Hr. 225 Srvetter Start Siebener Anzeiger tSeneral-Anzeiger für Gderheffenl Samstag, <?. 1923
Haltet das Reich!
Am D Dr CHMfb Äafrl. UL b 7L
galtet txK Reichl Darauf kommt jetzt alle« an. Den Stürmen, die uns drohen, sind wtr anders nicht gewachsen als in der Ein- heil de« Reichs. 3n den Lagen der Macht und de« ©lüde« schien e« uns selbstverständlicher ewiger Besitz. Heute ist eS gefährdetes Du« Der äußere und der innere Feind rütteln an seinen ©Sundfesten. 3n der Stunde der ©e- sahr tritt uns mit padender ©cttiall vor die Seele, was das Reich und ist, was wir an ihm Haden. Alle Werte unseres staatlichen und nationalen Leden« sind in ihm geborgen, unser Recht, unsre Wirtschaft, unsre Kultur, der ganze unermeßliche Reichtum einer großen geschichtlichen Vergangenheit. tausendsähri- qer Berbundenheit der deutschen Volksstämme ES ist die Form staatlichen Daseins, um die unsre Täler nach dem Untergang der Heiligen Römischen Reiches Deutscher Ration sech- -ig 3afrrc hindurch gerungen. SS war der Sie- geSpreiS de« 18. Januar 1871. S« ist Bismarck« allein noch übrig gebliebene« Erbe Aus der stillen ©ruft de« Sachsenwalde« schlägt e« an unser Gewissen- Haltet das Reich. Es ist der einzige Hort und Bürge unserer Fseiheit. Untrennbar sind für da« deutsche Schicksal Einheit und Freiheit miteinander verschwisteN. So war immer der Laus unserer Geschichte. Brach, wie 1806, die Einheit zusammen, war die Frei» heil verloren. War, wie 1871, die Einheit zu- rückgewonnen, war die Freiheit erkämpft. Da« weiß der Erbfeind genau. Daß wir noch ein Reich sind, empfindet der Triumphator al« die einzige Unvollkommenheit seine« Siege« Amerika, England, Otalien mögen ander« denken. Das entscheidet nicht Der große Hasser allein hat die Macht. Und er bat den Willen zur Bernichtung. Er beteuert allsonntagS feierlich das Gegenteil. Daraus erkennen wir den wahren Sinn. Was wir von Oberschlesien bi« zur Ruhr erlebten, al« Mittel zu dem einen Jtoecf, Stationen aus dem einen Weg zur Ter- nichlung de« Reichs Denn was soll da« hei- ßen? Als Boll können sie uns nicht töten, vom Erdboden nicht vertilgen. Aber die Einheit de« national geschlossenen Staate« sprengen, Deutschland auflösen in eine Vielheit zusam^ menhangSloser Staatengebildc, die Quellen unserer produktiven Kräfte bis zur Verarmung schließen So auSgefchaitet aus Weltwuifchaft und Wellpvlitik wäre da« Reich vernichtet Dann mögen wir immerhin noch al« Parias unter den Völkern Europas ein bescheidene« und zerklüftete« Dasein führen, kümmerlich in der äußeren Lebenshaltung, herabgebrüdt in den Bedingungen unfere« geistigen ünd kulturellen Leben«, macht- und wehrlos nach außen, aber Deutschland wäre dahin, mit der Einheit die Freiheit verloren. Diesem Einen, der Erhaltung de« Reich« und feiner Einheit, ist alle« andere unterzuordnen, lieber den Sorgen und Leidenschaften de« Zage« nicht die großen Ziele der Zukunft vergessen. Richt darum geht e« heute, ob da« Reich sowie e« geworden ist, dir lieb ist oder leid. ES geht u m Tob oder Leben des Reiches selbst. 3n dieser Entscheidung gelten nicht Gefühlswerte, nicht Stimmungen, nicht Parteikritik, nicht Streit um Staatsformen, nicht eifersüchtiger Portikus ariLmus, nidji voreiliges Dreinfchla- gen, nicht Phrasen und hohle Versprechun- gen, sondern allein nüchterne politische Einsicht, zielbewußte, selbstlose Arbeit, willige Einfügung der Glieder In die Gesamtheit, Zu- rüdftelliing von allem, wa« die Einheit zerbricht, vaterländischer Dille, sittliche Tat der Abfindung mit harten Lebensnolwendigkeilen, Opfer der Eiaenwünsche Im Dienste deä Gan- zen, geschlossene« Vertrauen. Das D'utsch- landlied darf nicht bloß gelungen, e« muß gelebt, e« muß getan werden. Reich verloren, alles verloren. Auch das heute ent- stellte und zerfleischte Reich ist noch die einzige Bürgschaft für die Freiheit der Zukunft. Darum hallet da« Reichl
DieBoöejunoeoonWpoL
* Roman von ArturBrausewetter.
