gewesen, e»

Rechtsbruch beugen. Die Reichsregie- rungwerde ihren Protest gegen die­sen Rechtsbruch allen Mächten noti­fizieren. Der Botschafter Mayer werde angewiesen werden, Paris zu v e r - l assen, um hierher zu kommen;

rungsschein hinzugefügt worden, wonach wir in bestimmten Zeiträumen weitere Anleihen auf­zulegen bereit gewesen wären, die ebenfalls der . Reparation zugute kommen sollten. Die An­

leihen sollten durch Garantie unserer Wirtschaft stchergestellt werden. Tlcber dir Art oder Sicher- ;' (klung mit dem Anleihekonsortium zu verhandeln, . sei die deutsche Industrie bereit gewesen. Außer-

dem sollte eine Verständigung mit den französischen Industrien zu gewisser Kooperation erfolgen. Der Reichskanzler legte dann näher dar, wes­halb man diese Pläne nicht durch eine Rote_ der ' Konferenz in Paris übermittelt habe. W'.r hätten

dabei nicht, wie es in den Zeitungen vielfach geheißen habe, einen bestimmten Vertreter zum Dortrage dieses Planes genannt. Vielmehr !en I tri: uns bereit erklärt, auf Au forderen r den Plan schriftlich vorzu'egen und mündlich erläutern zu lassen. Eine Antwort darauf sei nicht erfolgt. Leider sei auch fein anderer Vorschlag aus der Pariser Konferenz hervorgegang-en, auch nicht der englische, den die Franzosen nicht so sehr ab- gelehnt hätten, weil seine finanziellen Ergebnisse ihnen nicht genügten, als vielmehr deshalb, weil offensichtlich eine grundsätzliche Mnnungs- , Verschiedenheit zwischen England und Frankreich ; über die Methoden des Vorgehens in der

Reparationsfrage bestand. England wollte die . Reparationsfrage mit wirtschaftlichen und finan­ziellen Mitteln lösen, während Frankreich be­treut war, seine politischen und wirtschaft­lichen Ziele zu verwirklichen, was ihm wertvoller sei, als jede rein wirtschaftliche Lösung. Damit sei die Lenden; der Politik Poincaräs vor aller Tugen klargestellt, und die letzten Zweifel (man seien wohl für jeden geschwunden, seitdem Poincare den F r i e d e n s p a k t mit den an Rhein interessierten Mächten abgelehnt habe.

Der Reichskanzler betonte, daß wir diesen Friedenspakt aufrichtig und ernst gemeint hätten, und daß in der Abstimmung über di« Kriegs­erklärung auch die Volksabstimmung die sicherste Friedensgarantie für alle Zeiten gegeben war. Der Reichskanzler schildert dann die Verhand­lungen über diesen Vorschlag und kommt zu dem Ergebnis, daß Deutschland materiell und poli­tisch getan habe, was in seiner Kraft stand, and was mit seiner Verantwortung für die weiters

iEND ,abends8 Uhr snefiz. Abend

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Lösung der dringenden Fragen interessierten Mächte, nämlich Frankreich, Italien, Belgien und auch Deutschland, wenn es in diese Kooperation der Kontinentalstaaten eintrete, eine gewisse Zahl von Milliarden leisten, wofür der Zahlungsmodus durch ein gemeinsames Abkommen festgesetzt wer' den könnte. Die Zeitungen versichern, daß man im Palazzo Chigi an diesem Gegenstand eifrig arbeite.

Zurückziehung der amerikanischen Truppen? Washington. 10. Jan. (Wolff.) Präsi­dent Har ding hat di» Zurückziehung der amerikanischen Truppen vom Rhein ungeordnet.

Paris, 11. Ian. (WTB.) Havas berichtet aus Washington: General Allen, der Kommandant der amerikanischen Truppen in den Rheinlanden, hat den Befehl erhalten, den sofortigen Abtransport der Trup­pen, sei es über Antwerpen oder Brüssel, ins Werk zu letten.

