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Samstag, 3. März 1923

Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Zweites Blatt

Rr.53

Huntemüller

Schriftleitung:

übertrb

v>m

Erhlltfch lr Apotheken. Rasch i.vor züglicbwirk 2712C

möchte sie nochmals allen legentlich empfehlen.

Prof. Dr.

weidlich nie am Tuberkulose erkrankt waren, i durch die Sektion alte abgehellte Tuberkulose- Herde in der Lunge feststellen. Diese Menschen müssen also infolge ihrer natürlichen W4derftands- froft den Angriff dec Krantheitserreger siegreich abgeschlagen haben.

Es wäre ja nun das Gegebene, den Krank- heitSkeim, in diesem Falle den Tuberkelbazillus, bevor er noch in den menschlichen Körper ein- bringen kann, zu vernichten. Diele Art der Krank- hcitsverhütung. die wir als negative Hygirne be- I zeichnen, hat bei der Bekämpfung k>er exotischen I Leuchen, wie Cholera, Pest, Flecksieber ufw., die glühten Triumph« gefeiert. Hier gelingt <S bei rechtzeitiger Erkennung der ersten Krankheitsfälle, I i-ie l ei ressenden Krankheit Lerreger vollständig zu I vernichten und damit die Meiterverbreitung der Seuche zu verhüten.

Da die Erreger unserer einheimischen Seuchen, I und hier wieder insbesondere die der Lubertul),e. I zu sehr verbreitet sind, so können wir mit einer völligen Unschädlichmachung derselben zunochlt nicht rechnen. Wir müssen also einen anderen Weg | einschlagen, wenn wir hier zum Ziele gelangen I wollen.

Wie wir oben sahen,, wird durch das Ein­dringen des Krankheitserregers in den Körper die betrefsende Kranlheit noch nicht ausgelost, sondern hier hat die per sönlichc Widerstandskraft, die individuelle Disposition, wie wir mit einem Fachausdruck sagen, ein wichtiges Wort mitzu­sprechen.

Beim Kampf mit den Krankheitserregern wer­den nun im Körper Stoffe gebildet, die ihn gegen eine spätere Ansteckung mit denselben Krankheits- erregein schuhen. Die betrefsende Person ist als­dann gegen diese Krankheit unempfänglich ge­worden. Auf diese Weise erklärt sich, dah das ein­malige Lieber stehen von bestimmten Krankheiten, wie Masern. Typhus usw., gegen eine spatere Er- I krcmkung schützt.

Wenn wir nun zu unserem speziellen Falle I zurückkehren, so werden wir dadurch, das) wir 1000 kranke oberhesfische Kinder jachraus, jahrein in Fürsorge nehnren, die Tuberkulose nicht aus- rotten, denn es werden immer wieder neue Kranke hinzukommen. eine Kette ohne Ende.

Wenn wir etwas Durchgreifendes erreichen I wollen, so müssen wir das Liebel an der Wurzel anfassen und durch eine großzügige Ju­gendpflege die Widerstandskraft unseres Nachwuchses heben. so daß er in den Stand gesetzt wird, nicht allein «den Kampf mit der Tuberkulose, sondern mit allen den Keimen, die den körper­lichen und sittlichen Aiedergrmg unserer Jugend bedingen, siegreich aufzunehmen und durchzu-

kassen untauglich sei.

Die Abstimmung wird wegen Beschluß- Unfähigkeit des Hauses vertagt auf die nächste Sitzung. 8. März, 2 Llhr nachmittags! außerdem Arbeitslosenversicherung und Wohnungsabgabe.

Die Gemeinwirlschaft Oberhessen.

wird. . . _ -

Don denselben Grundsätzen ausgehend wurde das Institut für Körperkultur an der Landesuniversität begründet. Es will

1. Pädagogen und Schulärzte ausbilden, die draußen gemeinsam in der Praxis unsere Jugend zu kräftigen, gesunden, widerstandsfähigen Men- | scheu und charaktervollen, aufrechten Persönlich­keiten f>eranbÜben; . __ .

2 die Wirkung der Leibesübungen auf Körper und Gemüt wissenschaftlich erforschen und messen;

3. in Gießen selbst die schulärztliche Lleber- wachung und gesundheitliche Belehrung der Fvrt- bildungs- und Mittelschulen übernehmen.

