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Zweites Blatt

M. 83

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Dienstag, 0. April ;923

^JEPPICHE

Die Lasten

eine Anklage, die gipfelt in

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Stadttheater

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3u her nm Dinnerr fig, 12. April, abends

Gelegenheit vorübergehen, ohne daran zu er­innern. Er war Anstifter and Mitarbeiter an der militaristischen Politik Millerands."

21 2.1913:Bei den verworrenen Zuständen Europas liegt eine Gefahr in der Anwesenheit Poincares im Elhsee."

10. 3.1914:Poincare verfolgt schon seit seiner Ernennung zum Ministerpräsidenten eine mili­taristische und nationalistische Politik" Er hat Delcasse nach Petersburg geschickt, um das grosse Kaiserreich zu einer Vermehrung seiner militärischen Vorbereitungen zu veranlassen."

Vach Iswolski, nach Graf Denckendorff und nach Daran Guillaume sei jetzt wieder ein Fran­zose. Ernest Renauld, zum Wort verstauet. Dieser Ernest Renauld ist ein royalistisch gesinnter Geschichtsschreiber, Gegner Deutschlands genau so wie Poincare. Aber er verurteilt dieKaltblütig- lert. mit der Poincare der Möglichkeit eines Krieges entgegengesehen undbie Vorbereitung der französischen öffentlichen Meinung aus die Votwendigkell der Teilnahme am Kriege" ins Auge gefaßt hat. Er schleudert gegen Poinacre.

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ten, warf einen Dlick auf das Weinspalier, das sich am braunen Holzwerk des Häuschens hochzog, und trollte dann langsam über das mit kurzem Gras bewachsene Llservorland, dasStaad", nach dem Wasser hinab.

hi fried! Et neewelt noch!"

Der Hebet kroch über die samtgrüne, samt- glaUe Mosel. Manchmal kam der Juniwind und blies ein wenig auf das Wasser. Dann flatterte der Rebel auf wie Schleierfetzen, trieb sich spielend umher, zerflatterte in der Luft oder sank wieder auf das Wasser nieder, das sich dann in kurzen Wellchen regte, wie mit hellen Silberfunken betupft.

Die Sonne kam hinter dem braunen Fels xn bet Biegung des Krampens herauf und schien gerade auf den groben, stachen Kahn, den der Fährmann mit langer Stange vom Ufer abstieß, und auf den hageren Mann mit dem bartlosen Gesicht, einem Gesicht, wie man es auf den alten Römermünzen siebt, die man im Moselland noch so oft aus dem Acker pflügt. Er sah aus, als sei er ein Zurückgebliebener jener römischen Kohorten, die hier ihre festen Lager hatten, an der Mosel, die Ausvnius, der römische Dichter, in seiner Mosella so begeistert besang. Kerzen­gerade, stramm aufgerichtet, stand er in seinem Kahn, das hellrote Halstuch machte sein bronze- farbenes alles Gesicht noch ausdrucksvoller.

Die beiden Fremden, die am anderen Ufer warteten, betrachteten ihn so interessiert, wie man irgendeine Merkwürdigkeit betrachtet. Die Dame hielt ihren groben roten Sonnenschirm hoch, der Herr setzte seinen Kneifer auf.

Der Fährmann verzog keine Miene. Er konnte die Fremden nicht leiden. Seit ein paar Jahren

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7.

Poincar6, der Totengräber Europas."

Don Senatspräsident a. D. Robert S ch m ö l d e r.

Für den Mann, der das Staatsschiff Frank­reichs seit dem 14. 1.1912 als Ministerpräsident, seit dem 17.1.1913 als Präsident der Republik und jetzt wieder als Ministerpräsident lenkt, haben Franzosen das Wort geprägt:Poincare la guerre (Poincare der Krieg). Leon Dlum schreibt imPopulaire" vom

17.1.1922:Wenn wir die Männer suchen, die aus dem Europa von 1900 ohne jede Kriegs­gefahr das Europa von 1912 bis 1914 geschaffen haben, in dem der geringste Anlast die Weltkata- strrphe entfesseln konnte, wenn wir über diese Männer Abrechnung halten, dann darf der Rame Poincare nicht fehlen. Das ist die Dedeutung des Wortes:Poincare la guerre.

