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173. Zahrgang

Freitag, 5. Zanuar 1925

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

vnttk Mld Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steinöruderd R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschaftrsteve: Zchnlstratze 7.

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Der

Pari». 4. Jan. Hava 6 berichtet: Die Konferenz ist beendet. Die englische Dele­gation reift morgen früh ab. Poincare und Donar Sato haben nach der Äachmittagspause Erklä­rungen abgegeben, welche die Uneinig­keiten in der RepavationSsrage feststelllen. Die Erklärungen PoincarZs und Donar Laws wer­ben veröffentlicht werden. Die belgische Delegation wird morgen abend abreisen. Morgen finden zwischen der französischen, italienischen und belgischen Delegation noch Desprechungen statt.

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Paris, 4. Ian. (WTB.) Lieber die Der- Handlungen im ersten Teil der heutigen Konferenz berichtet die Havasagentur ncrf> folge tdes: Der italienische Delegierte Marquis della Torretta resümierte kurz den briti­schen Plan vom italienischen Standpunkt aus und hob besonders hervor, daß die S o l i d a r i -- t ö t der ehemaligen seindlichrn Mächte durch die Dcrschläge von Donar Law entgegen den Bestimmungen des Vertrages von Versailles gebrochen wurde. Italien könne auf diese Weise von Oesterreich und Ungarn keine Zahlungen erlanren und habe geglaubt, als Kompensation einen Anteil an den deut­schen Zahlungen beanspruchen zu können, dem Standpunkt, den sie in ih.em Memorandum die aber der britische Plan beträchtlich herab-' sehen wolle. Die ital'e risch? Delegation bleibe auf gekennzeichnet 'hake Vach dieser Veuherung der Havasagentur wäre also zu schilleret, daß ein italienischer Gegenvorschlag de? Konferenz heute nachmittag nicht unterbreitet worden ist.

Paris. 4. Ian. (WTB.) Die Konferenzver­handlungen sind zur Zeit auf eine Stunde unter­brochen. Sie sollen um halb 6 Tlhr (französische Zeit) wieder beginnen. Zu Deginn der heutigen. Vachmittagssitzung (3 Uhr) verlas Marquis della Torretta die neuen italienischen Vorschläge, die nach der Havas-Agentuc dem französischen Plan merklich nahekommen und sich vor allem der Deschlagnahme der Pfänder als Gegenleistung für das Moratorium an» schließen. Wie Havas weiter berichtet, hat dann Poincare die gestern von Donar Law vvrqehroch» ten Eintpendungen beantwortet. 3m Anschluß daran verlangte der englische Minister­präsident die (Störterung einer V o t e, die er cm frühen Vachmittag der Konferenz übergeben hatte und in der die gestern von Poincare geübte Kritik an dem englischen Plan beantwortet wurde. Der französische Premierminister er­klärte, daß er sie zur Kenntnis genommen habe und daß es ihm genüge, festzustellen, daß dieses Dokument den Grundsatz der Pfänberbeschlag- nahme, den die französische Regierung für un­erläßlich erachte, ablehne und daß es ihm deshalb unmöglich erscheine, in dievon Donar Law verlangten Erörterungen ein- zutreten. Indessen wurde auf Drängen der italienischen Delegation und der belgi­schen Vertreter vereinbart, daß jede der Dele­gationen für sich den englischen Entwurf und die italienischen Pläne einer Prüfung unterziehen sollen und die Konferenzverhandlungen eine Stunde später wieder aufgenommen würden. Die belgische, die italienische und die französische De­legation zogen sich darauf jede in einen beson­deren Raum zurück, um die gewünschte rasche Ueberprü,u 'g vor,zunehmen, während die englische Delegation sich in ihr Hotel begab.

'Der Einbru k dieses ersten Teiles der Sitzung bestätigt, nach Havas. den bereits am Vormittag festgestellten. Das Zu 'andekommen einer Einigung sei nach wie vor völlig unwahrscheinlich. Unter diesen Umständen würde die Konferenz wahr­scheinlich heute abend auseinandergehen.

Schlußerklärungen Bonar Laws und Poineares.