Die Arbeit des Instituts wird also in erster Linie der Gießener Jugend zugute kommen, in zweiter Linie durch Ausbildung von Lehrern und Aerzten auf dem Gebiete dev Leibesübungen und Jugendpflege aber auch dem hcssllchen und weiter- trtn dem ganzen deutifchen Volke, und wird so sem Teil zur körperlichen und sittlichen Wiedergeburt I unseres Volkskörpers beitragen.

Mit einigen Worten möchte ich jetzt noch aus die Wohnungsfrage zu sprechen kommen.

Tuberiuloseerkrankung und Wohnung stehen in so engem Zusammenhang, daß man die Tu­berkulosebekämpfung schlechthin als eme Wohnungsfrage bezeichnet hat. Diese Be­zeichnung wird man verstehen, wenn man oe- denkt. daß in. engen Wohnungen, wo eme^sv- lieruna des Tuberkelbazillen ausscheidenden Kran­ken nicht durchführbar ist. ja oft nicht einmal eji eigenes Bett für ihn zur Versiigung steht die An­steckungsgefahr außerordentlich groß ist. Man ver

berg wohnhaft.

Starkenburg und Rheinheffcn.

rm. Darmstadt, 2. März. Die Schaffung eines EinheitSsarges wurde in der gcst. rigen Sitzung der Stadtverordneten beschlossen, um die Verbilligung der Bestattung herbeizu­führen. Ein sozialdemokratischer Antrag auf Kommunalisierung der Bestattung wurde abge­lehnt, ebenso die Stellung von Holz zu billigem Preise aus den städtischen Waldungen zur Her­stellung von Särgen, da> das städtische Holz kaum zur Versorgung der Bevölkerung zu Brenn- zwecken ausreicht, durch eine Polizei Verordnung soll bestimmt werden, daß nur e i n ©arg verwen- bet werden darf, der in Form. Holzart und 2IuS- stottung dem vorgeschricbenen Muster entspricht. Die bisher schon beschefven Särge sollen während der Liebergangszeit benutzt werden.

Aus dem Amtsverkündigunqsblatt.

Das Amtsverkündigungsblat Olt. 18 vom 2 März enthält: Ausführung des Ge­setzes über Kleinrentnerfürsorge. - Gebühren der Orts- und Polizeidiener sowie der Ausscheller. I Entschädigung der Gemeinden für Aufstellung und Mitteilung der Forensenlisten Erwerbslosen- fürsorge. Fleischbeschaugebühren. - Wasser- leitungsarbeiten. - Behüten der Wiesen. Dicnstnachrichten. Fahreii mit HandwagM auf den Bürgersteigen. Einsendung der KreiS- abdeckereiverzeichnisse.

* *

Anmerkung der

Diese Ausführungen unterstreichen ebenso wie der Artikel vom vorigen Samstag die R otw en­dig leit und Dringlichkeit des Wertes, das die Provinzialverwaltung in Angriff ge­nommen hat. Der Herr Verfasser zeigt klar, wie vielseitig die Mittel und Wege zur Be­kämpfung der Tuberkulose sind, und er macht damit begreiflich, daß große Geld­mitte l zur erfolgreichen Bewältigung der Auf­gabe aufgebracht werden müssen. Mögen auch diese Darlegungen überall an den maßgebenden Stellen ernste Beachtung finden und Taten auslösen, die geeignet sind, das Werl der Pro» vinzialverwaltung ^n kräftigster Weife zu fordern.

I--------

HiFrova nilleS^

Zahnschmerz. Rheuma

3n Ar. 42 des .Gießener Anzeigers" 24 Februar wird in einem lesenswerten Aufsatz ein großzügiger Plan der Provinzialverwaltung behandelt, der bezweckt, auf dem Wege frei­williger Zusammenarbeit von Provinz, Kreiien, | Stadt- und Landgemeinden in Oberhessen

1 die Mittel für die einheitliche Bekämpfung 1 der Skrophulose und Tuberkulose bei den Kindern jur ^^^^stverumUungskörpern der Provinz Betriebsmittel aus kurze Zeit bereit »u halten und

3. den Selbstverwa lluiigskor rern bei Provinz Darlehen in erster Ci'i'.e süc werbende Anlagen mch, soweit noch Mittel vorhanden, für Woh­nungsbau ten zu gewähren. ...

