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D. 265

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PetWHfwie:

(reiflul e. ®. 11«M-

Lrst« Blatt _zt 115. Jahrgang

Samstag, 10. November 1923

GietzenerAilzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

thm< ww6 Dtrle|: vrLhs'fch« UelMrlldts-Bw*' inö Steleömderel R. kange In Gießen. Zchristleitnng nid Geschäftrftelei ZchilUratz« 7.

Xaebet eei »njeue» ftrblelAgeinummcr b » ,nm Nachmittagjr tj« t {Hjnejtbe üebinohdftub

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Dr S^rltbr-TDilb Cangt; für btn übrigen Xnl: Ohm ft Blumlchein. ar ben Anzeigenteil ->ant Beck |4mih ch ", (ß e je i

Der 9. November.

Im 9 Hooember 1918 gab ber letzte talfev he Heichökanzler Prinz Ma» von Haben ntrr dem Druck ber Ctrafje in jener berüchtigten genmächtig rn Prollamatian b<e Abdankung bei Kaisers unb ben Thrvnverzichl bei Kronprinzen fannL Der schwächlich: Versuch unter einer tanzlerschas! 3 b c r t # Thron unb Monarchie zu dien, scheiterte Zwei Lage später rief bei kaiser­lich« Staatssekretär Philipp Scheibemann von Xr Treppe be« Heich«tag» bie 'XepuNit auS xtne triumphieren be Drttünbung. ba« beutsch« ?M hab? aus ber ganzen Linie gehegt, würbe im 2krß> atm Lompiögne nur allzu schnell ad ibsurdum geführt. Au« W'lson» vierzechn Punk» cn. aus bi« vertrauen) bie Fahrer bei brutschen Volkes ben Bt«marcklchen Heichlbau freoelhast .erschlagen, ba« beutsch« Heer, in tausend Schach­ten siegreich taxtz bamais in schwerem Hingen die rront haltenb. entwastnet hatten, auZ Wilson« X-rsprechungcn würbe bet Versailler Her­ta g, ber bie beutsche H-ttivn entmannt unb ent­rechtet zum Paria unter ben Völkern macht.- irret Helt, Friede. Drvt verhteh ber er He Aufrus, iirt bem sich ber Hat ber VolkSbraulfragten an a» Vvtk wandte 3n b:n fünf fahren deutscher Republik ist oan btelen V.rheihung n nicht« mehr jeHtebcn. ®u Artikel bei Versailler Vertrages I -men baS Wvri Freiheit nicht Jahr für hr legten sich bie seinblichen Fesseln enger um

n HalS be« deutlichen Volkes. Sie beutsche ouDcränrtät war zwar erhalten, aber bie Hepa- ittonen sorgten dafür, bafj Deutschlanbi Wtrl- chasl, mochte sie ,ich auch noch so lehr gegen -a» ihr auserlegte Geschick anstemmen rettunz«- ic>S bem 3bgninb ent gegen trieb Friede ist nxtr vor mehr al» vier Jahren in D?rsaille« .-macht worden Ab.r daS hat die Franidse.t nicht st-hindert, mit gemalt g?r Truptenmacht da» Huhr- > biet zu besetzen urt> ,ble Xbanlanbe ber Herr- Jjaft ber spanzollschen Heitpeit'ch? zu unterwerfen wie wenig auch bie dritte V.-rh.'ihun, sich crtüllt bat. davon zeugen die täglichen Meldungen von angerkrawallen und Plünderungen nur zu gut. z führt ein gerader 2Deg von jener glorreichen '.Dolutton be» Jahre« 1918 zu dem Zusammen-

I-rwch, vor bem wir heute stehen.

