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Dienstag, 6. Hebruar 1925

175. Jahrgang

Die Lage in Offenburg

Neue Bluttat rn im Ruhrgebiet

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Offenburg, S. Febr. (Wolff.) DcrS Per­sonal r^sOffenburgerPostamtshat beute morgen infolge des frcmzös sehen Eingriffs in beit Post- unb Telegraphen betrieb ben Betrieb stillgelegt.

Unter ben Arbeitern Offenburgs ist die Erregung besonders start. Sie durchziehen in grosten Trupps bie Straften, um gegen ben ge­waltsamen Einbruch der "" r ' *~r* unb ihrem Willen Au;

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Der preutzische Mrnister- prästdent Braun in Münster.

Münster, 5. Frbr. (WTD.) Unter aufter- i ordentliH zahlreiHrc Beteiligung trat heute nach­mittag in ber Stabthalle zu Munster der west­fälische Provinziallanbtag zu einer aufterordenllichrn Tagung zusammen, u.n gegen bie Defetzung unb bie Vergewaltigung ber Bevöl­kerung unb der Beamtenschaft zu protestieren. Die Tagung wurde ein geleitet durch eine An- | spräche preuftische.a Ministerpräsidenten 1 Braun, in der er u. a. ausführte: Man ver­gegenwärtige sich: Mehrere Divisionen kriegs­gerüsteter Soldaten aller Waffengattungen fallen über eine wehrlose Bevölkerung her, schli.ften ein Gebiet, in dem bas wirtschaftliche Herz Deutschlands schlägt, völlig ein unb greifen mit roher Hand in ben komplizierten Wirlschafts- unb Verkehvapparat ein, requirieren nach Kriegs­brauch, rauben öffentliche Kassen unb Geschäfte aus, beschlagnahmen öffentliche Einnahmen, nuft» handeln, verhaften unb bestrafen ihnen nicht will­fährige Beamte unb Angestellte unb weisen sie in rücksichtslosester Weise aus ihrer Heimat aus, unterbrücken unb knebeln bas politische unb geistige Leben, schieften wehrlose Mensch 'n brutal über ben Haufen, und das alles bezeichnet, der leitende Vxiatsmann Frankreichs einefriedliche 2lltion". Weiter kamt die politische Heuchelei wohl kaum getrieben werden. Der Kampf, den wir hier aus der roten westfälischen Erde werden zu führen haben, wird ein schwerer, vielleicht auch ein langer unb opferreicher sein. Gr kann nur erfolg­reich geführt werden, wenn die Einmütigkeit im Fühlen unb Handeln erhalten bleibt unb nicht durch kommunistische unb nationalistische Gxaltio- ren und Ausschreitungen oder gar durch wirt­schaftliche Brandschatzungen der schwer um ihre Existenz ringenden Vollskreise gestört wirb. An der Geschlossenheit der graften deutschen Volks­gemeinschaft und dem festen zähen Willen zum Widerstande, der sie beseelt, müssen unb werden die verbrecherischen Pläne des gewalttätig.n 3m- pe.ialismus Frankreichs unb seiner verblendeten Macht-aber scheitern.

Hierauf wurde eine gemeinsame Protesterrlä- rung aller Frak.ionei des Landtages mit Aus- i-xchme ber Kommunisten mit allen gegen drei Stimmen angenommen.

Hk. 51

Erscheint iS glich, außer Sonn- unb Feiertags, mit berSamstagsbeilage: GietzenerFamilienblälter Monatliche Bejnospreifr. 1325 Mark unb 75 Mark 2ragerlohn,durch diePost 1400Mark,auch beiNicht- erscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: sürbieSchrift» leilung 112, für Verlag unb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Liehen.

postfcheäionto:

Zranifurl a. M. 11686.

