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173. Jahrgang

mttteod}, 10. ©ttobtt 1928

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

t>n< nt ötrief: Vrihl'fcht Uitvrrftt«, Sich Mb Stehibniderd H. £aige in Gießen. Zchrtftieitnn- mrt GeschSflrftele: ZchulstraH« T.

Intim im ftr M« ZagHtmaol e nn HeAmtttag oorhtr o b nt | tb«V«rb tnblUbbML prttsftrlnWftt' Xw^tigeno 27 mm crrtti 6rtt Ärtnbiabl 56 Mk_ au»a> TOTO., f. Stklam*

Xxjtigw oTOmmßrrtt« 225 TO Lx 100 000 541

ptotood*rtft 2O1/, Xnb schlag. - yercitin>ortil4 für yoftttt n. 3*nlfl«ton : Dr Fttedr.wilh.Lan,». ftr btn übrigen Itlb ®mflf)lumfa)tin; für btn

Xrqtintnittl. Han» Beck, lämtlt ch in ®t «b«n

Schwerindustrie und Regierungskrise.

3b einem Xrttftt ber $> X 3- Otijen M« naht rächen pattamentattschcn unb publizistischen Xnortffe, bentn fetne Haltung Ui ber letten Äabt- eiettifrU« airtarfefet mar. macht Hugo St Inne« brterrßente Inltleilungen über Uriacht unb Der» lauf ber Ärtje Sttnne* IcberUx u. a

X 30 September tagte tu ibma-Äbrrtgtbom «che tooK t>olL#äbligr "Versammlung ber Vertreter de* Ruhrkohlenberg- baue*, b(e tn anbetracht ber heutigen Lage, b h in ber brennenben Roi bt* Daltrlanbes. folgen ben Bttchtutz rtnfttnnutg geiaht hat

.Die ÄDblenbretfe be< rhetnisch-westsälischen 6trtnfob<CTTbergfxrue< Neben mit 38 ®olbmarf für Settfbrbertoöle toettüberbemlBeltmarft» preise Durch Me ün Reichsarbettsministettum «gebilligten 75 Prozent Lohnerhöhung für bic Woche Dom 24 bt* 30 September tritt eine derartig weitere Verteuerung ber Selbstkosten ein, bafi ble Derbrau chen be 3 n bu fi r ieDeutsch- kmb* bei ben dadurch bedingten Kohleop reifen »um ® t [ I ejj e n kommen mutz Die Zechen oc* unbesetzten ®ebieted sind nicht in ber Lage au* eigenen Mitteln irgendeinen Lohnzuschlag zur Xu*8Qblung zu bringen

Infolgcdesten haben die Ruhrzechen be* unbe­setzten Gebiete* beschlossen, die durch ben Schieds- fvruch vorgesehene Lohnerhöhung von 75 Prozent nicht zu zahlen. Wenn die Roblenfteuer. wie be­antragt. m Wegfall kommen sollte, sind sie bereit, eine entsprechende Rachzahlung zu machen

Die Zechen be* bei eilten Gebiete* werden ge- enäh ben Vereinbarungen mit dem Reichsfintnz-, Xrbeit*- unb Wirtschaftsministerium bic erhöhten Löhne bi* zum 7 Oktober zahlen

Da e* unmöglich ist. bei einer PrttSbasi« Don 38 Goldmark ble deutsche kohlen Derbrauchen de In­dustrie derartig tn Dang zu hallen, bafj sie in ber Ausfuhr konkurrenzfähig bleibt,

da andererseits die Mittel ber Kohll-n Industrie Doll ständig erschöpft fteb, so fbtb die Zeche» de* Ruhekehlenbezkrf« geeätigt exb eet. schlosse», Mr Erholttttig der Produkttvnskraft be* 'BttgbfflKi, nn Interesse ber verbrauchen­den Industrie Deutsch lan ds, eeb zur Erzielung einer »bedingt notwendigen Ausfuhr die Xr» dettszett von» 8. Oktober ab fftt bte Dauer ber jetzigen Verhältnisse so zu verlängern, tote sie vor be» Zähre 1914 bestand, b. h ans acht

Stunden ausschließlich Diu. und Ausfahrt

Wie ganz allgemein tn Deutschland bte Xrbeit*» leiftung wieder den Friedenshand erreichen muh, so muh auch der Bergbau w eder das Xndert- halbsa che der jetzigen Leistung erreichen