Ein anderer Franzose, Jean Hennessy, erklärt prophetisch imOeuvre" vom

16.1.1922:Die Wiederberufung Poincares auf den Posten als Ministerpräsident bedeutet einen entscheidenden Schritt zu einem neuen

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halfen, dast er imMattn" vom 20.12. 1920 er­klärt: Hier bin ich unbeteiligt. Delcasse ist nach Petersburg gesandt zu einer Zeit,in der ich nicht mehr Ministerpräsident war und die Ge­schäfte als Präsident noch nicht übernommen hatte".

Run kommt aber die Stelle aus dem, in­zwischen an die Oefsentlichkeit gedrungenen, Is- wvlskischen Bericht vom

30 1.1913:Poincare wird die Präsidenten- geschafte endgültig er st in drei Wochen übernehmen. Er hält sich aber bereits täglich im Ministerium auf Der Auhenminister Jonnart trifft ohne sein Wissen und Einverständnis keiner­lei Anordnung", und entlarvt Poincare als Lügner.

(Schlust folgt.)

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L rfo, 60h

Das Moselhaus.

Roman von Luise Schulze-Brück.

(Rachdruck verboten.)

1.

Ho ... Io ... o ... oi!"

Lieber die grüne Mosel, die im Morgennebel dampfte, kam der Ruf für den Fährmann und brach sich an dem Fels, an dessen Fuß das Fähr° mannsHaus angeklebt war.

Ho . . . lv . . . o . . . oi!"

Das Echo sprang auf und lief die lange Fels­wand entlang, an den unendlich vielen Mauer­terrassen vorder, die da übereinander aufgetürmt waren. Die kostbaren Rebstöcke reckten sich schnur­gerade gepflanzt daraus, noch kaum grün, ge­richtet wie Rekruten, die noch nicht recht Fühlung halten können.

Don all den Mauern kicherte das Echo zurück, das ganze Tal entlang, prallte gegen den braunen Fels an, der denKrampen" abschloß, ernt» jener plötzlichen Krümmungen, in denen sich der lau­nische Flust gefällt, und die so jäh sind, dast dre Moselwindungen wie Keine, rings von Bergen eingeschlossene Seen erscheinen: kam vom jen­seitigen Dergesabhange wieder und schten mit dem Ruf des Lieberfahrt Heischenden zusammen-

Der Fährmann kam langsam aus dem Haufe.

Die Fremden," knurrte er.Esu frieh sein bis och nur off den Beinen."

Er hatte teirc C" " . . Iah behaglich auf die prachtvollen Rosen, ... inem Gärtchen blüh-

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beim Bürgermeister zu Gast war und so gern einen guten Schoppen trank, das ganz genau auseinandergesetzt. Er war selbst oft genug dabei gewesen penn sie oben an derRömerschanze" gewühlt und gegraben hatten, lind der Professor hatte ihm einmal eine solche Münze gezeigt, und ihm auf die Schulter geklopft:Seht Ihr, Hannes, das war vielleicht einmal Euer Elternvater vor vielen hundert Jahren." Es kam ihm zwar selt­sam damals vor, aber der Herr Professor mustte es wissen; denn der hatte ihm auch ganz genau erzählt, woher seine Zinnkrüge stammten und wie alt die Lade mit den bunten gemalten Tulpen war, die auf dem Speicher stand. Hnb das stimmte ganz zu den Erzählungen seiner Mutter, die nun schon zu Johanni vierundachtzig wurde und genau Bescheid in den Familiensachen wußte.

Der Herr hatte den Dlick gesehen. Er lachte: Ihr tut ja, als ob Ihr was davon wüßtet, Alter."