Ich möchte mir als Htzgientt.r erlaub«i, zu dem ersten u"d letzten Punkte Stellung zu nehmem

Die Absicht der Provmztalw-rwaltung, die Bekämpfung de r S l r o phu lose un b Tuberkulose der Kruder und die W o y nunas rage einheitlich in Angriff neymen M ^, M im Interesse unserer Volksgriund- heit außerordentlich zu begrüßen. ,Ernigkeit nmcht stark I Lind es kann, wsrn l^er an seinem Teile mithilft, etwas ^ori^uch? uich schaffen werden, das unserem Nachwuchs u^ damit unserem ganzen Volkstum zugute kommen

tritt jetzt daher immer mehr und mehr die Mei­nung, daß die Abnahme der Tuberkulosesterblich' feit, die in Deutschland um das Jahr 1884 em- setzte, in erster Linie nicht auf die Belänwfung»- rnaßnahmen und die Erfolge der Heilstätten­behandlung zurückzuführen ist, sondern auf btc zu dieser Zeit infolge des größeren Wohlstandes em- setzenden besseren Lebensbedingungen und die Wohnungskultur. Denn in Eng­land, das uns in dieser Beziehung voraus war. läßt sich schon seit 4 Jahrzehnten eine Vermin­derung der Tuberkulöses!erblichleit nachweisen, ehe noch durch Entdeckung des Tuberkelbazillus auf ursächliche Erkenntnis der Ansteckung gegründete Schutzmaßnahmen möglich waren.

Eine großzügige Lösung der Wohnungsfrage würde also sicher zu einer Abnahme der Tuber­kulose beitragen, doch werden wir bei den heu­tigen Baumaterialpreisen in absehbarer Zeit mcht mit der Fertigstellung einer ausreichenden Zahl

Aus Stobt unb Lanv.

Gieß en, den 3. März 1923.

Die Kleinrentnerfürsorge.

Das Gefamtministerium hat unter dem 21. Fe­bruar eine Ausführungsverordnung zu cem Reichsgesetz über Kleinrentnerfürs orge erlassen, die das Kreisamt im neuesten Amtsverkündigungs- blall veröffentlicht. Zu diesen Bestimmungen gibt das Kreisamt eine Erläuterung, in der es u. a.

Durch das neu geschaffene Gesetz über Klein­rentnerfürsorge vom 4. A^uar 1923 ist die Fürsorge für die Äternrentner im Gegenlatz zur bisherigen Dzharchlungsweise auf eine ge­setzliche Grundlage gestellt worden. Hiernach sind die Gemeinden nunmehr verPf li ch tet, | die Fürsorge auf Antrag nach Maßgabe der ge- | schlichen Bestimmungen zu gewähren.

Der Kreis der Fürsorgeempfänger ist gegen­über dem seitherigen bedeutend erweitert und ge­nauer umschrieben worden. Don belonberer Wich­tigkeit ist, dah die bisherige Sinkommens^renze von 500 Mk. weggefallen ist, und daß sich die Fürsorge auch auf bt£ Angehörigen der Klein­rentner unter gewissen Voraussetzungen erstreckt.

Die Vorschrift des 8 3 des Reichsgesehes, wo- nach die Fürsorge für Kleinrentner nach Art und Umfang derjenigen für Sozialrentner angepaßt werden soll, ist zwar keine Mußvorschrift. doch I empfiehlt es sich, die Sätze für Sozialrentner für alle unterstühungsberechtigten Kategorien gleich­mäßig als das zu gewährende Existenzminimum zugrunde zu legen. Im übrigen werden von der Aeichsregierung noch nähere Aichtlimeii über Art, Umfang und Durchführung der Fürsorge erlassen weiden. Bis dahin gelten die seither schon aus­gestellten Richtlinien mit Ausnahme der Cinkvm-

I mensgrenze von 500 Mk.

Zuständig für die Gewährung der Fürsorge ist die Gemeinde des Wohnorts des Kleinrentners. Gegen die Festsetzung oder Mlehnung von Für- sorgemahnahmen ist Beschwerde an die Aufsichts­behörde zulässig, die endgültig entscheidet.

Cs wird Wert darauf gelegt, daß die Durch­führung der Kleinrentnerfürsorge in der jetzt be­stimmten Form so rasch als möglich einsetzü Dc^ Gesetz gilt mit Wirkung vom 1. Februar 1923 ab.

»

Auf der Strecke KölnGießen ist feit Donnerstag vormittag zwischen den Bahn­höfen Troisdorf und Wahn berBetrieb stillgelegt. Schnell- und Personenzüge fahren bis auf wei­teres bis und ab Siegburg. Jenseits Wahn ist Pendelverkehr zwischen Köln und Porzurbach ein­gerichtet. Auch Bahnhof Engers ist stillgelegt. Zwischen, Siershahn und Sayn besteht Pendel­verkehr.

