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fctertung utHT Ser großen 3aT>[ ÄfäMfcher. Pvsen- iw^r und vberschlesischer Flüchtlinge muhten die Jahresbeiträge um ein Vielfaches erhöht werden, und Erhielt dec Verein nennenswerte einmalige Spendern. In besonderen Fällen, besonders Unter­stützung armer Wöchnerinnen, tritt der Israelitische Foauenverein helfend ein. Der im (Zähre 1825 ge­gründete Kranken verein konnte im letzten (Zähre seinen statutarischen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen und wurde mit dem Hilfsverein ver­schmolzen, dem das vorhandene Kapital zur Ver­waltung übergeben wurde .mit der Bedingung, fcub die Rechtsansprüche der früheren Mitglieder, weini auch nur in teschränkt-em Mähe, erfüllt werden. Ansehnliche Mittel flössen auch dem VereineAltersheim" zu. Rach Bereitstellung eines Betrages aus der Gemeindekasse anlählich des fünfzigjährigen Bestehens der Synagoge im Jahre 1917 wurde 1919 der Verein zur Unterbringung Altersschwacher und Siecher in einer Anstalt, in der diche ihre religiösen Bedürfnisse in vollem Mähe befriedigen tonnten, gegründet. Das für diesen Zweck erworbene Haus Walltvrstrahe 48 konnte auch in diesem jdV.e wegen des Wohnungsmangels nicht seiner Be­stimmung übergeben werter. Eine Dttriebs- ervfsnung der geplanten Anstalt scheiterte aber auch trotz grösster Kraftanstrengung an der Ain» Zulänglichkeit der Mittel, so dah der Verein sich darauf beschränken muhte, einzelne Personen in bestehenden An stallen unterzubringen. Die reli­giöse Behandlung Sterbender und die rituelle Bestattung der Verstorbenen ist die Aufgabe des Israelitischen Wohltätinkoitsvereins. Als selbst­verständliche Pflicht gilt es für die Mitglieder der Religionsgemeinde, an allen gemeinnützigen interkonfessionellen Webten der Barniherzigkeit mitzuarbeiten, tobe Den in Deutschland bestehen­den jüdischen Anstalten ihre Förderung ange­deihen zu lassen, so der Gar.e.ibausch^lle für Israeliten in Ahlen bei Hannover, den Waisen- anstalden in Diez und Ems und andere.

Am 26. Mörz tourte bei feierlichen Gottes­dienste unter vollzähliger Beteiligung des ReichZ- buntes jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Die- ten, in der Synagoge eine Gedenktafel zu Obren der im Weltkriege gefallenen Mitglieder der Religionsgemeinde enthüllt. Auch an der für die 'Gefallenen am Totensonntag le anftalteten Ge­dächtnisfeier beteiligte sich die Gemeinde.

Am 3. September fand anlählich der hesiaen 25jährigen Amtstätigkeit ihres Rabbiners, des Provinzialrabbiners Dr. Sander, ein Fest- gottesdienst unter Beteiligung fast sämtlicher Gemeindemitglieder und der Vertreter vieler Religionsgemeinden dec Provinz statt.

Einen wesentlichen Zuwachs 'hat die Gemeinde weder durch Zuzug noch durch Geburtenüber­schuh zu verzeichnen.

Rnzeige gegen khn erstattet hatte, zwar prttrtt- rechtliche älnregelmähigleiten, aber keine straf- baren Handlungen hatte zuschulden kommen lassen.

Zurückgewiesen wurde die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen ein Urteil des Schöffen- gerichts, durch das ein hiesiger Uhrmack,«r von der Anklage des Preiswuchers sreigesprochnr worden war. Es ergab sich, dah die Weckeruhr, durch deren Verkauf er sich nach der Ansicht der Preisprüfungsstelle eh et übermäßigen Gewinn verschafft hatte, ihrer äuhe.en Aufnrachung nach einen Luxus gegenständ darstellte. Dre Verord­nung gegen Preistreiberei bezieht sich aber nur auf Gegenstände des täglichen Bedarfs.

