* Krt«g-grüberfürsvrge. Di« vvm .Dvlttbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" in seiner Zeitschrift „Kriegsgräberfürsorge " Der» Sfsentlichten Berichte über den Zu stand deutscher Kriegerfriedhöfe im Auslande lassen immer deutlicher erkennen, wie weit unsere auf den westlichen Kriegsschauplätzen gelegenen Kriegergräber der fremden Willkür überlassen sind. 5)ie Nachrichten über Verlegungen ganzer Friedhöfe, über das fortschreitende Erblassen der Kreuzaufschriften. Über Zusammenlegungen in Massengräber ufto. mehren sich von Monat zu Monat. Zahlreiche Nachrichten aus Polen, Rußland, Litauen, Lettland, Rumänien, 3ugoflatt>en, Ungarn, aus der Tschechvslowakei und der Türkei enthalten für die Angehörigen von Gefallenen wertvolle Hinweise und geben ein übersichtliches Bild über die segensreiche Tätigkeit des Volksbundes. Für die Fortführung dieser durch die Geldentwertung bedrohten Arbeit wirbt der Votksbund Patronate zu mindestens 10 000 Mark, da es erfreulicherweise noch viele gibt, die mithelfen wollen, eine Ehrenpflicht gegenüber unseren Gefallenen zu erfüllen und gleichzeitig das deutsche Ansehen im Ausland« zu stärken.
*• Gel dg renzen im Gewerbeqerichts- und Kausmannsgerichtsgeseh. Die Zuständigkeit im Gewerbege^chts- und Kaus- mannsgerichtsgeseh ist auf 8 400 000 Mk., die Derufungsgrenze auf 500 000 Mk. und der Höchstbetrag der Gerichtskosten auf 12 000 Mk. festgesetzt worden. Das Gesetz ist am 26. März d. I. in Kraft getreten.
Kreis Alsfeld.
* Alsfeld. 7. April. Der hiesige D. H. E. hielt gestern seine Jahresversammlung ab. Aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden ging hervor, daß die Mitgliederzahl auf 270 gestiegen ist. Mit seiner (Sammlung von 12 425 Mk. für die Wiederherstellung der Klubhäuser auf dem Hohervds- köpf steht der Verein an zweiter Stelle unter sämtlichen V. H. C.-Veretnen. Ebenso ergiebig war eine Sammlung des Vereins zum Vesten der Errichtung eines Ehrenmals auf der Horche nha in er Höhe für die Kr.egstoten des Gesamt-D. H. C.: die Sammlung erbrachte 21 200 Mark. Für gemeinnützige Zwecke spendete der Verein den Reinertrag zweier Dhvaterausfüh» rungen. Der Mitgliederstand der Jugend- gruppe ist auf 64 gestiegen. Der Voranschlag für 192b gleicht sich in Einnahme und Ausgabe mit 75 700 Mk. aus. Der Jahresbeitrag wurde auf 300 Mark festgesetzt. Falls die Verhältnisse es erforderlich machen, soll der Vorstand den Mitgliedsbeitrag selbständig im Rahmen des unbedingt Notwendigen erhöhen.
Kreis Büdingen.
f~l Aus dem südlichen Vogelsberg, 8. April. 3n unserer Gegend treiben wieder gewissenlose Getreideaufkäufer für d i e nächste Ernte ihr Unwesen. Sie bieten den Landwirten hohe Preise. Man vermutet, daß diese Aufkäuuser ausländische Agenten und ihre einheimischen Zwischenmänner sind. Die Bevölke- rung sollte es für ihr« Qhifgabe halten., nach diesen schändlichen Blutsaugern zu fahnden und sie ihrer Bestrafung zuzufühven.
Kreis Schotten.
□ Saubach, 8. April. Am Osterdienstag tagte wieder nach alter Sitte im Schühenhof die
Hauptversammlung der Laubacher AuS - s chußgesellschäft, um die Vorbereitungen für das hn Juni stattsindende Alt-Laubacher Volksfest zu treffen. Man hatte zwar in einzelnen Kreisen daran gedacht, den „Ausschuß" (wie das Fest im Volksmund heißt) in diesem Jahve aus- fallen zu lassen. Da dieses Fest jedoch ein echtes, geschichtlich begründetes Volksfest darstellt, das schon seit Iaht Hunderten slattfindet und zur Pflege edlen Heimatsinnes dient, wurde die Abhaltung cher Feier, aber in einfacher Weise, befehl osseU. Zum Ausschuß-Hauptmann wurde Schmiedemeister Kopp gewählt.