Sin» hatten wir gerettet allen dusteren Lvs- > istungStxiluchn zum Trotz, burch alle inneren Wirren und Kämpfe, durch Kravp-Putlch und llommunistenausstänbe hindurch, die Sin heil de» Heiche» Vun beginnt man auch hieran 'n st sich zu rütteln. Jenen 9 Tlovember. den dies ter ber deutschen Geschichte. hatten Hitler u ib Ludenbvrss, bie Führer ber nationalsozia­listischen Kampfverbände, zum Tag ber nationalen Erneuerung au»ersehen Die latente Krifi» zwi­schen Bayern unb bem Heich. beten Beseitigung non beiden Seiten in unverantwortlicher 'TBcife mmer wieder aus bie lange Dank geschoben ;>urbe, liest den Münchener Putschisten ben Augeriblick günstig erscheinen Die in einer sich täglich zuspihenden Fehbe mit der Heichsregie- rung stehenden Machthaber Kahr und Lossow qcdachte man offenbar zu überrumpeln und auf leine Seite zu ziehen MufsoliniS Marsch aus Hom wollte Adolf Hitler dann in einem .Marich auf M» Sündenbabel Beilin" parallelisieren, um dort bie nationale Diktatur auSzurufen Keiner 24 Stunden bedurfte es. um den Münchener liummen schanz in ein Vicht» zerflattern zu lassen Die geplante Mebcrrumpelung Kohr» schien nach ben bisher Dotlicgcnben Meldungen geglückt zu

in Ader zum Putschisten hielt sich ber General - aatSkommisfar offenbar für zu gut Sobald er mb Lvflow dem Druck der IBalfengetralt. mit der Hiller sie feinen Plänen gefügig tu machen gedach' "tte, entwichen waren, j.-nt.-n sie zum Abwehi- 'ampf ein Sr scheint ben Ersolg gehabt zu haben, ixist nach wenigen Stunden die Hauptstadt und Xi» ganze Baneinlanb wieder in den Händen der icrlaf,ung8mänigcn Hegierung Änilling war Der Hitlerputsch ist damit osf-nbar zulammcngnb vchet

Der bayrische Mussolini hat mit seinem Io täglich m.hglückten Umsturzversuch ber nationalen ache ein n schlechten Dienst erwi len Heber ben Hoocmbcr 1918 hinaus, au» jenen Tagen gren- - nsoser Ernücht.-rung uab tiefster seeljlcher De- reslivn, bie damals den Umsturz i.deihaup! erst wglich machten hatte sich ba» deutsche Burger- :m einen Funken tiefen, heisten Hationalgeftthle nxihrt. Aach den mancherlei^schläg-n. al» rlgc Verbrecher fcherTat n ni ionnlist'lcker.'leist- 'rnc und politischer Defre.adp», era^te lang- :m aber stetig immer weitere Kveite de» beutichen Tolke« und oerhtest zur lobemben Flamme zu -erden, an der de-at«che« Volk und d.-attche Tlr i.in gefunden mvch'- <36 war bie Hcaftion -iui 'nen Vov.mbergeist schlaffer Hefig.tutian, de: nun im deutfck-en Bürgertum lebendig wurde in zwangswerse» Hiick "ärtSbrehen de5 TScltr t- des. womit bie sozialistische LeSart die n.vio- ile Bewegung gerne abtun möchte, nein S-loft- t (Innung aus die im deutsche" Bürge:tum 1 lange brach liegenden Äiäftc, ©clbflbeli r.iung is da» eigen'ltche Tveten be» deul'chen Bol.'es c»itten die regierenden Mnnnei bi'fe Kräfte, die v o|S Auswirkung der SchreckienSber-rlchaft der iünchener Hätcdiktatur in dem obnebln am >migsten zu tbeorctifierrr'' i Medita'lonen igenten, unfompii-leiten Bayernstamm am lau­ten regten, rechtzeitig für bie prattiidx Politik -nbar zu madv n oer'ianuen, statt sie durch Jahre rdurch in wüster. BoU und Staat z?rs--tzenden er« DirthS Kampfruf .Der Feind steht chtSI" ist ein trauriger Markstein aul diesem -"Vge beiseite zu fchi den vicllc-icht wäre un» 'inn dieser neue nationalistische Purich erspart -blieben Für bie Mu.nch.mer Abenteurer ist da» , ne Srnlchuldigung Sie halben schwer gegen be t- tbcn Deist gefünbtg'. in dellen Hamen sie zu anfeln Vorhaben. Sie haben oen eben geken.i-

Das Ende des Münchener Spuks.

