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Dienstag begann aus ivnalpvlittscher Sr. Sladtler, 5)t. NleichenabgehaldM sich grvbtentäls aus Stutenten, aber auch : Bürger zusammen.

überPolitik und n und Vergehen des i staatbildenden Kräfte »Führer« und Gene- QHorgen abmb wird Qjerfainmlung bi Lich ische Lage behandeln ag abeiu> kn Dieben

MioiM Bewegung m wird.

In der letzten Te» wurde das Ergebnis Innenausbau der von f t begonnenen beiden gegeben. Die Arbeften oecks Planieruna des ihrs sollte sich der iden hier bestehenden ng setzen. Cs erklärte rschast bereit, die Ar- Gemeinderat beschtotz, .u 300 000 Mzu«> ,ch auf 15 Iahre das Aren. - Zur deftni« i Lehrerstellen wurde raZgen. - Geneh« Muh der Gemeinde i kranker Kinder Änschasftag von zehn 2 'für die Fretv. Weisungen ümve^ ; Kreisamts zur.Der

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Absicht,

gemein fam aus dem Leben zu scheiden. Merkel kehrte nach vollbrachter Tat nach Frankfurt zurück und wurde dann verhaftet, während das Mädchen, das mittlerweile Mutter geworden, auch wieder­hergestellt ist. Das Schwurgericht verurteilte heute Merkel wegen schwerer Körperverletzung und un­befugten Waffenbesitzes zu 10'/, Monaten Gefängnis, Anrechnung der Untersuchungshaft und billigte Strafaufschub zu.

^^^Marburg. 2. Wal. Am 2. April v.H. lVoachte der 67 Jahre alle verwitwete Kaufmann Wilhelm Merkel der 20jährigen Sophie Diener, mit der er ein Verhältnis unterhalten, <mf dem Friedhöfe In Biedenkopf durch 2 Schüsse schwere Verletzungen bei. Beide *naren von Frank- furt aus nach dort gefahren In der Absicht, gemeinsam aus dem Leben

Kassel, 1. Mai. Das hiesige Schwux- Bericht verhandelte in zweitägiger Sthung gegen junge Arbeiter aus Großalmerode, die sich anläßlich des Einsatzes der Technischen 2 ot - Hilfe im Kasseler Draunkohlenreviec deS Land­friedensbruches schuldig gemacht haben sol­len, indem sie sich zu schweren Ausschreitungen gegen die eingesetzte Äothilfe hinreihen liehen. Die Beweisaufnahme ergab, dah die technischen Not­helfer in keiner Weise durch provokatorische« Ver­halten Ursache zu irgendwelcher Erregung gegeben laben, dah der damalige, von dem sozialistischen Landrat veranlahte Einsatz Im öffentlichen In­teresse eine Notwendigkeit war. Das Schwurgericht verurteilte 5 Angeklagte zu insgesamt 3 2 M o n a - ten Gefängnis, 2 Angeklagte wurden frei- gesprochen. Das Gericht betonte die Notwendigkeit empfindlicher Bestrafung u. a. mit Rücksicht darauf, daß die freiwilligen Helfer einen Anspruch darauf hätten, wirksamsten Schuh des Staate« zu erhalten, dem sie sich in Stunden der Not selbstlos zur Ver­fügung stellten.

SchlichtungSausschutz der Provinz Oberhessen.

Sitzung vom 3 0. April.

Dem Gntlassungseinspruch eines Gehilfen der Schreinerei H e h in G i e h e n gab der Schlich- tungs-Ausschuh statt.

Eine Arbeitszeitverkürzung im Stemmeh­aeschaft Damm in Friedberg, die nicht durch Arbeitsmangel veranlaht war, erklärte er für un­berechtigt. Einen Arbeiter des D:tricbes verwtrs er mtt seinem Einspruch gegen fristlose Entlassung auf den Rechtsweg, denn Detriebsrätegeseh und Demobilmachungsverordnung kamen, wie die Ver­handlung ergab, für den Fall nicht in Betracht.

Zu den Schiedssprüchen erhielten die Strett- teile Grklärungsfrist. Eine Lohnstreitigkeit erle­digte sich ohne öffentliche Verhandlung.

Sandel.