Ein Milchhündler aus Mittelgründau war vom Schöffengericht Büdingen we^i Unterschla­gung von Milchkannen des Stadt. Letensmit.el- amts m Fvinksurt a. M. zu 90C0 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Aus die Te.ufung der Staats­anwaltschaft wurde die Strafe auf 15 0C0 Mk. erhöht. In einem weiteren Fall, in dem Frei­sprechung ergangen war, wurde das Urteil be­stätigt.

Keinen Erfolg mit seiner Berufung Hatte ein Schausteller, der auf dem Jahrmarkt in Butzbach ein Glücksspiel veranstaltet hatte und vom Schofsengeiicht zu 10C0 Mark Geldstrafe Verurteilt worden war. Gr behauptete, es sei kein Glücksspiel getocfe.i, fonte.it eine erlaubte Aus­spielung, bei der jeder Mitspielende hätte ge­winnen müssen. Die Verhandlung ergab das Gegenteil. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde die Strafe der Geldentwertung entspre­chend auf $070 Mk. erhöht.

Vermischtes.

tob. Mannheim, 4. (Zart. Da der Fehlbetrag der Mannheim erStra-- henbahn für die Monate November und Dezember 921 Millionen Mark, auf das Jahr ausgerechnet, ohne Rücklagen beträgt, und die­ser Fehlbetrag durch die letzte Tariferhöhung nur auf 7 7 5 Millionen Mark herabge­mindert toerden konnte, so dah das tägliche Defizit immer noch mehr als 2 Mil­lionen Mark ausmacht, sind weitere Be­triebseinschränkungen unvermeidlich. Borläufig ist 250 Fahrbediensteten auf den 31. März gekündigt worden. Die BetriebSein- schränkungen bringen aber nur eine teilweise Erleichterung. Es muhten daher neue Tarif­erhöhungen vorgenommen teerten. Der neue Tarif wird am 20. Januar wiederum erhöht. Nach Einführung dieser beiden Tarife wird nach dem Ausgabenstand vom Dezember immer noch ein Fehlbetrag von jährlich rund Vr Milliarde Mark verbleiben, der sich infolge

Kirche und Schule.

rr Schlitz, 3. Ian. Aus dem kirchlichen Jahresbericht unserer Gemeinde entnehmen wir folgendes: Getauft wurden 47 Kinder gegen 59 im Vorjahr; getraut 22 Paare (23), kirchlich beerdigt 37 (27). Kirchen- und Abendmahls besuch hat eine erhebliche Zunahme zu verzeichnen. An allgemein erhobenen Kirchenkollekten gingen ein: 6625 Mk. Ferner wurden u. a. gespenter: für Beschiffung von Orgelpfeifen 7030 Mk., für Dau eines Gemeindesaals 8070 Mk., Heidenmission 11 532 M k, Innere Mission 2131 Mk., Evangel. Bund 8523 Mk, Hungernde in Ruhland 2519 Mk., ferner ein Waggon mit Naturalien an das Elisa- belhenstist in Darmstadt.

tog. Gedern, 2 Jan. Im Jahre 1922 fanden in der evangelischen Gemeinde statt: 43 Taufen (1921: 32), 29 Trauungen (10), 21 Be­erdigungen (18). Konfirmiert wurden 36 Kinder (27). Am heiligen Aoendmahl nahmen teil 1145 Personen (1134).