Gleichzeitig mit dieser Verlängerung der Ar­beitszeit soll tlnc Ermäßigung der Koh- len p re i se t»on 6 Dsldmark pro Tonne in der ersten Woch? emtreten. Nachdem die Belegschaften sch ar. die neuer» Vethäll.iisse gewohnt paven und die Materralpreise entsprechend gesunken sind, müssen die Kohlenpreise in kurzer Zeit auf den Weltmarktpreis, der zur Zeit 22 Doldmark be­trägt. gelenkt werden, denn dies ist die Grenze, bei der die deutsche Industrie auf dem Well- rna-ft' konkurrenzfähig bleibt. Aussuhr industriel­ler Erzeugnisse ist aber die einzige Möglichkeit. Deutschland zu ernähren

Im Aohmrn Mefer zur Xulrech."rHaltung des deutschen W rllchistslebens unumgänglichen Maß- nahmen ist wie erwähnt, kein Platz für bte Kohlen st euer und ebensowenig für die Be - trieb* st euer, die gerade fm Bergbau als eine unerträgliche Vorbelastung der deutschen 3n- buftrie a>irft."

Der Beschluß von Au na. Königsborn ist zwei T-S- bereif v<ui Herrn Reichsiauzler im

Wortlaut zur Kenntnis gebracht worden.

Er hat zu einer einstimmigen Entschliessung der Fraktion Dr Stresernann* geführt. an deren Formulierung er leibst mitgetnirft bat, dabin. geheiV bah tn der gesamten Wirtschaft Deutsch- land*, wo notwendig und möglich, die Hinder­nisse beseitigt werden'len. die di: Wiebereinsübrung der Arbeitszeit wie vor dem Kriege nicht gestatten Das bedeutet, bah die Uft^mebmcr Deutschlands ohne Palaveret, ohne e -en für ble Ernährung Deutschlands gelähr» iten Zertoerlust in bk Lage gekommen tvä-en. die zur Vermehrung und Verbilligung der Pro- butlion ersorcherliche Mehrarbeit durchzuführen Der Wortlaut jenes Beschlusses ist insbesondere zwilchen dem Herrn Reichskanzler und mir vereinbart worden. Dieter Wort- lau: gefiel indessen nicht allen Mitgliedern der Kvaliiionspatteien und wurde in der Folgezeit u mge st osten Au* dielen Verhandlungen ent- wickelte sich nach meiner Kenntnis die Kabmetts- fnh*. bte zertweile den Ausgang zu nehmen schien, bah Herr Dr Stresenuinn ein rein bürger­liches Kabinett, unb zwar mit solchen Hemmt bildete, die nach Vorleben unb Vorleistungen tor­aussichtlich in ber Lage waren, unsere Wirtschaft au* dem Sumpf herauszuziehen. in dem sie stch Henle beflnbet,

onb damit überhaupt erst eine erfolgreiche Innenpolitik zu ermöglichen.

o. Säumer ist dem Mangel an Ho­mogenität be* ersten Kabinett* Sttefemann zum Opfer gefallen, nicht ber Schwerindustrie

Er war der einzige Münster, der in den leb­ten Wochen überhaupt » tuxt* Produktive* ge- i,<ttafkn hat imb der dabei insbesondere In fernem Kampfe geoen bte weiteren Prei*erhöhun» «n - gestützt und nicht bekämpft wurde Don den yffllivtsrn be*Bcrgbaue* unb der Schwert nda-

Das Ermächtigungsgesetz.

Fortsetzung der politischen Aussprache im Reichstag. Bayern lehnt das Besetz ob.

Berlin, 9 Oft Aus der Tagesordnung stehl die erste Beratung de* Ermächtigungsgesetze* in Verbindung mit einem Antrag Schiffer «Dem >. ber Gesetze Dertanal zum Abbau der Beamten- I cha f t, zur X e o r ga n i, a 11 o n he r Jasti,- unb Aeichsverwaltung unb xur Verein­fachung be* Geschäftsganges des Xd5*tagi.