kS SortleDunfl i Rachdruck jrrbDtcn.)
Einen Augenblick sah er gedankenlos ju, wie daS Roulett du ch eine ID aff eia»#: auf leine richtige horizoni. Lage untcilul,1' wurde, die Cl’iekr ihre Tick.tS hervornahmen. die Croupier« die Auge! in Bem gung fetjten. die Zahlenplätt- chen flau perlen, die Scheine bin und her flogen und minei: ’n nein j>> die ciemlolc Spannung, • i> manchen füllen ßcuf'cr. manchen schiech! unter« hrüdten Aufschrei, hinein auch in manch:» ge- fünftclle oder nervbic Lächeln da« unerfchüller- üche Rouge p.iir et pa<$c tönte Dann roarf er ' men Schein auf eine geiade Rümmer de« fchwar- wm Felde«, gewann, lief) da« Veld stehen, gewann wiederum und fleh den nicht unbedeutenden ©e- minn stehen.
-3d) erlaube mi meinen Glückwunsch au«- ■.ulptfrctra Herr Graf. Hörle er eine feile Stimme neben sich -.in' al« er «ich umfah. 'tand Herr RaSmufien •■.. SXaufen von B. k Sten lästig in 'em- ? 'Ichc ich cbend. hinter feinem Stuhle
»Hci t Er..' '.oi-fefn ein grol'-eS Defdbid im Reu!.-' r.i.-hr cinbringi al# die mühevolle Tätigtet oui H^chkelpli i. "
©ui'ib ? ! ’ diele unveifchämie Art
gebühi.-nd r n ; ?: - < n •> -. <vng eine merkbare "De- weg--ne '; t . .'!» .< » rni^n Die
Äugel tr > uuf Rot !tefxng*b'i.-‘'en. er hatte seinen floiycn kS.'dium wrUrca
Run n;.n r.. . rxi) nut bat er diele unliebsame Begeg-ung gehabi hat:«, di» ihm die Freude am
Wa« wir hatten und wieder brauchen.
Unter diesem Xitel veröffentlicht Ludwig ©ebner tn den Betretchlunsen über
da« deutsche VolkShe«, denen wir fotgenbe« em« nehmet
©ine der grobartiflOen Organik thmen der Weltgeschichte war da« deutsche Heer Auch die Feinde haben e« fiel« anerkannt, und al« Ite sie ihm schließlich einen tödlichen Vlrid gedreht zu haben glaubten, da wurde doch eine grobe Enttäuschung da rau« Worin lag diese Stärke begrimöet i* Laren c# Kräfte moralisch«. geistiger, materieller Art? Gewiß, in jede, dieser Richtungen war da« deutsche Heer grob lln- uberlresstich die Menschen, die Taktik, di« Technik. Wer die Quellen der Kraft lagen gefaßt In den Fundamenten de« Bwues
Da# deutsch« Heer war auf H ö ch st I e i - slung organifiert ®ne horizontale Gliederung aut wirksamen und vielseitigen Gebrauch, eine von einer unantastbaren obersten Autorität ausgehend« Hierarchie, Einreibung de. Per- Ionen nach dem speziellen BetähiaungS nach wer«, durch moralifchen Jmpul« und Zwang bewirkter Arbeitswettstreit und planvolle ArbeilSver- toertung. da« waren die soliden Stühen de« mächtigen Gebäude«
Da« deulfche Heer Hxj geeint durch einen überragenden Gedanken Schuh de« Vaterlandes Damit war für alle inneren ©egenläbe Ausgangspunkt, Richtung und Begrenzung gegeben Solche ©egcnlätfe bewegten die Herzen tmtci dem farbigen Tuch tote iige.id- wv sonst im Volke, au« dem da« Heer fich ja immer wieder ergänzte and erneuerte, aber sie konnten nie zum Selbstzweck werden und aus Svnderwege führen