nd. Nidda, 3. Ian Heute fand hier eine Konferenz der Pfarrer und Reli­gionslehrer deö Dekanats Nidda statt, an der etwa 50 Personen teilnahmen. Pfarrer Laut von hier eröffnete die Versamm­lung mit einer kurzen Andacht. Der Dekanatsstell­vertreter gab dann über den Zweck und die Not­wendigkeit der Tagung einen Ueberblüf. Hierauf wurden drei Lehrer vorgeschlagen, die nach § 62, Absatz 4 der Kirenversassung auf sechs Jahre zum Dekanatstag und der Synode berufen wer­den sollen. Es sind die Lehrer H e n s e l - Hirzen­hain, G r e m m - Berstadt und Ganz-Ober- Widdersheim. Professor D. Dr. Diehl von Friedberg hielt einen höchst lehrreichen und tief begründeten Vortrag über die Frage: -Was kann der Religionslehrer tun. dah die Bibel wieder mehr in unserem Volke zur Geltung kommt?" An zahlreichen Beispielen zeigte der Redner, wie der Religionsunterricht biblischer gestaltet werden kann. Groher Beifall der Zuhörer bewies, dah der zweistündige Vortrag ein Erlebnis war, das in der Schulpraxis reiche Früchte tragen kann. Dekanatsstellvertreter Scriba von Eichelsdorf sprach dem Redner den wohlverdienten Dank aus und den Wunsch, dah die Religionslehrer- kvnferenz eine bleibende Einrichtung im Dekanat werden möchte.

nd. Nidda, 3. Ian. In unserem ev. Kirch­spiel, das etwa 3266 Seelen zählt, Warpen im verflossenen Jahre 60 Kinder getauft. Davon starben sechs. 30 Paare wurden getraut. Be­erdigt wurden 38 Personen, konfirmiert 67 Kin­der. Der Kirchenbesuch hat nach der Statistik 1,6 Proz. zugenommen. Die Opfer und Gaben zu wohltätigen Zwecken hatten eine noch nie zu verzeichnende Höhe erreicht, nämlich 288 815,40QHf.

Gictzcncr Strafkammer.

©leben, 3. Ian.

Von der Anklage der Unterschlagung, des Betrugs und der Untreue freigesproHm wurde ein Versicherungsagent aus Ge>en, nachdem die eingch.'nde Hauptte. Handlung ergeben hatte, dah et sich im Dienst einer Gummiware ifabrik, die

neuer Belastungen durch Personalkosten und sachlicher Ausgaben ab 1. Januar 1923 we­sentlich erhöhen wird. Erneute, starke Tarif­erhöhung in naher Zeit werden die Folge sein müssen.

Berlin, 4. Jan. (Wolff.) DieB.Z. a. M." meldet: Ein Mann sah im Walde zwi­schen Wildau und Königswusterhausen zwei Automobile aus ter Richtung Berlin ankom­men, denen drei Herren entstiegen. Die Herren gingen in den Wald und bald darauf kam einer mit der Le i ch e eines jungen Mäd- ch e n S zurück, die eine Schußwunde zeigte. Bald darauf brachte ein anderer der Herren die Leiche eines jungen Mannes. Die beiten Leichen wurden in das Auto gebettet, während die drei Herren das andere bestiegen und davonfuhren. Einer der Herren erklärte auf eine Frage des Beobachters, es handle sich um den Doppelselbstmord eines Liebespaares. Die Polizei konnte bisher noch nicht feststellen, wohin die Leichen ge­kommen sind.

Berlin, 4. Ian. Nach einer Blätter­meldung tourten in Lübeck ter Konditor Hof t und se ne Ehefrau ermordet auf* gefunden. D'.e Leichen tourten auf dem Felde vergraben aufgefunten. Als Täter wurde der Gastwirt SalewSki festgenommen.

