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173. Jahrgang
mttteod}, 10. ©ttobtt 1928
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
t>n< nt ötrief: Vrihl'fcht Uitvrrftt«, Sich Mb Stehibniderd H. £aige in Gießen. Zchrtftieitnn- mrt GeschSflrftele: ZchulstraH« T.
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Xrqtintnittl. Han» Beck, lämtlt ch in ®t «b«n
Schwerindustrie und Regierungskrise.
3b einem Xrttftt ber $> X 3- Otijen M« naht rächen pattamentattschcn unb publizistischen Xnortffe, bentn fetne Haltung Ui ber letten Äabt- eiettifrU« airtarfefet mar. macht Hugo St Inne« brterrßente Inltleilungen über Uriacht unb Der» lauf ber Ärtje Sttnne* IcberUx u. a
X™ 30 September tagte tu ibma-Äbrrtgtbom «che tooK t>olL#äbligr "Versammlung ber Vertreter de* Ruhrkohlenberg- baue*, b(e tn anbetracht ber heutigen Lage, b h in ber brennenben Roi bt* Daltrlanbes. folgen ben Bttchtutz rtnfttnnutg geiaht hat
.Die ÄDblenbretfe be< rhetnisch-westsälischen 6trtnfob<CTTbergfxrue< Neben mit 38 ®olbmarf für Settfbrbertoöle toettüberbemlBeltmarft» preise Durch Me ün Reichsarbettsministettum «gebilligten 75 Prozent Lohnerhöhung für bic Woche Dom 24 bt* 30 September tritt eine derartig weitere Verteuerung ber Selbstkosten ein, bafi ble Derbrau chen be 3 n bu fi r ieDeutsch- kmb* bei ben dadurch bedingten Kohleop reifen »um ® t [ I ejj e n kommen mutz Die Zechen oc* unbesetzten ®ebieted sind nicht in ber Lage au* eigenen Mitteln irgendeinen Lohnzuschlag zur Xu*8Qblung zu bringen
Infolgcdesten haben die Ruhrzechen be* unbesetzten Gebiete* beschlossen, die durch ben Schieds- fvruch vorgesehene Lohnerhöhung von 75 Prozent nicht zu zahlen. Wenn die Roblenfteuer. wie beantragt. m Wegfall kommen sollte, sind sie bereit, eine entsprechende Rachzahlung zu machen
Die Zechen be* bei eilten Gebiete* werden ge- enäh ben Vereinbarungen mit dem Reichsfintnz-, Xrbeit*- unb Wirtschaftsministerium bic erhöhten Löhne bi* zum 7 Oktober zahlen
Da e* unmöglich ist. bei einer PrttSbasi« Don 38 Goldmark ble deutsche kohlen Derbrauchen de Industrie derartig tn Dang zu hallen, bafj sie in ber Ausfuhr konkurrenzfähig bleibt,
da andererseits die Mittel ber Kohll-n Industrie Doll ständig erschöpft fteb, so fbtb die Zeche» de* Ruhekehlenbezkrf« geeätigt exb eet. schlosse», Mr Erholttttig der Produkttvnskraft be* 'BttgbfflKi, nn Interesse ber verbrauchenden Industrie Deutsch lan ds, eeb zur Erzielung einer »bedingt notwendigen Ausfuhr die Xr» dettszett von» 8. Oktober ab fftt bte Dauer ber jetzigen Verhältnisse so zu verlängern, tote sie vor be» Zähre 1914 bestand, b. h ans acht
Stunden ausschließlich Diu. und Ausfahrt
Wie ganz allgemein tn Deutschland bte Xrbeit*» leiftung wieder den Friedenshand erreichen muh, so muh auch der Bergbau w eder das Xndert- halbsa che der jetzigen Leistung erreichen
Gleichzeitig mit dieser Verlängerung der Arbeitszeit soll tlnc Ermäßigung der Koh- len p re i se t»on 6 Dsldmark pro Tonne in der ersten Woch? emtreten. Nachdem die Belegschaften sch ar. die neuer» Vethäll.iisse gewohnt paven und die Materralpreise entsprechend gesunken sind, müssen die Kohlenpreise in kurzer Zeit auf den Weltmarktpreis, der zur Zeit 22 Doldmark beträgt. gelenkt werden, denn dies ist die Grenze, bei der die deutsche Industrie auf dem Well- rna-ft' konkurrenzfähig bleibt. Aussuhr industrieller Erzeugnisse ist aber die einzige Möglichkeit. Deutschland zu ernähren
Im Aohmrn Mefer zur Xulrech."rHaltung des deutschen W rllchistslebens unumgänglichen Maß- nahmen ist wie erwähnt, kein Platz für bte Kohlen st euer und ebensowenig für die Be - trieb* st euer, die gerade fm Bergbau als eine unerträgliche Vorbelastung der deutschen 3n- buftrie a>irft."