Da« deutsche Heer befab einen eminenten Wirklrchkeit«sinn Rur auf Tatsachen wurde auigebaut eigene und feindlich? Luge. Kräftezuftand. Zeit. Umstände. Möglichkeiten und Aussichten 3ede Ungennuigfeil. jebee Hereintragen von bloben Annahmen Wünschen. Hoffnungen In die Feststellung der Lage war verpönt. Dann führten rein fachliche Berechnungen und empirisch- Schätzungea zum Enischtuß Wie oft war da« Srg.bni« eine bittere Rotoren- bigfeit. persönlichen Rojgangei oder schwachen menschlichen Empfindungen zuwidei' Aber dem .General Muß" folgten Feld Herr und Soldat er war der grob' Erzieher und Herr
Da« deutsche Heer erhielt feine Wucht au» einer absoluten Disziplin Auch von dieser Menschenansammlung galt da« TDort. 6? viel Köpse, so viel Sinn W weichen de Anschauungen wurden in den Grenzen, die durch Anstand und Rücksicht aus da« Ganze gezogen sind, mit Gntfchiedenheit trertreten. Aber sobald einmal der Führer die Entscheidung m einer Richtung getrosten batte, setzten Schilfen und Unterführer ihre ganze geistige, seelische und phhsisch« Kraft mir meyr in seinem Sinne ein. Wo aber der volle Uefrerblicf über die Lage fehlte, da gab e« von vornherein keine Kritik. Für Dierbantfirategen. wo sie etwa auftauchten, Han« niemand etwa« andere« al« Verachtung.
Da« deutfche Heer war befreit vom Geiste der Tat Veraoscheut wurden alle überflüfli- fien Worte, unklare Phrasen, Superlative, die let« nur die MaSte der Willensschwäche bilden. Verlangt wurde die einfache Tat Richt« aU die Tat. die ganze Tat Ohne diesen ©eist hätte man im Weltkriege für die arohen Schlachl- entfcheidungen nicht einmal Die Kräfte frei- machen können, viel weniger ein Dannenberg gegen Heber macht erzielt
Da« war das Geheimnis deS alten deutschen Heere« Sine Maschine, auf Wirksamkeit ior.fi rutert. Efficier.c. ntuui da« ber Angelsachse. da« Wori beherrsch» in hohem Maße seine Gedanken Wo in der Geschichte eine Organisation GrofieS erhielte, da waren e« diele Grundsätze, auf denen sie stand Unb die größte Organisation ist schließlich der Staat Höchst- leistung, VaterlandSid.« Realpolitik, Disziplin. Tatgelinnung diese fünf Elemente des alten Heere« sind es. die eine Ration zum erfol» reichen Kamps um« Leben besä bi gen
Aber nicht mit einer Einstellung de« deutschen Volke« auf die Grundsätze feine» alten Heere« ist e« heute geschehen Der Staat braucht da« Instrument selbst, mit dem allein er seinen Lebenswillen duich etzra kann Wer nicht mehr kämpfen will für ferne Freiheit, der ist lebensunfähig geworden Auch dir äußerste Refignation rettet ihn nicht auf die Dauer vor dem Untergang Diele Wahrheit muß jeder begreifen fernen, ob sie Ihm schön dünkt oder nicht ©In Tor. wer glaubt ohne Waffen, allein durch ethische und wlrlschaflliche Arg,mente, dem tDalfengeualtigen Feinde nur ein 3d la von seinen Absichten abhandeln zu können Sin
längeren Verweilen tn diesen Räumen verleidet hatte.
©r erhob sich und entfernt.- sich mit einem nachlässigen Gruß Aber der andere, der feine Worte gai nicht böse gemeint, fonbern sie nur au« Talllofiqke t gesprochen hatte, folgte ihm bi« in die Garderobe.