Was der amcrrkaniscbe Vertreter in der Reparcrtionskommissiou wirklich gesagt hat.

Paris, 10. Ian. (WTB.) Die gestrigen Erllärungen des offiziellen amerikanischen Ver­treters Boy den in der Reparationskommission werden vomAeuyork Herold" wie folgt wieder- gegeben :

1. Rach Bohdens Meinung versagte Deutschland in j u r i st i s ch e r und technischer Beziehung in" der Kohlenlieferungsfrage den alliierten Regierungen gegenüber absichtlich; des­halb sei die Reparationskommission auf Grund des Friedensvertrages automatisch gezwungen. Deutschland entsprechend zu beurteilen;

2. Dieses Versagen sei die automatische Folge des älmstanües, daß der Friedensvertrag eine unerträgliche Last darstelle; mit an­deren Worten: die Schuld am Versagen treffe eher den Friedensvertrag als die Deutschen.

Paris, 11. Ian. (WTB.) Havas berichtet aus Washington: Senator Reed hat gestern im Verlaufe einer Diskussion dem Senat den Vor- schürg gemacht, den offiziösen Vertreter Amerikas in der Reparationskommission Doyden a b- zuberuf en; denn em offiziöser Vertreter, wie er erklärte, könne ebensoviel Unheil anrichlen als ein offizieller Woriführer.

Washington, 10. Januar. (WTD.) DaS Staatsdepartement teilt in einem offiziellen Com- muniqus mtt: Staatssekretär Hughes habe vor der Rede in Rewhagen seinen Plan einer internationalen Sachverständigenkonserenz zu' 25« fu tg der Reparationsfrage mit dem französischen Botschafter I u s s e r a n d besprochen. Man glaube zu wissen, sagt das Communiqu^. daß Iu.'serand den Hughschen Plan feiner Regierung mitteilte ufö soä er Hughes von den Einwendun­gen des f anzösischen Ministerpräsidenten un er­richtete. Die amerikanisch: und die französische Regierung tauschten auf diese Weise ihre An­sichten aus. Als Hughes später in Rewharen sp ach, übermittelte er der französischen Botschaft eine Kopie seiner Rede zur Information. Was den Entschluß Frankreichs anlange zur E "ielung von Reparationen Zwang smaßnahmen an- zuwend.n, so unterliege es teinem Zwei.el, daß die Haltung der amerikanischen Regierung klar ausgedrückt sei.

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Ge.icn botje Belod-1 Der Grundgedanke der Dorschläge für Paris niuig ab^ineben E entspreche der Erkenntnis, daß Frankreich zur dem ^mibburtaii® endgültigen Losung der Reparationsfrage un- Pvl^ewmi?. M inittelbarer Zahlungen bedürfe und auf die Zu-

I lammenaibeit der beiderseitigen industriellen , ! K:e'.se Wert lege. Was di: erste Frage betreffe, Itrrrfrlh I angesichts der von dem Dankenkomitee li mi | |m origen Jahre ausgesprochenen Zahlungs- .n-)-) äU&am ( Unfähigkeit des Deutschen Reiches, das einzige vuu vlrgviii Mivum, das wir haben, unser Kredit und TonncrSlaa, btt for sei ärgerst gering, solange die Lasten des 11.3anuar, flboi ; Vertrages von Versailles unbegrenzt das deutsche 8Uvr Volk drückten. Damit sei zugleich der einzig zu- (öCnCrüb t«. lässige Wertmesser für unsere Leistungssähig- feit gegeben. Der deutsch: Kredit hätte also nur bei einer endgültigen Lösung der Reparations­frage entspannt werden können. Wir hätten an- geboten, daß eine feste Summe r An­leihen aufgelegt werde, dir auch, wenn sie als 1 solche nicht realiaerbar wäre, der Entente gegen­über als Anleihe verzinst und amortisiert werden sollte. Cs sei weiter ein doppelter Besse-

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führung der Derwaltungsgeschäfte dort gelassen werden. Was weiter zu geschehen habe, hänge von dem ab, was von der anderen Seite noch erfolgen werde.

