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tinberg, 9. April, n Sägewerk von hrn Betrieb bis aif Gebäude vernichtet.

m an Holz. darLitcr :t, sind zwei Motoren, maschine, zwei Band- as ganze Handmecks- ntstelungsursache des j angenommen. Sie ift mir gering. Sen in auf etwa Eine j Unglück Hai den x strebsamen Mann, i und 8 bis 10 Ar- die in dem Unter­en. stellenlos gemacht, anken, zu Gunsten der

Hilfsaktion zu

April. Unsere O e Lolksopfer mit ?r Betrag wurde an hener Anzeigers ab-

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Ttarkenbttrs und Rhernheffen.

fpd. Grvh°Gerau, 8. April. Hier tzrscho hein junges Mädchen feinen ßie6«= Haber und tötete sich dann selbst durch einen Revvlverschuß. DaS Mädchen stieg durch ein Fenster in das Zimmer Les jungen Man­nes und schoß ihn nach kurzem Wortwechsel nieder.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt«. M, 7. April. Kurz vor Weihnachten vorigen Zahres erschlug der in Gießen geborene Gärtner Hans Appel auf dem Grundstück eines Dreschmaschinenbesihers den Arbeiter Haller und beraubte ihn. Die Be­obachtungen des Appel durch Gerichtsärzte haben jetzt ergeben, daß der junge Mann als geistes­krank anzusehen und für feine Tat nicht verant- wortlich zu machen ist. Das Verfahren gegen den Verhafteten wurde infolgedessen eingestellt. Appel wird einer Anstalt zugeführt.

fpd. F r a n k f u r t a. M., 8. April. In der abqelaufenen Woche bearbeitete die Wucher­polizei 60 Wucher-- und Schleichhan­del s f ä l l e. Der A r b e i t S m a r k t hat in dieser abgelaufenen Woche- eine weitere Ver­schlechterung erfahren. ES sind 5568 Arbeit­suchende gemeldet. Auf 100 offene Stellen kommen 1235 Arbeitsuchende, gegen 738 in der Vorwoche. 2946 Personen erhalten Er­werbslosenunterstützung. Durch den Fun­kenauswurf eines vorüberfahrenden Güter­zuges geriet am Samstag abend die L a n k - an läge auf dem Bahnhof Eschers­heim in Brand. Das Feuer konnte durch das rasche Eingreifen des gesamten Bahn- Personals lokalisiert werden.

Schöffengericht.

Gießen, 5. April 1923.

Wegen Diebstahls der Platinfpihen zweier Blitzableiter, die von einem Hause abgenommen worden waren, erhielten drei jugendliche Arbeiter von hier Gefängnis st rasen von 14 Ta­gen bzw. 1 Monat, ein anderer Arbeiter wegen Begünstigung eine solche von 2 Wochen. Das gestohlene Platin verkauften die Angeklagten einem hiesigen Uhrmacher, der der Hehlerei an­geklagt war. Da das Gericht die Tleberzeugung gewonnen, daß gewerbs- und gewohnheitsmäßige Hehlerei vorliege, verwies es die Sache insoweit an die Strafkammer.

Ein Hüttenarbeiter von Frvnbausen hatte in den Eisenwerken in Lollar einige Pfund Messing entwendet und in seinem Spind untergebracht. Auf die Warnungen seiner Arbeitsgenossen brachte er es an seinen alten Aufbewahrungsort wieder zurück. An Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 10 Tagen erhielt er eine Geldstrafe von 30000 Mark.

Wegen Diebstahls eines Lederkoffers mit vier Tänzerkostümen, ein Paar Lackschaftstiefeln, zwei Paar Ballettschuhen und mehreren Paar farbig rn Strümpfen, sowie wegen Entwendung eines Man­tels in einem hiesigen Gasthof erhielt ein Kellner aus Oeslerreichisch-Schlesien unter Einbeziehung einer Strafe aus einem Urteil des Schöffengerichts Friedberg eine Gesamtgefängnisstrafe von 2 Iahren 6 Monaten.

Zwei Dienstmädchen aus Ober-Dessingen haben hier versch.ede>ie Wäschegegenstände und Geldbeträge gestohlen und erhalten mit Rücksicht auf ihre Iugend und ihre seitherige Unbestraftheil je einen gerichtlichen Verweis.