Der Fährmann sah : ihn gleichgültig an unß schob die Pfeife in den Mundwinkel.Haus­mann heiß ich", sagte er kurz,ilnb das von den Römern, das weist ich als lang. Das soll Wohl sein."

Er sprach hochdeutsch. Zwar nnt dem Pastor und dem Bürgermeister konnte er sein Moselaner Platt sprechen, aber die, die Hergelaufenen, die verstanden das ja nicht. So mustte er die^ densprach" reden, die er ganz gut konnte, fre-lich mit den Weichen singenden Lauten seiner Mundart.

Der Fremde sah ihn etwas verlegen <*: Richts für ungut, Herr Hausmann.

(Fortsetzung folgt)

kamen sie, erst wenige, dann immer mehr. Sie wohnten zuerst in den Gasthäusern, dann suchten sie auch im Dorfe Zimmer zu mieten. Damit war's freilich nicht tutet. Die Moselaner mochten terne fremden Menschen in ihren Häusern und brauchten auch keine.

Für die paar Groschen, die sie bezahlten, brauchte man sich noch lange nicht zu bemühen! Das liest man den armen Schluckern, den Hunger­leidern anderswo! Anderswo, wo so was Sitte und Brauch war, wo die Leute sich darauf ein- richteten, in ihren Häusern eng zusarnmenkrochen und den Fremden den besten Platz gaben.Mir an der Mussel brauchen bat net.

Er sah an den Terrassenhängen hinauf. Da begann jetzt die Blüte. Die Gescheine hingen dicht, die Blüte versprach herrlich zu werden. Da reifte nachher die Traube, der edle Saft, der ihnen allen Wohlstand verschaffte, sie nährte und Neidete und ihnen Häuser baute, in denen sie warm fasten im Winter, und kühl im Sommer, breit und fest als ihre eigenen Herren, die nach niemand zu fragen brauchten, wenn sie Steuer und Zins zahlten und das Gesetz hielten.

Rein, sie brauchten keineHergeloffenen".

Der Kahn fliest ans Ufer.

Wahrhaftig, du hast recht Eva. Wie ein römischer Münzenkopf."

Der Fremde im hellen Sommeranzug vom letzten Schnittschlottrig wie en Aff , meinte der Fährmann bei sich selbst sagte es ganz laut und ungeniert.

Der Alte warf einen scharfen Dlick aus den Augenwinkeln auf ihn. Die glaubten wohl, er verstehe nicht, was sie meinten.. und dabei hatte ihm der alte Herr Professor, der alle Jahre

den Worten:

Am 29. Juli telegraphiert Rußland an Ihre Regierung, dast es mobilisiere und erturtbigt sich nach der Haltung Frankreichs im Kriegsfall. Sie haben, ohne sich auch nur zuvor des Bei­standes von England zu versichern, geantwortet, dast Sie marschieren würden, weil Sie auf den Ausbruch des Krieges mit Un­geduld warteten."Sie und Ihre Re­gierung haben von Belfort und Roubaix auf einer Länge von 600 Kilometern einen Friedhof angelegt zur Bestattung von 1 500 000 Fran­zosen. ©ie sindder er st «Totengräber Europa s."

Bei Poincare ist zu bemerken: Er bestreitet, in den Fuststapfen von Ludwig XIV., Rapoleon I., Rapoleon III. zu wandeln. Er bestreitet, wie diese, Kriege zu planen, um die Greinen Frankreichs binauszuschieben, um Land zu erwerben oder zustehlen" wie sich derDaily Rews" vom 10. 8. 1870 ausdrückt das deutsch ist nach Ab­stammung, Sprache und Lebensweise, um Millio­nen Menschen zu verschieben, als wenn sie -- so drückte sich Präsident Wilson am 11.1. 1918 aus blcche.Gegenstände oder Steine in einem Spiele wären". Er bezeichnet sich als den bedingungs­losesten und festesten Hort des Friedens. Er ant­wortet dem Ankläger Ernest Renauld, nach der ßanterne:

Ich habe es stets für em Verbrechen betrach­tet, einen Krieg zu entfesseln, selbst mit dem Ziel, Elsast-Lothringen zu befreien."