Entschstdend fei für uns alle d'.e Haltung des Volkes. In Einheit und Würde werden wir der bevorstHenken Leidenszeit und allen wirtschaftlichen Gefahren ent ejentreten, die aus der Wegnahme des Herzens unstrrer Wirtschaft entstsh-en können. Es gelte jede unnötige Teuerung ab zuwenden, die insbesondere sich aus der wahnsinnigen sprunghaften Steige­rung der fremden WüH.ung ergeben werde. Trotz der unge.h.uren Schwe ngkeiten, die dem entgegen- ständen, habe die Reichs e geerung Dnnühungen unternommen. Die Derhrndlun; e r darüber mit den wirtschaftlichen Kreisen seien im Gange und würden ii den nächsten Tagen nach der Seite der Gewerkschaften 'ften w.i ergeführt werden. Das deutsch: Volk müsse sich in allen Schichten, auch in denen, die bisher die Rot nicht empfunden hätten, zu einer einfachen Lebenshaltung befeitnen. Zum Zwecke der Deratuncer über diese Frage und die gesamte Sage fe:en bie Herren Staats- undMinisterpräsidenten der Länder für Freitag nachmittag nach Berlin gebeten.

Aller Erfolg unserer DemühUnren gegenüber dem Vertragsbruch Dinge davon ab, ob wir die Kraft des Volkes beibHal e r können. Das Zu­sammenstehen des Volles im Staate mit der Wirtschaftskraft und den politischen Parteien solle auch zum eisernen Ausdruck gebracht Weeden durch einen vom Reichskanzler repengezeich.reten Auf­ruf des Reichspräsidenten, den näch­sten Sonntag zu einem Tag der Einkehr und ernsten Würdigung der Rot des Vaterlandes zu gestalten. Ditz Regierung werde nicht ruhen, bis sre Weze gefunden habe, durch Feslhalten an der bisherigen Aktivität die Lage zu entwirren.

Sodann erflattete der Reichsminister des Aus­wärtigen Dr von Rosenberg Bericht über den Schntt des französischen Botschafters und den belgischm Gechäftsträger, der heute nach­mittag im Auswärtigen Amt erfolgt sei. Er gab den Inhalt der ihm gemachten mündlichen und sch iftlichen Mitteilungen bekaimt und erllärte, daß er sofort gegen die an gekündigte vertrags- und völkerrechtswidrige Aktion Protest er­hoben habe.

Rach kurzer Aussprache, an der die Abgg. Müller-F.anken, Graf Dernftorff, Dr. Helfferich Dr. Stresemann, Dr. Spahn, Koenen und Em­minger teil nahmen, wurde mitce''<'ilt, daß das Plenum des Reichstags vorausstlftlN) auf Sams­tag nachmittag einberufen werden soll.

Die Iurückberufung der deutschen Botschafter aus

Paris und Brüssel.

Berlin, 10. Jan. (WTB.) Botschafter Mayer ist telegraphisch angewiesen wor ei, die Geschäfte an einen Botschaftsrat abzugeben und Paris zu verlassen. Eine entsprechende Weisung hat auch der Gesandte Dr. Lands- berg in Brüssel erhalten.

Die französisch-belgische Mitteilung an die Reichs­regierung.