Frankfurt a. M.. 2. Mai. Börsen- slimmungSbild. Am Devisen- und Noten- markt herrschte in den ersten Morgenstunden eine feste Tendenz vor. Der Dollar bewegte sich zwi­schen 31 20031 500. an der Börse handelte man mit 31 775. Im Esfektenfreiverkehr hielt die feste Stimmung unter Bevorzugung von chemischen Aktien an. Von Montanwerken standen westliche Unternehmungen in Nachfrage. Genannt wurden Rheinische Braunkohlen 94 000, Harpener 280000, Mannesmann 105 000. Reges Interesse zeigte sich für Norddeutschen Lloyd. 42 500, A.E.G. gesucht, 42 00042 500. Zuckeraktien fest. Man nannte noch folgend« Kurse: Elberfelder Farben 45 000 bis 46 000, Höchster 41 000, Tb. Goldschmidt 54 000. Beben Westeregeln Aschersleben waren Krügers­hall stärker begehrt, 41 500. Von sonstigen un­notierten Werten Benz 39 000, Decker Kohle 23 500, Ufa 28 000. Dollarschahanweisungen 30225.

*

Frankfurter Devisenmarkt.

(Telegraphische Auszahlung»)

Datum

30. April

2. Mai

Amtl. 9?ollerg.

Amtl. Notierg.

Geld

Brief

Geld

Briet

«ntw.'Drastel

1705,70

1714,30

1825.40

1834,60

Holland. . .

11695.70

11754,30

12468.75

12531.25

London . . .

138453,-

13-9147,-

2023,05

147505,30 1+8244,70

Paris . . .

2012,95

2144.60

2155,40

Echwei». . .

5418,90

5446.10

5748,10

5776.lv

Spanien . .

4 »51,10

4573,90

4837,85

4862,15

Italien ....

1460,30

1473,70

1548.60

1556,40

LissaboN'Ovorto

5573,55

Dänemark. .

5601,45

5960,05

598»'95

Norwegen. .

5211.95

5238,05

5436 35

5463,65

Schweden .

7930,-

8020,-

85:58.55

87)96,45

HelsingsorS. .

-

887,75

892,25

32581,25

Neunork. ...

29925>-

30075.-

32418.75

Deuisch'Oesterr.

42,10

42,39

47.025

47,225

Budapest. . .

533.65

536.35

«36-

639,-

Prag.....

891,25

895.76

968.-

972-

Agram . .

216.95

218,05

338.20

839,80

B e r l t n, 2. Mai. (W 'M.)

Am Devisen

12760-

45 25 M625-

149500.

1627- 1832-

560-

980

®t(b 5815.- 2173. 5890,-

12640.-

44 75 34375-

148000. 1613 - 1818. 540,- 960 -

ftrlef 5885. «87. 5960-

Berliner Produktenmarkt.

Berlin 2. Mai. Der Produkten­markt war heute sehr fest. Augenscheinlich han­delt es sich bei den weiteren Käufen der Reichs- getreidesdelle um Anschaffungen für die Reserven, welche in der nächsten Erntesaison der Regierung zur Verfügung gestellt werden sollen und für welche bereits gegenwärtig Kaufaufträge in Rog­gen und Weizen vorliegen. Bei sehr geringem Angebot muhten für Brotgetreide höhere Preise gezahlt werden. Ziemlich erheblich waren die Umsätze auch in Hafer, der besonders von West­deutschland aus gefragt ist. Für Gerste hat sich die Nachfrage gleichfalls gesteigert. Die übrigen Artikel wurden ebenfalls fast durchweg höher bezahlt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M.. 2. Mai. Es notierten je 100 Kilo: Weizen 12 300 bis 12 800 Mk., Aoggen 11 500 Mk., Sommergerste für Brauzwecke 105 000 bis 110 000 Ml, Hafer, inländ. 85 000 bis 95 000 Mk.. ausländ. 125 000 bis 130 000 Mk.. Mais. La Plata 145 000 Mk., Weizenmehl, südd Spezial 0 210 000 bis 220 000 Mk. bei Waggon- bezug ab Mühlenstation, Roggenmehl 150 000 bis 165 000 Mk., Weizen- und Roggenkleie 52 000 bis 54 000 Mk. Tendenz: stetig.

m a r k b wo sich schon gestern ziemliche Nachfrage eingestellt hatte, verstärkte sich bie-fc heute, so datz die Kurse mäßig weiter in die Höhe gingen. Die Reichsbank befriedigte indessen den Bedarf vollkommen. Größere Umsätze sanden namentlich in Termiadevisen, speziell für Auszahlung London statt. Für Effekten waren seitens der zahlreich versammelten Händler ansehnlich höher: Kurse zu hören, was besonders von Schiffahrt«-, schwe­ren und mittleren Montanpapieren und einigen Industriepapieren gilt.

