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HL 153 Swett« Blati

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger sm Gderhessen)

vienrrag, 3. ZuN 1923

Die Neuregelung de» Mieter­schutzes.

(SchllUrf.)

Sei Tetfafrtte bei der A»fhed«»g«lQge.

Iht 2h>H>#bjng<rtag< Ift bei dem Amts- g« r i ch I ,u erbeben ©in« Mitwirkung bce Rhet- enrtflunq«amte« 'indci also da auch eine Rün- tngung dri> Miciver'rage« darch den 7k rm lei er nicht medr erforderli b und auch nichl mehr au- laOig tsl nicht ftait Der Herrn i «ter kann ohne toeiierrt die Au'bebungsllage erbeben. Hierdurch tnrt» eine Weser llichc Derunsachuna bc» Der- Mträm« und ein." Sntlaftung der MeleinigungL- ämter erreich!

Do« Amtsgericht einscheidei unter Hinzu- Mtbtrng .xxi Beisitzern, die »jr Milte Her- mietet au« den Renten der Hausbrfitzer. &ur Hällte Meier sein müllen Hier wird erstmalig da« Üaenrfemem In da« zivil rechtliche Tkdabren bei den Amtsgerichten tingelübtl 3(>re Beftrf- Uing erfolgt a is Gründ von 7torf<blafl«Iiftcn. die OOT örtlichen Äau«hefther. -nh Mte'err--rrf.non gu erfordern sind, aus die Sauer von mindesten« an Hahr Die Beisitzer erhallen für ihre Tätig- leit eine Vergütung Jjür die Ri«®ab'. der Brf- hftcr bar rru: maßgebend «ein bah von ihnen eine «willen hotte und uupaNeiischc Ausübung de« Amte« zu ertnarien ift Ra dh der .^uqebörigfelt .1 bestimmten Bei uisoNen oder Bevölfc-rungs- hriten darf ein Unterichied nich! gemach- werden 3m übrigen finden aus die lkiht)er ge wiste für Schöllen geilende Vorschriften Anwendung, vir allem sind die Beisitzer m bestimmter Reibentelge Pi den Sitzungen heranzuziehen

Defa»dere ®re#e lvorschrrften. Werk» wohoangen.

Besonder« wichtig ift die für Terkwohnungen geltvssene Regelung b b für Tohnungen. die von einem Arbeilqeber an einen Arbeitnehmer leine« Betriebe« überlassen sind Wird in diesen Füllen da« Dienst- ober ArbeitsverhällniS aus- gelöst, so ift zu unlerscheiden Hofe der Arbeit- irtxner dem Arbeitgeber einen gesetzlich begrün­deten Ansatz zur Auilö'ung be« Dienst- ober Ar- beittzverbältnisse« geg-ben ober hat er selbst bat Verhältnis ausgelöft. ohne bah der Arbeitgeber rtxu einen Grund gegeben hotte. Io kann der Ar­beitgeber. wie auch bisher, ohne wei'ere« bte RäurrwngSllagc erheben Das Gericht ist tedoch auch in diesen Fällen mit Beisitzern zu deetzen Srgebl ein Urteil aut Riunrung, f-> kann die« ohne weiteres rx-Iiftrcdt werden, auch wenn kein Gt satzraum vorhanden ift

Bestand für bim Arbeitgeber kein gesetzlicher Grund zur Auflösung des Dienftvertzältni'sc-s oder hatte der Arbeitgeber dem Aibotnehmor seinerseits einen Grund gegeben. Io gelten auch aach bei Auslösung bei Dienstverhältnille« hin­sichtlich der TDobming die allgemeinen Wt.-ier- fchitzvvrschristen Der Arbeitgeber kann tedoch bte AufhebungsNag« bereit« bann erheben, wenn er den Baum aus besonderen Gründen, insbe­sondere für den Rachsolger de« Mieter« in dem Dimft- ober ArbeitSverhältnlS. dringend braucht Der Arbeitgeber kann, falls er bereit Ift, dem Arbeitnehmer einen angemessenen Geldbetrag zu zahlen twi langen dah er da« 'Räumung«urteil auch durchführen darf, wenn kein Trfatzraum vor­handen ist. Die Höhe de« Betrage« wird von dem Gericht seftgesetzt

Besonder« heft*-mut wird, datz g c tr e r ? - schas lliche Betätigung snsbesondee dne Beteiligung an einem Streik über Lohn- oder Arbeitsbedingungen die Aushebung de« Mietver­hältnisse« nicht rechtfertigen soll.