.3d) wollte mir nur erlauben, zu bemerken, Herr ©ro‘," hörte er jetzt wieder feine unter- würsige Sprechwelle, die ihm noch unangenehmer war alS die vorherige drellte. .daß ich mich noch immer nicht Hobe entlief" :n können, die Becoirt- schaftung Hochkelplin« anderen Händen zu übergeben, obwohl ich bi« besten Anaeboie haufenweise erhalten habe Wenn der Herr Graf -
»Ich danke Ihnen. Herr RaSmUsfen Aber Sie kennen meine Anficht, und ich kann ihr nicht« hinzufügen, al« bah sie unabänderlich ist."
Mit eiliger Hösllchkeit hatte er e« gesagt und war an dem verdutzt Dastehenden, al« wäre er Lust für ihn. borbeigddfrttien
So sah er den Bild von Wut und Haß nicht mehr, den ihm dieser nachfandte.
.Die hochmütige '33tutI Ulan sollte meinen, sie wäre endlich fletn geworden und dankbar, nx-rrn man ihr noch Vrot böte Aber sie verhungert lieber, ehe sie einen Villen au« unserer Hand nimmt'"
ör wollte fich tn den Saal und an seioen Spieltisch Aurüdbeaeben aU bk dkrrberofwfemj auf ihn zutrat .©tn Herr wollte den Herrn RaSmustre sprechen."
.Wcr fern er nicht tn den 6a alt"
,9r tagte, da« Bane er nicht. wall er Wen Zutritt hätte."
Tor wer glaubt, jemals Hilfe gu finden, wenn er selbst sich nicht hellen will Weg mit den weltfremden Phantasten und der Scheu vor allen harten Tatsachen bet Geben«! Schlimmer ist keiner betrogen, all wer s i ch selbst betrügt. Unter traten anderen Zeichen al« den Fahnen de« allen Heere« sühn bet Weg zur Freiheit
Giehener Dersorgungs- und Finanzprobleme.
in*)
Man hat m bet letzten Zeil in steiqrabem Maße sorgenvolle Klanen der 6tabin.*nun!Ung über die außervrbenlllch fchwiertge sfäotllche Finanzlage hären müssen Diele Klagen stnd leider mir allzu berechtigt Tvst bei bieler W ifchastS- lage bei Stabt überall ba mit oolk-i Energie gespart werben muß wo e« ohne Defährdung anberer erheblicher Belange der Vürgerge'amt- heit möglich unb verantwortlich ist. verste')! *id) von selbst Die Stabtverwastung ha! ben.i naß in mancherlei Hinficht unb bei zahlreich-n legen bei (en den SparfamkeitShebel ■inq^.-T: und die Befriedigung de« AuSgabentatendran^z mancher 3ntereffen traf reife entlchieden aba'feint Da« ist richtig unb bankenSwert Um so mey- muß man aber erstaunt sein über die Langmut mit der die maßgebenben Instanzen d-»r Stab! ber jetzigen ©nnridlnng ber Straßenbahnsraae gegenüberfteben Tlqentlich sollte blcfe Angele- e >- beit beute keine schwebende Frage mehr fein sondern fängst schon b i e ®rl?biqung geiunden haben, die angeficht« ber städtischen Jinan\- zustände jetzt felbstteiktändlich ist Daß der gegenwärtige Strnffcnbabnbetrfeb übereeis ist für die'e Entscheidung, entgeht dem auimerflamen Beobachter bet ösfenllüchen Dinge nicht Die meisten TT-agcn fahren feer, seht wenige weiten eine leidliche Besetzung auf. von wirklich gutbesetzten, oder gar gänzlich gefüllten Wogen kann man auch in der Hauptverk.hr«> ri> fange fchon nicht mehr sprechen Di? statistifk-^n Auszc-chnungen de« Amtes über die lllnanfpruchnabm-- bei Straßenbahn in den letzten Wvch.m und Monaten sind uns nicht bekannt, aber auch ohne diese Kenntnis der Zählungsergebnille steht für un« sest. daß die WirtschasUichkeit