Banknote«.

Frankfurt a-TL 1 Mai.

Schweizer Noten Frnnzö'ische Noten Dänische Noten Schwedische Noten Holländische Noten. . , .

Deutsch-Oesterreich a ioq Krone» Llmertklmtsche Noten . .

Englische Noten Oialienifche Noten Belgische Noten .

Unnnrifrtie Noten Tschechoslowakische Noten . Norwegische Noten Numänische Noten Spanische Noten

Märkte.

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)

Der Wortlaut

der deutschen Reparationsnote.

Berlin, 2. Mai. (WTB.) Die deutsche Regierung hat an die Regierung der Ver­einigten Staaten von Amerika, die Königlich bel­gische Regierung, die französische Regierung, die Königlich großbritannische Regierung, die König­lich italienische Regierung und die Kaiserlich ja­panische Regierung f olgend« Note gerichtet:

Die deutsche Regierung hat von jeher den Standpunkt vertreten und sieht sich durch die gegen- wärtige internationale Lage üerantaftt, von neuem zu betonen, dah Fragen, von deren Regelung der auch von Deutschland gewünschteWiederaufbau der zerstörten Gebiete und darüber hinaus die wirt­schaftliche Gesundung und der Friede Europas abhängen, nur auf dem Wege gegenseitiger V e r- ständigung gelöst werken tonnen. Die im Widerspruch hiermit erfolgte Besetzung des R u h r g e b i e t s hat die Bevölkerung mit passivem Wider st and beantwortet. Die deutsche Regierung teilt den Wunsch aller Be­sonnenen, dah die täglich sich verschärfende Span­nung gelöst und der nutzlosen Zerstörung wirt­schaftlicher Werte Einhalt getan werde. Hie hat sich daher entschlofsen, nochmals einen Versuch in dieser Richtung zu machen, ohne damit ihren Rechts st andpunkt zu verlassen oder den passiven Wider- stand aufzugeben, der fortgesetzt werden wird, bis die Räumung der über den Vertrag von Versailles hinaus besetzten Gebiete und die Wiederherstellung vertragsmähiger Zustände in den Rheinlanden erreicht sind.

Trotz der Ereignisse der letzten Monate hat Deutschland an feiner Bereitwilligkeit festgehalten, für Zwecke der Reparationen, namentlich für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zu leisten, was immer in ferner Kraft steht. Jeder T^rsuch, diese Bereitwilligkeit in die Form praktischer Vorschläge zu kleiden, wird jedoch dadurch er­schwert. dah es bei der Verfassung der deutschen Finanz- und Wirtschaftsverhältnisse nicht möglich ist die Leistungsfähigkeit Deutschlands in festen, endgültigen Ziffern abzuschätzen. Daher muh jede Lösungeinen elastischen Faktor enthalten, der der

gegentncrligen Unmöglichkeit einer sicheren Ab­schätzung Rechnung tragt. Ferner ist zu beachten, dah Deutschland, da ihm Leberschusse einer pro­duktiven Wirtschaft fehlen, für die nächste Zeit grötere Kapitalbeträgc aus eigenen Mitteln nicht aufzubringen vermag und deshalb hierfür gegen- wärligcr An leite" bedarf. deren Aufnahme die Wiederherstellung des deutschen Kredits zur Vor­aussetzung hat. 'Don diesen Erwägungen aus­gehend und im Einklang mit den Grundgedanken des für die Pariser Ianuarkonferenz von ihr be- rellgcflelltcn Planes, dah die deutsche Regierung ihre Vorschläge zum Reparationsproblem und den damit verbundenen politischen Fragen wie folgt zusammen:

Die Gesamtverpflchtung Deutsch­lands zu finanziellen und Sachleistungen aus dem Vertrage von Versailles wird auf 3 0 Mil­liarden Goldmark festgesetzt, die mit 20 Milliarden bi- 1. 3ull 1 92 7, mit fünf Milliarden bis 1. Juli 1929 und mit fünf Milliar­den bis 1. Zuli 1931 durch Ausgabe von Anleihen zu normalen Bedingungen auf den Internationalen Geldmärkten aufzubringen sind.