Berlin, 6. Febr. (WTB ) Der de tische Geschäftsträger In Paris ist angewiesen worden, ber französischen Regierung folgenbe Rote zu überreichen:

Der brutschen Regierung sinb Rachrichten über neue Bluttaten zagegangen, bie von französischen Angehörigen im Ruhrgebiet be.-übt worden sind. Am 1. Februar abends 10.30 Uhr ist in Drechten der Bergmann und Schuldiener Baumann von ei em fra zwischen Posten grundlos erschossen worden. Die von französischer Seite gegebene Darstellung, wonach, sich Haumann in betrunkenem Zustand dem Posten genähert hätte und dieser erst nach zweimaligem vergeblichen Anruf von seiner Schuftwafse Ge­brauch gemacht haben soll, ist unzutreffend. Viel­mehr ist durch Aussagen mehrerer Zeugen feil- ge stellt, daft Hau mann wenige Minuten ddDor fthre Wohnung völlig nüchtern verlassen hat unb von bem Posten nicht angerufen worden ist. 21m 2. Februar abends haben in Bochum Sol- baten eines französischen Tankqeschwaders, als ihöen in einer Gastwirtschaft die Verabfolgung von Getränken verweigert wurde, mit gezogenen Seitengewehren und ge­ladenen Revolvern die deutschen Gäste auf dieStraftehinausgedrängt und dort mehrere Schüsse abgegeben. Dabei füg­ten sie dem Knappschaftsbeamten Rakowicz aus Bochum und Freund aus Grumme schwere Verletzungen bei. Rakowicz wurde durch einen Schuft in den Oberarm, der einen Knochen zersplitterte, und Freund durch einen Schuft m ben Obeiffchenfel getroffen.

Die deutsche Regierung erhebt wegen dieser neuen Bluttaten Protest. Sie behalt sich vor volle Genugtuung zu fordern.

Essen 6 Febr. (WTB.) Als Protest gegen Ho ffir f» ieftung des Schuldieners Haumann in Brechten haben Arden und Werke in Vrambauer die Arbeit für 24 Stunden nlebergelegt

Diebstähle französischer Soldaten.

Berlin, 5. Febr. (Wolff.) Der deutsche Geschäftsträger in Paris wurde französischen Regierung folgende Rote zu ub tei^>2IuS dem Ruhrgebiet wird eine ^he von «ällen gemeldet, in denen Angehörige der fr aw -Öjif chen Armee Eigentumsvergehen

Der Reichskanzler im gefährdeten Gebiet.

Berlin, 6. Febr. Reichskanzler Dr. Cuno wurde in Elberfeld, wo er nach feiner Rück­kehr aus dem besetzten Ruhrgebiet eine Bespre­chung mit den führenden Männern aller Kreise hatte, von einer groben Menschenmenge kurz vor seiner Weiterfahrt nach Barmen vor dem Hotel Kaiserhof lebhafte Ovationen dargebracht. Der Kanzler hielt vor dem Hotel an bie Menge eine Ansprache, in der er nach einer Meldung Les Tageblatt" sagte: 3ch war selbst im Ruhr gebier. Ich habe die üleberzeugung gewonnen, daft das Rheinland und Westfalen zusam­men h a 11 e n und den franzÖsisch-be1gi - scheu Einbruch abwehren werden. Das kann nur geschehen, wenn auch das unbesetzte Deutschland mu dem besetzten Deutschland zusom- menhält. Mit dem Rufe: Deutschland soll frei und unabhängig fein, das Vaterland lebe hoch! sch.oft die Ansprache.

2luch in Münster hielt der Reichskanzler auf einem Bierabend aus Anlaft der Tagung des westfälischen Provinziallandtags eine Rede, in der er lautLokalanzeiger" über die wiicklichen Ziele der fr-unzösischen Politik sagte: Richt finanzielle Sicherung, nicht wirtschaftliche Sicherung Frankreichs, nicht einmal ein Inter­essenausgleich der beiderseitigen Industrien und auch nicht politische Sicherung, die der von uns angebotene Rhenllandpatt gegeben hätte, war das Ziel der französischen Politik, sondern die Hand ausstrecken nach weiterem Gebiet, nach Kohlen und Koks. Darüber muft man sich klar sein, wenn man die kritische Sonde an das Ruhrgebiet [egt, daft alles nichts genutzt hätte, nur das eine, daft wir bem Feind gesagt hätten: Rehmt. Dazu ist der Deutsche doch noch nicht -schwach genug. Heute, da alles geschehen ist, diesen Effolz der französi­schen Politik zu vermeiden, müffe-a wir uns weiter einmütig zusammenfinden zu selbstloser Abwehr der französischen Gelüste. Wenn wir uns jetzt nicht zusammenfinden, ist das deutsche VoA ist die deutsche Wirtschaft, ist das Deutsche Reich ver­loren. Es gibt in diesem Augenblick keine Sonder- politik, die die Regierung treiben wird. Das ein­zige Sonderinteresse, das ich kenne, ist das deutsche Interesse in gleichem Mafte für Arm und Reich, für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. So stehen wir Schuller an Schulter in notwendiger Arbeits­gemeinschaft. Ich bitte Sie, dem Vaterlande zu schworen: Wir werden durchhalten bis zum Letz­ten! Der Kairzler schloft mit einem Dank namens der Reichsregierung an die Provinz Westfalen.