3bfl Dr He Illerich <Dntl i beantragt bie UebertDeilung be* Ermächllgung»g letzes an einen Xu*lchust Sm lo wichtige* Gesetz dürfe nicht über* Knie gebrochen werden

Abg. Schiffer (Dem.) stimmt dem Ermäch­tigungsgesetz zu und ist gegen eine Auslchust- beratung Hier handele e* sich um eine dringende Angelegenheit, dre nicht verzögen werden dürfe

Xbg Frölich 'Komm ) nennt da* Ermächti­gungsgesetz bie Aushebung des Parlaments und ben Beginn ber Diktatur Der Xebner richtet heftige Angriffe gegen Ltinaes. ber mit ben Fran­zosen verhandele

Abg Müller-Franken (Soz i teilt mit, bat) bie Sozialdemokratie bereit sei, ba* 6t- mächkigungsgefeh anzunehmen, weil der letzte Versuch gemacht werden müsse, bie rasch -um Abgrund gleitenden Verhältnisse zu meistern Die Währungsreform könne allerding* nut Er­folg haben, wenn da* Gesetz in Ordnung gebracht werde Der Xebner fragt, ob die Zeitung*.-ach- richten über die Verhandlungen deutscher Unter­nehmer mit den Franzosen hinsichtlich des Acht­stundentage* richtig seien, und ob sie von Gene­ral Degoutte die Antwort erhalten hatten, tast et sich nicht in innerdeutsche Angelegenheiten ein- mische Bei allen dielen Verhandlungen müsse die Xeichsregierung führend sein

Das Primat bet Slaatsregiernng mässe erhal­ten bleiben.

Unter feinen Umständen dürfe zugelaffen werden, hast Öinyhntereffenten unter dem Schatz bet französischen Bajonette ihren Vorteil suche' Hier ist ber Punkt, wo das Xeichsjustizministe- rtum zu prüfen bat. ob nicht Landesverrat vor- liegt ®* gebt nicht an, dgst bic Indusi rie eigene egoistische Ziele verfolgt Die Regierung must hier auf dem Posten sein Der Otto-Wolfs- Bertrag mit General Degoutte sei der schwerste Eingriff in die Regelung bet Reparation*frage, die ausdrücklich Sache der Regie­rung sei

Abg Dr Hugo (D Vp.) stimmt dem Gesetz nicht Dom Standpunkt bet Partei, sondern Dom Standpunkt be* Vaterlandes au* zu Da* Er­mächtigungsgesetz Ist bic Idee des Zusammen­schlusses. um der Rot des Vaterlandes zu be­gegnen SS ist keinerlei Diktatur im Sinne der russischen, sende er. eine Diktatur der Ver­ständigung Dem Einzelhandel könne man nicht die Geldrechnung verbieten Denn sie überall eingefübrt werde Tabak- unb Zahlreiche andere Steuern mühten durch eine geftaffefte Waren-

umfatzsteuer gedeckt werden Zur Gesundung der Kohsenwirtlchaft könne aus die Kohlenproduktivn nicht verzichtet werden

ReicheinncKmimster Coll mann Der An­trag Schisser sollte der Regi.nung überwielen werden Sie wird die in ihm enthaltenen tnert- vollen Anregungen ernsthaft prüfen Wir ver­kennen nicht die Bedenken, bic alle Parteien gegen ein solche* Ermächtigungsgesetz haben, er­bitten aber bie Zustimmung ohne XuSschust- beiatung. weil in bte'er kritischen Zeit in der Tat nur allzu rasch gehandelt werden muh Von einem banfi otten Parlan.entai ismu* kann keine Rede sein Die au* verfehl ebenen Parteien zu­sammengesetzte Regierung unteisteht der Kontrolle des Reichstag*. Der sie jeden Augenblick mit Zweidrittelmehrheit beteiligen kann. Di? RichS- ttglcrung wird sich gegen jeden Versuch einerillegalenDiktaturzur Wehr letzen. Im Ra men der Reichsreaiei ung habe ich folgende Erklärung abzugeben Die Herren S I i n n e *. Bögler unb Klöckner haben im Xultrag des Bergbaulichen Vev in* und in Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen Verhandlungen mit dem General Degoutte aufgenommen Ihre Absicht, vor Abfchliestung dieser Verhandlungen mit dem Reichskanzler Rücksprache xu neh­men, kam nicht zur Aussührung. weil der Reichs­kanzler wegen bet Regierungskrise unb ber damit verbundenen Besprechungen bic Herren nicht emp­fangen konnte, als sic im Reichskabinett erschienen Rach Rückkehr von den Verhandlungen berich­teten die Herren an den Reichskanzler unver­züglich das Ergebnis.