Ein junger Bursche aus Beuern hat versucht, aus einem verschlösse en Lagerraum in der Nähe der Main-Weser-Hütte mittels Einsleigens Alt­eisen zu entwenden und wird deshalb zu drei Wochen Gefängnis verurteilt.

Wegen Betrugs wurde ein Taglöhner zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt. Er war mit einer Fährkarte, die er nur für eine Strecke von 54 Km. gelöst hatte, von Betzdorf nach Gießen gefähren und hatte den Reichsfiskus um den Betrag des Fahrgeldes für eine Strecke von 30 Km. geschädigt.

Ein Versicherungsangestelffer. der bis Ende Zuli 1922 Oberfähnrich im hiesigen Regiment war, ist des Betrugs zum Rachteil der Bank für Handel und Industrie dahier angeklagt. Gr rer» kehrte viel mit einer Schauspielerin und wurde dadurch zu Geldausgaben veranlaßt, die zu seinem Einkommen in keinem Einklang standen. Durch Vorspiegelung der falschen Tatsache, er habe von feinem Regiment noch e.nen größeren Betrag zu erhalten täuschte er den Direktor der Bank und veranlaßte ihn zur Hergabe von 7000 Mari. Rach seiner Gntlassung vom Militär entwendete er auf einem Wachtzimmer in Berlin aus einem Schrank ein Fernglas. Wegen Betrugs und Dieb-

Unter dem Zrejheikbcmm.

Roman von Clara Viebi^.

(Rachdruck verboten.)

(Schluß.)

In der ersten Augustnacht, in der alle Stim­men des Sommers von Lebensfülle und Lebens­genuß heiß-brünstig flüsterten, und Rhein rnd Mosel vor Liebesverlangen, sich zu vereinigen, lauter rauschten, hatte man da, wo sie zusammen- fließen, auf dem freien Platz mit dem Freiheits­baum das Gerüst aufgefchlagen. Vormals stand hier der Galgen der Stadt. So hoch wie die kleinen Häuser von Lützel-Koblenz ragte der oberste Querbalken, von dem d-.e blanke Schneide herabhing Run brauchte man nur an dem Strick zu ziehen, der am linken Pfosten entlang lief und sieheI schon fauste blitzschnell die Schneide herunter. , ,,

Die Arbeiter, die am Gerüst schafften, schwitzten, die Rächt war heiß und die Arbeit eilig Sie ließen sich aus dem nächsten Wirtshaus Schoppen auf Schoppen holen, jung lief das Weinchen durch die durstigen Kehlen. Die ernzel- nen Teile der Guillotine wurden fertig gezimmert und gestrichen geliefert, aber noch mußten ffe mit vieler Sorgfalt zusammengefugt werden. Die Galerie die oben um den hohen Unterbau herum­lief wollte gar nicht recht passen. Ein Sägen, ein Hämmern, ein Rütteln, ein Klappern, ein Raspeln und Klopfen begann in der Rächt. Die Sterne lächelten nieder. Als sie verblaßten und das Morgenrot freudig erglomm, da schob man eben die Dretterstufen der Treppe zum Hinauf- steigen ans feste Gerüst heran. Und nun war a^Ss^kamen auch schon die ersten Reugierigen aus ber öTabt Wenn Hans Bast Rikolais Ge-

eMell er eine GesamtgefangniS- strafe von 3 Monaten 2 Wochem

Landwirtschaft.

Stet Stand der Feldfrüchie.

für dem amtlichen Saatenstandsbericht d?? Anfang April lauten die

Vachrichten über den Saaten st and im all- gemeinen g ü n ft i g. Die Saatenstandsnoten für Winterweizen 2,7, für Winter­spelz 2,8, für Winterroggen 2,6 und für Win­tergerste 2,6. Hierbei bedeutet 2 gut und 3 mittel.

Vermischtes.

Eine neue Hamburger Werft.

Berlin, 8. April. DieDeutsche All­gemeine Zeitung" meldet aus Hamburg: DieDeutsche Werft" in Hamburg ist nunmehr nach vierjähriger Bautätigkeit in vollem Umfange dem Betriebe Übergeben wor­den. Sie stand schon 1922 mit einer abgelie­ferten Flotte von 18 Schiffen an der ersten Stelle unter den deutschen Werften.