1. Die ersten 20 Milliarden Doldmark werden sofort zur Zeichnung aufgelegt, die Anleihezinsen bis zum 1. Iuli 1927 werden aus dem Aiileiheerlös entnommen und in einem von der Reparationskomnnssion zu beaufsichtigenden Fonds sichergestellt. Soweit die 20 Milliarden Goldmark bis 1. Iuli 1927 nicht durch Anleihen aufgebracht werden können, faxt» sie von diesem Zeitpunkt mit 5 Prozent zu verzinsen und mit 1 Prozent zu tilgen.

2. Falls die beiden Beträge von je fünf Mil­liarden Doldmark bis zu dem dafür vorgesehaW^i Termin im Anleihew^ge zu normalen Dedrn- gungen nicht voll aufzubringen sind, soll eine unparteiische i lernationale Kom­mission darüber ert chüoen. ob, vxlnn und wie der nichtgedeckte Rest auTyibtfngen ist. Die gleiche Kommission soll im Iuli 1931 auch darüber ent­scheiden, ob, tixnrn und irrie Tür die Zeit vom 1. Iuli J923 ab die zunächst nicht vorgesehenen Zinsen nachträglich- au. zu bringen sind. Als un­parteiische internationale Kommis­sion soll gelten, entweder das A l^ihekonsor- tium, das die ersten 20 Milliarden Gold- mark gegeben hat, oder ein dem Vorschläge des Staatssekretärs Hughes e.ttfp echendes Komitee von internationalen Geschäftsleuten, in dem Deutschland gleichberechtigt vertreten ist, oder ein Schiedsgericht, be­stehend aus je eirem Vertreter der Re xi n io'.is- kommission und der deittschen Regierung, sowie einem Obmann, um dessen Ernennung, falls lich die beiden anderen Mitglieder über feine Person nicht einigen, der Präsident derVereinig- ten Staaten von Amerika gebeten wer­den soll.

3. Deutschland wird in Anrechnung auf seine Schuld nach den Bestimmungen der bestehenden Vertrage Sachleistungen ausführen, über deren Ausmah nähere Vereinbarungen Vorbehal­ten bleiben.

Die deutsche Regierung ist überzeugt, dah sie mit diesem Vorschläge bis an di e äuherste Grenze dessen gegangen ist, was Deutschland bei Anspannung aller Kräfte zu leisten vermag. Sie hat nach der durch die Ruhrbesehuna verursachten schweren Störung uno Schwächung der deutschen Wirtschaft ernste Zweifel, ob nicht der Vorschlag die Lei­stungsfähigkeit Deutschlands übersteigt. Die deut­sche Regierung ist ferner davon überzeugt, dah kein Unbefangener, ter die Schmälerung ter Prv- duktionsbasis Deutschlands und die Verringerung seiner Vermögenssubstanz durch die bereits be­wirkten grvhen Leistungen berücksichtigt, bei ob­jektiver Beurteilung zu höheren Schätzungen ge­langen tarn. Sollte diese Auffassung von ter an­deren Sette nicht geteilt werten, so schlägt die deutsche Regierung vor, entsprechend ter An­regung des Staatssekretärs Hughes das ge­samte Reparationsproblem einer von jeder politischen Einwirkung unab­hängigen internationalen Kommission zu unterbreiten.

Tie deutsche Regierung ist bereit, für die von ihr angebotenen Leistungen spezielle Garan­tien zu bestellen. Der gesamte Brsih und alle Einnahmeguellen des Deutschen Reiches und ter deutschen Länder sind bereits nach dem Vertrage von Versailles haftbar. Nur im Wege der Ver­handlungen mit ter internationalen Anleibekam- mifsion und ter Reparationskommissivn Iaht sich feststellen, wie für den Anleihedienst diese Haftung konkret zu gestalten ist und welche Garantien im einzelnen zu bestellen sind. Außerdem ist die deutsche Regierung bereit, nach Mahgabe ter noch zu treffenden Vereinbarungen durch geeignete Mahnahmen auch auf gesetzlichem Wege dafür zu sorgen, dah die gesamte deutsche Wrrtschaft zur Sicherung des Anleihedienstes herangezogen wird. Die Sachlieferungen sollen durch langfristige Privatver- trage unter Ausbedingung von Vertragsstrafen gesichert werten.