In zahlreichen Teikwobnungen bcltnben sich Perfonen. bte in dem Betriebe 1e:bft nicht te- schästtgl sind Au« wirtlchaitlichen Gründen ist die Freimachung bteler "Räume erleichtert Der Eigen­tümer der Terkwohr.ung kann die Aufhebung des Maewerholtnisse« verlangen, wenn er den "Raum für einen Angehörigen des Betriebe« dringend braucht Die Znlstung eines Geldbetrages an den Inhaber der Räume bet Durch'ührung der Zwangsvollstreckung ift hier jedoch nur erforder­lich. wenn in seiner Beringung eine unbillige Härte liegen würde.

Kündigung durch den Mieter.

Hat der Mieter das Miet Verhältnis selbst gekündigt ober lich son't freiwillig bereit erklärt, auszuzicl-en, so kann der Vernieter ohne weitere« die Räumungsklage erheben Das Gericht en'- scheide! tedoch auch hier mit Beisitzern. Die Zwangsvollstreckung kann zur Termeibung von Härten auch in dielen Fällen von dem Tor- Sa nbenk in eines cratvaumc» abhängig gemacht werden

) Teil 1 siehe Ar 151

Tod bei Mieters.

Beim Tode bc« Mieters haben sowohl der Tkrmteter trte der Erbe ein RündlgungSrrcht. Der Bernileter darf jedoch nicht kündigen, wenn der Mieter von seinem ®begatten ober volljähri­gen Derwandten bl« zum zweiten Grade d h. Rindern. Enkeln. Geschwistern, Drohellern beerbt wirb und diele Perfon^n bei seinem Tode <u seinem HauSllanbe gehört haben Sind diele Personen nscht Erben geworden und tünttgt der -Dennieler ober d,r Erbe <o treten He Irat Ge­setze« in da» Mietverdaltni« ein Sie nächsten Angehörigen eines ncriior men Mieter« werden also, wenn sie mit in der Tohnung gelebt haben, weitgehend geschützt

Dorübetgehenve TermUtung.

Räume, blc nur zu vorübergehenden Awecken iz B in einem Badeorte an Briuchcr einer AuS- stellung. Mele uiw > ve mietet Hnd. können ohne werteres gekündigt werden Die Zirangsvoll- streckung kann tedoch auch hier von der Sicherung eine« Erfatzraumes abhängig gemocht werden.

Aofeechnnnn

In Mietverträgen iindet sich vielfach die Vorschrift. bah der Mieter gigenüber der Miele nicht mit anderen Gegenforderungen ausrechnen darf Diese Bvrfchrist lot! dann nicht gelten, wenn der Mieter die gc.n'.ib? JKicte zahlt und aus seine Roften eine lausende Initandl nungS- arbeit hat ausführen lassen VotauSletzung ift tedoch bah biejer.ige Stc'Ic. welche nach dem ReichSmictengetetz aber die Aoiwendigleii Oct- artiger Arbeiten zu entscheiden Hai. die Arbeit für erforderlich erflär! Hot

Erlaubnis zur Untermiete.

Zur TeiterDermictun t gemletc er Rcurac Ist die Zuftimmung be* Ter rictcr* erforderlich Till der Mieter seine T o h n u n g oder einzelne Teile untervermieten, allo z. B ein möblic r - i e« Zimmer vermieten und verweigert de' "Bcrmietcr bie Erlaubnis, so cnl'dKiOet das Miel- einigungsamt Bet gewerblichen Räumen ent- scheibet allein der Bermieter

Zahltw z der Miele

Hat ein Mieter die ge'etzliche Miele in tan­geren al« viertrfiährlichen Adlchnüten z B halb- jäbrlid) zu .zahlen. Io f.inn der Vermieter ver­langen. bah der Mieter bi: Mill* viertel,ädrüch bezahlt Die oberste Landesbeliörde kann ferner anordnen, bah m .Fällen in beien de aeietziich: Miete gilt, der Bermieter wie der Mieter die monatliche Zahlung der M.et .ecXingcn tarnt

Ungültigfeit von Mietverträgen

Hot ein Mieter eine Tojnung ebne bie erforderliche Genehmigung ber Gemem'evrf'ö.de ides Tohiiungsamtesi gemietel Io l t f. in Ber- trag ungültig, er Hai keinerlei Sbutz Der­jenige. dem bte Tobnung zugea- . <n ift, kann selbst gegen den Inhaber der Räume vor- gehen und von ihm Räumung verlangen