* An der Pforte der Pharaonen- g r ä b e r. Die Auffindung eines fatelha'ten alt- ägyptischen KöntgssHatzes durch ten Lord Car­narvon, der die Ausgrabungen aus Liebhaberei betreibt, läht wieder einmal die Reize und Er­regungen ter Ausgräber!it gleit in he lern Lich e erscheinen. DieWissenschaft vom Spaten" ist nicht nur ein gelehrtes Werk, das ter Welt die wichtigste Kunde über Geschichte und Kunst ferner Vergangenheiten geschenkt hat. sondern e3 ist auch ein nervenanspannenter Sport, ter einen ge­heimnisvollen Zauder ausübt. So ist das Tal der Pharaonengrnber bei Lu.or eine verödete Derg- schlucht, die hinter steilen Klippen, von den breiten Niltal ftreng abgeschieden, etwa ZOO Kilometer oberhalb Kairo liegt, eine Stätte voll roman­tischer Phantastik, auf die seit vielen Jahren die Sehnsucht ter Archäologen gerichtet ist. Eine syste­matische For schafsu'.g cer $.unter an der Ober­fläche in dem ganzen Tal ist 1903 durch Howard Carter begonnen worden, ter auch diesmal ter Mitarbeiter des Lords war. Damals entdeckte Carter zwei Königsgräber, die aber bereits in alten Zeiten au sgeplüntert waren. 1905 setzten die beiden englifajen Archäologen Weigall und Quiboll die Arbeiten fort, und es glückte ihnen, das berühmte Grab ter Eltern ter Königin Tii zu finden, in den folgenden Jahren die Ruhestätte ter Pharaonen Echnaton und Hor:m- heb. 1911 wurden dann die Arbeiten eingestellt, aber 1915 begannen Lord Carnarvon und Carter von neuem mit ter Durchforschung des Tales und arbeiteten sieben lange Jahre, ohne bed.utendere Funde zu machen Der Lord verzweifelte bereits daran, noch irgend etwas Wichtiges zu finden.

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biS jetzt endlich ihre lange 26x8bauet und müh­selige Tätigkeit über Erwarten reich belohnt Wor­ten ist. Das Ausgraben ist an dieser Stätte eine nicht schwere, ater sehr eintönige Tätigkeit. Man muh die Trümmer an ter Oberfläche entfernen und biS zu den Felsen Vordringen, um hier nach den Grabkammern.zu suchen. Gelingt ater bann ein grober Fund, so ist das ein ganz ungeheures Erlebnis.Wenige Eindrücke auf ter Welt können so überwältigend sein." schreibt darüber ter frühere Generakinspettor ter ägyptischen Altertümer, Arthur Weigall, als an ter Pforte eines Pharao­nen grobes zu stehen, das seit ter Bestattung noch nie geöffnet wurde, und hier die Schätze auszuspüren, die seit Tausenden von Jahren un­berührt baliegen. Im Licht ter elektrischen Fackeln bringen bie Ausgräber mit klopfendem Herzen vor in ten engen Gängen und stehen bani plötzlich vor den Betten, Stühlen, Tischen, Vasen und anderen Dingen, die mit dem toten Herrscher bestattet wurden, und bie nun so neu und glanz­voll erscheinen, wie am Tage, da sie fertig tour­ten. Mit andächtiger Spannung betreten sie das dunkle Zimmer, in dem bie Mumie in ihrem goldenen Sarge ruht. Das ist ein Jo erstaunliches und so übertoältigenteS Ereignis, dah man dafür gern Monate und Jahre unfruchtbarer Arbeit binnimmt.

Handel.

Berlin, 4. Jan. Dorfen st immungs- bild. Die Nachrichten über die Pariser Kon­serenz lassen nur geringe Hoffnung auf eine be­friedigende Löfung der Reparationsfrage zu. In­folge dieser unerfreulichen Aussichten vermehrte sich die Nachsrage nach Devisen wesentlich. Die Kurse fliegen daher bei ziemlich lebhaftem Ge­schäft beträchtlich. Der Dollar stellte sich auf 8100 und gab im späteren Verlaufe nur unbe­deutend nach.