Er führt für diese Selbstbezeihrrng auch einen er­bitterten Kampf.

Er bezieht sich auf ein Schreiben vom 31.7.1914 an den König von England, in dem er bittet, England möge zur Erhaltung des Friedens sich offen auf die Seite von Frankreich und Rustland stellen. Hier reistt ihm Freder ek B a u s m a n, ehemaliges Mitglied des höchsten Gerichtshofs des Staates Washington, in seinem unlängst in London erschienenen Buch:Let france explain die heuchlerische Maske vom Gesicht. Bausman sagt: Am 31.7.1914 war die russische Mobilmachung bereits in vollem Gang. Da hätte die, von Poincare erhoffte zustimmende Antwort in Rustland nichts änderns erreicht als die Be­seitigung der letzten ettoa noch bestehenden Be­denken gegen den Krieg. Keiner Macht auf Erden wäre es dann noch möglich gewesen, die in Be­wegung gebrachten lussischen Massen von einem Einbruch in Deutschland abzuhalten. Mochte aber die Antwort ausfallen wie sie wollte, das Schrei­ben konnte als Dokument für eine Friedensliebe des Absenders ausgenuht werden.

Poincarö versuchte ^Imstande auszuräumen, die ein zu offenkundiges Zeugnis für seine Kriegs­lust ablegen: Am 17. 2.1913 ist in Petersburg der friebliebcnbe französische Botschafter Georges Louis zurückgerufen und durch den Dra if- gänger Delcas se ersetzt. Diese Tatsache betont nicht nur der Ankläger Ernest Renauld. Auf sie hat schon vor Renauld der Franzose G o u 11 e- noire de Tvurh m seiner Schrift:Poincare a-t-il voulu la guerre T hingewiesen. Dabei ist die Friedensliebe von Georges Louis ebenso unbe­stritten wie das Draufgängertum von Delcasse. Bei dieser Sachlage hat sich Poincare damit ge-

Zanvel.

Berlin, 9. A"ril. Börsen st immungs» bild. Rach der matten Frellagsbörse zeigte der heutige Verkehr Ansätze zur Erholung. Me Kurs­bewegung war zunächst unregelmäßig, da neben mäßig großen Besserungen auch vielfach kleine Rückgänge infolge weiterer Realisierungen deS Privatpublikums zu verzeichnen waren. Das Ge­schäft wurde nur zeitweilig lebhafter. Große Um­sätze zu namhaft erhöhten Kursen fanden in A. E. G. und Linke und Hoffmann auf Gerüchte von einer bevorstehenden Interessengemeinschaft statt. Am Montanmarkte waren Riebeck Montan 15 000 Proz. höher. Don chemischen Werten waren oberschlesischc Kokswerke und I. D. Riedel um über 5000 Proz. gebessert. Dalutapapiere schwank­ten nur wenig um die Cchlußkurse der vorigen Woche. Don Banken zogen Darmstädter und Ra­tionalbank, die Deutsche Bank, Leipziger Credit sowie die österreichischen Banken an. Schiffahrts­aktien behaupteten ungefähr ihren Kursstand. Rordd. Lloyd besserte sich im Verlaufe. DaS Geschäft nahm in zweiter Börsenstunde an Leb­haftigkeit ab.

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12. 6.1913:Die Propaganda für das Gesetz über die dreijährige Dienstzeit sollte em Wieder­erstehen des Chauvinismus herbei sichren Sie war ausgezeichnet vorbereitet uirb fdurchgeführt. Sie begann mit der Forderung der Wahl von Poin­care zum Präsidenten der Republik."T"._ des Gesetzes sind so schwer, daß die Bevölkerung bald Protest erheben wird. Dann wird Frankreich vor die Wahl gestellt sein, das Gesetz fallen zu lassen, wozu es sich nicht wird entschließen können, oder Krieg zu führen in kürzester Frist."