Parks, 4. Ian. (WTD.) (Havas, offi­ziell.) Donar Law hat in der Schlußsitzung der Konferenz folgende Erklärungen abgegeben:

Die Vegierung Seiner Majestät ist, nachdem sie die französischen Vorschläge mit der größten Ausmerksamkcit geprüft hat, zu der klaren Ansicht gekommen, daß diese Vorschläge, wenn man sie zur Aussührung bringt, nicht nur nicht die Ergebnisse zeitigen werden, die sie erreichen sollen, sondern wahrscheinlich ernste und selbst unheilvolle Folgen für d i e wirt­schaftliche Lage Europas nach sich ziehen weiden. Unter diesen Umständen tarnt sich die britische Regierung diesen Vorschlägen weder an- schließen, noch eine Verantwortung hierfür über­nehmen. Die Regierung Seiner Majestät will aber zu gleicher Zeit der Regierung der franzö­sischen Republik versichern, daß sie es außer- vrdentlich bedauert, daß eine unversöhnliche Mei­nungsverschiedenheit in einer so ernsten Ange­legenheit besteht, daß aber dadurch dte freundschaftlichen Gefühle nicht nur der britischen Regierung, sondern, wie sie über­zeugt ist. des britischen Volkes gegenüber der französischen Regierung und dem französischen Volke unverändert bleiben.

Ministerpräsident Poincare hat hieraus folgende Erklärung abgegeben: Die Regre- rung der französische Republik hat ihrerseits die britischen Vorschläge sehr aufmerksam und sehr streng geprüft. Je mehr ste sie studiert hat. desto mehr mußte sie erkennen, daß sie eine wesentliche Herabsetzung der franzoitschen Forderungen in sich schließen, sowie ein ym» stoßen des Vertrages von Versailles und daß es unmöglich sei, eine derartige Lösung

Abbruch der Pariser Konferenz.

anzunehmen. Die Regierung der Republik be­dauert lebhaft, daß sie sich über diese ernste Frage mit der britischen Regierung nicht hat einigen können, aber sie dankt der britischm Regierung, für die freundschaftlichen Gefühle und sie kann ihr die Versicherung geben, daß trotz dieser Verschiedenheit dec Ansichten die Gefühle dec Regierung der französischen Republik und der französischen Ration gegenüber England un­veränderlich herzlich bleiben werden.

Paris, 5. Ian. (WTD.) In der Rede, in der sich Poincarö in der gestrigen Sitzung dec Konferenz mit den gestern von Donar Law vorgebcachten Demerkungen beschäftigt, heißt es weitet: Wenn der Repa ration Zwiste in Deutsch­land nicht vorhanden sei, werde trotz aller De- fieiung von den Sachleistungen dec Zusammen­bruch der Mark sortschreiten. Ferner bedeute die französische Forderung, den Ertrag der Pfänder bis zum Abschluß einer Anleihe in dec Hand zu behalten, keineswegs dir Ablehnung des Mora­toriums, sondern lediglich daß Frankreich nicht mehr als ein Teilmocatocium bewilligen wolle. Außerdem habe es die französische Regierung ja unterlassen, den Umfang des Moratoriums und die Dorausfetzungen für die Verrechnung der Sachlieserungen anzageden. Mit der Abschätzung des Wertes der produktiven Pfander habe das nichts zu tun. Der französischer Regierung, fuhr Poincare fort, komme es bei dem Vergleich der Opfer, die jedem dec Alliiecten nach dem eng­lischen Plan zugemutet würden, nicht so sehr aus die Zahlen an, als vielmehr auf die allge­meine ^age Frankreichs bzw. Englands im Hin­blick aus ihre finanziellen Opfer im Kr ege. Wenn man -von dec Möglichkeit einer Ae.rdecung der Deschlüsse des amerikanischen Kongce ses absehe, würde England, nachdem der Plan Donar Laws die ihm darin vorgesehenen Summen zur Der- fügung gestellt hätte, den Vereinigten Staaten noch 9 Milliarden Goldinark schulden.

Eine Erklärung der deutschen Regierung»