Der Beschluß von Au na. Königsborn ist zwei T-S- bereif v<ui Herrn Reichsiauzler im
Wortlaut zur Kenntnis gebracht worden.
Er hat zu einer einstimmigen Entschliessung der Fraktion Dr Stresernann* geführt. an deren Formulierung er leibst mitgetnirft bat, dabin. geheiV bah tn der gesamten Wirtschaft Deutsch- land*, wo notwendig und möglich, die Hindernisse beseitigt werden mü'len. die di: Wiebereinsübrung der Arbeitszeit wie vor dem Kriege nicht gestatten Das bedeutet, bah die Uft^mebmcr Deutschlands ohne Palaveret, ohne e -en für ble Ernährung Deutschlands gelähr» ’iten Zertoerlust in bk Lage gekommen tvä-en. die zur Vermehrung und Verbilligung der Pro- butlion ersorcherliche Mehrarbeit durchzuführen Der Wortlaut jenes Beschlusses ist insbesondere zwilchen dem Herrn Reichskanzler und mir vereinbart worden. Dieter Wort- lau: gefiel indessen nicht allen Mitgliedern der Kvaliiionspatteien und wurde in der Folgezeit u mge st osten Au* dielen Verhandlungen ent- wickelte sich nach meiner Kenntnis die Kabmetts- fnh*. bte zertweile den Ausgang zu nehmen schien, bah Herr Dr Stresenuinn ein rein bürgerliches Kabinett, unb zwar mit solchen Hemmt bildete, die nach Vorleben unb Vorleistungen toraussichtlich in ber Lage waren, unsere Wirtschaft au* dem Sumpf herauszuziehen. in dem sie stch Henle beflnbet,
onb damit überhaupt erst eine erfolgreiche Innenpolitik zu ermöglichen.
o. Säumer ist dem Mangel an Homogenität be* ersten Kabinett* Sttefemann zum Opfer gefallen, nicht ber Schwerindustrie
Er war der einzige Münster, der in den lebten Wochen überhaupt » tuxt* Produktive* ge- i,<ttafkn hat imb der dabei insbesondere In fernem Kampfe geoen bte weiteren Prei*erhöhun» «n - gestützt und nicht bekämpft wurde Don den yffllivtsrn be* ’Bcrgbaue* unb der Schwert nda-
Das Ermächtigungsgesetz.
Fortsetzung der politischen Aussprache im Reichstag. — Bayern lehnt das Besetz ob.
Berlin, 9 Oft Aus der Tagesordnung stehl die erste Beratung de* Ermächtigungsgesetze* in Verbindung mit einem Antrag Schiffer «Dem >. ber Gesetze Dertanal zum Abbau der Beamten- I cha f t, zur X e o r ga n i, a 11 o n he r Jasti,- unb Aeichsverwaltung unb xur Vereinfachung be* Geschäftsganges des Xd5*tagi.