Berlin, 10. Ian. (WTD.) Amtlich. Der französische Botschafter und der bel­gische Geschäftsträger haben heute dem Reichsminister des Auswärtigen gleiHlautende Rotizen übergeben, deren Wortlaut in folgendem wiedergegeben ist:

Aus Grund der von der Reparationskom­mission festgestellten, von Deu.schland begangenen Richterfüllu gen in Ausführung der Programme der Reparationskommission hin ichtlich ber Liefe­rn .gen von Holz un) Kohle an Frankreich und gemäß der Bestimmungen der Paragraphen 17 und 18 Anlage 2 zu Teil 8 des Dwttages von Versailles hat die französische Regierung be­schlossen, eine au? Ingenieuren bestehende und mit den erforderlicher VollmaHt:n zur Be­aufsichtigung der Tätigkeit des Ko.stensy rdikats versehenen Kontrollmission ins Ruhr­gebiet zu entsenden, um dadurch die vo r ihrem Vorsitzenden an dieses Syndikat oder an die 6.u - schen Derkehrsbehörren erteilten Befehl: u rd die strikte Anwen u ig der von der Reparations- fcmmiffio.i festgesetzten Program ne sicher^u- stellen und alle für die Bezahlung der Repa­rationen erfor^erlichnr Maßnahmen zu ergreifen. Die Vollmachten dieser QRifiion werden durch die b.i.i.gendm älrkunden bestimmt. D.e deutsche Regierung wird gebeten, dieselben den beteiligten Behörden zur Kenntnis za bringen und sie mit den erforderlich n Weisungen zur -genauen Be­folgung der darin enthaltenen Vorschstften zu ve. sehen. Die italienisch: Regierung hat gleich­falls beschlossen, die italienischen In­genieure an dieser Mission teilnehmen zu lassen. Die französische Regierung legt Wert darauf, zu erklären, daß sie gegenwärtig nicht daran denkt, zu einer militäri­schen Operation oder zu ei.er Besetzung politischer Art zu schreiten. Sie entsendet einfach ins Ruhrgebiet eine M.ssion von Inge­nieuren und Beamten, deren Zweck deutlich um­schrieben ist. Sie muß dafür forgen, daß Deutsch­land die im Vertrag von Versailles enthaltenen Verpflichtungen achtet. Sie läßt im Ruhrgebiet nut die zum Schuhe ihrer Mission und zur Sicherstellung der Ausführung ihres Auftrags erforderlichen Truppen eint ü den. Keine Störung und keine Veränderung im nor­malen Leben der Bevölkerung wird also erfolgen. Sie kann in Ruhe und Ordnung weiter arbeiten. Die deutsche Regierung hat das größte Interesse an der Erleichterung der Arbeit der Mission und an der Unterbringung der zu ihrem Schutze be­stimmten Truppen. Die französisch: Regierung rechnet auf den guten Willen der deuts che n Regierung und aller Behörden, welch:r Art fie auch seien. Sollten die Maß­nahmen der Beamten der Mission und die Unter» btingung der sie begleitenden Truppen durch irgendein Manöver behindert oder in F uge ge­stellt werden, sollten die örtliche Behörden durch ih:e Tätigkeit oder durch ihre Untätigkeit irgend- welch: Ve wirrung im materiellen Leben und in der Wir.schuft des Gebiets herbeiführen, so wür­den alle für erforderlich erachteten Zwangs- oder Strafmaßnahmen unverzüglich er­griffen werden.

Die Befulinifse der Kontrollkommtssion.

Die Ingenieure und Beamten der Kontroll­kommission sollen bevollmächtigt sein, von Ver­waltungsorganen, Handelskammern, A beitgeber- und Arbeitnehmerverbänden, Industriellen, Kauf­leuten usw. alle statistischen und sonstigen Aus­künfte einzufordern, deren Einholung sie für nütz­lich halten. Sie sind berechtigt, die besetzten Ge­biete ihrer ganzen Ausdehnung nach zu bereisen, und haben Zutritt zu allen Burearrs, Zechen, Fabriken Bahnhöfen usw. und können dort alle Dokumente, Rechnungen und Statistiken einsehen.