be« Straß-nbahn - betrieb« in ber fetzten Zeil noch viel f f'Jebt'.t geworden ist. als Ile vor einigen Monaten schon war unb bah dieser städtisch- Wirtschaftszweig sich immer mehr zu einer unerträgli fy*n Belastung ber städtischen Finanzen ausgewachsen Hal Man darf sich bei ber Beurte luug be» finanziellen Srg.bniffeS de« heutigen Si-ißen- bahnvetriebS nicht ton dem Schei t der öi'.eien Fah^ Preiserhöhung täufchen kaf e.i W-na in den letzten Wochen die Fahrt über die kürzeste Stred? auch mit einer, zwei ober drei Millionen bezahlt werden mußte und jetzt fünf Millionen Mark zu leisten find, so muß man sich doch vergegenwärtigen. baß vor ber Shrnabmefietgerung btc Ausgaben arwerhLltrriSmäßlg viel schneller und fieiler nach oben gerichtet vorauSgeeilt sind Selbst gleichgebliebene Frequenz wie In den Vormonaten, an die wir aber auf Grund unterer Beobachtungen nicht glauben könnte den weiten Vorsprung der Ausgaben vor den ©fenahmen nicht wrNmachen Bel dieser Lage ber Dinge werden die für die Geschicke unterer Stabt veoarttwoetlichen Stellen nicht mehr länger säumen dürfen, die einstweilige endgültige Stillegung de« S t r a ß e n da h n b e- trieb« zweck« Befreiung ber städtischen Gesamt- Wirtschaft von c.ner unter beit heutigen Verhältnissen gänzlich unproduktiven Einrichtung i>»S Auge zu fassen Wir achten unb würd.gen den Beweggrund der Stadtverwaltung, der für die Aus rechter Haltung de» öttnöcnbt Onpetnchei b s heute bestimmend war. In vollem Maße Aber die Rücksichtnahme auf da« 10 oder 12 Köpfe starke Personal darf nicht mehr allein be >en-^chend lein, wo e« sich jetzt um monatliche Zuschüsse der Stadt in Höhe von vielen Mi'lrarden panbelt. Da« Verlangen nach völliger Stillegung dieser Einrichtung fällt mt« durchaus nicht leicht, denn wir sind unS der toelnragenben Folgen einer solchen Maßnahme bewu'n wir erkennen, daß e« sich hier mit um die Erlstenz von Familienvätern handelt und baß auch be Stabt mancherlei ©ntsaltungS- und Ausbaumöglichkeiten solange zu Goade tragen muß solange der Sttaßrabahnbetrieb ruht Allein bi- sehr iut> gi"<nftlge Finanzlage von heute zwing! hier zu bitteren ©ntschlüssen im Intere'se bee Ganzen Daß bte bei bet Betriebsstillegung entbehrlich toerbenben Aibeiter broNo« werden, möchten wir nicht annehmen und auch nicht wünschen Vielleicht läßt c« sich ermöglichen, die in ,vrnge ftebenben Familienväter tn andere üvr
') Teil 1 in Ar 223. Teil II In Rr 227
©in Schatten strich über Rasmufte-iS glatte« Gesicht.
Do drang unten von der Treppe her ein zischendes Pfeisen zwischen Zähnen und Lippen an sein Ohr .Star!'
©inen Augenblick schien er unlchlüsttg. gt ig bann aber bic ersten Stufen ber Treppe hinab dem anderen entgegen
.Zum Teufel auch! Ich habe dir em für allemal verboten, mich hier zu betäti gen. Du weißt, daß ich für dich nur tn meinem Geschäftszimmer zu sprechen bin und nirgends fo.ift!“
.Plustre dich ma nur nich so sehr uss, Män- nede! S möchte bdnem Schmerbauch fchade." entgegnete der andere mit einem höhnräden ©rin,en. das seine schadhaften Zähne zeigte, .ick laß dich sonst ja scha in Ruh Aber heut IS Rot an Mann, und ba mußte mich r au «baue T
.Wo kommst du her?"