3bfl Dr He Illerich <Dntl i beantragt bie UebertDeilung be* Ermächllgung»g letzes an einen Xu*lchust Sm lo wichtige* Gesetz dürfe nicht über* Knie gebrochen werden
Abg. Schiffer (Dem.) stimmt dem Ermächtigungsgesetz zu und ist gegen eine Auslchust- beratung Hier handele e* sich um eine dringende Angelegenheit, dre nicht verzögen werden dürfe
Xbg Frölich 'Komm ) nennt da* Ermächtigungsgesetz bie Aushebung des Parlaments und ben Beginn ber Diktatur Der Xebner richtet heftige Angriffe gegen Ltinaes. ber mit ben Franzosen verhandele
Abg Müller-Franken (Soz i teilt mit, bat) bie Sozialdemokratie bereit sei, ba* 6t- mächkigungsgefeh anzunehmen, weil der letzte Versuch gemacht werden müsse, bie rasch -um Abgrund gleitenden Verhältnisse zu meistern Die Währungsreform könne allerding* nut Erfolg haben, wenn da* Gesetz in Ordnung gebracht werde Der Xebner fragt, ob die Zeitung*.-ach- richten über die Verhandlungen deutscher Unternehmer mit den Franzosen hinsichtlich des Achtstundentage* richtig seien, und ob sie von General Degoutte die Antwort erhalten hatten, tast et sich nicht in innerdeutsche Angelegenheiten ein- mische Bei allen dielen Verhandlungen müsse die Xeichsregierung führend sein
Das Primat bet Slaatsregiernng mässe erhalten bleiben.
Unter feinen Umständen dürfe zugelaffen werden, hast Öinyhntereffenten unter dem Schatz bet französischen Bajonette ihren Vorteil suche' Hier ist ber Punkt, wo das Xeichsjustizministe- rtum zu prüfen bat. ob nicht Landesverrat vor- liegt ®* gebt nicht an, dgst bic Indusi rie eigene egoistische Ziele verfolgt Die Regierung must hier auf dem Posten sein Der Otto-Wolfs- Bertrag mit General Degoutte sei der schwerste Eingriff in die Regelung bet Reparation*frage, die ausdrücklich Sache der Regierung sei
Abg Dr Hugo (D Vp.) stimmt dem Gesetz nicht Dom Standpunkt bet Partei, sondern Dom Standpunkt be* Vaterlandes au* zu Da* Ermächtigungsgesetz Ist bic Idee des Zusammenschlusses. um der Rot des Vaterlandes zu begegnen SS ist keinerlei Diktatur im Sinne der russischen, sende er. eine Diktatur der Verständigung Dem Einzelhandel könne man nicht die Geldrechnung verbieten Denn sie überall eingefübrt werde Tabak- unb Zahlreiche andere Steuern mühten durch eine geftaffefte Waren-
umfatzsteuer gedeckt werden Zur Gesundung der Kohsenwirtlchaft könne aus die Kohlenproduktivn nicht verzichtet werden
ReicheinncKmimster Coll mann Der Antrag Schisser sollte der Regi.nung überwielen werden Sie wird die in ihm enthaltenen tnert- vollen Anregungen ernsthaft prüfen Wir verkennen nicht die Bedenken, bic alle Parteien gegen ein solche* Ermächtigungsgesetz haben, erbitten aber bie Zustimmung ohne XuSschust- beiatung. weil in bte'er kritischen Zeit in der Tat nur allzu rasch gehandelt werden muh Von einem banfi otten Parlan.entai ismu* kann keine Rede sein Die au* verfehl ebenen Parteien zusammengesetzte Regierung unteisteht der Kontrolle des Reichstag*. Der sie jeden Augenblick mit Zweidrittelmehrheit beteiligen kann. Di? RichS- ttglcrung wird sich gegen jeden Versuch einerillegalenDiktaturzur Wehr letzen. Im Ra men der Reichsreaiei ung habe ich folgende Erklärung abzugeben Die Herren S I i n n e *. Bögler unb Klöckner haben im Xultrag des Bergbaulichen Vev in* und in Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen Verhandlungen mit dem General Degoutte aufgenommen Ihre Absicht, vor Abfchliestung dieser Verhandlungen mit dem Reichskanzler Rücksprache xu nehmen, kam nicht zur Aussührung. weil der Reichskanzler wegen bet Regierungskrise unb ber damit verbundenen Besprechungen bic Herren nicht empfangen konnte, als sic im Reichskabinett erschienen Rach Rückkehr von den Verhandlungen berichteten die Herren an den Reichskanzler unverzüglich das Ergebnis.