Das Personal der deutschen Verwaltung sowie die Vertreter der Industrie- und Handels­verbände haben sich unter Androhung schwerer Strafen für den Weigerungsfall den Mitgliedern der Kontrollkommission bei Ausführung ihres Dienstes völlig zur Verfügung zu stellen und sich gegebenenfalls nach Befehlen zu richten, die sie vom Chef der Kontrollkommission erhalten. Dieser ist berechtigt, jede beliebige Aenderung hinsicht­lich der Verteilung der Brennstoffe und jegliche Umleitung der mit Brennmaterialien beladenen Eisenbahnwagen und Kähne an^uordnen. Die In­genieure und Beamten der Mission sind mit einer von den Militärbehörden besonders ausgestellten Geschäftsanweisung versehen, die ihnen als Per­sonalausweis dienen soll.

Ab 11 Januar 1923 unterliegen die vom Kvhlensyndikat aufgestellten oder ausgeführten Verteilungspläne für Koh-le und Koks der Genehmigung der industwellen Ruhrkommis- ficn, die sie, wenn sie eZ für notwendig erachtet, abändem kann. Diese Pläne Haben insbesondere die vollständige ßieferung der vorgese^men Men­gen für die Länder der En'ente, für die besetzten rhftnischen Gebie e zu umfassen und müssen aus­reichend fein, um die Bedürfnisse der neubesehten Gebiete zu befriedigen.

Existenz unseres Volkes vereinbar sei. Wir hätten materielle Angebote bis zur äußersten Grenze unserer Leistungsfähigkeit gemacht. Wir hätten unsere Garantien angeboten und dadurch endlich das Letzte getan, was ein Volk tun konnte, um die Pläne der Revanche zu zerstören. So wies der Kanzler nach, daß mit Frankreich nicht zu einer Lösung des Reparationsproblems zu kom­men sei. Was Frankreich wolle, be­sagen die Rachrichten über die Trup­penbewegungen, die uns die letzten Tage gebracht hätten. Diese seien nicht einmal in äußerlicher Verbindung mit der großen Ropa- rativnsfrage in Szene gesetzt worden, sondern mit den Verfehlungen bei den Holz- und Kohlenlieferungen. Diese beruhten auf besonderen Verabredungen, bei deren Verletzung keinerlei militärische oder sonstige Sanktionen vor­gesehen sind. Eingehend legte der Reichskanzler die Rechtslage dar und kam zu dem Schluß, daß FrankreichundDelgiendenVer- trag von Versailles offenkundig ge­brochen hätten. Das müsse zu um so ern­steren Konsequenzen führen, als die fran­zösische Aktion Deutschland gerade das Gebiet aus den Händen nehme, aus dem die Leistungen bisher geschehen seien. Eine aktive Gegen­wehr sei dem deutschen Volk nicht möglich, aber es werde sich auch nicht willenlos dem

| Beruh. Prellet neben Hätten wir uns zugleich an d.e Konferenz ipl stiel. i>o i London gewandt. Ferner sei b e Regierung

e daß die Londoner Vor­ergänzt werden müß e t,

GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnttk und Verlag: vrühl'sche Unlverfitälr-Vuch- und 5teindnlckere! 8. Lange in Sietzen. Zchriftleitunz und Geschäftsstelle: Schnlstratze 7.

WS n Eichung eines Men IM B ber beste Aulbewablungr- Mr bmbnrrt) In. digeS Laaer bei: mnruf io,

y' A^tt r' die Vorschläge in ihrer Ausführung gewähr- 1 l e i fl e n müßten. Daran sei in ununterbrochener

Illi Richeit in engster Fühlung mit den Wirtschaft» IVVVV HIU j lichen Kreisen gearbeitet worden. Daneben sei der In MM-Scheine: Versuch, mit Frankreich in unmittelbare wirt- wiiiMtfitlDlnbnoDf schaftliche Terhandlung zu kommen, fortgesetzt frieierf vtiloreu , worden. Auch das sei ohne Erfolg geblieben.