Die erfolgreiche Gegenaktion Kahrs und Lossows: Ludendorff festgenommen. Hitler verwundet entstohen. In ganz Bayern Ruhe und Ordnung wiederhergestellt.

M Siche», 10. Aod (Prftz.-Tel.) Die bayerische Heziering ist triebe» voll kam mm Ä«rt be» Sage Der natio»assozialistische Wibersta»d ist aef ber gangen Linie ge­brochen Da» ®ebä»be be« Wehrkrki«kom- manbo«, tn bem sich die Hationalsozialtslen unter Führung Subenborss« verschanzt hatte», würben gestern nachmittag von ber Heich«webr nach kurzem Kamps genommen. Subenborss, Hauptmann Hörner, bet Füh­rer be« Bunde«Oberlanb", und bie an« beten nationalsozialistischen FShrtt, s.ub s e st- genommen Dagegen scheint Hitler ber. wuubet entkommen zu sein. Die HeichLweht hatte zwei LeichtvetwunbLtc, bie Lanbespoli- zei einen Toten unb sieb.n Verwundete. Auch ber ehemalige Polizeipräsident Pöhnor, ber bon Hitler jnm bayerischen M in ist» »Präsiden« len ausersehen war, unb bet bon bon Tlatio- nalsozialistrn zum Polizeipräsidenten emgo« setzte Poiizeirat Fricke nmrbcn dorhastel Deneta>staat«kommissar bon Kahr hat über Bayern ba« Stanbrecht bet hängt und die nationalsozialistische Arbeiterpartei mit soscr« V.t»t Wirksamkeit aufgelöst. In Münch«» herrscht seil gestern nachmittag Hnf>.- Auch in A»g«burg ist eine Aktion versucht wor­be». Die HationalsoziaUsten sind jedoch bon der Landetpoli^ei entwahnet und borhastet worden, ebenso tnUnrnberg. Von hier, wie auch bon bet gesamten bayerischen ®ren?< sind Berichte ei»gelaufen, baß dort alle« ruhig ist, ebenso in ben anliegenden Teile» Thüringen« und bet Probinz Sachsen Wie zu erwarten war, hat sich auch Kronpriuz Hupprecht, der stet« ein scharfer Gegner Süden borff 6 war, mit aller Entschiedenheit gegen be» Putsch erklärt

Dir Korrespondenz Hoffmann vervstenllicht folgende

amtliche Erklärung über den Hitlerputsch:

3n ben letzten Wochen bat Hitler m Be­sprechungen mit General von Lvlsow unb bem Obersten von Seisser wieberholt frei­willig unb ohne jeben Zwang zuge ichert, bah er loha» sei unb nicht» unternehmen werbe, ohne vorher die genannten Herren tn Kennlni« gefetzt zu haben 3n gleicher Weife hat D.-neral Lü­ben borff bem General vo.i Lollow unb bem Obersten von Seif (er in fcierlidxr Weife Lotzalltät zugesichert unb hinzugefügt, wenn ihre Wege nicht mehr ziisammengchen könnten. Io wurde ba« Lo^alitätsveihaf ni» votier fr unkschtst lh auf- gekündigt werben Erft bann sollte jeber bie Wege geben tonnen, die zu geben et nach seinem Ge­wissen für notwendig halte Am Dienstag. 6 II. nachmittag«. legte der ®eneralfta<atsLnimtlf ji var den rerlantm.Iien Führern der valerlä ibilchen Verbände unb be« Äampfbunbe» seine Aufsa'lunq ber Lage bar und gab zugleich ben bestimmten Willen kund, benklben Zielen wie bie Daler- ländischen Verbände zuzustreben

Dabei wurden die Führet ausdrücklich bot Putschen gewarnt mit dem Hinwei«, daß ge­gen solche mit militärische» Mitteln eingc« schritten werben mühte.