"Lleberwachungdes Fremdenver­kehrs. Von zuständiger Stelle wird mitgeteut: Die Franzosen versuchen, zur Lllüerstützung ibrer Maßnahmen, insbesondere für den Zrsrnibahn- unt Bostbetrieb sowie den Bergbau, Kräfte aus Polen, Der Tschechoslowakei. Italien, vielleicht auch aus anderen Ländern, nach dem Ruhrgebiet zu ziehen. Zur Verhinderung des Zuzugs von Aus­ländern wird die Eifenbahnverwaltung unter Mtt- wirkung der Polizeiorgane den Fremdenverkehr überwachen und die Rückbeförderung derjenigen Peisonen, die die Einreise ins Ruhrgebiet zu dem angegebenen Zweck beabsichtigen, veranlassen Hierfür ist die Mitarbeit des reisenden Publikums wertvoll. Verdacht.ge Perio- nen können dem Eifenbahnpersonal zug-.'fu.)rt r>er°

Deutscher Reichstag.

310. Sitzung, 2 Llhr nachmittags.

Berlin, 2. März 1923.

Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung deS Gesetzentwurfs über die Abgabe von Dvllarschatzanweisungen.

Der Ausschuß hat die ursprüngliche Vor­tage zur Mittelbefchafsung für einen Devisen­fonds dahin geändert, daß dieser Zweck nicht im Gesetz genannt wird. Es sollen 50 Millionen Dollar durch Ausgabe von Schahanwcisungen I flüssig gemacht werden.

Abg. Krätzig (Soz.): Das viel zu späte Erscheiiien der Vorlage beweist, daß die Regie­rung Cuno keineswegs die aktivste ist, die Deutsch­land nach Ansicht der Presse je gehabt ha». Die nachträgliche Kontrolle der großen Devisen­geschäfte wird zeigen, wer die furchtbare Mark­entwertung und Dollar Hausse verschuldet hat. Die wahnwitzige französische Regierungspolitik hat die sozialdemokratischen Versuche zur otabiHIierung der Mark sehr erschwert. Hätten die sozialdemo­kratischen Vorschläge schon damals durchgeführt werden können, so stände es um Deutschlands Volkswirtschaft und Reparationsfähigkeit besser. Der Vorlage wird meine Partei trotz mancher Bedenken zustimmen, sie hält sie aber für unzu­reichend und fordert daher eine scharfe Devisen­kontrolle und Ausgabe einet wertbeständigen An­leihe für die deutschen Sparer, die keine Devisen haben.

Abg. Ko en en (Komm.) sieht in der Vorlage kein Mittel zur Stabilisierung der Mark, zumal sie nur den fünften Teil der im Vorjahre leider gescheiterten Goldanleihe ausmache. Er verlangt Zwmigsmahnahmen dagegen, daß die Schatzanwei­fungen von den Danken wieder zu einem Speku­lationspapier gemacht werden.

Damit schließt die allgemeine Aussprache. Der Gesetzentwurf wird gegen die Stimmen der Kom­munisten in zweiter und dritter Lesung angenom­men.

Gs folgt der Gesetzentwurf über die Erhal­tung leistungsfähiger Kranken-

Der Verfasser des Aussatzes weiß mit nackten Zahlen, die für sich sprechen, die Rotwendig- feit eines derartigen Vorgehens tlar $u tegrün- den Er ist auch der Ansicht, daß es wohl das beste Mittel wäre, wenn man vordeu- aend gegen die Erkrankungen ^axirken wurde, glaubt aber bei der gro&wi Zahl der hllssbedurch ttaen Fälle, daß man sich aus OEangel an öer- fügbaren Mitteln notgedrungen darauf beschranken müsse, die Möglichkeit der Hellung 8U tönern

Dem muß ich als Fachmann wchersprechen. Denn viel leichter und zugleich billiger ist es.

Kranfp»jku verhüten, als eme einmal ausgebrochme wieder S^r ^ilung zu brmgen. Die Fürsorge für unsere Volkstugäid muß tof>cr üban einfehen, bevor die Krankheit zum Ausbruch Sfc? SS ssmÄSBMj-tg bei über 80 Prozent der Erwachsenen^

kämpfen.