Di« Durchführung ter Deutschland obliegen» ten Verpflichtungen ist abhängig von ter Sta­bilisierung oe r deutschen Währung. Kann in Verbindung mit der Regelung des Reva- rationsprvblems die deutsche Währung planmühig und auf die Dauer stabilisier! werden, so werden gleichzeitig die Beschwerten ter anderen Indu'ni.- länder über einen ungesunden deutschen Wett­bewerb verschwinden. Nach ter Stabilisierung wird es auch möglich sein, im ReichshauShalt die Ordnung zu schassen, deren Deutschland und seine Gläubiger bedürfen.

Zur Verwirklichung dieses Programms ist es im Interesse ter Anleihegläubiger notwendig, dah die gewaltsame Ergreifung von Pfän­dern und die Anwendung von S a n 11 i o n e n künftig unterbleiben und dah Deutschland von ten jetzt noch auf ihm lastenden unproduk­tiven Ausgaben und von ten politischen und wi rtscha st l i ch en Fesseln befreit wird, dazu, dah die Einheit der Ver­waltung für das gesamte Gebiet Deutschlands baldigst wiederhergestellt, von ter im Vertrag von Versailles vorgeteyenen Möglichkeit, Deutschland die wirtschaftliche Gleichberechti­gung zu versagen, kein Gebrauch mehr gemach: und nach Stabilisierung ter Mark die Einfuhr deutscher Waren nicht mehr ten Beschrän­kungen unterworsen wird, die durch ten Nieder­gang ter deutschen Währung veranlaht waren.

Um dem Frieden Europas in ge­meinsamer wirtschaftlicher Arbeit dienen und um die natürlichen wirtschaftlichen Zu­sammenhänge »wischen Erzeugung und Verbrauch herzustellen, soll in Privatwirtschaft- l i ch e n Verträgen die Grundlage für ten ge­sicherten Austausch von lebenswichtigen Waren »wischen den beteiligten Ländern geschaffen wer­ten. Dazu gehört inZbefontere ter Mschluh langfristiger privatwirtschaftlicher Verträge über die Lieferung von Kohle und K 6 T s.

Im gleichen Interesse friedlicher Zu­sammenarbeit Deutschlands mit Frankreich ist die deutsche Regierung, wie sie es auch mit ihrer Anregung zum Abschluh eines Rheinpaktes bekunden wollte, zu je­der den Frieden sichernden Derein- barungbereit, die auf GegenseN igkeit beruht. Insbesondere ist sie zu einer Verein­barung bereit, die D e u t s ch k a n d und F r a n l - reich verpflichtet, alle zwischen ihnen entstehen­den Streitfragen, die nicht auf diplomatl- schem Wege geschlichtet werden können, in einem friedlichen internationalen Verfahren u behandeln, und zwar Streitigtetten rechtlicher Art in einem schiedsgerichtlichen Verfahren, alle übrigen Streitigkeiten in einem Verg! .ichover- fahren nach dem Muster ter Dryanschen Ver­träge.

Die deutsche Regierung schlägt vor, auf der Grundlage der vorstehenden Ausführungen in Verhandlungen cin^utreten. Ausgangs punkt der Verhandlungen muh sein, dah inner­halb kürzester Frist ter Status quo ante toieter- herzustellen ist. Dazu gehört, dah die über ten Vertrag von Versailles hinaus besetzten Gebiete geräumt, in den Rheinlanten ver- tragsmähige Zustände wieder hergestellt, die ver­hafteten Deutschen in Freiheit gesetzt und ten Ausgewtesenen ihre Wohn- st ä t t e n und Aemter zurückgegeben werden.

Büchertisch.

Ständig heiter und sonnig ist ter Inhall terMeggendorser-Blätter. Ob eS stürmt oder regnet, immer erwärmend und erfreuend ist ihr gemütlicher Humor, immer anregend und belustigend ihr witziger und satirischer Inhalt. In Wort und Bild bereiten sie dem Leser mit jeder Nummer künstlerische Befriedigung und tat­kräftige Auffrischung ter Stimmung und der Laune. Die Meggendorfer-D.'ä.ter sind ihrer Ge­sinnung nach echt deutsch aber parteilos.