Hesteu-Naffau.
spd. Frankfurt a. M, 9. April. Die Kriminalpolizei ist augenblicklich auf der Suche nach einem internationalen Daunerpaar, das in fast allen süddeutschen Kurorten mit reichem Erfolg seine Mitmenschen betrogen hat. Es bandelt sich um den 37jährigen Kaufmann Paul Ruh- wyl aus Düsseldorf und die 25jährige Herta Münch aus Essen. Das Paar hat in Garmisch einer Kölner Dame ein Paar Perlohrringe im Werte von 20 Millionen Mark abgeschwindelt. Zuletzt hat es seine Tätigkeit in Franks u r t ausaeübt. Auf seine Ergreifung hat man eine Belohnung von 203000 Mk.. auf die Wieder- evtangunq der Ohrring? ein? solche von 500 000 Mk. ausg^eht. — Vor einigen Wochen verschwand plötzlich, wie wir seinerzeit berichteten, der 24jährige Monteur Heinrich Kieser aus Hausen auf geheimnisvolle Weise. Er hatte sich Sonntag abend in Gesellschaft von Freunden befunden und war während dieser Zeit unausgesetzt von einem großen fremden Manne beobachtet worden. Trotz der Warnungen der Freunde, den Heimweg nicht allein anzutreten, ging Kieser in der Taunusstraße weg. Seitdem ist er verschwunden. Jetzt hat man seine Leiche bei H o ch st a. M aus dem Main geborgen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist Kiefer einem Verbrechen zum Ovfer gefallen. Die Untersuchung ist nach dieser Richtung in vollem Gange.
Kundgebungen für die Presse.
Erfreulicherweise erheben immer weitere Kreise ihre Stimme für eine nachhaltige Unter st ützung derdeutschenPresse. Daß die Stärkung der Zeitungen auch eine vaterländische Tat bedeutet, ist dem ohne weiteres klar, der sich vergegenwärtigt, daß in dem schweren nationalen Abwehrkampfe gegen den französischen Imperialismus die Presse mit in der vordersten Front steht, daß sie eine Waffe darstellt, die im Interesse unseres Volkes scharf und schneidig erhalten werden muh. Das kann aber nur möglich sein, wenn dafür gesorgt wird, daß die wirtschaftlichen Grundlagen der Zeitungen auch in dieser Notzeit allen Stürmen standzuhalten vermögen. Eine Mahnung an alle, in diesem Sinne zu wirken, bedeuten die nachstehenden Kundgebungen, die über die Grenzen ihrer amtlichen Geltung hinaus für alle Teile Deutschlands Bedeutung haben.
Der Oberpräsident der Provinz Pommern hat an die Nachgeordneten Behörden einen Erlaß gerichtet, dem wir folgendes entnehmen:
„Ich ersuche, die Landräte, Bürgermeister usw. Ihres Verwaltungsbezirks darauf hinzuweisen, daß die Zeitungen zur Veröffentlichung behördlicher Schriftsätze im redaktionellen Teil dann nicht heranzuziehen sind, wenn es sich um Angelegenheiten handelt, an deren Bekanntmachung die Behörden ein dienstliches Interesse haben. In solchen Fällen ist der Weg der bezahlten Anzeige zu wählen. Es ist nur billig, daß die Behörden von den Zeitungen in ihrer jetzigen schweren Lage keine Lei st ungen ohne Gegen- lei st u n g e n verlangen. Nur so wird eS den Behörden gelingen, sich die Zeitungen als treue Helfer bei den Angelegenheiten von allgemeinem Interesse zu erhalten."
Die Handelskammer zu Düssel- d o r f erneuerte ihren bereits vor einigen Monaten erlassenen Aufruf an Handel und Industrie zur Unterstützung der deutschen Presse und erweiterte diesen Aufruf durch einen Hinweis auf den Abwehrkampf am Rhein und an der Ruhr. Der Aufruf geht von folgenden Erwägungen aus:
.»Die wirtschaftliche Notlage, in der sich die deutsche Presse befindet, ist allgemein bekannt. Die Steigerung aller Betriebskosten, namentlich der Holzzellstoff- und Papierpreise, mit denen sich die Einnahmen nicht mehr in Einklang bringen lassen, hat bereits zahlreiche kleine und mittlere Zeitungen zum Erliegen gebracht, erschwert selbst den großen Zeitungen das Dasein immer mehr und zwingt sie dauernd zu neuen Beschränkungen. Unter diesem Notstände leidet das kulturelle und geistige Leben des ganzen deutschen Volkes. Besondere Gefahren drohen aber der deutschen Wirtschaft, die auf eine freie, völlig unabhängige und leistungsfähige Presse unbedingt angewiesen ist, wodurch nur diese die Verbindung zwischen Wirtschaft und Volk aufrecht und gesund zu erhalten und die Allgemeinheit Über das Wirtschaftsleben und die einzelnen wirtschaftlichen Unternehmen unparteiisch zu unterrichten vermag. Außerdem sind die Wirtschaftskreise selbst auf die Presse, als die schnellste Uebermittlerin von wirtschaftlichen Nachrichten jeder Art, insbesondere von allen wichtigen Handelsplätzen des In- und Auslandes angewiesen. Darum muß die Wirtschaft der Presse bei ihrem Kampfe umS Dasein Hilfe leisten.