Berlin, 4. Jan. (WTD.) Am t l t ch. den heute abend hier eingetroffenen Vachrichten ist die Pariser Konferenz ergebnis­los verlaufen. Es hat sich herausgestellt, daß die auf der Konferenz vertretenen Mächte nicht einmal den englischen Reparationsplan, der eine Gesamtschuld Deutschlands mit einem Gegenwartswert von nahe­zu 4 0 Milliarden Goldmark vorsah. eine Summe, die die Leistungsfähigkeit Deutsch- lands bei weitem überschritten hätte, ihre Zu­stimmung erteilen wollten. Die Konferenz ist nicht nur in Deutschland, sondern von den Einsichtigen aller Länder begrüßt worden, in der Hoffnung, daß endlich, vier Jahre nach Deendigung des Krieges, das Reparationsproblem eine ausführ­bare Lösung finden, und daß Deutschland wie ganz Europa aus dem wirtschaftlichen Chaos, in das es durch die politische Behandlung dieses rein wirtschaftlichen Themas gestürzt worden ist, herausgebracht werden könnte. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt, die deutsche Regierung hat in ernsten Desprechungen mit den maßgebenden Faktoren der deutschen Wirtschaft eine eingehende Untersuchung über die wirtschaftliche Leistungs­fähigkeit Deutschlands angestellt und das Er­gebnis der Vorschläge, die bis an die äußerste Grenze dieser so festgesetzten Leistungsfähigkeit gingen, niedergelegt. Sie hat an die Konferenz das Ersuchen gerichtet, diese Vorschläge entgegen- zunehmen und durch einen Deauftragten er­läutern zu lassen. Deutschland ist nicht gehört worden, obwohl es nach dem Friedensvertrag einen Anspruch darauf hat. Seine Vorschläge sind in Paris nicht einmal entgegengenom­men worden, während auf der unter dem Vor­sitz D.onar Laws tagenden Londoner Kon­ferenz die deutschen Vorschläge wenigstens in Empfang genommen und geprüft worden sind. Die deutsche Regierung hat an­gesichts der Ablehnung, die in Paris schon der englische Repacationsvlan gefunden hat. davon abgesehen, ihre Vorschläge, die unter diesen Um­ständen keine Aussicht auf Berücksichtigung fin­den konnten, der Konferenz unaufgefordert zur Kenntnis zu bringen. Trotz dieser neuen Ent­täuschung hält die Regierung an der Ueber- zeugung fest, daß nur eine vernünftige und für Deutschland tragbare Lösung der Reparations­frage Europa vor dem sonst unvermeidlichen Ruin bewahren kann. Sie wird sich von dem Weg, wie er durch die Rote vom 14. Vovembec und die darauffolgenden Erklärungen vorgezeich­net und wie er vom Reichstag gebilligt worden ist. nicht abdrängen lassen.

Deutsche Betrachtungen zum Abbruch der Pariser Konferenz.

'Berlin, 5. Ian. Die durch den Abbruch der Pariser Konferenz entstandene Rechts­lage charakterisieren dieBlätter übereinstim­mend folgendermaßen: Solange der Vertrag von Versailles noch gilt, hat Deutschland nicht mit einzelnen Mächten, sondern mit der Reparationskommission zu tun. Erst muß die Reparationskommission das Morato­rium abgelehnt haben, wenn Deutschland den am 15. Januar fälligen Betrag nicht gezahll habe.

muh eine vorsätzliche Verfehlung sestgestellt und eine Einigung der Alliierten über die zu er­greifenden Maßnahmen erzielt sein, erst dann ind Sanktionen vertragsmäßig zu­lässig. Sogenannte Sanktionen, die ohne Ent­scheidung der Reparationskommission oder von einer einzelnen Macht ergriffen werden, sind ver­tragswidrig und in völkerrechtlichem Sinne feindliche Handlungen. Züjrl Frankreich also auf eigene Faust einen Uebersall auf Deutsch­land aus, dann machte eS, wie sämtlich: Blätter betonen, den Vertrag von Versailles zu einem Fetzen Papier, und ferner wird es vertragsbrüchig auch seinen Ver­bündeten gegenüber, denen damit die Pflicht zufällt, Deutschland in der Rechtssphäre, die ihm der Vertrag gelassen hat, zu schützen.

Ueber die politische Sei t e des Schei­terns der Konferenz schreiben die Blätter, daß der airnexionistifche Geist dec fran'.ösischen Poliiik, der die Reparationsfrage vom Tage der Reduktion des Versailler Vertrages an durch alle Stadien der Vechandlangen hindurch nur als Vorwand zur Durchsetzung der Rhein- und Ruhcangliede- tung aus Umwegen benutzt hatte, die Konferenz gesprengt hat.

DieV o r d d. A l l g e m. Z t g. sagt: Die französische Regierung beweist von neuem, daß eS ihr nicht auf eine Erledigung der Revarattskls- fcage, sondern auf die machtpolitisch: Befriedi­gung imperialistischer Gelüste M.Mwml. Ein furchtbares Verbreche n an Europa be­reitet sich so vor. Dis deutsche Volk wird in Swlz u td in Ruhe zur Regierung steten. Schwere Glu iden liegen vor uns. Sie sollen ein starkes Geschlecht finden.