Am 8 Hooember, nachmittag« von Uhr bi» 5 30 llhr sind eine Besprechung zwischen Srzcllenz von Kahr. General Ludenbvrff. General von L v s l o w unb Oberft von Sei fier im Gene- nll.aat»krmmil'aria' statt B l dieser Be­sprechung wiirde Einheitlichkeit In bezug auf bie crflr- b.nötpcrtcn Ziele fcftg;'tel(t. wenn auch De- <e.a( VubenbciH in bezug auf da« Tempo biängle. ang.Ncht« der groben Hotlagc, in ber sich wette Krri'e de» beutfd>?n Volke» befänben Wenige Stonbtn später, gegen 1 9 llhr abend».

erfolgt« In ber überfüllten Versammlung Im Bür- gerbtäufcller, wahrenb Exzellenz von Kahr seine angekundigte Hebe hielt, ein verbrecherischer U e be r , a I I burch Hitler mit einem stark bewaffneten Anhang statt, wobei Kahr, Lossow und Seister mit vorgehaltenet Pistole, gezwungen tourb.n. an der Verwirklichung oer von Hitler schon lange gehegten Pläne, namentlich der Hufftcllung einer Helch»dlk- lalur ^Itler-Cubenbctfl. mitzuwirken Jedermann, b Zeuge die^e» an sich schon über­aus hählich«., in Anbetracht der gegebenen Ver­sprechungen unb Zulagen hoppelt niebertiad>- tigen Hebe »falle» war muh'e ba» Verächtliche unb Verablcheuungüwurblge bteler Tat cmplin- ben. sofern er über bie hier bargeftcllte Vor- geschichte unterrichtet war

Wenn Kahr, Lossow und Seisser unter dem Zwang de» Derhä tn sse b e ton ihn u .rpretzte Srkcärunz abgaben, so geschah die», üxil d.e Herren von der Uederzeu iunq erfüllt waren, daß nur tn einem encheitlrchen Zusammen­gehen unb Vorgehen dieser drei Personen noch die Möglichkeit gelegen war, bie Slaattautort» tät innerhalb Bayern» ausrecht zu erhallen und da« Aoseinandersallrn aller Machtmittel zu verh-tndern.

Au« diesen Erwägungen allein haben v Kahr. L^oflow unb Seiher e« über sich gebracht, bie u.-.tcr brutaler D.-rgetoalt>gunz a.igelo.-menc Zu­mutung mit scheinbarer Zu timmung ?/> beant­worten. um die Freiheit b e » S n I schlu s I e « unb Handeln» wied rzugewinaen Die im. Saal dicht gedrängte Menne benahm sich bl» zum letzten Augenblick mustergültig Der allgemeine Unwille, ber beim Aust et en Hitler» im D^.a' deutlich wurde, legte sich erst, al» die Parole au«gcgeben wurde, die Aktion richte sich nicht »jegen Kahr D ada» Publikum über bie Um­stände unter denen d>e ergetDcftigung in einem anderen 'Raume vor sich ging, nicht unterrichtet war, nahm e» bte späteren gemeinsamen Erklä­rungen zwar zum groben Teile mit Erstaunen, doch auch mit einer gewissen Befriedigung aus, weck c» a i eine freiwillige Übereinstimmung unb Srmgung glaubte. Vach diesem Vorgehen wurden im Saale, von den meisten unbemerkt mehrere Personen von den bewassneten Ha. tionalsozialisten sestcenommen. darunt-er auch die Minister d. Knilling, Schwester, Dürtner

und Wuhhoscr.