Frankfurt a. M., 4. Ian. Börsen - st i m m u n g s b i l b. Die heutige Börse war nur für den Devisen- und Notenrerkehr geöffnet Unter dem Eindruck ter Pariser Meldungen zog ter Dollar an; er tourte in den ersten Morgen­stunden 7850 bis 7950 genannt. Es kam im Ver­laufe zu weiteren Preiserhöhungen; man hantelte ten Dollar zeitweise zwischen 8100 und 8000. Auch für die übrigen Devisen und No'en stellten sich bie Preise ansehnlich höher. Infolge der Be­wegung der ausländischen Zahlungsmittel zeigte sich auch stärkere Nachfrage nach Elfer e i. Aus­landswerte erzielten höhere Ku.se. Zu Abschlüssen kam es jedoch nur in wenigen Fällen, da die Spekulation noch die weite.« r Nachrichten aus Paris abtoartet. Sonst zeigte sich im inoffiziellen Efjektenverkehr eine feste Stimmung. Sehr ge­sucht find tesoiters versch'e'e ie unnotterte Werte. CH mische Aktien ftell'e i sich höher, Slektrizitäts- aktien lagen fester. Maschinenaktien fanden eben­falls Bachtung. Der Dollar wurde um 1 U'hr etwa 8050 genannt.

Frankfurter Devisenmarkt.

(Telegraphische Auszahlung.)

Amtliche Notierungen.

Datum:

Antw.-Drüsfel . Holland London ..... Paris .... Schweiz Spanien Italien ViikibotoDporto Dänemark.... Äiorweaen . .. . Schweden .... HelfinniorS. ... Siemwrk Dettt fch-Oesterr. Budapest.....

Prag Sofia

3. Januar

Danknoten.

Brief

498,25

2957.40

34771.55

55.035

1421.06 1203,-

392,-

1546.10

1421)45

2034.10

194 50

7481.25

10,62

299, -

229,40

7780

Geld

498,75

2942,60

34538,45

547,65

1413,95

1197,-

390,-

i^/K) 1428,55 2045.! 0 195,50

7518,75 10.68

301,- 230 63

78,20

Irankfnrt a.M., 4. Januar.

Cchivei^cr Noten...........

Jranchsiiche Noien..........

Dänische Noten Sci'wedifche No en HoUändiiche Noten Deniich-Oenerreich L 10MKronen Auieiik mifrbe Noten.........

Englifche No e>i ...........

Jialieuische No en § panische Noien Nnaatische No en Tschechoslowakische Noten

4. Januar

293,

240,-

37275- 403,ä0

287,- 236,

33rief

526,30 3201- 37593,75

570.45

1529,80 12<:8,15

413,55

7992,45

11,47 311,

241,40

8032,55

11,53

321, -

242.60

1B54.15

1553.90

2165.40

Geld 1502,50 51'3,50 1'10,- 2115- 3155, 10,95 7980,-

Brief 1522.50

566,50 1630,- 2145,- 3185,-

11.35 8020,- 37475, 40(130

Geld

523,70

8192,- 37406-25

573,55

1522,20

126185

411,45

164585

1546 10

2154,60

Märkte.

Berliner Produktenmarkt.