Auch dasBert 7 a g cb V bezeichnet als die Parole dec Stunde sic Zurückstel­lung aller inneren Fehden, die völlige nationale Geschlossenheit, die Enlsch ossenheit, un­gerechten Forderungen die Stirn zu bieten und die folgen heroisch zu tragen.

DerLokalanzeiger, dec den Gedanken an einen Krieg wegen der Wehrlosigkeit Deutsch- lands als Tollhäuslertum bezeichnet, sagt: Ver­zagen nimmer? Auch dieser Wahnsinn wird sich ausrasen! So trübe die Zukunft vor unS steht, nur "Deutschland - sich selbst ausgckst, ist ver­loren!

Rücktritt des belgischen Ministerpräsidenten?

Brüssel, 5. Ian. (WTB.) Agence Delge. Zu dem von der Presse gebrachten Gerüchte von R ü ck t r i t t s a b s i ch t e n des belgischen Ministerpräsidenten T h e u n i s wird aus er­mächtigter Quelle erflärt, daß Theunis nicht die Absicht habe, bei seiner Rückkehr aus Paris zurückzutreten, jedoch könne man für die Zukunft keine Mutmaßungen äußern.

Die Fragen der NeparaLionskommWon*.

Paris, 5. Ian. (WTB.) DieDaily Mail" veröffentlicht folgende Nachricht: So­bald Sir John Dradbury von der Anbe­raumung der nächsten Sitzung decRepara- tionskommission unterrichtet worden ist, hat er offiziell dem Vorsitzenden der Repa­rationskommission Barthvu mitgeteilt, daß er an den Sitzungen der Kommission nicht teil- nimmt. Die nächste Sitzung der Re­pa r a t i.v n s k v m m i s s i o n ist nach dem Petit Parisien" einberufen worden, um die beabsichtigte Verfehlung Deutschlands in den Kohlenlieferungen festzustellen. Die Erklärung Bradburhs, an diesen Beratungen nicht teil- nehmen zu wollen, wird von dem halbamt­lichen Blatt als der Ausgangspunkt einer Ent- h-altungspolitik bezeichnet, durch die die briti­sche Delegation in die Rolle eines Beobach­ters gedrängt werde ähnlich der Rolle, die die amerikanische Delegation eingenommen hat. 2lber das Reglement der Reparations­kommission sehe voraus, daß im Falle einer Enthaltung d'eser Art eS genüge, damit die ge­troffene Mehrhe tteutscheidung durchführbar werde, daß die Kommission ihre erste En:sch ei- düng durcheinezweiteEntscheidung bestätigt. Anter diesen Umständen werde die Verfehlungserklärung Deutschlands in der Kohlenfrage nur eine Frage von Tagen sein. DerPetit Parisien" glaubt, daß Poincare sich bereits gestern nachmittag mit dem bel­gischen Ministerpräsidenten Theunis über die Zwangsmaßnahmen unterhalten habe, und daß diese Unterredung sich zweifellos auch auf die militärische Besetzung wenigstens eines Teiles des Ruhrgebietes bezog.

Das Unrecht derSanktionen".

Berlin, 4. Ian. (WTB.) DerM a n- chester Guardian" beschäftigt sich in einem ausführlichen Artikel mit dem von Frankreich auf Grund des Versailler Ver­trages in Anspruch genommenen Rechts zu Sanktionen gecen Deutschland.Au"Grund der eingehenden Analyse der in diesen Lagen so oft zitierten Paragraphen 17 imb 18 der

zweiten Abteilung zum ReparationSkapitel kommt der Artikel zu Ergebnissen, die mit der deutschen Auffassung in allen Punkten überein stimmen.

Eine Erklärung Hardings.

Paris, 4. Ian. (WTD.) Der »Reuhork- Herald" meldet aus Washington, daß die R e - gierung ausführliche Berichte über die Verhandlungen dec Pariser Konferenz vom amerikanische Botschafter Herrick und dem amerikanischen Vertreter in der Reparationskom- mifi'ion, Doyden. erhalten habe und daß man sich in Regierungskreisen für dir Vorgänge lebhaft inte effiere. Es verlaute, daß Ha c ding hin- sichtlich der künftigen Stellungnahme die ent- sch'ebenste Haltung eingenommen habe. Er sei entschlösse i, dahin zu wirken, daß die Repacationsfcage gelöst werde und fc bereit, auch die letzten Mittel Ame­rikas anzuwenden, um eine Verständigung zu erreichen, obwohl es natürlich möglich sei, daß Bemühungen der Vereinigten Staaten nicht gewünscht würden. In diesem Falle werde nichts getan werden, um ein amerikanisches Eingreifen bei den Alliierten durchzusetzen.