Hnchmtttag» war beim Stab be« Deneoaikom- mckfar« noch nicht« b.-tannt. wohin die Minister gebiacht worden s.nd E» heiht, sie seien wohl- lebaiten n einer Pnvatwohnung in Bogenhaul n in c.ner Ait Schutz hast Von Hitler wurde imSaal txrf jnbrt, da« K.ibinett Änil ing lei abgc ctjt als Land «Verweser w rbe E»z Len, v Kahr fu gieren, bane.i dier Mit isterpräsicent solle Poeyner werben die Rei<f«regiei ung und Präsi­dent Ebert leien abgefetzt, eine deutsche Hattonalaimee treibe gebildet unb ® neial L u - bendorsl unterstellt. Heit«r- b.minifler und mihtüiiirtci Tikt.itoi werde Seteral o Lollow. während Oberst vv n Leisler HrichSpoli,ei- miniffer sein solle Die Leitung ber Politik über­nehme ich. sagte H i t l e i ES werde nun der Kamil gegen Berlin nurjenommen werdet Er- »ellenz v Kahr gao barja iolgenbc Ticklärang ab 3n be« Vaterland.» höchster Hot übe.nehme ich bie Leitung ber StaatSgelchäste al« Statthalter ber Monarchie (stürm 'Biacoi, bet Me,narchi die beute vor fünf Jahren fo schmäh ich ac fälligen iturbe Ich tue die« schreien Herfen» und, .ol ich haste zum Segen uale-e.- batzeii'chen Hcimat unb untere» lieben deutichen Vateilandes iDiau'.nde 3dfli:nmung ber Ver­sammlung./ Auch bie übrigen aus dem Podium stehenden gaben Erklärungen ab. die bei bei Herren v Listow unb v Leister sichtlich bem Besti b ii .ntfptangcn, au» bei Situation bcrau«)uf.-mmeu iemi e» war b i Katzr. Lostow unb Deister bie gemeinsame Ueberz ugung. tat nur in ber Uebe,Windung der ausgezwunge-

nen Situation die Mögflchteft za gemein­samem Handeln und damit auch zui Rettung Bayern» und Deutschland« vor unauAbcntba :vm Unteil gegeben sei

Ans diese Weis« gelang es dem General» staalskommissar, dem Dehrkommandanien unb Polizeioderste» die Bewezuugsfreiheit wieder gn gewinne», die hn «rften Augenblick dazu benutzt wurde, um i» der Kaserne de« 19. In» saoterieregtment« in Oberwiesenseld d.e He» f lerungsgewalt wieder tu bk Hand zu n hm -n, sofort bk Truppen und bie Polizeiwedr zu mobilisiere» und Verstärkungen ans ben Staadorteu ber Umgebung heranHu.fi> d.'N.

E« wurde auch lotvri für Aufklärung nach auf>cn gefoigt unb ein Iunktelegrarnm 'v.genden Inhalt« aufgegeben

An <rllc deutschen Funkstationen' *-ncral- st.aatSkomrnistar v Kahr, General t> Lo>' r unb Oberfl v Leisler (ebnem ben Hitleich i"ch ob Die mit Wostcogewalt crprefWe Ctcllungnabme im Hüvaerbräubau« ungültig Bors ich gegen ber Michbiauch obiger Hamen geboten g.z v Kohr, gez t> Loslvw, gez v Seckl i

D.e« geschah noch in ben ersten Hast *'<- iVn de« 9 Hotx-mbci Am frühen Morgen tnurh.' die Giflärung der Bevölkerung mitgetcilt und die Deibreilung folgenden Ausruf» buiVg bie Münchener Presse verrmlaht