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Sachleistungen mit einem niebrigeren als dem Weltmarktpreis belastet sind, betragen demnach: für Seeschiffe 5 916 000 000 Goldmark 706 000 000 Goldmark

5 210 000 000 Goldmark hir Binnenschiffe 110 070 000 Goldmark 2b 000 000 Goldmark

84 000 000 Goldmarr.

Vermischtes.

Schneefälle.

E s s e n , 9. April. (Wolff.) Seit heute früh herrscht bei einer Temperatur von 0 Grad star­kes Schneetreiben.

Berlin, 9. April. Aus dem Riesen- gebirge, Thüringen und besondersB a- den werden, laut demLokal-Anzeiger", bei einigen Grad Frost Schneefälle gemeldet. Im Schwarzwald liegt die Neuschneedecke bis 600 Meter Berghohe hinab.

Kirchenraub.

Köln, 9. April. Aus der katholischen Kirche zu Rümthe raubten lautKölnisch. Zeitung" nachts Diebe das schwere Taber­nakel, das ihren Bemühungen, es zu öffnen, widerstand. Sie trugen eS nach Bochum zu, fuhren es ein Stück mit einem Pflug weiter und zertrümmerten es dann. Sie fan­den darin eine Monstranz, zwei Speisekelche und eine Krankenpatene im Wert von etwa 10 Millionen Mark. Bon den Tätern fehlt jede Spur.

Polnische Ausschreitungen.

B e u t h e n, 9. April. (Wolff.) DieMor­genpost" meldet aus K a t t 0 w i tz : Gestern drangen, als auf dem Diana-Sportplatz ein Fußballtreffen zwischen den Mannschaf, ten der Bezirke Königshütte und Kattowitz ausgetragen werden sollte, 150Jnsurgen- t e n auf den Platz, rissen die Bänke aus dem Boden und warfen den den Platz umsäumen­den Zaun um. Die Störenfriede nahmen auch gegen die Zuschauer eine drohende Hal­tung ein und jagten sie die Beatenstraße ent­lang. Leute, die Widerstand leisteten, wurden verprügelt.

*

* Ein Rettungskragen für den Kopf Die üblichen Rettungsgürtel, die auf Schiffen gebraucht werden und gewöhnlich in Korkwesten bestehen, haben den großen Rachieil, daß sie den Körper zu tief unten unterstützen. D-cr Kopf des ileberwasseczehaltenen sinkt schloß- sich. wenn er ermattet ist, nach vorn über, und er ertrinkt trotz des Rettungsgürtels. Ein neuer in den Vereinigten Staaten patentierter Ret­tungsapparat vermeidet diesen Rachteil, indem er der Weste einen Kragen für den Kops beifügt Rach einem Bericht der ., Umschau" besteht dieser neue Rettungsgürtel in einer mit Kapok gefüllten Weste. die die Hauptmenge des Füllmaterials in der Brustgegend und an den Schulterblättern Hal. Der Hals ist von einem fragen artigen Ring um­geben. Durch diesen Rettungsapparat wird der Körper in ziemlich aufrechter Haltung, nur schwach nach hinten geneigt, im Wasser getragen, und selbst wenn der Träger bewußtlos ist, wird sein Kopf doch noch aus dem Wasser 'herausgehoben.

In diesem Poincare hat auch Iswolski, der russische Außenminister, der sich im Jähre 1910 zum Botschafter in Paris hat ernennen lassen, um die Einwilligung Frankreichs zu einem Krieg persönlicher Rache und territorialer Gelüste zu' erringen" (Ernest Renauld a. a. £).), der auch bei Ausbruch des Weltkrieges triumphierend aus- gerufen hat:Dieser Krieg ist mein Krieg" (Dog Hitsche witsch in feinen Kriegsursachen"), so­fortfeinen Mann" erkannt. Iswolski hat dem in feinen Berichten mit folgenden Worten Aus­druck gegeben am

5.12.1912:Poincare leihnt keinen Augen­blick ab, daß Frankreich Rußland nnlitärisch unterstützen müsse."