Ansvahmebeftimtnoaae»

Das Mieterfchutzgelen gilt ebenso wie bafl ReichZmietengrfetz bet Mietverträgen über Ge­bäude ober Gebäudeteile d h. allo über Tob- nungen, Geschäft«-. Lagerräume usw DaS Mleterschutzgeletz gilt nicht für Pochtverhält- nilfe über Gr**lnbstücke und Räume, wie sie z. B l>'i Ueberlallung von Reftaural Ion« räumen. Schankwirtschaften usw in der Regel vvrliegen. Ist über berörtige Räume ein Pachtvertrag ab­geschlossen. so ueiieyen leine oesoiideren Schuy- vorfchriften für den Pächler, ebensowenig wie andererseits der Berpächler währenh der Dauer des Vertrages eine Grchö' un i de' Pachtzinses ver­langen kann, da auch daS AeichSm eteugelctz für diese Räume nicht gilt.

DaS Gesetz findet ferner keine Anwendung aus Reubauten oder Räume, de durch llm- ober Ginbouten in behebenben Gebäuden neu ge­schaffen sind, wenn diele Bau'en nach dem 1 Juli 1918 bezugsfertig geworden sind ober künftig bezugsfertig werden Auch Räume gcmeinnühi i r r Ba tvereini- nungen unt r legen ift den Be> l m gen bei Gesetze« Bel derartigen Genaudrn sind allo die Be Mieter belügt. Ivweit dies nach d?m Vertrage »uläflig ift, ba« Rlietoerhältni« zu kündigen, und können aus Räumung klagen und bie Zwangs­vollstreckung durchführen Gin Schutz der Mieter dieser Gebäude ift nich, gegeben

Besonderes g'lt für Gebäude bie bas Reich ober ein Land vermietet bat. sallS eS sich um Gebä'ib.' banbclt. die für ölsenl- liche Zwecke ober zur Unt.-rbrinjung von Angehö- ilqcn ber Reichs- ober Ländern rw-a'!ung dienen frzllen. Auch hier kann gekündigt lind die Ringe auf Räumung erhoben werben Sie . o.ingSvoIl- ftreckung hängt jedoch davon ab, Satz für die Inhaber ein ausreichender ®r'at)nium gesichert ift Die Mieter können ferner vorn Reich obei Dom

Land Grfatz der Umzug«kvften verfangen Die vberfte Lande«behöcde kann dief», Borfchriften auch auf Gebäude von Gemeinden ober 'onftigen Rörverfchaften de« ösfentlichen Rechts ausdehneu

Bei Personen, di« am 1 Januar 1914 ihren Tohnsiy nicht im Inland« hatten 1 Ausländer> kann die Aushebungsvag« erhoben werden, wenn der Vermieter ein begründetes Interesse an der Aushebung hat Diele Personen können ferner wobei Grfatz bei Umzugskoften noch einen Gilay- laum verlangen Für deutlich: Flüchtlinge und Reit rieben« gilt der volle Mictcrlch^tz.

Da« Verfahren vor bat Msrkeinsgwtgs- amtern.

In einem zweiten Ablchaitt bringt da« Ge­setz Vorschriften über die Ginrichtung der Mirf- rirrlgungeamter und fav Verfahren vor biefen Aemtrrn Gs sollen Mififtänd« beseitige werden di: sich aus der bisherigen Regelung ergeben und zu lebhaften Beschwerden au5 Bermieter- und Mieterkreisen geführt haben

Da« MieteinimingSamf befiehl wi: bisb-r auS il.iem Boi'ioenven und Beisitzern Dor Vor­sitzende muh zum Richievamt befähigt lein oder die Praifung zum bötxrvn Verwaltuugsdienft abgelegt haben Seine Unabhängigkeit ift daduri, ge'ich-, t bah feine AmtS»eit rnindefiens I xVtbr beträgt und er während dieser Zeit gegen seinen Tillen nur nach den für die Sntlalliinq eines nicht .ntztrrlichen Beamten geltenden Vrrib.rfs'.en <ruS dem Amt: entfernt werden darf