Dootsunfälle. Bier Tote.

Berlin, 9. April. Auf der Dahme, in der Rähe von G r u n a u, kenterte gestern nachmittag ein Ruderboot mit fünf Insassen. Drei Personen fanden dabei den Tod. Ein zweiter Bootsunfall, der sich gestern nachmittag gleichfalls auf der Dahme zutrug, forderte e i n Menschenleben.

Mord in Berlin.

Berlin, 7. 2lpril. Heute vormittag wurde die Leiterin der Filiale einer Fär­berei in der Motzstraße in Berlin ermor­det. Ein Teil der zum Färben übergebenen Sachen war geraubt. Die Leiche wurde in einem hinteren Raume des Ladens in einer großen Blutlache vorgefunden. Der Schädel war durch heftige Schläge zertrümmert wor­den. Kurz nach 9 Uhr wurde beobachtet, wie ein Mann mit zwei großen Pappkartvns, an­scheinend der Täter, das Geschäft verließ.

Feuer im Nürnberger Dratwurstglöckle.

Nürnberg, 9. April. (WTB.) In dem Dachstuhl des weltbekannten Bratwurst- gl ö ck l e legte gestern nachmittag gegen 2 Uhr dessen Bescher, der Gastwirt Dauer,Feuer an und verübte dann Selbstmord. Die Feuerwehr konnte die in Brand geratenen Bett- und Kleidungsstücke beseitigen. Ein nen­nenswerter Schaden am Gebäude ist nicht ent­standen. Bauer zeigte in letzter Zeit Zeichen von Geistesstörung.

Eine Pestepidemie in Indien.

Simla, 8. April. (WTB.) Reuter. Eine P e st e p i d e m i e, die in fast allen Provin­zen Indiens wütete, hat Tausende von Menschen hingerafft. Die Statistik für die am 24. März zu Ende gegangene Woche zeigt etwa 9000 Pestfälle in ganz In­dien, von denen 8 0 0 0 tödlich verliefen.

Wolfsjagden in Thüringen. In früheren Jahrhunderten toaren Wolfs- und Bärenjagden im Thüringer Land an der Tages­ordnung, und die Zahl dieser Raubtiere war so groß, daß man regelmäßige Wolfsjagden ab­halten mußte, um sich gegen diese Räuber zu schützen. Für die große Zahl der Wölfe im Altenburger Holzland sprechen, wie wir einem Aufsatz desSt. Huberlus" entnehmen, die vielen Flurnamen, die mit Wolf gebildet sind, wie (V B. Wolfs-äbl, Wolfsgrube, Wolfsschlucht afw. Besonders schünt durch d?n Kulturrückcang des Dr.ihigjährigm Krieges die Za)l der Wölfe sich erschreckend vermehrt zu haben Auch im Werra­gebiet in der Gegend von Meiningen. Maßfeld, Wasungen usw. gab es Wolfe ia Menge. Ein Chronist aus Meiningen erzählt vom 3a5re 1400, daß die Wölfe sogar in die Stadt eindrangen und am Kloster zwei alte Menschen sowie drei Kinder töteten. Aus dem 3a5re 16)1 wird berichtet, daß zwei Frauen zwischen Rula und Eisenach von Wölfen airgefallen wurden Im Iahre 1669, in dem im Werragebiet 7 Wölfe und 3 Wölfinnen erlegt wurden, haben die Wölfe unter dem Wild großen Schaden angerichtet. Daß der Wildbestand und damit auch die Raubtiere nach dem Dreißig­jährigen Kriege außerordentlich zugenommen hatten, zeigen die statistischen Angaben aus dem Amt Sand in der damaligen Grafschaft Henne­

schick auch nicht in dem Maß das Rheinland er­regte, wie das von Iohannes Dückler, dem Volks» Selben, so waren doch viele gestern nach Koblenz geströmt. In den Anlagen, an den Ufern des Flusses nächtigten sie. Von der Mosel, bis von Trier her, kamen Leute. Es war mancher dabei, der den Schmied von Krinkhof persönlich kannte, sogar schon gekannt hatte, als der noch Flügel­mann bei der trierischen Garde gewesen war. Wenn solche sich trafen, sprachen sie mit einigem Mitleid; sie waren aber auch die einzigen. Einst so ein schmucker Kerl wie war der nur dahin gekommen, vom Paradeplatz bis hierher aufs Schafott??