.Au« dem Klub ber Spfelfreund' brühen au« ber Südstraße. Zuerst jtng alle« sehr schön, bann roch eener Lunte, man beglubftc mich von alte Sette, die S>ach jtng schles. ick verlor allen« und Hel mehr al« Run jreif man rin bt beim Lasch und recht iteff*
.Wa« jehn mich belne Spielschulden an? Wo« jehsie mich überhaupt an? Ich bin der ©roßSaufmann Aa«mussen. Letter und Aufsicht«- rot der ersten Gesellschaften. Schloßheri auf Hoch- kelplin. Und wer bist du? ©In verkommene« Subjekt, ein Tagedieb sich fein
ganze« Leben lang von unserer früheren Bade- genossenschast nährt unb ohne fle längst im Loche läigel"
Auf Ärf machten feine hestt<Mn Ausfälle nicht ben gerteyfUn ©WnnC
stäbllschen Verwaltung ober Betriebe zu t*6eui und dafür auf unverheiratete Leute zu verzichten, die nut für fich selbst einstehen müllen, allo nicht al« ©rr.ährer oder Hauptftützk einer Familie anzu- fehen s,nb Fall« au«trärl« wohnende Arbeit« noch in städtischen Betrieben lein sollt« - wir wissen da« nicht, da d>e Internen Betrieb«Verhältnisse un« natürlich imbetimrt sind -. die ohne Rächtest für die ?fetreb«ftt Irrung darch e rch.imifcho erseht werden könnten fo müßte drm ©■chener ©inwvhner n iturlich ber T3orning zu- crkanr.i werden Alle b.de Dinge stiid selbftver- fLänNid) nicht von heule <iuf morgen zu bewerkstelligen aber innerhalb einer heule schon zu überfehenden kurzen Frist müßten sie zu regeln fein
Daß e« sich bei der Stillegung be« Straffen- bahn bet rieb« nur um eine vorübergehend« Maßnahme handeln kann. Pari natürlich ntemanb iwciselhasl sein Sobalo ine bitterste Periode unserer Oiot Berhälinissen Platz gemacht Hai, die, wenn auch viel schwerer al« sruher wenigsten« stabil sind, und sobald da« allgemeine WtN- 'chast«Ieden unterer Stadt mit den ncugeftattetra Dingen in ©inflany fleht, wird man auch die Straßenbahn wieder labren lallen müllen Für die Wiede rindet riebn-ihme der Straßenbahn Ivrichl nicht mir die 5nnäflung. baß man ba« kostbare Material an Schienen. Wagen unb Leitungen nicht für alle Zeiten ungenutzt lassen kann, sondern auch die Ucbcticgung. baß btt 6troffen» bahn, wie trir oben sckon anbeut«ten, b« ©m- faltimg«- unb 2a«baumöglrch5eit ber Stadt, ihrer Rotwendigfeil zur ©[panfton zu bienen Hal Sret- lich wird bann bie verkehr«politische ©inftellung anber-, b d wirtschast-praklischer sein müssen al« in ben Jahren, die ber Errichtung der Bahn vvoangingcn Wir braten hter z B an die Möglichkeit, eine St raßen bahn vervinbunä nach Klein-Linden durch die Frankfurt« Straße ml! Abzweigung an ber Ci.-bigltraffe herzustellen, bie rebenfall« mehr Sinn hätte unb wohl auch wirttchafilicher lein würde al« bie Parallelstreck« durch bi7 Bahnhofstraße zum Bahnhof Fall« diefe Verbindung. n*?nn Md) die Vonardeifen tfem- enlsprechend schnell bcnverkst eiligen ließen, mtl Benutzung de« Bihnholsttaße-Bahnmaterial« noch in der Zeit der Getrxihrung von Reich«miNeln xur produkliven ©rwerb«losensür» sorge hergestelll werden konnte, würde dfe Stadt .aus verhällniSmäßig billige W.-ife In den Besitz gu'-r Wertanlagen kommen Vielleicht wäre e« auch zu ermöglichen, in spaterer Zeit die nom Standpunkte der Hinterlanderschließung al« absolute Rull anzufehenbe Biebertalbahn durch eine elektrische Ueberlandbahn nach jenen Orten abzulösen ©ine solche Bafm. die vielleicht auch Güler- und Post bei orderung übernehmen könnte, würde sich angesichts der EntwicklungS- lähigkeit der In Beirahl kommenden Orte wohl lohnend und wirtlchasstich gestalten Diese wenig« Gesichtspunkte haben natürlich noch nicht bie Bedeutung einer TageS forberung. fle folltn vielmehr nur zeigen, daß unfere Straßenbahn mit der heute leider unabweisbaren Stillegung durchaus nicht als altes Olfen araufefcen ist. sondern baß sie bet gefunber, zweckmäßig« Vra» kehrSpolittl nach tote vor hohe Zukunst«werte für die ©niwicklung unserer Stadt in sich trägt Me der ©intovhnersthafl noch mancherlei Auher, orte- gen können