Die Beisitzer müssen zur Hälfte Rennielcr. zur Hälfte Mieter sein. Auf h; fino- - >,e nfej. chm VorfchristeN wie aut die Beisitzer b<i* Amts­gerichts Anwendung Vor allem soll allo ihre Bestellung aus Grund von Vorfch!ag-I>ften ört­licher 5'au«beliher- und Mietet vereine erfolgen Aach ei halten sie für ihre Tätigkeit eine Ver- oütunq

Das Verfahren vor dem MietrfnlgungS- ami selbst wird vereinfacht Unter gewissen Vor- ai «'ei unacn können der Vorsitzende otH". die Be>- lirer Voiverhanblungen abhalten und elb't Gnlsch.-idungen treffen

Die oberste Lande«bebörb« faim die Aus­gaben des Mieteinigungsamtes auch c nem Ge- ilchf übertragen, bis sedoch dann gleiääaf!» mit 7ei|ii''rn b. setzt nx-rben muh.

T i - tri.b'iqft. Reuerung Ist bie Sinlübrung einer l'elchwerbe gegen bie Sntf t>:ibungm des Mieleinigungsamies Die Ginrich'ung der / tzschwerdeftekfe Ift der oberftcn Landesbehörde >'i'cr!af,?r.. Diese kann <iitv Brwaitunqev-tzorde. ba ' Landgerfchl oder ein höhere« Dein Hl als Beick i.rdeft II« bestimmen, aud) Vermieiei und Miet:,- nn den Sitzungen tcilncbmen lassen Die B-esch i e:deftelle kann entweder lei hfl eut'cheiden vbei Si. Sache zur nochmaligen Verhandlung an kas Mieteinigungsamt zurückverw.'ilen S.e Be- Ichweide ift barm zulässig wenn das Mreieinl- gungSaml bet |einer Gntschndung eine gesetzlich« befttmmung verletzt hatfRechlSbeschwerdei. die Beschwerbestelle kann jeboch auch seihst Be­weise jedea Art erheben

Für bas Verfahren vor bem Mietetnigung«» amte urib vor der Beschwerdestelle werben Ge- b ü b r e n erhoben. Heren Höhe die vberfte Can» desbebörde bestimmt Hierdurch soll vor allem die den Gemeinden bisber durch die Ginrichtung deS Mieteinigungsamte« erwachsend« finanzielle Be­la ftung beseitigt werben

Gelrfmgsbaner des Gesetzes.

Da» Geley tritt am 1 Oktober 1923 in Rraft Als Önötermtn für die Geltungsdauer de« Ge­setzes Ift ebenso wie beim ReichSmietengesetz, der I Juli 1926 vorgesehen.

Aus Stabt und Land.

Sieben, den 3. Juli 1923

Arauenzolaqe nach der Novelle zum ReichsversorgungSgesctz.

Vvm DerforgungSornt Dieben wird uns ge­schrieben:

Rach bem Abänderungsgesey zum Reich«. rerlorgung«ge|d), daS in den nächsten Tagen ver­kündet nxrNm wird, erhalten die verheira­teten Schwerbeschädigten (b h die Be» schäkigten. deren GrwerbSsähigkett Infolge Dienst- fef-t-ihigung um mindesten« 80 v H gemindert ift) und die verheirateten R a e i t u Ian- Ian t en, die eine Dtenfhzeitrente von mjndeflm« 50 D § b«r Voll reute blieben, zu ihren 23c; loigungSgebuhmiffen vvm 1 Oanuir 1923 ab eine Fiauenzulage

Diele Frauenzulage kann bei der von den rffe-lprg'ing«ämt'm vor?,un.'h»n--»den Umrechaang d«i Rcrforgiingögcbübmifle nur dann lolort hr. tücksick/igl werden, wmn det VerforgungSbec:ch- tigte du^ch eine amtlich beglaubigte Belche niqang den RnchweiS cibnngt, bah er verhelraiet ist und

bah feine Frau lebt Gs enivfirbll «

in Betracht kommenden Pr öe-

l<fc:lnigung, aus her a . ->eu lit, feil

wann sie verheiratet sind von aus unauf* gefoibcrt den Der! o r mmg Sämlern ein senden.

GS fei noch befonkrr« darauf aufmerksam gemacht bah aus bet Bescheinigung ba« Geschäfts- »eichen be« Versorg ingsamt« dies ist au« bem Rentenbelchcid zu erleben unb bie Stamm­karten» Rümmer nicht fehlen bürfen.