Berlin, 4. Jan. Die Aufwärtsbewegung ter Devisenkurse regte die Kauflust auch am Produktenmarkt stark an. Auch das Angebot ter Provinz war äußerst zurückhaltend. Die Mühlen suchten int Zusammenhang mit besserem Mehl­absatz Weizen zu kaufen, Roggen war begehrt zur Ablieferung an die Reichsgetreitestelle. Gerste hatte feste Haltung bei ruhigem Geschäft, Donau- Gerste wurde besonders in Hamburg gekauft. Hafer hatte zwar feste Haltung, bie Steigerung te: Preise tourte aber durch Angebot von Ware gehindert, bie noch auf die billige Dezemberfracht bezogen worden ist. Mais war für spätere Liefe- i-ung begehrt, in ben sonstigen Artikeln herrschte feste Stimmung. Weizen, märkischen 15 803 bis 16 100 Mk., pommerschen 15 400 bis 15 830 Mk. (sehr fest), Roggen, märküschm 14 503 bis 14 700 Mark, pommerschen 14 303 bis 14 600 Mk., schle- sischm 14 403 biS 14 550 Mk. (fest), Sommergerste 12 700 bis 13 400 Mk. (still), Hafer, märkischen 13 400 bis 14 000 Mk., pommerschen 12 700 bis 13 400 Mk. (fester), Mais, La Plata, loco Berlin 16 400 bis 16 600 Mk., waggonfrei Hamburg 15 400 bis 15 630 Mk. (steigend), Weizenmehl (103 Kilo) 44 000 bis 48 030 Mk. (sehr fest), Roggenmehl (100 Kilo) 40 000 bis 44 500 Mk. (fest), Weisenkleie 8203 Mk. (ruhig), Roggenkleie 8400 bis 8500 Mk. (ruhig), Raps 26 003 bis 27 000 Mk. (ruhig), Biktoriaerbsen 29 000 bis

31 600 Mk., kleine Erbsen 26 OOO 518 27 000 Mk.. Futtererbsen 15 500 bis 16 500 Mk. Wicken 25 000 bis 28 000 Mk., Lupinen, blau 16 000 bis 17 000 Mark, gelb 20 030 bis 22 003 Mk, Serudella, alt 35 000 bis 40 000 Mk., Rapskuchm 10 500 bis 11500 Mk., Trockenschiiiyel 6100 bis 6300 Mk. Rauhfutter Weizen- und Roggenstroh, brahtgcb. 6500 bis 6300 Mk., Saferftrob, drahtgeprehi o500 bis 6803 Mk, Stroh, strohlseilgebüntett 6000 bis 6400 Mk., Wiefeilheu, gut, gesund and trocken, Bonnahd 6800 bis 7003 Mk., Nachmahd 6600 bis 6800 Mk. (Soweit kein anderes Gericht ge­nannt, verstehen sich alle Preise pro 50 Kilo.)

Frankfurter Schwe'me- und Klcinviehmartt.

Frankfurt a. M.. 4. Ian. (Amtlich.) Marktverlauf: Kleinvieh wird bei gedrücktem Ge­schäft ausverkaust. Der geringe Schweineauftrieb . wird zu Preisen des letzten Hauptmarktes bald geräumt. 3m einzelnen ist zu bemerken: Auf­getrieben waren 652 Kälber, 382 Schafe und 61 Schweine. An Preisen tourten angelegt für den Zentner Lebendgewicht: Kälber beste Qualitäten 6300063000 Mk., mittlere 5300362000, geringe 52 00057 000, geringste 47 000-52 000, Schafe 30 00048 000 Mk. Schweine nicht notiert. Aicher- dem wurden 48 Rinder ohne amtliche Preis­notierung gehantelt. Die Preise liegen um soviel über ten Stallpreisen, als sie die nicht unerheb­lichen Gewichtsverluste, Spesen und Händler­gewinn in sich schliehen.

(In einem Teil der Auslage wiederholt.) AuS Donar Laws Rete.