Sie Schwe st er n Hellweg r". Roman von Otto G h s o. e. Dolksverband der Bücher­freunde, Wegweiier-Derlag. G. in. b. H, Berlin W 50. Die Bedeutung dieses Buches liegt nicht nur in seinem Inhalte, nicht nur in dem demütigen Glauben an die Kraft des Lebens und ter innigen Dankbarkeit für die Schönheit ter Welt, sondern auch in dem kunstvollen musikalischen Stile, in dem es geschrieben i t. Nur wenige deutsche Dichter haben sich auf eine solche sprach­liche Kunst verstanden.

Astronomie für alle. Von Robert H e n s e l i n g. Sechs in sich abgeschlossene Ab­teilungen von je etwa fünf Druckbogen (80 Seiten) Text, mit zahlreichen Bildern und Kunstdruck- tafcln. Abteilung I: Sternhimmel und Menschheit. (Franckhschr Verlagshandlung, Stuttgart.) Von einer knappen Darstellung ter Vorgeschichte des astronomischen Weltbildes führt das kleine Werk in ten Stand ter gegenwärtigen Wissenschaft und in eigenes Sehen und Erleben hinein.

Das Alosechaus.

Roman vvn Luise Schulze-Brück.

19. Fortsetzung. (Nachdruck Verboten.)

Eva hatte ten ganzen Nachmittag mit Tante Röschen verbracht. Die alte Dame hatte ihr ganzes Herz gewonnen. Aber Tante Röschen war nicht so harmlos heiter, wie sonst. Eva merkte wohl, dast chre Blicke immer wieder nach dem Pärchen gingen, das da beständig zusammen war, s ich deckte, oder in eifrigster Unterhaltung ver­sunken war.

Immer mietet mutzte Eva denken:Welch schönes Paar!' Hans Dietrich sah ausfallend gut aus an diesem Nachmittag, Elisabeth Arnolds im weihen Kleide mit ten roten Wangen und glän­zenden Augen war Mradezu reizend.

Einmal seufzte Tante Röschen neben ihr tief auf, als das hettere Lachen Elisabeths bis zu ihnen flang.

Es ging Eva flüchtig durch ten Ko'pf, dah vielleicht die Tante aus irgendeinem Grunde gegen Hans Dietrich als Freier etwas haben tonne. Aber was denn? Er war immerhin auch für Elisabeth Arnolds eine mindestens sehr ent­sprechende Partie. Ihr Schwesterstolz verglich ihn mit den jungen Herren, die sie ün Arnolds- schen Hause gesehen hatte, und fand, datz er mit jedem den Wettbewerb aufnehmen könne.

Hans Dietrich lief noch immer geärgert auf und ab.

Christian Neidhardt Atzmussen mll dem bleichen scharf geschnittenen barllosen Antlltz, das unsere Neuen von übermorgen mit mehr oten»,

Weniger Kunst oder Zwang schon zu einem Typus ausgebildet haben, mit der genialen Haarfrisur, die in einer schweren Masse von ter Stirn rück­wärts gekämmt war, mit ter hageren eckigen Figur, von dem langschöhigsten aller Gehröcke eng umschlossen nein. Christian Neidhardt war alles eher als das Ideal einer unverbildeten Achtzehnjährigen. Aber einerlei, er würde da sein, und Christian Neidhardt war nicht der Mann, sich auf die Seite schieben zu lassen, wenn er auch anscheinend stets äuherste Zurückhaltung mar­kierte und grundsätzlich nur mit halber Stimme wenige, aber bedeutungsschwere Worte sprach.

Hans Dietrich fuchtelte wütend mit seinem Stock in ter Luft umher.Unb morgen wollen wir nach Burg Elh!" murrte er.

Da geht Atzmussen eben mit," lachte Eva.

Sehr überflüssig."

Aber Hans Dietrich! Du warst doch sonst selbst gut Freund mit ihm. Behauptetest stets, datz er trotz seiner Schrullen im Grunde dich am testen verstehe."

Ha. in Berlin!" Hans Dietrich ärgerte sich entschieden.Das ist was ganz anderes, aber hier . . .. jetzt . . ."

Ein netter Freund bist du! Aber Mercedes Wellsheim wird ihn schon umstricken und um­garnen . . .. latz sie nur machen."