Tic Iencrunqf»3ablcn der füuf grdftlen Städte Hessens

auf Grund der Preis» nom 20. Juni (6. 3unl) ausschl der Bekleidung betrugen für Maln^ 808 759(540 237); Darwskadf 830 737 (52-5 609). einschl Bekleidung 1 184 487 (700 609); Offen- bad) 852 265 (506 221). Torrn« 808128 (508 148), einschließlich Bekleidung > 076961 (685148), Die he n 791 690 i 506 919), einschl Bekleidung 1 022 357 (640 3361

Die DurchschnfttSteuerungszahl für die fünf größten Stadt« beträgt für Ernährung 712 691 (443 957). Heizung und Beleuchtung 9O9«8 (68 >53). Tobnung 5637 (5517). für Be­kleidung 284 417 (161 472). zusammen 1 102 733 '679 099'

Die Teuerung ausschl. Bekleidung ist vom 2 3. Mai auf 2 0. Juni um 124,0 Prozent und clnfcf)!. Bekleidung 11 m l3l ,6Prozenk q c ft i e q c n. Di« Steigerung t*r-m 6. 3um be­trägt ausschl Bekleidung 58,1 Prozent, und einschl. Bekleidung 62,4 Prozent.

Rclrelung von der Schenkung«» steuer Rachsleheno« Gntlcheiduvg des Reichs- finanzhoseS die in ber .Vo's Zig" vorn 7 Juni algcbru.fi ift dürfic von allgemeinem Interest- lein. Zu einem Tennisturnier, das ein Tenni«klub oeranftaliefc. I>it:e ein« Akiicvgclelllchasi einen Preis gcfitliel Di« Steuerbeböibc wollte ihn zur Schenkungslteuer heianzleben Ser Rclch«fininz- hol hat blrfe Zuwendung tebod) für fteuerfrrf er­klärt. weil «s lich um em übliches GelegenlaeitS- q Ichenk im Sinn« des tj 42 Ahl 1 Rr 2 bc« Erb- ' i aftslteiieigcsctze« von 1919 banbclt <34 ift üb- lid>. führt ba* ®ci id)t au«, bah t*#i Iporllichcn Rcranltaltungcn 'em twianftalienbcn Verein» | nabcltcbcnd« und niigefchenc. rn der Gegend der 7* :rar.ftcl.unq üurüliigci'crioncn jir. würdigen Ausgcftaltung beitragen Die .Tage derartiger Rcrauftaltungeu haben für den l>c'resfrnden Ver­ein und die -hm nal-cltebenden Rrcilc eine ähnlich« Pebeutur.g wie die Geburtstag« der Menschen Die bei einer leiben Gelegenheit gemachten Zuwen bürgen 'ollen die A -eilnahme be* Zuweadendcn an dem Ereignis bcTunbcn Sic Abficht der Vc- i<f,crung einer Per'o;t oder erncs Zwecke« fbtrf* bei ihnen kein« Rolle Au« birfem Gfande 'ind sic von der Schenkungssteuer hrfreit Unerheblich Ist. dah cs lich Im vorliegenden Falle um bte Zu­wendung einer Aktiengcsclllchast handelt, bei einer 'vlchen liegt die Anieilnahme an Greigntsten, bte in ber Räbe ihre« Sitzes statifinden, log ar beson­ders nab# Urteil vom 21 März 1923, lv A 25/23

* O e 1 f e n 111 <t>e Büche r ha I le. 3m Jun! wurden 2141 Bände auSgeltehen Davon kommen auf Erzählende Literatur 1377, Zeitschrif­ten 59, Iugendschrfsten 237. Literaturgeschichte 2. Gedichte unb Dramen 20. Länder- und Völker- funhe R*> Rvüargeschichte 31. Ge'chichte und wio- gvaphien 132, Runftgeschichtc 16. Ratuvwistenschaft und Technologie 78. Heer- unb Seewesen 5, Haus- und Lanbwirtschost 20, GesundheltSlebre 13. Re­ligion unb Philosophie 30. Staatswisienlchosl 16. Sprachwistenschnsl 9 Fremblprachlich«« 11 Bände. Rach auswärts kamen 42 Bände.

Sandel.

Mitteldeutsche L re bild au k.