Ein wackliges Männlein bekreuzigte sich unb murmelte leise:Gott bewahr unsere Enkel vor gleichen Tagen!" Der Wacklige rannte dann, er wollte doch auch gut sehen. Und so rannten viele: Zum Schafott, zum Schafott! Diese Hinrichtung war nur das Vorspiel, bald würde man zu Mainz noch ein größeres Schauspiel sehen; man sprach von zwanzig, die da aufs Blutgerüst sollten, der erste von ihnen war der Bückler selber.

Ein junger Tischlergeselle schob eine Karre heran, em anderer hatte sich vorne vorgespannt, sie pfiffen beide hell das bekannte Lied:So geht es in Schnuhel-Putz-Häusel da tanzen die Ratten und die Mäufel." Sie brachten einen Sarg heraus auf ihrer Karre, einen rohen Dretter- farg mit flockigen Hobelspänen und Eägmehl ge­füllt. 2m Bogen wichen die Fußgänger aus. Die Burschen aber lachten:Ei wat, der Kopp, der Kopp liegt ja noch nit drin!"

Leer stand der Sarg nun vor dem Gerüst und wartete stumm. Alles wartete, die Natur und die Menschen. Roch war die Sonne nicht ganz heraus, leichte Morgennebel fliegen vom Rhein auf. Endlich enthüllte sie voll ihr streblendes Angesicht. Eine Stimme begann zu klugen ein

berg. Die jährliche Jagdbeute hn Iah« 1644 totrb beziffert mit 79 Hirschen, 82 Stück Wild, 36 Wstdkälbern, 87 Rehen, 105 Wildschweinen unb 15 Wolfen. Auch Bären gab es in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges noch in Thüringen, so im Amt Eisenberg, bei Koburg und rm Stei- uacher Forst aus dem Thüringer Wald. An die Daren im Thüringer Wald erinnert noch heute ein trocken gelegter Teich, der den NamenBären­bacher Teich" führt und früher vomBärenbach" gespeist wurde.

* Der ver kau fte Paganini. Paganini, der dämonische Meistergeiger, der jetzt im Film eine neue Auferstehung erlebt, stand einst mit 2luber m einer Musikalienhandlung zu Paris, als ein italienischer Gipsfigurenverkäufer herein­trat. der eine schwarz bemalte .Figur mit Bogen und Violine ausbot und aus Leibeskräften rief: Kauft Paganini! Kauft Paganini!" Der Maestro warf einen scheelen Blick auf seinen Landsmann und die schwarze Fratze, die er als sein Ebenbild ausbot. Ander aber wies unter lautem Gelächter auf ihn hin und sagte:Siehe da, das Original!" Der Gipsfigurenhändler lieh sich jedoch dadurch nicht irre machen, sondern führ fort, den Geiger mit einem verächtlichen Blick messend, zu rufen; »Kauf meinen Paganini; er ist der schönste!" Da alles lachte, geriet der Künstler in Wut und warf den Händler zur Tür hinaus, indem er in­grimmig ausrief:Pack dich! Wir brauchen keinen. Ich verkaufe mich selbst!"

Eine Selbstmordwelle in den Vereinigten Staaten. Nach der neuesten Statistik ist in den Vereinigten Staaten eine be- unruhigen de Zunahme der Selbstmorde feslzu- stellen. Nicht weniger als 1 3 530 Ameri - kaner haben im Jahre 1922 Hand an sich selbst gelegt. Besonders auffallend ist die außerordent­lich hohe Zahl der jugendlichen Selbstmorde, die von 477 im Iahre 1921 auf 900 in 1922 empor- schneslte. Ein Knabe hinterließ eine Aufzeichnung, in der er erklärte, er nehme sich selbst das Leben, weil es ihmSpaß mache"; ein Mädchen schrieb, daß sie sich das Qeben nehme,um eine neue Sensation kennenzulernen". Man bringt diese Zunahme der jugendlichen Selbstmorde mit dem Anwachsen der jugendlichen Heiraten in den Ver­einigten Staaten in Verbindung. In je i Heirats­registern sind nämlich 1600 Jüngling und 12 000 Mädchen von 15 Jahren als beschließende ein­getragen worden.

tzanvel.