Die heute in der Presse verössentlichten zehn Fragen sind am Sonntag in Verbindung mit zahlreichem anderen Material übergeben worden und konnten bi* zur Stunde weder von den Rollo».* noch von dem Gelamtkabinett durch- beiatcn oder gar zu Unterlagen von Entscheidungen gemacht werden Die Reichsregierung konnte bisher zu den aufgeworfenen fchirerwiegcn- den Fragen auch aus dem Grunde feine Stellung nehmen, weil die diplomatischen Vertreter de* Reiche* in Paris und Brüssel Anweisung erhallen haben, eine MeinungSäuberung der dortigen Regteru ngen über die mit der Arbeitsaufnahme an Rhein und Ruhr zusammenhängenden Ziagen f>er herzu sichren, deren Berichterstattung hierüber schon abgewartet werden muh Ich bitte das HauS. sich zunächst mit dieser Erklärung zu begnügen ES wird zweisello* über die wichtigen Vorgänge im Westen weiteres zu sagen sein
Der bayerische Gesandte v reger wiederholt hieraus unter stürmischen Beis.iil-ifundgcbun- gtu bei Svuitu. iiuiicnaleH uilb Vr>!' 'che i bte schon im Reich*rat abgegebene Erklärung S.c baljcrt- s ch c Rcgicru ng könne dem Gesetz n t d> t zu- ftimmer Sie trägt Bedenken, in die Hand ber Reich*regtenrng in ihrer gegenwärtigen Zusam
mensetzung so wd lachende Vollmachten zu legen, wie sie tn diesem Entwurf enthalten sind
Damit schllestt die erfte Beratung de* Entwurf* Der Antrag der Deutschvaftonalev auf Ausschustübcrweisung wird adgelchnt. In der zweiten ist ein kommunistischer Antrag etngegangen der verlangt, die Reaierung möge ein Verfahren gegen bte rhein11chen Schwerindustriellen einleittn. die mit dem General Degoutte dem Vorsitzenden der Interalliierten Rhcinlandkvmmlfsion. die bekannten Ter- yandlungen geführt haben
Abg Dr Helsf erlch lDtschnll) geht auf bie Regierutmscrklärung ein unb lagt dazu Ich bedauere, da st in einer solchen Zeit und tn einer solchen Vage de* Reiche* von Einzelpersonen Verhandlungen mit dem Gegner geführt werden, ohne dost vorher Vereinbarungen mit der Regierung gepflogen worden sind Die Herren Haven auf eigene Verantwortung oeh.rndell und wir wollen Höften, dast habet nicht Datei- luntzMche Interessen Derletzt worden sind Ich weist tatlächllch nicht, wohin wir steuern, menen jeder einzelne In der Lage Ist. mit dem Gegner au verhandeln und Verträge adzufchlfesten Ich btoauere, hast der Minister fich zu dieser VerHandluna*ange- IcgcnLcit noch nicht äuhern konnte Zum Ermächtigungsgesetz ist zu lagen, dast auch wir der Meinung sind, dast daS Reich eine bessere politisch» Rüstung braucht, als wie die Weimarer Verfassung sie bildet Aber
ganz unmöglich ist ber zweite Artikel des Er« mächtignng*gesehes, ber eine bestimmte Ae« gierungszrisaurmensetznng gesetzlich festlegen will
Seit dem Kriege [eben wir Don unserer Substanz und sind schon auf dem Boden de* Faste* angekommen Die Reichseinnahmen müssen gesteigert werden. Wir bvmZchen eine Steigerung der Produktion und äußerste Sparsamkeit. Wenn nicht schleunigst eine etnigerrnasten wertbeständige Währung geschaffen wird, so gehen wir zugrunde Rur das wollte Graf Westarp sagen Er wollte aber keineswegs bte Landwirte zur Zurückweisung de* Papiergelde* arrveizen. lieber die Dährungsfrog« muh in einem Ausschuß e rgehend gesprochen werden Wir beantragen, daß wahrend der Dauer de* Gesetzes die Reicv*lag*- mitfllieber die Aufwandsentschädigung nur für die Tage erhalten, an denen der Reichstag versammelt Ist Weiter beantragen wir die Streichung de* zweiten Artikels des Ermächtigungsgesetzes
Rach Ablehnung aller Anträge wird § l angenommen nvt dem Zusatz, bah die Leistungen auSderErwerbslosensürsorge aus dem Geien yerausgelallen werden Auch der Re't de* Gesetzes wird angenommen Wegen dcS Einspruchs der Kommunisten unb ber Deutsch- r.ationakn wirb die dritte Lesung des Gesetze- erst auf Donnerstag festgesetzt
ftrie Die* drweisen die Beschlüsse Dom 30. September in Unna.