Frankfurt a M. 30 Juni (Talff Ver­spätet elngelrjffen.) In der heutigen D -V ber Mitteldeutschen Grebltbanf würben sämtliche Anträge her Verwaltung genehmigt unb die Verteilung einer Dividende van ISOPro- zent unter Uebcrweiluna von 400 Mill Mk an die auberordentlich« Relcmc und 50 Mill. Mk. an die Tohllahrtslallc der Angeltellten der Bank delchlvsten Di« auSlchcidenden Mitglieder des Au'lichisratS wurden wieder«wäblt In den ?liilfid)t«rat wurden Bruno Richter hi Firma Xcb. M Sioman jr Hamburg. Rarl Rünzig. .üvinmerprälident. G rroialbevollmäch izler Seiner ^uichlauchl deS Fürsten zu Fürftenberg in Hei- tclbrrg. und Dr 6arf Metncckc Direktor ber H Mei iccke A-G Brc«lau - Larfowitz neu qewah'.l Die G -V vimäd,' igte bie Benoaltung. bis zu 10 Mill Mk neue ' orzugsaNicn und bis zu 600 Mill Mk neue Stammafllcn cru«zageben unb die Ausgabebedingungen frfUufcRen.

Molechaus.

Roman von Luis« Sch>il;e-Brück

F7 Fortsetzung. lRachdruck verböte».)

Bürgermeistei 2L .i'^lb« aing indes'en mecha- nisch den Teg zurück, den flc vorher gekommen waren Gr wuhie nich'. wohin er ihn sührte. Gr dachte mir immer .morgen, morgen", davor ver­sank alles andere Manchmal bliib e. ft eben unb ld)üttdte den Rops Dann murmelte er etwas vor sich hin. di« klang wie .aller närrischer Rerl". aber dann reifte er sich plötzlich aus und hätte am liebsten laut hinau« gejauchzt So trieb er« ein« ganz« Teile la bah ein Schutzmann, ber ein­sam. in feinen Mantel eingewickelt, sein Revier beging, bem stattlichen Herrn ganz erftnunt nochsah

Plötzlich blieb er flehen Da oben war eine lange Feasterreihe hell. Sin paar Drvtchken hiel- l«m wartend vor bem Haute Da» war ja die TetlAUclmfJ).' Tohnung. za der e. unbewuh'. wie- der 8urüc,gci.immzn war Sin paar Rltuufen sland er und lab zu den Hellen Fenstern hinaus. Da oben tanzte,1 li. nach. Schatten glitte 1 vorüber. 2n einem her Fenster standen jUel dich' ar- einander gelehnte Gestalten, ein Mann und ein« Frau Sr erkannte die Silhouette von Frau Riellon an dem gewaltigen Haarbusch. d'r sich übe' ihre Stirn türmte Der Mann an ihrer Veite war augenscheinlich Tellsheirn. Deutlich zeichnete sich der runde dicke Rop' an den D r- hSnqcr- ab Ds ckelle ihn. Sr muhte wieder an Onftigcn benfen. n* er ba riefK-n Sva geselle»

batte, so bla ft und zerwühlt, 1> leidenschastlich aus sie etnrebenb. sie so e:'S eckt unb ganz ver­schüchtert DaS war keir? Atmosphäre für eine Fi au wie Tva Gr hatte b-as völlige Be'lraaen zu ihr. bat sic von ben Dünsten, bie da ndhliegen, unberührt geblieben sei. Abc- cs war doch höchste Zeit, daft einer sie oa Herau-Holle, in bessere Lust brachte!

Gr ging weiter Tc~ige Dutzc.-^ Schritte unterhalb war «in gaw.es Haus ablenb er- teuch'ei. Silore ehe ct do. b. i'±,.itt, ofntie sich die Tür. ein Schuarm MeulH.n kam bermi«. sehr lebhast spicch^rd laut lai)e b Gr hörte ein paar fiioole Tarte eine. Ma.inrrstimme. ein animieilLs Faauenkichern Gs n na ihm durch de.t Rops. wo» a>>bl la diesem SYjj'c. an diesem Abend unter diesen Menschen sich abqrfpiell ha­ben möge, an ähnlich.n Singen, wie b-1 TellS- heitns 5; b g,du«ic «ir.r,:irun ffkiaren, die au gen- lcheinl/'. ctx-r fallA aur CbefeHf galten kämm, gleichgültig, stumpf, korrekt nebe, c ander bei» geheno. ba m wteber anderen, sehr eng anein­ander gedrückte i, eifrig flufterndrn

So seltsam war ihm das Durchwandern dieser menschenleeren StiaP.m' Unter den Dächern der grauen Steinklumpen. die sich rechts und links bl geiadei Linie vor ihm au«brrfteten, schürf nun wohl saft alles dem anderen Tag entgegen Hier und da ein helle» Fenster b-i Menschen, bie ct nichl kannte, von denen er nicht« wufUe. nl? etwas wissen würde Biellcicht schwebte der fflügri- schlag eine« schweren Schicksal« ctz-nz nahe ihm xur Rechten, DteUelihl aing ber Tod eben burch Die Tand eines btefter Stelnkololle zur Linken!