18. 12. 1912:Die Erklärung, Rußland würde, selbst im Falle eines österreichischen Ueberfalls auf Serbien, keinen Krieg fuhren, hat Poincare in größte Bestürzung verseht."

16. 1.1913:Morgen sinken die Präsidenten- wahlen statt. Wenn,'was Gott verhüten wolle, Poincare eine Riederlage erleidet, so wäre das für uns eine Katastrophe."

30.1.1913:Die Energie unb die Entschlossen­heit Poincares bürgen dafür, daß er, auch als Präsident der Republik, auf die Außenpolitik stets und mit aller Kraft einwirken wird."Die französische Regierung ist sich dessen bewußt, daß die augenblicklichen Verwicklungen eine Te i l - nähme Frankreichs an dem allgemei­nen Krieg notwendig machen werden. Sie sieht dieser Möglichkeit kaltblütig entgegen." Sie bittet aber, wir möchten ohne trorangegan» genen Gedankenaustausch keinerlei Ernzelhanblun- gen vornehmen, damit sie die französische önent- liche Meinung auf die Rot wendig keit einer Teilnahme am Kriege mit Erfolg vor bereiten Forme.

29 7.1914:Diviani Ministerpräsident un­ter Poincare bestätigt mir soeben den festen Entschluß der französischen Regierung, in ileber- etnfl immung mit uns zu handeln."Viviani hat heute abenb eine Versammlung gegen den Krieg verboten "

31.7.1914: Messimy Kriegsminister unter Poincare eröffnete mir in gehobenem herzlichen Ton, daß die Regierung zum Kriege fest e n t s ch l 0 s s e n sei. Er bat mich, die Hoffnung des frar^ösifchen Generalstabs zu bestätigen, daß alle russischen Anstrengungen gegen Deutschland gerichtet und Oesterreich als eine Quantite negli- geablc behandelt werden würde."

Ueber Poincarö berichtet im selben Sinne der russische Botschafter in London, Graf Ben cken- dvrf f, am

25. 2. 1913:Wenn ich mir die Worte des französischen Botschafters wiederhole und dabei die Haltung Poincares vor Augen halte, so kommt mir der Gedanke, der einer Ueberzeu- aung gleicht: Von allen Mächten ist Frankreich die einzige, die, um nicht zu sagen, daß sie den Krieg wünscht, ihn doch ohne großes Bedauern sehen würde"Die Stimmung Frankreichs bietet uns eine Garantie. Es darf aber nicht dahin kommen, baß der Krieg aus Interessen ausbricht, die mehr franzö­sische als russische sind, und unter Um« ständen, die günstiger für Frankreich sein formten als für Rußland."

Heber Poincare äußert sich weiter ein un­beteiligter Beobachter, der belgische Gesandte in Paris, Baron Guillaume, in seinen Be­richten vom

14.2.1913:Poincarö, der neue Präsident der Republik, ist täglicher Gegenstand von Sym­pathiekundgebungen. In ihnen muß man eine Rückkehrdes französische Chauvinismus erblicken. Poincars ist Lothringer und läßt feine

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w-wmim laben wir umere Mitglieder. sowie alle Anbimer des Tennisivories biet mit eraebem'l ein. taaeborbniinfl.

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Deutschlands Verluste aus dem Gebiete der See- und Binnen­schiffahrt auf Grund des

Versailler Vertrags.

Die Verluste der deutschen Handelsmarine 1 if Grund von Kriegs handlu ngen bezifter r sich a if 131 Schifte mit 269 839 Druttoregistertonnen. Aus Grund des Versailler Vertrages wurden bis z irn 31. Dezember 1922 abgeliefert:

a) 625 Schifte in deutschen Häfen mit 2 595 752 Druttoregistertonnen,

b) 287 Schifte in ausländischen Häfen mit

1 406 848 Druttoregistertonnen.