Die hierfür notwendigen Aufwendungen wer­den beträchtlich sein, aber immer noch geringer als die Kosten, welche die Fürsorge von 1000 kranken vberhessischen Kindern jahraus jahrein erfordern, beim dickse werden sich bei richtigem Vorgehen im Verlauf weniger Jahre auf einen geringen Betrag herabsehen lassen.

Wie segensreich eine umfassende und volks­tümliche Jugendpflege wirken farm, hat der Land­rat des Kreises Herrschaft Schmalkalden, Geb. | Reg.-Rat Dr. Hagen, bewiesen. Es gelang ihm in der kurzen Zettsparme von 21 Jahren in fernem Kreise die militärische Taugllchkeitszisser, bei uns bisher das beste Maß für Gesundheits- Verhältnisse einer Gegend, von etwa 33 Prvz. aus 71 Prozent hn Durchschnitt zu heben, bei einer ganzen Reihe von Gemeinden betrug sie 100 Prvz. (1913). Dazu kommt: je lebensfrischer, gesunder und innerlich gekräftigter sich die Schmalkalder Jugend entwickelte, desto mehr gingen die Kri­minalität der Ingendllchen, die Fälle der Für­sorgeerziehung und der Alkoholgenub der Jugend­lichen zurück.

Im Berichtsjahr (1913) waren von den zur Berufsberatung erschienenen (473 von 500) Kna­ben 72 3 Prvz. gesundheitlich unbeschrankt in i ihrer Berufswahl, 4.87 Proz. im wesentlichen unbeschränkt, 11,20 Prozent im geringen Maße beschränkt und 11,63 erheblich beschrankt. 99,lo Prozent halten eine gesunde Lungc, 93,23 Prvp em ganz gesundes Herz. Die Herzstörungen standen meist in Verbindung mit der Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf).

Reben der Jugendpflege war es die Pflege der Leibesübungen, die diese | einzigartigen Erfolg mit erringen half. Dcwoi war sich Dr. Hagen jcberzeit wohl bewußt, daß Der Spori diese Wirkung nur haben kann, wenn I er technisch . und hygienisch richtig betrieben

kaffen.

Ein Regierungsvertreter begründet die Vor­lage, welche die Grenze des versicherungspflichtigen Jahreseinkommens aus 2,4 Millionen Mark her- aujfettt und die Sachbezüge and Grandlöhne regelt und kleine Kassen zusammenlegen will.

Abg. H o ch (Soz.) beantragt Lieberweisung an den Ausschuß für Sozialpolitik. Der Redner rich­tet scharfe Angriffe gegen den Reichswirtschafts­minister Dr. Becker. Daraus entwickeln sich zwi­schen der Rechten und der Linken heftige Aus­einandersetzungen, in deren Verlauf der Abg. Höl- lein (Komm.) wegen des AusdrucksIdiot' einen Ordnungsruf erhalt: ebenso wird ein Zuruf des Abg. Streiter (D. Vp.) gerügt

Abg Andrs (Ztr.) wünscht Ausschußbera- tung und fordert Ersparnisse bei der Verwaltung der Krankenkassen.

Abg. L a n g b a ch (Dtschntl.) spricht gegen ble übertriebene Zentralisation und gegen die Benach­teiligung der Betriebs- und Ersahkrankenkassen.

Rachdem ein kommunistischer Dertagungs- antrag nicht genügend unterstützt worden war, führt der Abg. Malt zahn (Komm) auä, daß der Gesetzentwurf zur Sanierung der Kranken-

Vermischtes.

Leipziger Mefse-Loftverkehr.

Zur Leipziger Frühjahrsmesse vom 4. bis 10. März werden in den Abendstunden zum ersten Male über der Stadt Leipzig illumi­nierte Flugzeuge erscheinen DaSMeh- amt beabsichtigt, durch diese großzügig« und höchst eigenartige Reklame die Messebesucher auf die Bedeutung deS Flugwesens für Reklamezwecke aufmerksam zu ma- eben. Der Beobachter wird überrascht sein, plötzlich am dunklen Himmel Helle Buchstab«! entlang eilen zu sehen, ohne etwas von dem sie tragenden Flugzeug zu bemerken.

Große Gelddiebstahle.

Berlin, 2. März. (WTD.) Mit vier Millionen Mark ist der 16jähriae Bureau- lehrling Werner Kublank durch­gebrannt, die er im Auftrag feiner <5jTJna von der Commerz- und Discontobank abzuheben hatte. Heute vormittag gegen VJl Llhr wurden zwei Beamte der Darmstädter Bank auf der Chaussee zwischen Riederschöneweide und dem Daumschulenweg von drei jungen Burschen un­gehalten und der Geldtasche mit etwa zehn Millionen Mark beraubt. Dre Täte, konnten nicht ermittelt werden.