<k sah nach ber Ruzrrntcr des Hauses, <rt

dem er vorüberging Rümmer 30 Drcift.ig dieser Dici findigen MietSpaläft«. jeder mit acht Tob- nungen. vielleicht nod; mehr Da halte er e« schon ausgerecheei in jedem Haute vierzig, fünfzig Menschen Da« machte bis zu der Rümmer 30 'chrn weit über taufend Seelen. Sein ganzes Dorf zählte deren nicht mehr wie dies« eine öttafj« sein Dorf, m dem er von HouS za HauS sich aaSkannte unter all den Manschen, an deren Leben unb Tun er Anteil nahm, heran «insache Schicksale er kannte unb mlfcrlebte. von denen so viele mit ihren Röten und Anliegen zu ihm kamen Tenn er durch daS Dors ging, so redeten bie Häute, utb Hütten ihm eine beut liebe Sprache Sr kannte jeden Äuftbreit Geb', jede Türscha-eile, jeden Baum und Slrauch. Hier in tiefem Häufcrmeer war ein 6tctn w c ber andere, nci jedem Fenster ein sorgsam zu gezogener Vor­hang, Dci jedem Gesicht eine MaSke, bie sich nur manchmal lüstete manchmal, wie heute abend.

Aber diese Gedanken glitten nur vorüber­gehend durch seinen Sinn Tie ein warmer Lnom durchilutete eS ihn immer wieder bah Sva Ihm gehöre bah sich so schnell entschieden batte, wa« er roch in so wrfter Ferne geglaubt batte Run, da e« entschieden war, schien cs ihm sonderbar, baft, er solang« gezögert halte Schon eh« lie abreifte, hätte er sprechen müssen, meinte er jetzt Aber wenn er nachsann bann fanb er. da ft er sich doch damals noch nicht ganz klar ge­treten war Srft die Monate der Trennung hauen ihm gezeigt, wa« Frau Sva ihm geworden wor vielleicht war es ihr ähnlich ergangen

Sr dachte an Elisabeth, was Würbe sie wohl empfinden? Sicherlich lad fie in Sva n*H nur

bk zukünftige Multer, londern vor allem eine t«uc Beschützerin ihrer Liebe zu Harrs Dietrich Jetzt, da sich alle» so gewendet hatte, würde sich Hans Dietrich auch nach leichter mit dem De- Ninfe" befreunden fönuen, 'Berlin zu verlasse" So schien sich alles aus« günfitgfte zu ordnen

TD tobet muhte er an bte letzten vtunben hcl TellShcims denken, an diele Menschen und Ihre Beziehungen zueinander - bai nannten sie lebe" 'ich auSIcben Tic oft an diesem Ab:ad batte er die Pbiase geböit, von Frauen- und Männer- I'PPcn immer wieder vorqehracht Tine bequem.* Gcllärung für jede» Abweichrn von einem Plade den Geietz und Sitte einschränken' Seit feiner Jugend batte er n.it sich unb den Verbältnifsea kämpfen müffon, dir ftärfer waren al« er. In denen Pslich. und Dcwiflen ihm geboten, au«- zuhalten Die Jahre feiner Sb« waren ein solch beftöndiger Rampf gewelei Auch ihm waren ander« Frauen in den Teg getreten. Frauen, di« er bewundert«, blc ihm alles hätten fein können, was bie eigene Frau ihm nicht war In mancherlei Drflalt war die Verfuchung bc« .Auslebens" an ihn herangel re ken. manche har­ten Rämvlc hat'« er ausgefochte::! Sr w.r. Sie­ger geblieben er spürt« es jetzt mi' einem flarken Dankgefühl, bah ber Rampf sich gelohnt batte. Tte ein Riete kam er sich vor gegenüber diesen Menschen bieten Reuen, bitten Feigen, blc von fernem Rntnpf unb feiner Adfagung wil'e» wollten.

k Fonsetzuug folflt)