Insgesamt also ßit Deutschland auf Gr ind des Versailler Vertrages 912 Seeschiffe mit 4 002 600 Druttvregistertvnnen von einer Vorkriegshandels­marine von 5,1 Millionen Druttoregistertonnen verloren. Richt berücksichtigt in dieser Zahl sind die währerrd des Krieges in Uruguay beschlag­nahmten Schiffe, deren Schicksal noch unbestimmt ist. Außer der Ablieferung als vorhandenen De- flänben hat aber Deutschland auch a is laufender Produttion noch Ablieferungen vorz mehmen. Außer diesem Schiffspark, der natürlich die besten und leistungsfähigsten Handelsschiffe umfaßt, hat Deutschland noch als Ersatz für die in Scapa- Flow seinerzeit versenkten Kriegsschifte eine Zwangs!ieferui^ aus den Deständen des deutschen Hafen^ und Dockmaterials zu eftektuieren gehabt. Der größte Teil dieses in Höhe von 275 000 Tonnen verlangten Materials an Schwimmdocks, Schwinnbaggern, Schwimmkränen, SchlepPern, Oel- tankdampfern usw. ist bereits abgeliefert.

Außer Seeschiffen hat aber Deutschland nach dem Versa'iller Vertrage auch noch in beträcht­lichem Umfange Dinnenschiftsraum liefern müssen, der ebenfalls teils aus vorhandenen Deständen, teils aus Reu bauten hat geliefert werden müssen. Aus vorhandenen Deständen wurden an Frank­reich, Belgien und die Tschechoslowakei bis Ende 1922 an Dampfern 69 Stück mit 41 600 Pferde­kräften und an Kähnen 551 Stück mit 516 500 Tonnen geliefert. Der Hauptteil davon entfällt auf Frankreich mit 31 Dampfern und 269 Kähnen. An Reubauten, die zur Llblieferung kommen sollen, sind vorgesehen 70 Dampfer mit 24145 Pferdekräften und 828 Kähne mit 367 000 Tonnen. In diesem Programm sind auch Lieferungen für Italien und Portugal enthalten. Aa Frankreich sind bereits barxm geleistet 156 Kähne mit 55 000 Tonnen. Daneben hat Deutschland an Frankreich am Rhein ausgedehnte Umschlaganlag en in Rot­terdam, Duisburg, Köln, Mannheim und Lud­wigshafen, sowie eine Schiffsbau werft in Duis­burg abgetreten, ferner an die Tschechoslowakei große Lagerhäuser in Karolinental bei Prag, Melnitz, Aussig, Tetschen und Magdeburg.

Ein eindrucksvolles Beispiel für die unge­heuerliche Minderbewertung der deutschen Repa­rationsleistungen durch die Reparationskommis- sivn, die hier Richter in eigener Sache ist, bietet die Bewertung der deutschen Leistungen auf dem Gebiete der See- und Binnenschiffahrt. Rach einwandfreier Taxe stellen die bis zum 31. De­zember v. Is. abgegebenen Stücke folgende Werte dar:

Wellmarktpreise:

Seeschifte 5 916 000 000 Goldmark Binnenschiffe 110 000 000 Goldmark

6026 000 000 Goldmark.

3n dieser Berechnung sind die Amerika-Schifte. über welche die Auseinandersetzung mit den Ver­einigten Staaten noch aussteht, und die sogenann­ten Embargo-Schiffe mit insgesamt 212 Milliar­den eingestellt worden. Die von der Reparations- kvmmissivn Deutschland gutgeschriebenen Beträge belaufen sich dagegen nur auf:

für Seeschiffe 706 000 000 Goldmark für Binnenschiffe 26 000 000 Goldmark

732 000 000 Goldmark.

Die Gewinne also, welche die alliierten Staaten dadurch gemacht haben, daß sie für erhaltene