London, 4. Ian. (Wolff.) Die »Daily Mail" meldet aus Washington, daß die öffentlich: Ql^eimmg in Amerika in überwältigen­de.- Mehrheit gegen d i e Politik Poi n- cacgs ist. Die Washingtoner Berichterstatter dec repub ilanischrn Blätter kündigen an, daß die amecikaillsch: Regierung in naher Zukunft einen nc.en Sch utt tun werde in dec Hoffnung, ein Tleb er einkommen bezüglich der Reparationen zu erzielen.

London, 4. Ian. (Wolff.) Die britische Finanzmission unter Führung des Schiykanzlecs Baldwin ist in Reuyock eingetroffen. Dje erste formelle Sitzung mit der amerikanischen Schuldensundierungs-Kommission findet am näch­sten Montag m Washington statt.

Einer Washingtoner Meldung zufolge, hat der amerikanische Botschafter in London, Har­vey, seine Besprechung mit dem Präsidenten H a r d i n g und Staatssekretär Hughes im Weißen. Hmrse begonnen

London, 4. Ian. (Wolff.) Reuter meldet aus Washington, die im Senat von Robin- s o n (Demokrat) eingebradjte Resvlulioön werde voraussichtlich die Debatlle über die aus­wärtigen Angelegenheiten wieder er­öffnen. Durch die Resolution soll Präsident Har- ding ermächtigt werden, einen oder mehrere ame» cikanische Vertreter in die Reparationskommission zu entsenden. Die Resolution besage, dec Ber­liner Vertrag gebe den Vereinigten Staaten das Recht, an den Repacations maß regeln auf Grund des Versailler Decttages teilzunehmen.

Ein Streit um den französischen Goldschatz in England.

Paris, 4. Jan. (WTB.) Das Kabinett des Ministerpräsidenten veröffentlicht eine Erklärung über die durch den englischen Reparationsent­wurf aufgeworfene Frage dec französischen Golddepots in London Es handle sich hiernach um einen Betrag von 50 Millionen Goldpfund, die auf Grund eines am 25. August in Calais unterzeichneten Abkommens von btx französischen Regierung der englischen als An­ke i h e gewährt worden sind, während gleich­zeitig die englische Regierung der französischen einen Vorschuß von 150 Millionen Pfund Sterling gewährte. Englischerseits ist nach der amtlichen Ecllärung einmal am 13. Dezember 1917 und ein zweites Mal im Jahre 1919 eine Abänderung der Bestimmung des Abkommens gewünscht worden, daß die 50 Millionen Pfund französischen Goldes als eine Anleihe an den englischen Staatsschatz zu betrachten seien. Diese Forderung sei jedoch beide Male von der französischen Regierung abgelehnt worden. Das Abkommen von 1916 sei also nach wie v^r das einzige, das juristisch für den Cha- ratter der Golddepots maßgebend sei. Auf Grund seiner Bestimmung figuriere der fragliche Gold- betrag nach wie vor in der Bilanz der Datck von Frankreich.

französische Prcsicstimmen.

Paris, 4. Jan. (WTB.) DerTemps^ schreibt: Bonar Law chube offen seine Ver­antwortlichkeit festgelegt und es sei au bitter, hiervon fest abzugeben Einer seiner Mitarbeiter, der gestern die erglisch? Presse informierte, sei soweit gegangen, zu behauch er. daß der englische Plan das persönlich? Werk Donar Laws sei. Die deutsche Presse scheine ihre Informationen aus englischer Quelle geschöpft zu haben.

DasJournal des Dubais" hält es unter den vorliegenden Umständen für geboten» sobald wie möglich in eine neue P'ha se der Verhandlungen einzutce en. Es sei bekannt, Charakter haben sollte, und daß allein die Ge- daß die Pariser Konferenz einen vorbereitenden f am t b e i t derGläubigecDeutschlands befugt wäre, sich über etwaige Abänderungen in den geltenden Bestimmungen auszuspr-echrn. Mehrere von den Gläubigermächien hätten be­reits in aller Form den Wunsch geäußert, an den endgültigen Drratungen ie'.lzunehmen. Der Au­genblick sei gekommen, um diese Konferenz zu­sammenzuberufen, oder Ire rigstens sich zusammen­zusetzen, um die gegenseitigen Meinungen zu äußern.