Elberfeld, 5. Febr. Heute nachmittag flieh der Eilzug. in dem sich der Reichs­kanzler befand, zwischen Hagen und Westhosen mit einem Güterzug zusammen. Der Reichskanzler, der sich im zweiten Wagen befand, blieb unverletzt: auch sonst sind Personen nicht zu Schaden gekommen.

Paris, 5. Fbr. DerTemps laftt sich aus Koblenz m:l <n, haft der Besuch des Re i ch s- k a n z l e r s in den neu besetzten Gebie en den Widerstand der Beamtenschaft, msbesondere der Eisenbahner, verstärkt habe.

Franzosen zu protestieren _________________:soruck zu geben, daft sie jegliche Einmischung der Franzosen in ihre De- triebe energisch zuruckweisen werden. Die fran­zösische Besatzung hat keine Bürgerguartiere be­zogen, sondern ist in verschiedenen Sälen unter­gebracht: die Offiziere haben in Hotels Wohnung genommen. Es bonbeit sich um annähernd 2000 Mann mit etwa 1000 Pferden, einer g osten An- joftl schwerer Panzerwagen usw. Während der gestrigen Vorgänge freiften über der Stadt meh­rere französische Flugzeuge. Die Verhandlungen mit den staatlichen und städtischen Vertretern führte ein Delegierter der Rheinlandkommiffion. Der Druck der Besatzung macht sich nach und nach fühlbar. Zur Rachtzeit waren alle Straften tote ausgestorben. Die Haltung ber Bevölkerung ist rufrig und beherrscht, aber auch entschlossen, dem Vorbild der Ruhrbeoölkerung nochmeifern.

Offenburg, 5. Febr. (WTB) Die tele­phonische Verbindung mit auswärts i t etzt wieder freigegeben. Die Vertreter der Arbeiter und Beamten haben um eine Unterredung bei dem hier Sx nachmittag erwarteten General Michel, Kommandanten des Brücke rkopfeZ Kehl, nachgesucht. Die Vertreter der Organisationen wollen ihm eine Reihe von F)rdrrmgen unter­breiten, die dahin gehen, daft sämtliche technische Bet-lebe des Landes und der Gemeinden von mih- tärifdjer Besetzung unb Uederwachung frei zu halten sind. Daft das Verbot, die Strafte von 9 ülhr abends bis 6 Uhr morgens zu betreten, Dieder auf gehoben wird und haft die Telephon- sperre innerhalb Offen'mrgs sowie d-eTe egramm- zensur unterbleibe. Ferner wird verlangt, daft die Desetzungstruppen aus eigenen Vorräten v r- vflegt werkten müssen, weil die vorhandenen Lebensmittel nicht mal für den Dedar, der Be­völkerung ausreichen. Falls den Forderungen nicht innerhalb 21 Stunden ftattgegeoen werde, sollen alle Betriebe in Offenburg ft Illg eie gt werden. Der Eisenbahnverkehr ist von den Franzosen noch nicht weiter behindert worden. Vor allen öffentlichen Gebäuden sind Posten ausgestellt. In der Stadt herrscht e n regeö Kriegstreiben. Zu Zwffffen. allen ist es dank der besonnenen Haltung der Bevölkerung

Der Wunsch nach Ossizicrskasinos.

Essen, 6. Febr. (WTB) Das städtische De­satzungsamt hat die Forderung der D^atzungs- behörde auf Errichtung von Offizier- kasinoS abgelehnt.

DieKoblenzer Zeitung" wieder verboten.