Der März-Abschluß der Reichsbank.

Berlin, 7. April. Wie der Ausweis der Reichsbank vom 29. März ergibt, war die Zu­nahme der Amagebestände in der letzten Quar- talswvche, wenn auch beträchtlich, so doch ge­ringer als in der Vorwoche, was damit zu­sammenhängen dürfte, daß für den Ultimvbedarf in großem Umfange bereits in der dritten März­woche vorgesorgt worden war; außerdem war von Einfluß, daß die Derichtswoche wegen der Ofterfetertage bereits mit dem 23. Marz ab­schloß, also nur fünf Werktage umfaßte Die ge­samte Kapitalsanlage der Bank stieg um 357.5 Milliarden Mark auf 6927.9 Milliarden Mark. An der Erhöhung waren die Wechsel mit 90.1 Milliarden Mark, dte Reichsschatzanweisungen mit 267.6 Milliarden Mark beteiligt. Von den neu beanspruchten Kreditbeträgen verblieb der Bank nur wenig auf den Konten der fremden Gelder, denn die privaten unb öffentlichen Gur­haben vermehrten sich um nicht mehr als 18.6 Milliarden Qliarf auf 2272.1 Milliarden Mark. Dagegen waren die Zahlungsmittelabflüffe wieder außerordentlich groß.

Die seit nahezu Iahresfrist nicht mehr unter­brochene Aufwärtsbewegung des Danknoten­umlaufs ergab in der Berichtswoche eine Stei­gerung um 562.3 Milliarden Mark auf 5 5 17.9 Milliarden Mark. Der Umlauf an Da r - lehnskafsenscheinen ging g eich eitig um 0.2 Milliarden Mark auf 12.6 Milliarden Mark zurück.

Die im Metallbe stände ausgewiesene Zunahme um 2.9 Milliarden Mark betrifft, wie in den beiden Vorwochen, Zug inge an neu gepräg­ten Münzen aus unedlem Metall; der Gold esland änderte sich nicht.

Da die Darlehnskassen des R ichs ihre Darlehnsbestände in der Derichtswoche um 153.4 Milliarden Mark auf 1159.7 Milliarden Mark ausdehnten, hatten sie der Reichsbank einen di fen Neuausleihungen entsprechenden Betrag an Dar- lehnskassenscheinen zu übergeben. Deng mäß sind die Bestände der Bank an solchen Scheinen unter Berücksichtigung der erwähnten aus dem Verkehr aufgenommenen Summe um 153.6 Milliarden Mark auf 1147 Milllarden Mark gewachsen.

Berlin, 7. April. Börsenbericht. So­wohl im Dev-isen- wie im freien Ejfektenverkehr

Herrschte allgemein starke DeschäftsloffgTrit, so daß bie Devisennofferungen gegen gestern wieder nur ganj geringfügige V«änderungen auf wiesen und für Effekten Kurse kaum zu hören waren.

Berlin. 7. April. Am Produkten­markt entwickelte sich das Geschäft in ausländi­schem Brotgetreide allmählich etwas mehr. Für Weizen war die Nachfrage nach Inlandsware ge­ringer, weil argentinischer Weizen wenn auch über Inlandspreis jedoch mit Rücksicht auf feine Qualität und Mehlergiebigkeit preiswert ange­boten wird. Die Roggenpreise wurden durch eine mäßige Erhöhung der Forderungen für russische Ware gehalten. In Gerchc und Muis waren die Umsätze bei wenig veränderten Notizen gering. Hafer sowie Hülsenfrüchte und Futterstoffe be­haupteten ihren Preisstand.

Frankfurt a. M., 7. April. (Börsen­stimmungsbild.) Am Devisenmarkt herrschte am heutigen Wvchenschluh nur sehr geringe Ge­schäftstätigkeit. Eine bestimmte Tendenz prägte sich nicht aus. 3n den Vormittagsstunden lag der Dollar 21 10021 200. 'Auch im amtlichen Ver­kehr zeigte sich feine besonders hervortretendo Bewegung. 3m Effektenverkehr von Bureau zu Bureau schien sich eine bessere Stimmung durch­zusehen. tpenn auch eine Belebung des Geschäfts­verkehrs nicht festzustel'e i war. Es kamen nur un­bedeutende Umsätze zustande. Von amtlich nicht notierten Werten schien sich eine leichte Erhöhung bemerkbar zu machen.