Die heute in der Presse verössentlichten zehn Fragen sind am Sonntag in Verbindung mit zahlreichem anderen Material übergeben worden und konnten bi* zur Stunde weder von den Rollo».* noch von dem Gelamtkabinett durch- beiatcn oder gar zu Unterlagen von Entschei­dungen gemacht werden Die Reichsregierung konnte bisher zu den aufgeworfenen fchirerwiegcn- den Fragen auch aus dem Grunde feine Stellung nehmen, weil die diplomatischen Vertreter de* Reiche* in Paris und Brüssel Anweisung erhallen haben, eine MeinungSäuberung der dortigen Regteru ngen über die mit der Arbeitsaufnahme an Rhein und Ruhr zu­sammenhängenden Ziagen f>er herzu sichren, deren Berichterstattung hierüber schon abgewartet wer­den muh Ich bitte das HauS. sich zunächst mit dieser Erklärung zu begnügen ES wird zweisello* über die wichtigen Vorgänge im Westen weiteres zu sagen sein

Der bayerische Gesandte v reger wieder­holt hieraus unter stürmischen Beis.iil-ifundgcbun- gtu bei Svuitu. iiuiicnaleH uilb Vr>!' 'che i bte schon im Reich*rat abgegebene Erklärung S.c baljcrt- s ch c Rcgicru ng könne dem Gesetz n t d> t zu- ftimmer Sie trägt Bedenken, in die Hand ber Reich*regtenrng in ihrer gegenwärtigen Zusam­

mensetzung so wd lachende Vollmachten zu legen, wie sie tn diesem Entwurf enthalten sind

Damit schllestt die erfte Beratung de* Ent­wurf* Der Antrag der Deutschvaftonalev auf Ausschustübcrweisung wird adgelchnt. In der zweiten ist ein kommunistischer Antrag etngegangen der verlangt, die Reaierung möge ein Verfahren gegen bte rhein11chen Schwerindustriellen einleittn. die mit dem General Degoutte dem Vorsitzenden der Inter­alliierten Rhcinlandkvmmlfsion. die bekannten Ter- yandlungen geführt haben

Abg Dr Helsf erlch lDtschnll) geht auf bie Regierutmscrklärung ein unb lagt dazu Ich bedauere, da st in einer solchen Zeit und tn einer solchen Vage de* Reiche* von Einzelpersonen Verhandlungen mit dem Gegner geführt werden, ohne dost vorher Vereinbarungen mit der Regie­rung gepflogen worden sind Die Herren Haven auf eigene Verantwortung oeh.rndell und wir wollen Höften, dast habet nicht Datei- luntzMche Interessen Derletzt worden sind Ich weist tatlächllch nicht, wohin wir steuern, menen jeder einzelne In der Lage Ist. mit dem Gegner au ver­handeln und Verträge adzufchlfesten Ich btoauere, hast der Minister fich zu dieser VerHandluna*ange- IcgcnLcit noch nicht äuhern konnte Zum Ermäch­tigungsgesetz ist zu lagen, dast auch wir der Mei­nung sind, dast daS Reich eine bessere politisch» Rüstung braucht, als wie die Weimarer Verfas­sung sie bildet Aber

ganz unmöglich ist ber zweite Artikel des Er« mächtignng*gesehes, ber eine bestimmte Ae« gierungszrisaurmensetznng gesetzlich fest­legen will

Seit dem Kriege [eben wir Don unserer Substanz und sind schon auf dem Boden de* Faste* ange­kommen Die Reichseinnahmen müssen gestei­gert werden. Wir bvmZchen eine Steigerung der Produktion und äußerste Sparsamkeit. Wenn nicht schleunigst eine etnigerrnasten wert­beständige Währung geschaffen wird, so gehen wir zugrunde Rur das wollte Graf Westarp sagen Er wollte aber keineswegs bte Landwirte zur Zurückweisung de* Papiergelde* arrveizen. lieber die Dährungsfrog« muh in einem Ausschuß e rgehend gesprochen werden Wir beantragen, daß wahrend der Dauer de* Gesetzes die Reicv*lag*- mitfllieber die Aufwandsentschädigung nur für die Tage erhalten, an denen der Reichstag versammelt Ist Weiter beantragen wir die Strei­chung de* zweiten Artikels des Ermächtigungs­gesetzes

Rach Ablehnung aller Anträge wird § l an­genommen nvt dem Zusatz, bah die Leistungen auSderErwerbslosensürsorge aus dem Geien yerausgelallen werden Auch der Re't de* Gesetzes wird angenommen Wegen dcS Einspruchs der Kommunisten unb ber Deutsch- r.ationakn wirb die dritte Lesung des Ge­setze- erst auf Donnerstag festgesetzt

ftrie Die* drweisen die Beschlüsse Dom 30. Sep­tember in Unna.