Trug und Woribruch ehrgeizige Ge'el'.en haben au« einet Kundgebung für Deutschland» nationale« Wiedeterwachen eine Sie. e :-iber- wärtger Vergewaltigung gemach' Die mi: General v Lvstvw, unb bem Obersten Deister mit vorgeholtener Pistole erpreftten Erklärun­gen finb null u nichtig. 8m Gritigeu be# fnm unb ziellosen Umsturzveriuck . hätte Deutschland mitsamt Bayern in bei Xbqrunb geftosten An bet Treue unb bem P 1 i>tbc iFufilkin ber Heichckwehr unb der Lande«pollzei t)'r ber Verrat gescheitert Aus diese 'betreuen gestützt, ruht die vollziehende Gewalt fest in meiner Hand Die Sch stbigen weiden rückflcht»lo« ber verbienten Litas.' zu- gefühlt. Dir nationalsozialistische Ard-'.t rpar- (ei, bie Bünde Oberland unb Hrieg«'1 ' t>K sind aufgclöft Unbeirrt durch Unter'1n?' u.-.b Tücke (»erbe ich mein deutsche» Zi?! > 131 gen unserem Vaterland die innere Ein heit zu erringen.

München, den 9 Hoocmber 1923

gez r> Kahr

Durch rücksichtslosen 8in>atz ber Hct h'loehr und Lanbe«polizei gelang e« bann Gen > - - o n Lossow in ber oben geschilderten W s-, in wenigen Lutnben be« Putsche« Herr zu trcrb'ii

Laut .Münchener Hcueften Hachricht.rn be­finden ftch Ministerpräslbent Dr v Ä n 11 i n g. d e Minlfter L chw eher unb Wutz! . " f e r Polizeiprälibent M a n 11, Hcgierung«r,ii M c r n nutet unb ber Kai>inett«che! be» Krrn'.'rlnzen fHuppredit ® r .t f Loden, die in ber Bill.' Letzmarn in Geisel-Dastein gefangen c#o te > 'vor oen mären. seit Freitag nachmittag tu i c o c r auf freien Futz. lieber die Todesoo'e- be« gestrigen blutigen Zusammenstohe» zwilchrn ben Hitlerleuten unb ber Lchuypostzei vor dem H tupl- einganz ber Hefidrnz wird nunmtbr b-faniit. da st rach ben bisherigen Fsttstel unzm 12 Olster zu beklagen finb. barunter brr Deiustra st.- be» Karnpsbundr» Dr v. Lchrudner-Hichter.-rn.-i Theodor v Psorten, Hat am Oberland.- -e cht unb ein Leutnant

Ludendorff, der sich eine Zeitlang Im G-wahr» sam der Polizei befand, ist seit geftern au« der Haft enllasfen worden, nachdem r sein Ehrenwort gegeben hatte, sich nicht Weiler an der Sache zu beteiligen.

Bei dem Zulammenftost erlitten auch Adelst rige der LanbrSpoliiei schwere Brrletzun, n .n drn Adrnbstunben wurde mitgetcilt dnst Hc Sntwafsnung der Hationali>zi<- listen saft vollkommen burchgeführt iv.ir

zeichneten nationalen Goünbu.igspiozeh mi' vcr- i-iechcrckrhcr Gewissenlosigkeit sabotiert un» sich dadurch selbst gerichtet

Aber ben icgieienben Männern möge ber 9. Aovrmber 1923 ein Menetetel sein' Möch'rn ste au« Herrn von Kaln« .Manisest an bie deutsch. Aati-.-n" d.s en V'i le'ung 2d-l Hit'er« Het olrerfchü'ie theatralilch ablchlo'len. lernen, aa» tae deutsche Bürgertum von ihnen era artet. DaS^Problem ber Führun muh ge­lb ft Berben Dir Lud.-ndorsf unb Hitler taten du ich die Tat bewiesen, ba1, ste bie Führer nicht finb. die bie "Ration in dieser 6 u ibe braucht Ta» Gute hat bei Münchener Putsch immerhin gehabt bah da» deutsch? Volk jetzt nach dieser Seite bin klar si.-h' Aber mit ber Schlamper -i, bie unter 6tacf*hbCT feit jenen unseligen Ho- r-embe-.tagen be^errfchl. geht es unmöglich wei er. sollen <rtr nicht in wenigen Wachen bem völli­gen Huin in Wirtschaft unb Staat gegenüber- flehen Unfere Zeit ist zu kostbar, um von einer Hegieiung«krise in die ankere zu taumeln Wir dürfen nicht länger unfeit Kräfte tn s.ucht- lofen parlamentarischen Kämpfen, in widerlichem Parteihader rerze ie'.n statt fle zur 1$rrrl<t-ana be« einen Ziele« zusammenzu- ,allen: Erstarkung be« nationalen Gedanken» jur