Ich glaube nicht. Du mutztest dich denn schon opfern, Eva."

-Ich?"

Ha. Sch Westerherz! Für dich hatte er von jeher ein grotzes Faible."

Frau Eva lachte.Well ich zuhören und verstehend schweigen kann. Aber ich will mein Möglichstes tun."

Christian Neidhardt Atzmussen war pünktlich angekommea. Das wunderte Eva eigentlich. Denn für gewöhnlich konnte man Pünktlichkeit in den kleinen Dingen des täglichen Lebens nicht von ihm verlangen. Er kam und ging, wie es ihm gerate gefiel. Es kam ihm nicht darauf an, zu einer Einladung eine Stunde früher oder zwei Stunden später zu erscheinen. Döse Zungen be­haupteten, datz er das erstere tue, um das Terrain zu sondieren, und dieHintergründe" auf ihren Effekt zu prüfen. Denn wie konnte etwa eine violette Weste mit Amethhstknöpfen die richtige Wirkung erzielen vor einem roten oder gelben Vorhang ober Sessel!

Aber diesmal entstieg er leibhaftig dem fahr­planmässigen Zug. Er hatte sogar sein Haar zu ungewohnter Flottheit stutzen lassen und statt des dunkelgrauen Gehrocksumgab" ihn ein fast koketter Reiseanzug. Die schraubenförmige De- grützungsdrehung feiner Hand, die in allen Salons seines Kreises berühmt war. hatte er für diese Reise anscheinend um mindestens zwei Windungen vermindert.

Indes, Eva sah ihn doch staunend an. Sie hatte viel vergessen in diesen vier Wochen hier. Sie konnte nur hoffen, datz die jungen Madvchen in dem Moselhaus wohlerzogen genug sein wür­den, um gar zu ausfälliges Kichern zu unter­drücken. Doch ihr Dangen war unnötig. Nie und nimmer würde Christian Neidhardt Atzmussen erstaunte Dlicke einer anderen Urfache zugeschrte» ten haben, als ter überwältigenden Wirkung seiner bedeutenden Persönlichkeit. Niemals wäre es ihm eingefallen, mutwilliges Mädchealachrn auf sich zu beziehen oder auch nur zu beachten. In dem Weihrauchnebel, ter in seinem Kreise

beständig als Opfer um ihn dampfte, hatte er ten ungetrübten Dlick für solche Dinge verloren wenn er ihn jemals besessen hatte.

So verneigte er sich sehr von oben herab vor ten jungen Damen, mit gehaltener Feierlichkeit vor Tante Röschen, die ihn hilflos anftarrte, kützte Mercedes Wellsheim mit gewohnheitsmäßi­ger Oberflächlichkeit die Hand, und nahm vom Dürgermeister Arnolds rnfoweit Notiz, als das einem Christian Neidhardt Atzmussen eben zukam.

Frau Eva sah dem allen mit gemischten Ge­fühlen zu. Freilich, man konnte Atzmussen nicht mit ter gewöhnlichen Elle messen, gewitz nicht. Er war eben ein Genie, das alle Gesetze, denen sich die übrige Menschheit unterwarf, für sich nicht als zu Recht bestehend anerkannte. Und schließlich gab es ja allerhand absonderliche Käuze auf ter Welt. Aber warum Christian Neidhardt für dieDalladen des äußeren Lebens" so völlig andere Formen wählte, als alle anderen Men­schen, diese Frage legte sich Eva doch jetzt zum erstenmal iror,, sie stieg ihr hier zum erstenmal auf.

Sie sah ein ganz leichtes Lächeln in Dürger- meister Arnolds' Augen aufblitzen, sah einen prüfenden Dlick, der zu Hans Dietrich und zu ihr selber herüberflog. Sie fühlte, daß er sie beide matz crn Christian Neidhardt Atzmussen, ter jetzt neben ihr in dem groben Kahne sah, mit tem die ganze Gesellschaft ein Stück moselabwärts fuhr, und knteressÄos auf das Wasser schautte, während er, wie gewöhnlich, mit halber Stimme in abgerissenen Sähen allerhand erzählte. Sie hatte ein unbehagliches Gefühl dabei. Dürger- meister Arnolds und den anderen gegenüber, von denen et so wenig Notiz nahm, als ob sie über­haupt nicht vorhanden seien. Fottsetzuug folgt,;