Berlin, 6. Febr. (Priv.^Tel.) Rsch einer Meldung aus Koblenz ist die -Koblenzer Zeitung" die gestern nach 3tägigem Verbot toteber erschienen war und die Rote der Reichs- legierung an die Rlteinlandkommifs'wn veröffent­licht hätte, wiederum auf 3 Tage ver­boten worden.

Weitere Verhaftungen und Ausweisungen.

Essen, 5. Febr. (WTB.) Polizeipräsi- dent Dr. Melcher ist heute morgen acht Uftr im Polizeipräsidium von ber französischen B> satzungsbehorde verhaftet und zunächst nach Bredeney >.u einer Besprechung fortgeführt wor­den. Der Vorfall spielte sich folgender mähen ab: Für gestern nachmittag 3 Uhr erhielt der Polizei­präsident eine Vorladung nach Bredeney, um sich wegen der Weigerung, das Gruftverbot curfzu- be^n zu verantworten. Der Präsident eruarte, der Aufforderung nur dann folgen zu können, Denn er zu einer wichtigen Besprechung eine halbe Stunde später zurück fein könnte. Diese Zusicherung tonnte nicht gegeben werden woraus er es ablehnte, nach Bredeney zu fahren: er erklärte sich aber zu einer Besprechung in feinem ®ienft?,immer bereit Abends erhielt er eme neue Aufforderung, heute früh 9 W. nach Bredeney iu kommen, die gleichfalls abgelehnt tourbe. Heute früh kurz vor 8 -Uhr erschienen zwei Kraftwagen, ein Personenwagen und ein unbedeckter ßaftfran- toagen worauf sich etwa 40 französische Soldaten befanden. Ein französischer Hauptmann unb ein Dolmetscher verlangten den Präsidenten zu spre­chen unb erflärten, ihn zur Besprechung um 9 Uhr nach Bredeney ab holen zu müssen. Der Haupt­mann sagte, wenn der Präsident nicht reitoiUig mUfcmm?, müsse er Waffengewalt an- Sen Der Präsident erwiderte, daft er ber ©etpaft weic^i müsse. Der Polizeimannschaft hatte stcheine ungeheure Erregung anlaftlich dieser Vor- nänae bemächtigt Die Beamten wollten , ihren m zsidentm unter leinen U nstanden fortsuhren lassen doch mahnten bie Vorgesetzten yrc Be- soEnheit und Ruhe. Der Prä ident verabschiedete ffh Erwürbeinb mPersonenkraftwagen,ben ba3 Qaftauto mit den Soldaten folgte, zunächst nach Sve@Hten^S^r Polizeiinspektor Reiffen- rath and Polizeimajor Seeger in Hrrne sind verhaftet worden, weil sie dem Befehl ber Gruftpflicht nicht nachkamen. Ebenso ist ein Beamter der Essener Schntzpolizei wegen Richt- grüftens festgesetzt worden. « 1-

cher ist von derDesatzungsbehorde ausgewiesen

verübt hoben. Am 18. Januar hat sich ein Soldat des 109. französischen Infanterieregiments in Dortmund in bem Gold Warengeschäft von Lin­denberg, Steinstrafte 6, bas er unter bem Vor- tcanbe eines beabsichtigten Einkaufs tet.e ei hatte, zwei silberne Ringe und eine Damen­uhr angeeignet. Am 22. Januar nachmit­tags haben zwei französische Soldaten von der Hauptbahnhosswache in Dortmund, ei ter dar inter mit blank gezogenem Seitengewehr, aus dem Der- kaufsstande des Bahnhofswirts nach Zertrümme­rung der Glasscheibe vier Flaschen mit Spiri­tuosen, sowie Schokolade und Obst ge­raubt. Am 30. Januar abends haben drei fran­zösische Soldaten in Wanne bei Platzmeister ©affe überfallen unb ihn seiner Brieftasche mit 32 000 Mk. sowie einer silbernen Uhr beraubt Am 31. Januar haben französische Soldaten unter Anwendung von Gewalt und ohne Bezahlung Waren weggenommen. Die deutsche Regierung fordert Bestrafung der Täter unb Ersatz des verursachten Schadens.

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Eine Zuhre M Ziegenmist abzua.Marktstr.2S.