Abwehr de« äuHeien F inde« L» geht nicht länger an. hast eine ideenlose, verknöcherte Bui eaukratie die letzten Heile unserer Wiil- schait zeilchläzt Wir dürfen nicht länger mltan- Ictzen reiz enbljfe Lachce itänbi^eike.atua^ei bte Wähl ungöresvrm Monat auf Monat bin- ausfchieben. u.ährend da» Volk ba vollm Scheu- nen reifung.rt Die Hegte.an» muh handeln E« llürt nicht», bah sie auf ähnliche Vorwürfe befanntGibt. au ®i-nb be« Smiä4Jigu.ig«;e e ei feien bereit« 15 oder gar 1Z Verordnungen er­lassen. a-.nn diele Verordnungen in der P.ari« zum größeren Teck a'irfang«[j» mpuifen Man­che« ist geschehen, ka« sei gern« zu,estanb.m. aber da» Oiunblcgcnbc bleibt noch zu tun Die Wäh­rungsreform muh endlich mit aller Gntlchieden- heit du chgesührt werden. Da» Volk lästt sich nicht von einem Tag zum andern Tag damit txi tiöftcn bah .technilche Schwierig ketten Im TkotendiNIck" unb ähnlich- Lappallen die Au»- gabr wertbeständigen Gelbe« und selm. gerechte Verteilung über da» ganz« Land - von Oer ersten Golda niet heemisstvn Hot man in ber Provinz so gut lote nicht« zu sehen bekommen I hindanhalten Dir Hrgie.ung kann unmöglich bem I unerhörten Zustand weiter mit verschränkten Ar- I men Zusehen, wie atm weitesten Kreisen der Be- 1

vvlkeiung. deren Aibril auch ferner mit Vnv maifpafetcn entlohnt wird, bte P o- i r -nlen allen voran H'ichrbihn, 61cuerl 1 -n,

Ta»- unb CllktrizitätSwerke ,

de>ahlung n rlangcn. de en Zah^ t n grstch!« bee Fehlen» wert beständiger ra-

mittel eine glatte Unmöglichkeit darstell: - h.n

f- g-mnen, da» Ps.-rd am Schwanz atck unb Ne hl nun. wie breiteste Volkrfh *n b-n; angerichteten DeSastre verzweifelt un hn ' ? gegen üb.-rfteh en

Die Hegierung muh endlich Hera t- i i« b:n sruchtlvsen Debattieren und Kompromi'' Tas Äabnrctt muh sich mit gröhter B.-sch anigung webe' regierungsfähig macht.r - ober ohne Hilfe ber Parteien, mit ober ohne T rtrci..-. be» Parlament«, bi« ja ohnehin lang, r.t f): mehr den Willen be« Volke« widerfviegelt A-'- re­giert muh endlich werden mezr al? tztöher. wv ordre, contreordre, d»sordre nich nu. in Währung»polrtik sich tasten Da« Tr ^.rnla'fe. hat den Münchener Putf^ allein migli t ge nacht Möge der Kanzler au» dieser ®rfntitnij end ich d.e 5t<gerungen ziehTn! Dann wirb be- 9 Ho- Dember 1923 an unb für sich gleich fchmählich wie jener vor füef Jahren. Lebte völlige Hieie tn brr den eichst Geschichte «ei»