Dafür ein weiterer Beweis Llof W.infch desjenigen Mitglied« der Deutschen Brllspartci. das in der vergangenen Woche bestimmt war. bic Stellung der Fraktion zu den wirtschaftlichen Fra­gen im Reichstag zu vertreten, habe ich meine Aul- sastung zu ben nunmehrigen Verhältnissen damals, b h am 29 September, also noch vor bem Be­schlich von Unna-KönlgSbovn, schriftlich nieder­gelegt Ich hatte dort unter anderen Programm- vi,nk>»-i au-geführt, daß meiner XZcuuuty >,nch. Institution en aller Art, zcntraleTarrfrerträge oder Stmdikate, soweit sie die Wirkung haben, die Pro­duktion zu verteuern, die Ausfuhr zu hemmen, mindestens vorübergehend zo befestigen und zu verbieten ftab.

Ich verwerfe auf diese Siellungnadm? zur Frage der Stzndckate und Kartelle, weil dieser Punkt sich tn der Rede de* Herrn Reichskanzlei* Wiederfindet, und allo von mir. den man als Ihpischen Vertreter der Schwerindustrie hinzustclicn pflegt, überhaupt erst vor dem Herrn Reichs­kanzler unb vor feiner Fraktion zur DiSkuftion gestellt worden Ist

Der Herr Reichskanzler hat durch "Bildung ber Drohen Koalition am 14 August eine politische RoNvendigkert erfüllt und groben M u t gezeigt, für den tyrn daS deutsche Boll Dank zollen muh denn es gehörte Mut dazu, gegen dieErnpIin- düngen des deutschen Do 1 keS den Ruor- kampf zu beenden, bet finanziell nicht mehr zu hal­ten war unb auhcnpolitisch keinen Ruhen mehr bringen konnte Dre Schuld an 7er Rot- toenSigfeit. diefen Kamv' aufzugeben, trägt Herr Slrcfcmann nicht, fo1 xern da* vorige Kabinett, insbesondere ter Finanzminister Herr Hermes, ber ein? unverantwortliche Fi­nanz- unb Drvisenpolilik betrieben hat, ohne rechtzeitig die Mehrarbeit hn unbesetzten Deutschlanb zo erzwingen, bie allein ermöglicht hätte, die Devisen für das Dnrchhallen zo schaff«».

An dem Sonntag ber ersten Kabinettsbildung Ist Herr Dr Strefenumn von mir Darauf auf­merksam gemacht worden, bah der Bestand seines Kabinetts davon abhänge, ob er in der Lage sei, die innerpolitis che n Bedürfnisse und Rot- Wendigkeiten in auhcroodentlich kurzer Zett zu er­füllen. auch gegen die Snftrinen der Sozialdemokratie Hierin hat das Ka­

binett S liefe mann feiner Aufgabe sich nicht ge­wachsen gezeigt, unb zwar durch Schulb ber Sozialdemokratie, die, wie stet* in Dirt- schaftssragen, versagt hat. namentlich nachdem mit Karl Legien ber Mann gestorben ist. ber Mut unb Autorität genug bdah, am b?i ben Mas'en auch etwas Unpopuläres zur Durchführung zu bringen.

Keine Arbeitszeitverlängerung im Bergbau.

Essen. 10 OB. (MTB) Aus ben Z-chei des Ttuhrbergbauc* erfolgte durch Anschlag fol­gen de Bekanntmachung Der rhnnifch-westfälische Bergbau machte durch seine gestrige Bekannt­machung ben Bettuch eine sofortige Ver­längerung der Arbeitszeit einzufuhien, weil er diese noch seinem pflichtmafigen Er­messen für do* einzige Mittel hält, um eine gröbere Rot in der Bevölkerung zu verhin­dern Die Regierung und die Gewerkschaften nahmen gegen bie Durchführung dieses Befchlufte* Stellung unb traten in Bei Handlungen darüber ein Wir müssen für bi? Folgen, die 'ich durch diele Verzöge, ung ergeben, bie Verantwortung ablehnen unb lassen

vorläufig die bisherige Arbeitszeit bestehen.