Paris, 4. Ian. (WTD.) Donar Cato sagte nach ter Morgenpresse in seiner Rete noch, die er im Laufe der gestrigen Konferenzsitzung gehalten bat, die wahren Meinungsverschieden­heiten zwischen England und Frankreich feien rein sachlicher Art. Wenn ich glaube, sagte er, der französische Plan könne Geld einbringen, so würde ich ihn sofort annehmen, denn unser Ziel ist, aus einem schlechten Geschäft s o viel wie möglich herauszuholen. Wenn Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfüllen würde, wäre England bereit, die strengsten Sanktionen zu ergreifen. Die belgische Priorität von 2 Milliarden habe man in dem Augenblick zugestanten, wo man noch beträchtliche Summen von Deutschland zu erhalten erwartete. Wir glaubten, sagte Bonar Cato, dah Belgien ein Opfer bringen könne, aber wenn man denkt, wie Poincars sagte, dah wir mit diesem Vorschlag zu weit gegangen sind, sind wir vollkommen bereit, au i unserem Plan ten Teil zurückzuziehen, der ein Opfer von Belgien verlangt. Bonar Lato vertrat den Standpunkt, ter englische Plan ver­letze nicht Artikel 8 des Vertrages, aber er werde hierüber die englischen juristischen Sachverständi­gen befragen. Was die Frage des französi­schen Goldes, das bei ter Bank von Eng­land deponiert sei, anbelange, so erklärte Bonar Law, dah es sich schon in Amerika befände und dah' Frankreich es nur unter ter Bedingung toieterfinten könne, wenn es seine interalliiertem Schulten bezahle. Bonar Law fuhr fort, dah man sich keine Illusionen über die Realität der Meinungsverschiedenheiten unter den Alliierten machen dürfe. Diejenigen von Frankreich und England erstreckten sich im Grunde genommen auf zwei Punkte, auf den Betrag ter deutschen Schul­ten und auf die Methode ter Einziehung. Was den zweiten Punkt anlange, so verkenne ter französische Plan, dah die einzige Art, sich sofort beteutente Zahlungen zu verschaffen, bie sei, tenKreditDeutschlandswiederzu heben. Die wirtschaftlichen Pfänder, die Poin- care ins Auge gefasst habe, machten die Wieder­aufrichtung dieses Kredites unmöglich. Die Hand aufs Ruhrgebiet legen, heihe, die Schlagader Deutschlands bedrohen. Andererseits würden die Zahlungen, die Frankreich während ter Morato­riumsdauer verlange, die Stabilisierung ter Mark unmöglich machen.

Kommunistische Kundgebungen in Parts gegen die Gewaltpolitik Poincarss.

Paris, 4. Ian. (WTB.) Bei ter gestrigen Kundgebung ter kommunistischen Partei und der kommunistischen Gewerkschaften in Paris gegen die evtl. Ruhrbesehung ist das Mit­glied des Preuhischen Landtages, die Kommu­nistin Goldstein, als Rednenn aufgctre^cn. Sie überbrachte dem französischen Pwletanat den Gruh des deutschen Prvlewriats. Nach dem Journal" soll für ten Fall einer militärischen Besetzung des Ruhrgebietes in ter Versammlung ein französisch-deutscher Generalstreik angedrohl worden sein.

Briefkasten der Nedaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit de?

! Schriftleitung.)

Wilh. W. Sie können ten Schlichtungsaus- schuh in Wetzlar zu einer Vermittlungs­aktion anrufen. Leistet dieser Ihrem Ersuchmr nicht Folge, weil es sich nur um eine ©insel- Lohnstreitigkeit und ein schon gelostes Arbeits­verhältnis hantelt, so . können Sie versuchen, Ihren Lohnanspruch beim ordentlichen Gericht (Kaufmannsgericht) einzuklagen Ob- dieser Weg Erfolg hat, können wir natürlich nicht beurteilen.

D in L. Wenn Sie von einem bestimmten Vorrat gekauft haben, und ter Verkäufer wie aus Ihrer Darstellung zu entnehmen war. Ihnen zugesichert hat, dah Sie Ihr Quantum von tem künftigen Vorrat auch zum abgemachten Preise erhalten, sofern Sie ihm den augenblicklich ver­fügbaren Vorrat zur Belieferung eines andern üterlassen, so 'haben Sie u. E. die spatem höhere Preisforterung nicht au leisten Dieses Gutachten kann jedoch keinen Anspruch auf absolute Richtig­keit erheben, da wir alle Einzelheiten ter Kauf- abmachung nicht kennen. Es dürfte lohnend sein, dah Sie sich mit einem Anwalt direkt in Ver­bindung setzen. . , .

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Meyers

Lexikon

24 Baude

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