Frankfurter Devisenmarkt.

(Telegraphische Auszahlung.)

Datum 6. Steril 7. Steril

<lmtL lern. Amtl. No ierg.

(Mett» 9rifi (Mete '-Brie1'

Antw.-Driistel 11X2,07. 1187.05 118*2.05 1187.95

Holland 8274.25 8315,75 827 1 75 8313,25

Vonbon 98154.- 98346.- 9829.05 98620.95

PnriS 1381.55 1388.45 13-1),- 131X5,-

Ccbwei, 3867.30 3886.70 3852.85 3872-15

Svanlcn ... . 3211,95 3225.05 320 i,95 8223,05

Italien 1048,37», 1053,65 1041,40 104^60

Viffabon-Oporto

Dänemark. . . 4019.90 4010,10 4000,- 4020,-

Sioriueaen . . 37 -0 50 3809,50 3795.50 3814.50

Srliweben . . 5586, 5611, 57/11.05 5583,95

HeliinaiorS. .543.65 546 35

Siemwrk 21047.25 21152.75 21017,25 21152,75

Teuü'ä.-Oesterr. 29,60 29,75 29.69 2'75

Budapeit. . . 481,30 483.78 495,25 498 75

Vraa...... 628,4.) 631,60 628,90 632,10

Agram ....--

Danknoten.

Nranksurt a.M.. 7. Avril. *Rrier «Mb

dimeiAcr Noten 3900. - 383).

Irnrnöüsche No:en 13.9350 1381 50

Dänische 'Noten 4035 - 3365,

Schwedische No en.......

Holländische Noten 8350 - 8230.

Deutsch-Oesterreich i 100 Kronen 21 70 29 20

Sliuerikmische Noten 213 0 21079. Ontiliiche Noten 99050 980)0.

Italienische Noten 1056 luvt«

Beluifche Noten 1188 - 1174.-

U«mansche No en 445 425,

Tschechoslowakische Noten . 639 619

Norwegische Noten . 3815. 8745.

Rumänische 'Noten 98 50 95,50

Spanische Noten........

(In einem Teil der Auslage wiederholtt)

Drakonische Kriegsgerichtsurteile.

Bonn, 7. April. (WTB) Das Kriegs­gericht in Bonn verhandelte heute gegen einige Postbeamte und verhängte folgende dra­konische Strafen: Der Präsioent der Ober­postdirektion in Koblenz, Franz, erhielt fünf Iahre Gefängnis und fünf Millionen Mark Grld- ftiaje, der Telegraphendirektor M 0 seler - Ko­blenz vier Iahre Gesäirgnis und fünf Millionen Mark Geldstrafe, Postme ster Gerte aus Flam- mcvfelb drei Iahre Gefängnis und fünf Millione.-r Mari Geldstrafe^ Postamtmairn Landmann aus Siegburg fünf Iahre Gefängnis und fünf Millionen Mark Geldstrafe.

Das F'taäko der französischen Ruhrpolitik.

Paris, 7. April. (WTB.) Der Sonder- berid)ter at er des .Echo National" oeröf,en.licht folgende Liste über das wirtschastliche Ergebnis der Ruhraktion bis zum 15. März: Transpor­tierte Ko' (enmenge für Frankreich 31 509 Ton­nen, Koksmengen 23 125 Tonnen, transportierte Kohlenmengen für Belgien 13137 Tonnen, Koksmengen 1465 Tonnrn Kohlen- und Koks- fenbungen für Italien 150 030 Tonnen, Kohlen- mengen nach Luxemburg 8289 Ton e 1, nach Holland 83537 Tonnen, nach b.r Schweiz 24 898 Tonnen.Wir Franzosen haben also", so erklärt der Berichterstatter, ..während l1/» Mo­naten täglich zwei Kohlenzüge er alten, wäh­rend vor der Besetzung 47 Züge nach F ank.eich gingen Die Ruhrbffetzun 1 hat uns einschl. Be gren und Luxemburg bisher 73 125 Tonnen Kohle und Koks eingebracht, während nach Holland, der Schweiz und Italien in der gleichen Zeit 273 435 Toimen abgingen.