Wenden wir un« wieder zu ba Aufgaben befl Heute unb ben Pflichten bet nächsten Monat» zurück, so ffeben torr auH) vor ber Sorg« um bei Fvrtbestanb unsere« Stabt t tzea t er«. SS handelt sich hi« nicht um eine Angelegenheit, bei ber nur finanziell« und soziale ©ellcht«punklM zu beachten Lnb. sondern e« spielen ba nach auffer- orbentlich wichtige kulturelle Belange rare lehr große, ja wir möchten sagen bie au«sthkag- <Tof»^nrV» *tv>r 512btDCTtD*2(Miriy üTur ua
Jbeaterbeputation Ist von ber beteiligten Künstler- schafl bi zwei Denkschriften eingehenb« Vorloag über unsere Theaterfragen gehalten worbra. ber breiten Oesfensti-Hkeii Hal Rlcharb Hellbortt al« Obmann unserer Bühnenkuarstler Im .©ieß. Anz." vom vorigen Sam-läg einige 2ufflärunoa über die Thealersorgen zukommen lallen In ba zweiten Denksch.ilt htt man len verfchiedaen ma^ gebenden städlilchen Steilen eine vorllchllg auf- gestellte Hau-haltSderechnung dc-S Theater« Mw reicht, deren Srlüllung-wahrlch. inllchkelt wtr nicht ungünstig beurteilen möchten Da mittlerweil» die Gemeinnützigkeit unseres Theater« staatlich anerkannt wordm ist, hiermit also die lehr erhebliche Zulchu'ileistung de« Reiche« al« gesichert angesehen werden kann, hat bk ItädtllcheTheater- beputation gestern be'chiostra, bra Wieber- erössnung be« L tabtlhealei zunächst mit Wirkung bi« zum 1 Dezember zuzustim» men. Man muß sich barüber klar sein, baß bbeler Beschluß auch aetoil'e fiiMnnelfe ÄnnrrnHefetfh'n- gen bei tnbl in sich birgt, die bei ber heutigen Jinan ag nicht al« g-ringfüglg anzosehen linv. Ab« d.-uu.-ch begrüßen wir diesen Beschluß, beim
.Seh dich man nicht uff'n mi Hobe« Pferd, janz von allene bist« doch nich rusl gefomme. ick hab der nich zu knapp in n Sattel geholfe. Un ohne mich toärffe oft jeiuich wieder runter- gelalle Wie war « zum Beispiel mit de Aulo» mobile bei Peckstem? Oder mit de Iumm!reise bei Rikola«? Ober mtl be Zichorie unb Zijorre bei Rubinsohn? Alle« ferne Schiebchen, toafl?"
.Wa« rührst du all bie ollen Kamellen wie- bra auf?'
.Olle Kamellen, nanu? Manche laufen jo beut noch un nich zu knapp Wie steht'S berri mit de Sadx die wir jetzt urti« be Fing« habe? Ooch nich ' ßlechst wo«?"
.Haft du nicht deine Anteile unb Prozente überreichlich bekommen? Und viel mehr al« sie? Wir find quitt, ein für crll« Male "
.Ree. Storche, nee dich atch so janz. UZeenfte, ick foll immer vor be paar Dittchr mein Fell all««ne zu Markt narre? Rre. nich de ßomeng! Spazier ick tn« Loch toat ja woll nächsten« felcheye wird, bann nru6 ooch trer Zcvh- foofmarwi, Herr Sta, AaSmufle, jenunot ber S 4,'.«« Liu nm. nut rin. Do yspt ihm nicht«, nich «mal fei Aufsicht«ral —"
.Zum Kuckucks rief ber anbere wohl noch aufbraulenö. abe' doch fchon hörbar eingefchüch- tert. inbe« eine faHke Mäste üb« feine fristen Züge zog .Wa« nimmst du dir rau«?"
.Ach-wat. rrruSaehmr? Mach dich nich zum viarrn. auir io allen» tanz «tat wenn trf wer mei Held er« krfefe"
.Wtraiek?"
Lu» normte ebw Susa«. M» bau «6** einen tiefen Ceofg« entlockte, ihm dkr be© ■ dir Tasche greife» tt* IJbi fffWi