Offenburg, 5- Febr. (WTB.) Die Be­sprechung zwischen General Michel unb ben Vertretern der Beamten und Arbeller hatten das Ergebnis, daft der Straftmverkehr in der Stadt für die Rachtzeit freigegebe.i unb die verlangte Aufhebung der Leleplwnsverre und der Lelegrammzensur zugesichert wurte HinUchUich des Eisenbahnverkehrs schweben noch Verhand­lungen, desgleichen über den A ikaus vvu Lebens- mitteln durch die französische Besatzung.

Unterstützung der Notleidenden.

Angesichts ber durch den Einbruch der Franzosen auherordenllich verschärften 2iot- laae weiter Volkskreise hat, den Blättern zufolge, bie Reichsregierung zwel Milliarben für bie Kriegsbeschäbtgten- unb Kriegerhinterbliebenenfürsorge, zwei Milliar­ben für bie Sozialrenmerfürsorge und fünf Milliarben Mark für bie Kleinrentnerfurforge zur Verfügung gestellt

Eine Kundgebung der norwegischen Studentenschaft.

C h r i ft i a n i a, 5. Febr. (Wolff.) Die nor­wegische Stubentenschaft nahm gestern in auherorbenllich stark besuchter Versammlung

Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum tRadjmütag vorher ohnejede Verbindlichkeit preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 40 Mk., auswärts 50 Mk.: für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 180 Mk.Dei Platz- Vorschrift 20"/, Aufichlag. Hauptschriftleiter: Aug. (boeft. Verantwortlich für Politik: Aug. (Boeft; für den übrigen Teil: Lrnst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen.

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Eine «Protestnote gegen das Verhalten der Rheinland-

Kommission.

Berlin, 5. Febr. (WTB.) In Paris, London, Rom und Brüssel hat die Reichsregierung durch die dortigen Ver­tretungen eine gleichzeitig aadj der Ryeinlam)- fommiifion in Koblenz übergeben Pro test ° note überreichen lasten, worin ,12 erklärt, die Rhein la ndkommission fahre, u.igEet des deutschen Protestes, fort die f.aazosischc und belgische Regierung in einer Politik zu unter» stützen die weder im Völlerrecht, noch im Ver­sal I -r Vertrag, noch im Rhcin^antab'ommen eine Unterlage finde. In den Ordonmamzen 132, 133 131 hätte sie ein System gesch ffsen, um die Reichs-, Staats- und Gemeindemnahmen dem legitimen Gläubiger zugunsten der beteiligten Bkächte zu entziehen. Hetzt W ft- E^20. Januar die Or­donnanz 13 erlassen, durch Oiefic für die Ver­waltung der beschlagnahmten Einnahmen ew lei- ten' Komitee errichtet h.^be, das tatsächlich eine eigene inter. .1 tette Ve waltengsbehorde sei und im Gegensatz zu den Bestimmungen des Rhem- landabkommens und unter Zersch el)ung fellichen Zusammenhänge; mit den deutchm oentraldehor» den die obersten Derwaltungkgeschafte felhftanbig ertebigen soll. Dies bedeute tm Zusammen^ing mit den von der Rheinlandkommission verübten Massenausweisungen besonders IcUcti» der Te.ernten tatsächlich den Anfang der Los- trennung der Rhein lande vom ubir-en Deutschland. Eine gleiche Tendenz verfolge die ' Orlwnnanz 136, die die besetzten rheinifch-n Ge­biete auch wirtschaftlich abschnüren wolle. Der Oberste Rat der alliierten Machte habe am ; 13. August 1921 zugesagt, daft jedes besondere Ein- und Au-suhrshstem im beseh'.en Gebiet auf­gehoben werden solle. Dagegen aber baue die Ordonnanz 136 dieses System noch weiter au«; f>2nn nach den Ordonnanzen der französischen Ge­nerale im buchten Ruhrgebiet solle auch die.es Dertrogtoita-ig Letzte Ä-°,-r bm ®m. unb und Ausfuhramt in Ems unterstellt Werdern Durch die Ordonnanz 137 und die Ordonnanz 138 solle die gesamte Kodlenwirtschaft des besetzten Gebiets vom übrigen D.utschland abgetrennt wer­den. Die rechtswLrig bi Essen eMflefetzte inter­alliierte Kontrollkommission der Gruben unb Hütten solle ihre Tätigte t auch auf das nach den B stimmungen des Tetfai ter Vertrages besetzte ©ebiet ausdehnen und zu di-.fem Zwecke einen De- legterten bei der Rheinlandkommrstwn entsenden, der für die Lieferung von RepaeaNonskohlen/eine Instruktionen aukschl eftlA Kreter Kommission erkalte. Das sei eine dreifache Verletzung des Rh einlandabkommens. Mit 2111^^06012 ter Der- ortnung Rr. 137 verzichten die OrdonEizen da- rauf, irgendwelche D. stimmungen des abkommens als Rechtstitel an>uftchren. Tatsäch­lich Dcrftüft-ei sie ygen tiefed Abkommen und sind da'-er nichtig. Auch die in den Verordnungen Olr 135 und 136 erwLhnte Teilnahme eines ita­lienischen Vertreters verstoße gleichzettig gegen das R heinlandabkommea.

GietzennAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

vnttk vnd Verlag: vrvhl'sche Univerfitätr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchriflleitnng und Geschastrstelle: Zchulftratze 7.

worden. Die Beamtenschaft des Sstener Polizei- I (^tne 1KUC Verordnung der präfibiumÄ bat hiergegen prv.esttert unb Jeine Rhcinlaudkommifsion.

soforlige Wiedereinsetzung verlangt.

Essen, 6. Febr. (WTB.) Heute vormittag Rach einer Meldung aus Koblenz hat wurden der'Dautruppführer Wiegart vom Es- die R h e i n l a n d k o m m i s f i o n eine neue feuer Telegrapbenamt nebst 13 Mann v e r - Verordnung erlassen, die alle Beamten, An- haftet. Dte Dcrhaf.ete.i hatten Arbri ei an den gestellten und Privatpersonen besonders in «ZS StMWÄ unc5

ÄVeV=e^\e.n^fTÄM? 6U*.

ber t und Zollsupemumerar Beutnag e bRach- Privatpersonen vom Gehorsam gegen die dem es den Belgiern nicht gelangen ist, die deut- Verordnungen der Kommission abwendet, schrn Zollbeamten zur Erhebung der Zölle für ihre mti Geldstrafen bis zu 50 Mill. Mk. und Rechnung zu zwingen, wollen sie anscheinend samt- Gefängnis bis zu 5 Jahren bestraft.

liche Zollgrenzämter aifter Betrieb setzen und die I ° ________

Zölle durch belgisch- D:amten erheben lassem Die ~ streik iin Saarnebiet.

Holländer haben die Goenzr durch hohe Draht- m r

zäune abgesperrt, so an der neutralen Zone bei Berlin, 6. Febr. Laut -Berliner ^>kafe Aachen anzeiger" hat der Streik im Sa ar gebt et

Mainz, 5. Febr. (Wolff ) Ausgewiesen auf allen Gruben eingffeht. Ruhe und Ordnung wurden neuerdings von der Eisenbahndirettivn wurden bisher nicht gestört.

Mainz Geh. Regierungsrat Schneider, Ober- itorticfcmiq der Ltohlentransporte regferungsrat G r o ft P ie tsch Regiei-ungsrat Schweiz und Holland,

v. Deck und Regierungsbaum aller Zis sel, fer- v , J, s. m n. r

ner der Direktor der hiesigen Oberrealschule, Dr. E s s e N, 5. Febr. Anlaftlich der Vorstei» Kalbfleisch, und vom Polizeiamt Mainz Poll- fangen wegen der nach Holland und der zeikommissar Häufterer. Schweiz bestimmten Transporte von Ver-

Die wackere Kaufmannschaft ttagSkohlen hat die Besatzungsbehörde ange-

toon Witten. ordnet, daft sowohl die holländische wie die

Da die Kauf, schweizerische Kohle aus dem Ruhrgebiet hin-

I monen%naf6t STcöuun | °usb°s°rd°r. werden Darf.

| weigerte, an die Finnzosen Waren zu verkaufen, teilte der französische Kommandant dem Polizei­chef in Witten offiziell mit, daft bei einer wei­teren Weigerung die Franzosen bie Gäben ge­malt f a m schlieften würden.

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