Sümmchen, dünn und piepsig, mit jämmerlichem Dimbim: Das Armesünderglöcklein. Wimmernd ertrank sein Läuten im Klappern von Pferde­hufen, im Trappeln von Füßen, im ganzen Lausen und Treiben des Volkes und beß Militärs.

Carabiniers waren beordert, sie bildeten einen Kreis ums rot angestrichene Gerüst. Dahinter noch eine Reihe Chasseurs zu Pferde. Es aurbe nie­mand durchgelassen, nur Offiziere der Besah angs° armee und höhere Beamte der Stadt; sie zeigten Paffeparlouts oor.

O wie schade, daß keine Häuser in nächster Nähe waren, aus deren Fenstern man hätte zu­sehen ober auf deren Dächer man hätte kriechen könnenI So mußte man denn die Bäume benähen. Es standen ihrer aber leider nicht viele hier; der schwache Freiheitsbaum bog sich fast unter dem Gewicht schmutziger Sttaßenjungen. 21 if dem Fluh schaukelten langsam Nachen, vollbeladen mit Leuten, die das Schauspiel von hier ars zr sehen hofften. Aus der Kartause reckte die Schildwache den Hals; sie konnte von so weit nichts erkennen, aber dumpf hörte sie unbestimmtes Wogen von Stimmen. Und nun plötzlich, durchdringend laxt, einen einzigen Schrei:Sie kommen!"

Der Karren fuhr vor, mit einem mageren Rappen bespannt, ein langgezogenesAch" der Enttäuschung; verwundert faben die Gaffer drein: Der hatte ja nicht das rote Hemd an?! War der denn kein Mörder?!

Im weißen Hemd, wie er es erbeten hatte sein einziger Wunsch verließ Hans Bast Nikolai den Wagen. Ohne auf die Hand zu achten, die man ihm stützend bieten wollte, sprang er herunter.

Mit festen Schritten ging er dem roge­strichenen Gerüst zu, die Stufen hinaus. Er brauchte keine Hilfe. Aber der Kapuzinermönch, der bei ihm gesessen hatte im Wagen, ihm zu- gesprochen hatte während des ganzen Weges mit

Gebet und Tröstung, der brauch'.e Hilfe, man schob ihn neben dem Verurteilten die Treppe hinaus.

Ein Augenblick Pause die Pause letzter Erwartung. Ein Kind schrie plötzlich grell auf. Ein Knabe lag in Krämpfen am Boden; feine Großmutter hatte ihn hergeschleppt, er sollte das Blut des armen Sünders warm trinken, das vorn Richtblock traufte, sie wollte es auffangen, ein Decherlein hatte sie dazu mitgebracht. Solches Blut heilte die fallende Sucht.

Stuß," sagte der Mann mit dem hohen schäbigen Hut und dem Ziegenbart, der neben ihr stand, und schubste die Alte mit ihrem Becher beiseite:Stuß!" Und dann zu sich selber:Gott soll hüten!" Herz CRofenblatt, warum bitte ge­kommen her? Aus purer Neugier. Ci weh, kannst's doch nit mitansehen. Nu, ich ge& wieder!" Er drängte mit Geschmeidigkeit sich aus der Menge heraus und verschwand mit flatterndem Rock eiligst gen Koblenz.

Oben auf dem Gerüst stand Hans Bast Niko­lai. 2lur einen Augenblick noch Wollte er noch etwas sprechen? Kein Wortt Er fah den 2Nönch, dem er während der Fahrt kein einziges Mal den Kopf zugewendet hatte, auch jetzt nicht an. Als der ihm das Kruzifix vorhielt, schob er'8 beiseite. Sein Blick flog zur Mosel hin, die sanft dahinfloh, er sah in goldenen Femen die Berge der Heimat von hier, so hoch oben, sah man sehr weit. Er sah das alles noch einmal, ein selt­samer Ausdruck flog über sein starres Gesichtt

Wo man Hans Bast Nikolai von Krinkhof begraben hat, weiß niemand.

2Iber in Mainz, vor dem Weisenauer Tor zeigt man zwanzig Pappeln, darunter zwanzig gerichtete Räuber begraben sind von der Bande des Schinderhannes. Er selber liegt unter dem dicksten und größten Daum.