Dafür ein weiterer Beweis Llof W.infch desjenigen Mitglied« der Deutschen Brllspartci. das in der vergangenen Woche bestimmt war. bic Stellung der Fraktion zu den wirtschaftlichen Fragen im Reichstag zu vertreten, habe ich meine Aul- sastung zu ben nunmehrigen Verhältnissen damals, b h am 29 September, also noch vor bem Beschlich von Unna-KönlgSbovn, schriftlich niedergelegt Ich hatte dort unter anderen Programm- vi,nk>»-i au-geführt, daß meiner XZcuuuty >,nch. Institution en aller Art, zcntraleTarrfrerträge oder Stmdikate, soweit sie die Wirkung haben, die Produktion zu verteuern, die Ausfuhr zu hemmen, mindestens vorübergehend zo befestigen und zu verbieten ftab.“
Ich verwerfe auf diese Siellungnadm? zur Frage der Stzndckate und Kartelle, weil dieser Punkt sich tn der Rede de* Herrn Reichskanzlei* Wiederfindet, und allo von mir. den man als Ihpischen Vertreter der Schwerindustrie hinzustclicn pflegt, überhaupt erst vor dem Herrn Reichskanzler unb vor feiner Fraktion zur DiSkuftion gestellt worden Ist
Der Herr Reichskanzler hat durch "Bildung ber Drohen Koalition am 14 August eine politische RoNvendigkert erfüllt und groben M u t gezeigt, für den tyrn daS deutsche Boll Dank zollen muh denn es gehörte Mut dazu, gegen dieErnpIin- düngen des deutschen Do 1 keS den Ruor- kampf zu beenden, bet finanziell nicht mehr zu halten war unb auhcnpolitisch keinen Ruhen mehr bringen konnte Dre Schuld an 7er Rot- toenSigfeit. diefen Kamv' aufzugeben, trägt Herr Slrcfcmann nicht, fo1 xern da* vorige Kabinett, insbesondere ter Finanzminister Herr Hermes, ber ein? unverantwortliche Finanz- unb Drvisenpolilik betrieben hat, ohne rechtzeitig die Mehrarbeit hn unbesetzten Deutschlanb zo erzwingen, bie allein ermöglicht hätte, die Devisen für das Dnrchhallen zo schaff«».
An dem Sonntag ber ersten Kabinettsbildung Ist Herr Dr Strefenumn von mir Darauf aufmerksam gemacht worden, bah der Bestand seines Kabinetts davon abhänge, ob er in der Lage sei, die innerpolitis che n Bedürfnisse und Rot- Wendigkeiten in auhcroodentlich kurzer Zett zu erfüllen. auch gegen die Snftrinen der Sozialdemokratie Hierin hat das Ka
binett S liefe mann feiner Aufgabe sich nicht gewachsen gezeigt, unb zwar durch Schulb ber Sozialdemokratie, die, wie stet* in Dirt- schaftssragen, versagt hat. namentlich nachdem mit Karl Legien ber Mann gestorben ist. ber Mut unb Autorität genug bdah, am b?i ben Mas'en auch etwas Unpopuläres zur Durchführung zu bringen.
Keine Arbeitszeitverlängerung im Bergbau.
Essen. 10 OB. (MTB) Aus ben Z-chei des Ttuhrbergbauc* erfolgte durch Anschlag folgen de Bekanntmachung Der rhnnifch-westfälische Bergbau machte durch seine gestrige Bekanntmachung ben Bettuch eine sofortige Verlängerung der Arbeitszeit einzufuhien, weil er diese noch seinem pflichtmafigen Ermessen für do* einzige Mittel hält, um eine gröbere Rot in der Bevölkerung zu verhindern Die Regierung und die Gewerkschaften nahmen gegen bie Durchführung dieses Befchlufte* Stellung unb traten in Bei Handlungen darüber ein Wir müssen für bi? Folgen, die 'ich durch diele Verzöge, ung ergeben, bie Verantwortung ablehnen unb lassen
vorläufig die bisherige Arbeitszeit bestehen.