Ein gefährlicher Bursche in Notwehr erschossen.

Berlin, 2. März. Als in der vergangenen Nacht zwei Polizeibeamte zwel Männer undeme I Frau aufforderten, ihnen den ^uhalt vvn Säcken zu zeigen, die sie schleppten w^sehte sich der eine6 Mann, der Arbeiter Hoschkowskr und erstach den Polizeihund. Als der Beamte ihn festnehmen wollte, zog Hoschkowski ein gegen ihn und brachte ihm mehrere Stiche in die Schläfe bei. Der andere Polizeibeamte schoß auf den Angreifer und traf ihn so schwer, daß er kurz darauf starb__

Kirchliche Nachrichten.

Svangellsche Gemeinden.

Dießen. Sonntag. 4. März 'Okuli). Hrcbe. 9' : Pfarraffist. Becker. 11: Kinderk f. ö. Markusgem. Pfarraffist. Becker, 6: Pfr. Mahr. Mittw., 7. März, Passtonsgottesd. Psr. Mahr. Donnerst 8Mär;Bibelst.f.d.Markusgem.JohanneS- ftrAe. 9*Psr. Ausfeld, 11: Kinderk. f. d. Johannes- aemeinbe Pfr Ausfeld, 1'/,: Taubstummengottesd m Abendm. Pfr. Bechkolsheimer. 3: Vorstellung u. Prüfung der Konfirmanden (Mädchen) aus der Lulasgem. Ptt. Bechtolsheimer, 6: Pfarrassist. Dew- - ^it^berg. lOUbr.ßDlLar.l1 3llbr.QBiefcd.lOUbr.

Katholische Gemeinden.

Dießen. Samstag. 3. März, 5 u. 8 Beicht. - Sonntag, 4. Mai», 67, D-icht. 1 M-N-. «°-nM. d Männer, 8 Komm^ 9 Hochamt m. Pr., 11 Weg« m. Pr 5*... Christenl. u.And. Dienstagu.5redagabM 6*!,Fastenandacht.-Lich.' Sllhr Laubach. 10LIdr

den, dc>S alsdann weiteres in die Wege leiten wird. _.__

" Die Pfändungsgrenze. Sine 03er- rrdnung, die vom Reichsrat bereits angenommen ist. erhöht btc absolute Pfändungsgrenze auf 600 000 Vlark und die bewegliche Gvenze auf 2 000 000 Mark. Die Verordnung soll am 1. Mar­in Kraft treten.

Kreis Alsscld.

Groß-Felda. 1. März. 3n unserer mein de wurden für die Ruhrhilfe 292 580 Mark gefummelt. Als große Spenden sind zu er* wähnen? V. H. C. 71 000 Oliarf, Radfahrervevein 35 100 Mark, Turnverein 24 960 Mark.

Hrcis ^ricdbcrg.

Friedberg. 2. März. 3n der letzten Zeit wurden in mehreren Persone n w a g e n, die im sog toten Gleis des hiesigen Bahnhofes I standen, die Abteile l. und Klaffe schwer heimgesucht Diebe zerschnitten da­rin die Polsterungen und entwendeten hieraus die Roßhaare, die sie an einen hiesigen Mobel- händler verkauften. Der dem Eisenbahnfiskus ent­standene Schaden beträgt etwa 2 Millionen Mark Als Täter wurden jetzt fest genommen me Arbeiter Heinrich Lehmerund Karl S ch n u r . e und die Arbeiterin Anna Heil, sämtlich in 5neb-

von Wohnungen rechnen können.

Wir werden daher aus die S t ä r t u n g b e r allgemeinenWiberstandskraftunse- rcr Jugend, wie ich es oben näher ausern- anderfehte, zunächst unser Hauptaugenmerk rich­ten müssen Diesem Zwecke und damit auch bet Verhütung der Tuberkulose bienen in erster Li­nie die Leibesübungen in frischer Luft.

Ich habe an dieser Stelle schon einmal auf eine kleine Schrift aufmerksam gemacht, die den Titel führt »Zur Sonne, zur Sonne" und von Dr. Kurt Klare herausgegeben wurde, und ich Interessenten arge-

Kopfschmerz