Die Belegs Hasten sämtlicher Zechen de* Ruhr- gebitte* waren heute tc> '{ktrole ihrer Verbände gefolgt unb hielten die bisherige Pflichtzeit ein. Damit ist bie Auslorberung des RcichSar - betSminlsterlumS ml: bter Vcttängeiung keo AibcltSz:it zu Watten, bi* neue Verhanb- lungcn stattgesunben hoben von allen Zechen im oeleyle-n Geoiel belolgt Im Reichsarbeitsmini, flertum fmben heute zwischen bem Re.chSarbetts- mm.fter Braun* und ben Vertretern be* Bergbaulichen Verein* über dir Vor­gänge der letzten Tage im Ruhrgebiet Verhand­lungen statt Arn Donnerstag soll in Gegenwart von Gewerkschaftsvertretern die gleiche Ange­legenheit verhandelt werden VereitS gestern haben im Reichstag »welchen Mitgliedern der Reichsregicrung und den Führern der Ruhr- industriellen einleitende Befk'-'ch'mgen über dir Mafnahmen zur Wiederaufnahme der Arocit hn besetzten Gedi ?tt statt gefunden

Das Abkommen drS WolffkoozernS.

Pari*. 10. Oft. Die französische Rezperung hat den TcN des ersten Abkommen* über die Rnch- llcferungcn. das zwischen der Ingenteuttommission

im Ruhrgebiet unb bet Gruppe Wolft abgeschlossen würbe heute ber Reparatlonskommis- s i o ii unlerbieilet.

Paris. 9 Oft <WB > Wie Havas feiner aus Düsseldorf berichtet, hat da* Konsortium .HarpcncrVerein" den Vertretern der fran­zösischen Ingenieutton,Mission mugetetlt. daß e* bcicit sei. dir Reparationslieferungen wieder zu beginnen und dieAusladungdervvrhao- denen Lager durch*«ttuhren.

Beryanolungen zur Wieder­aufnahme der Arbeit.

Brüssel. 10 Oft lAgcnre Belge.) Des deutsche Geschäftsträger hatte heute vormittag eine Unterredung mit dem Minister des Reu Hern Jaspar dem er mitgeteilt haben soll, das Deutsche Reich wünsche bei der Wiederaufnahme der Tätigfeit im Ruhrgebiet rnttzuarbetten unb

wieder auf Rcparattonskvuto Kohlen zu liefern.

Das Reich wünsche ferner den Zusammentritt von deutschen, sranzöftschen und betgilchen Dele­gierten zu Regelung der Frage Iaspar soll dem deutschen Gelchaststläger erklärt Haden, er werde sich mit der französischen Rralerung in Beidin- düng sehen Auf jeden Fall aber müsse das Reich Den zur Lieferung von Brennstoffen bereiten Industriellen versprechen, daß e* diese bezah­len werde, unb ferner ben deutschen Sissi» bohnern benoten, bah sie die 3rbeit trneden aus nehmen

Rach einer HavasMeldung au« Paris Ist der deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat Mit'1 Hoefch. heute vom Mtnfsterprästdenten Pvin- car-^ empfangen worden Die Demavche die er auSzuführen hat. soll ähnlich der de* deuftchoi Geschäftsträgers in Brüssel sein.

Die HavaSagcnttrr verSftentllcht hierzu fol­gende offenbar halbamtliche Erklärung

Die deutsch» X«girruuy hat ihre ÖLpiomcut- schen "Vertrete' in Piris und Brüssel cme neu« Demarche unternehmen lallen um an den Ver­handlungen über die Wiederaufnahme der Arbeit im besetzt«w Gebiet teti*un«6men. Man erinnert sich, dav sie bereits jüngst den Wunsch ausge­sprochen hat, die Einstellung de* passiven Wider- ftartbc* zum Gegenstand einer Berhaaülltng zwi­lchen dem Deuttchen Reich, vertreten durch einen Reichskomnttstar end ben aCHrrten Behörden z»

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