Die Handelskammer Düsseldorf schlägt daher vor, ein umfassendes Hilfswerkder Regierung anzustreben. Diese muß die Presse in ihrer Eigenschaft als Einrichtung des öffentlichen Lebens in jeder geeigneten Weise unterstützen und im besonderen Sorge tragen: 1. für Beschaffung billigen Papierholzes aus den staatlichen Wäl
dern, 2. für Außerkraftsetzung der Anzeigen- fteuer. Ferner richtet die Handelskammer an Handel, Industrie und Gewerbe die Aufforderung, unmittelbar der Presse jegliche Förderung zuteil werden zu lassen. Diese Förderung kann vor allem darin bestehen, daß der Bezug der Zeitung und deren Benutzung für Anzeigen nicht eingeschränkt, sondern nach Möglichkeit gesteigert wird.
Die Presse kann ihrer schweren Aufgabe, vor welche der Abwehrkampf am Rhein und an der Ruhr sie stellt, nur gerecht werden, wenn sie von Industrie und Handel in weitestgehendem Maße in der Erhaltung ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit unterstützt wird."
Kirche und Schule.
Der Schulbesuch in Hessen int Jahre 1922.
3m Iahre 1922 beflinben ii Hessen 969 öffentliche Volksschulen, 26 Privat- und andere Schulen mit Voltsschulsiel mit insgesamt 4261 Klassen, ferner 6 Mittelschulen mit 91 Klassen, 56 öffentliche höhere Knabenschulen mit 586 Klassen, 13 private höher« Knabenschulen mit 53 Klassen, 23 öffentliche höhere Mädchenschulen mit 183 Klassen, 7 höhere Privat-Mädchenschulen mit 85 Klassen, insgesamt also 1067 öffentliche höhere Schulen mit 5141 Klassen und 34 Privatschulen mit 138 Klassen. Besucht wurden di« öffentlichen Volksschulen durch 97 675 Knaben und 96 514 Mädchen, die Privatvolksschulen von 437 Knaben und 715 Mädchen, die Mittelschulen von 1444 Knaben und 1871 Mädchen. Die öffentlichen höheren Knabenschulen wurden von 94 530 Kindern besucht, die Privat-Anstalten von 1165 Kindern, die öffentlichen höheren Mädchenschulen von 4910, die Privatschulen von 2532 Mädchen besucht. An den öffentlichen Volksschulen axtren 3460 Lehrer und 963 Lehrerin nett tätig, an den öfsentlichen höheren Knabenschulen 701 Lehrer mit akademischer Bildung und 111 Lehrer mit Volks- und Fachschulbildung tätig. Im Nebenamte (Religionslehrer) wirkten an den Volksschulen 672, an den höheren Knabenschulen 99 Kräfte. An den öffentlichen höheren Mädchenschulen axtren 124 Lehrerinnen beschäftigt. Pflichtfortbildungsschulen bestanden 911, die von 28101 Schülern und 168 Schülerinnen besucht wurden, andere Fortbildungsschulen 159 mit 21 319 Schülern und 1359 Schülerinnen.
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Bilanz vom Jahre 1922.1
A. Aktiva. X
1. Warenkonto . . . 118 732.69
2. Kostenkonto . . . 376.04
3. Geschästsutensilien 48.69
119 157.42
B. Passiva. JL
1 Reservefonds . . 3 234.20
2. Betriebsrücklage 2 597.24
3. Geschäftsguthaben 1 010.-
4. Reingewinn ... 97 228.40
5. Roch zu zahlendes
Gehalt...... 23 561.58
6. Roch zu zahlende
Umsatzsteuer . . . 9 526. -
119 157.42
25561) Mitgliederbewegung.
Stand der Mitglieder Ende 1921.........105
Während 1922 schieden aus durch Tod...... 4
Mithin Stand der Mitglieder 1922 ........ 101
Leihgestern, den 9. April 1923.
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