Die Belegs Hasten sämtlicher Zechen de* Ruhr- gebitte* waren heute tc> '{ktrole ihrer Verbände gefolgt unb hielten die bisherige Pflichtzeit ein. Damit ist bie Auslorberung des RcichSar - betSminlsterlumS ml: bter Vcttängeiung keo AibcltSz:it zu Watten, bi* neue Verhanb- lungcn stattgesunben hoben von allen Zechen im oeleyle-n Geoiel belolgt Im Reichsarbeitsmini, flertum fmben heute zwischen bem Re.chSarbetts- mm.fter Braun* und ben Vertretern be* Bergbaulichen Verein* über dir Vorgänge der letzten Tage im Ruhrgebiet Verhandlungen statt Arn Donnerstag soll in Gegenwart von Gewerkschaftsvertretern die gleiche Angelegenheit verhandelt werden VereitS gestern haben im Reichstag »welchen Mitgliedern der Reichsregicrung und den Führern der Ruhr- industriellen einleitende Befk'-'ch'mgen über dir Mafnahmen zur Wiederaufnahme der Arocit hn besetzten Gedi ?tt statt gefunden
Das Abkommen drS WolffkoozernS.
Pari*. 10. Oft. Die französische Rezperung hat den TcN des ersten Abkommen* über die Rnch- llcferungcn. das zwischen der Ingenteuttommission
im Ruhrgebiet unb bet Gruppe Wolft abgeschlossen würbe heute ber Reparatlonskommis- s i o ii unlerbieilet.
Paris. 9 Oft <WB > Wie Havas feiner aus Düsseldorf berichtet, hat da* Konsortium .HarpcncrVerein" den Vertretern der französischen Ingenieutton,Mission mugetetlt. daß e* bcicit sei. dir Reparationslieferungen wieder zu beginnen und dieAusladungdervvrhao- denen Lager durch*«ttuhren.
Beryanolungen zur Wiederaufnahme der Arbeit.
Brüssel. 10 Oft lAgcnre Belge.) Des deutsche Geschäftsträger hatte heute vormittag eine Unterredung mit dem Minister des Reu Hern Jaspar dem er mitgeteilt haben soll, das Deutsche Reich wünsche bei der Wiederaufnahme der Tätigfeit im Ruhrgebiet rnttzuarbetten unb
wieder auf Rcparattonskvuto Kohlen zu liefern.
Das Reich wünsche ferner den Zusammentritt von deutschen, sranzöftschen und betgilchen Delegierten zu Regelung der Frage Iaspar soll dem deutschen Gelchaststläger erklärt Haden, er werde sich mit der französischen Rralerung in Beidin- düng sehen Auf jeden Fall aber müsse das Reich Den zur Lieferung von Brennstoffen bereiten Industriellen versprechen, daß e* diese bezahlen werde, unb ferner ben deutschen Sissi» bohnern benoten, bah sie die 3rbeit trneden aus nehmen
Rach einer HavasMeldung au« Paris Ist der deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat Mit'1 Hoefch. heute vom Mtnfsterprästdenten Pvin- car-^ empfangen worden Die Demavche die er auSzuführen hat. soll ähnlich der de* deuftchoi Geschäftsträgers in Brüssel sein.
Die HavaSagcnttrr verSftentllcht hierzu folgende offenbar halbamtliche Erklärung
Die deutsch» X«girruuy hat ihre ÖLpiomcut- schen "Vertrete' in Piris und Brüssel cme neu« Demarche unternehmen lallen um an den Verhandlungen über die Wiederaufnahme der Arbeit im besetzt«w Gebiet teti*un«6men. Man erinnert sich, dav sie bereits jüngst den Wunsch ausgesprochen hat, die Einstellung de* passiven Wider- ftartbc* zum Gegenstand einer Berhaaülltng zwilchen dem Deuttchen Reich, vertreten durch einen Reichskomnttstar end ben aCHrrten Behörden z»
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